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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Genie und Gewissen von Michael Wolffsohn

Eine neue Sicht auf Herbert von Karajan

Michael Wolffsohn, Historiker und Nachfahre von aus NS-Deutschland geflüchtete Juden, begibt sich mit diesem Buch auf ein gefährliches Terrain. Denn er stellt die allgemeine Frage, ob Künstler und Künstlerinnen, die in der NS-Zeit Erfolge hatten, unbelastet sein können? Im konkreten Fall, geht es um Herbert von Karajan (1908-1989), den man viel Jahre hoch leben lässt, um ihn wenig später fast fallen zu lassen und ihn der Nähe zur NSDAP zeiht.

Muss Person und Werk getrennt betrachtet werden? Geht das überhaupt? Was tun mit historischen Fehleinschätzungen?

Bei seinen Recherchen hat Wolffsohn bislang unbekannte (oder vielleicht nur übersehene) Fakten ausgegraben. Zudem hat er entdeckt, dass zahlreiche Journalisten, Autoren und auch Historiker die eine oder andere Information ohne weitere Nachfrage übernommen haben.

Das Ergebnis seiner Recherche und der Neubewertung Karajans liegt nun mit diesem Buch vor. Wolffsohn weiß, dass er sich damit nicht nur Freunde macht, wenn er der verbreiteten Annahme, Karajan sei durch seine Nähe zum Regime, ein Nutznießer desselben gewesen, widerspricht.

In drei großen Abschnitten erklärt er, wie er sich der Person Karajan und dem Künstler Karajan genähert hat. Er eröffnet der interessierten Leserschaft ein Bild des Künstlers, das ihn als politisch eher desinteressierten Menschen bezeichnet, der im Elfenbeinturm mit und für seine Musik lebt, und sich neben der Partitur sich für Engagements in berühmten Konzertsälen und Opernhäuser interessiert, aber die Ereignisse rundherum völlig ignoriert. Details der Politik? Interessieren Karajan nicht. Anders als so manch anderen Dirigenten ist es ihm auch völlig egal, ob die Musiker im Orchester Juden oder eben nicht Juden sind. Die Qualität der Musiker des Spiels ist für ihn entscheidend.

Die Aufgabe, die sich Michael Wolffsohn gestellt hat, nämlich ein differenziertes Bild von Herbert von Karajan zu zeichnen, halte ich für durchaus gelungen, wenn es auch immer Menschen geben wird, die von ihrer Meinung nicht abrücken werden.

Der Schreibstil ist trotz der vielen Zahlen, Daten und Fakten niemals trocken. Im Gegenteil an zahlreichen Stellen flicht der Autor ironische Bemerkungen ein, die sogar als solche gekennzeichnet sind. Manche Aussagen oder Bemerkungen werden wiederholt. Es scheint Wolffsohn sichtlich wichtig, diesem Input ordentlich Gehör zu schenken. Gleichzeitig mokiert er sich darüber, dass durch die oftmaligen Wiederholungen von Un- oder Halbwahrheiten durch Journalisten und Autoren diese nicht richtiger werden.

Zahlreiche Briefe und/oder Interviews mit Zeitgenossen und Karajans Töchtern ergänzen diese Biografie, die im Verlag Herder erschienen ist.

Letzten Ende ist es schwierig als jemand, der die Zeit des NS-Unrechtsregime nicht miterlebt hat, sich ein Urteil anzumaßen. Wie hätten Vertreter meiner Generation in dieser Situation gehandelt?

Spontan fällt mir die Schlussszene in István Szabós Film „Mephisto“ ein, in der der fiktive Schauspieler Henrik Höfgen (der aber eine reale Entsprechung hat) mitten im Berliner Olympiastadion von Scheinwerfer verfolgt wird und ausruft: „Was wollen die von mir? Ich bin doch nur ein Schauspieler.“ Ähnliches kann ich mir von Karajan auch vorstellen. „Ich bin ja nur ein Dirigent.“ Wahrscheinlich mit dem Zusatz „aber der Beste“, denn wenn sich Karajan auch unpolitisch verstanden hat, bescheiden, war er nie.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser differenzierte Biografie, die zahlreiche zentrale Irrtümer richtigstellt und einen neuen Blick auf Maestro Herbert von Karajan ermöglicht, 5 Sterne.

