Kunden em pfehlungen
Rezensionen von lorireads:
Botanic Hearts von Melanie Sweeney
Hat mich nicht ganz überzeugt
An Botanic Hearts hat mich zuerst das süße Cover und der Titel angesprochen, die mir cozy Blumenladen-Vibes gegeben haben. Die Leseprobe war interessant und ich fand die Mischung aus Bibliothek und Botanischem Garten, aber auch die potenzielle Liebesgeschichte mit einer alleinerziehenden Mutter spannend.
Aber ehrlicherweise muss ich sagen, dass sowohl Tansy als auch Jack mir anfangs beide echt nicht sympatisch waren. Vor allem dieser völlig unnötige Kleinkrieg, den die beiden ab ihrer dritten Begegnung führen und den ich absolut nicht nachvollziehen konnte, ging mir extrem auf die Nerven. Tansy spielt sich meiner Meinung nach total auf, und zeigt sich mehr als undankbar, obwohl Jack sie de facto zweimal gerettet hat. Da spielt es doch keine Rolle wie freundlich er dabei war. Ihre Hingabe für die Rettung der Bibliothek kann ich ja nachvollziehen, aber wenn das gesamte Gelände durch den Hurrican zerstört wurde verstehe ich auch nicht, warum Tansy ein blitzblankes Ersatzgebäude für die Bibliothek erwartet. Aber auch Jacks Null-Bock-Einstellung scheinbar gegen alle Menschen hat mir wirklich nicht gefallen. Er scheint sich nicht die Mühe zu machen, andere kennenzulernen, sondern stempelt alle direkt als unfähig oder nervig ab. Gleichzeitig kamen mir die ganzen körperlichen Bewertungen und sexuellen Andeutungen absolut unpassend dazu vor.
Mit der Zeit kam ich besser in das Buch rein und die Figuren haben auch mehr Tiefe bekommen. Jacks raue Art wurden aufgrund seiner Vergangenheit besser nachvollziehbar und auch bei Tansy habe ich besser verstanden, wie sehr sie unter Druck steht. Trotzdem wurde ich nicht 100% warm mit den Figuren und der Geschichte und die Gefühle zwischen Tansy und Jack haben für meinen Geschmack etwas zu schnell umgeschwenkt. Toll fand ich vor allem Tansys Tochter Briar und ihre Begeisterung für Jack. Ich finde, hier hätte man vor allem am Ende des Buches noch mehr daraus machen können und die Beziehung zwischen Briar und Jack noch mehr beleuchten können.
Alles in allem muss ich sagen, dass Botanic Hearts dann zwar doch ganz nett zu lesen war, aber für mich immer noch zu oberflächlich blieb. Die Nebencharaktere blieben für mich ebenfalls zu blass, wobei ich hier vor allem ebenfalls ein Sympathieproblem hatte. Das Buch ging nicht so ganz in die Richtung, die ich mir vorgestellt hatte.
Rezensionen von PMelittaM:
KoboldKroniken 6. Kampf um Kwertz von Daniel Bleckmann
Gelungenes Reihenfinale
In Kwertz steht der Endkampf gegen Azzrar, die Koboldprinzessin an, und Dario und seine Freunde sollten eigentlich möglichst bald auch dort sein. Doch zunächst stehen die letzten Tage des Schuljahres an, und das Schwert Balmung müsste auch noch wieder hergestellt werden. Als sie sich endlich auf den Weg machen, sieht es in Kwertz gar nicht gut aus …
Leider ist nun auch schon der letzte Band der Reihe erreicht, und der hat es noch einmal in sich.
Nicht nur, dass man noch einmal allen Bekannten begegnet, es gibt auch ein paar neue Charaktere beziehungsweise Wesen, und wir erfahren endlich, was aus dem Ümpf wurde. Auch bezüglich Dario gab es ja noch das eine oder andere Fragezeichen, lasst euch überraschen, was man hier über ihn erfährt, und auch das Lied der Sieben klärt sich. Ich denke, man kann sagen, alle Fragen sind am Ende beantwortet. Insgesamt ein schöner Abschluss der Reihe.
