Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Almut Nestelbacher, Buchhandlung HEYN, Klagenfurt:
Ein schoenes Buch
Ich bin ja nicht der grosse „Biografien-Leser“, aber was Friedrick Dönhoff (übrigens Grossneffe von Marion Gräfin Dönhoff) mit seinem „Reisebericht“ über den gemeinsamen Besuchs von ihm und seinem gut 40 Jahre älteren guten Freund Jerry in seiner Jugendstadt Amsterdam abgeliefert hat, verdient das Prädikat „äusserst lesenswert“.
Nicht ohne Humor schildert Dönhoff abwechselnd die Reise mit Jerry und andererseits die Geschichte von Deportation, KZ und Überleben. Berührend dürfen wir am Leben von Jerry und der Reise der beiden teilhaben. Jerry Rosenstein strotzt vor Energie (die Schilderungen und aktuelle Fotos nehmen einem den Glauben, dass dieser Mann schon 85 Jahre alte sein soll), Toleranz und Humor!
Ein schönes Buch, das in relativer Kürze sehr viel Inhalt hat!
Rezensionen von Almut Nestelbacher, Buchhandlung HEYN, Klagenfurt:
Die Regenbogentruppe von Andrea Hirata
Grösste Lesefreude!!!!
Andrea Hirata erzählt in seinem Debüt eine so schöne und humorvolle Geschichte, dass einem das Herz aufgeht und man sich Seite für Seite freut!
Was wir in Europa allzuoft als lästige Pflicht sehen - das "in die Schule gehen" - ist (nicht nur) auf dieser kleinen Insel eine der glückseligsten Tätigkeiten, für die ganze Familien hart arbeiten müssen.
Berührend und mit Witz schildert Harata seine eigene Jugend, das Aufwachsen der „Regenbogentruppe“ (So werden er und seine 8 MitschülerInnen genannt) und den Kampf um seine Dorfschule, die Gefahr läuft, von dem mächtigen Zinnabbaukonzern dem Erdboden gleich gemacht zu werden.
Grösste Lesefreude!!!!
Rezensionen von Almut Nestelbacher, Buchhandlung HEYN, Klagenfurt:
Die Regenbogentruppe von Andrea Hirata
Groesste Lesefreude!!!!
Andrea Hirata erzählt in seinem Debüt eine so schöne und humorvolle Geschichte, dass einem das Herz aufgeht und man sich Seite für Seite freut!
Was wir in Europa allzuoft als lästige Pflicht sehen - das "in die Schule gehen" - ist (nicht nur) auf dieser kleinen Insel eine der glückseligsten Tätigkeiten, für die ganze Familien hart arbeiten müssen.
Berührend und mit Witz schildert Harata seine eigene Jugend, das Aufwachsen der „Regenbogentruppe“ (So werden er und seine 8 MitschülerInnen genannt) und den Kampf um seine Dorfschule, die Gefahr läuft, von dem mächtigen Zinnabbaukonzern dem Erdboden gleich gemacht zu werden.
Grösste Lesefreude!!!!
Rezensionen von c.groeger:
Eure Väter, wo sind sie? Und die Propheten, leben sie ewig? Roman von Eggers Dave
Wütende weiße Männer
Im Mittelpunkt des Buches steht Thomas. Der junge weiße Amerikaner hat viele Fragen. Antworten erhofft er sich von Menschen, die es seiner Meinung nach wissen müssten. Um diese Antworten zu erhalten, entführt er sie in ein stillgelegtes Militärareal, kettet sie an und beginnt mit der Befragung.
Da wäre zum einen ein Astronaut und ehemaliger Kommilitone von Thomas.
Er möchte die in ihm vermutete Desillusionierung bestätigt bekommen. Kein Flug ins All. Kein Flug zum Mond oder gar Mars. Stattdessen weitgehend sinnlose Trainingsprogramme oder Testreihen.
Von einem Kongressabgeordneten und Kriegsveteran möchte er erfahren, wie es soweit kommen konnte, mit den Vereinigten Staaten. Milliarden werden für Kriege in entfernten Weltgegenden ausgegeben, während es in der Heimat an Vielem mangelt. Auch an Idealen, an die Leute wie er glauben könnten und für die zu leben sich lohnen würde.
Von seinem damaligen Lehrer möchte er dessen vermutete pädophile Neigung bestätigt bekommen. Ihn macht er mitverantwortlich für den späteren Tod seines besten Freundes. In ihm möchte er auch den ursächlichen Grund für seine eigene Lebenskatastrophe ausmachen können.
