Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Die Verlorene von Miriam Georg
Eine bewegende Reise in die Vergangenheit
„Die Verlorene“ ist ein sehr persönlicher Roman der in Berlin-Neukölln lebenden Autorin Miriam Georg.
Die Handlung beginnt im Jahr 2019 in Frankfurt.
Lauras dreiundneunzigjährige Großmutter Änne stürzt und kommt ins Krankenhaus. Schon als Laura ein paar Sachen aus ihrem Haus holen möchte, wird ihr klar wie wenig sie über Änne, die ursprünglich aus Schlesien stammt, weiß.
Nach ihrem Tod begibt Laura - und wenig später auch ihre Mutter Ellen - nach Polen auf Spurensuche.
Die Ereignisse werden im Wechsel in der Gegenwart und der Vergangenheit zu Beginn der 1940er Jahre erzählt. So erfahren wir gemeinsam mit Laura und Ellen nach und nach mehr über Änne, ihr Leben, den Hof der Familie, ihre Zwillingsschwester Luise, den Ereignissen zur Zeit des Zweiten Weltkrieges und kurz danach.
Die Charaktere werden lebendig, authentisch und sehr einfühlsam beschrieben. Es wird deutlich warum Änne gegenüber ihrer Tochter immer so verschlossen war und weshalb ihr ihre Eigenständigkeit so wichtig war.
Der Schreibstil liest sich angenehm und da Gegenwart und Vergangenheit stetig wechseln, entwickelt das Buch einen Sog, man möchte einfach in beiden Zeitebenen erfahren, wie es weitergeht.
Miriam Georg hat sich durch ihre eigene Familiengeschichte zu dem Roman inspirieren lassen. Die Kapitel, die sie aus Karls Perspektive geschrieben hat, beruhen auf Aufzeichnungen ihres Großvaters. Man merkt immer wieder, dass sie ausgiebig recherchiert haben muss und die Kombination aus historischen Ereignissen und persönlichen Schicksalen ist ihr gut gelungen.
Mich hat dieser Roman sehr berührt und ich finde es wichtig, dass auch dieser Teil der Zeitgeschichte nicht vergessen wird.
Rezensionen von Petra:
Franky 1: Meine schräge Zombie-Familie, Schrumpfdrachen und andere Katastrophen von Nicola Anker
Ein tolles Comic
Franky gehört zu einer Zombie Familie mit einem Viertel menschlichen Einschlag. Nicht weiter besonders da wir in diesem Buch erfahren das es verschiedene Möglichkeiten gibt ein Zombie zu werden. Nun ist Franky das mittlere Kind wie wir alle wissen haben es diese Kinder in der Familie am schwersten und werden auch am wenigsten beachtet.
So habe ich es in verschiendenen Elternratgebern gelesen. Kann ich nicht beurteilen aber in diesem Buch scheint es nicht so zu sein, denn durch seine Tolpatschigkeit bekommt er sehr viel Aufmerksamkeit. Sein Wunsch nach einem eigenen Gruseltier wird erst erfüllt wenn er seine Zuverlässigkeit bewiesen hat, ähnlich wie bei uns Menschen.
Die Paralellen zu den alltäglichen Familien sind groß. Der überhebliche große Bruder, die nervige kleine Schwester, die gestressten Eltern und die fast unbekannte Großmutter.
Das alles wird garniert mit kleinen bis mittelgroßen Katastrophen im Leben eines Pubertiers. Die Texte sind witzig und kommen mit wenig der üblichen Comicsprache aus. Dazu sind die hervorragenden Bilder und Zeichnungen die noch einmal eine ganz eigene Geschichte durch die vielen Details erzählen.