Auch Band 6 ist natürlich von Thomas Hussung genauso liebe- und fantasievoll illustriert wie die Vorgängerbände, und von Daniel Bleckmann genauso spannend geschrieben worden. Für Fans wird es nicht leicht sein, sich von den liebgewonnenen Charakteren zu trennen, aber ich hoffe doch, dass die beiden Künstler uns bald mit etwas neuem und genauso spannendem überzeugen werden, bis dahin gibt es ja noch andere Werke von ihnen zu entdecken.
Wer die Vorgängerromane gelesen hat, wird sicher auch zum letzten Band der Reihe greifen. Mir hat diese fantasievoll illustrierte und geschriebene Reihe sehr gut gefallen. Daher kann ich sie nur weiterempfehlen, und zwar nicht nur für Kinder.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Eden von Auður Ava Ólafsdóttir
Eden
'Eden' von der isländischen Autorin Auður Ava Ólafsdóttir ist ein sehr stilles Buch, das mich dennoch, oder auch gerade deswegen begeistern konnte. Erzählt wird die Handlung von Protagonistin Alba, die Wörter und Wortbedeutungen, wie -herkünfte begeisternd findet und sich entsprechend viel damit beschäftigt.
Dieses Motiv zieht sich durch das gesamte Buch und es wird klar: nicht nur die Worte, auch die Abweseneheit von ihnen ist bedeutsam. Damit geht einher, dass dieses Buch nicht gemütlich an einem Nachmittag weggelesen werden kann, sondern viel Aufmerksamkeit braucht, um in seiner Gänze gut verstanden zu werden. Möglicherweise werde ich es auch noch einmal lesen, damit ich ggf. auch noch mit anderen Blickwinkeln oder Aufmerksamkeiten auf die Handlung schauen kann. Die Übersetzung ist von Tina Flecken, und meiner Auffassung nach sehr gut gelungen.
Die Handlung spricht mehrere Themen an, größere wie kleinere, mit unterschiedlicher politischer Brisanz. Der Umgang mit der Flüchtlings-Thematik fand ich im Großen sehr unaufgeregt und wunderbar gelungen, wenn es auch eine Szene (Stichworte Lektorat, Gedichte) gab, die mich sehr empört hat. Vielleicht ist das aber auch genauso gewollt.
Insgesamt habe ich Alba sehr gern verfolgt, sie ist eine relativ unzuverlässige Erzählerin, vor allem zum Anfang des Buches, je weiter die handlung fortschreitet, desto mehr ändert sich Alba. Eine tolle Charakterentwicklung. Das Buch hat mir gut gefallen, es ist vor allem für alle, die Worte und Bedeutung dieser mögen, gut geeignet und wird sicherlich Freude bringen.
Rezensionen von Anilam:
Bindungsorientierte Erziehung als Team von Marga Bielesch
Gemeinsam als Team
Bindungsorientierte Erziehung als Team ist ein leicht verständlicher und empathischer Ratgeber, das uns Eltern nicht belehrt sondern begleitet. Marga Bielesch arbeitet im Buch komplexe Beziehungs- und Erziehungsdynamiken auf eine sehr warmherzige und zugängliche Art auf. Der Fokus im Buch liegt klar darauf, wie wichtig es ist, als Paar nicht nur einfach Eltern zu sein - sondern auch als Team zu agieren.
Die Autorin erklärt leicht und verständlich welche psychologischen Hintergründe es in einigen Konfliktsituationen gibt. Außerdem wird erklärt was es mit dem ''Inneren Kind'' auf Sicht hat und welcher Umgang in unlösbaren Konflikten der richtige sein könnte. Die Beispiele aus den Familienalltag wirken authentisch und nachvollziehbar - so dass man sich in einigen Beispiel wiederfindet und gut hineinversetzen kann. Besonders hilfreich empfand ich die Reflexionsfragen im Buch. Hier wird man dazu angeregt, eigene Muster zu erkennen und zu verstehen.
Ein kleiner Kritikpunkt wäre für mich, dass einige Ansätze - wie das Konzept des inneren Kindes - für erfahrene Leser durchaus bekannt sind. Sie sind an einigen Stellen etwas vereinfacht dargestellt. Gleichzeitig macht genau diese Klarheit das Buch zugänglich für Eltern, die sich erstmals mit diesem Thema befassen.
