Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Der blaue Mond:
Das Jahr der Wale von Kelly Anderson
durchwachsen
Am Anfang fand ich den Stil der Autorin sehr gut. Die düstere Atmosphäre nach einem Tsunami und die Gefühlswelt von Annie, zwischen Verzweiflung und Hoffnung war fantastisch beschrieben. Auch die Idee, sich einmal der Welt der Geräusche intensiver zu widmen, gefällt mir sehr gut. Und wie stark die Natur eingebunden war.
Zudem sind der bedruckte Einband und das Cover sehr gelungen, einfach nur schön und geschmackvoll.
Aber weniger gut haben mir die langen Erzählungen gefallen, so ab dem ersten Drittel empfand ich es oftmals als zu langwierig. Auch die Erzählsprünge der Vergangenheit wirkten auf mich nicht sehr strukturiert. Manchmal fiel es mir schwer weiterzulesen, es hat mir an Twists oder mehr Handlung gefehlt. Trotzdem hat das Buch etwas. Die Welt der Geräusche, der rauen Natur, der See, Wale und ein bisschen Meerjungfrauencharm, mystisch und etwas philosophisch, die Kombination hat durchaus etwas. Die Autorin hat Potential.
Rezensionen von clematis:
Der Seegasthof – Wo der Traum beginnt von Linda Winterberg
Dampfnudeln und Heiratskandidaten
Amrei wächst am idyllischen Chiemsee auf, schon früh hilft sie ihrer Großmutter Resi in der Küche des familieneigenen Gasthofes, welcher bekannt ist für seine köstlichen Dampfnudeln. Wie es im Jahre 1896 so üblich ist, hält der Vater bereits Ausschau nach einem passenden Ehemann für Amrei, ein gesellschaftlicher Aufstieg wäre durch eine gute Partie am See natürlich wünschenswert.
Aber es soll anders kommen als geplant …
Die wunderbare Kulisse rund um den Chiemsee, die lebendigen Figuren und die fesselnde Handlung ziehen den Leser sogleich in ihren Bann, der aufregende Roman bietet von der ersten bis zur letzten Seite beste Unterhaltung. Im Mittelpunkt steht Amrei, aber auch die Gedanken- und Gefühlswelt aller anderen Personen ist in jeder Zeile spürbar und versetzt mich schnell in die Welt des ausklingenden 19. Jahrhunderts, als die Frauen noch von Vätern und Ehemännern abhängig waren, sich möglichst still in ihr Schicksal fügen sollten, um eine gute Ehefrau und Mutter zu sein. Auch Amrei soll einen jungen Mann heiraten, der ihr tiefst zuwider ist, aber sie versucht zumindest den Kampf. Ob dieser wie ein winterlicher Schneesturm zu bewältigen ist? Linda Winterberg erzählt alles mit beeindruckender Lebendigkeit und weckt schon jetzt Vorfreude auf die Fortsetzung.
Am Seegasthof ist es nicht immer einfach, besonders mit der mürrisch blickenden Großmutter Resi oder dem Vater, der in einem reichen Halodri einen optimalen Heiratskandidaten sieht, aber fort von hier möchte man dann halt auch wieder nicht. Als Leserin fühle ich mich rundum wohl bei den Bachingers und würde am liebsten sofort eine von Oma Resis kaiserlich-königlichen Dampfnudeln kosten. Empfehlung!
Rezensionen von Karina :
Tage am Fluss von Jochen Mariss
Ein atmosphärischer Roman
Wer eine kleine literarische Erfrischung braucht, dem kann ich nur empfehlen, gemeinsam mit Sara und Leon in 'Tage am Fluss' von Jochen Mariss abzutauchen.
Der Autor hat hier einen schönen und atmosphärischen Roman geschaffen, der ganz unterschiedliche Themen miteinander verbindet: Verlust, häusliche Gewalt, Umweltschutz, Selbstschutz, aber auch Neuanfänge, Freundschaft und Gefühle.
Sara Harmsen ist die Fährfrau ihres Dorfes und lebt eher zurückgezogen als Eigenbrötlerin. Da stolpert eines Tages der junge Umweltaktivist Leon, verletzt und mit einigen Geheimnissen im Gepäck, in ihr Leben. Er bekommt Kost und Logis auf Saras Hof - im Gegenzug hilft er bei den anfallenden Arbeiten.
Beide tragen ihre eigenen Geheimnisse mit sich herum und es braucht Zeit und so manche Wendung, bis nach und nach Dinge ans Licht kommen. Dabei entwickelt sich auch die Verbindung zwischen den beiden auf eine Art, die ich so nicht unbedingt erwartet hatte. Aber für mich hat es gut gepasst. ????
