Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Eternal-Hope:
fundamentalös von Nussaibah Younis
Wann ist man nicht mehr radikal?
"Fundamentalös" wurde in der englischsprachigen Originalausgabe für die Shortlist des Women's Prize for Fiction nominiert. Die Autorin Dr. Nussaibah Younis ist Friedensforscherin, hat selbst irakisch-pakistanische Wurzeln, verfügt über jahrelange Erfahrung in der Friedensarbeit im Irak und hat selbst als Beraterin für die irakische Regierung in Deradikalisierungsprogrammen mitgearbeitet.
Sie ist selbst streng religiös erzogen worden und hat sich später von der islamischen Religion abgewandt, bezeichnet sich nun als nicht religiös.
Warum erwähne ich das so detailliert in meiner Rezension? Weil es sich zwar um einen fiktiven Roman handelt, bei dem es der Autorin wichtig war, die Leserinnen und Leser mit ihrem Humor auch gut zu unterhalten (was bestens gelungen ist), aber es durchaus auch so einige Parallelen zwischen der fiktiven Nadia und der Autorin gibt.
Die Hauptfigur Nadia stammt nämlich ebenfalls aus einer muslimischen Familie, ist religiös aufgewachsen, hat lange das Kopftuch getragen und als Jugendliche sogar Workshops bei einem charismatischen Prediger besucht (ebenfalls wie die Autorin selbst), der sich später dem IS-Umfeld zugewandt hat. Leicht hätte es also passieren können, dass auch sie verblendet als jugendliche IS-Braut in Syrien oder im Irak gelandet wäre. Doch im Laufe ihres Universitätsstudiums hat sie das freiere Leben schätzen gelernt, das Kopftuch abgelegt, sich von der Religion distanziert und sich in die Welt wilder und freier Sexualität mit Männern und Frauen, Alkohol, Drogen und Partys gestürzt, wodurch es auch zu einem Bruch mit ihrer Mutter und einer jahrelangen Phase ohne Kontakt zur Herkunftsfamilie kam.
Nun hat sie ihr Doktorat beendet, unterrichtet an einer Uni und hat einen Artikel über mögliche Deradikalisierungsprogramme für ehemalige IS-Anhängerinnen und Anhänger geschrieben, der weite Beachtung fand und ihr einen Job im UN-Umfeld im Irak verschafft, bei dem sie insbesondere ausländische Mädchen und junge Frauen, die radikalisiert in den Irak gereist sind, mit Kämpfern verheiratet waren und nun, meist verwitwet, unter schlechten Bedingungen in einem irakischen Lager festsitzen und wieder in ihre westlichen Heimatländer zurückkehren möchten, deradikalisieren und bei der Rückkehr unterstützen möchte.
Voll von Idealismus und mit hohen Erwartungen reist Nadia also in den Irak, muss aber schnell feststellen, dass nicht alles so leicht geht wie erwartet. Auch das Umfeld der internationalen Organisationen ist voll von Korruption und Konkurrenz und nicht alle verfolgen die selben hehren Ziele. Schnell lässt sich sowieso mal nichts bewerkstelligen, die westlichen Länder haben wenig Interesse daran, ihre radikalisierten Bürgerinnen zurückzunehmen (und damit terroristische Aktionen oder Anschläge oder zumindest den Vorwurf, diese in Kauf zu nehmen, zu riskieren) und auch im Irak selbst interessiert sich kaum jemand für das Schicksal dieser Frauen, die sich nach weit verbreiteter Meinung ihre Situation selbst zuzuschreiben haben, auch wenn sie ursprünglich als verblendete Teenager eingereist sind.
Besonders am Herzen liegt Nadia die junge Sara, die so wie sie in Großbritannien aufgewachsen ist und sich mit 15 Jahren dem IS angeschlossen, mittlerweile 19 Jahre alt, verwitwet und Mutter eines kleinen Mädchens ist, das ihr weggenommen wurde und nun bei den Eltern väterlicherseits irgendwo im Irak lebt. Sara ist intelligent und auf eine sarkastisch-zynische Art witzig, doch hat sie wirklich den radikalen Ideologien abgeschworen?
