Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Shilo:
Fluss der versunkenen Träume von Anna Sofia Glass
Ein Medaillon enthüllt verborgene Geschichten
Die Geschichte zieht den Leser sofort in ihren Bann. Die kleine Hinweise rund um ein altes Medaillon lassen erkennen, dass hier eine besondere Erzählung wartet. Das auffällige Cover täuscht, denn dahinter verbirgt sich ein ruhiger, vielschichtiger Roman, der Schritt für Schritt eine berührende Welt öffnet.
Die Handlung führt nach Wien um 1900, weiter nach Ybbs an der Donau und schließlich zur Insel Ada Kaleh. Das goldene Medaillon ist mehr als ein Schmuckstück. Es verbindet Menschen und Zeiten und leitet die jungen Figuren auf Wege, die Mut und Entschlossenheit erfordern. Lanya und Boris fahren stromabwärts in einem kleinen Boot und erleben, wie sich Freundschaft, Vertrauen und Gefühle entwickeln. Es gibt ruhige, sanfte Momente, aber auch andere Szenen, in denen es spürbar ernst wird. Dieser Wechsel verleiht der Handlung Lebendigkeit und Glaubwürdigkeit.
Im Passau der neunziger Jahre entsteht eine zweite Ebene. Eine ältere Frau erzählt ihre Erinnerungen der jungen Besucherin, die das Medaillon gefunden hat. So entsteht eine natürliche Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die beide Geschichten spürbar miteinander verknüpft.
Die Figuren wirken wie echte Menschen vergangener Zeiten, mit Hoffnungen, Träumen und kleinen Sorgen, die noch heute nachvollziehbar sind. Manche Schicksale tragen leise Traurigkeit, andere Wärme. Die Donau begleitet alles wie eine stille Metapher für Veränderung und Weitergehen.
Dieser Roman bleibt im Gedächtnis. Er verbindet Gefühl, Spannung, Zeitgeschichte und Humor auf eine sehr natürliche Weise. Trotz des irreführenden Covers verdient das Buch die volle Punktzahl. Die Erzählung ist warm, lebendig und tiefgründig. 5 Sterne mit einer klaren Leseempfehlung.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Der schöne Lärm der Zeit von Sim Steiner
Berührender autobiographischer Roman
Ein richtig dickes Buch mit viel Emotionen gefüllt – das ist genau Meins und ich bin neugierig in das Buch gestartet.
Hier geht es um die 32jährige Elja ( den Namen finde ich übrigens toll !), die sich mit vielen verschiedenen Situationen im Leben auseinandersetzen muss : die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Streitigkeiten und Diskussionen über die Impfung, eine neue Arbeitsstelle und dem Gefühl für sich selbst und ihren Körper – alles steinige und Kräftezehrende Dinge, die sie zu verarbeiten hat und da trifft sie dann auf Constantin, einen Menschen, zu dem sie sich hingezogen und verbunden fühlt, der aber eher auf Abstand geht.
Die Autorin hat einen authentischen und sehr emotionalen Schreibstil, ich konnte mich gut in Elja hinein versetzen und habe ihre ganzen Emotionen mitgefühlt. Die Schwere um die zu verarbeitenden Dinge, aber auch die Hoffnung und den Mut, immer weiter zu gehen.
Sehr kraftvoll hat Sim Steiner hier einen tollen autobiographischen Roman geschrieben, der toll zu lesen ist und wunderschöne Lesestunden beschert und der vor allem eins mit gibt : Hoffnung und Kraft ! Denn auch im Nachgang waren mir viele Situationen gedanklich noch nah und ich habe während dem Lesen auch innegehalten und vieles überdacht.
Von mir gibt es dafür eine ganz klare Leseempfehlung !
Rezensionen von Lesebegeisterte:
Der Nachtwandler von Sebastian Fitzek
Fingerknabber-Alarm
Leon wurde als Kind wegen massiver Schlafstörungen psychiatrisch behandelt. Jahre späte glaubt er sich als geheilt.
Doch dann verschwindet seine Ehefrau unter höchst mysteriösen Umständen. Leon kann sich selbst nicht mehr trauen. Ist er im Schlaf gewalttätig geworden? Er startet einen Versuch mit einer Kamera sich selbst im Schlaf zu filmen.
Die Aufnahmen zeigen furchtbares.
