Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Claudia R.:
FEEL GOOD BODY. Dein 14 Tage Reset von Marie Dorfschmidt
feel good Rezepte
Klappentext / Inhalt:
Willkommen zu „FEEL GOOD BODY. Dein 14 Tage Reset“ – dem ultimativen Begleiter auf deiner Reise zu einem gesunden und nachhaltigen Lebensstil! Marie, die Powerfrau hinter diesem Kochbuch, zeigt dir, wie du mit veganen und glutenfreien Optionen deinen Körper ins Gleichgewicht bringst.
Denn Lebensmittel sind Nahrungsmittel.
Und Nahrungsmittel sollen dich er-NÄHREN.
Dieses Buch enthält kreative und gesunde Rezepte, die dich mit wenig Zeitaufwand und großem Effekt auf dem Weg zu deinem FEEL GOOD BODY unterstützen.
Mit zweimal Einkaufen deckst du alle Gerichte ab. Nach dem Zero Waste Prinzip werden übriggebliebene Lebensmittel in einem der nächsten Gerichte verwertet. Ein Mindset für DEIN neues Leben mit deinem FEEL GOOD BODY. Was für Marie damals eine lange Reise von 14 Jahren war, gibt sie dir innerhalb von zwei Wochen mit auf den Weg.
Du hast dieses phänomenale Körpergefühl mehr als verdient. Also, worauf wartest du noch? Mach dich bereit für deine Veränderung, lade fix die Einkaufslisten runter und lege gemeinsam mit Marie los!
Marie teilt auf ihrem Instagram-Kanal @therawberry vegane und glutenfreie Rezepte. Ihre stets wachsende Community lässt sich täglich von ihren kreativen bunten Köstlichkeiten inspirieren.
Cover:
Das Cover ist locker und ansprechend umgesetzt. Gemütlich auf der Couch mit dem eigenen Buch, so wird hier aufmerksam gemacht und zugleich eine Wohlfühl Atmosphäre hergestellt. Auch farblich und optisch ist es sehr schön und ansprechend umgesetzt.
Meinung:
Ein wundervoller Kochbuch und Ratgeber für gesunde Ernährung und die Achtsamkeit auf Körper und Geist. In der Einführung wird bereits auf das lästige Kalorienzählen eingegangen und dabei so einiges interessantes veranschaulicht. Ein gesunder Blick und Maaß auf die Dinge, Kalorien und Mengen wird hier vermittelt. Danach gibt es eine Wochenübersicht und Plan dazu und dann startet es auch mit den entsprechenden Rezepten. Die Rezepte werden anschaulich wiedergegeben und auch die Erklärungen sind Schritt für Schritt und gut verständlich umgesetzt.
Die Zutaten sind gut ersichtlich aufgelistet und die Zubereitung in einfachen Schritten und auch sehr übersichtlich beschrieben. Man kann der Anleitung gut folgen und diese ist sehr gut verständlich beschrieben und nachvollziehbar umsetzbar.
Die wundervollen Fotos und Illustrationen runden das Ganze sehr gut ab.
Die Rezepte sind sehr vielfällig und bedienen eine gute Bandbreite. Auch viele vegane und glutenfreie Rezepte sind hier zu finden. Die Auswahl ist toll und schon anhand der Fotos und Beschreibungen bekommt man Lust dies selbst auszuprobieren.
Für den Alltag im Gesamten finde ich manches jedoch unpraktisch. gerade die Mittagsgerichte sind so nicht immer umsetzbar, zwar kann man einiges vorbereiten und vorkochen, aber nicht jede Arbeitssituation lässt Geräte, wie Toaster und Ofen zu und dies ist dann in der kurzen Mittagspause leider meist zu aufwendig, oder schwieriger im Arbeitsalltag umsetzbar. Zumindest bei mir. Anderen wird es da vielleicht anders ergehen. Ansonsten finde ich es von den Ideen und der Vielfalt sehr schön und auch recht ausgewogen. Auch die Wocheneinkaufsliste finde ich toll und es wurde hier an sehr vieles gedacht. Zudem ist es sehr übersichtlich, schön gegliedert und von der Aufmachung toll.
