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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von M:

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Pina fällt aus von Vera Zischke

Mein Highlight in diesem Jahr

Die alleinerziehende Pina kümmert sich aufopferungsvoll und ganz allein um ihren etwas anderen Sohn Leo bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie auf der Straße zusammen bricht und damit das passiert, was der Titel sagt, Pina fällt aus. Die Autorin hat das Leben und die Schwierigkeiten von Pina und Leo sehr gut beschrieben, man kann sich gut vorstellen, wie das Leben der beiden abläuft und wie wichtig die kleinen Rituale für Leo sind.

Auch die anderen Personen der Geschichte, die im Haus Leben, ihre eigenen Probleme haben,sich aber in der Notsituation zusammen raufen, sind gut vorstellbar und die Autorin hat da ganz unterschiedliche Charaktere erschaffen. Trotz der nicht leichten Geschichte wird auch an vielen Stellen leicht und humorvoll erzählt. Ich bin nur so durch das Buch geflogen und am Ende etwas traurig, dass ich nicht erleben kann, wie es mit den einzelnen Personen weiter geht. Wer gerne lachen und weinen möchte und eine Geschichte mit Tiefgang und zum nachdenken mag, dem kann ich Pina fällt aus nur empfehlen.

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Pina fällt aus

Rezensionen von C. P.:

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Missing Page - Tödliche Worte von Katie Kento

Der spannendste und gefährlichste Schreibworkshop ever

Wart ihr schonmal auf einem Schreibworkshop? Also für mich war das mein erster Workshop dieser Art, den ich mit Toni besucht habe. Gemeinsam mit fünf weiteren jungen Schreibtalenten will die 17-jährige vom Bestsellerautor R. E. Giffard lernen, ihre Autorenskills zu verfeinern. Dafür sind alle extra auf das abgelegene schottische Anwesen des alten Kauzes gereist.

Okay, vielleicht hat Toni das ein oder andere Geheimnis im Gepäck, welches sie uns zunächst nicht verraten will. Mit dem plötzlichen Mord hat sie aber nichts zu tun, oder? ODER?!
Mit Toni als Ich-Erzählerin erlebt man gemeinsam, wie sich der ursprüngliche Workshop in ein Live-Cluedo-Spiel verwandelt. Die Anzahl der Tatverdächtigen bleibt mit den Workshop-Teilnehmenden und dem wenigen Personal überschaubar, ein mögliches Motiv könnte nach einigem Recherchieren jede Person haben. Selbst Toni wird verdächtigt, aus gewissen Gründen. Und trotzdem muss hier mindestens eine Person falsch spielen.
Der Jugenthriller entwickelt sich schnell zu einem kniffligen Fall, in welchem der Täter sich unentdeckt inmitten der Gruppe befindet. Mehrere Wendungen, Entdeckungen und Erkenntnisse sorgen für abwechslungsreiche Spannung und von Tag zu Tag steigt die Gefahr für Toni, vielleicht das nächste Opfer zu werden. An ihrer Seite ermittelt George, ein weiterer Teilnehmer, doch kann sie ihm wirklich vertrauen?
Schon das Setting ist schräg, das alte Anwesen hätte als Kulisse für einen Horrorfilm herhalten können. Dank einer Skizze von Toni findet man sich beim Lesen im Anwesen recht gut zurecht. Weitere Notizen von Toni sowie Schreibübungen der Gruppe sind ebenfalls abgedruckt, ob hilfreich oder nicht gilt herauszufinden. Die Charaktere sind ziemlich verschieden, insbesondere die sechs Workshop-Teilnehmenden konnte ich schnell unterscheiden, während das Personal erst etwas später in den Fokus rückte.
Mich konnte der Jugendhriller auf voller Länge überzeugen. Der Fall ist knifflig, emotional mitreißend und bietet einiges an Überraschungen.

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Missing Page - Tödliche Worte

Rezensionen von HEYN Leserunde, Harald Schellander :

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Die Namen von Florence Knapp

Über die eigenen Schatten springen

Ein einfacher Titel, eine Ausgangssituation, drei komplexe Geschichten … und eine große Marketingkampagne. Der Aufwand, der rund um den Debütroman „Die Namen“ der Britin Florence Knapp betrieben wird, schreckt mich eher ab. Da war in ähnlich gelagerten Fällen in den letzten Jahren oft nur heiße Luft dahinter.

