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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Der Bonbon-Mord zu Köln von Eva-Maria Silber; Kirsten Wilczek

Eine Leseempfehlung

Dieser zweite Krimi rund um Bas Sello und Mathilde von Tabouillot bringt uns Leser in den März des Jahres 1848 nach Köln zurück. In der Stadt geht die Angst um. Zum einem, weil zahlreiche revolutionäre Gedanken wie allgemeines Wahlrecht für alle, Presse- und Meinungsfreiheit sowie Bildung für alle auf Kosten der öffentlichen Hand gefordert werden, die der Stadtrat nicht billigt und Soldaten aufmarschieren lässt, und zum anderen, weil vergiftete Schokoladebonbons in der Stadt verteilt werden.

Die Folgen? Ein kleiner Junge stirbt, zahlreiche Personen zeigen Vergiftungssymptome und die Schokoladenmanufaktur Manhardt geht pleite.

Die Kölner Polizei sucht fieberhaft nach dem Täter und kann eine Frau, Christine Edmund, dingfest machen, die von mehreren Zeugen als diejenige identifiziert werden, die die Bonbons verteilt hat. Sie leugnet die Tat, verwickelt sich aber immer wieder in Widersprüche. Das Motiv ist schwer auszumachen.

Mit der Verhaftung des Täters/der Täterin endet im allgemeinen nun ein Krimi. Doch dieser hier, leitet nun zur Gerichtsverhandlung über. Die Verdächtige wird von Bas Sello und seinem Kompagnon Dr. Venedey verteidigt, da ihr der Tod durch die Guillotine droht. Eigentlich sehr fortschrittlich, denn üblicherweise werden Todesurteile durch den Strang vollstreckt. Im Zuge der Gerichtsverhandlung tritt mehrmals eine eigenartige Verhaltensänderung der Angeklagten auf, was auf eine mögliche Geisteskrankheit hinweist.

„War sie im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten, so ist sie ein Ungeheuer der Verworfenheit. Angenommen aber, sie wäre ein Opfer einer krankhaften Befangenheit des Geistes gewesen, so würden die Beharrlichkeit, die List, die unvernünftige Vernünftigkeit ihres Verhaltens genau den gewöhnlichen Eigentümlichkeiten solcher Wahnsinnigen entsprechen.“ (Vermischte Nachrichten vor Kap. 41)

Christine Edmunds Mutter wird als Zeugin und zählt neben zahlreichen Krankheiten ihre Tochter, eine lange Reihe von Verwandten auf, die in geistiger Umnachtung verstorben sind. Ist es das, worauf die Frau hinaus will? Überstellung in ein Kloster oder ein privates Sanatorium woraus sie leicht ausbrechen könnte? Dass Bas Sello und Dr. Venedey auf mangelnde Schuldfähigkeit plädieren, klingt mich sehr modern. Ist ihrer Mandantin nicht klar, dass ein Irrenhaus zu jener Zeit kein Wellness-Hotel ist?

Meine Meinung:

Dem Autorinnen-Duo Eva Maria Silbe und Kirsten Wilczek ist nach „Der Blutmensch zu Köln“ abermals ein interessanter historischer True Crime gelungen. Mir hat besonders gut gefallen, dass hier der Prozess mit allen seinen vorbereitenden Arbeiten wie Gegenüberstellung der Zeugen sowie das Verfahren selbst in den Mittelpunkt gerückt wird. Für mich liest sich der Prozess sehr modern. Mit dem Rheinischen Gerichtswesen, das doch von der französischen Rechtssprechung beeinflusst ist, kenne ich mich leider nicht aus. Aber mussten der/die Beschuldigte damals nicht ein Geständnis ablegen, um überhaupt vor Gericht zu landen? Es war doch die Zeit, wo man Geständnisse aus den Menschen herausgeprügelt hat. Die forensischen Möglichkeiten waren ja sehr beschränkt. Immerhin hat man das Rattengift nachweisen können.

Wie im Nachwort zu lesen, habe alle Romanfiguren bis auf den Sergeanten Hans Baudewin eine historische, reale Entsprechung. Mathilde von Tabouillot, die im Laufe der Geschichte ihren zweiten Ehemann Fritz Anneke heiraten wird, kenne ich aus Sachbüchern wie „Vorkämpferinnen“ von Bianca Walther.

