Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Cellissima:
Die Tage im Café Torunka von Satoshi Yagisawa
Ein Buch, das Herz und Seele wärmt wie eine Tasse Kaffee
Den ersten Band der Buchhandlung Morisaki habe ich geliebt, die Fortsetzung empfand ich leider als deutlich schwächer.
So war ich unsicher, ob ich den neuen Yagisawa überhaupt lesen möchte - und nach der Leseprobe hatte ich mich erst mal dagegen entschieden, da es um das Thema Wiedergeburt zu gehen schien und mir das zu abgedreht erschien.
Zum Glück habe ich mich später doch noch dazu entschlossen, Die Tage im Café Torunka zu lesen - denn sonst hätte ich ein wundervolles Buch verpasst.
Das Buch enthält drei Episoden; Schauplatz aller Episoden ist das Café Torunka, das ganz versteckt in einer kleinen Gasse in Tokio liegt und in dem es den weit und breit besten Kaffee gibt.
Die vermeintliche Wiedergeburt spielt keine Rolle, abgedreht sind diese Episoden überhaupt nicht.
Vielmehr werden die Persönlichkeit und das Leben der Mitglieder der Familie, die das Café seit zwei Jahrzehnten betreibt, sowie der Aushilfe Shuichi beluchtet.
Yagisawa schreibt wieder sehr gut, die Episoden sind herrlich bildhaft, atmosphärisch, man fühlt sich in dieses Café versetzt und kann den Kaffee förmlich riechen und schmecken.
Yagisawas Figuren sind sehr gelungen.
Seine Geschichten sind herrlich entschleunigend, fast schon meditativ, und lassen einen die Welt um sich herum für eine Weile komplett vergessen.
Es geht um Liebe, Familie, Freundschaft, Verlust in verschiedenen Facetten, um das Leben danach, darum, wieder zu sich selbst und wieder zurück ins Leben zu finden - aber niemals ist diese Thematik erdrückend dargestellt. Vielmehr bestechen die Episoden trotz ihrer Melancholie durch Leichtigkeit und Hoffnung.
Letztlich sind alle und alles miteinander verbunden.
Und ein Stück weit ist es sicher auch eine Liebeserklärung an dieses Getränk.
Ich würde Die Tage im Café Torunka fast schon als Wohlfühlroman bezeichnen.
Besonders gut gefallen haben mir auch all die kleinen Weisheiten, die die Episoden durchziehen.
Insgesamt ist es ein typisch japanischer Roman.
Mich hat Die Tage im Café Torunka überzeugt - ich habe nun wieder Lust, mehr von Yagisawa zu lesen!
Rezensionen von Emmmbeee:
In uns der Ozean von Theresia Graw
Lesenswerter biografischer Roman
Eine junge Amerikanerin, welche die Natur nicht nur liebt, sondern auch die großen und globalen Zusammenhänge in ihr erkennt, muss kurz vor ihrer Promotion das Biologiestudium abbrechen. Obwohl sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiter forscht und auf große Gefahren und Schäden durch den ungezügelten Gebrauch des „Wundermittels“ DDT stößt, findet sie kaum Gehör.
Auch, weil sie als unmündig betrachtet wird, weil sie unverheiratet geblieben ist. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde auch im ernsthaften Krankheitsfall nicht mit den Frauen selbst gesprochen, sondern nur mit ihren Ehemännern. Gar noch die damals verbotene gleichgeschlechtliche Liebe unter Frauen wurde als Tabu behandelt. Das Buch spricht also nicht nur ein großes Thema an.
Es geht hauptsächlich um die Vorarbeit und das Verfassen von Rachel Carsons Buch „Silent Spring“. Dabei ist es ein ebenso unterhaltsamer Text wie Carsons (1907 – 1964) andere Natur-Romane, welche dem einen umstrittenen Werk vorangegangen sind und von denen die Leser begeistert waren. Erschütternd ist, wie sie selbst, vermutlich unter dem Einfluss von DDT-Einsätzen schwer krebskrank wird, sodass sie den Triumph ihrer Mahnung nur noch todkrank erleben darf.
