Kunden em pfehlungen
Rezensionen von hyakinthos:
Wassermann von Lukas Hoffmann
Zwischen Flucht und Erinnerung
Der Roman „Wassermann“ von Lukas Hoffmann erzählt die Geschichte über einen jungen Mann, der versucht, seinem Leben und seinen inneren Konflikten zu entkommen und dabei doch immer wieder zu sich selbst zurückgeführt wird.
Im Zentrum steht Luk, der nach Barcelona geht, um Abstand zu gewinnen: von der Krankheit seiner Mutter, von der Enge seines bisherigen Lebens und von sich selbst.
Doch die erhoffte Leichtigkeit stellt sich nicht ein. Stattdessen begleitet ihn eine wachsende innere Unruhe, die sich durch die gesamte Handlung zieht. Auch die politischen Spannungen in Barcelona verstärken dieses Gefühl des Kontrollverlusts und lassen seine persönliche Krise noch deutlicher hervortreten.
Besonders eindrucksvoll ist der Schreibstil des Romans. Hoffmann arbeitet mit einer klaren, reduzierten Sprache, die oft fragmentarisch wirkt und gerade dadurch eine große emotionale Kraft entfaltet. Vieles bleibt unausgesprochen, schwingt aber zwischen den Zeilen mit.
Für mich als Spanischstudierenden war es dabei besonders spannend, in die Atmosphäre des Buches einzutauchen und gedanklich durch Barcelona zu reisen. Die Stadt wirkt nicht nur als Schauplatz, sondern fast wie ein eigener Charakter, der die Handlung mitprägt. Dadurch entstand beim Lesen das Gefühl, selbst Teil dieser Umgebung zu sein und die Stadt mit all ihren Stimmungen mitzuerleben.
Insgesamt ist „Wassermann“ ein ruhiges, nachdenkliches Debüt, das weniger durch große Handlungsmomente als durch emotionale Tiefe überzeugt. Es ist ein Roman über Fluchtbewegungen (äußere wie innere) und darüber, dass man sich selbst nicht so leicht entkommen kann.
Rezensionen von Katja K.:
A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1 von Sophie Jordan
Ja, das Buch hat Potenzial, aber...
Dass das Buch überraschend ist und großes Potenzial hat, das habe ich im Vorhinein am häufigsten gehört. Und es stimmt, es hat Potenzial. Ich fand sogar das erste Viertel richtig grandios und bin durch die Seiten geflogen. Die Idee des Prügelmädchens war innovativ.
Aber dann... Irgendwann fing es an mit den inneren repetitiven Monologen, sowohl aus der Sicht von Tamsyn als auch von Fell.
Diese haben mich aus dem Lesefluss gebracht und ich war mir von da an meistens bewusst, dass ich gerade eine Geschichte lese statt in sie einzutauchen.
Die Sprache an sich fand ich stellenweise sehr schön und bildhaft, außerdem passend zu Fantasy ein bisschen altertümlich. Dann wiederum jedoch wurde es richtig holprig. Ich werde nie verstehen, weshalb es irgendwie inzwischen zum guten Ton von Fantasy/ Romantasy gehört, durch Worte wie "Fuck" oder "Ich bin sowas von am Arsch" aus dem Rahmen zu fallen. Zu einer modernen Romance oder Urban Fantasy passt das, aber doch nicht hier.
Die Autorin hat einige Überraschungen eingebaut, die für mich dann aber doch nicht so überraschend kamen. Am Ende erschien mir die Handlung teilweise etwas arg konstruiert.
Gleichzeitig war ich stellenweise auch gebannt und könnte mir sogar vorstellen, den zweiten Band noch zu lesen. Den Einzug ins Regal erhält die Reihe jedoch definitiv nicht.
Fazit: Eine originelle Ausgangsidee, in der viel Potenzial liegt, die Umsetzung war für mich jedoch holprig. Trotzdem kann die Story für Drachenliebhaber ein netter Snack zwischendurch sein.
Rezensionen von LeserinLu :
Wie gut, dass ich ICH bin von Britta Kiwit
Wertschätzend
„Wie gut, dass ich ICH bin“ ist ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch, das Kindern viel Wertschätzung entgegenbringt und vermittelt. Im Mittelpunkt stehen kurze, eingängige Reime und kindgerechte Affirmationen, die leicht verständlich sind und sich gut zum Mitsprechen eignen. Besonders schön finde ich die Kombination aus positiven Botschaften und kleinen Impulsfragen, die man zum Anlass nehmen kann, mit Kindern über Gefühle, Selbstwahrnehmung und Erlebnisse zu sprechen.