Neben der praktischen Arbeit Nadias im Irak gibt es immer wieder Rückblenden auf Nadias früheres Leben, ihr religiöses Aufwachsen und die Distanzierung von ihrer Religion. Viel Raum nehmen auch ihre wilden sexuellen Eskapaden mit Männern und Frauen ein, sowie ihre Traurigkeit über das Ende ihrer lesbischen, nicht-ausschließlichen Beziehung mit Rosy. Ganz ehrlich, diesen Teil hätte man nach meinem Geschmack auch gut aus dem sonst hervorragenden Buch kürzen können und es hätte mir nichts Wesentliches gefehlt, sondern das Buch hätte dadurch für mich noch an Fokus und Tiefe gewonnen. Offenbar scheint es aber dem Zeitgeist zu entsprechen, dass sehr viele Bücher nun explizite, nicht ausschließlich heterosexuelle Sexualität miteinbauen müssen, vielleicht macht das den Erfolg oder die Auszeichnung durch Buchpreise in diesen Zeiten wahrscheinlicher, ich weiß es nicht.
Abgesehen von diesem Faktor, der mich etwas genervt hat, handelt es sich aber um ein kluges, humorvolles, sehr unterhaltsames und nachdenklich machendes Buch, dem man anmerkt, dass die Autorin sich die Geschehnisse nicht nur komplett ausgedacht hat, sondern diese, auch wenn es sich um einen fiktiven Roman handelt, durchaus auf viel Erfahrung und Wissen basieren. Damit ist es ein originelles Werk zu einem spannenden Thema, das ich gerne gelesen habe und allen, die sich dafür interessieren, jedenfalls empfehlen kann.
Rezensionen von flyingmouse88:
SUPERBIKES Das große Vorlesebuch von Hanna Sörensen
Abenteuer, Freundschaft und jede Menge Fahrspaß
„Superbikes – Das große Vorlesebuch“ kam bei uns richtig gut an. Schon das Cover macht neugierig: schön bunt, lebendig und genau so, dass Kinder es am liebsten sofort aufschlagen wollen. Innen geht es genauso liebevoll weiter – die Illustrationen sind detailreich und laden immer wieder dazu ein, gemeinsam innezuhalten und Dinge zu entdecken.
Die Idee, Fahrräder zu den Hauptfiguren zu machen, fanden wir anfangs ungewöhnlich, aber genau das macht den Reiz aus. Mein Sohn hat dies erst nicht ganz nachvollziehen können, wie klingeln denn die Fahrräder oder warum hat es Hände? Die SUPERBIKES wachsen einem aber schnell ans Herz, weil jede Figur ihren eigenen Charakter hat und das Zusammenspiel im Team sehr stimmig wirkt. Besonders gefallen hat uns, wie Themen wie Freundschaft, Mut und Zusammenhalt ganz selbstverständlich in die Geschichten eingebaut sind, ohne dass es belehrend wirkt.
Inhaltlich geht es unter anderem um ein großes Rennen, bei dem sich Jump gegen seinen Rivalen behaupten muss – natürlich nicht ohne die Unterstützung seiner Freunde. Die Geschichten sind abwechslungsreich, verständlich erzählt und bieten genug Spannung, damit Kinder gerne zuhören.
Was das Buch für uns besonders praktisch macht: Die einzelnen Geschichten haben eine angenehme Länge und eignen sich perfekt zum Vorlesen zwischendurch oder am Abend.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo
Dieses Buch hallt lange nach
Marlene Buchholz, Hauptfigur dieses Romans, wird von ihrem Chef zu einem Coaching geschickt nach Brandenburg. Fachlich kompetent ist sie in ihrem Beruf hundertprozentig – aber auf menschlicher Ebene klappt es mit ihr nicht so gut; so die Meinung aller ihrer Kollegen.
Die Figuren des Buches, allen voran natürlich Marlene, sind greifbar und authentisch – gespickt mit einer Prise Sarkasmus ist Marlene eine Figur, die sich abgrenzt und sich und ihre Grenzen sehr wahrt.
Ihre familiären Hintergründe dazu sind sehr interessant und lassen verstehen, warum Marlene ist, wie sie ist.
Ich bin sehr schnell und sehr gut in das Buch gestartet und mochte den Schreibstil von Maxim Leo sehr : ab und an waren es gerade die leisen Töne, die das Buch ausgemacht haben und mich sehr zum nachdenken und selbstreflektieren gebracht haben – denn alle Figuren und Situationen hatten eine wunderschöne Tiefe, so dass ich oft an mich selbst denken musste.