Ich muss gestehen, dass ich Carsons Bücher (allesamt Bestseller) bis jetzt nicht kenne. Doch müssen sie ebenso lebendig und farbig geschrieben worden sein wie dieser biografische Roman über Carson, verfasst von Theresia Graw. Fließend und spannungsgeladen ist ihr Schreibstil, deutlich die Figuren gezeichnet, ihr Handeln nachvollziehbar. Manchmal möchte man eingreifen und den einen oder anderen ignoranten Menschen rütteln, damit er nicht so in seinen Vorurteilen verhaftet bleibt und keine so unvernünftigen Entscheidungen trifft. Während in den meisten angeführten Fällen die Männer (Frauen hatten damals ja wenig zu melden) in ihrer Argumentation schwammig blieben und keine ihrer Behauptungen wirklich belegen konnten, kämpfte diese mutige Frau mit erwiesenen Fakten, und das bis ans Ende ihrer Kräfte.
Mir hat dieses Buch nicht nur durch seinen Unterhaltungswert gefallen, sondern weil jeder Leser unendlich viel daraus lernen kann. Ich würde es jedem, ob naturinteressiert und umweltbewusst oder nicht, in die Hand drücken.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Die Farbe des Schattens von Susanne Tägder
Tristesse im Plattenbau
Winter 1992 in Mecklenburg: Der elfjährige Matti Beck verschwindet aus der Plattenbausiedlung des fiktiven Ortes Wechtershagen. KHK Arno Groth, der vor rund einem Jahr aus Hamburg in seine frühere Heimat zurückgekehrt ist, mobilisiert gemeinsam mit den Eltern und den Nachbarn eine Suchaktion. Doch Matti bleibt verschwunden und lässt das Schlimmste befürchten, denn in der klirrenden Kälte scheint es kein Überleben zu geben.
Recht bald gerät ein alkoholkranker Obdachloser in das Visier der Polizei, der in einem der leerstehenden Abbruchhäuser zu überwintern versucht und dabei die Leiche von Matti entdeckt. Ist der Fall damit gelöst? Und welches Motiv steckt dahinter?
Doch dann erhält Groth den Hinweis auf einen ähnlichen Fall, bei dem vor rund sechs Jahren ein Kind ermordet worden ist. Zufall? Groth holt den damaligen Ermittler, der wegen seiner Stasi-Vergangenheit aus der Polizei ausgeschlossen worden ist, als Berater zurück.
Gemeinsam rollen sie den alten Fall auf und entdecken einige Übereinstimmungen mit dem aktuellen Verbrechen. Haben sie es mit einem Triebtäter zu tun? Oder warum liegt zwischen den beiden Morde ein so großer Zeitraum? Gibt es noch weitere Fälle, die ihnen bislang nicht bekannt sind?
Meine Meinung:
Wie schon im ersten Krimi (Das Schweigen des Wasser), wird auch diesmal großes Augenmerk auf die Zeit und die Umstände sowie auf die handelnden Personen gelegt.
Der Krimi gibt die Stimmung sehr gut wieder, die hier in der eingeschworenen Dorfgemeinschaft herrscht. Die Grundtendenz ist trist, grau wie das Wetter in diesen Herbst. und Wintertagen. Die alte Ordnung der DDR ist noch nicht ganz weg und die neue hat noch nicht den Weg in die Köpfe der Menschen gefunden.
Autorin Susanne Tägder lüftet ein klein wenig den einen oder anderen Schatten aus Arno Groths früherem Leben. Ausführlicher beschreibt sie das Leben der Menschen in Wechtershagen, in dem vor allem die Männer arbeitslos sind und die Frauen sind es, wie Mattis Mutter, die Doppelschichten als Krankenschwester fährt, die die Familie ernähren. Das kratzt am Ego der Männer, die sich wenig um ihre Kinder kümmern und sich daher selbst überlassen bleiben. Ein Jugendklub, der rechtsradikale Ideen verbreitet, bietet einigen Jugendlichen eine neue Familie.
Für eingefleischte Krimi-Fans, die es gerne zackig haben, wird dieser Krimi wohl nicht die erste Wahl sein. Hier werden mehrfach Klinken geputzt und die Ermittlungen recht realistisch dargestellt. Das beinhaltet auch das Verhör des Verdächtigen, dem man zunächst ein Geständnis entlockt, das er aber widerruft. Nun beginnt die Tätersuche von vorne.
Fazit:
Obwohl es hier kaum strahlende Helden gibt, erhält dieser zweite Fall für Arno Groth von mir 5 Sterne.