Mega-spannend, in einem durchgelesen. Fitzek ist einfach ein Profi in seinem Genre! Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, auf so etwas muss man erst mal kommen! Echt genialer Thriller, typisch Fitzek halt!
Rezensionen von Julchentim:
Medea von Rosie Hewlett
Bewegende Geschichte einer jungen Frau am Rand der Kontrolle
Ich habe das Buch genossen, weil Medea hier nicht nur eine Figur aus alten Erzählungen ist. Sie wirkt wie ein Mädchen, das sich nach Halt sehnt und immer wieder an Menschen gerät, die sie ausnutzen.
Der starke Einstieg in die Geschichte auf Colchis zeigt, wie sie aufwächst, wie sie ihre Kräfte spürt und wie sie sich an Jason klammert, obwohl er ihr nicht guttut.
Leider verliert die Geschichte kurz an Spannung. Medeas Grübeln wiederholt sich, doch später gewinnt das Buch wieder Fahrt. Am Ende blieb ich hin und hergerissen, weil ich sowohl Mitleid als auch Ärger mit ihr empfand. Genau das hat mich überzeugt.
Für mich ein eindrucksvolles Porträt einer jungen Frau, die ihren Platz sucht und daran oft scheitert.
Insgesamt ein intensives Buch über eine junge Frau, die nach Nähe sucht, sich aber immer wieder in gefährliche Situationen treibt. Die Geschichte hält viel Drama bereit und lädt dazu ein, über Verantwortung, Einfluss und Selbstbild nachzudenken. Für mich ein starkes, wenn auch nicht perfektes Leseerlebnis.
Rezensionen von Katja K.:
Die kleine Inselbibliothek von Savannah Carlisle
Süß und vorhersehbar
Dieses Buch war für mich eine nette, unterhaltsame Lektüre, die nicht groß nachwirken wird. Der Schreibstil ist flüssig und detailliert und es wird abwechselnd aus Lucys und Logans Perspektive (aus Beobachtersicht in der dritten Person) geschrieben. Insgesamt lässt sich das Buch sehr leicht lesen, auch wenn es mich erst im letzten Drittel mehr fesseln konnte.
Sowohl Lucy als auch Logan sind liebevoll dargestellt, mit Eigenarten und Unsicherheiten. Besonders Lucy habe ich direkt ins Herz geschlossen. Mir hat sehr gut gefallen, dass Bücher eine zentrale Rolle in der Geschichte spielen und auch die Passagen zum wirtschaftlichen Dilemma der Insel und die unterschiedlichen Perspektiven dazu fand ich sehr interessant. Allerdings hat mir dieses Thema insgesamt etwas zu viel Raum eingenommen und dadurch Längen verursacht. Die Liebesgeschichte ist niedlich und vorhersehbar und erinnert tatsächlich stark an "E-Mail für dich", worauf im Buch auch explizit Bezug genommen wird. Mein Fazit: Ich würde diese Lektüre für den Urlaub empfehlen oder für sonstige leichte Lesestunden zwischendurch.
Rezensionen von Anjulia :
Der unsichtbare Elefant von Max A. Edelmann
Selbstmord, Unfall oder Mord?
Anwalt Thomas Siebenmorgen begeht Selbstmord am Arbeitsplatz, indem er aus einer oberen Etage in den Tod stürzt. Arbeitskollegin Maria, die den Sturz mitansehen musste, und Notfallseelsorger Viktor, ein alter Grundschulfreund, versuchen die Hintergründe von Thomas Tod zu erfahren. Seitens der Anwaltskanzlei wird der junge aufstrebende Jurist Simon mit weiteren Ermittlungen beauftragt.
Der unsichtbare Elefant von Max A. Edelmann sollte nicht in der Erwartung eines Krimis oder Thrillers gelesen werden, sondern ist eher ein psychologischer Gesellschaftsroman. Das Buch wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Die Szenarien wechseln zwischen renommierter Anwaltskanzlei, in der Siebenmorgen als kleiner Fisch zwischen Haien fast untergeht und seinem gutbürgerlichen, eher distanzierten, spießigen Elternhaus. Zunächst fand ich sehr interessant welche Beweggründe Thomas wohl hatte. Auch in die Charaktere von Maria, Viktor und Simon erhält man tieferen Einblick. Gerade der zweiten Hälfte, die sich generationenübergreifenden Traumata widmet, fehlt irgendwie die Spannung. Ganz überzeugt hat mich die finale Auflösung jedenfalls nicht. Daher 3 von 5 Sternen.
