Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Katrin:
Captain Flop von David Walliams
Flop oder Top
Das Buch ist in Hardcoverausführung, es ist sehr farbenfroh und zieht somit die Blicke von gerade junge LeserInnen auf sich.
Story:
Flop ist ein Schimpanse.
Durch Zufall wird er von der NASA ausgewählt, als erster Affe ins Weltall geschossen zu werden.
Leider ist Flop nicht der schlauste und somit wird er durch ein kleines Hoppala im All tiefgefroren - für 50 Jahre.
Sein Raumschiff wird im Anschluss von einem Weltraumpiraten gechartert und er endlich wieder aufgetaut.
Wie sich rausstellt, ist der Weltraumpirat, ebenfalls wie er ein Tier, dass vom Menschen in den Weltraum geschossen wurde, allerdings ohne Futter und hasst nun die Erde.
Dimitri, der Hund, möchte Flop über die Planke schicken. Auch hier wieder ein Hoppala und so landen beide im All. Endlose Weiten und Nichts. Doch dann, viele riesige Fruchtfliege schwirren an und retten die Beiden. Oder?
Die Fruchtfliegenkönig hat mit Dimitri noch "ein Hühnchen zu rupfen". Dimitri und Flop sollen gefressen werden. Plötzlich rauscht die Weltraumpolizei herbei, eine Katze, die sich klonen hat lassen und nun als ganzer Trupp durchs Weltraum fliegt.
Es entsteht ein Kampf und bumm, die riesige Ananas, in der die Fruchtfliegen leben beginnt zu zerbröckeln.
Dann ein Asteroid und sie werden alle irgendwo ins Weltall geschleudert.
Zum Glück ist ein Retterteam, zwei Schildkröten nicht weit weg und kann ihnen helfen.
Dimitri, der Weltraumpirat, der die Erde zerstören will, weil er die Menschen hasst, kann dann noch umgestimmt werden, da eine Statue von ihm in Moskau errichtet wurde und er der berühmteste Hund der Welt ist. Neue Mission - die Erde retten, denn da ist irgendwo noch etwas, das bereits auf die Erde zurast. Was ist es? und können die jetzigen Freunde die Erde retten?
Fazit:
Eine lustige, rasante Geschichte über die Tiere, die vom Menschen ins Weltall geschossen wurden und nie zurückgekehrt sind.
Das gesamte Buch ist sehr farbenfroh und kurzweilig.
Ja, die Geschichte triftet irgendwann ziemlich ab und wenn man denkt, es kann gar nicht mehr absurder werden, wird noch eine Schippe drauf gelegt. Ein bisschen kindgerecht verpacktes Wissen ist definitiv vorhanden.
Ich fand es sehr lustig zu lesen und auch meine Tochter fand sich sehr schnell im Comicstil zurecht.
Die eher kurzen Texte und Dialoge sind perfekt für junge LeserInnen, um der Geschichte folgen zu können, würde ich ein Mindestalter von etwa 8-9 Jahren empfehlen.
Rezensionen von Merri:
In Barbaras Rhabarberbar wird niemals der Rhabarber rar von Bodo Wartke
clevere Wortakrobatik
Als ich gelesen habe, dass Bodo Wartke ein Buch herausbringt, war mir schon klar: "Das ist sicherlich der Brecher!" Und ja, das ist es: Ein meisterlicher Zungenbrecher!
Mit "In Barbaras Rhabarberbar" wurde das Genre der Zungenbrecher auf positive Weise neu interpretiert. Statt bloßer Aneinanderreihung schwer aussprechbarer Silben ohne Sinn und Verstand verpackt Bodo Wartke seine Zungenbrecher in unterhaltsame kleine Geschichten, die tatsächlich Sinn ergeben und Spaß machen.
Besonders beeindruckend ist der natürliche Flow der Texte. Man merkt sofort, wie jedes Wort mit Bedacht gewählt wurde, um nicht nur die Zunge "zu brechen", sondern auch ein rhythmisches Leseerlebnis zu schaffen.
Wer Wartkes Videos und seinen einzigartigen Stil kennt – diese gelungene Mischung aus Sprachwitz und Musikalität – wird genau das auch im Buch wiederfinden.