Seine Mutter befragt er zur angeblichen Vernachlässigung an ihm, derer sie sich schuldig gemacht. Das sie ihn nicht vorbereitet habe, auf ein Leben, welches ihn erwartet hat.
Einen Polizisten, zu den genauen Umständen, bei denen sein Freund ums Leben kam.
Eine Krankenhausangestellte, weshalb sie ihm den Zugang zu eben diesem lebensgefährlich verletzten Freund verwehrt hat.
Und als er letztendlich von einer Frau, die er am Strand beobachtet hat und die ihm, wie für ihn bestimmt erschien, wissen möchte, warum sie sich ihm verweigert, droht Thomas endgültig die Kontrolle über sich zu verlieren.
Der Autor führt tief in die Gedankenwelt eines Getriebenen hinein, der voller Enttäuschung und Zorn ist und dessen Gefährlichkeit sich schliesslich in seinen Taten bestätigt.
Und doch gibt es keine einzige Gewaltszene im gesamten Roman. Alles spielt sich auf einer Meta-Ebene ab und in der Phantasie der LeserIn. Verfasst ausschließlich in Dialogen, ist Dave Eggers mit diesem Buch wieder einmal ein ganz großer Wurf gelungen.
Und der Preis für den genialsten Buchtitel des heurigen Jahres gebührt diesem Roman ohnedies.
Rezensionen von FoxyLove:
Der Sommer, in dem es zu schneien begann Roman von Clarke Lucy
Anders als erwartet aber unglaublich spannend
Meine Meinung: Wenn man den Klappentext liest und das Cover sieht, denkt man sofort an eine Liebesgeschichte, durchsetzt von Geheimnissen. Mit diesen Erwartungen bin ich auch ans Buch gegangen und wurde nicht enttäuscht. Letztendlich waren es zwar ein bisschen weniger Liebe und ein bisschen mehr Geheimnisse aber das war für mich als Spannungsliebhaber nur positiver.
Die Mischung hatte so einiges an sich und zusammen mit dem außergewöhnlichen aber gleichzeitig wunderschönen Setting Tasmanien erhält das Buch so eine ganze besondere Note und kann sich von anderen Büchern erfolgreich abheben und aus der Masse herausstechen.
Tasmanien hat mich als Setting sehr gereizt. Schnell wird es als die kleine Schwester Australiens abgestempelt, vielleicht sogar mit Australien unter einen Hut gesteckt. Aber wird das ja von den Einwohnern gar nicht gerne gesehen und Tasmanien hat ja auch seinen ganz eigenen Reiz, eine eigene Flora und Fauna und vieles, was es einzigartig war. Im Allgemeinen hat mir ein wenig dieses Zaubers gefehlt. Landschaftsbeschreibungen kamen an vielen Stellen zu kurz. Allein beim Tauchen hat sich die Autorin voll und ganz auf die Unterwasserwelt Tasmaniens konzentriert, was mich begeistert hat.
Eva, die Hauptperson und ich, hatten es nicht unbedingt leicht. Sie selbst macht eine unglaublich schwere Phase durch. Diese beginnt mit dem Tod ihres Mannes, der schon im Klappentext beschrieben ist und zieht sich mit immer neuen Entdeckungen und Rückschlägen durch die ganze Geschichte. Während des Lesens musste ich mir immer klar machen, wie schlecht es Eva gehen muss, wie sehr sie leiden muss, in welcher Ausnahmesituation sie ist. Ich musste mir das selbst klar machen, weil ich nicht mir ihr mitgefühlt habe. Das ist mein großer Kritikpunkt am Buch. Mir haben ganz einfach die Emotionen gefehlt. Denn verglichen mit anderen Büchern, die einen ähnlich traurigen Hintergrund haben, vermittelt mir Der Sommer, in dem es zu schneien begann einfach nichts. Das ist wohl der riesige Kritikpunkt am ganzen Buch, das, worüber ich wirklich meckern muss.
Mit den anderen Charakteren bin ich jedoch zufrieden. Sie waren so, wie sie sein sollten, nett, hinterhältig, liebevoll, abweisend usw. und dabei auf jeden Fall absolut überzeugend. Abgesehen von der Sache um Eva und den paar fehlenden Landschaftsbeschreibungen, die ich mir eigentlich noch gewünscht hätte, war das Buch auch sonst überzeugend. Sehr fließend zu lesen und, wie oben schon beschrieben, mit einer Prise Liebe und einer ordentlichen Portion unerwarteter Spannung. Mit Der Sommer, in dem es zu schneien begann greift ihr auf jeden Fall zu einer tollen Sommer-/Urlaubs- und Strandlektüre, die ein paar kurzweilige Stunden beschert.