Das Lesen hat sehr viel Spaß gemacht; die Figuren untereinander und die jeweiligen menschlichen Verbindungen fand ich total authentisch.
Eine ganz klare Leseempfehlung für diesen tollen Roman !
Das Buch „Einatmen. Ausatmen.“ von Maxim Leo ist am 12. März 2026 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.
Rezensionen von DoraLupin:
Ich, die ich Männer nicht kannte von Jacqueline Harpman
Viele offene Fragen
Bei diesem Klappentext bin ich direkt neugierig auf die Geschichte geworden und habe mir erhofft eine tolle, spannende Story zu bekommen die mit mitreißen kann. Am Ende kann ich sagen, dass die Handlung schon interessant war, mich aber nicht so in den Bann ziehen konnte wie erhofft und vorallem bleiben zu viele Fragen am Ende offen.
In einem unterirdischen Gefängnis sitzen neununddreißig Frauen. Was übertage geschehen ist, wissen sie nicht: Wurde die Welt verlassen, von einem Virus verwüstet? Die Frauen können sich nicht erinnern, wie sie in den Käfig gelangt sind, haben jegliches Zeitgefühl verloren und nur eine vage Ahnung von ihrem alten Leben. Ihre Aufseher, sechs schweigsame Männer in Uniform, sprechen nicht mit ihnen und berühren sie nur, um sicherzustellen, dass keine von ihnen versucht, sich das Leben zu nehmen. Eines Tages ertönt ein Alarm, und die Wachen verschwinden; die Tür steht offen. Als erste wagt jene vierzigste Gefangene den ersten Schritt, die nichts als das Gefängnis kannte. Doch anders als erhofft, finden die Frauen draußen nicht die Freiheit, sondern eine Welt, die sie nicht wiedererkennen und in der sie lernen müssen, sich gemeinsam zurechtzufinden.
Der Schreibstil war anfangs ungewöhnlich und ich musste erst einmal reinfinden, dann jedoch habe ich die Geschichte gerne gehört. Der Schreibstil war stellenweise sehr einnehmend und mitreißend, teilweise aber auch etwas langatmig und einiges hat sich auch immer wieder wiederholt und der Geschichte. Die Protagonistin wurde authentisch beschrieben und ich konnte ihre Gedanken- und Gefühle meist nachvollziehen, die anderen Frauen sind aber teilweise auch sehr blass geblieben.
Auch der Inhalt des Buches war ein wenig ein auf- und ab, es gab spannende Stellen im Hörbuch aber auch solche die sich wiederholt haben und dann zäh gewesen sind. Vorallem gestört hat mich aber, dass die Geschichte im enteffekt sehr nebulös war, es kommen während des Hörens viele Fragen auf, die einfach nicht beantwortet werden. Es gibt sicher Menschen die finden so ein offenes Ende schön für eigene Gedanken, ich habe mich aber eher mit all den Fragen allein gelassen gefühlt. Das fand ich schade, daher auch 3 Sterne. Ich empfehle das Hörbuch an alle, die mit offenen Fragen gut zurecht kommen.
Die Sprecherin kann ich auf jeden Fall sehr empfehlen, sie hat wirklich fesselnd und schön vorgelesen, die Stimme war sehr angenehm und konnte mich mitnehmen.
Rezensionen von DoraLupin:
You and Me - Die zweite erste Liebe von Josie Lloyd; Emlyn Rees
Locker-leichte Zeitreise
Dieser Klappentext hat sich sehr interessant angehört, eine Mischung aus Zeitreise und Liebesgeschichte und ich fand die Story wirklich sehr süss und gut geschrieben!
Es war die große Liebe, als Adam und Jules sich 1989 kennengelernt haben. 35 Jahre später ist ihre Ehe längst im Alltagstrott festgefahren.