Das Buch eignet sich hervorragend zum Vorlesen und bietet sowohl Kindern als auch Erwachsenen großes Vergnügen. Zum Selbstlesen für Leseanfänger empfehle ich es jedoch nicht.
Es zeigt eindrucksvoll, dass Zungenbrecher mehr sein können als eine bloße Sprachübung!
Rezensionen von Merri:
MEGA von Jules Howard
Wirklich MEGA!
"Mega" von Jules Howard überzeugt auf ganzer Linie – und das beginnt bereits bei der Gestaltung. Das Buch fühlt sich wertig an, die Verarbeitung ist solide und der Poster-Einband ist ein echter Hingucker. Man merkt, dass hier auf Qualität geachtet wurde.
Die Illustrationen sind wirklich gelungen und visualisieren die Giganten anschaulich.
Sie sind detailliert gezeichnet und helfen v.a. dabei, sich die Dimensionen der ausgestorbenen Tiere besser vorzustellen.
Inhaltlich weist das Buch eine beeindruckende Fülle an Informationen über die Megafauna vergangener Zeiten sowie der aktuellen Megafauna auf. Besonders interessant finde ich die Vergleiche zwischen ausgestorbenen und heute lebenden Tierarten. Erst wird immer ausgestorbene Spezien auf einer Doppelseite vorgestellt und auf der nächsten Doppelseite die lebenden Verwandten. Dies schafft schöne Zusammenhänge und verdeutlicht nicht nur die Größenunterschiede, sondern zeigen auch spannende evolutionäre Verbindungen auf.
Zuletzt wird noch das Artensterben, welches viele Tiere der Megafauna betrifft, thematisiert und dafür sensibilisiert, wie man sich für die Megafauna stark machen kann.
Das Buch ist optisch ansprechend gestaltet und macht sich gut im Regal. Für alle, die sich für Naturgeschichte und ausgestorbene Tierarten interessieren, ist "Mega" definitiv eine Empfehlung wert. Es verbindet fundiertes Wissen mit ansprechender Aufmachung.
Rezensionen von clematis:
Das Kamelienhaus von Tabea Bach
Brücken
Noch bevor Lucy in die Naturkosmetikfirma ihrer Mutter Sylvia einsteigen kann, muss sie an deren Stelle eine Geschäftsreise nach Japan antreten. Von der dortigen Kamelienölmanufaktur kommen keine Nachrichten mehr, dabei ist das auf der Insel Soshima nach alter Tradition gewonnene Öl eine wesentliche Grundlage für die hochwertigen Pflegeprodukte aus der Bretagne.
Ein auf den ersten Blick charmant scheinender Amerikaner kreuzt Lucys Weg nach Tokyo und weckt in ihr widerstreitende Gefühle. Aufregende Tage zwischen Frankreich und Japan stehen bevor, die Zeit drängt und es ist fraglich, ob zwischen den unterschiedlichen Welten Brücken geschlagen werden können.
Auch wenn diese neue Reihe auf der Kamelieninsel-Saga fußt, sind keinerlei Vorkenntnisse zum Genießen dieses wunderbaren Romans vonnöten, das diesbezügliche Vorwort kann ich nur bestätigen – neugierig auf die Vorgeschichte bin ich aber jetzt auf jeden Fall. Ihre Charaktere zeichnet Tabea Bach wie gewohnt lebendig, die Emotionen spürt man aus jeder einzelnen Zeile. Lucy mit ihren Kenntnissen der japanischen Sprache und Kultur passt perfekt in die Rolle einer Vermittlerin, die einem Sprichwort gemäß das Unterschiedlichste durch eine Brücke zu verbinden sucht. Großartige Eindrücke der Landschaft, bildreiche Beschreibungen von fremden Sitten und eine zarte Liebesgeschichte verdichten die Handlung zu einem spannenden Leseerlebnis, das man nur ungern unterbricht. Der Duft fremdländischer Speisen steigt einem immer wieder in die Nase, üppige Vegetation und glitzernde Wasser ziehen einen in ihren Bann, sorgfältig recherchierte Details zur japanischen Lebensrealität versetzen den Leser in eine gänzlich andere Welt, die durchaus ihren Reiz zu zeigen vermag. Dazu gesellt sich noch die Frage, wie weit Traditionen und Natur bewahrt werden sollen im Wettstreit mit rein profitorientierten Konkurrenten.