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Genie und Gewissen

Rezensionen von Ryria:

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Die Rätsel meines Großvaters von Masateru Konishi

Gelungene Fortsetzung

Masateru Konishi nimmt uns wieder mit nach Japan und es gibt ein Wiedersehen mit all den Charakteren, die einem schon im ersten Teil ans Herz gewachsen sind.
So ist der Aufbau auch wieder sehr vertraut: Aus einer Alltagssituation entwickelt sich ein Rätsel, über das man anschließend selbst zusammen mit den Protagonisten nachdenken kann.

In einem Gespräch mit Kaedes Großvater werden zuletzt mögliche Auflösungen besprochen und diskutiert.
Währenddessen gibt es immer wieder schöne Einblicke in die japanische Kultur und das Leben der Charaktere.

Eigenarten der Sprache sowie japanische Begriffe werden dabei oft im Original belassen und nicht übersetzt, was ich sehr mochte. Mit entsprechendem Vorwissen lassen sich so weiterhin kulturelle Feinheiten gut herauslesen, trotzdem sollte es auch für Neulinge überwiegend gut verständlich sein.
Nichtsdestotrotz wären vielleicht manchmal kurze Anmerkungen toll gewesen, wie beispielsweise bei der Weihnachtsthematik (Heiligabend in Japan ist quasi wie bei uns Valentinstag).

Durch ebensolche Szenen und Details wird hier auch das Love Triangle weiter vertieft, was ich sehr mochte. Die Liebesgeschichte drängt sich nicht in den Vordergrund, aber ist doch im genau richtigen Maße immer noch vorhanden.
Gleiches gilt auch für die Demenzthematik, auch hier hat man wieder interessante Einblicke erhalten.
Generell knüpft das Buch gut an den Vorgängerband an, die Charaktere werden nochmal kurz vorgestellt und vorherige Fälle entweder erwähnt oder zusammengefasst, in genau dem richtigen Maße, um die Erinnerung wieder aufzufrischen.
Aufgrund der episodenartigen Form ist es vermutlich auch möglich, mit diesem Buch zu starten, jedoch würde ich die Lektüre von Band 1 trotzdem empfehlen, da es sich so wie ein Wiedersehen mit alten Freunden und eine Rückkehr nach Japan anfühlt.

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Die Rätsel meines Großvaters

Rezensionen von qq:

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Alt genug von Ildikó von Kürthy

Inspirierend

Inspirierend

War das jetzt schon alles? Die Frage, die sich durch das Buch zieht und mit der sich auch die Protagonistin beschäftigt. Jedoch ist das Buch mehr wie ein Roman über das Erreichen einer Altesmarke.
Die Protagonistin reflektiert ihr Leben, ihre unerfüllten Träume, verpassten Chancen und die Angst vor dem Älterwerden.

Es geht um Freundschaft, Liebe, und gesellschaftliche Erwartungen an Frauen - große Themen, die behandelt werden.
Der Schreibstil ist typisch für Ildikó von Kürthy: humorvoll mit etwas Selbstironie. Auch Emotionen kommen nicht zurück - generell eine tolle Atmosphäre wurde in diesem Buch gesfchaffen. Alles sehr sehr offen und ehrlich geschrieben.

Ein ehrlicher, warmherziger Roman über das Älterwerden, mit Tiefgang der somit auch nachdenklich macht - sehr lebensnah geschrieben. Von mir gibt es eine Empfehlung.

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Alt genug

Rezensionen von C. P.:

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The Poet Empress von Shen Tao

Die Kaiserin aus dem Reisfeld

Würde mich jemand fragen, was mir an The Poet Empress nicht gefallen hat: Mir fiele nichts ein. Das Buch hat mich emotional und stilistisch dermaßen mitgerissen, sowas erlebe ich selten. An einer Stelle kamen mir sogar die Tränen, so schockiert war ich in dem Moment von der Tat einer Person. Und die Aufmachung des Hardcovers (Erstauflage) mit dem faszinierenden Cover, dazu passendem Buchschnitt und dem Leseband machen das Buch zu einem richtigen Schmuckstück.

