Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Claudia R.:
Heart of Night and Fire von Nisha J. Tuli
Romantasy mit indischen Vibes
Klappentext / Inhalt:
+++ Limitierte Erstauflage mit Farbschnitt. Nur solange der Vorrat reicht +++
Verbotene Magie. Eine Leidenschaft, die in Träumen geboren wird. Und ein Geheimnis, das ihre Welt in Flammen setzt.
Dein nächster Book-Boyfriend erwartet dich: Mit »Heart of Night and Fire« startet Bestseller-Autorin Nisha J.
Tuli ihre vierbändige Fantasy-Serie »Das Nachtfeuer-Quartett«: actionreiche spicy New Adult Romantasy voller beliebter Tropes: Slow Burn, Enemies to Lovers, Grumpy x Sunshine Freundschaft, Found Family und Forced Proximity
Zarya weiß, dass sie gefährlich ist: Seit ihrer Kindheit ist sie eine Gefangene, die zum Kämpfen ausgebildet wird, aber unter keinen Umständen ihre Magie einsetzen darf. Nur warum das so ist, weiß sie nicht. Als ihr endlich die Flucht gelingt, landet sie in einer schillernden Stadt aus Marmor, die dem Untergang geweiht scheint. Nacht für Nacht entbrennt vor den Toren der Kampf gegen grausame Dämonen. Zarya schließt sich den Kämpfern an – auch, um deren geheimnisvollem Kommandanten Vikram nahe zu sein. Doch der bluttrinkende Unsterbliche hat seine eigenen Geheimnisse. Und falls er hinter Zaryas kommt, ist sie in tödlicher Gefahr. Was Zarya schließlich über ihre Gefangenschaft und ihre verbotene Magie herausfindet, stellt sie vor eine unmögliche Wahl: ihre Heimat und ihre neu gewonnene Familie den Dämonen zu überlassen – oder die Macht zu entfesseln, die in ihr schlummert, und sich selbst an eine Dunkelheit zu verlieren, die seit Jahrhunderten auf sie gewartet hat.
Fantasy Romance, die süchtig macht – mit dem Love Interest deiner dunkelsten Träume.
Nisha J. Tulis farbenprächtige, von der indischen Mythologie inspirierte Fantasy-Welt steckt voller düsterer Geheimnisse und tödlicher Herausforderungen. Eine starke, schlagfertige Heldin auf der Suche nach ihrer wahren Identität trifft auf vampir-ähnliche sexy Unsterbliche. Perfekt für die Fans des Fantasy-Bestsellers »Trial of the Sun Queen« und Carissa Broadbents »The Serpent and the Wings of Night«
Cover:
Das Cover ist farbenprächtig und ausdrucksstark umgesetzt und weckt zugleich auch das Interesse und die Aufmerksamkeit. Die Orange-Töne machen eine schöne und warme Atmosphäre aus. es wirkt geheimnisvoll und spannend. Optisch und farblich ist es toll umgesetzt.
Meinung:
Zarya hegt den Wunsch aus ihrer Gefangenschaft zu entkommen und die Welt zu entdecken. Sie wurde zum Kämpfen ausgebildet. Bei ihrer Flucht gelangt sie in eine von Dämonen heimgesuchte Stadt und es nimmt hier immer mehr an Spannung, aber auch Geheimnissen zu.
Zu viel möchte ich hier jedoch noch nicht verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen dazu bedeckt.
Der Schreibstil ist bildgewaltig und wortgewandt. Man kann dem Ganzen sehr gut folgen. Anfänglich fand ich die Namen der Charaktere und Städte etwas schwierig und nicht ganz einfach, was so auch das Hineinkommen ein wenig erschwerte. Nach und nach fand ich aber besser hinein und konnte das Ganze auch noch besser greifen.
Wundervoll finde ich auch den tollen Farbschnitt, welcher das Ganze sehr schön abrundet. Auch die Karte zu Beginn finde ich ein tolles und sehr schönes Extra und auch das Glossar am Ende ist hilfreich, auch wenn es recht kurz gehalten ist.
Die einzelnen Abschnitte und Kapitel haben eine gute und angenehme Länge. Es lässt so einen guten Lesefluss zu. Es liest sich angenehm, locker und flüssig. Die Kapitelanfänge sind gut und deutlich erkennbar, die Kapitel selbst sind einfach durchnummeriert. Gestaltung und Gliederung hat mir gut gefallen.
