Icon Kontrast wechseln
Logo Wagnersche Buchhandlung

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Kwinsu:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Vor uns die Zeit von R. C. Sherriff

Time for something new

Tom Baldwin steht vor seiner Pensionierung, über 40 Jahre war er in der Versicherungsbranche tätig. Er träumt sich ein wundervolles Leben herbei, in dem er seinen großen Leidenschaften, wie Geschichte, Archäologie und der Bearbeitung seines Gartens nachgehen kann. Doch die Realität ist ernüchternd und langsam verfällt er in depressive Episoden.

Bis er eines Tages mit seiner Frau Edith beschließt, einen Ausflug in das Wendental zu machen. Dort haben sie eine Begegnung, die ihr Leben tiefgreifend verändern wird: ein junger Immobilienmakler führt ihnen ein Musterhaus vor und das Ehepaar weiß: das ist ihre Zukunft.

Der Roman "Vor uns die Zeit" von dem Theaterautor, Drehbuchschreiber und Schriftsteller R.C. Sherriff erschien unter dem Namen "Greengates" das erste Mal im Jahr 1936. Das Buch strotzt vor britischer, gutbürgerlicher Attitüde seiner Zeit und ist dennoch erstaunlich zeitlos. Es ist so absolut nachvollziehbar, dass das plötzliche Loch, das einen durch den Eintritt ins Rentenalter mit hässlicher Fratze lachend entgegenstrotzt, in eine tiefe Depression stürzen kann. Die Beziehungsverhältnisse, wie sie bisher waren, können so nicht weitergehen: die Ehefrau, die sich stets um Haus und Garten kümmerte und nichts mehr liebte, als ihr kurzes Nachmittagsnickerchen, ist in ihrer Routine erschüttert, genauso wie ihr Dienst"mädchen" Ada, die plötzlich ihre Arbeit nicht mehr nach gewohnten Mustern verrichten kann. Und der Pensionär selbst weiß nichts mit seiner neu gewonnenen Zeit anzufangen. Der Autor Sherriff weiß mit feinem Humor eine Charakterstudie der Protagonist*innen nachzuzeichnen, die vor Beobachtungsgabe und zeitloser Modernität nur so strotzt.

Alles ändert sich nach dem Ausflug ins Wendental: das Ehepaar verliebt sich Hals über Kopf in das Musterhaus und trotzdem sie bisher sehr auf Sparsamkeit bedacht lebten, sind sie gewillt ihr Erspartes und Geerbtes für einen neuen Lebensabschnitt in einem Haus, das allen modernen Komfort der Zeit bietet, zusammenzukratzen und würden am liebsten gleich dort einziehen. Lustigerweise haben sie kaum noch Geduld um abzuwarten, dort einzuziehen. Auch als Leserin fiebert man mit, dass alles wirklich so gut gehen wird, wie sich das Ehepaar so erhofft - ohne dabei von irgendjemanden übers Ohr gehauen zu werden. Als es endlich so weit ist, werden die beiden gleich ins nächste Projekt gezogen und widmen ihr Leben nun der Gemeinschaft, in Form eines partizipativen Klubs.

Es ist erstaunlich, wie fein und tiefgehend der Autor seine Figuren zeichnet, sich mit einem Augenzwinkern über sie lustig macht, ohne sie jemals bloßzustellen oder die Augenhöhe zu verlieren. Großartig gelingt es ihm, ein eigentlich recht fades Leben mit Enthusiasmus und liebevollen Standesdünkel zu würzen und die Charaktere absolut glaubhaft und authentisch darzustellen. In keinem Moment kommt Langeweile auf und es ist herrlich mitzuverfolgen, wie Tom über seine eigene Entwicklung reflektiert - und staunt. Ich kann immer noch nicht ganz glauben, dass der Roman vor 90 Jahren das erste Mal veröffentlicht wurde und nichts an Aktualität verloren hat - wenn man von dem dargestellten, gutbürgerlichen Milieu mit starkem britischen Akzent einmal absieht. Die Charaktereigenschaften von Tom sind humorig schrullig, er weiß sich standesgemäß zu benehmen und ist anfänglich auch den Umständen entsprechend genügsam. Trotzdem der Hauskauf sie vor finanzielle Herausforderungen stellt, kommt er keine Sekunde auf seine Idee, etwas von ihrem bisherigen Lebensstandard - beispielsweise auf seine Haushälterin - zu verzichten. Äußerst amüsant ist es auch mitzuverfolgen, wie plötzlich ihr jahrzehntelang gewohntes Haus vom einst geliebten Zuhause zu einer hässlichen, ungemütlichen und unkomfortablen Bude heranwächst, nachdem ihnen ihr neues Zuhause vor Augen steht. Auch die Befindlichkeiten und Meinungen anderen Menschen gegenüber, beispielsweise dem kolonialistischen und leicht unsympathischen Mr. van Doon, sind bezeichnend, aber erstaunlich versöhnlich und offen.

