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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Katzenmicha:

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Meeresdunkel von Till Raether

Spannender Psychothriller

Zwei Familien, haben ein Ferienhaus gebucht ,eine alte Villa auf einer steilen Klippe zurgleichen Zeit gemietet. Am Anfang sieht es nach Zufall aus,das beide Familien zur gleichen Zeit die alte Finka gemietet haben,um die sich düstere Geheimnisse ranken.Dort treffen sich Hans und Marie mit ihren 14‑jährigen Zwillingen Esme und Finn auf Henrike und Samuel.

Diese haben ihren achtjährigen Sohn Juri dabei und Freddy, Henrikes frisch geschiedenem Bruder.Das erzwungene Zusammenleben verläuft überraschend gut. Auch die Kinder verstehen sich , doch wobei Juri ein auffällig irritierendes Verhalten zeigt.Noch ahnen sie nicht, das sie eine Leiche finden.Und ein Unwetter aufzieht und das friedliche Urlaubsparadies in ein gruseliges Inferno verwandelt….

Der Autor Till Raether hat einen fließenden und spannenden Schreibstill.Er beschreibt anfangs noch ein friedliches Bild der Ferieninsel mit Marktstimmung und herrlichem Ausblick auf das blaue Meer.Dann aber kippt die Stimmung zwischen den Familien und ein Sturmtief über der Ferieninsel verstärkt gleichzeitig die bedrohliche Atmosphäre.Das Cover ist super schön mit dem Sonnenuntergang der zur anfangs Idylle super schön passt.Die Charaktere sind unterschiedlichund spannend-sehr gerne 4 Sterne.

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Meeresdunkel

Rezensionen von Lerchie:

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Die Löwenmutter von Hera Lind

Eine schwierige Familie

In München im Jahr 1985 lernt Claudia Baumgartner den Flötisten Florian Moser kennen und verliebt sich in ihn. Sie bekommen Fünflinge, die als Frühchen geboren werden. Zwei der Babys sterben nach wenigen Monaten und Claudia kämpft wie eine Löwin, um Ihrer Familie das richtige Zuhause zu bieten.

Es kommt noch eine weitere Tochter zur Welt und Claudia nimmt auch noch ein Pflegekind auf. Doch ihr Mann, Florian wird, aufgrund seiner bipolaren Störung, zunehmend aggressiv. Er hat Affären und zwingt Claudia mehrmals umzuziehen. Im Umzugsunternehmer Didi findet Claudia einen Freund, und später einen verlässlichen neuen Partner, als sie endlich bereit ist, sich von Florian zu trennen. Er schenkt Claudia eine späte Heimat, denn er kauft das Haus in Bergheim, in dem sie sich einst am wohlsten fühlte.


Meine Meinung
Das Buch ließ sich ja leicht und flüssig lesen, keine Unklarheiten im Text störten den Lesefluss. Auch war ich schnell in der Geschichte drinnen und konnte mich auch in die Protagnisten hineinversetzen. Im Anhang schreibt die Autorin, dass der erste Teil des Buches schon länger bei ihr in der Schulblade lag, sie sich nicht entschließen konnte, es zu schreiben. Als sie jedoch den zweiten Teil erhielt, gab ihr das den nötigen Schub. Ich kann das nachvollziehen, denn der erste Teil liest sich eben wie ein Liebesroman mit Eheschwierigkeiten, die vermutlich fast jeder mal hat. Sicher bekommt nicht jede Mutter Fünflinge und muss um sie fürchten. Das war ab er auch der einzige Spannungspunkt in diesem Teil. Der zweite Teil machte das zwar nicht ganz wett, wertete das Buch jedoch einigermaßen auf. Denn hier passiert eben einiges. Was ich nicht verstehe ist, dass sie ihren Mann nicht schon viel früher verlassen hatte. Allerspätestens als er sie zwang, von Bergheim wegzuziehen, denn das war schon allerhand, überhaupt auch den Kindern gegenüber. Das war für mich ein Knackpunkt, denn ich hätte ihm schon früher den Laufpass gegeben. Biopolare Störung hin oder her, wenn jemand nicht gewillt ist, seine Krankheit zu bekämpfen, und das war Florian mit Sicherheit nicht, dann hat er als Ehemann nichts verloren, und auch nicht als Vater. Ich hätte den schon viel früher verlassen und kann nicht verstehen, warum sie es so lange mit ihm ausgehalten hat. Bei jeden Ausraster Florians habe ich gedacht, Claudia gib dem doch endlich einen Tritt in den Hintern! Er hat seine Versprechen nie lange gehalten! Aber ich weiß, dass es solche Frauen gibt, die bei ihren Männern bleiben, obwohl sie halb totgeschlagen werden. Das Buch war ab der zweiten Hälfte wenigstens etwas spannender und hat mich auch gegen Ende wirklich gefesselt. Jedoch reicht es bei weitem nicht an die letzten Bücher, die ich von dieser Autorin gelesen habe, heran. Daher zwar eine Leseempfehlung sowie aber nur dreieinhalb Sterne und da Halbe nicht überall gehen kann ich leider nur drei Sterne geben.

