Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Buchseelensammlerin:
Septembermord von Chris Chibnall
Atmosphärisch
Das Cover von Septembermord, dem Debütkrimi von Chris Chibnall, wirkt sehr atmosphärisch und passt gut zu einem englischen Kriminalroman.
Das Buch liest sich leicht und flüssig und ich war durch den detailreichen sowie spannenden Schreibstil gleich in der Geschichte drin.
Das ungleiche Ermittlerduo, Detective Nicola Bridge und DC Harry Ward, wird authentisch dargestellt und ihre Charakteren wirken gut ausgearbeitet.
Hierdurch konnte ich ihre Beweggründe und Entscheidungen während des lesens gut nachvollziehen.
Bis zum Schluss gibt es einige spannende Wendungen, die für manchen Leser vielleicht überraschend kommen.
Wer die Serie Broadchurch kennt und mochte, wird in Septembermord einen spannenden und atmosphärischen Krimi finden, der für ein kurzweiliges Lesevergnügen sorgt. Perfekt für den Urlaub oder ein Wochenende.
Rezensionen von ekiam:
We Break And Heal von Natalie Erlach
Mehr als nur Romance: Ein gelungener Reihenauftakt mit großem Familiengeheimnis
Spring Mountain Sisters – We Break and Heal ist für mich ein rundum gelungener Auftakt einer neuen Reihe. Zwar spielt die Liebesgeschichte zwischen Cleo und Dax eine wichtige Rolle, doch mindestens genauso viel Raum nehmen die Beziehung der drei Schwestern sowie die Geheimnisse ihrer Familie ein. Genau diese Mischung hat für mich den besonderen Reiz des Buches ausgemacht.
Die Romance selbst konnte mich überzeugen. Romance-Leser*innen dürften kaum überrascht sein, in welche Richtung sich die Beziehung zwischen Cleo und Dax entwickelt. Umso schöner fand ich, dass die Geschichte ihren Fokus nicht auf unnötig in die Länge gezogene Missverständnisse legt. Cleo gelingt es erstaunlich schnell, über ihre Wut hinauszublicken und sich gemeinsam mit Dax der Vergangenheit zu stellen. Dax braucht etwas länger, bis er sich vollständig öffnet, manchmal hätte ich mir gewünscht, dass er Cleo etwas mehr Zutrauen schenkt.
Besonders gespannt gemacht hat mich die Dynamik zwischen den drei Schwestern. Schnell wird deutlich, dass viele Konflikte und alte Rollenbilder aus ihrer Jugend noch immer bestehen. Gerade weil jeder Band einer anderen Schwester gewidmet ist, freue ich mich schon darauf, diese Beziehungen bald aus den Perspektiven von Sage und Juliet zu erleben. Ich bin neugierig, wie sich ihr Blick auf die gemeinsame Vergangenheit von Cleos Wahrnehmung unterscheiden wird.
Auch Dax bringt seine eigenen familiären Konflikte mit. Dieser Handlungsstrang hatte durchaus Potenzial, wurde für meinen Geschmack jedoch recht früh abgeschlossen. Hier hätte ich mir etwas mehr Raum gewünscht, sodass sich dieser Teil der Geschichte noch etwas runder angefühlt hätte.
Ein echtes Highlight war für mich dagegen das Familiengeheimnis rund um das Testament. Die Suche nach den Hinweisen zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und sorgt dafür, dass man immer weiterlesen möchte. Gerade dieser Erzählstrang hebt das Buch für mich von vielen anderen Romance-Geschichten ab.
Und dann dieses Ende! Mit dem Cliffhanger hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Er hat meine Neugier auf die Fortsetzung sofort geweckt und dafür gesorgt, dass ich die nächsten Bände am liebsten direkt weiterlesen würde.
Wer eine Romance sucht, die weit mehr bietet als eine Liebesgeschichte, ist hier genau richtig. Spring Mountain Sisters – We Break and Heal verbindet Familiengeheimnisse, komplexe Beziehungen und emotionale Entwicklungen zu einem gelungenen Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht. Ich hatte eine wunderbare Lesezeit und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.