Zwischen Jobs, Kindern und kleinen und großen Sorgen ist die Liebe irgendwie auf der Strecke geblieben. Oder vielleicht doch nicht? Eines Tages stolpert Adam über eine Kiste alter Mixtapes, die er und Jules füreinander aufgenommen haben, als sie jung und frisch verliebt waren. Was würde er dafür geben, um sich noch einmal so unbeschwert zu fühlen? Kurzerhand legt Adam eine der Kassetten ein, drückt auf Play – und das Unglaubliche geschieht: Sein Wunsch wird wahr, und er reist für wenige Stunden in der Zeit zurück, zu einem der schönsten und unvergesslichsten Tage in ihrer Beziehung. Von nun an können er und Jules zu den Klängen ihrer Lieblingssongs wichtige Momente aus ihrer Vergangenheit erneut erleben. Ist dies die Chance auf einen Neubeginn? Um sich wieder jung zu fühlen? Um sich daran zu erinnern, warum sie sich ineinander verliebten? Aber vielleicht auch, um ein paar klitzekleine Änderungen vorzunehmen, die ihr Leben in der Gegenwart verbessern könnten …
Der Schreibstil war sehr locker und leicht, deshalb hatte ich keine Probleme bei diesem Hörbuch mitzukommen. Schön fand ich auch, dass es zwei Sprecher gegeben hat, die jeweils Adam und Jules gelesen haben. Beide Stimmen waren angenehm und haben gut gepasst zu den Personen.
Die Handlung beginnt etwas klischeehaft indem es der Ehe der beiden nicht gut geht und das Paar dann eine Chance auf einen Neubeginn erhält, Die Zeitreise startet in den Teenager Jahren, wird dann aber richtig interessant und auch berührend, als beide ihre damals jungen Kinder wiedersehen und sich überlegen das sie auch Chancen verpasst haben. Ausserdem wird die Geschichte sehr interessant und spannend, als beide Kleinigkeiten in der Vergangenheit zu ändern beginnen und ein "Was wäre wenn" startet, das fand ich dann richtig toll zu hören!
Fazit: eine locker- leichte Liebesgeschichte mit Zeitreisefaktor, die teilweise aber auch richtig tiefgründig werden kann. Gerne empfehle ich sie weiter, ich hatte viel Spaß dabei!
Rezensionen von DoraLupin:
Liebe,1 Audio-CD, 1 MP3 von Thomas Hettche
War nicht meine Geschichte
Der Klappentext hat sich wirklich interessant angehört, denn der Beruf des Okularisten hört sich spannend an und hat mich interessiert und ich hatte mir eine sehr bewegende Liebesgeschichte erhofft. Leider muss ich aber sagen, dass die Geschichte mich so gar nicht packen konnte und es einfach nicht das richtige (momentan) für mich war.
Es geht in der Geschichte um Max, dieser stellt künstliche Augen her. Er ist Okularist. In seiner Praxis, über der Flamme des Bunsenbrenners, formt er feine Glaskugeln, versieht sie mit farbigen Äderchen, Iris und Pupille. Max weiß von der stillen Sprache der Blicke. An den Blitzschlag der Liebe aber glaubt er mit Anfang sechzig nicht mehr. Bis er eines Sommerabends Anna begegnet und ihn die Gefühle in ungekannter Wucht überwältigen. Anna geht es genauso, doch sie ist verheiratet, und so bleiben den beiden immer nur Tage, das zu leben, was nicht sein darf. Und immer sind da die Erinnerungen, die Träume, die Schatten. Das stürzt Max in Verzweiflung, denn er weiß, er hat seine große Liebe gefunden. Und er ahnt, dass sie ihn auf eine unheimliche Probe stellen wird.
Der Schreibstil war nicht so locker- und leicht wie ich das gedacht hatte, dennoch konnte man die Geschichte recht gut hören. Gestört hat mich, dass es relativ häufig zu elektronischen Nachrichten gekommen ist, diese sind immer mit Datum und Uhrzeit vorgelesen worden und haben meinen Hörfluss tatsächlich etwas gestört, da hätte ich es schöner gefunden wenn man die Nachrichten einfach hintereinander wegliest, da es ja auch zwei Sprecher für das Hörbuch gab. Die Geschichte wird aus Sicht von Max erzählt und Anna kommt immer nur kurz in den Nachrichten zu Wort.
Die Liebesgeschichte hat mir leider nicht gefallen, ich habe da keine Verbindung gespürt und konnte ihre Gefühle nur schwer nachvollziehen, vielleicht habe ich einfach etwas ganz anderes erwartet oder der Zeitpunkt war falsch. Aber leider konnte die Geschichte mich gar nicht packen. Einzig als über den Beruf von Max kurz erzählt wird, fand ich das interessant. Es war mir in Teilen auch zu philosophisch und hat mir deshalb nicht so recht gefallen.