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Die Löwenmutter

Rezensionen von Tintenteufel:

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Spiele & Rituale für euren Alltag von Nicola Schmidt; Martin Verg

Spielerisch den Alltag bewältigen

Nicola Schmidt widmet sich in ihrem Buch den vielen kleinen Situationen im Alltag, in denen es nicht rund läuft, weil Langeweile aufkommt, Protest gegen die tagtäglichen Notwendigkeiten aufkeimt oder einfach mal eine schnelle Spielidee fehlt.
Anfangs begrüßen zwei getrennte Vorworte sowohl die Kinder als auch die Eltern bzw erwachsenen Begleiter und dann geht es auch schon los mit 9 verschiedenen Kapiteln, mal für draußen und mal für drinnen, mal für den Zusammenhalt und mal für die Selbstwahrnehmung und manchmal auch einfach für Spaß und gute Laune.

Es ist wirklich für jeden etwas dabei. Die Anordnung der Kapitel finde ich persönlich etwas chaotisch und nicht ganz stringent, aber die Themen Teambildung, Umgang mit Gefühlen und aktives Zuhören sind auf jeden Fall wesentliche Themen in jeder Familie. Ritualisierte Spiele für Körperpflege, gemeinsame Mahlzeiten und Aufenthalte draußen ergänzen diese praktisch.
Die Qualität der Vorschläge ist unterschiedlich. Manches ist wirklich mal eine ganz neue Idee, sich einer familiären Situation zu nähern, anders ist hinlänglich bekannt und eigentlich nicht erwähnenswert. Erfrischend ist aber durchgehend die positiv-motivierende Präsentation sowie die pädagogischen Erklärungen in den kleinen Textfeldern am unteren Rand der Seite. Hier werden wir Erwachsene immer wieder daran erinnert, dass Kinder eben nicht einfach kleine Erwachsene sind, sondern eine Situation oft ganz anders wahrnehmen und daher anders reagieren als von uns erwartet. Dies können wir uns gar nicht oft genug in Erinnerung rufen, und so ist manche verrückte Idee aus diesem Buch auf jeden Fall einen Versuch wert. Ich bin gespannt, wie unseren Enkeln das gemeinsam erwürfelte Essen schmecken wird!

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Spiele & Rituale für euren Alltag

Rezensionen von Tintenteufel:

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Hilf den Fahrzeugen von Nico Sternbaum

Selbstwirksamkeit


"Hilf den Fahrzeugen" von Nico Sternbaum ist ein tolles Mitmachbuch für die Kleinsten: altersgemäß klein, stabil und optisch auf das Wesentliche reduziert.
Die dargestellten Situationen lassen sich leicht erfassen, und die Aufgabe des Kindes besteht darin, mit einer einfachen Handlung zu helfen.

Dies ist ab etwa 18 Monaten gut verständlich und sorgt dafür, dass die Kleinen nicht nur zuhören, sondern wirklich eingebunden sind. Quasi eine besondere Erfahrung von Selbstwirksamkeit, die beim magischen Denken in diesem Alter auch noch super funktioniert.

Sie dürfen der Polizei helfen, das Blaulicht einzuschalten, dem Schiffchen Fahrtwind zu pusten und den Hubschrauber vom Seil befreien. Sogar die Feuerwehr benötigt Hilfe beim Löschen. So ganz nebenbei werden also auch Aufmerksamkeit, Hilfsbereitschaft und Problemlösungsdenken gefördert. Und schon nach kurzer Zeit fangen die Kleinen voller Stolz an, selbständig zu helfen. Nach wenigen gemeinsamen Lektüren ist dieses Büchlein daher auch toll dazu geeignet, sich selbst zu beschäftigen.