Rezensionen von Bibibabby:
Heir of Illusion von Madeline Taylor
Unterhaltsam, spannend, herzzerreißend!
Nachdem ich das erste Kapitel gelesen hatte, wusste ich, dass dies ein großartiges Buch ist. Der Schreibstil ist bildhaft, unterhaltsam und leicht zu lesen. Die Handlung ist temporeich und die Beziehung zwischen den Hauptfiguren ist emotional intensiv.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ivy, eine starke und kluge Kämpferin, die an einen grausamen König gebunden ist und versucht, sich zu wehren.
Sie trifft auf Thorne, eine dunkle, tödliche und grüblerische Gestalt mit einer schweren Vergangenheit, der es dennoch irgendwie gelingt, sich zuerst zu verlieben. Ihre Dynamik ist absolut wunderbar und erfüllt alles, was ich mir von einer Fantasy-Liebesgeschichte wünsche. Es gibt Wortgefechte, Spannung und herzzerreißende Momente. Es ist eine "Enemies to Lovers" Geschichte, aber kein dark Romance.
Die Fantasiewelt ist interessant, mit Göttern, Feen und Menschen, Magie und Politik. Das Magiesystem ist originell, auch wenn es auf bekannten Konzepten basiert.
Das Buch hat mir richtig gut gefallen!
Rezensionen von Petra:
Ring the Bells von C. K. McDonnell
Weihnachtswunder
Auch in Manchester weihnachtet es sehr. In der Zeitung ist das Weihnachtswunder das einmal pünktlich ohne Stress fertig sind. Da es Wunder aber leider nur sehr selten gibt. Taucht ein Computer Virus auf und die Freude ist zu Ende. So chaotisch wie wir alle die Zeitung mittlerweile kennen, geht es weiter.
Weihnachten das Fest des Friedens scheint nicht allen zu gefallen, irgendwer muss Chaos stiften. Das die Zeitungsleute mittlerweile als Spezialisten für Ungewöhnliches gelten, macht ihren Aufgabenbereich nur größer und arbeitsintensiver.
In diesem Band sind wieder alle vereint die wir aus den vergangenen Bänden lieben gelernt haben und es kommen ein paar Figuren hinzu. Ob man sich über die eine oder andere Type nur freuen kann oder sich auch ärgern wird sich mit den nächsten Bänden noch heraus stellen. Aber trotz allem möchte ich auf niemanden verzichten.
Auffallend in diesem Buch ist der Bezug zur Realität, nicht nur Weihnachten sondern auch das Thema Krieg hat hier seinen Platz gefunden. Auf eine besondere Art beschreibt der Autor die Folgen für die Menschen im Krieg aber auch für die nachfolgenden Generationen.
Das der Autor auch Ernsthaftigkeit und Respekt vor den Menschen zeigt, in einem Buch das voller schwarzen Humor, Satire und Leichtigkeit ist, lässt mich ihm gegenüber Respekt empfinden.
Diese Geschichte bringt einem dazu fast im Dauerzustand zu lachen und dann kommen Szenen die genau das Gegenteil bewirken, aber beide Gefühlszustände passen gut zueinander, es ist wie im wirklichen Leben. Bei aller Absurdität der Geschehnisse, wie Vorsicht bei dem was man sich wünscht, ist doch ein Fünkchen Hoffnung das Herzenswünsche in Erfülllung gehen.
Gewohnte Charaktere können sich auch in der Stranger Times ändern nur eben nicht so ganz. Zum Glück.
Denn ich möchte Bancroft nicht missen und alle anderen auch nicht, ernsthafte Figuren gibt es genug, aktuelle und professionelle Zeitungen gibt es auch genügend. Möge die Stranger Times noch lange erscheinen.
Rezensionen von nessabo:
Die Krähen von Petra Dvoráková
Eindringlich, schmerzvoll und unglaublich wichtig
[TW: physische, psychische und 6ualisierte Gewalt gegen Kinder]
„Die Krähen“ war mein erstes tschechisches Werk, weshalb ich so gar nicht wusste, was mich sprachlich erwartet. Und ich wurde hier wirklich positiv überrascht, wenngleich meine Gefühle zum Romaninhalt so gar nicht positiv waren.
Petra Dvořáková schreibt nämlich gleichermaßen einfühlsam und nüchtern über ein Thema, das mich an einer sehr wunden Stelle getroffen hat.