Auf jeden Fall eine Bereicherung und wer seinem Körper etwas gutes tun will und sich einer 14 Tage essen Challenge stellt, wird hier sicherlich gute Dinge und Ideen finden.
Fazit:
Tolle und vielseitige Rezepte für einen Feel Good Body.
Rezensionen von Piet1990:
Ich, die ich Männer nicht kannte von Jacqueline Harpman
Beklemmend still und existenziell
„Ich, die ich Männer nicht kannte“ ist ein stiller, fast karger Roman, der lange nachwirkt. Die Geschichte beginnt mit einer Gruppe von Frauen, die unter unklaren Umständen gefangen gehalten werden. Eine von ihnen, die Erzählerin, kennt keine andere Welt. Von dort aus entfaltet sich ein Text, der weniger von Handlung als von Gedanken lebt.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Reduktion. Es gibt kaum Erklärungen, keine klassische Auflösung, keine eindeutigen Antworten. Stattdessen stehen Fragen im Raum: Was macht Identität aus? Was bleibt vom Menschsein ohne Erinnerung, Geschichte oder Beziehung? Gerade diese Offenheit macht den Roman so intensiv.
Der Stil ist nüchtern, klar und schnörkellos. Fast kühl, und genau dadurch entsteht eine große emotionale Wirkung. Manche Leser:innen könnten die fehlenden Erklärungen als frustrierend empfinden. Für mich war es gerade diese Ungewissheit, die das Buch stark macht.
Fazit:
Ein philosophisch angehauchter, dystopischer Roman, der nicht unterhalten, sondern nachdenken lassen will. Keine leichte Lektüre, aber eine eindringliche, besonders für Leser:innen, die existenzielle Fragen und reduzierte Sprache schätzen.
Rezensionen von Claudia R.:
Boys of Tommen 5: Taming 7 von Chloe Walsh
Potenzial nicht ausgeschöpft
Klappentext / Inhalt:
Sie ist ein Sonnenschein. Er ist der liebenswerte Klassenclown. Aber Gewitterwolken ziehen auf.
Tommens frechster Junge, Gerard „Gibsie“ Gibson, war schon immer ein Komiker. Aber die meisten Menschen erkennen nicht, was sich hinter seiner Fassade verbirgt. Dämonen aus der Vergangenheit suchen ihn heim und er nutzt seinen Humor, um damit klarzukommen.
Doch sein wahres Ich verbirgt er so vor der Welt.
Claire Biggs, der Inbegriff von Lebensfreude, hat Gibsie, den Freund ihres Bruders und ihren Lieblingsnachbarn, schon immer geliebt. Sie hat immer eine Seite an ihm gesehen, die niemand sonst zu bemerken schien. Sie ist fest entschlossen, ihren wilden unbändigen besten Freund aus Kindertagen zu besänftigen. Als Grenzen überschritten werden, wird unklar, ob die Freundschaft zwischen Gibsie und Claire bestehen wird. Wird mehr daraus werden, oder wird ihr enges Verhältnis im Sand verlaufen?
Cover:
Das Cover ist einfach gehalten und der Titel sowie die Zahl stehen im Vordergrund und sind farblich hervorgehoben. Die Farben stehen sehr schön im Einklang und auch ein Wiedererkennungseffekt der Reihe ist vorhanden. Es sind jedoch keine Cover die mich außerordentlich ansprechend, sondern für mich eher hintergründig wirken.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um den fünften Band der Boys of Kommen Reihe. Dieser ist durchaus unabhängig lesbar, aber ich fand das Hineinkommen schon etwas schwerer und auch, wenn es gleich sehr interessant beginnt, so konnte es mich nicht ganz packen und erreichen.
Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Manche Gedanken und Beschreibungen fand ich etwas wirr und auch der Schreibstil war für mich nicht ganz flüssig und nicht immer nachvollziehbar. Zwar geht es gleich interessant los, was zusätzlich Spannung und Interesse aufbaut, aber irgendwie fand ich nicht so gut und tief in die Geschehnisse hinein und konnte diese auch nicht so wirklich greifen.
Die Charaktere sind vielschichtig und facettenreich. Die Beschreibungen bildlich und auch die Ich-Perspektive ist gut gewählt. Dennoch konnte mich diese nicht wirklich erreichen, aber dies ist meine Ansicht. Vielleicht liegt es auch daran, dass mir die anderen Bände und auch der Schreibstil der Autorin bisher nicht vertraut sind.
Gliederung und Gestaltung haben mir sehr gut gefallen. Dies fand ich sehr gut und schön durchdacht. Die Anfänge waren sehr gut erkennbar. Die Überschriften oder Sprüche gut gewählt und passend, ohne zu viel zu verraten, aber um die Neugier zu schüren. Auch die Angabe der Namen für die Perspektive waren hilfreich. Die wechselnden Perspektiven haben zudem Tempo und auch ein wenig Spannung hineingebracht.
Außerdem fand ich den Farbschnitt sehr schön und auch die Anmerkungen und das Glossar am Beginn hat mir sehr gut gefallen und fand ich als sehr hilfreich und gut durchdacht. Auch die Liederidee am Ende ist wohl überlegt.
Die Geschichte selbst konnte mich leider nicht ganz packen und mitnehmen, irgendwie hat mir das der gewisse Reiz und Tiefe gefehlt und auch vom Schreibstil wurde ich hier nicht ganz mitgenommen. Es war mir meist zu einfach und ich hätte mir noch mehr Emotionen und Spannung gewünscht. Es plätschert einfach so dahin. Es hat Potenzial, welches für mich nicht wirklich ausgeschöpft wurde.
Gliederung, Gestaltung und Drumherum ist sehr gut gelungen, jedoch inhaltlich nicht ausgereift, für mich. Aber dies ist ja bekanntlich Ansichtssache.
Fazit:
Das Drumherum ist sehr schön, die Charaktere vielschichtig, aber diese konnten mich leider nicht ganz überzeugen und erreichen.
Rezensionen von fantasia:
Zugwind von Iryna Fingerova
Standhalten im Zugwind
Auf dem Cover dieses Romans verdeckt ein Löwenzahn den Kopf einer weiblichen Figur. Dieser Löwenzahn steht sinnbildlich für die weibliche Protagonistin. Leicht pustet man die zarten Samen weg, die an einem anderen Ort für einen Neubeginn stehen. Diese Pflanze wächst selbst an den unfruchtbarsten Orten, d.
h. sie setzt sich durch, hat eine immense Widerstands- und Durchsetzungskraft. Titel und Pflanze stehen für das Gehen mit dem Wind, der als unangenehm empfunden wird, aber letztendlich einen neuen Weg öffnet.
Die Ärztin Mira Zehmann war mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter aus der Ukraine nach Deutschland gekommen und wird durch den Krieg in der Ukraine und Begegnungen mit Geflüchteten von Schuldgefühlen heimgesucht. Sie will etwas tun und wird für viele geflüchteten Ukrainer zur Anlaufstelle. Diese Situation ist nicht einfach zu meistern, da die Kriegssituation emotional spürbar wird. Die Autorin ist ebenfalls Ärztin und es stellt sich die Frage, wieviel eigenes Erleben hier mit hineinschwingt.