Beispiel. Es gibt bei Oma Sülzkotellett zum Essen, alle finden es eklig und auf dem Bild lässt es der Vater heimlich im Blumentopf verschwinden.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Bite Risk - Kein Entkommen von S.J. Wills
Cooler Mix aus Grusel und Fantasy
Ich fand die Idee des Buch eigentlich richtig cool: ein Virus zwingt Menschen dazu, die bei Vollmond in Werwölfe zu verwandeln, nur Kinder unter 14 Jahren haben die Wandlung noch nicht vollzogen und sichern daher ihre Heimatort. Und dabei geht nicht nur einiges schief, sie entdecken dabei auch eine größer angelegte Verschwörung.
Ganz ehrlich: als Teenie hätte ich dieses Buch geliebt, weil es eine gute Mischung aus leichtem Grusel, coolen Monstern und überraschender Dystopie ist. Und als als Erwachsener fand ich das Buch durchaus ansprechend.
Der Plot ist anfangs relativ simpel, schlägt aber schnell immer größere Kreise, mit denen ich so überhaupt nicht gerechnet habe. Dadurch wird es schnell bedrohlich und auch spannend. Die größere Verschwörung kam jetzt nicht völlig unerwartet, dafür war einfach von Anfang an zu viel suspekt bzw. unerklärt, war aber cool angelegt.
Die Mischung aus Dystopie und Fantasy funktioniert hier eigentlich ziemlich gut, wird jetzt aber auch nicht wahnsinnig vertieft. Hat sich gut lesen lassen, die Figuren waren ansprechend angelegt und ich hatte einfach Spaß mit der Story.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Glory of Broken Dreams von Ruby Braun
Ein Pakt mit dem Teufel
Also erstmal: die reine Aufmachung des Buches finde ich super gelungen, es ist ein echter Eyecatcher im Regal und gefällt mir ohne Schutzumschlag sogar noch besser. Bei der Handlung bin ich zwiegespalten, weil ich vor allem mit Charlotte so ein bisschen zu kämpfen hatte, die Fantasyelemente mir aber richtig gut gefallen haben.
Insgesamt wars mir fast nicht düster genug.
Die Story hat so einen magisch märchenhaften Touch an sich, alles rund um das sagenumwobene Hotel und seine Fähigkeit Träume wahr werden zu lassen ist super fantasievoll ausgestaltet und wirkt anfangs fast schon romantisch verklärt. Aber natürlich ist im Hotel Lichtenstein nichts so, wie es scheint.
Die Geschichte von Charlotte fand ich fast schon etwas oberflächlich und mädchenhaft naiv. Viel zu spät beginnt sie überhaupt zu hinterfragen, was vor sich geht und wieso ihr so unnachgiebig von der Anstellung im Hotel abgeraten wurde.
Willem Storyline fand ich dagegen sehr spannend und ansprechend. Sie wirkt düsterer, geheimnisvoller und schroffer. Dadurch bildet sie einen schönen Kontrast zu der von Charlotte. Das mochte ich sehr;
Ich finde das Buch wird im Verlauf immer spannender und Geschichte faszinierenden, umso mehr Willem bei seinen Nachforschungen herausfindet. Der ganze Varieté-Charakter hat mir auch super gut gefallen und man fliegt geradezu durch die Seiten, weil sich das Buch so leicht und flüssig liest.
Hat auf jeden Fall noch Potential für den zweiten Band und insgesamt fand ichs gut mit kleinen Schwächen
Rezensionen von Gerfried Schöpf:
Das Ende vom Anfang von Isabelle Kocher
Fesselndes Leseerlebnis
E
in sehr ergreifender Roman über die Abwege der Liebe, der es trotz der ernsten Thematik geschafft hat, mich immer wieder zum Schmunzeln zu bringen u.a. mit kuriosen Musikempfehlungen aus Österreich. Es ist schön zu sehen, dass sich junge AutorInnen an solche Projekte wagen.
Absolut unterstützenswert!
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Mein Name ist Emilia del Valle von Isabel Allende
eine mutige Frau, die Grenzen auslotet
Ich lese Bücher von Isabel Allende immer sehr gerne, weil die Autorin es einfach hervorragend versteht eine sehr einnehmende Atmosphäre zu erschaffen. Thematisch hab ich mich hier anfangs sehr schwer getan, nicht nur weil die Story ganz schön klischeehaft anmutet, sondern das Schicksal von Emilias Mutter Molly fast schon schmerzliche Naivität ausstrahlte.
