Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ReiShimura:
Kiss me in Orange von Alix Bente
Eine nette Herbstromanze, die nicht lange nachhallt
Dieses Buch hat mich sofort angesprochen. Eine romantische Geschichte, eine zauberhafte Herbststimmung und Protagonisten die um die dreißig Jahre alt sind. Das klang genau nach dem richtigen Buch für mich. Die Autorin hält auch wirklich alle Versprechen ein, dennoch konnte mich das Buch nicht restlos überzeugen.
Anfänglich fand ich die Geschichte wirklich interessant und ich konnte mich schnell in die Handlung einfinden. Zu Beginn gibt es den einen oder anderen Rückblick, so dass man die Situation besser versteht und die Gefühle der Protagonisten nachvollziehen kann. Danach wurde es für mich aber ein wenig mühsam. Denn die Geschichte zog sich ein wenig in die Länge und wurde an manchen Stellen wirklich zäh. Das bereits zu Beginn klar ist, wo die Reise hingehen wird, hat mich hierbei weniger gestört. Dies ist ja bei den meisten Liebesromanen der Fall. Die Romane unterscheiden sich eher wie steinig und interessant die Reise ist.
Positiv hervorheben möchte ich, dass die Autorin ihren Wurzeln treu bleibt und die Geschichte in Deutschland spielen lässt. Mir ist bewusst, dass die meisten Romane, die in den USA oder England spielen bevorzugen. Allerdings finde ich es immer sehr gewöhnungsbedürftig, wenn deutsche Autor:innen ein Buch im englischsprachigen Raum spielen lassen und man das Gefühl bekommt, dass sie das jeweilige Land noch nie bereist haben. Dieses Buch ist bezüglich der Beschreibungen der Umgebung auf jeden Fall sehr authentisch.
Das Städtchen Goldried und seine Bewohner sind sehr süß und hilfsbereit. Für meinen Geschmack aber fast schon ein wenig übertrieben nett und klischeehaft. Alix Bente achtet zwar auf Diversität, dennoch empfinde ich die Einwohner als eine sehr homogene Masse ohne großes Konflikt- oder Spannungspotential.
Die Herbststimmung ist auf jeden Fall vorhanden und wird vor allem durch die diversen Veranstaltungen in Goldried forciertIm Vergleich zu anderen Herbstromanen, die ich zuletzt gelesen habe, bleibt die Atmosphäre für mich allerdings etwas farblos.
Die Liebesgeschichte zwischen Emma und Niclas empfand ich als ein wenig mühsam. Mir ist bewusst, dass Niclas Beharrlichkeit ein Ausdruck seiner großen Liebe zu Emma darstellen soll. Dennoch empfand ich es als grenzwertig, dass er Emmas Wunsch auf Abstand nicht respektiert hat.
Alles in allem war dies kein besonders außergewöhnlicher Roman der mir lang in Erinnerung bleiben wird, aber auch keine komplett verschwendete Lesezeit. Es handelt sich vielmehr um einen soliden Liebesroman, der aus der Masse nicht groß heraussticht.
Empfehlenswert für all jene die gerne Liebesromane ohne Spice lesen und die einen deutschen Handlungsort zu schätzen wissen.
Rezensionen von ReiShimura:
Kiss me in Orange von Alix Bente
Eine nette Herbstromanze, die nicht lange nachhallt
Dieses Buch hat mich sofort angesprochen. Eine romantische Geschichte, eine zauberhafte Herbststimmung und Protagonisten die um die dreißig Jahre alt sind. Das klang genau nach dem richtigen Buch für mich. Die Autorin hält auch wirklich alle Versprechen ein, dennoch konnte mich das Buch nicht restlos überzeugen.
Anfänglich fand ich die Geschichte wirklich interessant und ich konnte mich schnell in die Handlung einfinden. Zu Beginn gibt es den einen oder anderen Rückblick, so dass man die Situation besser versteht und die Gefühle der Protagonisten nachvollziehen kann. Danach wurde es für mich aber ein wenig mühsam. Denn die Geschichte zog sich ein wenig in die Länge und wurde an manchen Stellen wirklich zäh. Das bereits zu Beginn klar ist, wo die Reise hingehen wird, hat mich hierbei weniger gestört. Dies ist ja bei den meisten Liebesromanen der Fall. Die Romane unterscheiden sich eher wie steinig und interessant die Reise ist.