Mein Fazit: "Vor uns die Zeit" ist ein absolut empfehlenswerter Roman, der schon 90 Jahre auf dem Buckel und nur wenig an Aktualität verloren hat. Er besticht durch feine Charakterbeobachtungen und zum Schmunzeln bringenden Humor, ohne dabei die Figuren ins Lächerliche zu ziehen. Es ist ein meisterliches Werk britischer Literatur, die alle lesen sollten, die der britischen upper middle class gewogen sind und sich für die tiefgehenden Veränderungen interessieren, die passieren, wenn man das Arbeitsleben hinter sich gelassen hat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Kwinsu
Vor uns die Zeit

Rezensionen von Marie aus E.:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

OTTO fährt los - Eine Reise nach England von Madlen Ottenschläger

So riecht das Glück - mit Otto nach England

Es geht schon zum fünften Mal auf große Fahrt mit Otto. Dieses Mal nach England, wie schön.
Was mir gar nicht klar war: Otto ist nicht exklusiv mit einer Familien unterwegs, sondern findet neue Reisebegleitungen.

Hier machen sich Papa Martin, Freda und Arthur auf die Reise. Fredas und Arthurs Mutter ist nicht mit dabei, weil die Eltern getrennt sind.

Ich mag das ja, wenn Bilderbücher Lebensrealitäten abbilden, ohne groß zu thematisieren.

Unterwegs holen sie dann noch Tante Lissy und Dackel Daisy mit an Bord und dann erkunden sie zusammen England.

Otto ist der sympathischste Bus und Freund, den man sich vorstellen kann. Er ist neugierig, zeigt Gefühle und kümmert sich um seine Ferienfamilie.

Ich mag die Otto-Bücher, weil man so viel entdecken kann.
Es werden die klassischen Urlaubsvorstellungen bedient, man könnte es vielleicht auch ein wenig klischeehaft finden, aber für Kinder, die ein neues Land entdecken, finde ich es so genau richtig.

Ganz besonders putzig und auch rührend fand ich Auflösung um den Keksdieb im Buckingham-Palast.
Das Buch hat zwar für ein Bilderbuch schön viel Text, man wird aber trotzdem noch etwas erklären müssen über Sherlock Holmes, die Queen, was ein Phlox ist usw.
Aber das Buch ist perfekt, um ins Gespräch über das Urlaubsland zu kommen.

Die Illustrationen sind wie immer wunderschön, die Charaktere so liebevoll gezeichnet und auf jeder Seite gibt es ganz viel zu entdecken.
Es gibt auch wieder viele schöne, kleine Botschaften wie z. B. Regenwetter kann auch toll sein, Teilen macht Freude usw.

Ich bin ganz beseelt nach dem neuen Otto-Buch und freue mich auf viele weitere Abenteuer.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Marie aus E.
OTTO fährt los - Eine Reise nach England

Rezensionen von PMelittaM:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Tod am Rashomon Tor von Ingrid J. Parker

Gut recherchierter historischer Kriminalroman

Kyoto, Japan, 11. Jahrhundert: Der Justizbeamte Sugawara Akitada wird von seinem ehemaligen Mentor Hirata um Hilfe gebeten. An der Kaiserlichen Universität, in der Hirata lehrt, scheint es einen Erpresser zu geben. Akitada wird vorübergehend vom Dienst freigestellt und geht als neuer Dozent an die Universität, um undercover ermitteln zu können.

Bald gibt es Tote und Akitada hat drei verschiedene Fälle zu klären.

