Kunden em pfehlungen
Rezensionen von readpassion9:
Ungelöst – Die erste Zeugin von Arno Strobel
Wettlauf gegen die Zeit
"Ungelöst - Die erste Zeugin", der Auftakt zu einer neuen Reihe hat mich voll geflasht. Arno Strobel at his best. Spannung, Cliffhanger, Twists durch den gesamten Plot, so dass es schwer fällt auch nur mal kurz eine Pause einzulegen. Spannung von Anfang bis zum Ende, so geht Thriller.
Luisa Menkhoff wurde als kleines Mädchen entführt, inzwischen ist sie Studentin in München.
Als sie vor der Uni ein Flugblatt mit einer Vermisstenmeldung sieht, ist sie geschockt. Die vermisste Frau war damals an ihrer Entführung beteiligt. Luisa meldet sich bei dem angegebenen Kontakt und schließlich auch bei der Polizei.
Ramin Brunner hat eigentlich seinen letzten Tag, bevor er zu einer neu gegründeten Cold-Case-Einheit wechselt. Doch als Luisa ihre Geschichte erzählt, ist sein Interesse geweckt und er übernimmt den Fall. Luisa hat eine besondere Gabe: Ein eidetisches Gedächtnis, sie kann sich an alles, was sie je erlebt hat erinnern. Damit wird sie zu einer wichtigen Beraterin für Ramin Brunners Team. So lange, bis Luisa selbst in Gefahr kommt.
Der Thriller ist genial aufgebaut, die Handlung nicht zu durchschauen. Mit Luisa Menkhoff und Ramin Brunner hat der Autor zwei starke sowie sympathische Charaktere geschaffen, mit denen ich bis zum Ende mitfiebern konnte.
Fazit: Genialer Thriller, ein echtes Highlight in diesem Jahr!
Rezensionen von Claudia R.:
Japanische Volksmärchen von Arno Strobel
märchenhaft
Klappentext / Inhalt:
Folge den Spuren der Geschichten, die viele, viele Jahre mündlich weiter gegeben wurden, bis sie schließlich
ihren Weg in dieses Buch und somit zu dir fanden. Wenn du mit japanischen Volksmärchen noch nicht vertraut bist und nur Märchen kennst, in denen Prinzessinnen in Schlössern wohnen und am Ende alles gut ist, wird
dich hier etwas Neues erwarten.
Die Märchen wurden frei vom Japanischen ins Deutsche übersetzt, und haben somit eine individuelle Note.
Man darf dabei nicht vergessen, dass Japanisch und Deutsch viele sprachliche Unterschiede aufweisen.
Um einen schönen Lesefluss in beiden Sprachen zu ermöglichen, wurde auf wortwörtliche Übersetzungen
bewusst verzichtet.
Dieses Buch ist eine zweisprachige Version - deutsch und japanisch.
Cover:
Ein wundervolles Aquarell mit einem Kranich und dem angedeuteten Schilf ist hier erkennbar und sehr zart, aber auch etwas rauer umgesetzt. Die Farben sind nicht sehr strahlend und machen so die rauere Atmosphäre aus. Das Ganze wurde wunderschön gezeichnet und der japanische Flair wird hier bereits auf dem Cover ersichtlich. Optisch und auch farblich finde ich es sehr schön umgesetzt. Der Titel, sowie der Rahmen sind mit gold glitzernden Elementen verziert und heben das Ganze dadurch deutlich hervor und geben dem Cover zusätzlich eine sehr schöne und edle Optik.
Meinung:
Das Buch beinhaltet drei wundervolle japanische Märchen, diese sind wunderschön illustriert und zugleich auch zweisprachig verfasst. Jedes der drei Märchen ist anders und doch hat jedes auch seinen ganzen eignen Charme.
In diesem Buch befinden sich die Märchen Gunst des Kranichs, UrashimaTaro und Prinzessin Kaguya.
Inhaltlich möchte ich hier nicht weiter ins Detail gehen, aber lest die drei Märchen am Besten selbst.