Abwechslungsreich und kurzweilig fließen die Kapitel dahin, erzählen eine stimmige Geschichte aus Lucys Blickwinkel und beginnen eine aufregende Reise in die schönsten Kameliengärten zwischen der Bretagne und der fiktiven japanischen Insel Soshima. Auf anmutige Weise stellt die Autorin zwei sehr unterschiedliche Kulturen einander gegenüber und schafft es mit bemerkenswerter Leichtigkeit, jeder einzelnen Figur Respekt und Würde entgegenzubringen. Der Auftakt dieser neuen Reihe ist bestens gelungen!
Rezensionen von peedee:
Hoffnungssterne am Adventsbaum von Brigitte Liebelt
Der Adventsbaum bringt Licht
Sommer 1846: Es ist schwer, mit der Landwirtschaft eine Familie zu ernähren, insbesondere da die Kartoffelfäule die Ernte drastisch schmälerte. Die Familie musste zusätzlich zu der schweren Arbeit auf dem Hof noch Heimarbeit annehmen, so auch Anna, die gerade die Schule beendet hatte. Ihre Tante Sophie, die als Hausmutter in der Diakonissenanstalt Kaiserswerth lebt, holt Anna zu sich, um ihr eine Ausbildung zu ermöglichen.
Im Waisenhaus wird eine neue Tradition eingeführt: der Adventsbaum. Jeden Tag werden biblische Verheissungen auswendig gelernt und auf Papiersterne geschrieben. Ein Stern wird sodann an den Baum gehängt und eine Kerze angezündet. Jeden Abend ein bisschen mehr Licht…
Erster Eindruck: Das Cover mit der jungen Frau und den einfach gekleideten Kindern rund um einen mit Papiersternen geschmückten Tannenbaum gefällt mir sehr gut.
Anna fühlt sich bei ihren Eltern nicht wohl. Es ist kein Zuhause. Es war nur ein Haus, aus dem Lachen und Liebe schon längst verschwunden sind. Verschwunden ist auch Paul, ihr Liebster. Ihr Vater hat ihn fortgejagt. Das Angebot ihrer Tante Sophie kommt gerade recht, denn schlimmer kann die Situation nicht mehr werden.
Diakonissen sind angesehene Frauen. Anna ist gleich eingeschüchtert von ihnen: Wie leicht ihnen die Arbeit von der Hand geht, wie gut sie die Bibel verstehen, wie liebevoll der Umgang mit den Waisenkindern ist. Sie kann das alles nicht. Und ausgerechnet sie soll nun dafür sorgen, dass die kleinen Kinder täglich eine Verheissung auswendig lernen – vorab muss sie den Kindern jedoch die Bibelstelle stufengerecht erzählen können. Wie soll sie das schaffen?
„Sie war gar kein Stiefkind Gottes. Er hatte einen Platz für sie vorbereitet, den sie – gerade sie – ausfüllen konnte.“
Da ich bereits den biografischen Roman „Im Dienst der Hoffnung: Friederike Fliedner“ gelesen habe, waren mir die Diakonissenanstalt und ihre Gründer, Theodor und Friederike Fliedner, nicht unbekannt. Im vorliegenden Buch ist seine erste Frau bereits verstorben und seine zweite Frau Caroline hat die Leitung des Werks übernommen. Das Buch basiert auf historischen Begebenheiten und wurde mit schriftstellerischer Freiheit um Personen ergänzt. Interessant waren die Hintergründe, die am Ende erläutert wurden, wie z.B. Theodor Fliedner, die Erfindung des Adventsbaumes oder auch das Auswendiglernen von Verheissungen. Am besten gefallen hat mir, dass vom Adventsbaum mit jedem Tag ein bisschen mehr Licht erstrahlte – 3 Sterne.