Rezensionen von C. P.:
Remnants of Filth. Buch 1 von Rou Bao Bu Chi Rou
Geheimnisse um einen zurückgekehrten Verräter
Remnants of Filth ist eine neue chinesische Danmei/BoysLove-Fantasyreihe, welche im gleichen Universium spielt wie die Reihe The Husky and His White Cat Shizun. Eine Welt, welche an das frühere China angelehnt und mit magischen Elementen versehen ist.
Diesmal geht es um zwei Männer, ehemals Kriegsgefährten der kaiserlichen Armee und heimliche Geliebte, die sich nach langer Zeit wiedersehen.
Eine Zeit, ich welcher einer der beiden zum Feind übergelaufen war.
Die beiden sind unterschiedlich wie Tag und Nacht. Mo Xi ist distanziert, kontrolliert und kommt aus reichem Haus, entsprechend hoch ist sein mititärischer Rang mittlerweile. Gu Mang war vor seiner Karriere in der Armee ein Sklave und konnte schon immer gut mit Freunden feiern. Seit seiner Rückkehr als Kriegsgefangener ist er jedoch wie ausgewechselt. Und Mo Xis Hass auf ihn scheint nach dessen Verrat zunächst grenzenlos.
Die Erzählung ist mit vielen Rückblenden in das Leben der Männer versehen, welche nahtlos in die Handlung eingebunden sind. Was das betrifft, hätte eine eindeutigere Abgrenzung der Zeitstränge voneinander das Lesen angenehmer gemacht. Auch das Magiesystem wird nicht eindeutig erklärt, das Glossar am Ende ist zwar in vielen Punkten ganz hilfreich, doch was magisch in dieser Welt möglich ist und was nicht erfährt man erst an der Stelle, an der eine neue magische Besonderheit ins Spiel kommt. Das mag für die LeserInnen der vorherigen Reihe unproblematisch sein, ohne dieses magische Vorwissen wirkt es eher, als würde noch was und noch was on top hinzukommen. Zum Mitspekulieren nur bedingt geeignet, wenn magisch ständig was Neues hinzukommt. Ebenfalls ist das Worldbuilding selbst nur gering ausgearbeitet.
Auch wenn das Buch das Thema Kampf und Krieg beinhaltet, ist es in manchen Szenen unnötig brutal, ohne dass das hinterfragt wird. Und das waren keine Kriegsszenen sondern sadistische Quälereien oder eine Vergewaltigung. Solche toxischen Themen muss man hier wohl mögen.
Was die Beziehung der beiden Männer zueinander betrifft konnte ich dies nur bedingt nachvollziehen. Das mag vielleicht auch dem distanzierten Stil des Autors geschuldet sein, statt echter Zuneinung hatte ich jedoch das Gefühl, die Basis ihrer Beziehung fußte primär auf Verlangen (Top-Bottom).
Was definitiv interessant ist, ist das Geheimnis hinter dem mutmaßlichen Verräter Gu Mang: Warum lief er zum Feind über, was geschah in der Zwischenzeit mit ihm und warum ist er jetzt so anders? Diese Fragen werden im ersten Band kaum beantwortet, generell erfährt man im ersten Band zunächst nur wenig.
Mich hat auf Dauer enttäuscht, dass ich keine ausreichenden Details zum allgemeinen oder insbesondere zum magischen Worldbuilding erhielt. Dadurch war es schwer zu spekulieren, was mit Gu Mang geschah. Für alte Hasen dieses Universums mag dies anders aussehen, doch andere AutorInnen schaffen es auch, ihr Universum verständlich zu vermitteln, ohne Vorkenntnisse aus anderen Romanen besitzen zu müssen. Davon abgesehen ist die Story durchaus vielversprechend, Band 1 bietet erste Einblicke in eventuelle Intrigen und Machenschaften, der Aufbau wirkt bereits zum Ende des ersten Bandes vielversprechend komplex. Zudem sind im Buch einige zur Handlung passenden Illustrationen im Mangastil, passend zum Cover.
Rezensionen von Elisabeth Schubert:
Remnants of Filth. Buch 1 von Rou Bao Bu Chi Rou
Ich komme in die Schule .
Rezensionen von Iomarmi:
Entkörpert – Entgeistert von Christoph Gschoßmann
Gelungene Fortsetzung!