In teils recht kurzen Abschnitten und wundervoll bebildert kann man hier dem Verlauf der Geschichten sehr gut folgen. Die Erzählungen sind sowohl auf deutsch, wie auch darunter auf japanisch verfasst. Die deutschen Übersetzungen sind nicht Wort für Wort, aber sinngemäß umgesetzt. Die Bilder sind wunderschön gewählt und bringen auch das japanische Flair sehr gut herüber. Wunderschöne Zeichnungen geben die Geschichten gut wieder und veranschaulichen zugleich das Gelesene. Die Märchen enthalten einen lehrreichen Sinn und etwas zum Nachdenken.
Die Geschichten bzw. Märchen sind wundervoll umgesetzt. Auch das zweisprachige daran hat mir gut gefallen.
Die drei Märchen konnten mich begeistern und in die japanische Märchenwelt entführen. Ich fand alle drei Märchen sehr gut gelungen und auch wunderschön umgesetzt. Der Text un die Geschichten in sich waren nachvollziehbar. Die Geschichten selbst nicht allzu lang, aber durchaus poetisch angehaucht und boten zugleich etwas zum Nachdenken.
Die Zeichnungen fand ich sehr gelungen und auch die gediegenen und warmen, nicht zu grellen Farben, sehr gut und passend gewählt. Auch die Atmosphäre und Stimmung des Ganzen kommt durch die Farben und Zeichenart sehr gut zur Geltung.
Fazit:
Wunderschöne japanische Märchen mit ausdrucksstarken Illustrationen und tiefergehender Botschaft.
Rezensionen von PMelittaM:
Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir
Hat mich eher enttäuscht
Im November 1967 verschwindet die sechzehnjährige Kristin Karvelsdottir auf dem Heimweg von einer Freundin spurlos an der Stelle, an der ihre jüngere Schwester Marsibil am selben Abend ihren Brieffreund treffen wollte. Marsibil hat niemandem von ihrem Brieffreund und dem geplanten Treffen erzählt, obwohl die Möglichkeit besteht, dass er hinter dem Verschwinden steckt.
Zehn Jahre später bekommt sie einen Brief, der von dem Brieffreund sein könnte, was sie wieder nach Hause führt.
Ich mag die Krimireihe der Autorin um die Polizistin Elma sehr, und so war ich gespannt auf diesen neuen Roman, der erste außerhalb der Reihe. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, zum einen erfahren wir was Kristin vom Herbst 1966 bis zu ihrem Verschwinden erlebt hat, zum anderen Marsibils Erlebnisse in ihrem Heimatdorf 1977, während sie versucht, doch noch hinter Kristins Verschwinden zu kommen. Beides wird in Ich-Form erzählt, wodurch man nahe dabei ist und die Schwestern recht gut kennen, kann sich aber durch bestimmte Vorkommnisse nicht immer auf das verlassen, was erzählt wird. Weitere Charaktere sind zudem subjektiv geprägt.
Die Stimmung ist von Anfang an düster. Dadurch, dass man nach und nach erfährt, was in dem Jahr vor dem Verschwinden passiert ist, und gleichzeitig mit Marsibil die verschiedenen Akteure zehn Jahre später erlebt, ergeben sich nach und nach immer mehr Motive, und nahezu jede:r scheint verdächtigt, inklusive Kristins eigener Familie. Das führt auch dazu, dass man selbst miträtselt und Theorien aufstellt, und ich kann sagen, dass mir manches von dem, was sich am Ende ergeben hat, relativ schnell klar war. Trotzdem erscheint mir die Auflösung nicht in allem logisch, was mich letztlich enttäuscht hat.
Zu einem Thema, das hier Relevanz gewinnt, hätte ich mir ein Nachwort der Autorin gewünscht, in dem sie erklärt, inwiefern das in Island tatsächlich vorgekommen ist.
Leider hat mich die Autorin, deren Krimireihe ich sehr schätze, mit diesem Roman eher enttäuscht. Die Erzählweise in zwei Zeitebenen spricht mich zwar an, die Auflösung erscheint mir aber nicht vollkommen logisch.
