Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Emmmbeee:
Die Briefträgerin von Francesca Giannone
Tolle Frau!
Während meiner Ferien verdiente ich mir mehrere Jahre lang ein wenig Geld mit Post austragen, und ich kann gut nachvollziehen, wie es Anna bei ihrem Beruf ergangen ist. Im Gegensatz zu mir, die in der eigenen Stadt tätig war, befindet sich eine Norditalienerin im tiefsten Süden, wo Land und Leute so unterschiedlich sind.
Dort muss man sich erst daran gewöhnen, dass sie als Frau arbeitstätig ist. Nicht jeder im Dorf ist davon begeistert. Anna fühlt sich lange Zeit fremd und hat ihre Mühen mit der neuen Umwelt.
Doch bei Anna kommt noch hinzu, dass die unterdrücken muss, was sie für ihren Schwager Antonio empfindet. Daneben ist ihr Ehemann Carlo und das gemeinsame Söhnchen Roberto. Da kommen die unterschiedlichsten Gefühle ganz schön ins Laufen.
Francesca Giannone hat einen sehr interessanten Reigen an Personen geschaffen, und alle sind sehr farbig und lebhaft geschildert, ihre Charaktere plastisch gezeichnet. Manche treten sehr deutlich, fast haptisch vor den Leser hin, andere bleiben fast vom Nebel verhüllt. In wenigen Sätzen entwirft sie die apulische Landschaft. Der Schreibstil ist frisch, die Spannung sorgt recht bald für Tempo und Schwung. Manchmal glaubt man zu riechen, was gerade in der Küche zubereitet wird. Ich habe von Anfang an mitgelebt und war mittendrin. Vielleicht hat dazu auch mitgewirkt, dass die Autorin in diesem historischen Roman von ihrer eigenen Großmutter erzählt. In Rückblicken ersteht die Familie neu und frisch, als sei alles erst gestern gewesen.
Das Buch würde ich all jenen Menschen in die Hand legen, die Italien und Familiengeschichten lieben.
Rezensionen von Pusteblümchen:
Die Toten von morgen - Thriller (Berliner Schattenwelt 2) von Kim Koplin
Komplexe Handlung mit starker Protagonistin
Dies ist bereits der zweite Band, in dem sich die Kommissarin Nihal Khigarian in die Berliner Schattenwelt begibt. Neben ihr gibt es weitere Charaktere, die mir bereits aus dem vorherigen Buch bekannt waren und deren Weg ich gerne weiter verfolgt habe. Für das Verständnis der Handlung ist kein Vorwissen notwendig, aber sinnvoll um sich ein gutes Bild von den Figuren zu machen.
Nihal Khigarian ist eine vielschichtige Protagonistin. Durch ihre Vergangenheit hat sie einiges an Ecken und Kanten bekommen und genau dieses holt sie hier ein. Ihr Privatleben ist eng mit der Handlung verknüpft und diese entpuppt sich als weitaus komplexer als zunächst gedacht.
Die Spannung ist durchgehend hoch, die Atmosphäre der Großstadt und wie es in dieser zugeht, hat Kim Koplin gut eingefangen und es ist zu merken, dass er sich dort auskennt.
Nihal Khigarian ist eine unkonventionelle Ermittlerin, die keineswegs perfekt ist, aber kompetent und wenn es darauf ankommt auch funktioniert. Ich mag diese menschliche Züge und hoffe, dass sie weiterhin in der Unterwelt von Berlin aufräumt.
Rezensionen von Wolle:
Der letzte Leuchtturm von Michael Pedersen
Muggle Flugga
Muggle Flugga heißt der Leuchtturm am äußersten nördlichen Ende Großbritanniens. Bewirtschaftet wird er von einem alten Leuchtturmwärter und seinem jungen erwachsenen Sohn. Der Vogelkundler Firth kommt als Besucher auf die kleine abgelegene Insel und lernt dort nicht nur die großartige Natur, sondern auch die beiden nicht weniger beeindruckenden Bewohner kennen.
Durch Rückblicke erhält man im Laufe der Handlung auch Einblicke in Firths Vergangenheit.
Es ist eine raue Welt, die in dem Roman beschrieben wird. Die Umgebung ist einzigartig und wirkt unwirklich. Der Umgang des Vaters ist oft alles andere als freundlich und umgänglich. Doch der Sohn scheint mit diesen widrigen Umständen bestens zurechtzukommen, er erscheint als ein ungeschliffener Diament und Firth ist geradezu fasziniert von ihm und der einzigartigen Natur.