Bereits wenige Monate nach dem Erscheinen des dritten Bandes hielt ich nun den vierten in den Händen. Umso leichter fiel es mir, wieder in die Geschichte einzutauchen. Obwohl ich Luka in den ersten Kapiteln vermisst habe, mochte ich die Perspektivwechsel sehr, da sie einen vielschichtigen Einblick in die Ereignisse bieten.
Wie gewohnt ist der Schreibstil flüssig und angenehm. Einzig Lukas Körperreisen und die Erinnerungen, die er durchlebt, lassen mich manchmal den Faden zwischen Realität und Traum verlieren. Dennoch kann man der Geschichte insgesamt sehr gut folgen.
Auch in diesem Band lernen wir neue Personen kennen (hier ist das Personen- bzw. Körper- und Geistverzeichnis am Ende des Buches ideal, um nicht den Überblick zu verlieren), die ihren Beitrag zum großen Ganzen leisten. Leider ist es nun aber auch an der Zeit, sich von der ein oder anderen Figur zu verabschieden.
Besonders interessant fand ich, wie in anderen Gemeinschaften mit dem Körperreisen umgegangen wird. Auch die Forschung bekommt ihren Raum und spielt eine bedeutende Rolle.
Während der dritte Band etwas ruhiger war, geht im vierten die Post ab. Action und Spannung sind vorprogrammiert, denn der Widerstand handelt!
Entkörpert – Entgeistert ist eine starke Fortsetzung der Reihe, die spüren lässt, dass der große Showdown näher rückt. Momentan kann ich mir noch nicht vorstellen, wie die Reihe ausgeht und wie es mit der Einheit und dem Widerstand weitergeht. Umso gespannter bin ich darauf, was sich der Autor überlegt hat – und freue mich sehr auf die letzten beiden Teile.
Rezensionen von lectrice:
Tod zur Teestunde (Susan Ryeland ermittelt 3) von Anthony Horowitz
Hochgenuss
Ich liebe die Krimis von Anthony Horowitz, denn sie sind in ihrer Art zu erzählen immer etwas ganz Besonderes und heben sich von der Masse ab.
Alan Conway ist tot, aber die Atticus-Pünd-Reihe soll dennoch weitergehen und so soll Eliot Grace, ein junger Autor, den letzten Band der Reihe schreiben.
Und auch hier werden wieder mehrere Erzählebenen geschickt miteinander verwoben.
Im letzten Fall von Atticus Pünd geht es um den Mord an Lady Chalfont, aber eigentlich ging es Eliot Grace darum über den Tod seiner Großmutter zu schreiben und im Roman den Mörder zu entlarven - und kurze Zeit später ist der Autor tot. Ausgerechnet Susan Ryeland, seine Lektorin, wird verdächtigt. Aber dies ist ja schon der dritte Fall für Susan Ryeland.
Anthony Horowitz schreibt auch hier wieder genial und es ist wieder ein Krimi im Krimi mit einer verblüffenden Auflösung - wie immer ein Hochgenuss.
Rezensionen von Anilam:
Und zuletzt Buchara von Stephanie Clasemann
Reise nach Usbekistan
Und zuletzt Buchara ist eine sehr atmosphärische Erzählungen, die mich vor allem mit ihrer eindrucksvollen Beschreibung von Usbekistan überzeugen konnte. Die Reiseorte der kleinen Reisegruppe wirken sehr lebendig, fast schon meditativ und man spürt, dass die Autorin Stephanie Clasemann einen Bezug zum Land, Kultur und der Spiritualität haben muss.
Im Buch lernen wir Gesa, Marc und Sonja kennen und begleiten die drei auf ihre Reise durch Usbekistan. Die Figuren haben interessante Charaktere, allerdings war ihr Verhalten für mich nicht immer greifbar und nachvollziehbar. Vieles blieb während der Erzählung unausgesprochen und manches war mir einfach zu knapp erzählt. Dadurch ist zwar Spannung entstanden, aber gleichzeitig auch das Gefühl, dass emotionale Entwicklungen etwas zu schnell gehen oder nicht genügend Raum bekommen.
Am Schluss gab es einen großen Wendepunkt, dieser war für mich sehr berührend und hat der ganzen Erzählung etwas mehr Tiefe gegeben. Einige Verhaltensweisen der Charaktere wurden für mich etwas durchsichtiger, dennoch hätte auch hier etwas mehr Kontext nicht geschadet.