Gut gefallen hat mir auch die privaten Einblick in das Leben von Bas Sello und Dr. Venedey. Allerdings ist mir eine Riesenwut aufgestiegen, als ich über das weiter Schicksal von Agnes Grau gelesen habe. Genaueres verrate ich jetzt nicht. Allerdings hoffe ich, dass Agnes in einer Fortsetzung doch abermals eine Rolle spielen darf.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen True-Creme-Krimi aus Sicht der Verteidigung, 5 Sterne.

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Der Bonbon-Mord zu Köln

Rezensionen von 19cici95:

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Beth is dead von Katie Bernet

Eine gute Idee ist noch kein gutes Buch

Die Prämisse des Buchs finde ich klasse. Die Autorin verpackt einen alten Klassiker in ein neues Thriller/ Mystery-Gewand.Die Ausführung fällt dagegen leider etwas ab.

Anfangs ist es relativ schwierig die vier Schwestern auseinanderzuhalten, besonders wenn man das Original nicht kennt, doch nach ein paar Kapitel und je mehr Hintergrund die Charaktere bekommen, desto leichter fällt es.

Die titelgebende Beth wird tot aufgefunden und jede der verbliebenen drei Schwestern hat ein Geheimnis. Der Klappentext suggeriert, dass eine von ihnen etwas mit Beth' Tod zu tun hat.
Durch die drei Protagonistinnen fällt der einzelne Anteil des Buches pro Schwester leider etwas gering aus. Einzelne Szenen und die Enthüllung der Geheimnisse kommen daher etwas abgehackt daher. Durch die zwei Zeitlinien vorher und nachher, in denen dann auch Beth zu Wort kommt, verbleibt dann noch weniger Zeit.
Schade fand ich, dass die Mutter der vier so überhaupt nicht vorkommt. In den paar Szenen, in denen sie da ist, scheint sie seltsam passiv zu sein.
Der Schreibstil war flüssig zu lesen, die Charaktere haben mich jedoch nicht vollständig überzeugt. Die Schwestern trauern meines Erachtens nicht so, dass es für die Lesenden nachvollziehbar rüberkommt, sondern beschuldigen sich lieber gegenseitig und ermitteln auf eigene Faust. Von der Mutter und ihrer Trauer bekommen wir gar nichts mit.
Die Storyline des Vaters, der nach der Veröffentlichung von Little Women einfach abhaut wird am Ende für mich gar nicht zufriedenstellend aufgelöst. Das Ende an sich war dann auch einfach sehr langweilig und vorhersehbar.
Man hätte viel draus machen können, aber eine gute Idee ist halt noch kein gutes Buch.

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Beth is dead

Rezensionen von brauneye29:

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Die Toten von morgen - Thriller (Berliner Schattenwelt 2) von Kim Koplin

Nicht meins

Zum Inhalt:
Kaum aus Hamburg zurück in Berlin holt die Kommissarin Nihal die Vergangenheit wieder ein. Es beginnt mit einem jungen Toten, dabei hat Nihal genug eigene Probleme. Der Vater liegt im Sterben, der Bruder im Knast, sie selbst innerlich kaputt und taucht auch noch Saad wieder auf. Während sie sich selbst wieder versucht zu fangen, gerät sie mitten in einen Bandenkrieg und scheinbar ist Saad ein Teil davon.

Meine Meinung:
Ich glaube, Teil meines Problems ist, dass ich den ersten Teil um Nihal nicht kenne und ich immer wieder dachte, dass ich gerade mal wieder nicht weiß, worum es geht und da vermute ich stark, dass Teil eins da hilfreich gewesen wäre. Aber das war es nicht allein. Ich fand den Schreibstil schon anstrengend und irgendwie kühl. Den Protagonisten konnte ich nur wenig abgewinnen und sie blieben mir durch die Bank fremd. Ich fand auch nicht, dass dieses Buch dem Genre Thriller entspricht, eher noch einem Krimi, für einen Thriller hatte das Buch für mich zu wenig Spannung.
Fazit:
Nicht meins

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Die Toten von morgen - Thriller (Berliner Schattenwelt 2)

Rezensionen von clematis:

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Zwischen Abschied und Neubeginn von Regine Kölpin

Veränderungen

Als unabhängige freiberufliche Hebamme hat sich Esther einen Namen gemacht und schon vielen Erdenbürgern ans Licht der Welt geholfen. Einige Zeit ist seit dem legendären Schneesturm im Winter 1978/79 vergangen, nun tauchen wir ein in das typische Flair der beginnenden 1980er-Jahre.