Was mir an diesem Roman besonders gut gefallen hat ist die sprachliche Ausdrucksweise des Autors. In ganz wundervoller Weise beschreibt er Mensch und Natur, man fühlt sich durch die Sprache in eine andere Zeit und eine ganz eigene Welt versetzt. Auch die Charaktere hat der Autor äußerst gekonnt herausgearbeitet. Vor allem der eigenwillige Vater wird auf eindrucksvolle Weise beschrieben. Weitere beindruckende Persönlichkeiten sind natürlich auch Ouse, sein Sohn, Firth und die junge Figga. Alle haben etwas besonderes in ihrem Charakter, was sie einzigartig macht.
Wenn man sich die Bilder im Internet von Muggle Flugga, den es wirklich gibt, ansieht, kann man sich die Beschreibungen im Roman sehr gut vorstellen. Auch auf den Bildern wirkt der Ort einfach nur faszinierend und unwirklich. Der Leuchtturm thront auf einem hohen Felsen mitten im Meer und scheint jeder Widrigkeit zu trotzen. Ich fand diesen Roman sprachlich und inhaltlich wunderbar und kann ihn bestens weiterempfehlen
Rezensionen von Wolle:
Das letzte Buch von Marceau Miller von Marceau Miller
Der geheimnisvolle Marceau Miller
Bei dem Roman „Das letzte Buch von Marceau Miller“ handelt es sich um einen Krimi in eine ganz besonderen und außergewöhnlichen Erzählform. Es dreht sich nämlich um den Tod des Autors. Die Erzählperspektive wechselt zwischen dem toten Marceau Miller, seiner Frau und deren Freundin.
Nach und nach erfahren wir immer mehr Umstände die zum Tod Marceaus geführt haben.
Dieser hat viel mit dem Verschwinden seiner geliebten Schwester vor 20 Jahren und dem Unfalltod seines Vaters mit einem Flugzeug über dem Genfer See zu tun. Unerwartete Wendungen gestalten den Krimi äußerst spannend und kurzweilig. Mich konnte der Roman bis zur letzten Seite in Atem halten.
Schauplatz des ganzen Geschehens ist rund um den Genfer See. In den Beschreibungen merkt man die Verbundenheit des Autors mit seiner Heimat und der wunderbaren Natur an diesem Ort. Letzten Endes bleibt für mich nur eine Frage offen: Wer ist denn nur der wirkliche Autor des Romans? Das würde mich wirklich sehr interessieren.
Das Cover mit dem idyllischen Bild des Genfer Sees ist sehr passend und wunderschön. Genauso wie auf dem Bild würde ich mir den See anhand der Beschreibungen des Autors im Buch vorstellen.
Rezensionen von Wolle:
Das Mosaik der Frauen von Rafik Schami
Ein Denkmal für die Frauen
Rafik Schami erzählt in seinem Roman „Das Mosaik der Frauen“ über Nadim Suri, dessen Leben von so einigen beeindruckenden Frauen geprägt ist. Sein Weg und damit seine Bekanntschaften führen ihn von Syrien über Umwege bis nach Deutschland und er blickt auf ein langes Leben zurück.
Ich denke, dass der Roman in großen Teilen von den eigenen Erfahrungen und Erlebnissen des Autors erzählen.
Die Lebenswege der beiden gleichen sich in vielen Details und so werden auch die beschriebenen Frauen Personen entsprechen, die Rafik Schami in seinem Leben selbst begegnet ist. Ich finde es eine interessante und nette Geste den eigenen Werdegang im Lichte des Einflusses der vielen Frauen darzustellen, die das Leben des Autors geprägt und beeinflusst haben und ihnen damit ein Denkmal zu setzten.
Aber nicht nur die Frauen spielen in diesem Werk eine große Rolle, sondern auch die Erzählungen landestypischer Gegebenheiten oder politischer Ereignisse rund um seine syrische Heimat; und vor allem speziell die christliche Gemeinschaft in Syrien.
Das Cover mit dem orientalischen Ornament passt gut zur Heimat des Autors und ist mal ganz anders gestaltet als die seiner bisherigen Romane die eher in farbenfrohen und fantasievollen Stil gezeichnet sind.
Rezensionen von Wolle:
Fliegt, Wilde Schwäne von Jung Chang
Die Geschichte Chinas
„Fliegt, wilde Schwäne“ ist bereits der zweite Roman der Autorin Jung Chang. Ihren großen Erfolg „Wilde Schwäne“ schrieb sie bereits vor 40 Jahren.
Ihr aktueller Roman ist ein autobiographisches Werk, indem sie ihre Kindheit in China unter Mao und ihre Auswanderung und weiteres Leben in Großbritannien beschreibt.