Insgesamt ist es ein ruhiges, bildhaftes Reisebuch mit einer schönen Atmosphäre und einen emotionalen Kern. Leider bliebt das erziehlicheres manchmal zu knapp für meinen Geschmack. Trotzdem eine lohenden Lektüre, besonders für Leser, die spirituelle und kulturell reiche Reisestoffe mögen.
3,5 Sterne
Rezensionen von nil_liest:
Der brennende Garten von V. V. Ganeshananthan
Wie erzählt man eine Wahrheit, die in Flammen steht?
V. V. Ganeshananthan gehört zu jenen Autorinnen, die politische Geschichte nicht einfach erzählen, sondern literarisch beleuchten, als würde sie unter der Oberfläche einer persönlichen Erinnerung nach glühenden Splittern suchen – und genau diese Funken schlagen in Der brennende Garten (aus dem Amerikanischen von Sophie Zeitz) unentwegt über.
Dieser Roman ist eine Wucht – nicht laut, nicht reißerisch, sondern eindringlich, vielstimmig und atmosphärisch dicht wie ein monsunfeuchter Morgen in Jaffna. V.V. Ganeshananthan gelingt das Kunststück, ein zutiefst politisches Thema so intim zu erzählen, dass man die Geschichte weniger liest als miterlebt. Schon Sashis Eröffnungssatz – ein Brief an jemanden, den die Welt als Terroristen verurteilt – öffnet ein erzählerisches Tor, hinter dem die Frage lauert, wem Erinnerung eigentlich gehört.
Wir folgen Sashi von ihrer Jugend in Sri Lanka bis in ihr späteres Leben in New York. Und während sie am Anfang voller Zuversicht ist – Medizinstudium, Vorbilder in der Familie, ein zartes Band zu K aus der Nachbarschaft – setzt der Bürgerkrieg alles in Flammen. Was in warmen, fast flirrenden Farben beginnt, kippt Stück für Stück ins Dunkel: Unterdrückung, Gewalt, Misstrauen, das gefährliche Schachspiel zwischen singhalesischer Mehrheit, tamilischer Minderheit und internationalen Interessen.
V.V. Ganeshananthan zeigt diese Welt nicht mit distanzierender Chronistenstimme, sondern durch Sashis Erinnern. Dieses Erzählen aus der Rückschau erzeugt eine Bitterkeit, eine Schärfe, aber auch überraschend viel Zärtlichkeit – denn die Figuren bleiben nie nur Opfer oder Täter, nie nur richtig oder falsch. Besonders bewegend ist, wie unterschiedlich die Familienmitglieder reagieren: Der eine sucht Schutz in Bildung, der andere in Widerstand, ein dritter in Loyalität zu einer Idee, die größer erscheint als das eigene Leben. Und mitten drin Sashi, die sich weigert, die Welt nur in Schwarzweiß zu betrachten, und deren Kampf für Gerechtigkeit leise, aber kraftvoll ist.
Literarisch beeindruckend ist vor allem die Balance: Die Autorin fügt persönliche Schicksale, reale historische Ereignisse und sprachliche Feinheit zusammen, ohne je den Blick für die menschliche Erfahrung zu verlieren. Ihre Sätze besitzen eine Eleganz, die sich nicht scheut, in Schmerz zu tauchen.
Wer wenig über Sri Lanka weiß, wird hier nicht belehrt, sondern hineingezogen. Der Roman erklärt nicht – er zeigt, er lässt spüren, er zwingt dazu, zuzuhören. Selbst die Szenen in New York, wo Sashi längst in Sicherheit ist, tragen die Schwere der Vergangenheit in sich. Migration erscheint hier nicht als einfacher Neuanfang, sondern als Fortsetzung einer offenen Wunde, die ihren eigenen Rhythmus hat.
Der brennende Garten ist kein Roman, durch den man rast. Er verlangt Zeit, Luft, Pausen. Aber gerade darin liegt seine literarische Größe: Er wirkt nach, er stellt Fragen, er lässt nicht los.
Ein meisterhaft erzähltes Werk voller moralischer Ambivalenz, politischer Klarheit und emotionaler Tiefe – und zweifellos eines der wichtigsten Bücher über den sri-lankischen Bürgerkrieg in der aktuellen Literatur.










