Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Julia:
Protokoll eines Verschwindens von Alexander Rupflin
Spannende Mischung aus Roman und Reportage
Ich bin ein echter True Crime Fan und daher war natürlich auch dieses Buch eine spannende Lektüre für mich. Tatsächlich war sie etwas anders als erwartet, denn ich habe damit gerechnet, dass die Geschichte Roman-mäßig erzählt wird. Letztendlich war es aber ein Wechsel aus eben diesen Romanelementen und auch der Perspektive des Reporters, wie wir ihn bei seinen Gesprächen mit der Schwerster des Ermordeten und mit dem Täter begleiten.
Der erste Perspektivenwechsel kam daher etwas überraschend für mich, aber ich habe mich total schnell damit zurechtgefunden und fand dann vor allem diesen Wechsel total spannend.
Wir haben also einerseits die Geschehnisse im Leben von Schwester und Täter erzählt bekommen. Und andererseits können wir die Gespräche begleiten, in denen vor allem der Täter seine Unschuld beteuert. Während des gesamten Buches hat der Autor nicht irgendwie wertend geschrieben, sondern eine Art neutrale Berichterstattung von sich gegeben.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und mochte es, dass auch dem Täter Platz gegeben wurde, auch wenn man als Leser natürlich nicht neutral an die gesamte Sache ran geht. Vielleicht hätte man auch dem Opfer etwas mehr Platz geben können, aber das wäre letztendlich alles nur eine Mutmaßung des Autors gewesen, da er mit Gabriel ja nicht mehr sprechen konnte. Insgesamt auf jeden Fall ein sehr gelungenes Buch und für True Crime Fans eine klare Empfehlung.
Rezensionen von milky:
Die Tage im Café Torunka von Satoshi Yagisawa
Roman zum Wohlfühlen
Der Roman "Die Tage im Café Torunka" erzählt drei verschiedene Geschichten, die alle miteinander verwoben sind. Die wichtigste Gemeinsamkeit ist, dass die Hauptpersonen der drei Geschichten einen Großteil ihrer Zeit im Café Torunka verbringen und sich dort wohlfühlen.
Genau dieses Gefühl transportiert der Autor Satoshi Yagisawa an den Leser weiter.
Beim Lesen wird man in ein Café in der Unterstadt von Tokio versetzt und kann beinahe frisch gebrühten Kaffee riechen. Alles ist sehr unaufgeregt und man kann beim Lesen sehr gut entspannen.
Zu Beginn war es etwas verwirrend, dass die drei Geschichten aus der Ich-Perspektive erzählt werden, obwohl es sich um unterschiedliche Personen handelt. Man gewöhnt sich jedoch schnell an den Wechsel und kann sich gut mit dem Ich-Erzähler identifizieren und sich in ihn / sie hineinversetzen.
Fazit: Wer ein gutes Buch sucht, bei dem man sich einfach nur wohlfühlt und abschalten möchte, ist dieser Roman eine absolute Leseempfehlung. Wer sich mehr Spannung wünscht, könnte davon enttäuscht sein.
Rezensionen von peedee:
Ganz bald ist Weihnachten von Britta Sabbag
Freunde und Weihnachten
Biber und Bär, Band 4: Der erste Schnee ist da! Da wissen Biber und Bär gleich, dass es nicht mehr lange bis Weihnachten geht. Die Freunde wollen Weihnachten unbedingt gemeinsam feiern. Dafür müssen sie noch Baumschmuck basteln und einen Tannenbaum aufstellen. Der gewählte Baum ist aber viel zu gross für die Bärenhöhle, daher stellen sie ihn draussen auf.
Sie feiern mit den anderen Tieren aus dem Wald zusammen Weihnachten. Für Kinder ab 4 Jahren; illustriert von Eefje Kuijl.
Erster Eindruck: Sehr schöne, durchgehend farbige Illustrationen. Die Schrift des Textes ist aus meiner Sicht zu klein geraten.