Ich mochte die Stimme von Anna, die die Nachrichten gelesen hat sehr gerne und war enttäuscht, dass sie nicht mehr gelesen hat. Sie war sehr angenehm und hat gut gepasst. Die Stimme von Max war ganz okay, aber der Sprecher konnte mich leider nicht so mitreißen.
Rezensionen von DoraLupin:
Wo der Wind die Namen trägt,1 Audio-CD, 1 MP3 von Anja Jonuleit
Wunderbar gelesenes Hörbuch
Ich habe schon einige Bücher von Anja Jonuleit gelesen und bin jedes Mal wieder begeistert wie die Autorin mich mitreißen kann mit ihren Geschichten. Deshalb wollte ich auch unbedingt mehr über ihr neuestes Werk erfahren und kann wieder einmal sagen, dass die Autorin mich mit ihrer Geschichte gepackt hat und diese unter die Haut geht und einen so schnell nicht mehr los lässt!
Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen geschrieben, einmal geht es ins Jahr 2023.
Hier folgt die 85-jährige Inge Sundermann widerwillig einer Einladung zum Klassentreffen in die Lüneburger Heide. Mit dem Ort ihrer Kindheit verbindet sich eine furchtbare Schuld, die sie einst im Kindesalter auf sich geladen und tief in sich vergraben hat. Doch die Vergangenheit holt Inge nun ein in Gestalt der Tagebuchaufzeichnungen von Helga von Borcke, einer Frau, die bereits 1946 begonnen hat, die Chronik niederzuschreiben.
Und die Handlung geht zurück ins Jahr 1946. Die 8-jährige Inge findet auf dem Weg zum Geigenunterricht im Wald die Leiche einer jungen Frau. Ein tragischer Prozess um Lügen, Vertuschung und menschenverachtende Verbrechen nimmt seinen Lauf, der Inge viele Jahrzehnte später noch einmal mit voller Wucht heimsucht. Die idyllische Lüneburger Heide wird zum Schauplatz für Kriegsverbrechen, deren Täter noch Jahrzehnte später unentdeckt in ihren Familien leben.
Der Schreibstil ist sehr leicht und ich wollte in jeder freien Minute weiterhören. Die Autorin schafft es über das Thema im Buch sehr bewegend und lebendig zu erzählen. Dadurch, dass das Hörbuch quasi auf drei Ebenen geschrieben ist, einmal in der Gegenwart, einmal in der Vergangenheit aus Sicht von der jungen Inge und einmal aus Sicht der Reporterin Helga, braucht es kurze Zeit um in die Geschichte hineinzufinden. Hier hilft jedoch sehr, dass alle Sichtweisen von unterschiedlichen Personen gesprochen werden und man deshalb gut unterscheiden kann in welcher Perspektive man sich gerade befindet.
Die einzelnen Personen sind nicht einfach schwarz-weiss gezeichnet, jeder hat sein Päckchen zu tragen und alle handeln im Buch sehr lebensnah, genauso wie es eben auch gewesen sein könnte. Man kommt den Protagonisten auf jeden Fall sehr nah und kann ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen.
Die Geschichte ist sehr erschütternd, vorallem weil so viel wahres in dieser Geschichte zu finden ist. Das Hörbuch ist wirklich nur etwas für Leute die Schlimmes auch aushalten können, denn es wird nichts geschönt und das macht die Geschichte aber auch so wichtig. Im Nachwort erklärt die Autorin nochmal welche Personen und Ereignisse es damals wirklich gegeben hat, deshalb ist es sehr interessant zu hören.
Die Sprecherinnen haben alle sehr gut in ihre Rollen gepasst und angenehm vorgelesen. Sie haben die Geschichte richtig lebendig werden lassen und ich hatte sehr viel Freude beim anhören.
Ein Hörbuch, dass mich wieder einmal mitgerissen hat und so schnell nicht loslassen wird. Es regt zum Nachdenken an und wird noch eine Weile in mir nachhallen. Ich empfehle es an alle interessierten Leser weiter und gebe die volle Punktzahl. Die Autorin ist wirklich eine meiner Lieblingsautorinnen, mittlerweile.