Positiv hervorheben möchte ich, dass die Autorin ihren Wurzeln treu bleibt und die Geschichte in Deutschland spielen lässt. Mir ist bewusst, dass die meisten Romane, die in den USA oder England spielen bevorzugen. Allerdings finde ich es immer sehr gewöhnungsbedürftig, wenn deutsche Autor:innen ein Buch im englischsprachigen Raum spielen lassen und man das Gefühl bekommt, dass sie das jeweilige Land noch nie bereist haben. Dieses Buch ist bezüglich der Beschreibungen der Umgebung auf jeden Fall sehr authentisch.
Das Städtchen Goldried und seine Bewohner sind sehr süß und hilfsbereit. Für meinen Geschmack aber fast schon ein wenig übertrieben nett und klischeehaft. Alix Bente achtet zwar auf Diversität, dennoch empfinde ich die Einwohner als eine sehr homogene Masse ohne großes Konflikt- oder Spannungspotential.
Die Herbststimmung ist auf jeden Fall vorhanden und wird vor allem durch die diversen Veranstaltungen in Goldried forciertIm Vergleich zu anderen Herbstromanen, die ich zuletzt gelesen habe, bleibt die Atmosphäre für mich allerdings etwas farblos.
Die Liebesgeschichte zwischen Emma und Niclas empfand ich als ein wenig mühsam. Mir ist bewusst, dass Niclas Beharrlichkeit ein Ausdruck seiner großen Liebe zu Emma darstellen soll. Dennoch empfand ich es als grenzwertig, dass er Emmas Wunsch auf Abstand nicht respektiert hat.
Alles in allem war dies kein besonders außergewöhnlicher Roman der mir lang in Erinnerung bleiben wird, aber auch keine komplett verschwendete Lesezeit. Es handelt sich vielmehr um einen soliden Liebesroman, der aus der Masse nicht groß heraussticht.
Empfehlenswert für all jene die gerne Liebesromane ohne Spice lesen und die einen deutschen Handlungsort zu schätzen wissen.
Rezensionen von verhei:
Niemals geht man so ganz von Andreas Izquierdo
wie ein Trauerredner wieder einmal in einen Kriminalfall stolpert
Trauerredner Mads Madsen trifft bei einem abendlichen Spaziergang am Meer mit seinem Hund auf eine Frau, die in die Fluten springt. Besonders betroffen da er die Frau nicht aufhalten konnte und verwundert da die Frau ihre Bestattung vorab bei Mads Freund Fietes geplant hat, macht er sich auf die Suche nach der Tilly, der Tochter der Frau.
Tilly bittet Mads herauszufinden, was ihre Mutter ihr noch mitteilen wollte. Bald schon findet sich Mads gemeinsam mit Tilly in einem unendlichen Rätsel wieder, bei der auch andere Personen versuchen, das Geheimnis zu lösen.
Auch wenn dies nun schon der zweite Band um den Trauerermittler Mads Madsen ist, lässt er sich ohne Probleme auch ohne Vorkenntnisse lesen. Jedoch profitiert man vielleicht etwas, wenn man die Vorgeschichte kennt.
Die Charaktere sind nach wie vor eine tragende Säule dieses Kriminalfalls. Alle etwas eigen, mit speziellen Macken. Mad Madsen, immer schick gekleideter Trauerredner, der vom letzten Abenteuer etwas gezeichnet ist und daher rascher Kontakt mit Ermittlerin Mills aufnimmt. Nichtsdestotrotz schätzt er Rätsel und versucht alles um es Tilly leichter zu machen mit dem Verlust umzugehen. Fridtjof Madsen, Mads skurriller Vater, der jeden Tag neue Pläne schmiedet, meint dieses Mal drei rüstige Seniorinnen Musikunterricht erteilen zu können. Dabei ist er selbst unmusikalisch. Es gibt jedoch eine Seite, die ihm durchwegs zusagt, nämlich die Koch- und Putzdienste der drei. Und schließlich Polizistin Luise Mills, die im ersten Band fast an Mad verzweifelt wäre und nun ein Antiaggressionstraining hinter sich gebracht hat.
Die Geschichte wird von Humor, skurrilen Szenen und den Charakteren getragen. Parallel entwickelt sich das Rätsel um die Tote Anna und ihre Tochter Tilly. Je mehr man erfährt, desto verwirrter ist man, auch auf Grund der Tatsache, dass Mads beschattet wird. All dies gipfelt schließlich doch in einem echt brisanten Kriminalfall und Showdown. Es gibt eine solide Auflösung und doch bleibt noch Raum für Spekulationen.