Biber und Bär sind Freunde. Sie sind sehr unterschiedlich und können verschiedene Dinge gut: Der Biber kann zwar einen Baum fällen, ihn aber nicht tragen, der Bär hingegen hat so viel Kraft, dass er Bäume schütteln und tragen kann. Was der eine nicht kann, kann der andere. Sie sind immer füreinander da.
Die Geschichte ist mit 32 Seiten sehr schnell ausgelesen, aber das ist bei dem noch jungen Zielpublikum auch passend. Anhand der ganzseitigen Illustrationen kann mit dem Kind die Geschichte ganz einfach weitergesponnen werden. Ein schönes Buch, das Freundschaft – auch wenn man sehr unterschiedlich ist – und Weihnachten thematisiert. Von mir gibt es 5 Sterne.
Rezensionen von yellowdog:
Ein Mann namens Loprete von Mariana Travacio
Ein trockenes, karges Land
Der Roman wirkt wie ein Western, ist aber in einer unwirtlichen Gegend in der Pampa von Argentinien angesiedelt. Es ist ein Rachedrama, dass die Selbstjustiz nicht verherrlicht, aber die Wut der Beteiligten vermittelt.
Der junge Manoel hat seine Eltern verloren. Schuld hat der Clan der reichen Loprete.
Als ein Loprete im Dorf auftaucht und da getötet wird, eskaliert es.
Die kurzen Kapitel prägen den Text. Manoel ist der Erzähler. Durch Form und Erzählstil entsteht eine eigenwillige Fabel über eine Spirale der Gewalt.
Die Schriftstellerin Mariana Travacio hat Potenzial, so dass man auf weitere Bücher von ihr hofft.
Rezensionen von nislin:
Der Schlaf der Anderen von Tamar Noort
Erschöpft...
Janis arbeitet als Aufsichtsperson in einem Schlaflabor. Dort begegnet sie der Lehrerin Sina, die dort Hilfe für ihre Schlaflosigkeit sucht. Beide könnten kaum unterschiedlicher sein, und doch besteht eine Verbundenheit. Sie sind in ihrem Alltag festgefahren und ihr jeweiliger Leidensdruck wird eindrücklich dargestellt.
Tamar Noort kann die Gefühlswelt dieser beiden Damen feinfühlig und einfühlsam beschreiben. In Zuge dessen werden Fragen aufgeworfen, die gesellschaftliche Dynamiken, wie beispielsweise das Rollenbild als Frau bzw. Mutter, sowie die allgemeine Arbeitswelt unter Kritik nehmen. Inhaltlich passieren keine großen Sachen, aber es werden sehr viele Themen angesprochen, sodass die intensivere Auseinandersetzung mit diesen nicht immer den benötigten Raum bekommt. Trotz allem habe ich den Roman gerne gelesen!
Rezensionen von Kokoloreslot:
Whisperling - Die Geister-Detektivin von Hayley Hoskins
Gruselroman im viktorianischen Zeitalter
„Whisperling - Die Geister-Detektivin“ ist ein düsterer erster Band einer Kinderbuchreihe mit Gänsehautgarantie, das zunehmend spannender und schauriger wird und die beschwerlichen Zustände der viktorianische Zeit zeigt, als viele Kinder keine unbeschwerte Kindheit hatten und die Kirche und der Aberglaube noch einen entscheidenen Einfluss auf das Dorfleben hatten.
In dieser Location spielt sich die Geister-Geschichte um die zwölf Jahre alte Peggy ab, die mit ihrer Gabe als Whisperling mit Verstorbenen sprechen kann. Peggys beste Freundin Sally soll ihre Herrin umgebracht haben und zur Strafe gehängt werden. Peggy beginnt keine Mord-Ermittlungen im klassischem Sinne, wie ich es bei einer Detektivin erwartet hätte, sondern versucht vor allem die Unschuld ihrer Freundin zu beweisen, um sie aus dem Gefängnis zu holen, wobei die Zeit gnadenlos abläuft und einige Stolpersteine die Sache erschweren. Es wird dementsprechend nervenaufreibend und dramatisch. Es macht großen Spaß mitzufiebern, ob Sally mit dem Mord doch mehr zutun hat und wer Peggy sabotieren könnte.