Neben den Krankheits- und Leidensgeschichten ihrer Patienten erfährt der Leser etwas über den „Alltag“ der Protagonistin. Sie fährt nach Odesa, um die Familie und vor allem die alte Großmutter sowie Freunde zu besuchen, und lebt dort zwischen Fliegeralarm und Alltag. Zurückgekehrt ist sie mit ihrer Schwiegermutter aus Cherson konfrontiert, die nach fast drei Monaten zu ihrer Erleichterung wieder in die Ukraine zurückfährt. In der Beziehung zu ihrem Mann kriselt es, es kommt zu einer Affäre mit einem anderen Mann - all diese Geschehnisse zeugen von einem Alltag, der auch nicht immer einfach ist.
Bisweilen fand ich den Roman etwas zäh, vor allem dann, wenn ausführlichere Reflexionen den Erzählfluss verhindern.
Rezensionen von verhei:
Richtig gutes Essen von Junko Takase
Essen und Büroalltag - wie schafft man die Balance
In einem japanischen Büro arbeitet ein buntes Team von Arbeitskräften unter anderem Nitani, Oshino und Ashikawa als Vollzeitkräfte.
Nitani, der Essen als Notwendigkeit erachtet und am Instantsuppensüchtig ist, hat seine liebe Not mit dem Brauch gemeinsam als Abteilung essen zu gehen, oder mehr Zeit in die Zubereitung von Speisen zu verwenden.
Oshio, die auch eher unkonventionellere Ansichten hat und öfters mit Nitani nach der Arbeit einen trinken geht. Ashikawa ist nicht unbedingt die belastbarste Arbeitskraft und genießt den Schutz ihres Chefs und etlicher anderer Arbeitskräfte. Sie ist öfters krank und beendet ihren Arbeitstag im Gegensatz zu den anderen Vollzeitkräften pünktlich, auch bei größerem Arbeitspensum. Um die Stimmung im Büro für sich positiv zu gestalten, bringt sie immer wieder Süßspeisen mit. Nitani und Oshino entwickeln eine gewisse Abneigung gegen Ashikawa, auf Grund der Tatsache, dass sie nicht in der Lage ist ihre Arbeit entsprechend selbst zu erledigen. Doch die Sache wird auch komplizierter als Nitani eine Beziehung mit Ashikawa beginnt.
Es ist ein Roman der sich neben dem Thema Essen, vor allem um das Thema Umgang und Beziehungen am Arbeitsplatz dreht.
Man lernt viele japanische Gerichte kennen, hilfreich dabei ist das Glossar im Anhang. Zusätzlich bekommt man aber damit eben auch einen Einblick in die japanische Arbeitswelt bzw. in den Büroalltag. Die Tatsache, dass die Arbeitstage in Japan sehr lang sind, weiß man aus so manchem Klischee. Auch die Tatsache, dass alles sehr strikt hierarchisch bzw. sehr höflich gehandhabt wird, ist bekannt. Mit dieser Tatsache im Hintergrund, ist die Geschichte, die hier erzählt wird, natürlich in Japan brisanter als für unseren Kulturraum. Dort kann das Buch sicher leichter als Gesellschaftskritik verstanden werden als in unseren Breiten. Nichtsdestotrotz wird man sich auch hier in manchen Bereichen wiederfinden.
So manches wird sehr repetitiv erzählt und die effektive Handlung ist gering. Arbeitstage und Probleme wiederholen sich. Die Personen leben größtenteils nebeneinanderher. Generell ist der Erzählstil eher distanziert, wobei dennoch zwischen der Ich-Perspektive und der der dritten Person gewechselt wird.
Für mich war es aber eine leichte Lektüre für zwischendurch, wie ein kurzer Blick in ein Büro auf der anderen Seite der Welt. Und trotz aller kulturellen Unterschiede gleichen sich hier die Probleme auch.
Rezensionen von katis zettelchen:
Villa Rivolta von Daniel Speck
Rich man poor man im Italien der 60er Jahre
Auch in diesem neuen Roman von Speck geht es um eine Familiengeschichte über mehrere Generationen hinweg, die in zwei parallel laufenden Erzählsträngen erzählt wird. Speck kann das, es liest sich sehr gut. Diesmal spielt der Roman komplett in Italien, vorwiegend im Mailänder Raum. Eine arme, eine reiche Familie, eine, die Glück hat und eine Pech.