Auch die Gestaltung hat mich überzeugt: Die Seiten sind stabil, übersichtlich aufgebaut und gleichzeitig detailreich illustriert. In den Bildern gibt es viel zu entdecken, sodass sich auch hier immer wieder neue Gesprächsanlässe ergeben. Besonders hervorzuheben ist die vielfältige Darstellung der Kinder. Unterschiedliche Lebensrealitäten werden ganz selbstverständlich gezeigt, sodass sich viele Kinder wiederfinden können und gleichzeitig alle lernen, dass Vielfalt ganz normal ist.
Insgesamt ist das Buch nicht nur schön anzusehen, sondern auch pädagogisch sinnvoll umgesetzt, ohne dabei belehrend zu wirken. Es stärkt spielerisch Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl und schafft gleichzeitig wertschätzende gemeinsame Momente beim Vorlesen. Für mich ein rundum gelungenes Kinderbuch, das ich jederzeit weiterempfehlen würde!
Rezensionen von peedee:
Der Küstenhof - Kleine Kühe, großes Glück von Sonja Flieder
Nett für zwischendurch
Der Küstenhof, Band 1: Bei Alice dreht sich alles um ihren Job in einer Hamburger Marketingagentur. Und wenn es nicht um die Arbeit geht, geht es um ihren Freund. Für sich selbst hat sie so gut wie keine Zeit. Als ihr geliebter Onkel Ernst stirbt, reist sie zurück an die Nordseeküste, um ihrer Tante Elisa und ihrer Schwester Caro zur Seite zu stehen.
Der kleine Küstenhof ist nicht mehr gut in Schuss, doch es fehlt das Geld, um die nötigen Arbeiten vornehmen zu lassen. Auf dem Hof gibt es seit neustem Mini-Kühe und zwei störrische Esel, was Alice sehr überrascht. Sie ist auch überrascht, dass sie plötzlich zur Ruhe kommt, entschleunigt. Die Begegnung mit ihrer Jugendliebe Tom treibt ihren Puls in die Höhe... wieso?
Erster Eindruck: Mit diesen süssen Kühen auf dem Cover hatte man mich schon gepackt – ich „musste“ dieses Buch lesen!
Alice ist in einem Hamsterrad gefangen: Der Job in der Agentur verlangt ihr alles ab, es bleibt kaum Zeit für etwas anderes. Und wenn sie dann doch mal einen Abend frei hätte, muss sie ihren Freund Maximilian, der als Schönheitschirurg arbeitet, auf irgendwelche wichtigen Events begleiten, zu denen sie so gar keine Lust hat. Der letzte Besuch bei Tante Elisa und Schwester Caro liegt auch schon über ein Jahr zurück, denn Maximilian hasst es, auf dem Land zu sein. Und das lässt er die anderen auch spüren. Nun ist also ihr Onkel verstorben und sie muss zurück – ein trauriges Wiedersehen. Ihre Tante und ihr Onkel haben den Schwestern so viel gegeben, denn sie haben sie aufgenommen, als ihre Eltern verstorben sind. Die drei Frauen haben mir gut gefallen: Alice, bei der man merkt, dass sie nicht mehr lange in diesem Tempo weitermachen kann; Caro, die halbtags als Tierärztin arbeitet; Elisa, die versucht, sich durch die Tiere auf dem Hof vom Verlust ihres Mannes abzulenken. Der Zustand des Hofes ist besorgniserregend. Eine zündende Idee muss her, ansonsten übernimmt die Bank! Alice und Caro machen sofort einen Plan (Stichworte Crowdfunding und Social Media)…
Dies war mein erstes Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, war jedoch ziemlich vorhersehbar, keine Überraschungen, für mich etwas zu wenig Mini-Kuh-Content. Nett für zwischendurch – 3 Sterne.
Rezensionen von Katrin:
Mein zärtlicher Schatten von Johanna van Veen
Besessenheit oder Realität?