Rezensionen von Astrid:
Die Villa von Markus Heitz
Der Preis der Sehnsucht nach dem schnellen Glück (Geld) ...
Doreen und ihre Tochter Marina sind ein unglückliches Duo, das nicht gut miteinander auskommt. Der Einzug in die sanierungsbedürftige Villa lenkt von ihren Basisproblemen ab, schafft aber neue. Durch die Ersteigerung wird das mit einer Vorgeschichte heftig belastete Haus zu einem Spiegel ihrer Wünsche und Ängste und weckt aber auch eine Macht, die die beiden Frauen nicht kontrollieren können.
Spannend! Denn wer entscheidet hier wirklich über ihre Leben – sie oder die Macht der Glückssträhne, die sie ergriffen hat? Die Verheißung von Erfolg, Anerkennung und Sicherheit entpuppt sich jedenfalls rasch als Trugbild, was die Beziehung der beiden zu zerreißen droht und jede Menge Menschenleben kostet.
Als also Doreen begreift, auf welchen Pakt sie und ihr Kind sich eingelassen haben, ist schon ziemlich viel Blut geflossen, wurden Beine gebrochen und Menschen zerfetzt. Auch fremde Menschen kommen zu Schaden, die eigentlich nichts mit der Villa zu tun haben, sondern einfach zu 'Kollateralschäden' werden.
Die Geschichte bleibt nahe an den beiden Protagonistinnen, schafft für mich jedoch keine Verbindung, die Charaktere bleiben mir zu flach. Dafür fesselt sie mit der Verlockung des schnellen Glücks, auch wenn dafür ein blutiger Preis zu zahlen ist.
Rezensionen von JennifersBooks:
Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack! von Franziska Höllbacher
Katerchaos in Tagebuchformat
"Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack!" ist ein wunderbar humorvolles Kinderbuch, das komplett in Tagebuchform aus der Sicht des Katers Knutbert erzählt wird. Seine "Katerstrophenberichte" sind nicht nur witzig formuliert, sondern werden durch viele Comicelemente ergänzt, die die kurzen Kapitel auflockern und den Lesefluss spürbar erleichtern.
Immer wieder taucht darin auch die Kategorie "Kratzer am Rande" auf - kleine Infokästen, in denen Knutbert zum Beispiel erklärt, welche Kategorien von Menschen es aus Katzensicht gibt oder warum Katzen selbstverständlich Superhelden sind. Gerade Kinder, die nicht gerne oder lange lesen, können der Handlung dadurch gut folgen und bleiben motiviert.
Die Figuren sind liebevoll und mit einem deutlichen Augenzwinkern dargestellt. Im Mittelpunkt steht natürlich Knutbert, der den Spruch "Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal" sehr ernst nimmt. Er hat keine Besitzer, sondern Angestellte, die er großzügig bei sich wohnen lässt: Alma, die Katzen nicht mag, Carlo, der ständig mit dem Staubsauger nervt, Lena, die immerhin oft etwas Essbares für ihn bereithält, und Franz, der für Knutbert den höchsten Rang der Tauglichen erreicht, weil er gerne krault und ihn regelmäßig als Superhelden zeichnet.
Knutberts Alltag besteht aus Schlafen und Fressen, doch die Ruhe wird immer wieder von der Nachbarin Frau Merlinger gestört, die ständig klingelt und sich über ein Biest beschwert, das angeblich in der Nachbarschaft sein Unwesen treibt. Umgekippte Mülltonnen, Kratzer am Auto - natürlich wird Knutbert verdächtigt und sogar mit dem Tierheim bedroht. Also macht er sich auf, in seinem Revier nach Informationen über dieses Biest zu suchen.
Dabei helfen ihm seine tierischen Nachbarn: Ingrid, die Schildkröte von Frau Merlinger; Ralf, das Rotkehlchen, dessen lautes Gezwitscher ihn nervt und das er eines Tages definitiv fressen wird; Hektor, der alte Nachbarskater; und Paula, die Blindschleiche, die einfach wie ein Stock herumliegt. Jede Begegnung ist mit viel Witz und Humor beschrieben und bleibt für Kinder gut verständlich. Für Kinder ab neun Jahren ist das Buch ideal - meine Tochter hatte viel Spaß daran. Mein zwölfjähriger Sohn dagegen fand es schon zu kindlich und hat schnell das Interesse verloren.