Rezensionen von cosmea:
John of John von Douglas Stuart
Wer bin ich, und wer darf ich sein?
Nach einem vierjährigen Kunststudium in Edinburgh kehrt der 22jährige John Calum MacLeod genannt Cal auf Bitten seines Vaters nach Hause zurück, um sich um seine Großmutter Ella zu kümmern. Zu Hause bedeutet für ihn Lewis, eine Insel der Äußeren Hebriden. Cal hat enorme Schulden angehäuft und keine Zukunftsperspektive außer so zu leben wie sein Vater und Generationen vor ihm: mit schwerster Arbeit als Tweed-Weber und Schafzüchter, immer am Rande des Existenzminimums.
Cal muss weiter sein Geheimnis vor seinem Vater John und der ganzen Gemeinde wahren, wo jeder alles über die anderen wissen will. John spielt eine wichtige Rolle in der strenggläubigen calvinistischen Gemeinde, wo es üblich ist, einen jungen Mann wie Cal wegen eines angeblichen Fehlverhaltens öffentlich zu stoßen und zu schlagen. Auch sein Vater verliert öfter die Kontrolle und traktiert ihn mit schmerzhaften Fausthieben. Cal hatte vor seinem Weggang einen Geliebten, den jungen Doll Macdonald, der aber nichts mehr von ihm wissen will. Darauf freundet er sich mit Innes MacInnes an, dem besten Freund seines Vaters, der unverheiratet geblieben ist und sich um seinen alten gebrechlichen Vater kümmert. Jeder hat hier ein Geheimnis, wie Cal im Laufe der Geschichte herausfindet. Er erfährt, warum seine Mutter Grace einst seinen Vater und ihn verließ und mit ihrem Schwager eine neue Familie gründete. Er hat sich so nach seiner Heimat gesehnt, aber kann er hier überhaupt leben, ohne sich selbst zu verleugnen und zu verbiegen, nur um die Wärme der vertrauten Gemeinschaft nicht zu verlieren? Wird er in einer solchen Enge ein selbstbestimmtes Leben führen können?
Mir hat dieser atmosphärisch dichte Coming-of-Age-Roman trotz deutlicher Längen gefallen. An äußerer Handlung passiert nicht viel, aber man begleitet Cal gern auf seinem schweren Weg. Den Booker Prize wird der Autor für diesen Roman nicht bekommen, aber eine Leseempfehlung spreche ich trotzdem aus.
Rezensionen von Streiflicht:
LONELY PLANET Reiseführer Entdecke Neuseeland von LONELY PLANET Deutschland
Ab ins Abenteuer
Hier ist der Titel Programm – Entdecke Neuseeland. Ab ins Abenteuer. Auch das Bild auf dem Cover passt dazu und verspricht außergewöhnliche Aktivitäten. Das macht Lust auf mehr und den genaueren Blick ins Buch …
Schon lange steht Neuseeland auf meiner Reiseliste, umso mehr, seit meine Eltern dort waren und so begeistert waren, dass sie am liebsten nochmal hinreisen würden.
Und so blättere ich immer wieder gerne in Reiseführern, um mich inspirieren zu lassen. Wenn man sich viel mit einem Thema oder hier einem Land beschäftigt, dann kennt man natürlich auch bald die Highlights und bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Umso faszinierender fand ich die Idee, mal abseits vom Mainstream zu schauen und ein Land so richtig zu entdecken. Kleine Abenteuer können mich immer begeistern und machen mich neugierig. Also genau das richtige Buch für mich!
Ich mag das praktische, handliche Format mit der kleinen Reisekarte in der hinteren Buchklappe. Auch vorne ist noch eine kleine Faltkarte der beiden Inseln versteckt. Praktisch für den Überblick. Einen Überblick findet man auch im Inhaltsverzeichnis, das nach Regionen gegliedert ist. Praktische Hinweise dürfen natürlich nicht fehlen. Die Doppelseite mit den besonderen Vögeln von Neuseeland hat mich besonders begeistert. Hier findet jeder das passende Abenteuer für sich!