Rezensionen von Gaby 2707:
Die Pfefferkuchenfrauen von Friederike Schmöe
Ein literarischer Adventskalender in 24 Geschichten
Ines, Tamara, Ro, Katie und Helen sind seit Jahren enge Freundinnen. Nun geht es langsam auf Weihnachten zu und besonders Ines backt und bekocht die anderen vier Frauen. Immer sind sie für einander da und helfen sich gegenseitig bei jedem Problem. Bis zwischen Ro und Tamara ein zerstörerischen Konflikt ausbricht, der die Freundschaft der Frauen zu zerstören droht.
Doch Ines tut alles um die Freundschaft der Frauen aufrecht zu erhalten und das Zerwürfnis von Ro und Tamara zu kitten.
Was für eine wundervolle Geschichte. Autorin Friederike Schmöe beschreibt die Freundschaft, die Sorgen und Nöte dieser Frauenclique so bildhaft und eindrücklich, dass ich mich schnell in der Mitte der Frauen gefühlt habe. Ich habe nicht nur ihre Geschichten gelesen. Mir war es als sei ich mitten drin in dieser Freundesrunde. Es sind so verschiedene Charaktere, die sich hier in einer Freundschaft gefunden haben. Aber mit Ines haben sie jemanden, der alles dafür tut, dass sich alle wohl und geborgen fühlen können. Auch wenn mal, wie hier zwischen Ro und Tamara, ein Sturm herein bricht.
Ich habe es so genossen, die fünf Frauen vom 1. – 24. Dezember zu begleiten.
Es muss nicht immer ein mit Schokolade gefüllter Adventskalender sein. Dieser literarische Kalender ohne Kalorien tut der Seele gut und bietet auch viel Platz zum Nachdenken. Genau richtig für die nun bald kommende Vorweihnachtszeit.
Ein wundervolles Buch über fünf Frauen, die meinen alles von einander zu wissen. Von denen aber doch jede ihr kleines Geheimnis hütet. Ein Buch, das ich nur empfehlen kann.
Rezensionen von LeserinLu :
Daily Soap von Nora Osagiobare
Grelle Satire
Nora Osagiobare erzählt in Daily Soap eine Familiengeschichte, die sich irgendwo zwischen Satire, Gesellschaftsroman und bissiger Medienkritik bewegt. Im Zentrum steht Toni, eine junge Frau, die sich zwischen Alltagsrassismus, familiärem Wahnsinn und Selbstzweifeln behaupten muss – und dabei in ihrer Lieblingsserie wenigstens kurz Zuflucht findet.
Doch als die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen, wird aus der Soap ein Spiegelbild unserer Gegenwart.
Sprachlich und formal ist das Buch mutig: Osagiobare spielt mit Formen und Erzählstrukturen. Fließtext, aber auch Dialoge und Fußnoten ergeben ein wunderbar überdrehtes Ganzes, das die mediale Überforderung der Figuren abbildet. Die ironischen Einschübe und die schnellen Szenenwechsel sind ebenfalls interessant gemacht. In der EBook-Variante waren die Fußnoten allerdings leider immer am Ende eines Kapitels zu finden, was ich nicht so praktisch fand. Ich hoffe, das ist in der Printversion anders. Auch die Themen, die der Roman anspricht, haben mir gut gefallen. Für mich war die Ironie aber insgesamt zu dominant und die Pointen waren zu sehr auf Lacher aus, das ist einfach nicht meins.
Insgesamt ist Daily Soap ein ungewöhnlicher, moderner Roman, der provoziert, unterhält und zum Nachdenken bringt – auch wenn mir der Humor insgesamt zu dominant war.
Rezensionen von Ruth:
Die Frau der Stunde von Heike Specht
Frauenpower
Von der Historikerin Heike Specht stammt das Buch „Die Ersten ihrer Art. Frauen verändern die Welt“ Hierin porträtiert sie bekannte Frauen, die sich einen Platz in einer männerdominierten Welt erobert haben. Unter anderem Frauen wie Margaret Thatcher, Angela Merkel und Kamela Harris, die als erste britische Premierministerin, als erste deutsche Bundeskanzlerin und als erste US- Vizepräsidentin in die Geschichtsbücher Eingang gefunden haben.
