Kunden em pfehlungen
Rezensionen von DoraLupin:
Wer die Toten stört von A. Rae Dunlap
Besonderer und schöner Schreibstil
Immer wieder lese ich sehr gerne historische Romane, die mich an andere Orte entführen, etwas dazulernen lassen und mit interessanten Charakteren unterhalten. Bei diesem Klappentext wurde meine Neugier sofort geweckt, denn das Thema Medizin in vergangenen Zeiten interessiert mich alleine schon durch meinen Beruf in der Gesundheitsbranche.
Ich wurde auch ganz wunderbar von der Geschichte unterhalten und bin gerne in diese düstere, spannende Zeit eingetaucht.
Die Geschichte führt den Leser nach Schottland ins Jahr 1828. Der naive, aber unbeirrbare James Willoughby gibt sein behütetes Leben in Oxford auf, um in Edinburgh Medizin zu studieren. Die Universität der Stadt bietet alles - außer der Möglichkeit, an einem menschlichen Leichnam zu arbeiten und somit chirurgisches Wissen zu erlangen. Nye MacKinnon, ein schneidiger junger Sezierer, verspricht James zu helfen. Doch Nye ist ein Grabräuber, ein Leichenfledderer. Und James ist unwissentlich sein Komplize geworden. Schon bald geraten die beiden zwei besonders zwielichtigen Grabräubern namens Burke und Hare in die Quere, deren Nachschubbedarf an Toten so hoch ist, dass sie dafür bereit sind, über Leichen zu gehen.
In die Geschichte habe ich sehr gut hineingefunden. Der Schreibstil passt sehr gut zu dem Genre und ist schön bildlich. Er ist sehr aussergewöhnlich und schön und erinnert an Literatur vergangener Zeiten. Dies ist für das Buch natürlich ein echter Pluspunkt, außerdem ist meist ein schöner Lesefluss gegeben und es gab nur wenig langatmige Passagen. Darüber hinaus konnte ich einiges dazu lernen hinsichtlich der damaligen Medizin und wie schwer es war an geeignetes "Material" für die praktischen Vorlesungen zu gelangen. Ich fand es sehr interessant wie die Autorin Fiktion mit realen Ereignissen und Personen der damaligen Zeit vermischt hat und ihr ist dadurch ein sehr spannender und düsterer Roman gelungen, der einem teilweise die Haare zu Berge stehen lässt!
Der Protagonist James ist anfangs ein ziemlicher Schnösel, doch schnell muss er lernen auf eigenen Beinen zu stehen. Die kleine queere Liebesgeschichte fügt sich sehr gut in die Story ein, ohne sie zu überlagern. Vorallem das Ende wurde dann nochmal richtig spannend und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es gab immer wieder Überraschungen und eine mitreißende Handlung.
Bei diesem Buch erhält man einige historische Infos, einen Einblick in das Leben des früheren Medizinstudenten aber auch gegen Ende mächtig Spannung. Ich wurde gut von dem Buch unterhalten und vergebe dafür 4,5 von 5 Sternen. Über eine Fortsetzung würde ich mich sehr freuen.
Rezensionen von peedee:
Aufbruch in eine neue Zukunft von Danielle Steel
Bereit für die Zukunft?
Die Fotografin Madison „Maddie“ Allen hat drei Kinder erfolgreich grossgezogen – sie sind erwachsen und gehen eigene Wege. Maddie wohnt und arbeitet in einer alten Feuerwache in New York. Sie ist sehr erfolgreich und kann sich ihre Aufträge aussuchen. Bei einem Haushaltsunfall trägt sie einen gebrochenen Knöchel davon, der sie zum Nachdenken bringt.
Nicht der Knöchel selbst, sondern der Auslöser: die gefundenen Briefe ihrer früheren Partner. Sie will sie besuchen und begibt sich auf einen Roadtrip der besonderen Art…
Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover mit einer Küstenlandschaft – gefällt mir sehr.
Maddie hat drei Kinder: Deanna, Ben und Milagra. Nur die älteste Tochter, Deanna, wohnt in New York, die beiden anderen wohnen weit weg und so sehen sie sich selten. Aber Maddie beklagt sich nie, obwohl sie sich mehr Kontakt mit ihren Kindern und Grosskindern wünscht.