Die Reihe um den japanischen Ermittler ist schon früher einmal erschienen, dieser Band im Original 2002, im Deutschen 2004. In der damaligen Reihenfolge scheint „Tod am Rashomon Tor“ der zweite Band gewesen zu sein, es wird in diesem auch an Fälle erinnert, die Akitada schon erfolgreich gelöst hat. Im Original sind anscheinend bisher 24 Bände erschienen. In der derzeitigen Ebook-Neuauflage ist „Tod am Rashomon Tor“ der erste Band, bisher sind zwei weitere erschienen. Es ist ein bisschen schade, dass der offensichtlich erste Band fehlt, doch abgesehen davon, dass ich neugierig darauf wurde, auch über die angesprochenen Fälle zu lesen, hatte ich keine Probleme damit, in die Geschichte einzutauchen.

Der Protagonist stammt aus einer verarmten Adelsfamilie, langweilt sich in seinem Job, und hat noch Mutter und zwei ledige Schwestern zu versorgen, Dienstpersonal ist wenig vorhanden, eine größere Rolle spielt Tora, ein ehemaliger Straßenräuber, den Akitada vielleicht im vorherigen Band als Bediensteten bei sich aufgenommen hat, und der ihn bei seinen Ermittlungen tatkräftig unterstützt. Im Laufe der Geschichte kommen weitere Charaktere hinzu, die möglicherweise den Haushalt vergrößern werden. Akitada und Tora waren mir schnell sympathisch.

Natürlich spielen auch die verschiedenen Dozenten der Universität und einige Schüler eine Rolle, denn in ihren Reihen könnte der Erpresser zu finden sein. Gerade die Dozenten sind dabei recht skurrile Charaktere, mit denen Akitada so seine Probleme hat. Im Laufe der Geschichte kommt zum Charakterensemble auch der Hauptmann der Stadtwache, Kobe, dazu, durch ihn und seine Handlungen erfährt man als Leser:in einiges, nicht immer erfreuliches, über das japanische Rechtssystem jener Zeit.

Ingrid J. Parker lässt das alte Japan lebendig werden und hat gleichzeitig einen unterhaltsamen Kriminalroman geschrieben. Ich hatte nur manchmal das Gefühl, die Sprache könnte dem Setting etwas angepasster sein, das hat mich aber nur am Rande gestört. Die Fälle sind interessant, ich habe fleißig mitgerätselt, die Auflösungen sind jeweils nachvollziehbar.

Das Buch enthält neben den sehr lesenswerten historischen Anmerkungen der Autorin, denen man entnehmen kann, wie gut sie recherchiert hat, ein Verzeichnis der handelnden Personen, in dem auch darauf hingewiesen wird, dass im Japanischen der Famiienname zuerst genannt wird, Akitada ist also der Vorname des Protagonisten.

Mir hat dieser Ausflug ins Japan des 11. Jahrhunderts gut gefallen, der Protagonist ist sympathisch, die Fälle interessant, der Roman gut recherchiert. Ich freue mich darauf, weitere Bände zu lesen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von PMelittaM
Tod am Rashomon Tor

Rezensionen von saskia13120:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

OTTO fährt los - Eine Reise nach England von Madlen Ottenschläger

Auf ins neue Abenteuer!

Die Otto-Bücher sind wirklich ein Must-Have für jedes Bücherregal und eine wundervolle Bücherreihe für Kinder ab 4 Jahren.

Auch der fünfte Teil "Otto fährt los - Eine Reise nach England" ist unglaublich toll illustriert und hat mich auf ganzer Linie überzeugt.
Die Bilder und Gestaltung des Buches ist wunderschön und wirkt super liebevoll und mit Sinn fürs Detail.

Der Stil der Illustratorin gefällt mir sehr gut und ich mag die Mischung aus Bildern, welche die komplette Seite einnehmen und solchen, die etwas eingerahmter sind. Einige Bilder gleichen einem Wimmelbild und bieten für die Kinder ganz viel Raum zum entdecken.
Die Geschichte ist auch super schön und im richtigen Maße Lehrreich. Ich finde die Idee, Kindern anhand einer Buchreihe die verschiedensten Orte der Welt nahe zu bringen, großartig. Das Ganze mit einem Campingbus zu verbinden, welcher immer wieder verschiedene Familien für seine Reisen bekommt ist passend und einfallsreich und vor allem für die Kinder greifbar und nachvollziehbar.
Auch dass die Kinder immer wieder aktiv durch Fragen und kleine Rätsel mit in die Geschichte eingebunden werden ist sehr gut gelungen und erhöht nochmal den Lesespaß. Außerdem gibt es einige Anmerkungen, in welchen z.B. historische Fakten am Seitenrand erklärt werden (z.B. woher der Linksverkehr in England stammt). Das Konzept finde ich gut, da die Wissensvermittlung so gefördert wird ohne aber aktiv in der Geschichte zu "stören".
Spezifisch für diesen Band liegt außerdem ein Fokus auf der englischen Sprache. Die Tante, welche in England lebt, äußert immer wieder Sätze auf Englisch, um sie danach direkt ins deutsche zu übersetzen. Es gibt sogar ein (den Eltern vielleicht) bekanntes Lied, was Otto-mäßig umgedichtet wurde und nun am Lagerfeuer auf englisch gesungen wird.
Hier müssen wohl alle Eltern für sich entscheiden, wie viel sie ihrem Kind sprachtechnisch schon zutrauen.