Der Aufhänger des Buches ist schnell erklärt: Für den zweitgeborenen kaiserlichen Prinzen werden Konkubinen gesucht, da er von seinem Vater als Nachfolger favorisiert wird. Prinz Terren gilt als grausam und gewalttätig, dennoch kämpft sich Yin Wei in die Gruppe der Anwärterinnen in der Hoffnung, aus dem Palast heraus ihrem Heimatdorf finanziell sowie mit Nahrungsmitteln helfen zu können. In den Augen der wohlhabenden Mädchen ist Yin Wei als Tochter ärmlicher Reisbauern das perfekte Mobbingopfer, doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was sie ab dem Zeitpunkt der Auswahlzeremonie erwartet.
In diesem Buch wird nichts romantisch verklärt. Terren ist wirklich grausam, und das wird beim Lesen in mehrfacher Hinsicht deutlich. Und gleichzeitig liefert die Autorin uns ein ganz anderes Bild: das des jüngeren Prinzen, sensibel und einfühlsam. Gemeinsam mit Yin Wei erlebt man nicht nur ihren Alltag im Palast, der ihr so manches Mal sehr viel abverlangt, sondern begibt sich auf die Suche nach den Hintergründen zu Prinz Terrens Verhalten.
Das Buch ist wirklich emotional sehr bewegend. Dabei machen die Palastintrigen nur einen Teil davon aus, hauptsächlich sind es die Szenen mit Prinz Terren in der Gegenwart oder die Szenen aus der Vergangenheit des Prinzen, welche Yin Wei aus Quellen verschiedenster Art erzählt bekommt. Ein wenig Magie kommt ebenfalls ins Spiel: die männlichen Nachkommen der Kaiserfamilie erben jeder eine Art von Magie, welche sich in ihrer Kindheit manifestiert. Ebenso können Segenssprüche Magisches bewirken, was sich Yin Wei für ihre Ziele zunutze machen will.
Schritt für Schritt tastet man sich in dem Buch bis zur erschütternden Wahrheit voran, während die Gegenwart nicht minder aufreibend ist. Ein absolut packender Roman vollgepackt mit tragischen Geheimnissen, Intrigen, Lügen, Verrat und einer wirklich mutigen Protagonistin, die für sich und ihresgleichen kämpft.

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The Poet Empress

Rezensionen von Gute_Laune:

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Das Gemüsegarten 1 x 1 von Kai Meret Brieske

Wissen rund um den Gemüsegarten

Inzwischen würde es mich wundern, wenn ein Koch-, Back- oder Gartenbuch nicht von einem Influencer geschrieben worden wäre, von dem ich noch nichts gehört habe, weil ich keinen Blogs oder ähnlichen sozialen Medien folge. Aber dieses Buch hier ist echt klasse! Es ist ganz sicher nicht für Profis gedacht, das ist ja klar.

Daher finde ich die Informationen, die es bietet, hilfreich und nützlich. Klar, es finden sich auch Dinge, die ich längst wusste. Doch das stört nicht, denn es gehört zu einem Nachschlagewerk meiner Meinung nach dazu.

Die Kapitel lauten Anzucht; Im Garten; Schädlinge & Nützlinge; Krankheiten; Pflanzen; Praxistipps fürs erste Jahr; Pflanzen erkennen. Beim letzten Kapitel hätte ich mir noch viel mehr Pflanzen gewünscht, weil ich tatsächlich immer wieder strauchle, ob da jetzt eine Pflanze oder ein Unkraut wächst. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich viele Ecken angelegt habe, in denen insektenfreundliche Blumen wachsen sollen. Gerade da macht sich aber auch gern das Unkraut breit.

Für totale Newbies ist das Buch besonders interessant. Aber obwohl ich seit Jahrzehnten immer mal wieder Phasen auslebe, in denen ich besonders viel und gern gärtnere, finde ich hier für mich noch immer neue Erkenntnisse bzw. fühle mich in einigen Erfahrungen bestätigt. Der Aufbau ist logisch und intuitiv findet man die Informationen, die man gerade braucht. Das meiste ist für alle Pflanzen passend. Aber es gibt auch Pflanzenportraits und spezielle Informationen dazu. Hier ist natürlich auf 240 Seiten nicht für alle Pflanzen Platz, aber doch für die, die am häufigsten im Hobbygarten angepflanzt werden.

Insgesamt überzeugt mich das Buch tatsächlich rundum. Besonders die Markierungen am Buchschnitt, um leichter zum passenden Abschnitt bzw. Kapitel zu kommen, machen das Buch sehr gut nutzbar. Ich bin davon überzeugt, dass es mir hilft, die Ernte dieses Jahr noch mehr zu verbessern und auch mit Pflanzen Glück zu haben, die mir bisher Schwierigkeiten machten. Fünf Sterne!