Die Geschichte selbst ist spannend und fesselnd umgesetzt und der Auftakt dieser Reihe sehr gut gelungen. Es wird aus der dritten Person erzählt und in die Charaktere findet man sich so sehr gut hinein, hat aber dennoch einen gewissen Abstand. Den indisch angehauchten Polt fand ich gut und auch die Charaktere, die doch recht unterschiedlich sind, konnten überzeugen. Emotionen und Gedanken konnte man nachempfinden. Anfängliche Schwierigkeiten mit dem Namen und dem Hereinkommen, wurden mehr und mehr vergessen. Ich fand es spannend und unterhaltsam und wurde sehr gut unterhalten. Auf den nächsten Band bin ich schon sehr gespannt und kann es kaum erwarten.
Fazit:
Spannend und fesselnde Romantasy mit indischem Flair.
Rezensionen von tonton:
Albert & Einstein, Band 2 - Der total verrückte Weltraum-Wahnsinn von Tim Collins
Unterhaltsam und mit viel Sachwissen
Mein Sohn liebt alles, was mit dem Weltraum zu tun hat, bevorzugt Comics und löst gerne Rätsel. Dieses Buch trifft also genau seinen Geschmack.
Den Schreibstil finde ich wirklich gelungen: eine kurzweilige Geschichte im Langtext-Format und mit Abschnitten als Comic. Die Handlung ist kindgerecht und actionreich und enthält gleichzeitig richtig viel Sachwissen, ohne den Lesefluss zu erschweren.
Die Rätsel sind vielfältig und gut in die Geschichte eingebunden, sodass der Leser das Gefühl hat, wirklich mitzumachen. Die Aufgaben sind vorwiegend mathematikorientiert und es wird ziemlich viel gerechnet. Dabei müssen Kinder grundlegende Multiplikations- und Divisionsaufgaben lösen können. Ich finde es besonders beeindruckend, wie viel Wissen durch die Rätsel vermittelt wird. Der Leser lernt zum Beispiel, was Prüfziffer sind und wie man sie berechnet.
Ein richtig cooles Buch!
Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. Historiker:
Brennende Erde von Sunil Amrith
Lesenswert und leicht lesbar
Amrith Sunil blickt in "Brennende Erde" auf leicht lesbare Weise auf die Weltgeschichte der letzten 500 Jahre zurück. Er macht bewusst, wie sehr das Ringen um Freiheit und Fortschritt mit der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen Hand in Hand ging. Er greift auf eine Vielzahl von Quellen zurück und blickt auf die Hinterlassenschaft des portugiesischen Silberbergbaus in Peru ebenso wie auf die britische Jagd nach Gold in Südafrika oder die Ölextraktion in Zentralasien.
Amrith erkundet Seewege, Schienenwege und Autobahnen, die Menschen an neue Orte gebracht haben, wo sie einander bekämpften oder sich die widerständige Natur unterwarfen. Sein Buch zeigt, dass wir einen anderen Blick auf unsere Geschichte gewinnen müssen, wenn wir die Weisheit erlangen wollen, die Erde zu retten.
Rezensionen von Shilo:
Der Kriminale Inquisitor von Manfred Schumacher
Düsterer Mordfall im 14. Jahrhundert
Dieser historische Kriminalroman entführt direkt ins Jahr 1368 nach Goslar und öffnet ein eindrucksvolles Fenster ins Mittelalter. Schon zu Beginn spürt man, wie gefährlich und unsicher das Leben damals war – geprägt von Pest, Aberglauben und klaren Grenzen zwischen den Ständen. Gerade diese Kulisse hat mich beim Lesen immer wieder gefesselt, weil sie so anschaulich beschrieben ist und das Geschehen dadurch besonders authentisch wirkt.
Im Mittelpunkt steht Jan von Granitweiler, ein ehemaliger Ordensritter mit klarem Verstand, der die Ermittlungen aufnimmt. An seiner Figur hat mir gefallen, dass er nicht nur analytisch denkt, sondern auch mit seiner Vergangenheit ringt und innere Zweifel mit sich trägt. Dadurch wirkt er vielschichtig und glaubwürdig. Neben ihm spielt Isolde eine wichtige Rolle – eine junge Frau mit einem gefährlichen Geheimnis. Sie bringt eine eigene Sichtweise ein, die sich gut mit der eigentlichen Ermittlungsarbeit verbindet und der Geschichte zusätzliche Tiefe gibt.