Besonders schön ist der Abschluss des Buches, denn dort gibt es einen witzigen Selbsttest, mit dem man herausfinden kann, zu welcher Mensch-Kategorie man aus Katzensicht gehört. Das sorgt für ein zusätzliches Schmunzeln und rundet die Geschichte sehr passend ab.
Fazit: "Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack!" überzeugt mit einer charmanten Mischung aus Humor, liebevoll gezeichneten Figuren und einer Erzählweise, die besonders für jüngere Leser leicht zugänglich ist. Die Tagebuchform, die Comicelemente und die "Kratzer am Rande" halten die Geschichte lebendig und sorgen dafür, dass Kinder ab neun Jahren gut abgeholt werden. Durch den Untertitel am Cover ist die Handlung etwas vorhersehbar, was einen halben Stern Abzug gibt, dennoch bleibt es ein rundes, witziges Leseerlebnis.
Rezensionen von brauneye29:
Ein unerhörter Wunsch von Ann Packer
Tolles Buch
Zum Inhalt:
Claires Erkrankung geht in die letzte Phase und plötzlich hat sie den Wunsch die Zeit nicht mit ihrem Mann zu verbringen, sondern mit ihren Freundinnen, was ihren Mann völlig aus der Mann wirft, sich aber zunächst fügt, weil es ja der Wunsch seiner sterbenden Frau ist. Aber ist das wirklich richtige Weg für die beiden?
Meine Meinung:
Zunächst ist ja die Vorstellung schon schwer, dass der geliebte Mensch gehen muss, dann aber auch noch vom letzten Weg, der letzten zeit ausgeschlossen zu werden, muss sich schon sehr schlecht anfühlen.
Genau diese Gefühlwelt lässt uns das Buch mit erleben, aber auch die Seite von Claire, die diesen Wunsch geäußert hat. Trotz des tragischen Themas hat das Buch auch irgendwie eine gewisse Leichtigkeit, zu mindestens habe ich das so empfunden. Ich konnte beide Seiten, aber auch die der Freundinnen irgendwie nachvollziehen. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und kann es uneingeschränkt empfehlen.
Fazit:
Tolles Buch
Rezensionen von verhei:
Die Auster von Yael Inokai
melancholische Gesellschaftsbetrachtung mit etwas Kriminalfall
Leonora Bloch, Reinigungskraft, bei Dr. Bronstett dem Geschäftsführer eines bekannten Kaufhauses. Eines morgens findet sie ihn ermordet und mit zwei fehlenden Händen auf. In ihrem Schock putzt sie die Spuren weg und verständigt erst dann die Polizei. Leonora wird an ihre eigene Vergangenheit und ihre eigenen Verluste erinnert und es treiben sie wieder Geldsorgen um.
Die Ermittlungen der Polizei führen in das legendäre Kaufhaus und so ist auch Leonora mit alten bekannten dort konfrontiert.
Dieser Roman ist schwer einzuordnen, verbindet er doch im Wesentlichen zwei Geschichten, die irgendwie verwoben sind. Einerseits die Lebensgeschichte von Leonora Bloch, die zuletzt als Putzfrau bei Dr. Bronstett gearbeitet hat. Andererseits allerdings den Mordfall Dr. Bronstett, der die Polizei und begeisterte Krimiseherin Leonora zu Ermittlungen bringt.
Doch neben diesen zwei Erzählungen kommen so einige gesellschaftsrelevante Botschaften nebenbei durch. Es wird das Luxuriöse Kaufhaus und das luxuriöse Heim von Dr. Bronstett beschrieben, etwas das Leonora Bloch fremd ist, kämpft sie doch Zeit ihres Lebens um ihr Auslangen. Nach dem Tod von Dr. Bronstett steht sie wieder vor der Altersarmut und muss mit über siebzig schauen, dass sie wieder im Kaufhaus angestellt wird. Doch auch Einsamkeit ist ein wichtiges Thema, da Leonora Bloch ihren Sohn schon länger verloren hat und andere Menschen doch gerne auf Abstand hält. Leonora kämpft mit der Dynamik zwischenmenschlicher Beziehungen speziell zwischen Erwachsenen und auch mit Veränderungen im Gesamten.