Wirkte direkt irgendwie altbacken.
Zum Glück schlägt die Geschichte schnell einen ganz anderen Ton an, nämlich als es um Emilia selbst geht, die sich in einer Männerdomäne unter Pseudonym zu beweisen versucht. Sie macht viele für die Frauen ihrer Zeit unübliche Erfahrungen, ist unerschrocken und lebenshungrig. Ihre forsche Art ist einfach super mitreißend und ich habe begeistert ihre Reisen und Erfahrungen verfolgt.
Ich mag den dichten Erzählstil und die abenteuerlich angehauchte Geschichte. Die Eindrücke die man dabei von Chile und dem tosenden Bürgerkrieg gewinnt sind bildhaft und eindringlich. Emilia begibt sich mehr als einmal in Gefahr und ich habe ihr Schicksal mit angespannter Begeisterung verfolgt. Und dann das Ende: ganz ehrlich, selten sowas vortreffliches gelesen.
Für mich eines der stärksten Bücher der Autorin.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Bestie von Joana June
Ultra genialer Vibe
Es gibt so Bücher, die bewegen sich zwischen Realität und Fiebertraum und genauso ein Buch ist „Bestie“ für mich. Ich hab den Vibe der Geschichte so geliebt, die flirrende Atmosphäre Hamburgs und die ambivalenten Gefühle der Protagonistin die alles nur nicht sie selbst ist.
Ich finde Frau-Sein, beliebt sein, begehrt sein, einfach nur gewollt und gesehen sein- das alles wird hier richtig gut eingefangen.
Die Geschichte hält dem schönen Schein von Social Media den Spiegel vor. Diese viel Schein, wenig Sein wird pointiert rübergebracht, kleine Episoden, kompromittierte Anekdoten, die unschönen Seiten des Leben wegretuschiert. Anouk inszeniert sich selbst
Auch die Dynamik von Frauen-Freundschaften wird hier beeindruckend wiedergegeben, das sich messen, abwägen, konkurrierend.
Im letzten Dritten nimmt das Buch eine seltsame Wendung, distanziert sich gefühlt von sich selbst, wird abstrakter, inhaltlich und von der Erzählweise her. Da wird nochmal eine ganz neue Dimension und Erzählebene eröffnet und ich weiß nicht so recht, ob mir das gefallen hat. Was mir dann aber wieder richtig gut gefallen hat war das letzte Kapitel, das Ende.
Insgesamt ein Buch, was ich sehr genossen hab und wo ich froh bin es entdeckt zu haben
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Im Leben nebenan von Anne Sauer
Alternative Realität
Die Idee hinter der Story fand ich gleichwohl skurril wie faszinierend, weil sie dieses „was wäre wenn“ beleuchtet, das wohl in jedem von uns auf irgendeine Art gärt. Und ganz nebenbei beleuchtet es dabei Mutterschaft, Beziehung, Familie, soziale Strukturen und das Gefühl, dass der eigene Körper nicht mehr einem selbst gehört.
Die Geschichte wird in zwei parallelen Handlungsträngen erzählt, die die alternativen Realitäten von Tonis Leben darstellen. Und diese könnten nicht unterschiedlicher sein, drehen sich aber beide um Tonis Fokusthema Mutterschaft. Und eröffnen dem Leser damit den Blick auf die ungeschönte Auseinandersetzung mit der „das habe ich mir so aber nicht vorgestellt“.
Tonis alternatives Leben fühlt sich falsch, übergestülpt und unverdient an. Sie merkt was fehlt, wo sie aneckt, mit sich selbst hadert und kämpft. Da sie den direkten Vergleich zu ihrem alternativen Leben hat, wirkt das bewusster, gleichzeitig emotional aufgeladener. Ich habe die Handlung teilweise mit Schrecken, aber auch einem gewissen Amüsement und über Tonis Umfeld verfolgt.