Ein wunderschönes Buch durch und durch. Das Cover und der Farbschnitt halten auf schöne Art diese düstere Stimmung fest, welche ab der ersten Seite fühlbar ist.
Story:
Roos lebt bei ihrer Ziehmutter, die sie Maman nennen soll, damit es in den Séancen die sie abhält, mystischer und geheimnisvoller wirkt.
Maman beutet sie seitdem sie sich zurückerinnern kann aus. Ob als Schauspielerin in den Sitzungen selbst oder als Gehilfin, Hunger leidend oder eingesperrt in einem kleinen Loch unter den Dillen, damit sie bei den richtigen Wörtern, wortwörtlich die richtigen Fäden ziehen kann.
Roos hat in diesem kleinen Loch Angst, generell hat sie Angst im Dunkeln. Als die Angst sie wieder einmal vollkommen einnahm und sie begann sich selbst zu verletzen, tauchte plötzlich Ruth auf. Ruth ist ein Geist, gestorben vor langer langer Zeit. Der Geist hilft ihr die endlos wirkende Zeit unter den Dillen irgendwie zu überstehen und ist ab sofort ihr Kontrollgeist, ihre Beschützerin.
Als Maman das erfährt, dient ihr Roos in den Séancen nun als Medium, Geisterbeschwörerin. Manchmal werden sie als Lügnerinnen oder Besessen abgetan, doch immer wieder kommen Menschen zu den Sitzungen um mit kürzlich Verstorbenen zu sprechen.
Frau Agnes Knoop, eine wohlhabende Witwe, wurde von Maman als sehr Geldbringend eingestuft und Roos soll in der Sitzung mit ihr alles geben. Roos tat wie ihr befohlen und spielte alles ab was möglich war. Einige Tage nach dieser Sitzung kaufte sie Agnes ihrer Maman ab und die beiden fuhren zu ihren Anwesen. Wie sich herausstellte haben Agnes und sie jede Menge gemeinsam...
Fazit:
Richtig tolles Buch, das mich ab den ersten Kapiteln vollkommen gefesselt hat. Alles wird wahnsinnig detailliert erzählt. Ein wirklich toller Schreibstil. Die Kapitel, welche mit den Arztsitzungen gespickt sind, haben mich besonders zum immer weiterlesen motiviert. Das Ende hatte ich in dieser Art und Weise nicht erwartet. Von mir eine totale Leseempfehlung!
Rezensionen von Neobook:
Das letzte Buch von Marceau Miller von Marceau Miller
Geheimnisse und Abgründe
Mir hat Das letzte Buch von Marceau Miller insgesamt gut gefallen. Die Ausgangslage ist irgendwie ganz interessant, da der Autor dieses Buches sich auch selbst so nennt. Und Marceau ist im Roman ein erfolgreicher Schriftsteller, der gleich zu Beginn von einem Kletterfelsen tödlich abstürzt. Alle glauben an einen Unfall, nur seine Frau Sarah nicht.
Diese Beginnt eine verbissene Suche nach der Wahrheit. Denn ihr Mann hatte so einige Geheimnisse und ihre gemeinsamen Freunde erscheinen auch in einem anderen Licht. Ihr Handeln ist schon ziemlich selbstzerstörerisch und da sie noch zwei Kinder hat irgendwie nicht ganz realistisch. Die Geschehnisse wirken etwas konstruiert. Aber trotzdem fand ich es spannend zu lesen, da die Handlung durch das rege Treiben Sarahs schnell vorankommt. Es tut sich immer etwas. Und man will einfach wissen welche Geheimnisse Marceau denn nun verbarg und wer der Mörder ist. Auch die Gegend am Genfer See wird sehr schön und anschaulich beschrieben, nur manchmal schon zu gewollt lyrisch.
Insgesamt hab ich den Krimi gern gelesen und hab mich gut unterhalten gefühlt.
Rezensionen von Anjulia :
The Crane and the Nightjar von Ada Bailey
Trial of Thieves
Zara Nightjar, verurteilt wegen Diebstahls, wartet in den Kerkern von Raspa auf ihren Tod. Der Gewinn eines gefährlichen Trials könnte ihre Rettung sein. Da sie allerdings keine Diebin ist, stellt ihre einzige Chance zum Überleben eine Allianz mit Crane dar. Dem Mann, der die Schuld an ihrer Verhaftung trägt.