Die Mordserie entfaltet sich Schritt für Schritt, bleibt spannend und nachvollziehbar. Besonders gelungen fand ich, wie verborgene Zusammenhänge nach und nach ans Licht kommen. Für mich war das Lesen fast so, als würde man Stück für Stück ein komplexes Puzzle zusammensetzen, bei dem sich mit jeder neuen Erkenntnis ein klareres Bild ergibt.
Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, ist die Mischung aus Kriminalhandlung und historischem Hintergrund. Die Atmosphäre ist dunkel, manchmal beklemmend, doch die Figuren zeigen immer wieder Momente voller Menschlichkeit. So entsteht ein ausgewogenes Bild, das weder übertrieben noch künstlich wirkt, sondern in sich stimmig bleibt.
Am Ende bleibt ein historischer Kriminalroman, der sowohl durch Spannung als auch durch seine überzeugende Authentizität punktet – und den ich ohne Zögern weiterempfehle. Von mir gibt es 5 Sterne.
Rezensionen von Anilam:
Eine Insel im Meer von Annika Thor
Ein berührendes Buch über Verlust, Hoffnung und Neuanfang
Eine Insel im Meer hat mich sehr berührt. Das Cover ist schlicht, aber stimmungsvoll und macht sofort neugierig. Erzählt wird von zwei Schwestern, die Ende der 30er-Jahre nach Schweden geschickt werden – mehr verrate ich nicht, damit nichts gespoilert wird ????.
Die Autorin bringt die Gefühle der Mädchen wunderbar rüber: Heimweh, Unsicherheit, aber auch kleine Hoffnungen.
Der Schreibstil ist angenehm und klar, sodass man schnell in die Geschichte hineinfindet. Besonders Steffi mit ihren inneren Konflikten wirkt sehr authentisch.
Auch die ruhigeren Passagen passen gut zur Stimmung. Mir gefällt besonders, dass die Geschichte nicht nur historische Fakten erzählt, sondern die persönlichen Gefühle in den Vordergrund rückt. Insgesamt ist es ein einfühlsames Buch, das nachhallt – und das ich Jugendlichen wie Erwachsenen absolut empfehlen kann.
Rezensionen von Anilam:
Albert & Einstein, Band 2 - Der total verrückte Weltraum-Wahnsinn von Tim Collins
Abenteuer, Wissen und jede Menge Weltraum-Spaß
Das Cover von „Albert und Einstein – Der total verrückte Weltraum-Wahnsinn“ ist bunt, verspielt und macht sofort Lust auf das Abenteuer. Auch innen überzeugt die Gestaltung mit witzigen Illustrationen und spannenden Rätseln, die perfekt zur Geschichte passen.
Albert und seine Hündin Einstein starten ins All, um die Erde vor einem Asteroiden zu retten.
Dabei wird das Thema Weltraum spannend und kindgerecht umgesetzt, gewürzt mit viel Humor. Besonders gefallen hat mir die Mischung aus Abenteuer und Mitmach-Aufgaben: So lernen Kinder spielerisch etwas über Naturwissenschaft und Technik.
Der Schreibstil ist locker, leicht verständlich und voller Witz. Albert und Einstein ergänzen sich toll – der eine ängstlich, die andere mutig – und wirken dadurch sehr lebendig. Auch die internationale Crew sorgt für Vielfalt und Abwechslung.
Für uns ist das Buch interessant, weil es Unterhaltung und Wissen auf clevere Weise verbindet. Die Übersetzung von Sarah Heidelberger bringt den Humor gut ins Deutsche.
Rezensionen von Anilam:
Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels von Vea Kaiser
Wieder typisch Vea Kaiser – voller Leben und Gefühl
Ich lese die Bücher von Vea Kaiser schon länger und liebe ihren Stil – auch Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels hat mich sofort abgeholt. Ihre Figuren wirken einfach immer echt: mit Ecken, Kanten, Träumen und Fehlern. Das Grand Hotel als Schauplatz ist großartig gewählt – elegant, ein bisschen geheimnisvoll und voller kleiner Dramen.