Rezensionen von LeserinLu :
Pina fällt aus von Vera Zischke
Wohlfühlroman
„Pina fällt aus“ ist einer dieser Romane, bei denen ich schon nach wenigen Seiten gemerkt habe, dass sie mich mit einem guten Gefühl zurücklassen werden. Was zunächst nach einer dramatischen Ausgangssituation klingt, entwickelt sich zu einer warmherzigen, klugen und immer wieder überraschend witzigen Geschichte über Nachbarschaft, Verantwortung und gelebte Inklusion.
Als Pina plötzlich ausfällt und ihr behinderter Sohn Leo zum ersten Mal auf sich allein gestellt ist, müssen Leos Nachbarn ihr Komfortzone verlassen. Nach und nach wächst die ungewöhnliche Hausgemeinschaft über sich hinaus. Die Figuren sind wunderbar eigenwillig, glaubwürdig und sehr warmherzig gezeichnet. Jede von ihnen bringt ihre eigenen Verletzungen, Ängste und Lebensthemen mit, sodass nicht nur Leo Unterstützung braucht, sondern auch die anderen durch ihn damit konfrontiert werden.
Besonders gelungen fand ich, wie leicht und flüssig sich der Roman lesen lässt, ohne dabei seine wichtigen Themen oberflächlich zu behandeln. Immer wieder gibt es witzige Momente, die die Geschichte auflockern, gleichzeitig regt sie zum Nachdenken darüber an, was Inklusion im Alltag eigentlich bedeutet und wie schnell Menschen einfach ausgeschlossen werden. „Pina fällt aus“ ist für mich deshalb ein echter Wohlfühlroman.
Rezensionen von cosmea:
Das Mosaik der Frauen von Rafik Schami
Wer wäre Nadim Suri ohne die Frauen?
Said Mardini, ein junger Literaturstudent, flieht aus Damaskus, nachdem er sich durch eine kritische Rede gegen die Diktatur in Lebensgefahr gebracht hat. Er bekommt ein Visum in Deutschland und eine Zulassung an der Universität Heidelberg. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er zunächst mit zahlreichen Jobs.
Später arbeitet er aufgrund seiner vielfältigen Sprachkenntnisse als Simultandolmetscher und wird sehr gut dafür bezahlt. Außerdem schreibt er Romane. Eines Tages bittet ihn ein befreundeter deutscher Arzt um Hilfe. Nadim Suri, ein schwerkranker Patient mit syrischen Wurzeln, der nicht mehr lange zu leben hat, möchte ihm seine Lebensgeschichte erzählen. In der Folge besucht Said den alten Mann an zehn Tagen und hört die Geschichte seines Lebens. Es ist vor allem die Geschichte seiner Beziehungen zu Frauen. Immer wieder verliebt er sich, erlebt großes Glück, aber auch Enttäuschung, Verlust und Trauer. Die Frauen in seinem Leben haben ihn geprägt. Jede von ihnen hat etwas in ihm hinterlassen, das zu einem Mosaiksteinchen als Teil seiner Persönlichkeit wird. Alle zusammen machen das fertige Bild dessen aus, der er am Ende seines Lebens ist.
Neben den Geschichten über die Frauen seines Lebens erzählt Nadim jedoch auch witzige Episoden und Ereignisse, die er von anderen gehört hat. Ein wichtiger Teil dieses Romans ist das Thema Flucht und Vertreibung, die grausame Herrschaft der Diktatoren mit Tausenden von Toten, z.B. in Syrien und dem Irak, wo ein falsches Wort zu Folter und Tod führen kann. Es geht jedoch auch um das Leben der Immigranten in Deutschland, die Reaktion der Deutschen auf die Zuwanderer und ein Plädoyer für mitmenschliches Verhalten. Mir hat Rafik Schamis meisterhaft erzählter Roman im Roman sehr gut gefallen und ich empfehle ihn gern weiter.