Rezensionen von Bibibabby:
OTTO fährt los - Weihnachten in Finnland von Madlen Ottenschläger
Ein wunderschönes Winterabenteuer
Meine Kinder waren absolut begeistert, ein neues Otto-Buch zu bekommen. Sie lieben den kleinen VW-Bus und sind immer fasziniert von seinen Abenteuern.
Diesmal reist Otto mit Antons Familie nach Finnland und erlebt ein Winter-Camping-Abenteuer!
Das Cover mit seinen goldenen Sternen sieht wunderschön weihnachtlich aus, und die Bilder im Buch versetzen einen wirklich in Weihnachtsstimmung.
Wie die anderen Bänder der Serie hat auch dieser seine Schwächen. Ich finde den Anfang ziemlich abrupt (im Vergleich zu den vorherigen Bänden), fast so, als wären ein paar Seiten ausgelassen worden. Im diesem Buch fehlt die Packliste; sie war meine Lieblingsseite im Italien-Band. Auch die Gliederung ist, wie in den anderen Bänden, recht minimal: Oft blättert man um und die Figuren sind schon am nächsten Ort.
Sehr schön finde ich aber, dass diese Geschichte mit einer tollen Botschaft endet.
Nach meiner persönlichen Skala bekommen Bücher, die meine Kinder immer wieder lesen wollen, 5 Sterne. Also erhält dieses Buch trotz kleiner Schwächen die volle Punktzahl.
Rezensionen von barbara.liest:
Aufsteiger von Peter Huth
überraschendes Ende
Felix Licht hat in seinem Leben schon viel erreicht. Schönes Haus, glückliche Ehe, eine wunderbare Tochter und einen Hund sowie einen erfüllenden Job der genug Geld bringt. Außerdem ist er überzeugt, dass er der nächste Chefredakteur wird und arbeitet auch mit vollem Einsatz darauf hin. Christian Berg, der Inhaber gibt Felix auch das Gefühl, dass er ihn für diesen Posten im Auge hat.
Doch auch Bergs Frau Charlotte mischt ein bisschen mit bei den Entscheidungen.
Leider nimmt seine Karriere eine dramatische Wendung und nachdem Zoe Rauch den Posten übernommen hat, geht es auch in der Zeitschrift drunter und drüber.
Felix fühlt sich nicht mehr in der Lage zu arbeiten, zieht von zu Hause aus und sein Leben scheint ein Scherbenhaufen zu sein.
Mehr will ich jetzt nicht verraten, außer dass es zum Schluss eine Überraschung gibt.
Der erste Teil hat sich meiner Meinung nach sehr gezogen, viele Inhalte haben sich wiederholt, im letzten Teil ist es dann wirklich spannend geworden und vorallem hätte ich damit nicht gerechnet.
Das Buch war leicht zu lesen, die Inhalte sehr aktuell und haben nachdenklich gemacht.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Frau Morgenstern und die Offenbarung von Marcel Huwyler
Beste Krimiunterhaltung
Damit hätte Violetta Morgenstern, pensionierte Lehrerin und Auftragskillerin im Namen des Staates, nicht (mehr) gerechnet: mit einem Privatleben an der Seite von Miguel Schlunegger, seinen Zwillingstöchtern Ida und Frida sowie dem grauhaarigen Gilbert, der als Reserveopa immer dann einspringt, wenn Miguel und Violetta im Auftrag des TELL-Ministeriums Leute umbringen.
Der aktuelle Auftrag, es sind elf Personen, die dem Staat gefährlich werden könnten, zu eliminieren, bringt das Team Schlunegger und Morgenstern an seine Grenzen. Der Auftrag ist asap auszuführen, wobei die übliche Praxis, die Morde als Unfall oder natürliche Todesursache darzustellen, aus Zeitmangel außer Acht gelassen werden muss. Nachdem sich sich herausstellt, dass die elf gemeinsam an einer Ausgrabung in Ägypten beteiligt gewesen sind, wo man ein, die Schweizer Geschichte veränderndes Geheimnis entdeckt hat, bleibt eigentlich nur eine Portion Semtex übrig. Doch mitten in der Stadt ein Gebäude in die Luft jagen? Das hört sich sowohl für den ehemaligen Scharfschützen Miguel als auch für die pensionierte Lehrerin, die gerne subtile Methoden benützt, ziemlich grobmotorisch an.