Für mich eine gelungene Mischung aus Humor und Kriminalfall, mit einem besonderen Ermittler wieder willen.
Rezensionen von Mario Schönherr, HEYN Leserunde:
Ochsenkopf von Manik Sarkar
Ein „Lehrbuch der Resignation"
Ochsenkopf von Manik Sarkar habe ich für mich persönlich als eine Art „Lehrbuch der Resignation“ gelesen. Das Buch beschreibt am Beispiel eines Metzgers/Fleischers den Niedergang der Handwerkskunst. Der Autor schreibt sehr gut formuliert über Können, das verschwindet und über eine Welt, in der vieles schneller, billiger, bequemer, austauschbarer werden muss.
Das gilt im Übrigen aber auch für andere Handwerksberufe. Sarkar beschreibt diesen Niedergang sehr eindringlich und hinterlässt dabei eine ziemlich unangenehme Frage: Was können wir eigentlich wirklich dagegen tun?
Darin liegt für mich die Stärke des Buches. Es liefert keine einfachen Antworten und macht es sich auch nicht bequem. Es zeigt vielmehr, wie schwer es geworden ist, gegen Entwicklungen anzukämpfen, die längst viel größer sind als der Einzelne. Vielleicht ist Ochsenkopf deshalb mein „Lehrbuch der Resignation“ – aber eines, das zumindest mich dazu bringt, noch intensiver über den eigenen Umgang mit Handwerk, Qualität und Wert nachzudenken.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Prost, auf die Sportler von Friedrich Kalpenstein
Sportlich in Brunngries
Ich liebe die „Prost“-Reihe von Friedrich Kalpenstein und habe mich sehr gefreut, im beschaulichen Brunndgries mit-sporteln zu dürfen :
Der junge Spitzensportler Moritz Binder wird an der Kletterwand tot aufgefunden. Kein guter Start für das neue Sportgeschäft und so wird in Brunngries ermittelt und dieses Mal wird es richtig sportlich : Felix Fink muss sich das erste Mal bewähren und Tischler hält mit Resi Zwiesprache über seine gescheiterte Beziehung.
Über die Figuren muss ich wohl nicht mehr viel erzählen, oder ? Tischler und Fink sind das perfekte Team, Frau Kneidinger ist nicht mehr weg zu denken und die Dialoge sind mit so tollem regionalem Humor gespickt, dass mir beim Lesen die ein oder andere Träne vor Lachen gelaufen ist. Wie toll ist diese Mikrowelt, die Friedrich Kalpenstein da für uns Leser*innen kreiert hat !?
Mich fasziniert die Entwicklung der Figuren seit Band 1 und ich liebe es, jederzeit nach Brunngries zurück zu kehren und mich immer zu fühlen, als würde ich nach Hause kommen.
Obwohl dies der 13. Band ist können alle Bücher einzeln gelesen werden – es ist nicht notwendig, von Buch 1 an zu starten. Mir persönlich ist es aber bei Reihen lieber, die Bücher nach und nach zu lesen, um den Figuren und ihrem Alltag näher zu kommen.
Für mich wieder ein absolut gelungenes *Prost*-Buch, wahrscheinlich mein Highlight der bisherigen Reihe und von daher gibt es von mir eine absolute Kauf- und Leseempfehlung !
Das Buch „Prost, auf die Sportler“ von Friedrich Kalpenstein erscheint am 29.09.2026 bei Edition M.
Rezensionen von Christina:
Herbstleuchten im Alten Land von Frieda Lamberti
Neuanfang im Alten Land
Die Autorin Land von Frieda Lamberti entführt uns in dieser Geschichte ins Alte Land. Dort treffen wir auf jede Menge Menschen welche zwischen Neuanfang, Familiengeheimnissen und der Liebe stehen. Schon das verträumte und romantisch anmutende Cover macht Lust darauf , dem Alltag zu entfliehen und in der Geschichte abzutauchen.
Die Sprecherin Heidi Jürgens hat eine angenehme Stimme und sie verleiht den Hauptprotagonisten rund um Mona und Caroline eine ganz eigene Stimme. Jedes Kapitel ist aus Sicht einer der Frauen erzählt , wechseln sich ab und verweben sich nach und nach zu einer gemeinsamen Story. Nach und nach lernen wir sie immer besser kennen. Es geht um Träume , um Neuanfang , Freundschaft und Liebe. Alles so miteinander verwoben das es eine locker leichte Geschichte ergibt. Ein Hörbuch für entspannte Hörstunden. Passend für die Jahreszeit und wenn ich höre das ein Apfelkuchen gebacken wird und der Geschmack beschrieben wird , kann ich ihn fast riechen und schmecken. Klare Hörempfehlung.