Nach dem ersten Kapitel will ich das Buch eigentlich nicht mehr lesen. Die Schilderung häuslicher Gewalt in der Familie, um die sich in diesem Roman alles drehen wird, ist wie ein Schlag in die Magengrube. Das bessert sich auch in den folgenden beiden Kapiteln nicht. So kann es doch nicht die ganze Zeit weitergehen, denke ich mir, und lasse mich dann doch hineinziehen in dieses Gedankenkonstrukt, das viele Fragen aufwirft über sich und das eigene Leben. In welche Familie hast du das Glück oder Unglück hineingeboren zu sein? Was wird dir an Liebe, Zu- oder Abwendung mitgegeben? Gilt es, sich zu fügen oder zu befreien? Wird dir Hilfe angeboten und wenn ja, kannst du sie erkennen und annehmen? Welche Abzweigungen an den Wegkreuzungen des Lebens nimmst du und wohin führen sie dich? Zum Schluss steht für mich fest: Das Buch ist die Bewerbung wert. Manchmal lohnt es sich doch, über die Schatten der eigenen Lesegewohnheiten zu springen …

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Die Namen

Rezensionen von Lulu24:

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Eine Oma für alle Fälle von Christian Wichmann

Ansteckende Lebensfreude!

Christian Wichmanns Buch ‚Eine Oma für alle Fälle‘ könnte auch den Titel tragen ‚Paradies-Vogel-Oma trifft kleinen Nerd‘! Grundschüler Edgar ist ein kleiner Pedant, liebt die Ordnung und seinen durchstrukturierten Alltag. Doch dann zieht Frau Koschitz ein, bunt wie ein Paradiesvogel, chaotisch und voll ansteckender Lebensfreude!

Es macht einfach Spaß, Edgars wachsende Begeisterung für Frau Koschitz‘ fröhliches und unvernünftiges Treiben mitzuerleben.

Es ist bei weitem nicht alles realistisch, aber phantasievoll, lustig und alles andere als alltäglich! Und die Schilderungen sind so mitreißend, dass die jungen Leser einfach das Gefühl haben müssen, mittendrin und dabei zu sein.

Die fröhlich-bunten Illustrationen von Julia Christians passen super zur Gute-Laune-Atmosphäre und veranschaulichen das Erzählte perfekt. Zum Vorlesen ab 6 Jahren ist dieses Buch perfekt, zum Selbstlesen für etwas ältere Grundschulkinder anspruchsvoll, aber durch das hohe Tempo und den Spaßfaktor auch sehr motivierend!

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Eine Oma für alle Fälle

Rezensionen von Island :

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Keeping it casual von Karina May

Unverbindlich

Bei diesem Roman haben mich der modern formulierte Titel und die Covergestaltung direkt angesprochen und auch der Klappentext hat mein Interesse geweckt. Auch den Schauplatz Australien fand ich interessant.

Im Mittelpunkt der Handlung steht zunächst Maxine, die vor kurzem erfahren hat, dass sie einen Tumor im Kopf hat und operiert werden muss und kurz nach der Diagnose auch noch von ihrem Freund betrogen wird.

Sie zieht daraufhin bei ihrer Freundin Alice ein und lässt sich von ihr überreden, sich bei Tinder anzumelden. So lernt sie Johnny kennen, der gleich schreibt, dass er sich nicht binden will. Sie schreiben nur und treffen sich nicht, verstehen sich aber überraschend gut und beschließen, getrennt voneinander die Rezepte aus dem "heiligen" Familienkochbuch von Max Exfreund nachzukochen. Das lenkt Max von ihrer riskanten OP ab, die aber doch immer näher rückt.

Die Grundidee hinter dem Roman hat mir sehr gut gefallen, dass nicht alles eitel Sonnenschein ist, die Protagonistin nicht nur verlassen wird, sondern auch mit ernsthaften gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, sorgt für zusätzlichen Tiefgang. Max ist mir auch sehr sympathisch. Johnny ebenfalls und die Idee, dass sie sich nicht treffen, sondern diese Koch-Challenge ins Leben rufen, gefällt mir gut. Auch der Schreibstil ist modern und gut lesbar und stellenweise trotz manch ernster Themen auch humorvoll. Der Aufbau der Handlung hat mich jedoch nicht so überzeugen können, die mittlere Passage passt für mich nicht so recht zur Geschichte insgesamt, ich hätte es besser gefunden, wenn der Fokus stattdessen noch mehr auf den restlichen Unterthemen und Personen gelegen hätte. Am Ende sind noch Rezepte angefügt, die eine Verbesserung der Rezepte aus dem Familienkochbuch darstellen sollen, wie Max und Johnny sie optimiert haben. An sich eine nette Idee, für mich persönlich aber kein zusätzlicher Gewinn, da fast alle Tierprodukte in größeren Mengen enthalten. Das ist sicher Geschmackssache, andere Leser:innen können wahrscheinlich mehr damit anfangen und schätzen dieses Feature.