Noch bevor sie Details ausgearbeitet haben, kommt ihnen jemand zuvor. Beim gemütlichen Fondue-Essen ereilt die Gruppe mittels schnödem Sprengstoffanschlag der Tod. Lediglich der Dr. Gottlieb, der Leiter der Ausgrabung, kann bevor er dem ägyptischen Totengott Anubis gegenübersteht, der Reinigungskraft des Instituts eine verschlüsselte Nachricht zukommen lassen.
Meine Meinung:
Auch bei diesem Krimi kommt der schwarze Humor des Autors bestens zur Geltung. So nimmt er einerseits die Gepflogenheit der Schweizer, so ziemlich jede Erfindung oder Entdeckung für sich zu reklamieren aufs Korn und andererseits zeigt er Schlunegger als einen liebenden Vater, der sich im Dickicht der Bürokratie zu verstricken droht, hat er doch für seine Zwillinge, die aus der Affäre mit der Politikerin Caminada stammen, keine ordentlichen Papiere. Doch Schlunegger und Omistern Violetta arbeiten nicht umsonst im Ministerium TELL, das unmögliches möglich macht.
Schmunzeln musste ich über die Verwandlung des ehemaligen Scharfschützen Schlunegger, den wir als kaltblütig und die Ruhe selbst kennen, zu einem veritablen Nervenbündel wird, wenn es um seine Zwillinge geht.
Huwylers Schreibstil ist herrlich wie immer. Seine Wortschöpfungen wie Omistern und oder das Akronym PEST für das Jugendamt, was nicht nur Schlunegger wie die gleichnamige Krankheit empfindet, sind legendär.
Und das Geheimnis, das, wenn es an die Öffentlichkeit käme, die Schweizer Geschichte umkrempeln würde? Ich lüfte es nicht. Das müsst ihr schon selbst lesen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem rabenschwarzen Krimi, der mich abermals bestens unterhalten hat, eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Kalaschnikow. Wie eine Waffe unser Zeitalter der Konflikte prägt von Domenico Quirico
Interessantes Sachbuch
Die drei Wörter Taxi, Cola und Kalaschnikow kennt man, laut Kriegsberichterstatter Domenico Quirico, auf der ganzen Welt. Was liegt daher näher, sich mit der AK-47, wie die militärische Abkürzung der Kalaschnikow heißt, zu beschäftigen? Doch der Autor sieht sein Buch als Manifest gegen die Kalaschnikow.
„Um eines gleich zu Beginn klarzustellen: Dieses Buch handelt nicht von einer Waffe. Wer etwas über die Benutzung der Kalaschnikow, ihre technischen Parameter oder die Gefechtstaktiken erfahren will, bei denen sie seit siebzig Jahren in Dschungel-, Wüsten- oder Straßenkämpfen von regulären Truppen, Guerillas und Kriminellen eingesetzt wird, braucht gar nicht weiterzulesen. Dieses Buch ist eine Abhandlung über das Böse. Und dieses Böse hat einen Zeitrahmen, der sich genau eingrenzen lässt. Er reicht von den 1950er-Jahren, dem Beginn des Kalten Krieges bis in die heutige Zeit, in das dritte Jahrtausend. Vor allem in das dritte Jahrtausend.“
Zwischen den Stationen seiner Karriere als Kriegsberichterstatter, die ihn von Mosambik über Gaza und Somalia bis Syrien, Tschetschenien und der Ukraine geführt haben, flicht Quirico die Autobiografie von Michail Kalaschnikow ein, erzählt in mehreren Abschnitten wie aus dem Sohn einer enteigneten und nach Sibirien verschleppten Kulakenfamilie, der Erfinder einer der bekanntesten Waffe geworden ist. Mit einem Preis von nur rund 40 US-Dollar ist die Waffe für jedermann (und jederfrau) erschwinglich. Damit wird die AK-47 zum Symbol der Revolte und der Massaker.
Egal welche Ziele die sich gegenüberstehenden Konfliktparteien haben, eines eint sie:
„Denn es gibt einen stets präsenten Gegenstand, dessen verlässlicher Mechanismus Das Geschehen bestimmt und auf zeitlose Weise alles miteinander verbindet: die Kalaschnikow.“
Fazit:
Gerne gebe ich diesem interessanten Sachbuch über die zahlreichen Konflikte der letzten sieben Jahrzehnte, in denen die AK-47 eine bedeutende Rolle spielt, 4 Sterne.