Es dauerte nicht lange bis ich mich schon ärgerte, und zwar über Deanna. Sie ist erfolgreich in ihrem Beruf und gewohnt, allen zu sagen, wie sie es haben will. So auch bei ihrer Mutter. Als sie erfährt, dass ihre Mutter von der Leiter gefallen ist, will sie sie gleich zu „Betreutes Wohnen“ anmelden, dabei ist ihre Mutter gerade mal 58 Jahre alt! Dann solle sie zumindest eine Pflege zu sich ins Haus holen oder noch besser, die verhasste Feuerwache verkaufen. Empathie ist für Deanna ein Fremdwort. Sie hasst zwar das Gebäude, aber zugleich will sie es als Location für eine ihrer Benefiz-Veranstaltungen. Doch Maddie sagt Nein. Nein? Das gibt es doch gar nicht!
Ich war richtig erleichtert, als Maddie sich auf den Roadtrip begab – nur weg von Deanna und ihren Holzhammermethoden! Es wird eine ganz besondere Reise, denn sie weiss nicht, ob sie die drei Männer, die sie einst geliebt hatte, treffen kann und wie sie sich dabei fühlen wird. Und sie hofft, auch ihre anderen beiden Kinder auf ihrer Reise besuchen zu können.
Mir hat der Roadtrip sehr gefallen – er hat mich aber auch zum Nachdenken gebracht: Welchen Einfluss haben Entscheidungen für die Zukunft? Und welche Hoffnungen soll man in die Zukunft setzen? Ich würde gerne noch mehr über den Roadtrip erzählen, aber da ich nicht spoilern will, muss ich mir das verkneifen. Ein aufregender Abschluss – 5 Sterne.
Rezensionen von praja:
Rabid von Ivy Asher; Raven Kennedy
Ich bin nicht der Wolf den du wolltest. Ich bin das Monster, dass du brauchtest.
Ich war etwas skeptisch, als ich gesehen habe, dass es zwei Autorinnen gibt.
Andererseits hatte ich auch viel Hoffnung, dass das Buch vielleicht sogar noch besser wird, weil die Autorinnen ihre potenziellen Schwächen ausgleichen können.
Irgendwie wurde ich enttäuscht.
Erstmal aber alles, was ich gut fand:
Es geht in dem Buch um Seneca, die alt genug ist, in einem Ritual ihren eigenen Wolf zu bekommen und eine Bindung mit ihr einzugehen.
Sie ist eine Art Gestaltwandlerin, die sich mit ihrer Wölfin von nun an ein Leben und einen Körper teilen soll. Doch ihr Alpha wartet nur darauf, dass es dazu kommt, um sie endlich beanspruchen zu können.
Seine Gier sorgt dafür, dass sie und ihre Wölfin von Anfang an einem Kampf ums Überleben und um ihre Selbstbestimmung ausgesetzt sind. Die Verbindung läuft nicht so, wie sie sollte, und sie wird von ihrem Rudel betäubt und auf dem Gebiet des Ruin-Falls-Rudels zum Sterben zurückgelassen, wo der brutalste von ihnen – ihr Alpha Tyran – anscheinend genau der ist, den ihre Wölfin für würdig erachtet.
Die Story ist wirklich gut. Ich mag alles daran. Das Erzähltempo ist super, die Charaktere haben Tiefe, und ich konnte besonders in der zweiten Hälfte des Buches so sehr mitfühlen.
Es war wirklich toll. Und das Ende auch super rund!
Da habe ich gar nichts dran auszusetzen.
Ich liebe auch Seneca als Charakter sehr, auch wenn die Einflüsse ihrer Wölfin mich anfangs vermutlich genauso verwirrt haben wie sie selbst. Aber hey, das macht ja irgendwie auch guten Schreibstil aus! Sie hat sich im Laufe des Buches weiterentwickelt und hat sich und ihre Wölfin in Einklang gebracht. Fand ich wirklich sehr gut!
So … jetzt aber zu den zwei Sachen, die mir gar nicht gefallen haben.
Das erste ist ein stilistisches Element beim Schreiben.