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Keeping it casual

Rezensionen von Sina:

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Half His Age von Jennette McCurdy

Missbrauch und Machtgefälle

Mit „Half his age“ bekommen wir nach ihrem Memoir „I’m glad my mom died” nun das Romandebüt von Schauspielerin Jennette McCurdy vorgelegt.

Im Fokus der Geschichte steht die 17-jährige Schülerin Waldo. Waldo ist ohne Vater und dafür mit ständig wechselnden Partnern ihrer Mutter in eher ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen.

Das Geld, welches sie für das Jobben bei Victorias Secret verdient, gibt sie beim exzessiven Online-Shopping wieder aus. Mit Gleichaltrigen kann sie nicht viel anfangen und die einzige Freundin, die Waldo hat, versucht ihr eigenes Ego an ihr aufzupolieren. Als Waldo ihren Lehrer für Kreatives Schreiben zum ersten Mal erblickt, spürt sie direkt eine tiefe Verbindung zu dem 40-jährigen Mann. Schnell entwickelt sich aus einer anfänglichen Schwärmerei eine starke Obsession und letztendlich auch ein Verhältnis zwischen den beiden.

Als Hauptfigur ist Waldo - wenn auch, oder gerade wegen ihrer Fehler - sehr authentisch. Ihr Innenleben ist komplex und mitunter auch ziemlich reflektiert dargestellt, dennoch handelt sie oft widersprüchlich, was gerade im Kontext ihres Alters durchaus nachvollziehbar ist.

McCurdys Schreibstil ist hier klar und sachlich, sehr explizit und mitunter ziemlich vulgär.
Stellenweise war die Handlung etwas repetitiv und zu sehr auf Schockmomente ausgerichtet. Es steht außer Frage, dass McCurdy mit ihrem Roman provozieren will und ich verstehe auch die Intention dahinter, dennoch war es mir an einigen Stellen einfach too much und hatte in meinen Augen keinen Mehrwert.

Trotz meiner Kritikpunkte kann ich das Buch zumindest eingeschränkt empfehlen. Für mich war es zwar kein Highlight aber das Thema ist wichtig. Wer sich nicht an vulgärer Sprache stört, wird es wertschätzen können.

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Half His Age

Rezensionen von Ryria:

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Little Hollywood von Inga Hanka

Ende, Neubeginn und der Sommer dazwischen

Wir befinden uns im Sommer von 1999: Leo hat gerade ihr Abi gemacht, nun bleibt ein letzter Sommer zwischen Kindheit und erwachsen werden, ein Sommer um zu entscheiden, wo das Leben sie hinführen soll.
Wir als Leser dürfen sie in diesem Sommer begleiten, es ist nur eine Momentaufnahme ihres Lebens, was sich auch auf die ganze Erzählung auswirkt.

Statt ihre ganze Geschichte zu verfolgen erhalten wir nur einen kleinen Einblick, statt aufregenden Ereignissen und Spannung setzt die Autorin auf die Atmosphäre und zarte Gefühle.

Die Perspektive ist auf Leo als Ich-Erzählerin beschränkt, durch kluge Beobachtungen und Beschreibungen werden aber auch die Gefühle der Nebencharaktere gut dargestellt. Hiervon gibt es auch nur eine überschauliche Menge, sodass man sich besser auf ihre Beziehungen zu Leo fokussieren kann.
Besonders gut gefallen hat mir die langsame Entwicklung der Liebesgeschichte.
Es wurde sehr authentisch dargestellt, ohne es zu überstürzen oder künstliches Drama. Eine Sache war für mich jedoch ein wenig unnötig bzw. manchmal mochte ich die Aktionen der Charaktere nicht wirklich.
Dafür wurden verschiedene Beziehungen behandelt, zu den Eltern, zum Bruder und auch zu Freunden, was ich gerne gelesen und verfolgt habe.

Generell fand ich den Schreibstil sehr schön, manche Abschnitte habe ich auch doppelt gelesen und die Worte auf mich wirken lassen.
Auch der Nostalgie-Faktor wurde getroffen: Ich war zwar noch wesentlich jünger als die Protagonisten, aber habe sehr vieles aus der damaligen Zeit wiedererkannt und mich in das Lebensgefühl zurückversetzen können.
Dazu wurde die Thematik rund um Kinofilme passend in die Handlung eingebaut, stand aber nicht im Fokus.
Es gab zwischendurch mal manche Abschnitte, die sich ein wenig gezogen haben, insgesamt war es aber ein schönes nostalgisches Leseerlebnis mit einer Coming of Age Story.

