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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von lesemaus:

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Herzlauschen von Nicole Swidler; Uli T. Swidler

Herzlauschen

Herzlauschen ist ein wundervoller, gefühlvoller Roman.
Mich sprach sofort das Cover an, die junge Frau im dunklen der Bühne. Vor vielen Zuschauern und dennoch allein. Das machte mich sofort neugierig auf die Story.
Der Roman ist eine Liebesgeschichte zwischen der hoch gefeierten Sängerin Tessa und dem gehörlosen Künstler Paul.

Allein diese Konstellation macht es schon spannend.
Das Buch liest sich sehr flüssig und ich konnte beim Lesen wirklich nicht feststellen, dass hier zwei Autoren am Werk waren.
Mir hat der Roman sehr gefallen, obwohl manche Stellen doch recht von der Realität entfernt waren. Somit leider ein kleiner Abstrich. Aber ich fand den Roman von der ersten bis zur letzten Seite spannend und sehr lesenswert.
Danke für die schönen Lesemomente.

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Herzlauschen

Rezensionen von Peachybookdreams :

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Till the End of the Moon 1 von Teng Luo Wei Zhi

Dämonenknochen

Till the end of the Moon ist ein Buch, das mich nicht von Anfang an überzeugen konnte, ich bin aber echt froh, dass ich weitergelesen habe, denn ungefähr ab dem letzten zweiten Abschnitt ging es mit der Action los und ich konnte in die Geschichte finden. Mein größter Kritikpunkt, der es mir am Anfang nicht leicht gemacht hat, war die große Menge an Charakteren, die aber kaum optisch beschrieben wurden, sodass ich Schwierigkeiten hatte, mir alle bildlich vorzustellen.

Wer die Serie gesehen hat, wird sich hier wesentlich leichter tun. Auch Orte werden schnell gewechselt, ohne groß visuell beschrieben zu werden, weshalb ich bei manchen Szenen nicht wusste, wo sich die Charaktere gerade befinden. Mit den Namen hatte ich weniger Schwierigkeiten, hier hat mir das Glossar sehr weitergeholfen, auch die Fußnoten am Rand haben mich die chinesische Mythologie besser verstehen lassen. 

Die Hauptprotagonisten haben mir aber gleich sehr gut gefallen. Li Susu muss 500 Jahre in die Vergangenheit reisen, um die Welt vor dem bösen Dämonengott Tantai Jin zu retten. Dabei schlüpft sie in den Körper von Ye Xiwu. Sie hat zwar ein paar Erinnerungen von ihr bekommen, doch noch ahnt sie nicht, welch eine Tyrannin Ye Xiwu war und sich ihr plötzlich ruhigeres Verhalten dadurch schnell bemerkbar macht. Als sie auf Tantai Jin stößt, gelingt es ihr aber nur schwer, ihren Zorn zu unterdrücken, doch je öfter sie den Umgang der anderen mit ihm beobachtet, desto klarer wird für Susu, wie schwierig es werden wird, das Herz des Dämonengottes zu öffnen. 

Tantai Jin war ein Charakter, der mich bis zum Schluss verunsichert hat, aber auf eine spannende Art und Weise, weil sein Verhalten unberechenbar ist. Auf der einen Seite entwickelt man Mitgefühl, denn was ihm in der Vergangenheit passiert ist, war teilweise echt nicht leicht zu lesen. Auf der anderen Seite sieht man die ersten schrecklichen Entwicklungen, die ihn später zum Dämonengott machen. Die Beziehung zwischen ihm und Ye Xiwu ist von gegenseitigem Hass geprägt. Romantische Gefühle habe ich in diesem Teil kaum wahrgenommen. Wer langsamen Slow Burn mag, greift hier also zum richtigen Buch. 

Fazit: Trotz holprigen Anfang konnte mich das Buch fesseln. Vor allem die unterschiedlichen dämonischen Wesen, von denen ich noch nie gelesen und gehört habe, machten die Geschichte aufregend und erfrischend anders im Vergleich zu den Fantasybüchern, die ich sonst lese. Auch die aufwendige Gestaltung der Illustrationen, die im Buch verteilt sind, und das Glossar, das einem die chinesische Mythologie näher bringt, haben mich begeistert. Ich bin neugierig, wie es mit Susu und Tantai Jin weitergehen wird, deshalb habe ich mir den nächsten Band vorbestellt. 