Die Recherchearbeit und die Interviews zu dem Buch dürften Auslöser gewesen sein für ihren ersten Roman.
Hierin wagt sie ein interessantes Gedankenspiel: Was wäre gewesen, wenn in Deutschland schon viel früher eine Frau eine herausragende Rolle in der Politik gespielt hätte? Wie wären die Parteifreunde, die Opposition, die Presse und die Bevölkerung mit der Situation umgegangen?
Der Roman spielt Ende der 1970er Jahre. Der liberale Außenminister stolpert über eine Affäre und muss deshalb zurücktreten. Seine Parteikollegin Catherina Cornelius soll seinen Job als Außenminister und Vizekanzler übernehmen und damit die Regierungskoalition retten. Catharina steht vor einer schwierigen Entscheidung. Ist ihre Partei und ist das Land schon reif für eine Frau in dieser Position? Sie nimmt die Herausforderung an, obwohl das Risiko zu scheitern groß ist. Schonfrist wird ihr keine gegönnt. Mit Argwohn wird jeder ihrer Schritte beobachtet und kommentiert. Aber Catharina ist klug und weiß mit Selbstbewusstsein, Kompetenz und Charme zu überzeugen. Schwäche darf sie keine zeigen, denn im Hintergrund werden schon Intrigen gegen sie geschmiedet.
Doch Catharina hat Verbündete, die sie unterstützen und ihr mit Rat zur Seite stehen. Da sind zum einen ihre beiden Freundinnen aus Internatstagen Suzanne und Azadeh, auf die sie sich immer verlassen kann. Aber auch ihre politische Mentorin Hilde von Rochow, die Grande Dame der Partei, lässt sie nicht im Stich. Es ist eine ganze Riege von starken Frauen, die Heike Specht hier auftreten lässt. Zu den schon genannten kommen noch die resolute Büroleiterin Sieglinde und die zurückhaltende junge Referentin Juliane hinzu. Catharina ist keine Einzelkämpferin, sondern kann auf ein ganzes Netzwerk zurückgreifen.
Das ist auch notwendig, denn die Altherren-Riege, aus der sich die Politik-Elite jener Zeit zusammensetzt, tut sich schwer mit einer Frau an der Spitze. Gerne wird sie unterschätzt. Doch mit Catharina und ihrer Frauenclique zeigt die Autorin, dass nun eine neue Frauengeneration herangewachsen ist. Eine, die unabhängig und zielstrebig ihren Weg geht.
Catharinas Privatleben spielt im Roman eine zweitrangige Rolle und das ist gut so . Der Lesende erfährt zwar manche Details aus ihrem Leben, vieles im Hinblick auf ihre neue Aufgabe, aber das Hauptaugenmerk liegt auf ihrer politischen Arbeit.
Dabei bietet Heike Specht einen glaubwürdigen Einblick in den Bonner Politikbetrieb. Reale Ereignisse, die in die fiktive Handlung eingebaut werden, verstärken diesen Eindruck. Wer wie ich diese Zeit noch miterlebt hat, dem kommt vieles bekannt vor. Es macht auch Spaß zu rätseln, wer mit manchen der fiktiven Figuren gemeint sein könnte. Helmut Kohl, Franz Josef Strauß und Petra Kelly sind leicht zu erkennen. Aber die Autorin hat keinen Schlüsselroman geschrieben; die meisten Protagonisten sind wohl ein Konglomerat aus den unterschiedlichsten Personen.
Ein zweiter Schauplatz im Roman ist der Iran, in dem sich zu diesem Zeitpunkt gewaltige Veränderungen ankündigen. Unruhen erschüttern das Land und führen zum Sturz des Schahs. Catharinas Freundin Azadeh, eine engagierte Dokumentarfilmerin, reist in ihre frühere Heimat, um hautnah dabei zu sein. Doch die Lage dort wird gefährlich für Frauen. Und Catharina muss als Außenministerin Position beziehen.