Insgesamt kann ich sagen, dass auch ich mein Herz an Otto verloren habe und ganz verzückt von diesem tollen Universum bin. Es ist sowohl für Jungen als auch für Mädchen eine Reihe, in die sich garantiert alle sofort verlieben werden!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von saskia13120
OTTO fährt los - Eine Reise nach England

Rezensionen von clematis:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers von Gabriella Engelmann

Spurlos

Martje Lorenzen verschwindet eines Tages spurlos von Sylt, ihre Schwester Fenja wartet Jahrzehnte, bis sie endlich Näheres erfahren kann. Während die Journalistin Anna März in den Inselarchiven stöbert, entfaltet sich Martjes Geschichte in einer weiteren Zeitebene.

Ein abwechslungsreiches Hin- und Her zwischen Heute und Damals begleitet uns auf dem Weg eines unterhaltsamen Puzzlespiels, dessen Steine sich langsam zu einem kompletten Bild zusammensetzen.

Die Atmosphäre auf den Friesischen Inseln ist durchwegs spürbar, die Handlung selbst allerdings diesmal nicht so stimmig wie noch bei Band 1. Der Zwiespalt zwischen Martjes neuem Leben und ihrer Sehnsucht nach der Heimat wirkt auf mich nicht immer glaubwürdig, die zufälligen Begegnungen am Ende kommen eher gewollt als realistisch daher. Positiv fällt der einsame Vogelbeobachter auf, der selbst einen schweren Schicksalsschlag verkraften hat müssen und Martje zu einem väterlichen Freund wird. Auch sonst herrschen liebevolle Beziehungen zwischen etlichen Figuren und spiegeln die Ruhe der Inseln wider. Dazu passt der einfühlsame Schreibstil perfekt und rundet das Geschehen schön ab.

Aufgrund der hohen Erwartungshaltung nach dem ersten Teil der Dilogie scheint Band 2 nun nicht ganz so überzeugend, bildet aber dennoch einen lesenswerten Abschluss der Familiengeschichte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von clematis
Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers

Rezensionen von tonton:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Tom Tauber - Ratte der Lüfte von Hannah Schenk

Ein wunderschön illustriertes Buch mit liebenswerten Figuren

"Tom Tauber" ist ein herzerwärmendes Bilderbuch über über ein kleines Taubenbaby, das unter den Ratten geschlüpft wurde. Es wächst mit den Ratten auf, als Teil ihrer Familie. Bis es eines Tages den Drang verspürt, hinauszugehen und die Welt zu sehen.
Die Bilder im Buch sind atmosphärisch, detailreich und wunderschön gemalt.

Ich mag, dass die Bilder den Text nicht nur illustriert sondern auch ergänzt: Im Text ist es zum Beispiel nicht so klar, ob der Hauseinwohner weiß, dass die Ratten im Keller leben, aber im Bild sieht man es deutlich, dass der alte Mann sie beobachtet.
Der Schreibstil ist für Kinder gut verständlich und die Geschichte lässt sich leicht vorlesen. Die Handlung ist nicht besonders abenteuerlich, aber vermittelt tolle Botschaften über Freundschaft und Familie. Es gibt keine Guten oder Bösen; nur eine kleine Taube, die ihren eigenen Weg sucht. Alle Figuren sind liebevoll dargestellt, insbesondere die Ratten, die Tom aufnehmen und großziehen.
Meinem Kind (4 Jahre alt) hat die Geschichte ok gefallen, aber leider nicht besonders begeistert.
Daher 4 Sterne: ein richtig schönes Buch, aber nicht aufregen genug für mein Kind.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von tonton
Tom Tauber - Ratte der Lüfte

Rezensionen von Lilli33:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Darkly von Marisha Pessl

Spannender Jugend-Thriller mit sympathischer Protagonistin

Spannender Jugend-Thriller mit sympathischer Protagonistin

Die siebzehnjährige Dia verbringt ihre Zeit im verstaubten Antiquitätenladen der Familie in Eminence, Missouri. Ihre Mutter Gigi schwebt meist über allen Wolken und die beiden Angestellten Basil und Agatha, die schon längst im Rentenalter sind, dienen eigentlich auch nur der Dekoration, sodass Dia den Laden alleine schmeißt.