Die schlüssige Auflösung des Falles hält eine Überraschung bereit, die sehr gut zum Buch passt.
Es ist schauriges Kinderbuch mit historischen und kriminologischen Anteilen. Dabei ist es nicht oberflächlich, sondern komplex und anschaulich, sodass man gut eintauchen kann. Dazu eine ordentliche Portion übernatürlicher Grusel, Spannung, Magie und ein wenig Humor und Feminismus.
Kein Cliffhanger, aber es bleiben am Schluss Fragen offen und die machen Lust auf der Fortsetzungen. Ich hätte mir gewünscht, dass es ersichtlicher ist, dass es sich nicht um einen Einzelband handelt. Der erste Band lohnt sich jedenfalls schon mal für jeden, der es düster, klug und spannend mag. Gegebenenfalls würde ich das angegebene Alter für Kinder etwas höher ansetzen (damit die bleibenden Eindrücke keine Albträume verursachen) oder ein gemeinsames Lesen empfehlen, denn auch Erwachsene werden hier ihren Gruselspaß haben.
Rezensionen von Immenhof:
tiptoi® Wieso? Weshalb? Warum? - Tiere im Zoo von Inka Friese
Informativ
Beim Tiptoi Buch "Tiere im Zoo" aus der Wieso, weshalb, warum?-Reihe handelt es sich wieder um ein informatives und schön gestaltetes Buch. Soweit ich es verstanden habe, ist der Zoo dem Kölner Zoo nachempfunden. Auch wenn wir noch nie dort waren, erinnern die Gehege im Buch anderen modernen Zoos, wie z.
B. dem Zoo in Zürich, in welchem auch Tiere gemeinsam gehalten werden. Im Buch sind dies zum Beispiel Giraffen, Nashörner und Zebras. Dementsprechend finde ich das Thema Zoo gut aufgegriffen und auch absolut vertretbar.
Im Vergleich zu den "klassischen" Wieso, weshalb warum-Büchern enthält das Buch auf jeder Doppelseite nur einen kurzen Text, da das Buch mit Tip-Toi Elementen ergänzt wird. Die Bilder laden aber auch bereits jüngere Kinder zum Entdecken ein.
Insgesamt enthält das Buch viele Informationen, ist schön illustriert und enthält klassische Tiptoi-Elemente.
Rezensionen von Kokoloreslot:
Spät am Tag von Kristin Vego
Beruhigender Lesegenuss
Johanne blickt auf Siebzehn gemeinsame Jahre mit ihrem Mann Mikael zurück, der vor zwei Jahren verstorben ist. Eine Liebesgeschichte die begann, als sie, auf der Suche nach dem leisen Leben, die Stadt verließ.
Eine Beziehung, zu der auch Mikaels Ex-Frau Sofia und seine Tochter Maren gehören, was nicht leicht für Johanne war, ebenso wie der Ort und die Landschaft, die ihr neues Zuhause wurden.
Nun lebt Johanne allein in dem weißen Haus, denn auch Sofia und Maren sind fortgegangen.
Es ist ein ruhiger Roman, melancholisch und fühlbar. Johanne orientiert sich an den Jahreszeiten, die im stetigen Wandel sind, findet Trost in der Literatur, Spaziergängen und ihren Erinnerungen. Erinnerungen über ihre Liebe, über die Nähe und Zerrissenheit zur Familie, die Stolpersteine und die Schönheit und Unberechenbarkeit des Lebens. Sprachlich poetisch lebt der Roman von der sanften Stimmung. Dabei beschränkt er sich auf wenige Dialoge. Das ergibt ein harmonisches Bild aus leiser Schreiweise und ruhigem Handlungsort. Das liest sich angenehm und flüssig. Es wird nicht alles klar benannt, manchmal bleiben Fragen offen - auch wie die Zukunft ohne Mikael aussehen wird. Das Auf und Ab des Lebens ist schön beschrieben. Ich mochte dabei die Gefasstheit und Akzeptanz, die trotz der Bürde nicht in in Tragik umschlägt. Weniger Sprunghaftigkeit bei den Rückblenden hätte mir noch besser gefallen.