Das alles macht aus „Die Frau der Stunde“ einen äußerst realistischen zeitgeschichtlichen Roman, trotz der fiktiven Prämisse. Vieles lässt sich auch auf die Gegenwart übertragen. Machtspiele und Konkurrenzgerangel findet man auch heute im politischen Betrieb. Und viele der internationalen Probleme sind leider immer noch aktuell. Auch die Aussage über die Deutschen trifft nach wie vor zu: „Die Deutschen waren ein scheues Reh, man musste ihnen lange gut zureden, wenn man ihnen irgendeine Veränderung präsentieren wollte. Eine unbedachte Bewegung, ein lautes Geräusch, und sie verschwanden wieder im undurchdringlichen Dickicht der bösen Ahnungen, alten Ängste und Furcht einflößenden Zukunftsszenarien.“
Zwar sind Frauen heutzutage in einer Führungsposition keine Ausnahme mehr, aber auch nicht die Regel.
Das Ende schreit geradezu nach einer Fortsetzung und ich wäre wieder mit dabei.
Rezensionen von Schlafmurmel:
Kälter von Andreas Pflüger
Ein intensiver, fesselnder Thriller mit Tiefgang und Gänsehautmomenten
Schon das Cover hat mich sofort angesprochen – das Riesenrad, die Stimmung, der Schauplatz auf Amrum. Ich hatte gleich das Gefühl, dass Kälter kein gewöhnlicher Thriller ist. Nach dem Lesen von Klappentext und Leseprobe stand für mich fest: Das ist ein Agententhriller, den ich unbedingt lesen möchte.
Umso größer war die Freude, als ich tatsächlich ausgewählt wurde – und kaum war das Buch da, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen.
Luzy Morgenroth lebt als Inselpolizistin ein ruhiges Leben auf Amrum, fernab von ihrer Vergangenheit als Agentin. Doch als ein enger Freund spurlos verschwindet und plötzlich viele Fremde auf der Insel auftauchen, ist es vorbei mit der Ruhe. Luzy wird in Ereignisse hineingezogen, die von der Nordsee bis nach Wien und zurück in die Schatten des Kalten Krieges führen.
Was zunächst wie ein beschaulicher Inselkrimi beginnt, entwickelt sich zu einem hochspannenden Thriller mit internationalem Ausmaß. Manche Passagen sind komplex, sodass ich sie zweimal lesen musste – aber genau das macht die Geschichte so tiefgründig und klug aufgebaut. Pflüger schreibt intensiv, eindringlich und oft brutal – nichts für Zartbesaitete, aber unglaublich authentisch und packend.
Kälter hat mich komplett mitgerissen: atmosphärisch dicht, emotional berührend und durchgehend spannend. Ein anspruchsvoller Thriller, der unter die Haut geht und den ich sehr gerne weiterempfehle.
Rezensionen von Mabla59 :
Earthventure in Las Vegas von Beatrice Sonntag
Chaotisch witzig gut
Worauf hat Josh sich dabei nur eingelassen? Im Convention Center in Las Vegas auf der Comic Con hat ihn ein seltsamer Typ mit extremem Sonnenbrand angesprochen und nach ein paar Drinks (zuviel) hat der ihm eröffnet, dass er ein Außerirdischer vom Planeten Androgan ist und auf der Suche nach einem Fremdenführer für Bewohner seines Planeten.
Diesen möchte er mit seinem Unternehmen "Earthventure" Abenteuerurlaub auf einem für Androganer noch unentdeckten Planeten bieten.
Für die Wünsche seines Gastes soll er unter anderem einen Kindergeburtstag mit Pinhata und den Besuch eines illegalen Hundekampfes organisieren.
Als sein Besuch, die Andoganerin Ulionk, dann angekommen ist, merkt er schnell, dass er auch alle Hände voll zu tun hat, um "seine Tante Uli" im Zaum zu halten. Denn die ist alles andere als unauffällig und zudem verrückt nach Zucker.
Ein turbulentes, verrücktes Abenteuer. Total witzig und überdreht schreit es geradezu danach, auch die Fortsetzungen lesen zu wollen.
Beatrice Sonntag hat mir mit "Earthventure in Las Vegas"
äußerst vergnügliche Lesestunden bereitet.