Seneca und ihre Wölfin teilen sich ein Bewusstsein, und je nachdem, in welcher Gestalt (Mensch oder Wolf) sie stecken, hat eine von beiden die Vorherrschaft.
Das Konstrukt war für mich erst einmal befremdlich, weil immer von beiden als einzelnen Charakteren gesprochen wurde. Dabei hätte ich eigentlich erwartet, dass sie ein Band verbindet und dass sie zwar von der Natur ihrer Wölfin beeinflusst wird und ihren Bedürfnissen manchmal erliegt, die beiden aber dennoch eins sind.
Naja, ist anscheinend nicht der Fall, und das hat sich so geäußert, dass das Buch ständig von Aussagen wie „Wir waren empört, dass xxx passiert ist. Wir nahmen seine Fährte auf. Wir folgten ihm. Die Wut schnürte uns die Kehle zu. Wie konnte er es nur wagen, uns xxx anzutun.“ und noch vielem mehr gefüllt war.
Um einen Extremvergleich zu starten: Ich habe mich gefühlt, als würde ich Gollums Gedankengängen folgen.
Das war eigentlich nur so, wenn sie in Wolfsgestalt war. Aber dadurch haben sich diese Passagen (ca. 40 % des Buches) einfach nicht so gut angefühlt.
Was echt schade ist, weil die Story an sich ja wirklich gut war.
Und das zweite, sehr, sehr große Problem war der Spice. Ich habe ihn als unfassbar schrecklich und plump empfunden.
Die Umschreibungen waren sehr explizit und direkt, aber gleichzeitig war nichts wirklich gut ausformuliert. Ständige Aussagen wie „Er drehte mich genau so, wie er es mochte“ (wie mochte er es denn??? Kann ich Gedanken lesen???) haben dann den Vogel abgeschossen.
Ich konnte mir das zwar ansatzweise vorstellen, aber es war halt irgendwie einfach nur hingerotzt. Bisschen rein, raus, dann reden, dann wieder rein, raus und wieder reden. Ab und an waren mal wenigstens ein paar ausgefallenere Stellungswechsel dabei, aber insgesamt war es einfach unfassbar schlecht.
Mochte ich gar nicht.
So … und damit lasse ich euch mal alleine xD Viel Spaß beim Lesen oder eben nicht Lesen ????
Aber das Buch wäre echt besser ohne den Spice gewesen. Der Sex hat zwar zur Natur der Wölfe dazugehört, aber ich hätte mir gewünscht, dass er jugendfreundlich angedeutet worden wäre. Denn die Spannung zwischen den beiden Protagonisten hat sich definitiv nicht in diesen Szenen aufgebaut, sondern in allem dazwischen.
(Na gut, mit Ausnahme des ersten Treffens ????)
Rezensionen von Anilam:
Ruf der Leere von Daniel Alvarenga
Die wahre Gefahr lauert im Menschen
Ruf der Leere war für mich ein total intensiver Thriller, der weniger auf Action setzte sondern viel mehr auf psychologischen Druck und zwischenmenschliche Abgründe. Die Ausgangssituation kennen wir alle schon aus vielen anderen Büchern oder Filmen - vielleicht sogar aus dem echten Leben, ein Wochenende mit Freunden in einer abgelegenen Waldhütte.
Doch man merkt relativ früh, dass eine gewisse Spannung in der Luft liegt, die sich mit dem Auftauchen des alten Mannes schlagartig in pures Entsetzen verwandelt.
Richtig stark fand ich die Darstellung der Gruppendynamik. Unter dem extremem Druck fallen die Masken, Loyalitäten verschieben sich und moralische Grundsätze werden infrage gestellt. Parallel dazu bietet die zweite Erzählebene um Felix’ Vater einen gelungenen Kontrast. Die Suche nach dem verschwundenen Sohn und die dabei aufkommenden Erkenntnisse verleihen der Geschichte emotionale Tiefe und verhindern, dass der Roman sich ausschließlich auf das Kammerspiel im Wald beschränkt. Das bringt alles einen guten Schwung ins Buch.