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Das Gemüsegarten 1 x 1

Rezensionen von Philiene :

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Der Schrein der Könige von Sabine Weiß

Toller Mittelalterroman

Ich bin schon lange ein großer Fan der historischen Romane von Sabine Weiß. Ich mag es einfach das sie sich in jedem Buch mit einem anderen Thema beschäftigt. Unterschiedliche Länder, Epochen und Menschen bereichern ihre Geschichten. Diesesmal geht es in die Stadt Köln im zwölften Jahrhundert und um nicht weniger als den Schrein für die Heiligen Drei Könige.

Im Mittelpunkt steht der Goldschmied Nicolaus der mit seinen drei Kindern aus Verdun nach Köln zieht um hier den Schrein anzufertigen. Doch bei den ansässigen Goldschmieden stößt das nicht gerade auf Begeisterung und auch Nicolaus Sohn Louis ist alles andere als Begeistert von dem Umzug.

Wie immer bei Sabine Weiß glänzt der Roman durch Elemente Recherche die sich vor allem in den Beschreibungen der Lebensumstände der Charaktere wiederspiegeln. Dazu kommt eine Geschichte die mich ab der ersten Seite mitgerissen hat und mich mitten ins zwölfte Jahrhundert hineinversetzt hat. Ob nun die Goldschmiedekunst oder die Heiligen Verehrung, ob nun der Umgang mit Fremden oder mit den ortsansässigen Juden oder auch das Familienleben alles wird detailliert erzählt und fügt sich zu einen großartigen Geschichte zusammen.
Ein Muss für Fans von historischen Romanen.

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Der Schrein der Könige

Rezensionen von cosmea:

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Schwarzer September von Sandro Veronesi

Das Ende einer glücklichen Kindheit

Im Sommer 1972 ist Giogio Bellandi 12 Jahre alt. Sein Vater ist ein erfolgreicher, gutaussehender Rechtsanwalt, seine Mutter Betty eine gebürtige Irin. Er hat eine fünf Jahre jüngere Schwester namens Gilda. Wie immer verbringt die Familie den Sommer in Fiumetto an der ligurischen Küste. Der Vater kommt am Wochenende dazu und verbringt viel Zeit auf dem Wasser mit seinem geliebten Segelboot Tivatú.

Er nimmt Giogio mit auf diese Fahrten und führt mit ihm teilweise sehr riskante Manöver durch. In diesem Sommer verliebt sich der pubertierende Giogio in Astel, die dreizehnjährige bildhübsche Tochter einer Äthiopierin, die mit dem sehr reichen Geschäftsmann Lucido Raimondi verheiratet ist. Die Raimondis halten sich in der benachbarten Strandkabine auf, und ihre Häuser befinden sich auch in Sichtweite voneinander. Astel bitte Giogio um Hilfe beim Erlernen der englischen Sprache, und die beiden Jugendlichen übersetzen zusammen Songtexte von David Bowie und Cat Stevens. Sie kommen einander näher und verbringen so viel Zeit wie möglich miteinander, hören ihre Lieblingsmusik und tanzen dazu. Giogio interessiert sich auch für alle Sportarten und das Schachspiel und verfolgt aufmerksam die Olympischen Spiele in München. Doch dann passieren zwei schreckliche Dinge, und von einem Tag zum anderen ist nichts mehr, wie es war.
Etwa fünfzig Jahre später schreibt Giogio seine Geschichte auf. Er hat nichts vergessen, vor allem seine erste Liebe nicht. Der Autor lässt sich viel Zeit, wenn er die Ereignisse dieses Sommers nachzeichnet, und es passiert insgesamt nicht viel. Es gibt immer wieder Vorausdeutungen, die auf die unaufhaltsam nahenden Katastrophen hinweisen, wodurch die Spannung erhöht wird. Allerdings verringert die Tatsache, dass der Klappentext viel zu viel verrät, die Wirkung dieser Erzähltechnik erheblich. Mir hat der Roman gut gefallen, nachdem ich mich an die detaillierte Darstellung gewöhnt hatte, denn es geht ja auch um Sommer am Meer mit wunderbarem italienischem Ambiente.

