Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Valentin Heintel:
Massimo Marini von Rolf Dobelli
.. ein feines Buch
Du lieber Massimo Marini! Dieser bekommt hier wirklich gekonnt eine Breitseite nach der anderen verpasst. Spannend beschreibt Dobelli die Einwanderung italienischer Emigranten in die Schweiz; ein "Bildbogen" von der Nachkriegszeit bis heute, den man nicht so schnell vergisst.
Einiges an Verständnis verlangt es dem Leser ab, was hier so quer "herumgetunnelt" wird.
Erinnert irgendwie an eine italienische Oper, oder eher noch an eine archaische Sage des Altertums. Wer hier mit wem was treibt und das nicht gerade zugunsten des Hauptprotagonisten; armer Massimo!"
Es entsteht ein leichter Widerspruch zwischen der so gekonnt beschriebenen und seriös geschriebenen italienisch-schweizer Einwanderungsgeschichte und der dann doch nicht so glaubhaften Beziehungsdramaturgie. Oder um es noch genauer auszudrücken, der "sexuell-ödipalen" Umtriebe einiger Protagonisten. Vielleicht gehöre ich schon zu einem älteren Semester und verstehe nicht, wenn "der Freund mit der Ehefrau" und der "Sohn mit der Schwiegermutter"
und dann zu allem Überfluss daraus auch noch Kinder entstehen, wovon eines schon bald wieder das Diesseits verlassen muss, ermordet vom eigenen
Blut, ah nein, es war ja dann doch nicht sein leiblicher Vater.
Über allem jedoch - ein feines Buch!
Rezensionen von Ingrid Seeber:
Adams Erbe von Rosenfeld Astrid
Vielen Dank für das Buch, das ich lieb gewonnen habe...
Vielen Dank für das Buch, das ich lieb gewonnen habe, das heißt, ich bin von der in meinen Augen noch jugendlichen Autorin fasziniert.
Einen familiären Bezug der Autorin zu diesem Thema muß es sicherlich geben, Ähnlichkeiten der zwei männlichen jugendlichen Protagonisten mit dem Grass´schen Oskarchen sind sicher kein Zufall.
Ein spannendes, lesenswertes Buch, über eine Epoche, in der sich das "Deutsche Herrenvolk" nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat und allen jenen die nichts wissen oder wissen wollten, ins Stammbuch geschrieben gehört
Rezensionen von Ingrid Seeber:
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und von Jonasson Jonas
Dieser Roman ist wirklich eine herzerfrischende Erzählkunst
Dieser Roman ist wirklich eine herzerfrischende Erzählkunst, mit den vielen Wendungen, die sich dem eigenen Mitdenken ständig entziehen.
Die Idee mit dem einfachen Denken des 100-jährigen Schlitzohrs große Häupter der Weltpolitik lächerlich zu machen und auf einfaches Denken zu reduzieren, sollte Anstoß geben Politkunst zu überdenken.
Rezensionen von Ingrid Seeber:
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und von Jonasson Jonas
Schaurig, angsteinflößend und beklemmend und ? spannend geschrieben ...
Ein Roman der zweigleisig daherkommt, wie es sich aber später herausstellt, sind die Wurzeln der Familientragödie in der Vergangenheit zu suchen.
Schaurig, angsteinflößend und beklemmend und wenn nicht so spannend geschrieben eher irrational.
Die Geschichte könnte sich aber durchaus auch so abgespielt haben.
Das Familienoberhaupt als Einziger seiner damaligen Familie mit dreizehn Jahren den Nazischergen entkommen, wird mit seiner jetzigen Familie unverschuldet von der Vergangenheit eingeholt.
Die Idylle der jüdischen Familie in Holland wird jäh gestört. Auf die Tochter des Familienoberhauptes wird ein sexuell orientierter Überfall ausgeübt.
Als ihr Vater nach einem Unfall stirbt, stellt sich dieser als Anschlag auf sein Leben heraus.
Der Sohn der Überfallenen bricht sein Studium in Amerika ab um sich freiwillig zur Ausbildung als Soldat zu melden, mit der Aussicht in Afghanistan eingesetzt zu werden. Wie es sich herausstellt, betrachtet der junge Mann sein Soldatentum als Wiederherstellung der Männerehre in der Familie, was sein Vater positiv beurteilt. Für die Mutter bricht eine Welt zusammen.