Bevor man zu diesem charmanten Roman greift, empfiehlt es sich, den Vorgängerband zu lesen, dann erschließen sich die laufenden Zusammenhänge bestimmt noch ein wenig besser, obwohl Regine Kölpin auch hier wesentliche Eckpunkte zum bisherigen Geschehen darlegt.

Beschwingt und lebendig fließen die Worte dahin, zeichnen ein abwechslungsreiches Bild vom Alltag einer Hebamme und flechten wie nebenbei wesentliche Ereignisse aus der Zeitgeschichte in die Handlung mit ein. So erfahren wir von Friedensbewegungen, Hausbesetzern, welche durchaus zu radikalen Mittel greifen und aktionistischen Demonstrationen. Mit ebensolcher Begeisterung entwirft die Autorin die persönlichen Schicksale ihrer Figuren, lässt sie wachsen an unüberwindbar erscheinenden Herausforderungen und zeigt ihnen unterschiedliche Blickwinkel auf, wodurch sie schließlich selber in der Lage sind, ihre Probleme zu lösen und Veränderungen positiv gegenüberzustehen. Geschwätzige Nachbarn, neidische Kollegen und ein gestrenges Sittenbild prägen das gesellschaftliche Treiben, vertraute Freunde und Halt in der Familie werden da umso wichtiger.

Durch eigene Erfahrung und genaueste Recherche gelingt es Regine Kölpin, eine sehr realitätsgetreue Geschichte zu erzählen, in jedem Leid auch die Chance auf Entwicklung zu sehen, sodass ihre Figuren gestärkt aus einer schwierigen Lebensphase herauskommen können. Die liebevolle und empathische Schreibweise überzeugt auch diesmal, sodass ich überaus berührende Lesestunden genießen durfte.

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Zwischen Abschied und Neubeginn

Rezensionen von Ryria:

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Moorland. Die Zwillinge von Andreas Winkelmann

Spannung mit toller Atmosphäre

In einem nebligen Moor im Winter TikTok-Videos drehen ist eine grandiose Idee, was soll schon schiefgehen?
Leider so einiges, weshalb Kommissarin Malia ermitteln muss: Was ist mit den jungen Zwillingen passiert, wohin sind sie verschwunden?

Die Atmosphäre hat mir richtig gut gefallen: Auf der einen Seite gab es das mysteriöse, gefährliche und neblige Moor, auf der anderen Seite die dörflich anmutende Kleinstadt, in der gefühlt jeder jeden kennt.

Beides sorgt für eine schön düstere und teilweise auch leicht unheimliche Stimmung, die richtig gut zur Handlung bzw. einem Thriller generell gepasst hat.
Auch die Einblicke und Infos zum Moor mochte ich, da konnte man nebenbei noch ein bisschen was lernen.

Der Aufbau ist ebenfalls gelungen, kurze Kapitel sorgen für einen schönen Lesefluss, wechselnde Perspektiven bringen einem die Charaktere näher und halten die Neugier aufrecht, immer neue Hinweise lassen den Leser miträtseln.
Durch falsche Fährten und Plottwists wird es auch fast nie wirklich langweilig.
Zu Beginn musste ich manchmal noch kurz zurückblättern, da ich mir nicht alle Namen auf Anhieb merken konnte, das wurde jedoch schnell besser.
Ich mochte auch die Mischung aus "Privatleben/Familie der Kommissarin" und den eigentlichen Ermittlungen, das Verhältnis ist hier gut getroffen und Malia sympathisch.
Manches erschien mir allerdings nicht so ganz realistisch, besonders bei den Ermittlungen, wobei allerdings ja auch im Buch schon nebenbei erwähnt wird, dass die Leute auch nicht unbedingt lesen wollen, wie die Polizisten Schreibtischarbeit leisten.
Insgesamt ein echt spannender Thriller, der zum Miträtseln einlädt und viele Geheimnisse verbirgt.