Undurchschaubar, gefährlich und viel zu attraktiv. Wie weit kann sie ihm trauen?
The Crane and the Nightjar von Ada Bailey ist düstere Romantasy in einer Welt voller Nebel und tödlicher Gefahren. Ich lese unglaublich gerne Romantasy und Trials, aber nicht nur deswegen konnte mich das Buch begeistern. Das Setting ist sehr düster, allein schon weil durch Nebel kein Sonnenlicht mehr auf Raspa fällt. Die Nutzung von Magie macht aus Magiebegabten über kurz oder lang tödliche Monster. Der König des Landes ist grausam und brutal. Entsprechend tödlich sind auch die Wettkämpfe. Zara ist keine Diebin, muss sich aber gegen solche im Stehlen und Schlösser knacken durchsetzen. Ich mochte ihren Charakter, auch weil sie Mitgefühl zeigt. Auch die Romanze mit Crane hat gut gepasst. Man spürt die Anziehungskraft, aber auch Zaras Misstrauen. Lange habe ich gehofft, dass Crane besser ist, als er sich selbst darstellt. Zum Ende gibt es einen unerwarteten Twist, der mich neugierig auf die Fortsetzung zurücklässt.
Rezensionen von Karina :
Unter Wasser von Tara Menon
Grausam schönes Meer
Wow - genau deshalb liebe ich das Lesen. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und es hat mich völlig mitgerissen und erst wieder losgelassen, als ich die letzte Seite beendet hatte.
Wir befinden uns im Jahr 2012: Marissa streift durch ein New York, das sich auf einen drohenden Hurrikan vorbereitet.
Überall Warnungen - doch sie ist wie so oft in Gedanken versunken. Gedanken, die sie zurückführen zu ihrer Freundschaft mit Arielle, die am 26. Dezember 2004 in Phuket ihr tragisches Ende findet. Die meisten wissen, welches verheerende Ereignis sich hinter diesem Datum verbirgt. Der fürchterliche Tsunami, der so vielen Menschen das Leben nahm.
So schwer dieses Thema auch ist - es dominiert den Roman nicht. Im Gegenteil: Ein Großteil der Geschichte ist von einer beinahe greifbaren Leichtigkeit getragen. Man spürt die Sonne Thailands auf der Haut, taucht mit Arielle und Marissa ins Meer ein und erlebt ihre Freundschaft in all ihren Facetten - intensiv, lebendig und zutiefst berührend.
Mit 'Unter Wasser' ist Tara Menon ein vielschichtiger Roman gelungen, der große Emotionen einfängt, ohne je überladen zu wirken. Die Balance zwischen Schönheit und Schmerz ist fein abgestimmt und wirkt lange nach.
Wer Geschichte über Freundschaft, das Meer und die Tiefe menschlicher Verbindungen liebt - und auch vor melancholischen Momenten nicht zurückschreckt - sollte dieses Buch unbedingt lesen. Absolute Empfehlung.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Madame Lazare von Tadhg Mac Dhonnagáin
Die Frage der Identität zwischen Irland, Frankreich und dem Judentum
Ich habe die Lektüre dieses Buches vor mehreren Wochen beendet, blicke nun zum Verfassen der Rezension noch einmal auf das Buchcover und spüre, wie ich sofort wieder drin bin in der Geschichte. Ich bin wieder mit der jungen Muraed auf den irischen Aran-Inseln und blicke auf das Meer. Ich spüre ihre tiefe Verwurzelung in der irischen Volkskultur und in ihrem katholischen Glauben, die Hoffnung auf Hilfe durch die Jungfrau Maria, ihre Verbundenheit und Liebe zu ihrem kognitiv beeinträchtigten Zwillingsbruder Páraic, um den sie sich aufopfernd kümmert, aber auch zu ihrer Heimat.
In mir höre ich das Rauschen des Meeres und die so andersartige irische Sprache, in der abends beim geselligen Zusammensein alte Gedichte und Geschichten weitergegeben werden. Und ich denke und fühle nach, über Verwurzelung, Heimat und Identität,...