Rezensionen von DoraLupin:
Wo der Wind die Namen trägt von Anja Jonuleit
Roman nach wahren Begebenheiten, der unter die Haut geht
Ich habe schon einige Bücher von Anja Jonuleit gelesen und bin jedes Mal wieder begeistert wie die Autorin mich mitreißen kann mit ihren Geschichten. Deshalb wollte ich auch unbedingt mehr über ihr neuestes Werk erfahren und kann wieder einmal sagen, dass die Autorin mich mit ihrer Geschichte gepackt hat und diese unter die Haut geht und einen so schnell nicht mehr los lässt!
Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen geschrieben, einmal geht es ins Jahr 2023.
Hier folgt die 85-jährige Inge Sundermann widerwillig einer Einladung zum Klassentreffen in die Lüneburger Heide. Mit dem Ort ihrer Kindheit verbindet sich eine furchtbare Schuld, die sie einst im Kindesalter auf sich geladen und tief in sich vergraben hat. Doch die Vergangenheit holt Inge nun ein in Gestalt der Tagebuchaufzeichnungen von Helga von Borcke, einer Frau, die bereits 1946 begonnen hat, die Chronik niederzuschreiben.
Und die Handlung geht zurück ins Jahr 1946. Die 8-jährige Inge findet auf dem Weg zum Geigenunterricht im Wald die Leiche einer jungen Frau. Ein tragischer Prozess um Lügen, Vertuschung und menschenverachtende Verbrechen nimmt seinen Lauf, der Inge viele Jahrzehnte später noch einmal mit voller Wucht heimsucht. Die idyllische Lüneburger Heide wird zum Schauplatz für Kriegsverbrechen, deren Täter noch Jahrzehnte später unentdeckt in ihren Familien leben.
Der Schreibstil ist sehr leicht zu lesen und die Seiten fliegen deshalb nur so dahin, dennoch schafft die Autorin es über das Thema im Buch sehr bewegend und lebendig zu schreiben. Dadurch, dass das Buch quasi auf drei Ebenen geschrieben ist, einmal in der Gegenwart, einmal in der Vergangenheit aus Sicht von der jungen Inge und einmal aus Sicht der Reporterin Helga, braucht es kurze Zeit um in die Geschichte hineinzufinden. Hier hilft jedoch sehr, dass alle Sichtweisen in unterschiedlichen Schriftarten sind und man deshalb gut unterscheiden kann in welcher Perspektive man sich gerade befindet.
Die einzelnen Personen sind nicht einfach schwarz-weiss gezeichnet, jeder hat sein Päckchen zu tragen und alle handeln im Buch sehr lebensnah, genauso wie es eben auch gewesen sein könnte. Man kommt den Protagonisten auf jeden Fall sehr nah und kann ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen.
Die Geschichte ist sehr erschütternd, vorallem weil so viel wahres in dieser Geschichte zu finden ist. Das Buch ist wirklich nur etwas für Leute die Schlimmes auch aushalten können, denn es wird nichts geschönt und das macht das Buch aber auch so wichtig. Im Nachwort erklärt die Autorin nochmal welche Personen und Ereignisse es damals wirklich gegeben hat, deshalb ist es sehr interessant zu lesen.
Ein Buch, dass mich wieder einmal mitgerissen hat und so schnell nicht loslassen wird. Es regt zum Nachdenken an und wird noch eine Weile in mir nachhallen. Ich empfehle es an alle interessierten Leser weiter und gebe die volle Punktzahl. Die Autorin ist wirklich eine meiner Lieblingsautorinnen, mittlerweile.
Rezensionen von DoraLupin:
Ein unmoralisches Mädchen von Alice Fortress
Berührende Geschichte nach einer wahren Begebenheit
Ich lese immer wieder gerne Geschichten die von wahren Begebenheiten erzählen, sie sind meistens interessant und berührend. Auch dieser Roman, der zugleich ein Auftakt ist, hat mich sehr erschüttert und wird noch eine Weile in meinen Gedanken sein.
Die Geschichte führt den Leser zurück in die siebziger Jahren der DDR, hier wächst Lucy in einer Welt auf, in der Moral und Macht unheilvoll ineinander greifen.