Die Erzählung entwickelt sich ruhig und detailliert in der Sprache, jedoch ist man immer wieder mit Zeitsprüngen konfrontiert die erst Einordnung bedürfen. Erst langsam beginnt man die Personen zu verstehen, oft durch Rückblenden. Für die Auflösung des Kriminalfalls hätte ich gerne mehr Zeit gehabt, es erschien etwas gehetzt, wenn auch logisch.
Eine interessante Mischung aus verschiedenen Genres mit einem angenehm ruhigen Schreibstil. Auf Grund der Beobachtungen der Kaufhausangestellten kam ich mir etwas vor wie in Alltagsgeschichten von E.T.Spira, die früher im österreichischen Fernsehen ausgestrahlt wurden. Auch die melancholische Stimmung war ähnlich.
Für mich eine etwas skurrile Geschichte, die man gar nicht so leicht erklären und empfehlen kann, man muss es selbst lesen.
Rezensionen von Lese-Abenteurerin:
Red Star Down von D. B. John
Der Realität erschreckend nah!
Meine Meinung
Dem Autor ist mit „Red Star Down“ ein faszinierender, packender, wendungsreicher und der Realität nicht allzu ferner Spionagethriller auf das Beste gelungen.
Ich war von der Geschichte derart in den Bann gezogen, dass ich überlegte, Sonderurlaub zu nehmen, um die 716 Seiten möglichst in einem Rutsch lesen zu können.
Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar und ich flog daher nur so durch die angenehm überschaubaren Kapitel. Dieser Thriller hat Suchtpotential!
Die fein und vielschichtig ausgearbeiteten Protagonist*innen entwickelten sich im Laufe der Handlung immer noch weiter und ich konnte mich sehr gut in ihre Denk- und Gefühlswelt hineinversetzen. Vieles schien aus ihrer Sichtweise logisch, auch wenn es moralisch stark anzuzweifeln war. Das Zusammen- bzw. Gegenspiel der Politik mehrerer Weltmächte und die Fragilität des internationalen Geflechtes wurden mit diesem Thriller auf besonders gelungene Weise dargestellt. Vieles war an tatsächliche Ereignisse angelehnt, sodass oftmals der Grat zwischen Fiktion und Realität ein recht schmaler war und damit bei mir Betroffenheit bewirkte. Die vielschichtige und mehrsträngige Handlung konzentrierte sich zunehmend und führte schließlich zu einem Ende, das mich das Buch zufrieden aus den Händen legen ließ und dabei gleichzeitig einen starken Nachhall auslöste.
Ich freue mich schon jetzt auf ein neues Buch des Autors, der hoffentlich bald mit einem ähnlich faszinierenden Thriller aufwarten kann.
Mein Fazit
Wer auf der Suche nach einem faszinierenden Spionagethriller mit einer perfekten Mischung aus Realität und Fiktion ist, dem sei „Red Star Down“ auf das Allerbeste empfohlen. Ich fühlte mich intelligent, kurzweilig und packend unterhalten und vergebe meine absolute Leseempfehlung. 6 von 5 Sternen!
Rezensionen von Tina:
72 Stunden mit dir von Darianne Schramm
Spannend ab der ersten Seite
„72 Stunden mit dir“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Die Geschichte verbindet Spannung, Emotionen und humorvolle Momente auf eine ganz besondere Weise. Vor allem die Idee mit den Todes-Countdowns über den Köpfen der Menschen fand ich unglaublich originell und sie hat dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Sydney ist eine authentische und vielschichtige Protagonistin, deren Ängste, Gedanken und Entwicklung sich sehr echt anfühlen. Peter bildet mit seiner ruhigen und einfühlsamen Art den perfekten Gegenpol zu ihr und die gemeinsamen Momente der beiden haben mir besonders gut gefallen. Neben der spannenden Handlung greift das Buch auch Themen wie Verlust, Trauer, Freundschaft und die Frage auf, ob sich das Schicksal verändern lässt. All das wird gefühlvoll erzählt, ohne dabei zu bedrückend zu wirken. Die Mischung aus Spannung, Emotionen und einer zarten Liebesgeschichte hat für mich einfach perfekt funktioniert.