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Schwarzer September

Rezensionen von begine:

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Fünf Fremde von Romy Fölck

Auflösung nah 30 Jahren



Romy Fölcks Thriller, Fünf Fremde, hat zwei Zeitebenen. Einmal 1995 und dann 2025.
Der Schauplatz ist die Insel Neuwerk.
Es beginnt mir der Überfahrt mit der Fähre im Jahr 2025 bei Sturm. Da bekommt man die Witterung gleich hautnah mit.
Im Prolog erfährt man, das 1995 aus dem Schullandheim zwei Jugendliche verschwinden.

Das Mädchen erscheint plötzlich wieder, spricht aber nicht. Der Junge bleibt verschwunden.
2025 geschehen eigenartige Dinge.
Die Polizistin Annika kommt aus Hamburg zurück auf die Insel. Sie ist in den Fall involviert.
Es beginnt eine fesselnde Geschichte, in der ich gefangen war.
Es ist ein lesenswerter Roman.

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Fünf Fremde

Rezensionen von gabiliest:

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Und das Glück duftet nach Wolken und Meer von Susa Bartel

Heimat ist dort, wo dein Herz schlägt

Mit “Und das Glück duftet nach Wolken und Meer” hat Autorin Susa Bartel einen gefühlvollen Debütroman vorgelegt und lädt die Lesenden ein, mit Kayla in das wunderschöne Irland, nach Old Quay, zu reisen. Schon das stimmungsvolle Cover weckt die Sehnsucht danach, an der stürmischen Atlantikküste zu stehen und den rauen Wind zu spüren.

Kayla hat bis jetzt in Berlin gelebt. Ihre Beziehung mit Partner Ben steht auf der Kippe und ihr Business, Trauerbegleiterin beim Tod eines Haustieres, läuft gar nicht gut. Nun fliegt sie aus einem traurigen Anlass nach Hause. Ihr Dad ist schwer krank und stirbt. Sie selbst wird im Dorf ihrer Kindheit teils wohlwollend, teils mit Vorwürfen empfangen. Denn manche sind der Meinung, sie hätte ihre alte Gran im Stich gelassen. Auch Kaylas Bruder Logan wirft ihr das vor, daher herrscht zwischen ihnen Eiszeit. Denn die Geschwister haben sich noch nicht vom größten Schicksalsschlag ihrer Jugend erholt: Ihre Mutter ist verschwunden, als sie noch Kinder waren.

Langsam erkennt Kayla, wie schön es in ihrer Heimat ist und dass Gran sie brauchen würde. Denn ihr verstorbener Vater war in den letzten Jahren sehr aufbrausend und trunksüchtig. Auch trifft sie ihre Freundin aus Kindertagen, Maeve, wieder, die eine Galerie betreibt. Als Kayla ihr die Fotographien zeigt, die sie in Berlin gemacht hat, eröffnen sich neue Perspektiven und der Wunsch, nach Berlin zurückzukehren und ihre alte Beziehung wieder aufzunehmen, tritt immer mehr in den Hintergrund. Denn da gibt es Nathan, einen jungen Witwer, zu dem es Kayla immer mehr hinzieht. Soll Kayla mutige Entscheidungen treffen und die Beziehung mit Ben beenden, sich sogar mit ihrem Bruder aussöhnen und die Suche nach ihrer verschwundenen Mutter aufnehmen?

Susa Bartel hat mit “Und das Glück duftet nach Wolken und Meer” nicht nur einen Sehnsuchtsroman nach Irland geschrieben, sondern es hervorragend verstanden, tiefe Gefühle, Trauer und die Suche nach den eigenen Wurzeln zu einer atmosphärischen Wohlfühlgeschichte zu verdichten, die man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Es fällt leicht, sich in das Geschehen zu versetzen, die Gefühle der Protagonisten sind lebendig dargestellt und gut nachvollziehbar. Die Autorin beschreibt überzeugend, in welch innerer Zerrissenheit gepaart mit Schuldgefühlen sich Kayla lange Zeit befindet und wie schwierig es ist, wieder auf ihren Bruder zuzugehen. Besonders beeindruckt, wie Gran Kayla sofort das Gefühl gibt, bei ihr zu Hause und geborgen zu sein. Zusätzlich stürzt Nathan, der im Burren- Nationalpark eine Parfümerie betriebt und augenscheinlich Interesse an Kayla hat, sie in Verwirrung. Sehr gut dargestellt ist die Ablehnung, die ihr Bruder Logan Kayla entgegen bringt, lange ist ungewiss, ob sich die Geschwiste annähern werden. Trotzdem hat man als Leserin das Gefühl, dass hier eine Entwicklung beginnt, die für alle Beteiligten ein versöhnliches und gutes Ende nehmen wird.