Das Buch hat mich schon durch Cover und Klappentext neugierig gemacht und meine Erwartungen letztlich auch erfüllt. Sara ist allerdings schon eine ziemlich ruppige Persönlichkeit - manchmal hat sie mich tatsächlich ein bisschen genervt. ???? Aber irgendwie gehört genau das auch dazu und macht sie als Figur glaubwürdig.
Besonders gefallen haben mir die atmosphärischen Beschreibungen von Saras Hof, den Tieren und natürlich ihrer Arbeit als Fährfrau auf dem Fluss. Ich konnte mir die Umgebung richtig gut vorstellen und hatte beim Lesen oft das Gefühl, selbst dort zu sein. ????
Auch die anderen Figuren fand ich schön und facettenreich erzählt. Insgesamt ist 'Tage am Fluss' ein ruhiger, atmosphärischer Roman, der einiges zu bieten hat und mich sehr gut unterhalten konnte.
Von mir gibt es daher eine klare Empfehlung. ????
Rezensionen von dosi80:
Das Krähenzimmer von Carolin Frey
Düster
Mit dem Roman „Das Krähenzimmer“ erscheint eine neue Autorin am Thriller-Himmel.
Carolin Frey hat überzeugt.
Die Geschichte handelt von Lotta, die Berlin hinter sich lassen will und in Geelekow an der Ostsee ein bisschen Ruhe finden will.
Sie mietet sich in der Villa Sturmmöwe ein, die sie aus den Urlauben aus ihrer Kindheit kennt.
Vor allem kennt sie ihr damaliges Zimmer – das Krähenzimmer.
Doch Ruhe findet sie dort nicht. Immer wieder geschehen eigenartige Dinge, sie hört ein Klopfen, ein Rumpeln, Stimmen und mehr.
Auch die Bewohner von Geelekow sind alles anderes als freundlich zu Lotta. Jeder einzelne scheint etwas zu verbergen zu haben und keiner will ihr sagen, was vor einigen Jahren in der Villa Sturmmöwe passiert ist.
Außerdem hat Lotta das Gefühl, nicht alleine in ihren Ferienvilla zu sein.
Ein gelungenes Debüt! Düster!
Rezensionen von ekiam:
Carcassonne Labyrinth - Gesellschaftsspiel & Brettspiel ab 8 Jahre von Klaus-Jürgen Wrede; Max J. Kobbert
Zwei Klassiker, eine überraschend gute Kombination
Ich war ehrlich gesagt zunächst ziemlich skeptisch, als ich gehört habe, dass hier Carcassonne und Das verrückte Labyrinth miteinander kombiniert werden. Zwei Klassiker in ein neues Spiel zu packen, kann schließlich auch schnell nach „Wir nehmen zwei bekannte Namen und schauen mal, was daraus wird“ klingen.
Zum Glück ist das bei Carcassonne Labyrinth überhaupt nicht der Fall.
Das Spielgefühl der beiden Klassiker wurde tatsächlich sinnvoll miteinander verbunden. Man schiebt die Plättchen wie beim verrückten Labyrinth, verändert dadurch ständig die Wege und muss gleichzeitig seine eigene Landschaft mit Straßen und Städten aufbauen. Dabei wirkt die Kombination weder überladen noch gewollt, sondern erstaunlich stimmig. Carcassonne Labyrinth fühlt sich tatsächlich wie ein eigenständiges Spiel an und nicht einfach wie ein Mash-up zweier bekannter Spiele.
Auch der Einstieg ist angenehm unkompliziert. Die Regeln sind schnell erklärt und nicht besonders anspruchsvoll, sodass man direkt losspielen kann. Die Partien bleiben außerdem schön kurz, was gerade für die empfohlene Altersklasse ab acht Jahren gut passt. Trotzdem ist das Spiel auch für uns Erwachsene keineswegs langweilig: Wer seinen Zug nicht nur irgendwie, sondern möglichst clever planen möchte, muss durchaus ein bisschen den Kopf einschalten.
Für geübtere Spieler gibt es zusätzlich eine Profi-Variante, die noch einmal etwas mehr Denkarbeit ins Spiel bringt. Dadurch lässt sich Carcassonne Labyrinth sowohl als kurzes Spiel zwischendurch als auch wunderbar als kurzes Spiel nach einer längeren Spielerunde einsetzen. Besonders schön finde ich außerdem, dass es eine Solo-Variante gibt.