Auch das Ende hat mich überzeugt. Es war emotional, überraschend und hat die Geschichte stimmig abgeschlossen.
Das Cover gefällt mir ebenfalls richtig gut. Die harmonischen Farben und die geheimnisvolle Gestaltung schaffen sofort eine besondere Atmosphäre und machen neugierig auf die Geschichte. Für mich ist es ein echter Hingucker, der den Inhalt wunderbar widerspiegelt.
Rezensionen von Shilo:
Sieben Jahre bis zu dir von Anja Saskia Beyer
Wenn die Vergangenheit plötzlich wieder vor der Tür steht
Wren trägt einiges mit sich herum. Das merkt man nicht erst, wenn sie darüber spricht, sondern schon in den kleinen Momenten dazwischen. Als Logan nach sieben Jahren wieder auf Summerset Island auftaucht, ist sofort klar, dass dieses Wiedersehen nicht einfach werden kann. Alte Erinnerungen sind plötzlich wieder da, obwohl beide längst ein anderes Leben führen.
Beim Lesen war schnell zu spüren, dass hier nicht nur eine Liebesgeschichte erzählt wird. Vieles dreht sich um Dinge, die lange unausgesprochen geblieben sind. Man wartet immer wieder darauf, dass endlich ans Licht kommt, was damals eigentlich passiert ist. Nach und nach setzt sich das Bild zusammen und manches wirkt plötzlich ganz anders als zu Beginn.
Gerade Wren hat auf mich sehr glaubwürdig gewirkt, weil sie sich nicht sofort wieder auf Logan einlässt. Ihre Enttäuschung aus der Vergangenheit ist noch deutlich zu spüren und macht viele ihrer Entscheidungen verständlich. Logan steht ebenfalls nicht einfach als Held vor der Tür. Er bringt seinen eigenen Ballast mit zurück auf die Insel und muss sich den Problemen stellen, vor denen er früher lieber weggelaufen ist. Dadurch entwickeln sich beide Figuren Schritt für Schritt und genau das hat die Geschichte für mich glaubwürdig gemacht.
Im weiteren Verlauf wird nach und nach deutlich, dass nicht nur die Vergangenheit zwischen den beiden steht. Auch Wrens Bruder rückt immer mehr in den Mittelpunkt und bringt noch einmal eine ganz andere Spannung in die Geschichte. Dadurch geht es längst nicht nur um die Frage, ob Wren und Logan wieder zueinanderfinden, sondern auch darum, wem man vertrauen kann und was Menschen bereit sind, für ihre Familie zu tun.
Mit jeder Seite wurde klarer, warum beide so handeln, wie sie es tun. Manche Missverständnisse hätten sich zwar einfacher lösen lassen, trotzdem hat das für mich zur Geschichte gepasst. Nicht jeder spricht sofort über das, was ihn belastet. Gerade dieses vorsichtige Annähern wirkte auf mich nachvollziehbar.
Summerset Island ist dabei wieder mehr als nur der Ort, an dem alles spielt. Die Insel sorgt für eine ruhige Stimmung und bildet einen schönen Ausgleich zu den Sorgen, die Wren und Logan mit sich herumtragen. Es gibt immer wieder kleine Momente, in denen beide einfach durchatmen können, bevor die Vergangenheit sie wieder einholt.
Nach dem Zuklappen des Buches blieb vor allem die Erinnerung an zwei Menschen, die erst lernen müssen, der Vergangenheit nicht mehr so viel Raum zu geben. Es geht um Vertrauen, um verpasste Chancen und darum, dass manche Entscheidungen erst Jahre später ihren Sinn ergeben. Die Geschichte hat sich angenehm lesen lassen und hatte viele ruhige Momente, die gut zu den ernsteren Themen gepasst haben. Für mich war es eine stimmige Fortsetzung, bei der vor allem die Entwicklung der Figuren im Mittelpunkt stand.