Zwischen den beiden Familien entsteht eine Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Mädchen. Mehr zum Inhalt wäre gespoilert. Das Buch ist eine weitere Tür zur Speck-Welt, es gibt Überlappungen mit Charakteren aus Bella Germania, das ist nett. Mir gefällt auch der realistische Anteil – die Autos, die in der Fabrik hergestellt werden, gab es tatsächlich, solche Kleinigkeiten machen die Geschichte authentisch. Generell hat mir Bella Germania besser gefallen, es war runder und dynamischer. Villa Rivolta hat ein paar langatmige Stellen, nicht schlimm, aber das Verhältnis der Charaktere zueinander ist nicht immer nachvollziehbar, die Geschichte endet mit offenen Fragen. Vielleicht erfahren wir in einem späteren Roman mehr? Aber der typische Speck-Charme ist da, wenn er erzählt, entstehen Bilder und Filme im Kopf. Man wird in die Story gezogen, man hat Lieblingscharaktere und ist gespannt, wie es weitergeht. Gute Unterhaltung!
Rezensionen von Sophie H.:
Bunt von Cornelia Franz
Ich höre bunt
Diego ist anders als seine Klassenkameraden. Für ihn sind Geräusche nicht einfach nur Geräusche, sondern sie sind bunte Figuren. Erst nach und nach hat Diego gemerkt, dass andere Kinder Geräusche nicht sehen können. Leider musste er schon in der Grundschule die Erfahrung machen, dass er auf Unverständnis stößt, wenn er von seiner Synästhesie erzählt.
Deshalb behält Diego es lieber für sich und entwickelt Taktiken, um in der Schule über die Runden zu kommen. Er ist lieber für sich, weil er dann seine Ruhe hat. Diegos Leben ändert sich schlagartig, als ein neuer Junge in die Klasse kommt: Ismael. Ismael ist selbstbewusst und ein begnadeter Basketballspieler. Und auch Ismael ist anders als die anderen Kinder: Er ist farbenblind. Ihm gegenüber kann sich Diego das erste Mal öffnen und von seiner Wahrnehmung erzählen. Doch dann wird ihre frische Freundschaft auf die Probe gestellt: Diego muss lügen, damit Ismael seinen Traum vom Basketballspielen leben kann. Eskalieren tut das Ganze, als ausgerechnet während der Klassenfahrt ein Scout beim Basketballspiel erwartet wird.
Cornelia Franz hat hier eine sehr einfühlsame Geschichte über das Phänomen der Synästhesie geschrieben. Sie beschreibt sehr gut, wie Diego sich fühlt und wie er seine Welt wahrnimmt. Richtig gut gefallen hat mir, dass seine Synästhesie nicht als Behinderung, sondern als besondere Begabung dargestellt wird. Ein tolles und wichtiges Buch über Anderssein, Ausgrenzung, Freundschaft und eine besondere Begabung.
Rezensionen von Nele33:
Ungelöst – Die erste Zeugin von Arno Strobel
Luft nach oben
"Ungelöst-Die erste Zeugin" ist der Auftaktband zu einer neuen Cold-Case-Reihe des Autors Arno Strobel.
Als Luisa Menkhoff die Uni verlässt, sieht sie auf einem Flugblatt das Gesicht einer Frau, die ihr sehr bekannt ist. Es handelt sich um Nicole Klement, die Frau, die an ihrer Entführung als 5- jähriges Mädchen beteiligt war.
Gleichzeitig fühlt sie sich beobachtet und beschließt direkt die Polizei zu kontaktieren. Dort trifft sie auf Ramin Brunner, den Kommissar, der eigentlich gerade das Ressort wechselt, sich aber ihre Ausführungen noch anhört. Er beginnt zu ermitteln und wird wie in einen Sog gezogen und verschiebt seinen Start als Leiter der neu gegründeten Abteilung mit Einverständnis seines Chefs. Besonders brisant ist die Tatsache, dass Luisas mittlerweile verstorbener Vater damals schon in einem Mordverdacht gegen den Entführer seiner Tochter ermittelt hat.