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Till the End of the Moon 1

Rezensionen von Bücherfreundin:

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Tanzende Spiegel von Annette Byford

Beeindruckender Debütroman mit psychologischem Tiefgang

In ihrem autofiktionalen Debütroman "Tanzende Spiegel" verwebt die Psychotherapeutin Annette Byford, die in Deutschland aufgewachsen ist und seit 40 Jahren in Großbritannien lebt, die Lebensgeschichte ihrer Mutter mit ihrer eigenen.

Die namenlose Mutter ist Anfang zwanzig und lebt in Wiesbaden.

Sie ist mit dem Medizinstudenten Walter verlobt, den sie an der Universität Münster kennenlernte. Die junge Frau fühlte sich sehr schnell durch die Verbindung eingeengt und verließ nach dem ersten Semester die Stadt. Sie hat sich ein kleines Dachzimmer gemietet und eine Bürotätigkeit angenommen. Walter wird bald eine eigene Praxis bekommen, doch die Mutter der Autorin ist noch nicht bereit zu heiraten, nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren ist sie lebenshungrig und genießt es, ins Kino zu gehen und sich mit ihren Kollegen zu treffen. Ihr Vorgesetzter bemüht sich intensiv um sie, und sie beginnen ein heimliches Verhältnis, das nicht folgenlos bleibt.

Im Hier und Jetzt lernen wir die Anfang der fünfziger Jahre geborene Ich-Erzählerin kennen, die als Psychotherapeutin arbeitet und seit zwei Jahren verwitwet ist. Sie hat viele Freunde und ein funktionierendes soziales Netzwerk. Eine junge Patientin weckt intensive Gefühle in ihr, sie denkt ständig an sie, und in ihren Tagträumen sind sie und die Cellistin ein Paar. Die Psychotherapeutin wünscht sich immer öfter, die junge Frau auch außerhalb der Praxis zu treffen. Sie gerät in einen tiefen Gewissenskonflikt, überschreitet bereits Grenzen und wird bald eine Entscheidung treffen müssen.

Die Handlung ist auf zwei Zeitebenen erzählt, auf der ersten begleiten wir die Mutter der Autorin ab einem Alter von etwa 22 Jahren, auf der zweiten Zeitebene erleben wir den Alltag der Psychotherapeutin und folgen ihren Erinnerungen an ihre Mutter. Die Geschichte wechselt ständig von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück. Durch die Kursivschrift sind die Zeitsprünge sehr gut erkennbar.

"Tanzende Spiegel" ist ein ganz wunderbares, ein kluges und berührendes Buch. Die schöne Sprache und der ruhige Erzählstil der Autorin haben mich von Beginn an begeistert. Die Autorin beschreibt ihre Mutter mit viel Liebe und Empathie. Es hat mir sehr viel Lesefreude bereitet, in die Lebensgeschichten der beiden Frauen einzutauchen. Ich mochte die junge Frau, die im Nachkriegsdeutschland die Liebe sucht, ihre Freiheit schätzt und selbstbestimmt leben möchte. Sie kann sich noch nicht mit der damaligen Rollenzuweisung als Mutter und Hausfrau identifizieren, und doch zwingen die Umstände sie zu einer lebenswichtigen Entscheidung. Ein halbes Jahrhundert später muss ihre Tochter feststellen, dass ihr Leben immer mehr zum Spiegelbild des Lebens der Mutter geworden ist, und auch sie muss eine wichtige Entscheidung treffen.

Ich habe das Buch, in dem es neben Liebe, Schuld und dem Schweigen über die Vergangenheit auch um eine Mutter-Tochter-Beziehung und ein Familiengeheimnis geht, sehr gern gelesen, es hat mich gefesselt und zutiefst berührt.
Am Ende des Romans weist die Autorin darauf hin, dass es sich um ein fiktives Werk handelt. Lediglich die Geschichte der Mutter beruht auf wahren Begebenheiten, die Abschnitte, die sich mit der Therapie befassen, sind fiktiv.

Absolute Leseempfehlung für alle, die gern anspruchsvolle Romane mit psychologischem Tiefgang lesen!