... aber auch über Entwurzelung, neue Heimat und wiederum die Identität, die mit der eigenen Herkunft und Religion verbunden sein kann. Denn auch die anderen Schauplätze, an denen das Buch spielt, spüre ich noch tief in mir. Die in Frankreich lebende Familie Lazare: Oma Hana, die angibt, aus einer jüdischen Familie im Baltikum zu stammen und all ihre Familienmitglieder in der Shoah verloren zu haben. So tief sei das Trauma, dass sie nicht darüber sprechen könne, seit Jahrzehnten. Ihr Mann Samuel, mit deutsch-französisch-jüdischen Wurzeln, liebevoll an ihrer Seite. Die beiden sind Teil der jüdischen Community an Vertriebenen und Überlebenden in Paris, doch sonderlich religiös sind sie nicht. Das ändert sich erst, als sich die erwachsene Tochter Brigitte kurz vor ihrem Tod stark der jüdischen Religion zuwendet und ihnen den Auftrag gibt, Enkelin Levana in dieser Prägung zu erziehen. Dann die erwachsene Levana, die sich um die älter und kränker werdende Oma Hana kümmert, die plötzlich in einer unbekannten Sprache spricht und damit ihre Enkelin vor ein Rätsel stellt.
Daran, wie dieses Buch noch nach Wochen emotional in mir nachwirkt, zeigt sich, dass es sich um ein tiefgründiges und atmosphärisch geschriebenes Werk mit realistisch und vielschichtig gezeichneten Charakteren handelt, das viel Stoff zum Nachdenken, Nachspüren und Diskutieren liefert. Erzählt ist das Buch auf mehreren Zeitebenen und aus den Sichten verschiedener Figuren, vom Irland in der Zeit des Zweiten Weltkrieges über das Paris Jahrzehnte später bis zu Belgien in der nahen Gegenwart. Dabei sind die verschiedenen Zeit- und Ortswechsel so geschickt miteinander verwoben, dass ich das Buch als leicht lesbar, spannend und unterhaltsam empfunden habe, nie verwirrt war und es genossen habe, die unterschiedlichen Perspektiven kennen zu lernen, mit den Figuren mitzufühlen und Schritt für Schritt die genaueren Hintergründe der Geschichte zusammenzusetzen. Dabei habe ich außerdem viel Interessantes über die irische Sprache und Volkskultur gelernt.
Im Anhang findet sich ein ausführliches Glossar mit Informationen zur Aussprache der irischen Wörter sowie weiteren Hintergrundinformationen sowohl zur irischen Kultur als auch zur jüdischen Religion. Dieses habe ich parallel zur Lektüre als sehr hilfreich empfunden. Insgesamt zeigt sich auch dadurch, wie ausführlich sich der Autor mit seinen Themen auseinandergesetzt hat.
Vieles von dem, was ich bisher erwähnt habe, würde also für ein 5-Sterne-Buch sprechen, wenn es nicht einen kleinen Makel gäbe: nicht alles hat sich am Ende so aufgelöst und erklärt, dass es für mich komplett plausibel war. Es bleiben einige offene Fragen in Bezug auf die Geschichte. Dafür einen Stern Abzug für ein sonst sehr gutes, lesenswertes und definitiv empfehlenswertes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe.
Rezensionen von Harakiri:
Finsterherz von Jan-Erik Fjell
Atemloser Lesegenuss
Die Morde an 2 Frauen geben Kommissar a.D. Brekke ein ganz schönes Rätsel auf. Wie hängen die beiden Frauen zusammen und wo ist das Motiv?
Brekke nimmt die Untersuchungen auf und kämpft noch mit seiner Verletzung aus dem letzten Fall. Ich verfolge die Reihe schon lange und freue mich, dass jetzt auch die ersten Bände übersetzt werden.
Finsterherz ist allerdings noch eine Fortsetzung.
Der Fall ist das Eine, das Andere ist Alfred Brekkes „Kampf“ mit der Arbeitsagentur. Die Szenen fand ich irgendwie immer zum Schmunzeln. Sie stören den Lesefluss in keiner Weise, im Gegenteil, sie ergänzen die Handlung perfekt.
Bereits der Prolog hat es in sich. Und die Spannung nimmt nicht ab. Fjells Schreibweise ist einfach klasse. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und empfand es als richtigen Pageturner.
Fazit: Fjell zu lesen ist jedes Mal wieder eine Achterbahn der Gefühle. Spannung, Herzrasen und gute Unterhaltung sind garantiert.