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Hilf den Fahrzeugen

Rezensionen von Normanfips:

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JAPAN – Kultur, Landschaft, Menschen & ein Leben mit Ikigai von Edition Michael Fischer

Wunderbares Buch

Das Buch ist einfach nur schön. Unterteilt in die vier Jahreszeiten, erfahren wir viele interessante Details rund um Japan. Es werden Feste, Feierlichkeiten, die Kultur, die Philosophie, Religionen, die Natur und Essgewohnheiten betrachtet. Dazwischen gestreut findet man Rezepte, sowie Hinweise zu Dos und Don‘ts.

Zudem lernt man einige Städte mit ihren Besonderheiten kennen. Die Bilder sind wirklich wunderschön und befeuern die Sehnsucht in dieses vielseitige Land zu reisen. Die Texte sind kurz gehalten und vermitteln dabei viel Wissenswertes. Man spürt die Liebe zu Japan und seinen Einwohnern. Das Buch ist optisch ein Hingucker, wobei der Einband leider sehr empfindlich ist und schon beim Auspacken an den Ecken abgestoßen war. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt. Das Buch lädt immer wieder zum Durchblättern, Betrachten und Nachlesen ein. Ich denke, dass es sich auch sehr gut zum Verschenken eignet. Von mir gibt es dafür definitiv fünf Sterne.

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JAPAN – Kultur, Landschaft, Menschen & ein Leben mit Ikigai

Rezensionen von Normanfips:

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Die Ernährungs-Docs - Unsere 100 besten Protein-Power-Rezepte von Matthias Riedl; Jörn Klasen; Viola Andresen; Silja Schäfer

Kochbuch und Ratgeber in Einem

Dies ist mein erstes Buch von den Ernährungs-Docs und ich bin wirklich positiv überrascht. Die Aufmachung ist hochwertig und das Layout sehr übersichtlich. Die Docs geben dem interessierten Leser 100 Protein-Power-Rezepte an die Hand. Nach einigen einleitenden Worten zu Proteinen im Allgemeinen geht es los mit Frühstücks Rezepten, gefolgt von Hauptgerichten, kleinen Gerichten und Süßem.

Zwischen den Rezepten findet man immer wieder Infos zur gesunden Ernährung und auch einen Selbsttest. Die Rezepte sind verständlich formuliert und die Bilder dazu lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Besonders gut finde ich, dass bei einigen Rezepten noch extra Hinweise zu einem bestimmten Nahrungsmittel gegeben werden. Ein rundum gelungenes Buch, das leckere Rezepte vorweisen kann und zudem auch als Ratgeber fungiert.

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Die Ernährungs-Docs - Unsere 100 besten Protein-Power-Rezepte

Rezensionen von Thaliomee:

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Die Psychopathin - Wer manipuliert dich wirklich? von Rose Klay

Sie darf niemandem trauen

Schauplatz dieses Thrillers ist eine Schraubenverbrik im Westerwald. Wie spannend kann es also werden? Sehr!
Karolin Bogner arbeitet in einer Firma, die Spezialschrauben herstellt und vertreibt. Sie ist schon lange dort und kennt sich mit den internen Machenschaften aus, hat aber auch ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zum Inhaber.

Dieser wird sich bald zur Ruhe setzten und sie macht sich berechtigte Hoffnungen auf die Nachfolge.
Außerdem hat sie ein Verhältnis mit dem neuen Kollegen Chris und beide stehen kurz davor ihre Beziehung öffentlich zu machen. Es läuft also gut für Karolin, bis immer mehr Dinge geschehen, die aussehen, als wolle ihr jemand schaden. Ist es jemand aus der Firma oder ihrem privaten Umfeld?

Der Prolog zeigt zwar, wie es enden wird, aber ich habe eine ganze Weile gebraucht um einen Verdacht zu entwickeln, wer hinter all den merkwürdigen Geschehnissen steckt. Mehr als einmal war ich dabei auf der völlig falschen Spur. Dieses Buch ist gut zu lesen und wirklich fesselnd geschrieben. Das Ende war für mich ein wenig zu konstruiert, aber es wird mehr als deutlich, was die Autorin uns hiermit sagen möchte.

Fesselnder Thriller, der ganz ohne Blut eine unglaubliche Spannung erzeugt.

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Die Psychopathin - Wer manipuliert dich wirklich?