Bewertung: Der Sommer, in dem es zu schneien begann war für mich eine echte Überraschung und hat mich durch die Mischung aus Spannung und Setting überzeugt. Sehr gefehlt haben mir allerdings die fehlenden Emotionen der Protagonistin, die in einer echten Ausnahmesituation war, bei der Emotionen absolut notwendig gewesen wären. Deshalb gibt es von mir 3,5 Füchschen, die ich auf 4 aufrunden werde.
Vielen herzlichen Dank an lovelybooks und Piper, für die Bereitstellung eines Exemplars für die *Lesechallenge.
Rezensionen von ein Leser:
Rudolfs Tagebücher von Michael Weikerstorfer
phantasievoller Zeitreiseroman
Die 14jährigen Zwillinge Katrin und Manuel finden in der geerbten Villa die Tagebücher ihres Verwandten. Dieser verstorbene Onkel Rudolf hatte keine leichte Kindheit, und die war auch ganz anders als die seiner Schulkollegen. Bald erfährt man von seinen Erfindungen, phantastische Gebäuden, innovativen Fortbewegungsmitteln,? und dabei wechselt der Leser zwischen den verschieden Zeiten.
Fast glaubt man, die Zeitreisen, die der Autor schildert, seien wirklich möglich.
Rezensionen von Almut Nestelbacher, Buchhandlung HEYN, Klagenfurt:
Rudolfs Tagebücher von Michael Weikerstorfer
Rundum gelungen und unbedingt empfehlenswert!
Schon mit ihrer Platte „Mocca Flor“ haben sich „“Quadro Nuevo“ 2004 in mein Herz gespielt. Nun liegt ihr 17. Album vor, welches das Ergebnis eines ausgedehnten Argentinienaufenthalts dieser großartigen deutschen Weltmusik-Formation samt ihren Instrumenten darstellt.
Reiner und bester Tango wird mit der Besetzung Bandoneon, Bass, Saxophon/Klarinette, Harfe und Klavier geboten.
Die übliche Violine wird mit einem Wechselspiel zwischen Harfe und Saxophon nicht nur wettgemacht, diese für den Tango doch eher ungewöhnliche Instrumentalisierung macht diese Platte erst recht zu etwas ganz besonderem.
Geboten werden neben Eigenkompositionen Klassiker des Genres, aber auch hierzulande eher unbekannte (aber in Argentinien sehr berühmte) Stücke. Z.B. eine Instrumentalversion von Hits des großen Tangosängers der 1930er Jahre, Carlos Gardel.
Rundum gelungen und unbedingt empfehlenswert!
Rezensionen von britta70:
Der Sommer, in dem es zu schneien begann Roman von Clarke Lucy
Ein Meer aus Geheimnissen und Lügen
Der Albtraum einer jeden Frau: Eva wacht eines morgens auf, das Bett neben ihr ist leer. Daraufhin begibt sie sich auf die Suche nach ihrem Ehemann Jackson. Leider gibt es schlechte Nachrichten für sie, denn Jackson stürzte beim Angeln von den Klippen und fand im Meer den Tod. Seine Leiche wird nie gefunden.
Die erst seit zehn Monaten verheirate Eva fühlt sich alleine und einsam. Sie beschließt nach Tasmanien zu reisen, wo die Wurzeln ihres Mannes liegen. Sie bedauert nicht zu Lebzeiten mit Jackson dort gewesen zu sein und möchte nun endlich dessen Familie kennenlernen. Nicht zuletzt ist dies ja auch die letzte Verbindung zu ihrem Ehemann, mit dem ihr insgesamt nur zwei Jahre vergönnt waren. Doch was sie dort nach und nach erfährt, wirft sie komplett aus der Bahn und lässt Jackson in einem neuen Licht erscheinen. Callie und Saul, Jacksons Bruder, sind ihr in dieser Zeit wichtigte Stützen. Die braucht sie auch, als das Unvorstellbare wahr wird...