Thematisch fand ich das Buch super nahbar und Toni emotional sehr authentisch. Das Buch hat einiges in mir bewegt, zum Nachdenken angeregt und trotzdem gut unterhalten.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Der Totengräber und die Pratermorde,2 Audio-CD, 2 MP3 von Oliver Pötzsch
Es verschwinden Mädchen im Prater
Ich hab diese Reihe historischer Kriminalromane und die zentralen Figuren über die Bücher hinweg echt liebgewonnen.
Vor allem das Wiener Lokalkolorit gefällt mir nach wie vor richtig gut. Für mich war dies der erste Band der Reihe, den ich als Hörbuch gehört habe und der Wiener Dialekt vor allem von Rothmayer kommt hier super zum Tragen.
Das macht das Erleben der Geschichte für mich nochmal eine Spur authentischer.
Das Buch beginnt wie aus der Reihe bereits bekannt mit einem düsteren Szenario und einem Todesfall, auch wenn diese auf den ersten Blick vorerst nicht zusammenhängen.
Alles rund um die Magierfehde und die Tricks hat mir richtig gut gefallen und war thematisch perfekt für diese Reihe geeignet.
Das eigentliche Kernthema des Buches, welches auch titelgebend ist, taucht aber erst nach ungefähr einem Viertel der Geschichte intensiver auf, was für meinen Geschmack zu spät war.
Stattdessen geht es viel um die Beziehung zwischen Leo und Julia, was ich so langsam etwas ermüdend finde. Ein unerwartetes Highlight war für mich Rotmayer, den man hier nochmal von einer anderen Seite erlebt. Er und Anna sind meine nicht ganz so heimlichen Lieblinge.
Ich fand die Geschichte wieder angenehm stimmungsvoll, auch wenn das Tempo größtenteils eher gemächlich ist. Viel mehr geht es um die allgemeine Atmosphäre im Prater und das Schaustellerleben. Mochte ich sehr und kann vor allem auch das Hörbuch sehr empfehlen.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Strandgut von Benjamin Myers
Eindringlich
Ich mag Bücher von Benjamin Myers, aber auf dieses Buch war ich irgendwie nicht gefasst. Die Geschichte beginnt melancholisch, geradezu elendig, geprägt von Sucht, Verlust, Trostlosigkeit. Ich habe das Buch als aufwühlend empfunden, gleichzeitig rüttelt es etwas im Leser wach, eine Mischung aus Demut über das eigene, gute Leben und der euphorischen Dankbarkeit Teil dieser wilden Welt zu sein.
Buckys Geschichte ist entrückend, emotional aufwühlend und von besonderer Tragik. Ein Leben voller verpasster Chancen, missgünstiger Umstände und der Tristess eines nicht genutzten Potentials.
Buckys Tage in England gleichen einer wilden Odyssee zwischen Entzug und neu entdeckter Prominenz. Mit Freude habe ich seine Entwicklung von absoluten Unglauben hin zu sanfter Freude und ehrlicher Hoffnung verfolgt.
Mit Dinah teilt Bucky ein paar offene und ehrliche Momente, rekapituliert dabei sein Leben, die Beziehung zu seiner verstorbenen Frau, seine Trauer und seine Sucht. Und innerhalb dieser kurzen Bekanntschaft verändert Dinah Buckys Leben. Aber auch beeinflusst ihres. Und ich finde, das ist das schöne an dieser Geschichte: wie Fremde Einfluss auf das eigene Leben nehmen, zu Freunden werden und man aneinander und miteinander wächst.
Die Erzählung schwenkt immer wieder zwischen Gegenwart und Buckys Erinnerungen hin und her; die Übergänge fast schon fließend, was eine besondere Stimmung innerhalb der Handlung schafft.
Ich habe es als feinfühlige, aber trotzdem eindringliche Geschichte empfunden, die viel in mir bewegt hat.