Arno Strobel überzeugt auch hier wieder durch einen packenden, in kurzen Kapiteln verpackten Schreibstil. Die Ermittler gefallen mir nach dieser Einführung schon mal sehr gut, haben allerdings auch noch einiges an Ausbaupotential. Luisa war mir persönlich zu involviert und die sich anbahnende Liebesgeschichte hätte es für mich nicht gebraucht. Daher befürchte ich fast, dass sie fester Bestandteil der Reihe sein wird, was mich ein wenig abschreckt. Dies ist wie so vieles im Leben einfach Geschmackssache, meiner ist es nicht.
Insgesamt ein lesenswerter Krimi mit Luft nach oben.
Rezensionen von Sorko:
Flut aus schwarzem Stahl von Anthony Ryan
Ein neuer Feind im Westen
Nein, eine völlig neue Geschichte ist dieser Band nicht. Ich sehe es als eine Fortschreibung der Geschichte vom „Stählernen Bund“, die mit dem dritten Band „Der Verräter“ endete.
Anfangs staunte ich über die seltsamen Namen und Bezeichnungen, bis mir auffiel, dass ich einige davon schon kannte.
Berrine Jurest, Olversahl, Verweise im Text auf Shilva Sahken und Evadine Courlain (das „Schwarzherz“) und mehrfach auch auf Alwyn Sribe. Sogar die „Sackhexe“ wird erwähnt.
Wir befinden uns nun weit im Norden, das Fjordland wurde von Ascarlia erobert, und dort regieren die drei Schwesterköniginnen. Die neue Karte schafft einen Überblick und benennt einige wichtige Orte, ich hätte mir da allerdings eine etwas detailliertere Übersicht gewünscht, was die Feuerinseln und die dahinter liegenden Länder angeht.
Die Story ist spannend, wie man das von Anthony Ryan gewohnt ist. Sie folgt den vier Protagonisten in angenehm kurzen Kapiteln. Beim Fischer Ruhlin musste ich an den unglaublichen Hulk denken, wenn er wütend wird entwickelt er nahezu unbesiegbare Kräfte. Er ist ein Feuerblut, sehr selten und natürlich sehr wertvoll. Er gerät in Gefangenschaft und muss lernen, seine Kräfte zu kontrollieren, denn gefangen möchte er nicht bleiben.
Thera und Felnir sind Urenkel von Margnus Gruinskard, der einst Olversahl eroberte. Und Elvine ist die Tochter von Berrine Jurest, ebenfalls sehr belesen und schlau.
Interessant ist, dass alle vier Protagonisten während ihrer abenteuerlichen Erlebnisse neue Freunde finden, die sie unterstützen. Bei Ruhlin ist es vor allem Aleida, bei Thera ist es die mysteriöse Lynnea, die einen guten Draht zu Tieren hat. Felnir findet schließlich den äußerst seltsamen Wohtin, und Elvine lernt ihren Bruder kennen, der wie sie selbst ein Kind von Alwyn Scribe ist.
Felnir und Elvine entdecken die versteckten Gewölbe der Altvahr, den Göttern von Ascarlia. Dabei finden sie offenbar magische Artefakte, die im weiteren Verlauf der Geschichte sicher noch eine Rolle spielen werden.
Ein neuer Feind ist aufgetaucht, der Ascarlia erobern will: die Nihlvarianer. Sie kommen von jenseits der Feuerinseln und sind sehr zahlreich. Ruhlin macht als einer der Ersten ihre unangenehme Bekanntschaft. Theras Zukunft ist noch unklar, aber ich denke, sie wird weiterkämpfen. Felnir hat vom uralten Wohtin viel erfahren, was ihm in Zukunft sicher noch von Nutzen sein wird. Und Elvine wird vielleicht doch noch ihren Vater treffen, nachdem sie den schrecklichen Verrat einer Königin miterleben musste.