Lucy Clarke ist es gelungen, eine Geschichte zu schreiben, die von der ersten bis zur letzten Seite fesselt und immer wieder überraschende Wendungen nimmt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Das Ende habe ich zwar so ähnlich vorhergesehen, dennoch tat dies der Spannung keinen Abbruch. Gebannt habe ich mit Eva mitgefiebert, die sich in der atemberaubenden Kulisse Tasmaniens Schritt für Schritt der Wahrheit annähert. Allein die love story hätte es nicht gebraucht, aber das ist natürlich Geschmackssache. Ansonsten bin ich begeistert von den Charakteren, mit denen ich im einen Fall mehr, im anderen weniger sympathisieren konnte, ebenso wie von den Lanschaftsbeschreibungen und der Gesamtkonstruktion der Geschichte. Unbedingt lesenswert!
Rezensionen von thora:
Mein Herz und andere schwarze Löcher von Warga Jasmine
Der Weg aus dem schwarzen Loch - sehr gelungene Lektüre
Inhalt/Klappentext: Eine Geschichte über zwei, die den Tod suchen und die Liebe ihres Lebens finden. Wenn dein Herz sich anfühlt wie ein gähnendes schwarzes Loch, das alles verschlingt, welchen Sinn macht es dann noch, jeden Morgen aufzustehen? Aysel will nicht mehr leben sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, sich für immer zu verabschieden.
Als sie im Internet Roman kennenlernt, scheint er der perfekte Komplize für ihr Vorhaben zu sein. Und während die beiden ihren gemeinsamen Tod planen, spürt Aysel, wie sehr sie sich auf die Treffen mit Roman freut, wie hell und leicht ihr Herz sein kann. Und plötzlich ist der Gedanke, das alles könnte ein Ende haben, vollkommen unerträglich ... Aysel beginnt zu kämpfen. Um ihr Leben. Um sein Leben. Und um ihre gemeinsame Liebe.
Diese Buch gefällt mir außerordentlich gut. Die Thematik wurde sehr gut auf das Leseklientel abgestimmt. Die Autorin hat es geschafft durch ihren sehr tollen Schreibstil der Krankheit und ihren Folgen den schrecken zu nehmen. Sie hat einen sehr jugendlichen Schreibstil. Wobei es auch an lustigen Begebenheiten nicht gemangelt hat. Bei manchen Stellen musste ich wirklich schmunzeln. Sie ist an das Thema nicht todernst herangegangen. Die Protagonisten sind sehr sympathisch beschrieben. Aysel entwickelt sich während der Geschichte ins positive. Bei Roman dauert der akute Kampf gegen die Depression länger an. Aber es wird schön verdeutlicht das erst durch das Beisammen sein der Beiden eine Chance auf ein Leben vielleicht ohne Depressionen gegeben ist. Denn gemeinsam sind sie stark. Sie verstehen einander und geben sich gegenseitig die Kraft weiterzumachen. Der Schluss könnte für mich etwas ausführlicher gestaltet werden. Er hat aber ansonsten sehr gut in die gesamte Lektüre gepasst. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen. Es ist ein sehr gutes Jugendbuch zu einer sehr problematischen Thematik.
Rezensionen von SLovesBooks:
Mein Herz und andere schwarze Löcher von Warga Jasmine
Klasse
Erwartungen nach dem ersten Teil:
Da der erste Band mit einem Cliffhanger endet und somit an einem Handlungshöhepunkt, war ich gespannt, ob der Roman direkt wieder an die letzte Handlung anknüpft und die Spannung auch sofort wieder aufgebaut werden kann. Gerade in diesem Punkt kann die Fortsetzung punkten, denn es wurde ein Nahtloser Übergang zwischen Band eins und zwei geschaffen.
Auch das halbe Jahr, was bei mir nunmehr zwischen dem Lesen des ersten und des zweiten Buches liegt, konnte der Spannung keinen Abbruch tun. So verwirrt und angespannt das Ende den Leser zurückgelassen hat, genau so beginnt Teil 2 auch wieder.
Des Weiteren hatte ich darauf gehofft, dass man endlich mehr über Kaylas Vergangenheit und die Träume erfährt. Innerhalb der Fortsetzungen werden die Traumsequenzen zunehmend ausgearbeitet und erweitert. Man erfährt weitere Einzelheiten über Kaylas Vergangenheit, jedoch bleiben auch am Ende von Teil zwei noch offene Fragen, welche die Erwartungen an den Abschluss dieser Serie noch weiter ansteigen lassen.