Das Lehrlingsheim, in dem sie lebt, ist ein Ort der Kontrolle, der Demütigung – und der heimlichen Sehnsucht nach Freiheit. Zwischen Zucht, Pflicht und Verboten entdeckt Lucy ihre erste große Liebe zu Tommy, einem jungen Traktoristen, dessen aufrechter Charakter sie fasziniert und zugleich in Gefahr bringt. Was als zarte Liebesgeschichte beginnt, verwandelt sich bald in ein Netz aus Lügen, Machtmissbrauch und Verrat. Der Heimleiter Becker zieht im Hintergrund die Fäden, während die Jugendlichen zwischen Anpassung und Aufbegehren zerrieben werden. Als Tommy verhaftet wird und Lucys Welt zusammenbricht, scheint auch ihr Glaube an Gerechtigkeit zu zerbrechen.
Der Schreibstil war von Beginn an sehr leicht zu lesen, sodass man das Buch in wenigen Tagen lesen könnte, da der Lesefluss sehr gut ist, aber dennoch habe ich für die Geschichte meine Zeit gebraucht. Das liegt daran, dass die Autorin die Erlebnisse im Lehrlingsheim sehr lebendig und ungeschönt geschrieben hat und man ganz in diese grausame Welt eintaucht, in der der Heimleiter eine große Macht hat! Die Geschichte ist sehr erschütternd geschrieben und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an, zugleich gibt sie aber auch ein gutes Bild ab wie das Leben in der DDR ausgesehen haben kann.
Lucy ist eine schüchterne junge Frau, von wunderschönem Aussehen, die in der Vergangenheit aber durch ihren Vater kein leichtes Leben hat. Als Leser ist es manchmal nicht ganz einfach gewesen diese teils so naive Frau zu verstehen, aber sie sucht nach ihrer schweren Kindheit einfach immer nach Geborgenheit und Liebe und wird von den Männern schamlos ausgenutzt. Sie hat es nie leicht und verliert doch nicht den Glauben an die Liebe und an ihre Träume.
Ein sehr bewegendes Buch, dass ich auch mal zur Seite legen musste. Es ist nichts zum "mal eben weglesen" sondern die Geschichte hallt nach. Ich habe sie sehr gerne gelesen und kann sie jedem weiterempfehlen, das Buch ist allerdings nichts für schwache Nerven.
Rezensionen von LeserinLu :
Keeping it casual von Karina May
Perfekte Romcom
Der Roman „Keeping it casual“ hat mich von Anfang an richtig gut unterhalten. Die Geschichte rund um Maxine, die nach einer Diagnose und dem Betrug ihres Freundes komplett neu sortieren muss, verbindet emotionale Themen mit einer angenehm leichten Erzählweise.
Besonders gefallen hat mir der Stil: Der Roman ist sehr flüssig geschrieben und die vielen Dialoge und Chatverläufe sind pointiert, witzig und lebendig.
Gerade diese Mischung sorgt dafür, dass man schnell in die Geschichte hineinkommt und gerne weiterliest. Auch die Grundidee – ein Kennenlernen über Tinder, bei dem sich zwei Menschen über gemeinsames Kochen annähern, ohne sich direkt zu begegnen – ist charmant umgesetzt.
Die Figuren wirken dabei erfreulich wenig klischeehaft. Max ist keine klassische Romcom-Heldin, sondern eine vielschichtige Figur, die sich erst einmal mit sich selbst auseinandersetzen muss. Auch ihre beste Freundin Alice mochte ich sehr, weil sie gleichzeitig unterstützend und eigenständig ist. Der love interest Johnny bleibt zunächst etwas geheimnisvoll, was neugierig macht, auch wenn ich es schade fand, dass man lange Zeit wenig über ihn erfährt und Max selbst oft mehr von sich erzählt, als wirkliches Interesse an ihm zu zeigen.
Ein schönes Extra sind die eingefügten Rezepte, die das Buch thematisch abrunden, auch wenn ich persönlich eher bei den Desserts bleiben werde (die Tarte au citron steht definitiv auf meiner Liste!), weil alles sehr fleischlastig ist.
Insgesamt ist „Keeping it casual“ eine unterhaltsame, moderne Romcom mit sympathischen Figuren und mehr Tiefe, als man zunächst erwartet. Nicht alles hat mich komplett überzeugt, aber die Mischung aus Humor, Emotion und Selbstfindung hat für mich sehr gut funktioniert.