Bei der Ausstattung gibt es allerdings noch etwas Luft nach oben. Die Haptik der Landschaftsplättchen gefällt mir sehr gut und erinnert tatsächlich stark an die originalen Carcassonne-Plättchen. Etwas enttäuschend fand ich dagegen die Qualität der Karten für die Profi-Variante. Auch das Inlay könnte praktischer gestaltet sein. Eine zusätzliche Plastiktüte für das Spielmaterial hätte den Auf- und Abbau deutlich erleichtert.
Trotz dieser kleinen Kritikpunkte hat mich Carcassonne Labyrinth wirklich positiv überrascht. Die Mischung aus Schieben, Bauen und taktischem Planen funktioniert besser, als ich zunächst erwartet hatte. Das Spiel ist schnell erklärt, bietet kurze Partien und trotzdem genug Denkarbeit, damit auch Erwachsene ihren Spaß daran haben.
Von uns wird Carcassonne Labyrinth jedenfalls sicher noch öfter aus dem Regal geholt.
Rezensionen von yellowdog:
Goodbye, Honeysuckle von Tayari Jones
Niecy und Annie
Vom ersten Satz an ist diese Buch intensiv. Im Original heißt es Kin. Das es auf der Obamas Summer Reading list 2026 steht, liegt aber wohl vor allen an den Themen und das Porträt einer Zeit der fünfziger und sechziger im Süden der USA.
Erzählerin ist Vernice, die schon als Baby ihre Mutter verliert.
Sie wurde von ihrem eigenen Mann erschossen.
Zweite Erzählerin ist Annie, die mit Vernice seit der Kindheit befreundet ist. Auch sie wächst ohne Mutter auf.
Die Lücken der Vergangenheit prägen sie.
Die Perspektiven wechseln sich mit den Kapiteln ab. Man folgt den beiden auf ihren Weg über einen längeren Zeitraum von ca.20 jahren.
Der Erzählton wird vor allen durch Dialoge erzeugt und diese sind wirklich brillant. Tiefe erhält das Buch dadurch, wie die Figuren angelegt sind. Das betrifft nicht nur die beiden Protagonistinnen sondern auch die Menschen in ihrem Umfeld.
Rezensionen von Liddy:
Der kleine Alexander von Humboldt. Eine Reise durch die Wälder dieser Erde von Verena Linde
Auf Walderkundungstour
Der kleine Alexander von Humboldt bringt mithilfe seines magischen Kompasses Theo und Pria zu den Wäldern dieser Erde. Dabei werden der Mischwald, Nadelwald, Auwald, Regenwald und der heimische Laubwald kindgerecht erklärt. Jeder Wald wird mit seiner Besonderheit nähergebracht – ebenso die Tiere, die dort leben.
So taucht zum Beispiel auch ein Capybara im Regenwald auf und meine Kinder waren ganz begeistert. Sie lieben diese Tiere! Besonders toll finde ich, dass auch die Waldrodung thematisiert wird und schon den Kleinsten vermittelt wird, wie wichtig der Erhalt unserer Wälder und Bäume ist. Meine Kinder lieben es außerdem, die vielen Tiere auf den Seiten zu suchen. Die liebevollen Illustrationen sind sehr schön und gelungen und gefallen meinen Kindern sehr. Für uns bisher das beste Buch zum Thema Wald, die Kinder sind begeistert!
Rezensionen von Shilo:
Die Dirndlkönigin von München von Kathrin Schnee
Vom Handtäschchen zum Dirndl
Ludwiga hat nach dem Krieg nicht viel, worauf sie sich verlassen kann. Sie kommt zurück nach München, verliert ihren Mann und muss sehen, wie es für sie weitergeht. Dass sie sich in dieser Zeit nicht aufgibt, sondern nach einer Möglichkeit sucht, selbst Geld zu verdienen, war für mich ein wichtiger Teil der Geschichte.
Zuerst stellt sie Handtaschen her und verkauft sie auf dem Schwarzmarkt. Später führt eine Zeitungsnotiz dazu, dass sie einen Auftrag für Dirndl bekommt. Aus dieser Gelegenheit entwickelt sich nach und nach etwas Größeres. Ludwiga findet dabei ihren eigenen Weg und baut sich ein neues Leben auf.
Gerade diese Entwicklung fand ich interessant. Sie bekommt nichts geschenkt und muss sich vieles selbst erarbeiten. Ihre Erfahrungen aus den Kriegsjahren haben sie geprägt, aber sie bestimmen nicht ihr ganzes weiteres Leben. Ludwiga bleibt eine Frau, die selbst entscheiden möchte, was aus ihr wird.