Hervorragend geschrieben und sehr spannend! Während der Pause bis zum zweiten Band der „Zeit des Zorns“ werde ich mir noch einmal die Trilogie vom „Stählernen Bund“ ansehen. Man kann natürlich diese Reihe auch lesen, ohne die Vorgängerbände zu kennen. Ist aber durchaus ein Vergnügen, wenn man sie trotzdem liest!
Rezensionen von katl2:
Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson
Zwischen Spannung und Humor
Der eiserne Vorhang fällt und die Welt, diese unerschütterliche Weltordnung, die die letzten Jahrzehnte geprägt hatte, brach zusammen. Wie ein Luftballon nach einem Kontakt mit einer Nadelspitze. Oder einem Kaktus. Von einem Tag auf den anderen war nichts mehr wie zuvor. Aus zwei Teilen Deutschlands wurde einer, zumindest formell die Grenze, die Europa durchschnitten hatte, war verschwunden und die UdSSR war nicht mehr da.
In dieser Zeit, die gleichermaßen geprägt war von einem Gefühl der Freiheit sowie der Unsicherheit. Mit einem Schlag ist alles anders und keiner weiß, wie es weitergehen wird.
Als Vertreter dieser beiden polarisierenden Gefühle stellt Kristof Magnusson seine Charaktere Jakob Dreiser und Dieter Germeshausen vor.
Jakob Dreiser, der unbekümmerte Dichter, liebt es zu reden, über Gott und die Welt, über alles und jeden. Er besitzt die Gabe, ein Vertrauen in der Gesprächsbasis aufzubauen, die Menschen vertrauen ihm alles an. Aber mit der enormen Freiheit, die plötzlich entstanden ist, fällt für ihn auch die Spannung, das Risiko, der Nervenkitzel, den Rede Reise begleitete. Mit anderen Worte, das schillernde Leben, bekam einen schalen Geschmack der Langeweile.
Dieter Germeshausen hingegen ist ein alter Vertreter des Systems. Als Mitglied des deutschen Geheimdienstes lebte er von diesen Grenzen, von den Geheimnissen und Intrigen. Sein Arbeitsbereich fällt gemeinsam mit den Blockaden zusammen. Nicht nur seine Arbeit, sein aufgebautes Netzwerk, sein gesamter Lebensinhalt.
Dieter trifft auf Jakob und mit einem Mal fasst er einen Entschluss: der Dichter wäre der perfekte Spion, ein letztes Aufbäumen seinerseits, bevor die Welt sich komplett ändert, um ihn zurückzulassen.
„Aber nur, weil es eine komische Vorstellung ist, kann man das ja trotzdem ernst nehmen.“*
Mit leichter, sarkastischer Sprache erzählt Kristof Magnusson die Geschichte zweier Männer, die die Wirren dieser Zeit durchleben, mit so unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und dennoch dieselbe Reise antreten. Es ist ein wunderbar unterhaltsames Buch, immer offen für Überraschungen. Gehalten in trockener Sprache, und die Seiten laufen unter den Fingern dahin, auch wenn der Spannungsbogen eher flach gehalten wird. Die Geschichte lebt durch die komisch überzeichneten Figuren, die trotz ihrer Skurrilität ein gewisses Maß an Liebenswürdigkeit besitzen und somit ihren Platz im Herzen der Leserinnen und Leser behaupten.
„Die Reise ans Ende der Geschichte“ ist definitiv kein James Bond oder John le Carré, aber die Anspielungen sind dennoch erkennbar und gepaart mit dieser trockenen Sprache ein absoluter Lesegenuss.
*dieses Zitat wurde direkt aus dem Buch entnommen