“Und das Glück duftet nach Wolken und Meer” ist ein außergewöhnlicher Roman mit Tiefgang, der große Gefühle beschreibt und die Lesenden an einer Geschichte teilnehmen lasst, deren Höhen und Tiefen sich erst langsam erschließen, aber deren Erforschung sich wirklich lohnt. Trotzdem liest sich das Buch leicht und bietet witzige Situationen. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen und ich möchte ihn gerne allen Lesenden empfehlen, die die grüne Insel mögen und gerne in Familiengeschichten eintauchen.

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Und das Glück duftet nach Wolken und Meer

Rezensionen von cosmea:

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Ich, die ich Männer nicht kannte von Jacqueline Harpman

Ist Überleben nicht mehr als das Warten auf den Tod?

Ein namenloses junges Mädchen ist zusammen mit 39 Frauen in einem unterirdischen Käfig eingesperrt. Hier gelten strenge Regeln. Sie werden von drei Wärtern bewacht, die bei jeglichem Verstoß mit der Peitsche knallen. Sie sprechen nicht mit den Gefangenen, die nicht wissen, warum sie eingesperrt sind und auch nicht, warum sie überhaupt am Leben gehalten werden.

Irgendwann in der Vergangenheit hat es ein unbekanntes Ereignis gegeben, das ihr bisheriges Leben beendete. Die anderen Frauen haben noch vage Erinnerungen an die Vergangenheit, an Ehemänner und Kinder, an Liebe und Sex. Das Mädchen wird unter anderem auch deshalb von den anderen ausgrenzt, weil ihre Situation völlig anders ist. Sie wurde schon als Kleinkind in den Käfig gesperrt, kennt ihren Namen nicht und weiß nicht, wer ihre Eltern sind. Sie kann weder lesen noch schreiben, kann sich unter all den Dingen, die zu einem normalen Alltag gehören, nichts vorstellen. Irgendwann findet sie in Anthea eine Freundin, die ihr Zahlen und Buchstaben beibringt. Das Mädchen entwickelt ein System, das es ihr ermöglicht, Zeit zu messen. Bisher gab es für die Frauen keine Möglichkeit, Tag und Nacht zu unterscheiden, denn das Licht wurde nie ausgeschaltet. Eines Tages ertönt eine Sirene, und die Wärter, die gerade die Zellen geöffnet haben, um die karge Mahlzeit zu bringen, verschwinden spurlos. Als erste verlässt das Mädchen das Gefängnis. Sie schaut sich in dem Bunker um, findet reichlich Lebensmittel und tiefgefrorenes Fleisch, etwas Kleidung, einige Paar Stiefel. In der Folge erforschen die Frauen erst die Umgebung und machen dann immer längere Expeditionen. Sie hoffen, auf andere Menschen zu treffen, eine Stadt zu finden. Stattdessen stoßen sie im Laufe der Jahre auf immer neue verschlossene Bunker mit jeweils 40 toten Frauen, manchmal auch Männern. Im Lauf der Jahre werden sie eine Gemeinschaft, weil sie nur überleben können, wenn sie einander unterstützen und helfen. Da das Mädchen mit Abstand die Jüngste ist, ist von vornherein klar, dass sie irgendwann die einzige Überlebende sein wird.
In dieser ungewöhnlichen Dystopie behandelt die Autorin viele Themen. Was macht menschliches Leben aus? Was macht uns zu denen, die wir sind? Sind die Frauen außerhalb des Käfigs wirklich frei? Welchen Sinn hat das (Über-)Leben? Auf viele Fragen bekommt der Leser bis zum Schluss keine Antwort, zum Beispiel, welches Ereignis jegliche Normalität beendet hat und ob sie sich noch auf dem Planet Erde befinden. Wo kommt die Energie für die Beleuchtung der Bunker her, und wer sorgt für die Nahrungsmittel?
Die neue Übersetzung dieses zuerst 1995 in französischer Sprache veröffentlichten lange vergessenen Romans ins Englische hat einen Hype ausgelöst, den ich nicht so ganz nachvollziehen kann. Es ist ein interessanter Roman, der für mich aber zu viele Fragen unbeantwortet lässt und einige Ungereimtheiten enthält.

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Ich, die ich Männer nicht kannte