Rezensionen von Jenny:
Our darkest Lies von Sara Rivers
Viel Sex und trotzdem eine Geschichte dahinter
In Our Darkest Lies von Sara Rivers geht es um Cheryl Baker, die ihren Lebensunterhalt irgendwie bestreiten muss und daher für eine Untergrundorganisation arbeitet. Sie wird von einer anderen Organisation, der Bruderschaft der Styx, regelrecht gezwungen für sie einen Auftrag zu erledigen. Cheryl trifft dabei ihren alten Freund Colson wieder, die Gefühle zwischen den beiden kochen wieder auf und auch Kyrill, der Sohn des Anführers der Bruderschaft der Styx lässt sie nicht kalt.
Ich gebe ehrlich zu, ich mag Dark Romance eigentlich nicht wirklich. Gefühlt sind diese Bücher immer das gleiche. Mehrere Männer, meistens Mafia, sie ist entweder eine unscheinbare Frau oder hat eine dunkle Vergangenheit. Das ist auch hier der Fall. Also alles in allem ein Klischee, wie es leider auch bei vielen anderen Genres momentan der Fall ist.
Da ich aber schon lange keins mehr gelesen hatte, wollte ich schauen ob sich meine Interessen geändert haben und ich muss sagen: Nein, aber ich bin nicht mehr so dagegen wie vorher, denn die Geschichte ist trotzdem gut geschrieben und lässt es einen schnell durchlesen.
Die Kapitel sind meistens aus Cheryls Sicht, aber zwischendurch auch aus der von Corlson und Kyrill, was einen in die Gefühlswelten aller drei eintauchen lässt. Cheryls ist eine vielschichtige Person, unnahbar, aber kümmert sich um ihre Liebsten. Colson ist mir tatsächlich ein Rätsel, das ich gerne klären würde, da sich mir einfach nicht erschließt, warum er der Bruderschaft beigetreten ist. Über Kyrill erfährt man ein wenig Hintergrundgeschichte, aber auch da würde ich gerne mehr wissen. Dafür muss man dann wohl die nächsten Bücher lesen. An sich ist die Geschichte wie gesagt, relativ vorhersehbar: Sie springt mit beiden ins 'Bett', einzeln oder gleichzeitig, und erfährt ihre traurige Hintergrundgeschichte, die in den nächsten Bänden weitererzählt werden wird.
Das Buch an sich hat ein wunderschönes Cover. Der Farbschnitt ist schlicht einfarbig, sieht dadurch einfach elegant und passend zum Buch aus. Vorne auf dem Buch ist ein Sticker, der das Buch erst für Leser ab 18 empfiehlt. Ich stehe da vollkommen hinter. Nicht wegen den Spice-Szenen, sondern wegen der Aufnahmeprüfung der Bruderschaft. Das zu lesen kann auch für Erwachsene zur Herausforderung werden und ich war froh, keine bildlichen Vorstellungen beim Lesen zu haben.
Fazit: Wer ein typisches Dark Romance Buch mit einem Dreier lesen möchte, ist hier wundervoll aufgehoben.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Herrliche Zeiten - Dem Himmel so nah von Peter Prange
Eine gelungene Fortsetzung
In diesem zweiten Teil der Dilogie stehen neben den Protagonisten des ersten Bandes, Vicky, Paul und Auguste, deren Kinder im Mittelpunkt. Sie sind durch freundschaftliche bzw. verwandtschaftliche Beziehungen ebenso verbunden wie die Länder Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Nicht alle Erwartungen der Eltern und Kinder erfüllen sich.
Statt in das Familienunternehmen einzutreten, wird einer Soldat, ein anderer liebäugelt mit dem Sozialismus. Von den Töchtern wird erwartet, sich den üblichen Konventionen zu unterwerfen, also hübsch und pflegeleicht zu sein, sowie eine vorteilhafte Ehe zu schließen. Die Konflikte in den Familien sind daher vorprogrammiert.
Wenig von den Träumen gelingt im ersten Anlauf. Es müssen persönliche Schicksalsschläge hingenommen werden, bis sich letzten Endes doch einige erfüllen.
Meine Meinung:
Peter Prange hat mit diesem historischen Roman, der wie es für ihn üblich ist, wortgewaltig und opulent daherkommt, ein Weltbild geschaffen, in dem es gärt. Letztlich wird der gesamte Kontinent wie Schlafwandler (© Christopher Clark) in den Ersten Weltkrieg taumeln. Geschickt verquickt er historische Fakten mit seinen fiktiven Charakteren. So werden den deutschnationalen, antisemitischen und kolonialistischen Ansichten von Alfred Hugenberg (1865-1951) und dessen Freunde vom Alldeutschen Verband mehrmals großen Raum eingeräumt. Die Gegner des Engagements in Afrika („Was haben wir in Afrika verloren?“) bleiben ungehört.