Rezensionen von Christina :
Herbstleuchten im Alten Land von Frieda Lamberti
Neuanfang im Alten Land
Die Autorin Land von Frieda Lamberti entführt uns in dieser Geschichte ins Alte Land. Dort treffen wir auf jede Menge Menschen welche zwischen Neuanfang, Familiengeheimnissen und der Liebe stehen. Schon das verträumte und romantisch anmutende Cover macht Lust darauf , dem Alltag zu entfliehen und in der Geschichte abzutauchen.
Die Sprecherin Heidi Jürgens hat eine angenehme Stimme und sie verleiht den Hauptprotagonisten rund um Mona und Caroline eine ganz eigene Stimme. Jedes Kapitel ist aus Sicht einer der Frauen erzählt , wechseln sich ab und verweben sich nach und nach zu einer gemeinsamen Story. Nach und nach lernen wir sie immer besser kennen. Es geht um Träume , um Neuanfang , Freundschaft und Liebe. Alles so miteinander verwoben das es eine locker leichte Geschichte ergibt. Ein Hörbuch für entspannte Hörstunden. Passend für die Jahreszeit und wenn ich höre das ein Apfelkuchen gebacken wird und der Geschmack beschrieben wird , kann ich ihn fast riechen und schmecken. Klare Hörempfehlung.
Rezensionen von Julia:
Once, Again, Always (deutsche Ausgabe) von Amanda Gayle
Eine sanfte Geschichte zum Abschalten
JuliKo98vor 21 Stunden
Ich muss ehrlich sagen, der Klappentext hat mich ein wenig an den Film „Für immer Liebe“ erinnert und daher hatte ich total Lust auf diese Geschichte. Und ich wurde keinesfalls enttäuscht. Der Schreibstil ist eher ruhig gehalten, was beim Lesen ein total schönes Gefühl vermittelt hat.
Keine aufgebauschten Dramen, sondern eine sanfte und stimmige Entwicklung der Geschichte.
Die Charaktere sind allesamt super sympathisch und dabei so unterschiedlich. Die Art und Weise, wie jeder ganz anders mit Molly umgeht ist herrlich und dabei hat Molly bei einigen überhaupt keinen Schimmer davon, dass sie überhaupt befreundet sind. Gemeinsam mit Molly erfahren wir beim Lesen immer nur stückchenweise, was in den letzten sechs Jahren passiert ist. Dazwischen gibt es immer wieder ganz kurze Rückblicke in Mollys Schulzeit, bei denen man deutlich merkt, wieso sie sich heute überhaupt nicht vorstellen kann, mit Aster verheiratet zu sein.
Das Ende war für mich an einer Stelle zwar etwas zu viel, aber das hat dem Gesamten keinen Abbruch getan. Ich habe die Geschichte, wie Molly ohne Erinnerungen, aber dennoch mit einer unerklärlichen körperlichen Anziehung, Aster immer wieder näherkommt, auf jeden Fall sehr gerne verfolgt.
Das Buch lädt dazu ein, einfach mal für eine Weile abzuschalten, und zählt für mich definitiv zu den Wohlfühlromanen. Wer also eine ruhige Geschichte sucht, die ohne große Dramen auskommt und sich sanft entwickelt, ist hier genau richtig.
Rezensionen von Bibibabby:
Die Herrin vom See - Schatten über Avalon von Sabrina Qunaj
Schicksal, Macht und Verlust
Das schöne Cover ist mir sofort ins Auge gefallen. Die Verzierungen sehen wunderschön aus, aber haben gleichzeitig etwas Ernstes an sich. Die Anordnung von Schild, Blumen und Schwert erinnert mich an eine Beerdigung und geben das Gefühl, die Geschichte wird traurig sein.
Als Kind fand ich die Legende von Artus total faszinierend, aber seit ich erwachsen bin, habe ich nicht mehr wirklich darüber nachgedacht.
Ich finde diese Geschichte sehr faszinierend, insbesondere weil sie aus der Sicht von Nimue erzählt wird. Die Autorin entwirft ein ganzes Leben für diese Figur, die in den üblichen Erzählungen nichts weiter als eine Nebenfigur ist.