Leseeindrücke:
Nachdem mich der erste Teil ziemlich aufgewühlt und voller Anspannung zurückgelassen hat, ging ich mit sehr großen Erwartungen an die Fortsetzung, welche mehr als übertroffen wurden.
Gleich am Anfang nimmt die Story ein sagenhaftes Tempo auf. Die Ereignisse überschlagen sich und man hat zunächst kaum Zeit um das eine Ereignis zu verarbeiten, denn schon nimmt die Geschichte eine weitere Wendung. Dieser Erzählstil spiegelt gut die innere Befindlichkeit der Protagonistin wieder, sie ist ebenfalls von den Ereignissen überwältigt und tut sich auch schwer das soeben Erlebte zu verarbeiten. Die Storyline bleibt bis zum Schluss spannend und unvorhersehbar. Dieser Teil garantiert Action, welche im Auftakt zum Teil ziemlich wenig vertreten war. Dafür kommt sie in dieser Fortsetzung umso geballter. Es gibt wenige Momente, die etwas schleppend waren.
Sprache:
Ein Jugendbuch, welches sehr gut zu lesen ist, mit einer absolut flüssige Sprache ohne viele Schnörkel, mit flotten Dialogen und viel Gefühl.
Charaktere:
Kayla, die Protagonistin der Serie, musste miterleben, wie ihr neues Leben aus den Fugen gerät und beginnt, wie ein Kartenhaus zusammenzubrechen. Alles woran sie nach dem Slating geglaubt hat, wird auf die Probe gestellt. Sie ist sich nicht mehr sicher, wer Freund und wer Feind ist, die Grenzen zwischen diesen beiden Extremen sind fließend. Im Laufe des Romans kann sie sich bei den ihr nahestehenden Personen nie sicher sein, ob sie ihr Vertrauen missbrauchen. Jeder Charakter gerät zwischenzeitlich in Verdacht. Auch den neu eingeführten Figuren muss man zumindest temporär skeptisch gegenüberstehen, da man auch als außenstehender Leser oft nicht weiß, wem man sein Vertrauen schenken würde. Der Leser kann nur mit Kyla mitfiebern und hoffen, dass sie sich für die richtige Seite entscheidet.
Nachdem Kayla Teile ihrer Erinnerung wiedererlangt, wird sie zunehmend zu einem Spielball zwischen zwei Seiten, zwischen Free UK und den Lordern. Kyla ist in einem stetigen Kampf mit sich selbst. Die Erinnerungsfragmente überfordern sie teilweise und es fällt ihr schwer einen Weg zu sich selbst zu finden. Eine der wichtigsten Aufgaben für Kyla innerhalb dieses Romans wird sein, zu entscheiden, wer und wie sie sein möchte. Das entpuppt sich als sehr spannendes Unterfangen und wird den Leser dauerhaft begleiten. Gerade dieser innere Konflikt wird von der Autorin mit einer Integrität und völlig überzeugenden Darstellung von Kylas Gefühlswelt überzeugend und absolut realistisch dargestellt. Kyla ist ein Charakter, der in sich stimmig ist und vollends überzeugen kann.
Niko wird nun endlich auch deutlicher skizziert, auch wenn diese Figur nach wie vor ein Rätsel bleibt. Man erfährt zumindest Teilaspekte über seine Beziehung zu Kylas früherem Ich. Ben war eine der zentralsten Figuren im ersten Teil, leider spielt seine Rolle aktiv innerhalb der Handlung des zweiten Teils nur eine untergeordnete Rolle, was ich sehr schade finde, denn ich habe ihn als Charakter sehr geschätzt. Besonders gut gefallen hat mir die Rückkehr von Tory.
Fazit:
Ein gelungenes Jugendbuch, welches mit besonders gut ausgearbeiteten Charakteren, einer flüssigen, gut lesbaren Sprache, flotten Dialogen und einer spannungsgeladenen Handlung trumpfen kann. ?Zersplittert? ist eine gelungene Fortsetzung und lässt den Leser mal wieder mit dem Gefühl nach MEHR zurück. Das Ende lässt auf einen baldigen Abschluss dieser Serie hoffen, der die letzten offenen Fragen beantwortet und alle Bruchstücke zu einem ganzen zusammenfügt. Ein Jugendbuch, welches ich nur wärmstens jedem empfehlen kann, der gerne Dystopien liest und eine minutiös ausgearbeitete, realistische Protagonistin begleiten möchte auf ihrem Weg zu ihrem wahren Ich.