Rezensionen von Katzenmicha:

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Nordseenächte Elin Bertram ermittelt von Carina Lund

Spannender Nordseekrimi

In Greetsiel wird der Bürgermeister von Lübeck ermordet aufgefunden.Der Tag der Tat war wie schon bei anderen Morden in der Region der 30. April.Das Ermittlerteam aus Elin Bertram, Thees Conrads und Richard Schlüter fragt sich was es mit dem Tag auf sich hat.Da der Tote als neuer Bundespräsident gehandelt wurde fragen sie sich auch, ob die Tat eventuell politisch motiviert war.

Schon nach kurzer Zeit bilden sich Parallelen zu anderen Morden die in den vergangen Jahren auch am 30. April-der Walpurgisnacht verübt wurden.Die neugegründete SOKO mit Namen Walpurgisnacht mietet sich in einem kleinen Hotel in Greetsiel ein,und ein hilfsbereiter Nachbar stellt ihnen mehrere PC’s zur Verfügung so das die Ermittlungen beginnen können.Auch wird das Team um zwei weitere Ermittler aufgestockt,was Richard Schlüter nicht so gefällt……

Die Autorin Carina Lund hat einen fließenden und spannenden Schreibstil.Mit ihren Cliffhänger wird es noch spannender auch die Beschreibung von Greetsiel nimmt sie den Leser mit in den spannenden Krimi-sehr gerne 5 Sterne.Ich bin auf weitere spannende Krimis mit den tollen Ermittler sehr gespannt.

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Nordseenächte Elin Bertram ermittelt

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Das Tränenhaus. Roman von Gabriele Reuter

Durch innere Stärke zur Verbundenheit mit anderen Frauen

„Das Tränenhaus“ wurde von Gabriele Reuter, die auch schon für ihr in den letzten Jahren neu aufgelegtes Werk „Aus guter Familie“ bekannt ist und zu ihrer Zeit eine sehr erfolgreiche Schriftstellerin war, im Jahr 1908 veröffentlicht. Das somit bald 120 Jahre alte Werk liest sich bis heute sehr unterhaltsam und interessant, gibt einen spannenden Einblick in historische Herausforderungen ungeplant schwangerer Frauen und regt zum Nachdenken über Selbstbewusstsein, Selbstbestimmung und Klasse an.

Die Hebamme Frau Uffenbacher, „die Uffenbacherin“, betreibt in der schwäbischen Provinz, abgelegen am Land, das „Tränenhaus“, ein Haus für ungewollt schwangere Frauen. In dieses können sie einziehen, bevor die ledige Schwangerschaft und die damit zu dieser Zeit verbundene Schande für alle öffentlich sichtbar wird, später ihr Kind gebären, es zu Pflegeeltern geben und später in ihr bisheriges Leben zurückkehren und so tun, als sei nichts gewesen.

Die meisten Mädchen und Frauen, die in diesem Haus landen, sind jung, unsicher und oft auch wenig gebildet, wurden von ihrem Liebhaber im Stich gelassen oder gar von einem Fremden vergewaltigt, ihre Familien schämen sich für sie oder wissen nichts davon. Nun ist ihr Selbstwert am Boden, sie haben die urteilende Sichtweise der Gesellschaft auf sie internalisiert und das Gefühl, sich verstecken zu müssen. Niedergeschlagen ordnen sie sich der hausführenden Hebamme und den dort geltenden Regeln komplett unter.

Nicht so Cornelie. Sie ist älter als die meisten anderen Bewohnerinnen, schon in ihren 30ern, intelligent, gebildet und selbstbewusst, hat als Schriftstellerin ihr eigenes Einkommen und ist zwar manchmal voll des Zornes auf den Kindesvater, und auch ihre Mutter soll nicht unbedingt zu früh von ihrer Schwangerschaft erfahren, aber insgesamt ist sie innerlich doch weit davon entfernt, sich zu schämen.