Was mir besonders gefallen hat: Die Spannung entsteht hier nicht durch Action, sondern durch die Menschen selbst – ihre Konflikte, ihre Beziehungen, ihre Sehnsüchte. Genau das macht die Geschichte so lebendig. Und wie immer hat Vea Kaiser es geschafft, ernste Themen mit Leichtigkeit und Wärme zu verweben.
Auch die Gestaltung des Buches passt perfekt: elegant, aber mit einem Augenzwinkern – besonders der Dackel auf der Lampe hat mich sofort zum Schmunzeln gebracht.
Für mich war es wieder ein Buch, das man nicht einfach zuklappt und vergisst, sondern das nachklingt. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Werk von ihr!
Rezensionen von Arambol:
Entführung im Himmelreich von Andreas Winkelmann
Rückkehr ins Himmelreich
"Kontrolle ist Angst. Chaos ist Freiheit. Wer kontrollieren will, scheut das Risiko."
Endlich: Dauercamper Björn Kupernikus, fast pensionierter Schauspieler und "Wunsch-Tatort-Kommissar" und die ehemalige Lehrerin Annabelle Schäfer ermitteln wieder. Schon nach wenigen Seiten fühlt man sich im Himmelreich wieder heimisch: alle - ja, wirklich alle - alten Bekannten sind auch im zweiten Teil wieder mit dabei.
Und ganz genau deswegen ist es unerlässlich den ersten Teil vorab gelesen zu haben.
Der Campingplatz Himmelreich gerät in Aufruhr, als der ortsansässige Bäcker plötzlich verschwindet. Die Bewohner machen sich Sorgen: Der Lieferwagen des Vermissten wird in der Nähe des Sees gefunden, seine Schuhe stehen einsam am Ufer. Die Polizei sieht zuerst keinen Hinweis auf Fremdverschulden und spricht von einem möglichen Unfall oder Selbstmord. Da sind Kupernikus und Annabella grundsätzlich anderer Meinung und nehmen umfangreiche Ermittlungen auf. Diese gestalten sich dann nätürlich wieder äußerst turbulent und ereignisreich. Die Geschichte ist voller Abwechslung, der Humor nicht zu aufdringlich und jederzeit angemessen dosiert. Mit dem sympathischen Ermittlerteam rund um die Hundedame Pinguin muss man einfach mitermitteln.
Tatsächlich gelingt es Winkelmann, seine drastisch überzeichneten Charaktere gleichzeitig so charmant und liebenswert darzustellen, dass man ihnen gern durch jede noch so absurde Wendung folgt.
Auch aufgrund der angenehm einfach gewählten Sprache und der eingängigen Dialoge ist das Buch recht flüssig und deshalb auch leider schnell ausgelesen.
Der Fall bleibt dabei jederzeit spannend genug, um neugierig weiterzulesen.
Ein Campingplatz als nicht alltäglicher Schauplatz sorgt zusätzlich für ein ganz eigenes Flair und verleiht dem Krimi eine besondere Note.
"Entführung im Himmelreich" ist rasant, witzig und voller kluger Wortspielereien; und das ist genau die richtige Mischung für alle, die sich mit einem kurzweiligen Wohlfühlkrimi entspannen möchten. Bitte mehr davon!
Rezensionen von LesenIstLeben:
Die 1-Minuten-Strategie gegen mentale Erschöpfung von Cordula Nussbaum
Mini-Ratgeber gegen mentale Erschöpfung
„Die 1 – Minuten Strategie gegen mentale Erschöpfung“ von Cordula Nussbaum ist ein Achtsamkeitsbuch im Miniformat für die Tasche.
Das Buch oder auch der Ratgeber von Cordula Nussbaum stellt in acht Kapitel mit Vorwort allgemein bekannte Methoden und Möglichkeit zur Erhaltung der mentalen Gesundheit dar.
Von „Sei gut zu dir“ über „Lass mal alles aus“ bis hin zu „Machen ist wie wollen, nur krasser“ ist alles dabei, was man für mentale Ausgeglichenheit und Ruhe im Alltag mit der 1 – Minuten - Strategie braucht. Das handliche Format und die kurzen Textelemente gespickt mit anschaulichen Grafiken ist kurzweilig und ansprechend. Ob es im Alltag so spontan funktioniert, kann ich nicht beurteilen, da es für mich wenig neue Inputs gab. Manchmal war es mir ein bisschen zu viel „Tschakka, wir schaffen das“, aber das ist sicher Geschmackssache.