Der Schreibstil von Daniel Alvarenga ist klar und flüssig, die Spannung wird im gesamten Roman kontinuierlich gesteigert. Ruf der Leere ist kein klassischer Thriller mit schnellen Schockmomenten, sondern ein Buch mit unangenehmen Fragen über Selbstschutz, Schuld und Moral. Ich kann hier eine ganz klare Empfehlung aussprechen für alle die gerne psychologische Spannung und moralisch fragwürdige Hintergründe in Romanen zu schätzen wissen.
Rezensionen von milky:
Verbrenn das Negativ von Josh Winning
Spannend bis zur letzten Seite
Das Cover passt perfekt zum Inhalt des Buches und ist hochwertig, vor allem durch das aufgeraute Negativ und Feuerzeug.
Der Thriller handelt von Laura, die als kleines Mädchen in einem Horrorfilm die Hauptdarstellerin war. Aufgrund mysteriöser Todesfälle in Bezug auf den Film galt er als verflucht und Laura gibt ihr altes Leben, zusammen mit ihrer Familie, auf und beginnt einen Neuanfang inkl.
neuer Identität.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Es ist außerdem sehr spannend geschrieben, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Man kann gut abschalten und befindet sich komplett in der Geschichte.
Die Hauptfiguren der Geschichte besitzen Charakter und sind gut beschrieben. Die meiste Zeit über konnte ich mich in Laura hineinversetzen; aufgrund ihrer Geheimnisse, die der Leser noch nicht erfahren soll, bleibt sie jedoch teilweise distanziert.
Fazit: Ein sehr spannender Thriller, der einen in den Bann zieht und ein gut gelungenes Ende besitzt.
Rezensionen von brauneye29:
Inside von Boris Becker
Interessant
Ich hatte befürchtet, dass dieses Buch eine Art Selbstbeweihräuchung wird und das man Boris einfach nur übel mitgespielt hat, aber das ist es zum Glück nicht. Ob alles stimmt, was er erzählt, weiß man natürlich nicht, aber das Buch wirkt schon so, dass man das Gefühl hat, dass er recht ehrlich mit dem umgeht, was er gemacht oder eben gelassen hat.
Den Einblick in das Gefängnisleben fand ich schon interessant, denn da erhält man selten Informationen zu. Ich hätte mir wohl gewünscht, dass Boris das Buch liest, aber der gewählte Sprecher hat seine Sache gut gemacht.
Fazit:
Interessant
Rezensionen von MarcoL:
Trophäe von Gaea Schoeters
Eine Geschichte über Moral und dem Wahnsinn des Weißen Mannes. Brillant erzählt.
Hunter White – allein der Name ist schon Programm – tötet gerne. Sehr gerne, denn er ist leidenschaftlicher Jäger. Wahrscheinlich der Prototyp eines Jägers. Zu seinen Big Five fehlt ihm jetzt nur noch ein Spitzmaulnashorn. Drei Jahre hat er auf die Lizenz gewartet, um den tödlichen Schuss abgeben zu dürfen.
Er ist ja kein Wilderer – denn das unterscheidet ihn ja von allen anderen Schießwütigen. Er bezahlt eine sehr hohe Summe dazu, besteht darauf durch den afrikanischen Busch geführt zu werden, nimmt sogar die Strapazen einer Wanderung und das Übernachten unter freiem Himmel in Kauf – und ist sehr stolz darauf. Denn nichts verbindet einen Mann mehr mit der Natur als der Kreatur im eigenen Habitat aufzulauern. Er verzichtet auch darauf, danach mit dem erlegtem Großwild stolz damit herum zu posen. Das macht er dann mit der ausgestopften Trophäe zu Hause, denn seine Frau steht ja voll darauf. Wer weiß, ob sie ihn nicht schon längst verlassen hätte, würde er sich nicht immer so als Mann präsentieren.
Allerdings – die Jagd geht schief, andere kommen ihm zuvor. Wahrscheinlich Wilderer, die es nur auf das Horn abgesehen haben. Das ist natürlich ein Schlag ins Gesicht für die Erhaltung der Art, denn nur Hunter und der Leiter des Reservats achten darauf, nur bestimmte Tiere zu töten. Solche, die für die Herde keinen Zweck mehr haben … Hunter ist eben der schönste, beste, reichste, edelste, rücksichtvollste und weißeste Mann der Welt – und sehr enttäuscht, dass das Nashorn nicht durch seine Kugel starb.