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Little Hollywood

Rezensionen von Lydia_Te:

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Ich erzähle von meinen Beinen von Cornelia Travnicek

Leicht wie eine Feder

Beim lesen habe ich mich gefragt, wie der Titel zum Buch passt. Jetzt am Ende, während ich die Geschichte in meinem Kopf nochmal Revue passieren lasse, ist es ganz eindeutig.
Die Geschichte dreht sich zu Beginn um Wallys Tochter - Vallie. Bei ihr wird ADHS diagnostiziert. Schnell aber dreht sich die Geschichte und Wally rückt in den Mittelpunkt.

Wie es ihr selbst geht, wenn der Tag zu wenige Stunden hat. Warum sie das Thema ADHS ganz besonders beschäftigt. Aber auch ihr Ehemann und ihre Tochter spielen im Roman weiterhin eine wichtige und tragende Rolle.
Cornelia Travnicek schafft es, ernste Themen wie ADHS, Familie, Beziehung, Freundschaft in einem Roman mit knapp 400 Seiten zu packen, ohne das es dabei überladen wird oder zu viel wirkt.
Zu Beginn hatte ich etwas Respekt vor der Seitenanzahl, aber ich bin nur so durch den Roman geflogen und wollte immer mehr lesen.
Ihr Schreibstil und die Sprache sind sehr gut lesbar und verständlich.
Ganz besonders gut gefallen hat mir der Schriftsatz. Man ist es gewohnt das die Seiten voll bedruckt sind. Nicht aber hier. Manchmal reicht ein kurzer Satz für eine ganze Seite, ganz unten, am Rand, rechtsbündig. Und alles ist gesagt.
Cornelia schafft es dadurch, dass diese einprägsamen Sätze einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

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Ich erzähle von meinen Beinen

Rezensionen von nessabo:

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Der Fährmann von Regina Denk

Ein sprachlicher und inhaltlicher Donnerschlag, der mich noch immer festhält

Ich schreibe diese Rezension drei Wochen nach Ende der Lektüre und mein Körper reagiert beim Hineindenken direkt wieder intensiv auf die Geschichte. Mit historischen Romanen hab ich sprachlich oft meine Schwierigkeiten, aber Regina Denk ist nun schon wiederholt so positiv besprochen worden, dass ich ihrem neuen Werk gern eine Chance geben wollte.

Und diese hätte gar nicht besser genutzt werden können!

Denk beherrscht ihr Handwerk auf schlicht bemerkenswerte Weise. Sie schafft sprachlich eine dichte Atmosphäre, der sich ihre Leser*innen unmöglich entziehen können. Dabei trifft sie nicht nur den Ton dieser Zeit mit bewundernswerter Präzision, sondern transportiert auch zwischen den Zeilen eine Fülle an Details und Emotionen.

Die Geschichte ist dabei alles andere als leicht und in ihrer Danksagung bzw. auf Social Media erklärt Denk auch, warum sie sich für diese in jedem Sinne gewaltige Erzählung entschieden hat. Ich habe übrigens erst nach dem Lesen erfahren, dass sie mit dem Titel in Kontrast zum Inhalt (der sich weniger um Männer als um die Frauen dreht) auch schon eine politische Botschaft vermitteln will. Denn wem wird am ehesten eine Heldenrolle zugeschrieben, unabhängig von der tatsächlichen Leistung?

Und das führt sie makellos auf 380 Seiten fort. Sie bleibt als Autorin zwar im Hintergrund, aber ich habe immer wieder ein gutes Gefühl dafür bekommen, was ihre Meinung zu Dingen wie Krieg, Militärdienst, Nationalismus und patriarchale Prägung ist. Diesen Bogen so elegant zu schlagen zwischen einer historischen Geschichte und allem, was heute in ähnlicher Weise wieder oder immer noch Relevanz hat, zeugt von purem Talent.

Die Handlung ist spannend gestrickt und wechselt in gutem Tempo zwischen den vier Figuren mit einem starken Fokus auf die Frauen der Geschichte. Ihre Resilienz, Solidarität und Beständigkeit haben mir viel abverlangt - vor allem aber die Gewalt, die sie erfahren.

Und das ist für mich wirklich der einzige Grund, aus dem ich nicht mit vollen 5 Sternen bewerte. Ich kann total verstehen, warum Regina Denk hier auch explizit geworden ist. Mich hat es aber besonders am Ende schlicht ein wenig überfordert. Die Intensität ist enorm, was allerdings auch dazu führt, dass ich die Geschichte nicht mehr vergessen werde. Deshalb verbleibe ich mit einer unbedingten Empfehlung und dem Hinweis, sich zu wappnen. Diese Autorin hat einen Platz auf allen Bühnen dieser Welt verdient - schaut sie euch an, auch wenn ihr mit historischen Settings wie ich vielleicht gar nicht so viel anfangen könnt.