Sie freut sich auf ihr Kind und hofft, es werde ein Mädchen werden (wie ungewöhnlich für die damalige Zeit!) und sie will es behalten und selbst aufziehen. Zuerst einmal fühlt sie sich fremd im Haus der Uffenbacherin und auch den anderen Mädchen und Frauen, die so viel weniger gebildet und reflektiert wirken als sie selbst, kaum verbunden:

„Gewiss – das machte Cornelie zur Hauptbedingung, sie durfte in keinerlei Beziehung zu diesen anderen Damen gebracht werden, sie musste ganz einsam für sich leben können.“ (S. 25)

„Auch eine Welt – auch eine Welt – dachte Cornelie, als sie wachend auf ihrem Bette lag. Und sie hatte geglaubt, etwas vom Leben zu wissen – hatte sich vermessen, Urteile zu fällen, Rätsel zu lösen, Vergleiche zu ziehen. In die Einsamkeit hatte sie zu flüchten gemeint und war, wie in alten Märchen, gleichsam in Schlaf und Traum in ein anderes Leben hinabgesunken…“ (S. 28)

Warum sie sich irgendwelchen für sie unsinnigen Regeln unterordnen sollte, etwa, tagsüber nicht in der schönen Landschaft spazieren zu gehen, damit sie keiner sehe, das kann sie nicht verstehen. Und auch sonst bietet sie der Hebamme und auch den geltenden Sitten ihrer Zeit in vielen Bereichen die Stirn, steht mutig und selbstbewusst für sich und ihr Kind ein und ist damit auch den anderen Mädchen und Frauen ein Vorbild, denen sie sich Schritt für Schritt immer mehr annähert, Gemeinsamkeiten erkennt und sich mit ihnen solidarisiert.

Ich habe diesen wieder aufgelegten Klassiker sehr gerne gelesen. Das Buch ist unterhaltsam und humorvoll geschrieben und insbesondere Cornelie, aber auch einige andere porträtierte Mädchen und Frauen, waren mir sehr sympathisch. Es war interessant, einen so genauen Einblick in die schwierige Lage selbst finanziell einigermaßen gut gestellter ungeplant schwangerer Frauen in dieser Zeit zu bekommen.

Um die Sprechweise und soziale Klasse einiger aus ländlichen Regionen stammenden Bewohnerinnen sowie der Hebamme authentisch darzustellen, sind deren Äußerungen in einem Dialekt wiedergegeben, z.B. „I weiß auch nimmer recht, wie’s kumme is“ (S. 92) oder „Dem Annerle war meistens nit recht extra zumut.“ (S. 129). Ich als aus Österreich stammende Leserin hatte hier keinerlei Verständnisprobleme.

Gleichzeitig war vieles in diesem Buch erfrischend modern: Cornelie mit ihren Ansichten, an denen die anderen sich ein Beispiel nehmen. Aber auch die zunehmende Unterstützung, Verbundenheit und Solidarisierung unter den Frauen war ein schönes Beispiel, auch für die heutige Zeit.

Besonders spannend fand ich, dass auch das in der heutigen Zeit so aktuelle, aber damals ungewöhnliche Thema der Vereinbarkeit eines anspruchsvollen Berufs mit den körperlichen und psychischen Veränderungen, die mit Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett einhergehen, am Beispiel von Cornelie und ihrer schriftstellerischen Tätigkeit, mit der sie sich und ihr Kind auch finanziell versorgen kann, schon in diesem Buch Raum bekommt. Hier spürt man auch, dass mit Gabriele Reuter eine Frau schreibt, die weiß, wovon sie spricht: auch sie hat im Alter von 38 Jahren ledig eine Tochter bekommen und diese als Alleinerzieherin groß gezogen.

Bemerkenswert auch, wie viel Kraft Cornelie letztendlich aus der transformativen Erfahrung des Mutter-Werdens auch für ihre schriftstellerisch-schöpferische Tätigkeit ziehen kann und mit welchem Selbstbewusstsein sie als Mutter und Autorin in die Welt geht:

„Ihr Denken war reicher, ihre Erfahrungen tiefer, ihr Empfinden voller und reiner geworden in diesen Monaten der Erwartung, sie empfand es mit dem tiefen Glück, mit dem jeder starke Mensch sich wachsen fühlt. Nun legte das Bewusstsein der gewonnenen Kraft ihr eine Verpflichtung auf, der sie sich nicht mehr zu entziehen dachte. Nicht in die Einsamkeit galt es zu fliehen. Nein – dort, gerade dort, wo man sie früher gekannt, wo sie früher gelebt und gewirkt hatte, dort wollte sie mit ihrem Kinde weiterleben, arbeiten und wirken. Zeugnis musste sie ablegen für sich und für die anderen, denen sie sich durch unzerreißbare Bande verbunden fühlte. Zwingen musste sie die Menschen zur Achtung vor dem selbsterwählten Lebenslos, zu einer Anerkennung, die auch ihren verfolgten Schwestern zugutekommen sollte.“ (S. 171)

Insgesamt kann ich das Buch einer breiten Leserschaft wärmstens empfehlen: natürlich allen Frauen, insbesondere jenen, die sich für die Themen Schwangerschaft und Mutterschaft interessieren oder selbst davon betroffen sind.