Gut gelungen ist Peter Prange, dass er die zahlreichen Handlungsstränge, die zwischenzeitlich ein wenig aus dem Ruder laufen, wieder einfängt und zu den ursprünglichen Charakteren Vicky, Paul und Auguste zurückkehrt.
Eine Kritik muss ich allerdings anbringen: Die Art und Weise wie Claire ihr Medizinstudium absolviert, ist wenig glaubwürdig.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser Fortsetzung 5 Sterne.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Das Geschenk des Meeres von Julia R. Kelly
Wunderbarer Debütroman
Der Mare Verlag hat den Debütroman "Das Geschenk des Meeres" der englischen Autorin Julia R. Kelly veröffentlicht. Das Buch war auf der Longlist für den Mslexia Novel Prize, den Exeter Novel Prize, PenguinWriteNow und den Bath Novel Award, wurde mit dem Blue Pencil First Novel Award ausgezeichnet und in zehn Sprachen übersetzt.
Wir schreiben das Jahr 1900, als nach einem Sturm im kleinen Fischerdorf Skerry in Schottland ein kleiner Junge an Land gespült wird. Joseph, ein Einheimischer, trägt das leblos wirkende Kind in den Ort. Es weist eine frappierende Ähnlichkeit mit Moses auf, dem kleinen Sohn der Dorfschullehrerin Dorothy, der vor vielen Jahren im gleichen Alter am Meer verschwand und dessen Leiche nie gefunden wurde. Als der Pfarrer Dorothy bittet, den Jungen in ihr Haus aufzunehmen, bis seine Identität geklärt ist und er seiner Familie wieder zugeführt werden kann, zögert Dorothy zunächst, willigt dann aber ein. Sie kümmert sich um den stillen Jungen, entwickelt immer stärkere Gefühle für ihn und ist schließlich davon überzeugt, dass Moses zu ihr zurückgekehrt ist.
Auf einer zweiten Zeitebene erleben wir die Ankunft der jungen Lehrerin Dorothy in Skerry. Sie ist zurückhaltend und findet keinen Anschluss an die verschworene Dorfgemeinschaft, deren Zentrum der Laden von Mrs. Brown ist. Die Frauen halten sie für unnahbar und meiden sie. Der Fischer Joseph interessiert sich für die junge Frau, und die beiden nähern sich behutsam einander an. Dorothy wagt es nicht, ihren Gefühlen zu folgen, sie bricht den Kontakt ab, als ihr geraten wird, auf ihren Ruf zu achten.
Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen Gegenwart ("Jetzt") und Vergangenheit ("Damals") und wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Neben Dorothy und Joseph spielt auch die Dorfbewohnerin Agnes, die seit langem in Joseph verliebt ist und sich nichts sehnlicher wünscht, als mit ihm eine Familie zu gründen, eine wesentliche Rolle.
Das melancholische Buch ist in wunderschöner, zarter Sprache geschrieben und liest sich sehr flüssig. Die Charaktere sind authentisch und mit viel Wärme und Empathie gezeichnet. Ich mochte die zurückhaltende und stille Dorothy, die geprägt ist durch die Kränkungen ihrer verbitterten Mutter. Auch den freundlichen und willensstarken Joseph, der wie Dorothy zum Opfer einer Intrige wird, habe ich sofort in mein Herz geschlossen.
Ich habe den fesselnden Roman sehr gern gelesen, es gibt einige Wendungen, Geheimnisse werden enthüllt, das Ende ist hoffnungsvoll. Es geht neben Liebe, Verlust und häuslicher Gewalt auch um das Festhalten und Loslassen. Die Geschichte kommt vollkommen ohne Kitsch aus, sie hat mich zutiefst bewegt und berührt. Sehr gut gefallen haben mir auch die poetischen Beschreibungen des Meeres, der Felsen und der Klippen. Das dörfliche Leben ist authentisch dargestellt, ebenso das Rollenbild der Frau, das so vollkommen anders war als heute.
Absolute Leseempfehlung für diese großartige Geschichte der leisen Töne, die mich begeistert hat und bereits jetzt zu meinen diesjährigen Lesehighlights gehört!