4,5 Sterne

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Der Fährmann

Rezensionen von lanaliest:

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Mit anderen Augen von Jane Tara

Unsichtbare Frauen

Jane Tara geht in diesem Buch auf unkonventionelle Art und Weise an weibliche alltägliche Lebensrealität heran.
Schon der Klappentext zeigt eindeutig, auf was die Autorin hinauswill … Frauen im mittleren Alter „verschwinden“ aus dem Sichtfeld der Gesellschaft, im Berufsleben wie im Privaten.

Ich finde es toll, dass die Autorin dieses Thema als physische Realität aufgreift … ein für mich ganz neuer Ansatz.
Ich bin zwar noch nicht ganz im mittleren Alter, aber ich kann mich total mit der Protagonistin identifizieren. Frauen kümmern sich tagtäglich um ihre Familien, stellen deren Wünsche und Bedürfnisse an die erste Stelle und vergessen darüber ihre eigenen Bedürfnisse und Sehnsüchte und verlieren sich schließlich selbst, können ihr eigenes Befinden gar nicht mehr wahrnehmen … Bin ich eigentlich glücklich? Was tut mir gut? Was wünsche ich mir? Genauso geht es Tilda, einer erfolgreichen Unternehmerin, Mutter von zwei Töchtern, die ihre beruflichen Ziele erfolgreich umsetzen, Ex-Frau eines Mannes, der sie immer nur runtergemacht hat. Und genau hier setzt die „Therapie“ der Autorin an … wieso wird eine attraktive, intelligente Frau mit künstlerischen Ambitionen, die mit einer ihrer Freundinnen ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut hat, plötzlich unsichtbar? Die Autorin beleuchtet in dem Buch mehrere Ursachen dieser „Krankheit“ und gibt auch gleich Tipps, wie man lernen kann, diese Ursachen zu bekämpfen. So gesehen ist dieses Buch nicht nur ein Roman, sondern vielleicht sogar ein bisschen Selbsthilfebuch … wenn es die Leserin/der Leser zulässt.
Das Cover ist nicht besonders auffällig oder stylish, aber es passt zum Text. Für mich zeigt es, wie eine Frau die Vorurteile, die sie sich selbst gegenüber hat und die ihr seit Kindertagen eingeimpft und immer wieder vor Augen geführt wurden, beiseiteschiebt und endlich einen klaren Blick auf ihr eigenes unverstelltes Selbst werfen kann … sich selber „mit anderen Augen“ sieht.
Außerdem finde ich es toll, dass die Freundschaft zwischen Tilda, Ali und Leith so herausgestellt wird und die Leserin ganz intensiv spürt, wie wichtig Frauenfreundschaften sind und welchen positiven Einfluss sie auf unser Wohlbefinden haben.
Die Figuren wirken authentisch … alles, was sie tun, wie sie miteinander umgehen und reden, was sie alles miteinander teilen, finde ich sehr gelungen und aus der Realität gegriffen.
Womit ich mir anfangs etwas schwergetan habe (so wie Tilda auch), ist der esoterische Touch, den vor allem Leith in die Geschichte mitbringt. Aber mit der Zeit habe ich gelernt, diese Aspekte auf mich wirken zu lassen und ihnen vielleicht ja etwas abzugewinnen, schließlich geht es in dem Buch auch darum „mal was ganz anderes auszuprobieren“.
Was ich auch schade fand und meiner Meinung nach die weibliche Stärke, die im Buch deutlich wird, etwas geschmälert hat, war die Tatsache, dass auch ein neuer Mann eine Rolle gespielt hat … wäre für mich persönlich entbehrlich gewesen.
Der Aufbau des Buches und der Kapitel hat mir gut gefallen. Bis auf ein paar Rückblenden verläuft die Geschichte chronologisch und es gibt keine komplizierten Herausforderungen beim Lesen. Besonders mochte ich die Zitate, die am Anfang jedes Kapitels stehen … immer eine kleine Inspiration und ein Ausblick auf das folgende Kapitel.
Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil und das Buch ist flüssig zu lesen. Jane Tara schreibt sehr bildhaft … ich konnte mir alles lebhaft vorstellen, wie ein innerer Film sozusagen ????.
Mein Fazit: Tolles Buch für Frauen, die ihr Inneres näher erkunden und sich mit anderen Augen möchten … und keine Probleme mit etwas Esoterik haben.

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Mit anderen Augen