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Moorland. Die Zwillinge

Rezensionen von Ryria:

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Die Namen von Florence Knapp

Kleine Entscheidung, große Auswirkungen

Dieses Buch ist ein berührendes Experiment: Wie unterschiedlich können Leben verlaufen, wenn eine kleine Entscheidung anders getroffen wird?
Ausgangspunkt ist hierbei die Wahl des Namens des neugeborenen Sohns - soll er Bear, Julian oder Gordon heißen?
Teilweise gab es hierbei Elemente, die darauf schließen ließen, dass der Name selbst den Charakter des Kindes beeinflusst hat, überwiegend resultierten die verschiedenen Lebenspfade jedoch aus der Beziehung der Eltern: Rebelliert die Mutter gegen den gewalttätigen Vater oder bleibt sie in der Ehe gefangen?

Als großer Fan von solchen Gedankenexperimenten und der Erkundung der Frage "Was wäre wenn" habe ich diese Geschichte und den Aufbau geliebt.

Wir befinden uns im gleichen Jahr, aber lesen die Erlebnisse der Familie hintereinander für jeden der drei Namen. Im Anschluss springen wir 7 Jahre in die Zukunft und erfahren so, wie es für alle weitergeht, von 1987 bis 2022.
Manchmal muss man sich nochmal kurz ins Gedächtnis rufen, was in dieser Realität vorher passiert ist, jedoch fand ich dies nicht sonderlich kompliziert.
Auch der Schreibstil war angenehm zu lesen, recht schlicht aber trotzdem ganz schön.

Die Charaktere sind mir teilweise echt ans Herz gewachsen, am Ende gab es auch die ein oder andere Träne, und ich war durchweg neugierig, wie es 7 Jahre später für alle weitergeht bzw. wie die Familie auf einer anderen "Namensebene" das entsprechende Jahr erlebt.
Gut gemacht fand ich hierbei auch, dass es keinen "richtigen" Weg gab, jeder Pfad hatte seine ganz eigenen Herausforderungen, glückliche Momente und Tragödien. Für mich wurde die Geschichte dadurch nochmal authentischer, man konnte null vorhersagen was passieren wird und selbst Tage nach der letzten Seite spuken mir die verschiedenen Wege noch im Kopf rum.

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Die Namen

Rezensionen von gabiliest:

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The Artist von Lucy Steeds

Wo das Licht am stärksten ist, ist der Schatten am dunkelsten (Leonardo da Vinci)

1957: Eine Frau steht in der National Gallery in London vor einem Gemälde, sie hat es gemalt. Als einziges hat es ein Inferno überstanden. Doch der Name des Malers auf dem kleinen Schild daneben lautet Édouard Tartuffe.

Südfrankreich 1920: Auf einem einsamen Bauernhof, in einer Landschaft die von Staub und Sonne flirrt, lebt der bekannte Maler Tata, Édouard Tartuffe.

Seine Gemälde sind hochpreisig, er, der Schüler Cézannes, gilt als Meister des Lichts. Doch sein Charakter ist dunkel, menschenfeindlich, egoistisch und brutal. Kunst ist alles, mit dem Leben kommt er nicht zurecht. Das organisiert seine Nichte Ettie, die nach dem Tod der Mutter alleine bei ihm wohnt. Ettie hat gelernt, sich unsichtbar zu machen, um Tatas Wut zu entgehen. Doch führt sie, die sich um alles kümmert, im Hintergrund Regie. Als Joseph Adelaide, ein Journalist, auf den Hof kommt, wird er von Tata schroff abgewiesen. Tata gibt keine Interviews. Aber Joseph darf Modell sitzen, Joseph darf bleiben.