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Tanzende Spiegel

Rezensionen von Nele33:

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Haus zur Sonne von Thomas Melle

harte, sehr gute Kost

Das Buch "Haus zur Sonne" des Autors Thomas Melle habe ich, als Hörbuch eingelesen von Jens Harzer, gehört.

Erzählt wird in der Ich-Perspektive, was den Protagonisten für mich sehr nahbar und authentisch machte. Nach dem Erfolg seines Buches "Die Welt im Rücken" knüpft die vorliegende Erzählung kompromisslos an.

Er schildert seine bipolare Störung so nachvollziehbar, dass es mir teilweise den Boden unter den Füßen wegzog und ich eine Pause benötigte. Als dem Protagonisten nach einer langen manischen Phase nichts mehr bleibt, außer der tiefe Depression, die ihn nur noch zur Beendigung seines Lebens drängt, scheint durch einen Flyer des "Haus zur Sonne" sein Wunsch in greifbare Nähe zu rücken. Eine staatliche Einrichtung für suizidale Menschen, denen dort letzte Wünsche einschließlich des Abschiedes vom Leben möglich gemacht werden sollen,

Zusätzlich zum Wunschessen gibt es Wellness-Behandlungen, doch in erster Linie arbeitet das "Haus zur Sonne" mit virtuellen Simulationen, in denen einfach alles möglich ist. Erinnerungen wieder zu erleben, sogar seinen eigenen Todeswunsch inkl. Todesart hautnah zu erfahren. Der namenlose Protagonist analysiert dort sein Leben, von dem ihm die Krankheit das meiste gestohlen hat und denkt an die vielen Menschen, einst Wegbegleiter und nun auch verloren. Mit jedem Satz und Gedanken wird die Scham, die Reue, aber auch die Verletzlichkeit und Verlorenheit, verursacht durch eine Krankheit, überdeutlich und eindringlich transportiert.

Der Sprecher unterstützt durch seinen sehr guten Lesefluss die qualvollen Gedanken außerordentlich gut.

Dieses Buch ist zu Recht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und ich wünsche dem Autor, dass er ihn diesmal bekommt.

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Haus zur Sonne

Rezensionen von Anndlich:

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Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos

Zwischen Wille und Instinkt.

Claire und Goliath leben in einer Welt, das dem ‚Wir‘ untergeordnet ist. Der Instinkt des Menschen dient dem Allgemeinwohl und Individualität darf nicht existieren. Goliath fehlt nur noch ein gerettetes Leben, um ein Tugendhafter zu werden, Claire steht vor ihrem Abschluss zur Vertrauten als plötzlich unbemerkt Schüler:innen verschwinden.

Claire und Goliath fällt dieser Umstand auf, doch Claire möchte auf keinen Fall auffallen, denn ihr Geheimnis bedroht ihr Leben.

Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos verspricht eine Dystopie über verbotene Individualität, Widerstand und Liebe und bietet ein komplexes Weltensystem, das aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird.

Der Klappentext klang mit all seinen aufgeworfenen Themen super spannend. Ein Instinkt der Menschen dazu verleitet, dem Allgemeinwohl zu dienen. Ein Gemeinwohl, das ausschließlich dem ‚Wir‘ dient und doch der versprochene Ausbruch von Individualität. Ähnlich spannend ließen sich auch die ersten Seiten lesen, aber mit jeder Seite mehr verpuffte mein Interesse und gewann an Verwirrung dazu. Fragen werfen sich auf, die auch bei weit über der Hälfte des Buches noch lange nicht geklärt sind und den Spaß am lesen rauben, weil die Handlungen der Charaktere ohne Verständnis für das System der Welt kaum einzuordnen sind.

Die Perspektiven wechseln primär zwischen Goliath und Claire, bieten aber auch ein paar Nebencharaktere. Perspektiven die vermutlich die Sichtweisen der verschiedenen Standpunkte darstellen sollen, sich aber in der Komplexität verlieren. Teilweise lassen sich Perspektiven nicht direkt zuordnen und verwirren nur noch mehr. Ein weiteres Problem war für mich, dass ich mit keiner einzigen Perspektive warm wurde und dadurch keinen Zugang zum Buch gefunden habe. Alle Perspektiven wirkten auf mich kühl, ähnlich wie die gesamte Gesellschaft.