Aber, so flüstert ihm der sein Jagdleiter zu – ob er schon mal von den Big Six gehört habe? Dazu machen sie sich auf in die Weite der Savanne – zu den Ureinwohnern – die sich von der Natur nur das holen, was sie zum Überleben benötigen – gnädigerweise mit der Erlaubnis des Weißen Mannes, der die Stämme in karge Reservate eingepfercht hat um sie unter Kontrolle zu halten. Hunter White kann der Mutter der Unmoralität nicht widerstehen – trotz der hohen Summe. Wie es ausgeht … wird natürlich nicht verraten.
Dieser Roman trieft nur so von Sarkasmus und Kritik. Und beinahe könnte man den Verdacht haben, die Autorin goutiert die Großwildjagd, so präzise kommen die Argumente von White daher. Sie spielt dabei mit unseren Gefühlen – und baut ein Bild des Weißen Mannes auf, das an Realität nicht zu überbieten ist. Treffender kann die Art und Weise, wie der Postkolonialismus wütet, nicht beschrieben werden – eingepackt in einen Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen kann.
Ganz große Leseempfehlung für diesen ausnehmend guten Roman.
Rezensionen von Havers:
Bad Actors von Mick Herron
Jackson und die Joes
Es gibt nur wenige Reihen aus dem Krimi-/Thrillerbereich, deren Bücher ich ein zweites oder drittes Mal in die Hand nehme. Zwei Autoren gibt es aber, die mich zur Wiederholungstäterin machen: Alan Parks mit der im Glasgow der 70er Jahre verortete Harry McCoy-Reihe und Mick Herron, dessen Einzelbände um die abgeschobenen MI5-Agenten ich ausnahmslos mehrfach lese, um im zweiten, dritten oder vierten Durchgang in den beiläufig hingeworfenen Sätzen dessen geistreiche und immer zutreffende Kommentare zur politischen Gegenwart Großbritanniens zu genießen.
Insbesondere dann, wenn man Spionageromane nicht mag, ist es schon allein deshalb einen Versuch wert.
Nun also „Bad Actors“ (Bd. 8), und wer damit gemeint ist, wird sich im Lauf der Handlung herausstellen. Im Haifischbecken tummeln sich die altbekannten Akteure: Ein unfähiger Premier, Geheimdienstchefin Diana Taverner sowie Jackson Lamb und seine Slow Horses. Ergänzt wird dieses Personentableau durch Claude Wheelan (Taverners Vorgänger auf dem Chefposten), den mehr als zwielichtigen Sonderberater und Strippenzieher des Premiers, einen Neuzugang im Slough House sowie der spurlos verschwundenen Schweizerin aus dem politischen Thinktank des Premiers, mit deren Auffinden Wheelan beauftragt wird. Als ein Red-Queen-Alarm ausgelöst wird, der den Kopf der „Königin“ fordert, eskaliert die Situation. Die einzigen, die jetzt noch helfen können, sind Lamb und die Slow Horses. Aber wehe, jemand vergreift sich an ihnen, denn auch wenn es scheint, als ob Lamb nicht viel von ihnen halten würde, sind sie doch seine „Joes“. Und deshalb sollte man sich tunlichst nicht mit Lamb anlegen.
Die Slow Horses-Reihe und so auch „Bad Actor“ lebt von ihren schrägen Charakteren, den bissigen Dialogen, dem schwarzer Humor und den punktgenauen Analysen der britischen Gegenwartspolitik. Das alles sprachlich on top und hervorragen übersetzt von Stefanie Schäfer. Wer allerdings knallharte Action sucht, wird enttäuscht sein, denn die Story ist vielschichtig und verzwickt, entwickelt sich langsam und braucht ihre Zeit, bis sämtliche Informationen in ihrer Komplexität verbunden sind – was übrigens für alle Bände der Reihe gilt, die ich euch uneingeschränkt empfehlen kann.
Als Einstieg ist meiner Meinung dieser Band allerdings meiner Meinung nach nicht geeignet, fehlen doch sehr viele Hintergrundinformationen/Vorgeschichten sowohl zu den Personen als auch zu einschneidenden Geschehnissen aus den Vorgängern.