Rezensionen von Streiflicht:
DUMONT Bildatlas Neuseeland von Bruni Gebauer; Stefan Huy
Faszinierende Anblicke
Immer wieder und wieder lese ich die verschiedenen Ausgaben des Bildatlas von Dumont mit großer Begeisterung. Weniger als Reiseführer, aber als perfekt Inspiration für Reisen, einfach so zum Schmökern oder Wegträumen aus dem langweiligen und manchmal so grauen Alltag. Diese Ausgabe über Neuseeland hat es mir besonders angetan und gut gefallen.
Die Einblicke in die besondere Tierwelt mit Kiwi, Kakapo, Kea und anderen faszinierenden Tieren haben mir am besten gefallen. Die Natur auf den Inseln am anderen Ende der Welt ist einfach so ganz besonders faszinierend und toll.
Wunderbare Bilder, Ausflugs- und Reisetipps machen das Heft zu etwas Besonderem. Man ist mit der Lektüre noch nicht fertig, da möchte man am liebsten schon den Koffer packen. Unter dem Motto Spektakuläre Naturräume – Wunderbare Wildnis sind Highlights aufgeführt, die man definitiv nicht verpassen sollte. Nun haben wir die Qual der Wahl, aber egal, wofür man sich entscheidet, die Reise nach Neuseeland – auch die virtuelle – ist immer ein Traum!
Rezensionen von Eternal-Hope:
Das Mosaik der Frauen von Rafik Schami
"Nun bin ich wieder abgeschweift"
Vorab: eigentlich war ich ein Fan des im Jahr 1946 in Damaskus geborenen und seit 1971 in Deutschland lebenden Schriftstellers Rafik Schami. Ich habe schon einige seiner anderen Bücher, z.B. "Eine Hand voll Sterne", gelesen und seine poetische, geschichtenerzählende Schreibweise geliebt. Deshalb war ich sehr gespannt auf sein neues Buch "Das Mosaik der Frauen", das auch äußerlich wunderschön gestaltet ist.
Leider ist dieses Buch aber eine Enttäuschung und ich kann ihm mit viel Wohlwollen nur 3 knappe Sterne geben.
Warum? Der Titel, den ich für diese Rezension gewählt habe, und der ein direktes Zitat aus dem Buch ist (S. 224, und viele weitere Stellen), sagt es schon: "Nun ich wieder abgeschweift". Dieses Buch will einfach zu viel auf einmal oder es wurde aus Rücksicht auf den etablierten Schriftsteller und den Respekt vor seinem Alterswerk kaum lektoriert.
Anders kann ich mir nicht erklären, dass in diesem Buch zwar an manchen Stellen noch die ursprüngliche Erzählkunst des Autors durchschimmert, sie sich aber insgesamt in viel zu vielen kleinen Lebensausschnitten unzähliger Menschen, die man durch die Knappheit nicht näher kennen lernt und mit denen man deshalb nicht wirklich mitfühlen oder sich für ihre Schicksale interessieren kann, garniert mit für mich nicht sonderlich humorvollen Witzeinlagen, allgemeinen Lebensweisheiten und Anekdoten verliert.
Schon am Anfang muss man sich in Geduld üben, bevor die eigentliche Erzählung beginnt: wir lernen erst einmal auf dutzenden Seiten den Schriftsteller kennen, dem die Hauptfigur, ein sich im Krankenhaus befindlicher älterer Syrer, seine Geschichte von den Frauen, die ihn geprägt haben, erzählt. Frauengeschichten sind es viele, von der Mutter und der Schwester über die Ehefrau, Freundinnen bis zu diversen Bekanntschaften und bei manchen ist es nur eine Kleinigkeit, die er als Weisheit aus dem gemeinsamen Kontakt mitgenommen hat. Wirklich nahe kommt einem dabei, wie gesagt, kaum eine der Figuren, dazu sind es viel zu viele.
Noch dazu beschränkt sich das Buch nicht einmal auf den Mann und die ihn prägenden Frauen, sondern wie nebenbei werden noch kurz die Geschichten von Hinz und Kunz und sonstwem angerissen, sodass insgesamt gefühlt sicher von 50 Menschen erzählt wurde, ohne dabei wirklich in die Tiefe zu gehen.