Auch zeitlich fühlt man sich komplett verloren. Minitel, SMS, Jukebox,… das alles spricht für eine vergangene Zeit, Pay-TV Sender fallen dann doch eher in eine andere und so lässt es sich kaum verordnen. Was grundsätzlich kein Problem sein muss, aber insgesamt dann doch ein weiterer Punkt ist, der mich den Bezug zum Inhalt nicht abholen konnte, zumal es inhaltlich schon eine Begründung hätte geben können… wenn es denn jemals relevant geworden wäre.

Die Spur der Vertrauten konnte mich daher leider gar nicht abholen. Mir gefällt weiterhin die Grundidee dieses Buchs super gut und die Autorin hat viele wunderbare Ideen einfließen lassen, die für mich aber nur sehr selten ihre Wirkung erzielten. Immer wieder gab es auch kleinere Handlungen, die bedeutsam hätten werden können und dann doch nicht mehr erwähnt wurden. Die Einordnung als Jugendbuch für Kinder ab 14 Jahre finde ich sehr optimistisch, die Protagonist:innen sind zwar Jugendliche und doch glaube ich, dass es inhaltlich die Mehrheit von 14-jährigen (noch) nicht ansprechen dürfte.

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Die Spur der Vertrauten

Rezensionen von jori1020:

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Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels von Vea Kaiser

Wunderbar wienerisch – Von Grant bis Grand Hotel

Mit Fabula Rasa beweist Vea Kaiser einmal mehr, dass sie zu den großen Autor*innen der österreichischen Gegenwartsliteratur gehört. Ihr neuer Roman vereint all das, was ihre Bücher auszeichnet: eine klare, lebendige Sprache, durchzogen vom feinen Wiener Schmäh, viel Lokalkolorit und eine Handlung, die einen sofort in ihren Bann zieht.

Zugleich gelingt es ihr, auch ernstere Themen wie Drogenmissbrauch oder Altersdemenz mit einer bemerkenswerten Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang zu erzählen.

Im Zentrum steht Angelika Moser, Tochter einer Hausbesorgerin aus dem Wiener Gemeindebau. Ehrgeizig arbeitet sie sich in der Verwaltung des Grand Hotels Frohner nach oben, jongliert zwischen Arbeit, Kind und der Pflege ihrer Mutter und entdeckt dabei, wie einfach es scheint, mit gefälschten Rechnungen etwas Geld beiseitezuschaffen. Was als kleine Notlösung beginnt, wird zur Routine; aus kleinen Beträgen werden große Summen, und bei jeder neuen Rechnung fragt man sich: Wie lange geht das noch gut?

Trotz ihrer 550 Seiten liest sich die Geschichte leicht und fesselnd. Kaiser schreibt mit Empathie und einem scharfen Blick für Zwischentöne. Sie bringt uns Angelika und ihre schillernden Nebenfiguren so nah, dass man sie fast persönlich zu kennen glaubt. Besonders stark sind die Passagen über Mutterschaft – ehrlich, ungeschönt, körperlich direkt.

Am Ende bleibt die Frage: Was fühlen wir für Angelika Moser? Mitleid, Verständnis, vielleicht sogar Bewunderung? Fabula Rasa gibt darauf keine einfache Antwort. Genau das macht diesen Roman so lesenswert.

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Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels

Rezensionen von Anja:

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A Dance of Lies. Die Spionin von Brittney Arena

Intrigenreich und spannend

Vasalie war die Lieblingstänzerin von König Illian, bis sie wegen Mordverdachts eingesperrt wurde. Nun bietet Illian ihr die Chance auf Freiheit: Wenn sie für ihn bei der Versammlung der Königreiche spioniert, bekommt sie ihr Leben zurück. Vasalie würde alles dafür tun, nicht wieder eingesperrt zu werden.