Als die Louisiana-Veda-Stiftung ein Praktikum auslobt, ergreift Dia die Chance und bewirbt sich, um endlich mal etwas anderes zu sehen. Schon lange ist sie Fan von Louisiana Veda, der Erfinderin mysteriöser und kaum zu lösender Brettspiele. Zusammen mit sechs anderen Jugendlichen wird sie auf eine Insel in England gebracht, wo sie in ein gefährliches Spiel auf Leben und Tod verwickelt werden.

Da ich von Marisha Pessl schon sehr gute Bücher gelesen habe, machte ich mich gespannt ans Lesen. Vom Schreibstil war ich auch gleich wieder ganz angetan. Er wirkt recht dynamisch und leicht zu lesen. Die Beschreibungen setzten mein Kopfkino in Gang, was ich immer sehr gerne mag. Auch die Protagonistin Dia fand ich von der ersten Seite an richtig klasse. Sie hat es nicht leicht mit ihrer Mutter und dem Laden, ohne Freund*innen. Trotzdem hat sie das Herz am rechten Fleck, ist immer tatkräftig und hoffnungsvoll. Gut, zwischendurch befallen sie kleine Zweifel, aber das macht sie ja nur umso menschlicher und liebenswürdiger. Ich habe auf jeden Fall das ganze Buch an ihrer Seite sehr genossen.

Sehr gelungen fand ich, dass die sieben Jugendlichen so unterschiedlich dargestellt werden. Jeder hat andere Fähigkeiten und Eigenschaften. Und alle haben natürlich auch ihre eigenen Geheimnisse, die im Lauf des Buches gelüftet werden. Hier gibt es manche Überraschung zu entdecken. Überhaupt gibt es einiges an Überraschungen - nicht nur bei den Jugendlichen. Was hinter diesem Praktikum steckt, bleibt lange Zeit im Dunkeln. Zeitweise erschien es mir sogar unlogisch, doch am Ende kriegt Marisha Pessl genial die Kurve und klärt alles logisch auf.

Die Handlung empfand ich als sehr spannend; ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Teilweise ist es ein wenig gruselig, auch ein bisschen brutal, aber nicht zu vergleichen mit einem Thriller für Erwachsene. Ich würde es allerdings erst für Jugendliche ab ca. 14 Jahren empfehlen. Ob Jüngere es lesen sollten, hängt natürlich vom jeweiligen Kind ab.

Fazit:
Eine klare Leseempfehlung für dieses spannende Jugendbuch mit außergewöhnlichem Plot und Setting und einer tollen sympathischen Protagonistin.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33
Darkly

Rezensionen von DoraLupin:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Gretas Männer von Judith Reusch

Wunderbares Hörbuch!

Greta war fünfmal verheiratet, und alle Ehemänner bis auf einen sind kurz nach der Hochzeit gestorben. »Die Bienenkönigin« nennt man sie in der Familie. Als ihre Enkelin Lola ihre kleine Tochter nach der unbekannten Großmutter benennt, bricht ein jahrzehntealter Familienkonflikt wieder auf. Warum hat Lolas Mutter Marie den Kontakt zu Greta abgebrochen? Neugierig besucht Lola die 87-Jährige und entdeckt hinter den Gerüchten eine Frau mit einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte.

Von den 1950er Jahren bis heute entfaltet sich ein bewegendes Panorama weiblicher Selbstbestimmung, tragischer Verluste und unerwarteten Glücks.

Eine ganz wunderbare Geschichte, die ich in jeder freien Minute weiterhören wollte! Ich hatte von diesem Hörbuch gar nicht so viele Erwartungen aber die Geschichte hat mich wirklich umgehauen! Der Schreibstil ist so berührend und echt, voll Emotionen und einfach toll, Greta ist so eine besondere Protagonistin mit der ich einfach nur mitgefühlt und mitgefiebert habe und die so unverstanden gewesen ist zu ihrer Zeit! Sie ist eine heimliche Heldin und steht doch als das Gegenteil da!