Interessant waren für mich der historische Hintergrund der Entwicklung der Länder im Nahen Osten in den letzten Jahrzehnten, das Aufzeigen, wie auch Bürgerbewegungen mit ursprünglich hehren Zielen oft zu genauso schrecklichen Diktaturen werden, wenn sie an der Macht sind, sowie diverse kulturelle Einblicke in ein Syrien, das so eine reiche und vielfältige kulturelle und religiöse Geschichte hat. Auch das hätte man über in ein Buch mit mehr Fokus und Tiefe noch besser einbetten können. Positiv ist aber doch, dass deutlich wird, wie viel Respekt und Achtung der Autor Frauen insgesamt entgegenbringt.
Insgesamt kann ich dieses Buch dennoch vorwiegend langjährigen Fans von Rafik Schami empfehlen, um es mit seinen anderen Büchern vergleichen zu können. Wer den Autor aber noch nicht kennt, dem rate ich dazu, zu einem seiner anderen Werke zu greifen, da in diesen sein zweifellos vorhandenes Erzähltalent viel besser rauskommt.
Rezensionen von peedee:
Polwenna Bay – Wo die Liebe Wunder wirkt von Ruth Saberton
Berührende Momente
Polwenna Bay, Band 2: Morwenna Tremaine führt einen Reiterhof, doch die finanzielle Situation ist nicht rosig. Ein Sieg bei einem Turnier als Vielseitigkeitsreiterin wäre dringend nötig. Ihr ganzes Leben dreht sich um Pferde, für einen Mann ist da keine Zeit. Erst recht nicht für Ashley Carstairs, der erfolgreiche Geschäftsmann, der meint, er müsse nur mit dem Finger schnippen und alle gehorchen ihm.
Hinter seiner Fassade steckt jedoch – wie so häufig – viel mehr: Ashley weiss, dass er sich von Morwenna fernhalten soll, denn er hat ein Geheimnis, das alles zerstören kann…
Erster Eindruck: Ein schönes Cover, aber aufgrund dessen, dass sich die Geschichte um Pferde handelt, hätte ich etwas in dieser Richtung erwartet.
Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden. Für mich war es der Einstieg in die Reihe und daher gab es etliche Protagonisten kennenzulernen, denn die Tremaines sind eine grosse Familie. Aber das wird dann mit jedem Band einfacher…
Ich sah Morwenna „Mo“ gleich vor mir: immer in Bewegung, das Herz überquellend vor Liebe zu ihren Pferden, stets in Sorge um die Finanzen machen keine Pause. Mal feiern oder ins Kino gehen? Auswärts essen? Keine Zeit – und kein Geld. Wenn dann dieser Ashley nach Polwenna Bay kommt und durchs Dorf spaziert, als würde es ihm gehören, regt sich Mo auf. Dabei tut Ashley gar nichts dergleichen. Und dass er vermögend ist, dafür kann er ja nichts. Wenn er und Mo sich zufällig sehen, fliegen Funken – er stichelt und sie reagiert prompt. Wie sagt man so schön „Was sich liebt, das neckt sich“? Es wird keine Überraschung sein, dass die beiden sich näherkommen, doch dann kommt es zu einem Zwischenfall, der alles verändert. Selbstverständlich…
Ich bin grosser Fan von Kleinstadt-Romanen wie „Gilmore Girls“ oder „Virgin River“, daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch, wenn ich auch unkonventionell mit Band 2 begonnen habe. Und? Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, uferte in puncto Beschreibungen zuweilen etwas ins Schwülstige aus (z.B. „sein Mund auf ihrem weicher als der abblätternde Teig“), aber bei einem Liebesroman darf das auch mal sein. Es gab einige sehr berührende Momente und daher vergebe ich gerne 4 Sterne. Ich freue mich auf weitere Geschichten rund um die Tremaines.