Doch sie ahnt nicht, auf welch gefährlichen Deal sie sich einlässt, denn Illians Aufträge nehmen immer weitreichendere Ausmaße an. Zudem ist ihr Illans Bruder Anton auf der Spur, der ihre Absichten erahnt…

Das Hörbuch konnte mich von Anfang bis Ende fesseln. Nach ihrem Kerkeraufenthalt ist Vasalie wild entschlossen, zu überleben und sich nicht erneut einsperren zu lassen. Daher ist sie bereit, jeden von Illians Aufträgen zu erfüllen. Doch schnell bekommt sie erste Zweifel, als sie nicht nur spionieren, sondern auch Menschen verletzen soll. Zudem schließt sie auf der Versammlung, wo sie als Tänzerin auftreten soll, neue Freundschaften und möchte die Menschen, die sie so bereitwillig aufgenommen und unterstützt haben, nicht hintergehen, was sie in einen Konflikt bringt. Soll sie ihr Leben für das Wohl anderer aufgeben?

Auch wenn man Vasalie egoistisch und naiv nennen kann, ich mochte die junge Frau, die so verzweifelt für ihr Leben kämpft.
Ihre Hoffnung, dass ausgerechnet der Mann, dem sie ihre Probleme zu verdanken hat, nun ihre Rettung sein könnte, ist schon arg gutgläubig. Auch an anderen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass sie mehr hinterfragt und die Augen für das öffnet, was direkt vor ihrer Nase ist, statt sich von Gerüchten leiten zu lassen.

Als Ich-Erzählerin lässt sie an all ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Ihre inneren Konflikte und widersprüchlichen Gedanken, werden nachvollziehbar geschildert.
Verzweifelt sucht sie nach einem Ausweg und wird immer tiefer in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Geheimnissen gezogen.
Je mehr Vasalie erfährt und nachforscht, desto mehr unerwartete Wendungen nimmt die Geschichte.
Auch wenn das Tempo des Buches überwiegend ruhig ist, ist die Handlung ereignis- und abwechslungsreich: höfische Intrigen, Verrat und Lügen, Charaktere, die ein falsches Spiel spielen, Anbandelungen zwischen verschiedenen Figuren (dass Vasalie sich im Verlauf in gewisser Weise für 3 Männer interessiert, ist vielleicht etwas viel… wobei auch hier ihre verzwickten Gefühle und Abhängigkeiten erklärt werden).

Der Fantasyanteil der Geschichte ist eher gering und kommt überhaupt erst am Ende des Buches tatsächlich zum Tragen. Dennoch ist die entworfene Welt mit den Königshöfen, Mythen und Traditionen interessant. Allerdings ist es in der Vielzahl der facettenreichen Charaktere, von denen so mancher zu überraschen weiß, nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Zumindest fällt es mir in Hörbüchern immer etwas schwerer, wenn es sehr viele Namen gibt, diese zuzuordnen, wenn ich sie nicht vor Augen habe.

Dies ist aber auch der einzige Nachteil der Hörbuchumsetzung, ansonsten konnte ich der Geschichte problemlos folgen. Rebecca Veil, die Vasalie ihre Stimme leiht, hat eine angenehme Art, die aufgewühlten Gefühle der Protagonistin wiederzugeben.

Nach dem offenen Ende bin ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Fazit

Geheimnisse, Intrigen, Lügen und Verrat. Vasalie wird zum Spielball der Könige, als sie versucht, ihr Leben zu retten. Bald stellt sie sich die Frage, wie viele Menschen sie bereit ist, zu hintergehen, um sich selbst zu retten, oder ob es nicht doch eine andere Lösung geben könnte. Wendungsreich, spannend, dramatisch und emotional wird es im Geschehen, sodass die abwechslungsreiche Geschichte mich durchweg fesseln konnte.

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A Dance of Lies. Die Spionin

Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:

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Diebe, Dirnen, Dienstboten von Georg Hamann

Die kleinen Leute...

Ein Buch, das jene ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt, die ansonsten in den Geschichtsbüchern nicht beachtet werden: die sogenannten „kleinen Leute“, also die große Masse der Menschen.

Der Autor erzählt in 13 Kapitel von Prostituierten, Scharfrichtern, Bandlkramern, Schindern und vielen anderen.

Er schildert die Lebensumstände, aber auch die ausgeprägten Standesdünkel dieser Randgruppen. Er erzählt von Menschen, die als „närrisch“ galten, als „ainfaltig“ oder als „würfelich im Kopf“ (Seite 70), Menschen die gering geachtet wurden, deren Leben und Beruf oft durch Gesetze streng geregelt war und die trotzdem unglaublich wichtig für das Funktionieren der Gesellschaft waren.
Jedes einzelne Kapitel zeichnet ein lebendiges Bild vergangener Zeiten.