Das handliche, sehr besondere Format mit dem Kartonumschlag ist ein echter Blickfang. Auch das Buchcover, die Gestaltung der Innenseiten und der einzelnen Kapitel sind sehr ansprechend gestaltet. Besonders das Hervorheben der Zitate auf den einzelnen Seiten hat mir sehr gut gefallen.
„Die 1 – Minuten Strategie gegen mentale Erschöpfung“ von Cordula Nussbaum ist ein Mini -Guide für einen schnellen Einblick in den großen Bereich der Achtsamkeit und mentale Gesundheit.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Trocken von Daniel Wagner
Eindringliches Plädoyer für einen Wandel im gesellschaftlichen Umgang mit der Droge Alkohol
Zum Glück ist "Trocken", ein außergewöhnlich berührendes, ehrliches Memoir des Autoren und trockenen Alkoholikers Daniel Wagner, auf der "Longlist Debüt" des Österreichischen Buchpreises gelandet. Denn so bin ich auf dieses außergewöhnliche Buch aufmerksam geworden. Aus beruflichem und privatem Interesse habe ich schon viele Bücher Betroffener über Suchterkrankungen und andere psychische Probleme gelesen, doch lange hat mich keines mehr so berührt wie dieses.
Basierend auf Tagebucheinträgen und Rückblicken nimmt der Autor uns mit auf seine Reise durch die Hölle der Alkoholabhängigkeit. Wir erleben, wie auf den hochintelligenten, aber schüchternen, mit Depressionen und Ängsten kämpfenden Teenager an jeder Ecke in Österreich die Verführung zum Saufen lauert. Ja, leider ist Saufen nicht nur normalisiert in diesem Land, es besteht ein regelrechter Druck, mitzumachen, dem nur wenige unter guten Bedingungen standhalten können. Denn wer nicht trinkt, der macht sich zum Außenseiter und wird immer und immer wieder aufgefordert, mitzumachen und doch nicht so langweilig zu sein (das kenne ich als lebenslange Alkoholverweigerin in Österreich nur zu gut aus eigener Erfahrung).
Bei Daniel Wagner braucht es nicht viel, um ihn zum regelmäßigen Saufen zu verleiten: zu wohltuend ist das angenehme Gefühl der Entspannung und Erleichterung, der Enthemmung und Beruhigung, das damit einhergeht. Nur betrunken fühlt er sich wohl, sicher und kommunikativ. So kommt es schnell zu einer Gewöhnung, bis ein dauerhafter Alkoholspiegel von 2 bis 4 Promille im Blut für ihn völlig normal ist. Wozu es hingegen sehr lange braucht, ist das Eingeständnis, ein Alkoholproblem zu haben: viel zu lange verleugnet er dieses, sieht nur seine Depressionen und Angststörungen sowie die Traumata, die er erlebt hat, als seine Probleme an.
Denn zu lange fügt sich auch ein sehr problematisches Trinkverhalten immer noch recht harmonisch in die bestehende Suchtkultur in diesem Land ein: bis ihm sein Leben immer mehr entgleitet: nicht nur ist seine Mutter tragisch viel zu früh an Krebs verstorben, auch wenden sich Freundinnen und Freunde immer mehr von ihm ab, seine Leberwerte sind jenseits von gut und böse, er wandelt am Rande des Suizids und ist am schnellsten Weg zu einem sehr verfrühten Ende. Bis langsam in ihm Einsicht zu wachsen beginnt und er versucht, sich seinem "Monster", dem Alkoholproblem, zu stellen. Aber der Weg zurück wird lange und steinig sein, von Rückschlägen und Schwierigkeiten gepflastert... doch am Ende steht ein Mensch, der es geschafft hat, trocken zu werden und dieses Buch darüber zu verfassen.