Die preisgekrönte britische Autorin Lucy Steeds hat mit “The Artist: Die Farben des Lichts” einen Roman vorgelegt, der in kurzen Kapiteln ein Gesamtbild erschafft, so wie an einem Gemälde immer ein Stück weitergearbeitet wird. Durch die beschreibende, dichte und atmosphärische Sprache stehen die Lesenden beobachtend am Rand der Geschichte, die Joseph und Ettie abwechselnd aus der Ich- Perspektive erzählen.

In dieser einsamen Szenerie begegnet man einsamen Menschen. Tata, der nur für seine Kunst lebt, hat schon lange kein Gemälde mehr gemalt, auf dem Menschen zu sehen sind. Er ist besessen von seinem Schaffensdrang und unfähig zu jeder sozialen Beziehung. Ettie, die sich mit einem unfreien, kleinen Leben arrangiert hat, wollte als Kind selber malen. Doch hat Tata ihre Gemälde zerrissen- es kann nur einen Künstler geben! So wird Ettie zu einem Geschöpf der Nacht, in der ihr eigentliches Leben abläuft. Langsam findet sie an Joseph Gefallen, langsam näheren sich die beiden an. Auch Joseph hat eine kurze Kunstausbildung und doch- Ettie erkennt klar, dass Joseph nicht richtig “sehen” kann. Spät wird Joseph Etties Geheimnis lüften, denn Ettie hat Tata bei seiner Arbeit ganz genau beobachtet, Ettie hat gelernt, auch wenn sie keine Kunstschule besuchen durfte.

Geprägt sind die Figuren von den Auswirkungen ihrer Zeit. Der zweite Weltkrieg ist kaum zu Ende, die Autorin lässt Ettie in einem Lazarett Verwundete pflegen und sich das erste Mal verlieben. In infernalischen Bildern schildert Lucy Steeds die Zustände im Lazarett, die Schmerzen und Verzweiflung. In diesem der Kunst gewidmeten Roman findet sich ein schreckliches und erschütterndes Kriegsbild. Daneben hat Tata begonnen, Essen zu malen, jedoch erst, wenn die Speisen in Verwesung übergehen- auch diese Gemälde ein Bild der Endlichkeit und Zerstörung, wenn auch durchflutet von wunderbarem Licht. Joseph möchte mit Ettie weggehen, doch kann sie Tata, den sie liebt und gleichzeitig hasst, alleine lassen? Als Tata die Beziehung von Ettie und Joseph herausfindet, sind seine Schreie von Tierlauten nicht zu unterscheiden. Doch in der Ferne leuchtet ein roter Schein, Ettie ist im Atelier verschwunden.

London 1957: Eine Frau steht in einer Kunstgalerie in London, ihre Bilder sind ausgestellt. Doch eines ihrer Bild hängt in der National Gallery, denn nur dieses eine wurde damals nicht vernichtet. Damals, als ein roter Schein Tatas Atelier erfüllte.

So gehen die Lesenden von Kapitel zu Kapitel, wie man in einem Museum von Saal zu Saal flaniert und bestaunen die mit Worten geschaffenen Bilder dieses außergewöhnlichen Romans, der historische Fakten und Fiktion vermischt, wunderbar zu lesen und zurecht preisgekrönt ist.

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The Artist

Rezensionen von Camilla :

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Zelten mit Juli von Petra Eimer

Pferdeabenteuer

Also,... es ist schon schwierig ein Buch zu finden , dass das Thema Pferde behandelt und nicht automatisch dann in rosa-Glitzer Girl-Power abdriftet... und mit den Juli Büchern hat man genau das... ein geschlechterneutrales Buch, das auch für nicht Leseratten geeignet ist.

Meine Jungs haben jetzt Band 1,2 und dann eine Lücke gehabt und sind jetzt mit Band 7 wieder eingestiegen, und das hat ohne Probleme geklappt.

Sie konnten der Handlung gut folgen, auch wenn in der Zwischenzeit viel passiert ist. Also würde ich es schon als Reihe bezeichnen, aber nicht zu 100% aufeinander aufbauend, aber nicht so lose wie jetzt z.B. Sternenschweif, wo gar kein Vorwissen vom Vorband nötig ist.