Alle Namen und Umstände sind historisch verbürgt und ein ausführliches Literaturverzeichnis zeigt die genaue Recherche des Autors. Georg Hamann, Schriftsteller und Historiker, hat es also geschafft, viel Information spannend und extrem unterhaltsam zu präsentieren.

Genau so macht „Geschichtsunterricht“ wirklich Spaß!

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Diebe, Dirnen, Dienstboten

Rezensionen von Anja:

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All Better Now von Neal Shusterman

… zäh …

Von Neal Shusterman habe ich bereits einige Bücher gelesen, die mir gut gefallen haben, vor allem die Scythe-Reihe.

All better now kommt mit einem dystopischen Setting daher. Es wird kein genaues Jahr genannt, aber die Handlung scheint in der nahen Zukunft zu spielen, da auf die Corona-Pandemie und ihre Folgen Bezug genommen wird.

Gleichzeitig gibt es ein paar technische Entwicklungen, die eher futuristisch wirken.

Eine neue Corona-Mutation, Crown Royale, bedroht die Menschheit. Erneut sterben Menschen. Diejenigen, die überleben, sind danach verändert. Die Menschen haben neue Lebensziele. Sie sehen in allem das Positive und sind einfach nur glücklich.

Für manch einen Charakter ist genau das ein Grund, sich absichtlich mit dem Virus anzustecken. Was könnte besser sein, als sorglos durchs Leben zu gehen? Besonders wenn man von schweren Verlusten geprägt ist oder gegen Depressionen kämpft.

Und so entwickeln sich zwei Lager: Die einen wollen das Virus vermeiden oder bekämpfen, sie schotten sich ab, haben Angst vor einer Wesensveränderungen und all ihren Folgen – den privaten aber auch den wirtschaftlichen. Die anderen setzen auf eine gezielte Verbreitung – denn wenn alle Menschen glücklich sind, verschwinden doch auch alle Konflikte und Sorgen von der Erde!? Dafür nehmen sie auch in Kauf, dass ein kleiner Prozentsatz aller Infizierten nicht überleben wird.

Das Szenario an sich ist super spannend und die gegensätzlichen Sichtweisen regen zum Nachdenken an. Dennoch fand ich das Buch langatmig und teils auch nervig. Die zwei Extreme predigen immer wieder ihre Ansichten. Völlig überzeugt davon, dass sie im Recht sind, gibt es seitenlange Beschreibungen, warum ausschließlich ihre Meinung stimmen kann und warum nur so die Menschheit gerettet werden kann. Es gibt nur schwarz oder weiß, kein vernünftiges Abwägen. Entschieden wird über den Kopf aller anderen Menschen hinweg.
Der ganze Schreibstil ist anstrengend. Einerseits philosophisch langatmig, andererseits extrem belehrend. Und einfach wenig flüssig oder emotional.
Zudem zieht sich auch die Handlung in die Länge, da beide Seiten nur schwer nennenswerte Fortschritte erzielen können. Erst zum Ende hin wird das Geschehen dann deutlich spannender – aber auch dies natürlich mit ordentlichen Extremen und Übertreibungen.

Für mich gab es keine Figur, mit der ich wirklich mitfiebern wollte. Durch ihre Haltungen und Taten ist niemand wirklich sympathisch. Einzig Mariel zeigt eine etwas ausgewogenere Sichtweise und denkt (manchmal) über Dinge nach, bevor sie handelt.

Geschildert wird das Geschehen um einen kleinen Kreis von Personen. Allerdings gibt es immer wieder Blicke rund um die Welt zu Ereignissen und Personen, zu Erkrankten, die ihr Leben ändern. Diese wirken erst mal völlig zusammenhanglos, wie es der „Zufall“ so will, entwickeln die meisten dieser Figuren aber doch noch einen Bezug zum Hauptstrang. Dem Lesefluss haben all diese – letztlich doch eher belanglosen – Nebencharaktere eher nicht gut getan und ihre Einbindung in die Geschichte wirkt, wie vieles in dem Buch, sehr konstruiert.