Ich war hin und weg davon, wie leichtfüßig sich dieses Werk lesen lässt, obwohl es emotional so schwer ist. Die Seiten flogen nur so dahin, obwohl ich zwischenzeitlich die Zähne zusammengebissen habe vor schmerzhaftem Mitgefühl. Diese beeindruckende Balance spricht für ein literarisches Talent, das ich nun auf jeden Fall im Blick behalte.
Der Roman springt zwischen den Perspektiven von Mutter und Tochter. Auch die sprachliche Differenzierung gelingt der Autorin hier wirklich makellos. Die kindliche Sicht auf die erfahrene Gewalt, die damit einhergehenden Schuldgefühle und das gleichzeitige Unverständnis tun unglaublich weh, weil sie so authentisch sind. Kinder sind schutzbedürftig und machen keine Fehler, für die Erwachsene sie beschuldigen oder, noch schlimmer, bestrafen dürfen. Das allein ist schon schrecklich genug zu lesen. Bára bemüht sich nach Kräften, ihren Eltern keinen Grund mehr zu geben für deren Wut und scheitert natürlich daran, weil sie keine Schuld trägt. Eine Befreiung aus der Situation erscheint aufgrund von Abhängigkeit und Manipulationsstrategien aussichtslos.
Doch die Ergänzung um die mütterliche Perspektive, teilweise triefend vor Abneigung, macht die Lektüre umso schlimmer. Die Autorin spricht der Mutter zwar auch ihre eigenen Hürden im Leben zu, nimmt sie jedoch nie aus der Verantwortung. So gelingt es auch, dass ich für manche Wut (bspw. dem Kindsvater gegenüber) zwar Verständnis aufbringen konnte, die Mutter aber nie als Opfer ihrer Umstände gesehen habe. Wer hier das Opfer ist, wird schnell klar und die geschilderte Mobbingdynamik innerhalb der Familie tut wirklich, wirklich weh.
Sprachlich ist das Werk eindringlich und gleichzeitig nüchtern-distanziert. Die Autorin hat es geschafft, die Figuren hier wirklich selbst erzählen zu lassen, was trotz der damit einhergehenden Distanziertheit hoch emotional ist. Ich denke, noch mehr Nähe und Details hätte ich auch gar nicht ausgehalten. Die Geschichte bietet eine Projektions- und Identifikationsfläche für die eigenen Erfahrungen und das macht ihre Stärke aus. Die kurzen Abschnitte aus Sicht der Krähen runden die Handlung ab und gehen trotz ihrer Abstraktheit manchmal regelrecht durch Mark und Bein.
Ich bin wirklich beeindruckt und empfehle den Roman ausdrücklich. Er trifft punktgenau das richtige Maß an Nähe zur Handlung, sodass der Schmerz beim Lesen aushaltbar und reflektierbar bleibt. Das Ende ist dagegen fast unbefriedigend offen, aber genau das ist leider oft der Punkt dieser Gewalt.
4,5 Sterne
Rezensionen von tonton:
Geschwisterkinder von Martina Stotz
Alltagsnah und praxisorientiert
"Geschwisterkinder" von Martina Stotz ist ein unglaublich hilfreicher Ratgeber für alle Eltern, die mehrere Kinder haben. Das Buch ist ziemlich umfangreich. Was einem sofort auffallen, sind alle Konfliktsituationen, die im Buch behandelt werden. Es geht nicht nur um Konflikte zwischen Kleinkindern, sondern auch um Streitigkeiten zwischen älteren Kindern.
Alle Alltagsprobleme werden thematisiert: Wenn Kinder Spielzeuge wegnehmen, sich prügeln, sich gegenseitig anschreien, das Kommando übernehmen, andere provozieren oder ausgrenzen... Zu jeder Situation werden unterschiedliche Strategien vorgeschlagen, um das Problem besser zu behandeln.
Besonders wertvoll finde ich, dass die psychologischen Grundlagen am Anfang erklärt werden. Es wird auch im Buch betont, dass das Regulieren der Kinder durch die eigene Selbstregulierung erfolgt. Dazu gibt es hilfreiche Tipps, um in einer angespannten Situation ruhig zu bleiben.
Ich werde dieses Buch meinen Freunden und Kollegen mit Kindern unbedingt empfehlen!