Aber auch für Männer könnte diese spezifisch weibliche Thematik sehr interessant und vielleicht auch in manchen Bereichen augenöffnend sein, auch noch für die heutige Zeit, in der sich die Bedingungen ungeplant Schwangerer zwar in vielen Bereichen sehr verbessert haben und in unserer Weltengegend damit keine solche Schande mehr verbunden ist, aber dennoch nach wie vor Frauen die Hauptlast ungewollter Schwangerschaft tragen und viele Alleinerziehende (mehrheitlich Frauen) mit ihren Kindern unter der Armutsgrenze leben.

Danke, Gabriele Reuter, für dieses überzeugende Plädoyer für weibliche Kraft und Solidarität und für dieses Aufzeigen der unglaublichen Stärke, die eine selbstbestimmte Frau auch angesichts herausfordernder Umstände in sich tragen kann und sich von niemandem nehmen lassen muss. Danke an den Reclam Verlag dafür, dieses tolle Werk neu aufgelegt zu haben! Von dieser großartigen Autorin möchte und werde ich sicher noch mehr lesen.

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Das Tränenhaus. Roman

Rezensionen von dorli:

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Gesternwelten von Annie Bertram

Als wäre die Zeit stehen geblieben

In ihrem Bildband, „Gesternwelten - Memoiren des Verfalls“ präsentiert die Fotokünstlerin Annie Bertram großformatige Fotos von Lost Places und lädt den Betrachter ein, der faszinierenden Magie nachzuspüren, den diese verlassenen Orte ausstrahlen.

Annie Bertram wartet in diesem Band mit unterschiedlichen Themenbereichen auf.

Den Anfang machen Paläste und Villen, deren einstige Pracht trotz des Verfalls immer noch zu erahnen ist. Die Bilder der Ruinen haben einen ganz besonderen Charme, sie erzählen Geschichten, die ohne Worte auskommen. Es geht weiter mit Kirchen und Klöstern, deren ehemalige Erhabenheit immer noch präsent ist und beim Betrachten ein ehrfürchtiges Schaudern auslöst. Dann folgen Friedhöfe und Ruhestätten, die wie verwilderte Gärten wirken und eine märchenhaft-geheimnisvolle Atmosphäre ausstrahlen. Danach gibt es unterschiedliche Wracks zu bestaunen, die verrottet, zerfleddert und überwuchert wie gestrandete Überbleibsel aus einer fernen Zeit in der Landschaft ausharren. Der letzte Abschnitt widmet sich verwunschenen Rückzugsorten, die vermoost und efeuumrankt eine faszinierende Anziehungskraft ausüben. Erstaunlich, wie die Natur ihr Terrain zurückerobert.

Ich bin Seite um Seite beeindruckt von der Fülle und Vielfalt und kann mich gar nicht sattsehen an der Schönheit der vergangenen Lebenswelten. Es ist einfach großartig, wie die vielen Details von Annie Bertram eingefangen und ins richtige Licht gerückt wurden. Meine Augen wandern über die Fotos und bleiben immer wieder an den vielen Kleinigkeiten hängen, die wie Splitter aus vergangenen Zeiten auf mich wirken. Welches Schicksal hat die ehemaligen Bewohner wohl getroffen? Wohin sind sie so überstürzt verschwunden? Warum wurden so viele persönliche Gegenstände einfach zurückgelassen? Beim Betrachten der ausnahmslos sehr gelungenen Aufnahmen spürt man durchweg, dass an diesen vom Leben verlassenen Orten noch immer eine Seele wohnt. Zu gerne würde ich den Geheimnissen lauschen, die die alten Mauern zu erzählen haben.

„Gesternwelten - Memoiren des Verfalls“ ist ein qualitativ sehr hochwertiger Bildband mit beeindruckenden Fotos, die man immer wieder gerne anschaut. Ich habe die magische Entdeckungsreise zu den unterschiedlichen Lost Places sehr genossen.

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Gesternwelten