Die Autorin macht sie von Anfang an zu einer Außenseiterin: ein Mädchen mit zwei (männlichen) besten Freunden, eine Frau in einem Männerberuf und eine Gabe, die anderen Angst einjagt.
Trotz ihrer Gabe sieht sie sich anfangs nur als die Tochter des Schmieds, gefangen zwischen den Erwartungen anderer und was sie für sich selbst Wünscht. Im Laufe der Geschichte wächst sie in ihrer Rolle und gewinnt an Selbstvertrauen, bis sie sich endgültig von Merlins Kontrolle befreit.
Die Handlung ist ziemlich actionreich, auch wenn der Schreibstil ab und zu ein bisschen langsamer wird.
Inmitten des Kriegschaos und Merlins List, Nimues Schicksal ist eine berührende und etwas tragische Geschichte von Schmerz und Verlust.
Rezensionen von Shilo:
Die Herrin vom See - Schatten über Avalon von Sabrina Qunaj
Wo Liebe an ihre Grenzen kommt
Erna Schilling und Ernst Ludwig Kirchner leben 1936 zurückgezogen in Frauenkirch in den Schweizer Bergen. Während sich in Deutschland die politischen Verhältnisse verändern, bekommen auch Erna und Kirchner die Folgen davon zu spüren. Ihr Leben in Frauenkirch bleibt davon nicht verschont. Dazu kommen die Schwierigkeiten, die sie schon innerhalb ihrer Beziehung haben.
Erna liebt Kirchner und hält lange zu ihm. Seine Morphiumsucht und seine seelischen Schwierigkeiten bestimmen immer mehr ihren gemeinsamen Alltag. Beim Lesen war oft zu spüren, wie sehr Erna zwischen ihrer Liebe zu ihm und ihren eigenen Bedürfnissen steht. Sie möchte helfen und ihn nicht im Stich lassen, muss dabei aber immer wieder ihre eigenen Grenzen zurückstellen.
Seine Ängste und seine Morphiumsucht belasten das gemeinsame Leben immer mehr. Auch seine Art macht es Erna nicht leicht, mit ihm zusammenzuleben. Kirchner wird dabei nicht nur als Künstler gezeigt. Manche Situationen haben beim Lesen Unbehagen ausgelöst, weil deutlich wird, wie wenig Raum ihr selbst in dieser Beziehung bleibt.
Die Ruhe der Berge täuscht ein wenig darüber hinweg, was sich im Leben der beiden abspielt. Erna und Kirchner leben sehr zurückgezogen. Die Landschaft vermittelt zwar Ruhe und Weite, doch die Abgeschiedenheit wirkt manchmal auch beklemmend. Trotzdem dringen die Ereignisse aus Deutschland immer näher an sie heran und lassen sich irgendwann nicht mehr aus ihrem Alltag heraushalten.
Die politischen Veränderungen werden für Kirchner auch als Künstler zum Problem. Was in Deutschland geschieht, hat damit ganz konkrete Folgen für sein Leben. Diese Verbindung zwischen dem persönlichen Schicksal der beiden und der damaligen Zeit fand ich interessant.
Die Geschichte liest sich überwiegend ruhig. Einige Abschnitte brauchten etwas mehr Aufmerksamkeit, andere haben mich stärker erreicht. Vor allem Ernas Situation hat mich beschäftigt. Sie gibt lange sehr viel für einen anderen Menschen und muss irgendwann erkennen, dass auch ihr eigenes Leben weitergehen muss.
Der Verlust von Kirchner verändert vieles. Für Erna beginnt damit eine schwere Zeit, aber auch die Möglichkeit, wieder mehr an sich selbst zu denken. Dieser Teil der Geschichte hat mir gefallen, weil ihre Entwicklung dadurch nicht einfach mit der Trauer endet.
Wildboden verbindet das Leben von Erna und Kirchner mit der Geschichte dieser Zeit und mit der Welt der Kunst. Die Beziehung der beiden steht dabei klar im Mittelpunkt. Nicht alles hat mich gleichermaßen erreicht, manches blieb für mich etwas auf Abstand. Ernas Lebensweg und ihre schwierige Suche nach einem eigenen Weg haben mich jedoch bis zum Ende begleitet.
Für mich ist es ein ruhiger Roman, der eine ungewöhnliche Beziehung zeigt und dabei auch schwierige Seiten nicht ausspart. Die Geschichte hat mich stellenweise nachdenklich gemacht und vor allem Ernas Entwicklung fand ich interessant. 4 Sterne.