Ich war ehrlich gesagt froh, als ich mit dem Buch durch war und kann mir aktuell nicht vorstellen, auch noch den zweiten Teil zu lesen, auch wenn das Ende ein wenig neugierig darauf macht.

Fazit

Was nach einem spannenden Szenario klang, entwickelt sich für mich leider zu einem zähen Leseerlebnis. Die Handlung kommt nicht voran, die extremen Positionen werden immer wieder unnötig ausführlich wiederholt und zu den Charakteren habe ich keinen Zugang gefunden…

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All Better Now

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Die bittersüße Rache vom Montmartre von René Laffite

Gute Krimiunterhaltung!

Wie jedes Jahr kommt die Familie Morel in Cannes zusammen, um Weihnachten zu feiern. Noch bevor man sich zu Weihnachtsgans, Foie gras und Champagner zusammensetzen kann, verschwindet Frédéric Morel zunächst spurlos. Hat Commissaire Geneviève Morels Bruder und Mitglied des kriminellen Familienbusiness‘ einen seiner zahlreichen Widersacher erzürnt?

Nachdem bei der Polizei niemand über ihre Zugehörigkeit zu den Morels Bescheid weiß, ist sie auf sich alleine gestellt.

Niemand weiß vom Familienbusiness. Nein, nicht ganz, Olivier Guyon, Chef der BRI, der Brigade de Recherche et Invervention, mit dem Geneviève bereits mehrmals zu tun hatte, weiß mehr, als er zugibt. Doch ist er der einzige, der ihr Vertrauen und die Möglichkeiten besitzt, Frédéric aus den Händen der Entführer zu befreien.

Zunächst begibt sich Geneviève allein auf eine Schnitzeljagd durch halb Frankreich, bis Olivier aktiv ins Geschehen eingreift. Doch ihr Gegner scheint übermächtig und ihnen immer einen Schritt voraus zu sein.

Ausgerechnet Geneviève, die auf Grund ihrer Profession als schwarzes Schaf der Familie gilt und Kunstdiebstähle à la Großmama Olivia ablehnt, muss nun für die Freilassung ihres Bruders ein besonderes Gemälde von Frida Kahlo stehlen. Dabei an ihrer Seite - Olivier Guyon, dem der Ausflug auf die andere Seite des Gesetzes sichtlich Spaß macht.

Wird es gelingen, Frédéric aus den Fängen der Entführer zu befreien? Und was ist das Motiv? Die wertvollen Ohrringe, die im vorherigen Band aus dem Museum in Grenoble verschwunden sind?

Fragen über Fragen, die nicht nur Geneviève Morel, sondern auch uns Leser beschäftigen.

Meine Meinung:

Dieser vierte Krimi mit Commissaire Geneviève Morel und ihrer Familie, deren Wahlspruch Ars est nostra ars (Kunst ist unsere Kunst) lautet, ist wieder gut gelungen. Mehrmals musste ich schmunzeln, wenn Geneviève den Verdacht äußert, ihre Großmutter Mamie ist an der Entführung ihres Enkels nicht ganz unschuldig. ICh habe ähnliches vermutet, die Auflösung überrascht dann doch ein wenig.

Ein bisschen meckern muss ich aber dennoch. Geneviève Morel wird als tough beschrieben, dennoch wundert sie sich, warum der oder die Entführer ihr immer einen Schritt voraus sind. Mein Argwohn ist, nachdem das zweite Mal das Wort Smartwatch gefallen ist, geweckt worden. Haben einst nicht die Taliban den geheimen Stützpunkt der US-Soldaten ausfindig gemacht, als sie gedankenlos ihre täglichen Laufrunden absolviert haben? Eben! Zu Genevièves Entschuldigung muss man natürlich die besondere Situation berücksichtigen, aber ...

Autor René Lafitte, hinter diesem Pseudonym versteckt sich Christian Schleifer, lässt es zwischen Geneviève und Olivier ordentlich knistern. Ob das etwas wird mit den beiden? Immerhin sind beide mit anderen Personen mehr oder weniger fix liiert. Nun ja, on verra, wie die Franzosen sagen.

Fazit:

Gerne bewerte ich diesen Krimi, der auch für einiges Schmunzeln sorgt, mit 5 Sternen.

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Die bittersüße Rache vom Montmartre