Fazit: Ein schmales Buch zum Genießen und Verweilen. Gut geeignet für ein entspannendes Wochenende im Spätsommer.
Rezensionen von Kokoloreslot:
Huhu und Momo - Für dich trau ich mich! von Smriti Halls
Die ganze Familie liebt dieses tolle Bilderbuch
Der Buchtitel dieses schönen Bilderbuches für Kinder ab 4 Jahren sagt schon alles: es geht um Freundschaft, Hilfsbereitschaft und den Mut, sich zu trauen. Das freudig einladende Cover ruft nach Abenteuern und zeigt die beiden Freunde auf einem Rundflug. Am Anfang der Geschichte fühlt sich Eule Huhu im Gewohnten aber noch viel wohler.
Für sie bedeutet das, es sich in ihrem Baumhöhle so richtig gemütlich zu machen. Draußen Abenteuer erleben und Freunde kennenlernen? Nichts für Huhu. Das ändert sich aber als sie den Mäuserisch Momo kennenlernt.
Die Illustrationen sind aussagekräftig und füllen die Seiten, sodass es gar nicht viel Vorzulesen braucht. Die Reimform passt daher sehr gut zum Stil der Geschichte. Alles fügt sich nahtlos ineinander, während Kinder gespannt lauschen, was Huhu und Momo gemeinsam erleben. Und dann? Was ist passiert? Was wird Huhu jetzt tun? Beinnahe ausgleichend empfanden wir die wohlige Atmosphäre des Buches und die Aussage dahinter, die sich nicht aufdrängt, aber mit Vielfalt überraschen.
Es ist unterhaltsam, macht Spaß, lädt zu Gesprächen ein und gibt ein warmes Gefühl. Dieses Bilderbuch kann man nicht nur im Herbst genießen und immer wieder lesen. Bei uns ist es gerade sehr beliebt und gefällt der ganzen Familie.
Rezensionen von Kokoloreslot:
Wilder Honig von Caryl Lewis
Geheimnisse, Schweigen, Honig und Apfelbäume
Der Roman „Wilder Honig“ erzählt von drei unterschiedlichen Frauen, die eine schwere Zeit durchmachen, und ihrem Neuanfang.
Die 70-jährige Hannah trauert um ihren Mann John. Sadie kommt in das walisische Dorf, um ihrer sechs Jahre älteren Schwester beizustehen. Die Testamentseröffnung ist ein Schock für Hannah.
Dann stößt die junge Megan
zu den Schwestern, was das Trio komplett macht.
Jede der drei hat ihre Geheimnisse und Wünsche und es geht darum, das sie sich selbst finden, loslassen und Hoffnung für die Zukunft finden. Es ist emotional geschrieben und behandelt die Schwesternschaft genauso wie die Liebe, die nicht ohne Bemühungen wachsen kann. Ebenso wie die Natur, die hier in ihrer Schönheit beschrieben wird. Das lässt die Landschaft und ihre Idylle vor dem geistigen Augen lebendig werden, auch wenn das kein Roman der Leichtigkeit ist. Die Atmosphäre ist ein großer Pluspunkt. Zentraler Bestandteil sind die elf Briefe, die John seiner Frau hinterlassen hat und in denen er seine Leidenschaft als Schriftsteller und Imker auch mit ihrer Ehe in Beziehung setzt. Diese Interpretation fand ich nur halb gelungen. Leider blieben mir auch die drei Frauen zu unnahbar. Es wird wenig miteinander gesprochen, das Schweigen hat eine symbolische Kraft, und nicht alle Geschichten bekommen gleich viel Aufmerksamkeit, was ich mir für Megan jedoch gewünscht hätte. Der Weg des Prozesses war lückenhaft und für mich nicht vollständig nachvollziehbar. Trotzdem hat mir das Ende gefallen und ich mochte es, etwas über die Bienenzucht, Honig und den Obstgarten zu lernen.