Rezensionen von Anndlich:
Das Buch der verlorenen Stunden von Hayley Gelfuso
Was ist deine Erinnerung wert?
Lisavets Vater Ezekiel versteckt seine Tochter in einem dunklen Raum, um sie vor den Geschehnissen der Zeit zu schützen. Lisavet findet sich in einer riesigen Bibliothek wieder in der Raum und Zeit nicht existiert und in der die menschlichen Erinnerungen in Büchern gespeichert sind. Kaum jemand weiß von diesem Ort oder wie man zu ihm gelangt.
Nur die Zeithüter bestimmen darüber, welche Erinnerungen erhalten bleiben und welche für immer ausgelöscht werden.
Das Buch der verlorenen Stunden von Hayley Gelfuso kann mit einem unheimlich guten Schreibstil überzeugen und schafft es innerhalb weniger Seiten einen in die Geschichte zu begleiten. Dabei erleben wir diese in zwei Perspektiven bzw. Zeiträumen, die Vergangenheit um Lizavet und ihre Existenz an einem besonderen Ort und die Gegenwart, bei der vor allem die Teenagerin Amelia im Fokus steht.
Die beiden Stränge waren für mich auf gleiche Weise unterhaltsam, zeitweise hatte der eine Strang mehr Potenzial als der andere und andersrum. Die Figuren waren gut durchdacht, wobei man als Leser:in schnell die Zusammenhänge erkennt und kaum überrascht wird. Besonders eine Protagonistin hat mir das Lesen jedoch erschwert, da ich sie nicht sympathisch empfand und ihre Handlungen kaum nachvollziehen konnte. Da sie eine größere Rolle einnimmt (die ich aus Gründen nicht genauer beschreiben kann), hat mir das auf die komplette Geschichte etwas genommen.
Außerdem ist es wie so oft mit Geschichten über Zeitreisen o.ä. und ich konnte manche Dinge nicht in einer Logik unterbringen. Das kann auf eine Weise umgesetzt sein, die weniger unstimmig wirkt oder wie hier, doch einige Fragezeichen mit sich bringt.
Am Ende war Das Buch der verlorenen Stunden für mich eine Geschichte, die vieles positives hatte, aber bei dem ich gedanklich immer wieder das ‚aber‘ mitdenke. „Die Geschichte ist gut, aber…“, „die Idee gefiel mir, aber…“,… und so sind es am Ende für mich gute drei Sterne.
Rezensionen von readpassion9:
The Woman in Suite 11 von Ruth Ware
Luxushotel mit Geheimnissen
Nach den schlimmen Erlebnissen auf einem Kreuzfahrtschiff hat Lo Blacklock in den USA ein neues Leben. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und will in ihrem Beruf neu durchstarten. Die Einladung zur Eröffnung eines Luxushotels in der Schweiz kommt wie gerufen für den Neueinstieg. Ihre Reise beginnt mit einer angenehmen Überraschung auf dem Flug, sie erhält ein Upgrade in die 1.
Klasse. Doch die nächste Überraschung trifft sie ins Mark: In der Schweiz trifft sie im Hotel auf drei alte Bekannte, die damals ebenfalls auf dem Kreuzfahrtschiff waren. Die Geschichte nimmt ihren Lauf.
Ich habe natürlich "The woman in cabin 10" gelesen und war auf die Fortsetzung gespannt. Doch so ganz überzeugt hat sie mich nicht. Anfangs hatte ich den Eindruck, dass Lo inzwischen erwachsen und gereift ist, doch im Verlauf der Handlung fällt sie in alte Muster zurück und agiert wie damals. Ihre Handlungen konnte ich großteils nicht nachvollziehen, habe nur den Kopf geschüttelt über so viel Naivität und Leichtgläubigkeit.
Der Schreibstil lässt sich zwar flott lesen, Los Gedanken, Gefühle, Überlegungen nehmen viel Raum ein, während nicht wirklich viel passiert. Ich habe die Hochspannung vermisst, den Drang unbedingt wissen zu wollen, wie die Geschichte ausgeht. In meinen Augen war der Ausgang vorhersehbar.
Fazit: Eher spannungsarmer Thriller, der meine Erwartungen nicht erfüllt hat.