Doch damit nicht genug, die Familie wird in ihrer Villa des Nachts überfallen, mit Waffen bedroht, der Ehemann durch einen Schuss lebensgefährlich verletzt, die 13 jährige Tochter bleibt für lange Zeit traumatisiert und sprachlos.
Der zum Kämpfer ausgebildete Sohn kehrt zurück, um sich an den Tätern zu rächen.
Mit anderen Vorzeichen begegnet dem Leser Ahasver der ewige Jude, der bis ans Ende der Welt ruhelos bleiben muss.
Rezensionen von Ingrid Seeber:
Massimo Marini von Rolf Dobelli
Vielen Dank für dieses Lesevergnügen
Sehr gut recherchiert, dicht verwoben, spannend bis zum Schluss!
Psychologen, Musikfreunde und Freunde der Tunnelbaukunst kommen mit diesem Roman auf ihre Rechnung.
Mir tat es nur leid, dass ich nicht die Zeit hatte, das Buch in einem Zug durchzulesen. (Ist nicht gemeint, in einem Zug im Gotthard-Tunnel sitzend)
Politisch gesehen ist der Aufstieg und Fall von Immigranten der Hintergrund und natürlich sehr aktuell.
Vielen Dank für dieses Lesevergnügen.
Rezensionen von Ingrid Seeber:
In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge
Dem staunenden Ösi-Leser zeigt sich, dass es den Ossis in kleinbürgerlichem Milieu durchaus gut gegangen ist
Adrian erklärt der kommunistisch ideologisierten Charlotte 1952 in ihrem mexikanischen Exil: "Der Kommunismus ist wie der Glaube der alten Azteken, er frisst Blut".....
Azteken und der Kommunismus im Arbeiter- und Bauernparadies haben heute die Gemeinsamkeit, sich überlebt zu haben.
Eugen Ruge beschreibt in seiner über 4 Generationen reichenden Familiensaga den "Segen" des kommunistischen Wertesystems.
Zumindest für die Personen, die es sich richten konnten.
Dem staunenden Ösi-Leser zeigt sich, dass es den Ossis in kleinbürgerlichem Milieu durchaus gut gegangen ist. Nun ja wer kann aber auch wie Wilhelm der Patriarch - ein ehemaliger Schlosser - die Aura eines viel geachteten doch nie bestätigten ehemaligen sowjetischen Meisterspions um sich aufbauen, um Zeit seines Lebens davon zu partizipieren.
Wilhelm der vor seiner Exilierung mit Ehefrau Charlotte, ein paar Wochen Grundausbildung beim Geheimdienst in Moskau geleistet hatte, muß als Pfand die beiden Söhne seiner Frau aus deren erster Ehe in Russland zurücklassen, wo die beiden wegen unbedachter Äußerungen interniert werden.
Nur Kurt überlebt den Gulag und kommt 1956 mit seiner russischen Ehefrau nach Deutschland zurück, wo beide die ideale Verbindung für eine linientreu funktionierende Familie in der DDR abgeben. Organisationstalent und Beugen unter dem rauhen Wind lassen auch diese Generation gut zurecht kommen, später wird Irina die russische Ehefrau zu trinken beginnen, was zunächst als kleine Leidenschaft akzeptiert wird, endet für sie letal.
Bis zur Wende 1989, als sich deren Sohn Alexander plötzlich aus dem Westen meldet und die DDR sich den Segnungen der Marktwirtschaft geschlagen geben muß, liest sich das Leben dieser Familie, abgesehen von kleineren Unwägbarkeiten ganz behaglich.
Die 4. Generation dieser Familie in Person des Urenkels des Familienoberhauptes läßt sich von einem Wessi nicht mehr unterscheiden, zumindest was den Konsum von virtuellen Unterhaltungen, Suchtmittelkonsum und nicht akzeptierter Autorität seitens der Eltern anbelangt.
Der Titel des Buches deutet auf zweierlei Bedeutungen hin, erstens das Ende eines Wertesystems auf das die ersten beiden Generationen in diesem Roman gebaut haben, oder aber die Beobachtung des Niedergangs einer Familie durch Krankheit und Tod.
Rezensionen von Ingrid Seeber:
In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge
kann nicht .... ernst genommen werden und ist in Phantasien eines Pubertierenden anzusiedeln
Thilo Bock läßt die Zeiten rund um den Mauerfall in Westberlin wieder aufleben.