Sonst ist es eine schöne Sommergeschichte, die mit viel Humor auch "ernste" Themen untergebracht hat

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Zelten mit Juli

Rezensionen von DoraLupin:

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Die Honigfrauen - Ein Sturm zieht auf von Mirjam Müntefering

Drei starke Protagonistinnen

Ich fand den Klappentext zwar recht ansprechend aber ehrlich gesagt hatte ich auch keine sehr großen Erwartungen an die Story. Ich wurde hier aber absolut eines besseren belehrt, denn die Geschichte hat mich so sehr gefesselt, dass ich das Buch in nur einem Tag gelesen und genossen habe! Ich fand es richtig toll geschrieben und kann es jetzt schon kaum erwarten bis der zweite Teil erscheint!

Die Geschichte führt ins Bergisches Land, 1910.

Irma, Enkelin des bekannten Konditormeisters Ludwig Honig, ist glücklich als der attraktive Arno ihr den Hof macht. Doch der unerwartete Tod ihres geliebten Großpapas ändert alles! Neben ihrem guten Freund Eugen bleibt Irma nur die kühle Großmutter Auguste. Die macht eine schockierende Entdeckung: ihr verstorbener Gatte hat nicht nur eine Liebschaft finanziert, sondern die Familie durch den Kauf eines heruntergekommenen Landgasthofs ruiniert. Als Ludwigs uneheliche Tochter und begabte Feinbäckerin Harriet auftaucht, um ihr Erbe einzufordern, müssen die Honigfrauen zusammenhalten.

Der Schreibstil war von Beginn an sehr angenehm und locker zu lesen, ich bin nach ein paar Seiten ganz in die Story eingetaucht und war einfach hin und weg! Die Autorin schreibt kapitelweise wechselnd aus Sicht der drei Protagonistinnen Irma, Harriet und Auguste. Alle Frauen sind unterschiedlichen Alters und Charakters und doch vereint sie eine unglaubliche Stärke, Willenskraft und Mut. Ich war von jeder einzelnen der Frauen absolut fasziniert und sie waren so gut gezeichnet das ich beim Lesen wirklich das Gefühl hatte sie immer besser kennen zu lernen. Aber auch die Nebencharaktere hatten sehr viel Freude gemacht und waren alle authentisch beschrieben.

Die Story hat mir großen Spaß gemacht! Ich konnte nicht nur einiges über die vergangene Zeit mitnehmen und habe über Klassenunterschiede und geächtete Familien gelernt, ich habe auch eine extrem mitreißende Geschichte erhalten, die großartig und sehr berührend war! Ich kann es daher kaum abwarten den zweiten Teil zu lesen und zu erfahren wie es mit den drei Frauen und den anderen Charakteren weitergeht, Ich habe sie alle sehr lieb gewonnen. Gerne gebe ich eine Empfehlung ab und natürlich die volle Punktzahl.

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Die Honigfrauen - Ein Sturm zieht auf

Rezensionen von Natalie:

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Mean Moms von Emma Rosenblum

Ausflug in die Welt der Reichen und Schönen

Drei angesagte Mütter. Die beste und teuerste Privatschule in Manhattan. Eine neue Mutter an der Schule. Und plötzlich zahlreiche dubiose und skandalöse Vorfälle.
Zufall? Oder hat es jemand auf Belle, Morgan, Frost und Sofia abgesehen?

Der Mix aus Drama, Intrigen und Geheimnissen aus der Welt der New Yorker High Society mit einem Hauch Spannung hat mir sehr kurzweilige Lesestunden gebracht.

Im Mittelpunkt stehen Belle, Morgan, Frost und Sofia, aus deren Perspektiven auch hauptsächlich abwechselnd erzählt wird. Beim Setting als auch bei den Charakteren werden einige Klischees bedient, welche die Autorin aber gekonnt beschreibt. Lange bleibt unklar, wer hinter den ganzen Vorfällen steckt und es macht Spaß mitzurätseln. Alles in allem eine lesenswerte Lektüre für Zwischendurch und meinem persönlichen Fazit: bin ich froh ein „Normalo“ zu sein - die High Society mit ihren Oberflächlichkeiten und gleichzeitig dieser Komplexität wäre mir definitiv zu anstrengend. ;-)

Leseempfehlung.

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Mean Moms