Den engen Kontakt zu ihrer alten Heimat und ihrer zurückgebliebenen Familie hat sie dabei nie verloren. Und so erfährt man in ihrem Buch nicht nur ihr eigenes Schicksal und das ihrer Verwandten, sondern auch eine breite Ausführung der jüngeren chinesischen Geschichte, von Mao bis zum Aufstieg des heutigen Chinas zu einer globalen Macht.
Das Buch ist in einer äußerst sachlichen und schlichten Sprache gehalten, was ich bemerkenswert angesichts der geschilderten Erlebnisse finde. Teilweise wirkt diese Sprache sehr distanzierend und eher wie aus einem Sachbuch. Trotzdem fühlt man sich von den vielen Schicksalsschlägen, dem entbehrungsreichen Leben der Familie, aber auch der großartigen Leistungen von Jung Chang sehr betroffen.
Die Bilder im Mittelteil des Buches geben einen noch besseren Eindruck in das Leben der Autorin. Die Karte Chinas auf den Klappeninnenseiten vermitteln einen guten Einblick über das Riesenreich. Das Cover ist genauso schlicht gehalten wie der Text im Innenteil. Mit der Farbgebung und den Schwänen passt es aber sehr gut zu dem Buch.
Insgesamt gibt das Buch einen guten Einblick über die jüngere Geschichte Chinas und dessen Einwohner. Es besticht weniger durch sprachliche Brillanz als durch den Inhalt des Geschriebenen und ist aufgrund seiner reichen geschichtlichen Schilderungen empfehlenswert.
Rezensionen von Gute_Laune:
Marcos little Italy von Marco de Pace
Alltagstaugliche Gerichte mit Liebe gekocht
Die Italienische Küche ist viel mehr, als man auf den ersten Blick glauben mag. Jede Region kocht anders und lecker ist einfach alles! Marco de Pace hat die große Liebe zum Kochen und der italienischen Küche quasi in die Wiege gelegt bekommen. Seine Rezepte haben den „Marcos little italy“-Stil und sind in die Kapitel Aperitivo & Antipasti; Familienrezepte; Marcos.
little.italy.Style; Klassiker; Dolci; Pasta selbst machen eingeteilt.
Der Aufbau der Rezepte entspricht dem aktuell üblichen Schema Titel, kleine Anekdote, Zutatenliste, Zubereitungsschritte, gelegentlich Variante oder Tipp oder beides. Ganz oben rechts steht noch die Zubereitungszeit. Oben links erkennt man immer direkt, in welchem Kapitel man sich gerade befindet. Auf Nährwertangaben wurde verzichtet. Jedes Rezept wird von einem Foto begleitet, das Lust macht, gleich loszukochen.
Die Zutaten sind typisch italienisch, also nicht wirklich exotisch. Bei Tintenfisch und dry-aged Rinderhack könnte es etwas schwieriger werden, sie zu bekommen, dennoch dürfte im Großen und Ganzen alles gut zu bekommen sein. Die Anweisungen sind klar und verständlich formuliert. Das eine oder andere Rezept ist etwas aufwändiger, insgesamt sind die Gerichte aber in einem Schwierigkeitsbereich, mit dem auch Anfänger gut klarkommen können. Das gefällt mir sehr. Auch die Bilderstrecken für die etwas ungewohnteren Dinge.
Gleich das erste Rezept, die Auberginenbällchen, ist bei meinem Mann und mir bombig eingeschlagen. Wir kochen uns mit Leidenschaft quer durch das Buch und sind einfach nur begeistert! Die meisten der Rezepte sind absolut alltagstauglich. Die etwas aufwändigeren Gerichte hebt man sich dann eben für das Wochenende und besondere Anlässe auf.
Hier entdeckt man eine ganze Menge neuer Rezepte und Anregungen neben den geliebten klassischen Rezepten. Und wieder ist ein Influencer unbemerkt an mir vorübergegangen, aber sein Kochbuch zum Glück nicht. Fünf Sterne!
Rezensionen von Allesleser:
Paradise Beach von Dara Brexendorf
Hat meinen Erwartungen nicht entsprochen.
Ada, die Hauptfigur dieser Geschichte, leidet unter Endometriose. Eine Krankheit, die mir bis dato nicht bekannt war. Ich fand die Buchbeschreibung gut und wollte daher mehr erfahren.
Die Thematik fand ich interessant die Autorin hat das auch ganz gut in der Geschichte verpackt. So bekam man zwar einen informativen Einblick, aber so richtig warm geworden bin ich mit dieser Geschichte nicht.