Auch München in der Zeit nach dem Krieg wird gut vermittelt. Es fehlt an vielem und der Alltag ist schwierig. Gleichzeitig gibt es Menschen, die wieder nach vorn schauen und versuchen, sich etwas aufzubauen. Diese Mischung hat die Geschichte für mich glaubwürdig gemacht.
Dass Kathrin Schnee hier das Leben ihrer eigenen Großmutter erzählt, hat mich beim Lesen immer wieder beschäftigt. Hinter Ludwiga steht eine echte Lebensgeschichte, und genau das gibt dem Roman einen besonderen persönlichen Hintergrund.
Die Geschichte von Ludwiga hat mir schöne Lesestunden geschenkt. Ihr Weg von den schweren Nachkriegsjahren hin zu einer erfolgreichen Frau in der Trachtenmode war abwechslungsreich und unterhaltsam. Eine starke Frau, eine besondere Lebensgeschichte und ein Roman, den ich sehr gern gelesen habe.
5 Sterne.
Rezensionen von Marie aus E.:
Schlafende Vulkane von Michael Hjorth; Bjarni Thorsson
Nicht gar so brutal
Ich glaube, ich habe meine neue Thriller-Reihe gefunden.
Das hier ist nämlich der Auftakt zu einer neuen Serie und ich werde auf jeden Fall weiterlesen.
Es geht um Helga und Bjarki, erstere ist neu bei der Polizei in Island und darf bzw. muss gleich ihre erste Mordermittlung leiten.
Eine junge Frau wurde tot in einem Reitstall gefunden.
Und dabei bleibt es nicht, ein Serienmörder treibt sein Unwesen.
Da Island nur um die 400.000 Einwohner hat und bis zu dem Fall auch nur einen Serienmörder in der jüngeren Geschichte, ist die Mordkommission auch nicht sehr üppig ausgestattet.
Doch Helga kann auf Bjarki setzen, eigentlich Verkehrspolizist, jetzt aber zur Unterstützung mit an Bord.
Mit hat der Auftakt richtig gut gefallen. Für skandinavische Verhältnisse ist er nicht allzu brutal (aber nicht falsch verstehen, Cosy ist auch hier nichts), die Ermittelnden leben zwar nicht in Bilderbuchfamilien, sind aber nicht völlig kaputte Typen und die Island-Atmosphäre ist einfach schön.
Ein wenig doof, das jetzt zu schreiben, wenn man Island-Krimis mag, aber halt angenehm beim Lesen: die Namen der Charaktere lesen sich für deutsche Lesegewohnheiten einfach. Helga ist völlig unproblematisch, bei andern Island-Büchern sind die Namen für mich sehr herausfordernd.
Insgesamt für mich genau die richtige Dosis aus Spannung, Island-Vibes und Charakteren, die ich weiter begleiten möchte.
Rezensionen von Anno:
Pilznavigator Buschfunkistan von Vanessa Glatzer; Norman Glatzer
Dem Glück auf die Sprünge helfen
Zugegeben, ein alter Hase in Sachen Pilze bin ich nicht. Aber gerade deshalb fand ich dieses Buch auch enorm spannend. Denn es geht anders an die Suche heran. Viel strukturierter. Und was vorher bei mir eher Glück und Blindflug war, bekommt nun Methode. Und das durch die Berücksichtigung mehrerer Faktoren, wie z.
B. Zeigerpflanzen, aber und vor allem die Bodenbeschaffenheit und regionalen (Wetter-) Verhältnisse. Hier nutzt das Autorenduo auch digitale Angebote in Form von Internetseiten anhand derer man das eigene Suchgebiet genauer analysieren und kategorisieren kann. Für mich ist das ein ganz neuer Ansatz, aber einer der wirklich sehr viel Sinn ergibt! Dass die Autoren wissen wovon sie sprechen, wird sich im Buch mehr als deutlich. Ihre Tipps wirken äußerst fundiert und sind als Vorbereitung auf die Suche sehr zu empfehlen. Aber auch die Art ihrer Wissensvermittlung gefällt mir gut. Sie beschreiben verständlich, logisch und lassen auch immer wieder persönliche Erlebnisse und Anekdoten einfließen, die den Stoff nahbarer und lockerer machen. Ich habe dieses Buch mit Freuden gelesen, habe ungemein viel von seinem Inhalt gelernt und für mich übernehmen können.