Eine Geschichte die gegen Vorurteile spricht und mit diesen aufräumt auf ganz wunderbare Weise! Ich war sehr berührt und kann nur eine große Empfehlung aussprechen!

Großartig haben auch die beiden Sprecherinnen gelesen und die Geschichte lebendig gemacht. Sie haben sehr gut zur jeweiligen Person gepasst-zur Vergangenheit und zur Gegenwart- und haben so zu einem richtigen Hörvergnügen beigetragen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von DoraLupin
Gretas Männer

Rezensionen von Ameland:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

The Journey. Die Reise meines Lebens von Carina Amara Kruse

Auf unbekannten Wegen zur Selbstfindung

Mit 29 Jahren steht Carina vor einem Scherbenhaufen. Nach 10 Jahren beendet ihr Lebensgefährte die Beziehung, ihr Buchprojekt wird gecancelt und kurz danach verliert sie auch noch ihren Job. Wenn nicht jetzt, wann dann? Und so begibt Carina sich auf die Reise über Bangkok nach Bali, Indien, Neuseeland und nochmal nach Indien.

Für ihren Mut habe ich Carina meinen Respekt gezollt. Niemals würde ich mich allein, mit wenig Geld und nur mit einem Rucksack auf den Weg in ferne Länder wagen, ohne mindestens vorher eine Unterkunft gebucht zu haben. Aber sie macht sich auf den Weg, trifft interessante Menschen und ist für alles offen, seien es spirituelle Sitzungen oder andere Religionen. Diese Personen und Erlebnisse sind hilfreich auf ihrem Weg zur Selbstfindung.

Interessant fand ich wie prägend Erlebnisse in der Kindheit auf das spätere Leben sein können, sei es in Bezug auf Beziehungen oder immer wiederkehrende Verhaltensweisen.

Der Schreibstil ist flüssig, gut lesbar und ließ mich an Carinas Gedanken und Gefühlen teilhaben. Die Charaktere sind vielschichtig und authentisch dargestellt. Toll fand ich die detaillierten und bildhaften Landschaftsbeschreibungen.

Die esoterischen und religiösen Passagen waren nicht so mein Ding, aber sie gewährten mir einen Einblick in mir unbekannte Bereiche. Außerdem gehörten sie unbedingt zu Carina und ihrem Weg zur Selbstfindung dazu.

Mir hat es gefallen, Carina auf dieser Reise zu begleiten. Manchmal habe ich mich an der einen oder anderen Stelle wiedererkannt und einige der am Seitenrand hervorgehobenen Sätze haben mich zum Nachdenken angeregt. Wer weiß wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich mich irgendwann aus meiner sicheren Komfortzone mit doppeltem Netz und Boden herausgewagt hätte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ameland
The Journey. Die Reise meines Lebens

Rezensionen von spozal89:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Summer Tides von Sarah Fulmar

Sommerliches Cornwall

Der erste Teil der St. Ives Reihe von Sarah Fulman hat mir gut gefallen. Der Schreibstil ist locker und leicht und dank der eher kurz gehaltenen Kapitel fliegt man nur so durch die Geschichte.

Die Beschreibungen rund um die Küstenstadt St. Ives haben mir gut gefallen und ich konnte die Kleinstadt-Vibes gut fühlen ubd ich freue mich schon jetzt auf die Fojgebände und wie St.

Ives sich im Laufe der Jahreszeiten verändern wird.

Scarlett und Jonah harmonieren gut miteinander, auch wenn beide meiner Meinung nach eher oberflächlich behandelt wurden. Zwar wurden einige Dinge aus der Vergangenheit behandelt, aber da hätte ich mir bei beiden Charakteren mehr Tiefe gewünscht. Tatsächlich konnte ich vor allem zu Scarlett keine gute Bindung aufbauen. Zum Teil fand ich andere Charaktere spannender (Pen und Nathan z.B die in Teil zwei mehr Aufmerksmakeit bekommen). Dennoch hat mir das Buch gut gefallen und ich konnte mich gut aus dem Alltag wegträumen. Daher gibt es vier Sterne von mir und eine Empfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von spozal89
Summer Tides