Ada ist mir fremd geblieben. Sie ist eine Einzelgängering und lebt sehr isoliert. Was zum Teil auch an ihrer Krankheit lag. Ich konnte jedoch keine Verbindung zu ihr aufbauenund blieb eher ein unbeteiligter Beobachter. Es gab verschiedene Schauplätze, wie dern Nachbarn über ihr, die Rückblenden in die Kindheit und die Gegenwart. Aber es blieb alles etwas blass und sprunghaft. Ich habe mich da etwas schwer getan einen roten Faden zu finden.
Meine Erwartungen konnte die Geschichte nicht erfüllen. Ich bin mir aber sicher, dass sie ihre Leser finden wird.
Rezensionen von Claudia R.:
Bucht der Entscheidung von Erim Zilayas
spannend, mitreißend
Klappentext / Inhalt:
Ushuaia, Feuerland: Santiago gerät in eine Nacht, in der sein Sohn Tomás zur Zielscheibe wird. Ein Whistleblower verschwindet, ein Netzwerk steuert Klinik und Hafen über Akten und Kameras. Jagd am Beagle-Kanal – ein atemloser Thriller über Entführung, Verschwörung und Kontrolle.
Als die Wahrheit gelöscht wird, bleibt nur eine Entscheidung: kämpfen.
Cover:
Ein einsamer Leuchtturm im Hintergrund und Umrisse von Strand und Meer sind nur leicht erkennbar. Dunkle Farben machen eine nächtliche und etwas düsterere Atmosphäre aus. Das Cover wirkt stimmig und die Farben und Optik sind passend und gut umgesetzt.
Meinung:
Spannend, manipulativ, einschüchternd und auf jeden Fall extrem fesselnd, wird man hier regelrecht mitgerissen. Santiago befindet sich plötzlich im Fadenkreuz zwischen Gehorchen oder herausfordern, aber wird er dies schaffen, oder riskiert er zu viel?
Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu bedeckt.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Es wird bildlich beschrieben und auch die passende und packende Atmosphäre kommt hier auf. Die einzelnen Abschnitte haben eine angenehme und gute Länge. Die teils recht kurzen Abschnitte bringen Tempo und Spannung hinein. Auch ein guter und fesselnder Lesefluss ist hier gegeben.
Die Anfänge sind gut erkennbar und die Überschriften sind passend gewählt, ohne dabei zu viel zu verraten. Gliederung und Gestaltung haben mir gut gefallen.
Die Geschichte selbst ist packend und fesselnd umgesetzt. Spannung wird schnell aufgebaut und auch der richtige Thrill spielt hier mit rein. Es ist emotional ergreifend und man bangt und erlebt es mit den Charakteren mit und ist sehr nah am Geschehen und an den Ereignissen. Die Charaktere sind vielschichtig und gut durchdacht und man kann Gedanken und Geschehnissen sehr gut folgen.
Ein mitreißender und teils auch nachdenklich stimmender Thriller, der die richtige Atmosphäre erschafft und den Leser nah bei sich behält.
Fazit:
Spannend, manipulativ, einschüchternd und auf jeden Fall extrem fesselnd, wird man hier regelrecht mitgerissen.
Rezensionen von LeserinLu :
Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher
Einfühlsam
„Sie wollen uns erzählen“ ist ein Roman über ADHS und Neurodivergenz, gesellschaftliche Zuschreibungen, Überforderung im Familienalltag sensibel und mit viel sprachlichem Feingefühl verhandelt.
Leider hat mich die Geschichte über weite Strecken nicht ganz mitgenommen. Gerade im Mittelteil fehlte mir stellenweise etwas Dynamik, sodass ich das Gefühl hatte, dass die Handlung nur langsam vorankommt.
Obwohl die Figuren interessant angelegt sind und viele spannende Themen mitschwingen, hat mich der Roman dadurch teilweise gelangweilt.
Umso stärker fand ich allerdings das Ende. Dort nimmt die Geschichte plötzlich Fahrt auf, wird emotionaler und auch dramatischer. Gerade diese letzten Kapitel haben mich dann doch noch sehr berührt und vieles von dem, was vorher eher ruhig und tastend erzählt wurde, emotional zusammengeführt. Besonders hat mir dabei auch die Sprache gefallen: präzise, oft poetisch und immer passend zum Inhalt.
Insgesamt ist „Sie wollen uns erzählen“ damit für mich ein sprachlich schöner und thematisch wichtiger Roman, der mich erzählerisch nicht immer mitnehmen konnte, mich am Ende aber fürs Weiterlesen belohnt hat. Wer ruhige Geschichten mag, kann in dem Roman ganz viel über Neurodivergenz lernen.