Hier noch ein paar eindringliche Zitate aus dem Buch. Es sind außergewöhnlich viele für eine Rezension von mir, und ich habe mir beim Lesen noch viel mehr davon notiert, weil der Autor einfach über eine so eindringliche Sprache verfügt, die seine Gefühle und seinen inneren Kampf, aber auch seine Wut über die gesellschaftlichen Umstände in Österreich, die regelrecht zum Saufen verleiten, so treffend auf den Punkt bringt:
"Ich war betrunken, als du gestorben bist, und ich war betrunken, als du beerdigt wurdest. Es tut mir unendlich leid, Mama. Dei Bua ist jetzt trocken." (S. 5)
"Irgendwann haben wir in Österreich still und heimlich Alkohol als Kulturgut ausgerufen und beschlossen, dass wir uns gemeinschaftlich einfach so lange ansaufen, bis wir kritische Stimmen als kulturfeindlich wahrnehmen. Und wir brauchen dafür nicht einmal eine Lobby, wie die Tabak- oder Waffenindustrie. Überall, in jedem Gasthaus, auf jeder Feier, bei jeder noch so beliebigen Veranstaltung findet man sie, die ehrenamtlichen Lobbyisten..." (S. 12)
"Die Sehnsucht nach einem nüchternen Leben kämpft gegen die Sucht nach Alkohol. Die zerrende Angst und die unendliche Leere in mir kämpfen gegen den anhaltenden Rausch. Der Gewinner steht wie immer schon vorher fest. Aus meiner Trauer wird Aggression." (S. 16)
"Depression - Wenn du da bist, machst du alles andere nichtig. Du trittst meine Türen ein und verbarrikadierst dich in mir, bis ich mich dir ergebe. Bis ich dir gehöre. Bereit, von dir zerbröckelt zu werden. Alle Scheinwerfer sind auf dich gerichtet und dann beginnst du dein scheußliches Lied zu singen. Du singst vom Tod und von der Dunkelheit. Du singst all die Dämonen aus ihren Löchern hervor, die in den dunkelsten Ecken meiner Gedanken auf ihren Einsatz warten." (S. 58)
"ICH WILL LEBEN, durchführt es meinen gesamten Organismus, implodiert in mir und exlodiert aus mir heraus. Ich bekomme Gänsehaut am ganzen Körper und bebe, als würde mich diese Erkenntnis mit aller Kraft wachrütteln." (S. 61)
"Visiten, Therapien, Verlaufsgespräche. Ich fühle mich überlegen und lasse mich nicht wirklich behandeln. Ich stelle dem medizinischen Personal nur eine meiner Masken zur Verfügung, an mein Inneres lasse ich sie nicht ran." (S. 64)
"Na ja, und irgendwann steht man dann beim Billa an der Kassa. Unter Schweißausbrüchen beim Weinregal und pochendem Suchtdruck bei der Bierabteilung hat man es irgendwie dorthin geschafft und ist am Limit des Zumutbaren. Man kann weder vor noch zurück und ist verdammt, an einem Ort zu stehen, der vollgesogen ist mit Scham, Stress und Druck. Und dann stellt's ihr geldgierigen Arschlöcher da allen Ernstes Schnapsflascherln hin? WOFÜR?! Falls man für die Bratensauce am Sonntag seine 0,1 Liter Underberg vergessen hat? Bullshit." (S. 115)
Ich wünsche diesem besonderen und mutigen Buch aus tiefstem Herzen, dass es den Österreichischen Buchpreis, Kategorie Debüt, gewinnt, und damit verbunden viel Aufmerksamkeit erregt, die hoffentlich endlich zu dem längst überfälligen Umdenken führt, das einen Wandel in der österreichischen Gesellschaft bewirkt, wenn es um die Einstellung zu Alkohol geht und dem, was wir Jugendlichen damit antun, wenn wir sie regelrecht in die Arme dieser gefährlichen Sucht, dieses tückischen Monsters, drängen.
Vielleicht kann dadurch eine Bewegung entstehen, die dafür eintritt, dass keinen Alkohol zu trinken als mindestens genauso normal angesehen wird wie zu saufen, dass sich eine Kultur des Feierns, der Gemeinsamkeit und der Freude jenseits der Sauferei entwickelt und dass auch die kleinen Alkoholflaschen an den Supermarktkassen, die offensichtlich so eine Gefahr für viele trockene ehemalige Alkoholikerinnen und Alkoholiker sind, endgültig der Vergangenheit angehören. Möge es so sein!