Er ist profunder Kenner und offensichtlich auch Liebhaber des öffentlichen U-Bahn und S-Bahnnetzes in Berlin und seinen Vororten und legt seinen Roman im Netz des Schienenfahrplans an.
Als unbezahlter Praktikant bei einer Vorortezeitung, der gerade sein Abitur abgeschlossen hat, macht er in kurzer Zeit ungeahnte Lebenserfahrungen.
Der Icherzähler ist Liebhaber nicht nur von lachsfarbenen und weißen Anzügen, er entwickelt sich in kurzer Folge vom unerfahrenen Liebhaber "im Trainingsmodus", zum Beglücker
dreier Frauen gleichzeitig, es bemühen sich um ihn ohne voneinander zu wissen: eine Mutter, deren Tochter und eine Liebesdienerin.
Sein Vater ist Beamter und als solcher Gralshüter der "Senatsreserve", die von Westdeutschland zur Versorgung der Bewohner Westberlins bei einer eventuellen Abriegelung ihres Stadtteiles durch die DDR eingerichtet worden war.
Bei den periodisch durgeführten Wälzungen wurden Artikel des Bestandes an Beamte abgegeben und so gab es in seinem Elternhaus ständig wohlsortierte Lager an Pantoffeln, Fahrrädern, Konserven, ec. die zum Leidwesen der Familienmitglieder ständig aufgebraucht werden mußten
Mit seinem Journalistenkollegen gaubt er, auf die Gründe der Unterlassung des Ausbaus der U-Bahnlinie 8 gestoßen zu sein.
Die beiden Kollegen geraten bei ihren Recherchen immer weiter von ihrem bürgerlichen Leben ab, um ins Zwielicht der Unterwelt einzutauchen und von ihm gefangen genommen zu werden.
Mit dem Umgang im neuen Milieu schlüpft der Icherzähler und Protagonist plötzlich in die dritte Person, er kann sich ofensichtlich mit den wirren Schilderungen nicht mehr identifizieren. Nach abenteuerlichen Erlebnissen, in einem Stollen, in dem Schmuggelware gelagert wird und sich just unter der geplanten und nicht durchgeführten U-Bahnlinie befindet, wird sein privates Umfeld von Unterweltgrößen gepeinigt und er und sein Kollege können sich schlußendlich nur durch ein fast nicht nachzuvollziehendes Manöver aus den Händen der neuen Freunde befreien.
Der zu Beginn sich mit Beschreibungen und gelegentlich aufblitzendem Humor anlassende Roman gewinnt im dritten Teil plötzlich ein derartiges Tempo und Durcheinander, daß er eigentlich nicht mehr ernst genommen werden kann und eher in Phantasien eines Pubertierenden anzusiedeln sind.
Rezensionen von Ingrid Seeber:
Die Tigerfrau von Obreht Téa
Spannend, verrückt, informativ, unterhaltsam - ein Lesevergnügen. Danke
Spannend, verrückt, informativ, unterhaltsam - ein Lesevergnügen. Danke
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Der Russe ist einer, der Birken liebt von Grjasnowa Olga
Eine flotte, einnehmende Erzählweise, die man als neugierige Leserin in Bezug auf die Autorin gerne hinterfragen möchte
Die schwer traumatisierte Aserbaidschanerin, ist von Verlusterlebnissen gezeichnet und liebt ohne Konventionen, wo und wie es ihr gefällt. Sie läßt sich nicht mehr festlegen und könnte überall, wenn auch nur sporadisch, leben ohne ein wirkliches Zuhause zu suchen.
Eine flotte, einnehmende Erzählweise, die man als neugierige Leserin in Bezug auf die Autorin gerne hinterfragen möchte.
Rezensionen von HEYN-Leserunde Astrid Pranzl:
Adams Erbe von Rosenfeld Astrid
Ein absolut lesenswertes Buch.....
D
urch den ersten Teil des Buches habe ich mich noch etwas geplagt, der zweite Teil hat mich aber vollkommen entschädigt! Berührend, hat mich immer wieder an Benignis Film ?Das Leben ist schön? erinnert. Ein absolut lesenswertes Buch über Verlust, Schmerz, aber immer auch Hoffnung und vor allem über die Liebe