4 Sterne.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Auf den Straßen Teherans von Nila
Von den mutigen Freiheitskämpferinnen Irans
"Auf den Straßen Teherans" von Nila ist ein kurzes Werk, nur 144 Seiten in der Printausgabe und eingeteilt in kurze Kapitel, die meist nicht mehr als ein bis höchstens zwei Seiten umfassen. Man hat es schnell durchgelesen. Doch das schwächt die Wirkung nicht ab, im Gegenteil, diese wird gerade durch diese Prägnanz verstärkt:
"Schreiben heißt, ein Zeugnis abzulegen; zu exhumieren, tiefe Gräben auszuheben.
" (S. 63)
Ich habe das Gefühl, dem Kern des Protestes der mutigen Iranerinnen und Iraner gegen dieses unterdrückerische Regime nahe gekommen zu sein und, auch nach Lektüre einiger anderer Bücher zum Thema, diesen noch einmal mehr verstehen und nachfühlen zu können.
Es geht immer wieder um die ganz jungen, oft noch nicht einmal volljährigen Menschen, die sich mutig dem Regime mit Protesten auf der Straße entgegen stellen und dafür angegriffen, inhaftiert und oft auch ermordet werden. Um eine Bewegung, die trotzdem weiterkämpft und sich nicht unterdrücken lässt. Immer mehr Frauen, die ohne Kopftuch auf die Straße gehen, Protestierende, die Mullahs, die als Symbol und Vertreter des Regimes gesehen werden, ihre Turbane von den Köpfen schleudern, trauernde Mütter und Väter, die nicht aufhören, ihre Stimmen zu erheben, bis sie hoffentlich irgendwann das Regime besiegt haben werden:
"In den sozialen Medien verbreiten Theatergruppen Videos von regimekritischen Aufführungen. Wir werfen Eimer mit Farbe auf offiziell genehmigte Wandmalereien, meist Bilder von Männern des Militärs. Wir hängen Plakate mit Namen geliebter Menschen, die vom Regime ermordet wurden, von Fußgängerbrücken. Wir färben das Wasser in öffentlichen Teichen und Brunnen blutrot. Wir möchten, dass jede:r aufwacht und sieht, was geschieht. Es ist, als würden wir versuchen, den Bewohner:innen der Erde telegrafische Botschaften von einem anderen Planeten zu senden." (S. 75)
Erwähnt werden jedoch auch jene Menschen aus der Generation der Eltern der jetzt Protestierenden, die nach über 46 Jahren Unterdrückung seit 1979 ihr Leben lang so eingeschüchtert waren, dass sie sich kaum mehr trauen, das Wort gegen das Regime zu erheben und mit Erstaunen auf die mutigen Proteste ihrer Kinder blicken.
Außerdem gibt es immer wieder kurze Einblicke in die Geschichte des Irans, in ein Volk, das auch nach der Islamisierung die eigene Sprache und Kultur nicht aufgegeben hat. Es geht um mutige Vorkämpferinnen schon vor Jahrhunderten, die auch damals schon ihr Leben dafür lassen mussten, um Poeten und Dichter, um blutige Kämpfe um die religiöse und weltanschauliche Deutungshoheit, die seit Jahrhunderten das Land prägen, um die Hintergründe der Revolution im Jahr 1979, um die Einflüsse des Westens auf den Iran und den Glauben oder Unglauben daran, sich selbst befreien zu können, und um vieles mehr.
Es ist ein mutiges, kraftvolles Buch, das ich allen, die sich neu für die aktuellen Freiheitskämpfe im Iran interessieren, aber auch jenen, die schon viel darüber wissen, nur wärmstens empfehlen kann, auf dass sich die Botschaft der Autorin verbreiten möge:
"Leben kann passiv sein. Etwas zu bezeugen ist nicht passiv. Dies sind die Worte, die ich in die Zukunft senden möchte, nachdem ich durch Blut gegangen bin. Für diejenigen, die nach uns kommen und im Strudel unserer Geschichte nach uns suchen werden. Falls sie nach uns suchen werden." (S. 113)











