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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Shilo:

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Lehm an meinen Schuhen von Monika von Bothmer

Bewegende Themen, aber ein holpriger Lesefluss

Marie hat ihr Leben längst in feste Bahnen gelenkt. Auf der Insel kreuzt jemand aus früheren Zeiten ihren Weg. Dadurch rücken Erlebnisse wieder in den Vordergrund, die lange keine Rolle mehr gespielt haben. Nach und nach ergeben einzelne Erinnerungen, Gespräche und Familiengeschichten ein größeres Bild.

Viele Figuren richten ihr Leben nach dem aus, was von ihnen erwartet wird. Eigene Pläne geraten dabei nicht selten in den Hintergrund. Gerade die Frauen der Familie tragen Entscheidungen mit sich, die oft Jahre oder sogar Jahrzehnte zurückliegen.
Die Geschichte wechselt regelmäßig zwischen unterschiedlichen Jahren und Lebensabschnitten. Anfangs braucht es etwas Zeit, um sich zurechtzufinden, doch mit jeder weiteren Station fügen sich die einzelnen Teile besser zusammen. So entsteht nach und nach ein Eindruck davon, wie eng die verschiedenen Generationen miteinander verbunden sind.
Zum Hofleben, zur Familie und zu alten Konflikten erfährt man vieles eher nebenbei. Oft sind es kleine Bemerkungen oder Erinnerungen, die Zusammenhänge verständlicher machen. Das wirkt stellenweise angenehm zurückhaltend und überlässt dem Leser eigene Gedanken.
Beim Lesen gibt es jedoch immer wieder Unterbrechungen. Die plattdeutschen Dialoge gehören zwar zur Geschichte und passen zur Umgebung, haben den Lesefluss hier aber deutlich erschwert. Da die Übersetzungen erst am Ende des Buches stehen, war häufiges Nachschlagen nötig. Gerade in längeren Gesprächen hat das immer wieder aus der Handlung herausgeführt.
Manche Figuren bleiben länger im Gedächtnis als andere. Manche Szenen bleiben ebenfalls hängen, weil sie zeigen, wie lange bestimmte Ereignisse nachwirken können. An anderen Stellen zieht sich die Geschichte etwas und verliert an Tempo.
An mehreren Stellen wird deutlich, wie stark die Familie das Leben der einzelnen Personen bestimmt. Das betrifft nicht nur Marie, sondern auch andere Angehörige über verschiedene Generationen hinweg. Dadurch ergeben sich immer wieder Situationen, in denen persönliche Wünsche und familiäre Erwartungen aufeinandertreffen.
Besonders die älteren Familiengeschichten tragen dazu bei, die Menschen besser zu verstehen. Gleichzeitig erreichen nicht alle Abschnitte die gleiche Wirkung. Zusammen mit den häufigen Unterbrechungen durch die plattdeutschen Dialoge entsteht dadurch ein eher wechselhafter Leseeindruck.
Der Roman hatte für mich gute Momente, hat mich aber nicht durchgehend mitgenommen. Vor allem die vielen Unterbrechungen beim Lesen haben dazu beigetragen. Deshalb reicht es am Ende für solide 3 von 5 Sternen.

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Lehm an meinen Schuhen

Rezensionen von Havers:

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Ein unglücklicher Tod von Peter Grainger

Ein würdiger Nachfolger für Inspektor Morse

„Ein unglücklicher Tod“ ist der Auftaktband der ursprünglich im Eigenverlag veröffentlichten, mittlerweile 17-bändigen Reihe mit DC Smith. Smith ist ein sympathischer Protagonist, ein gewitzter Ermittler mit Vergangenheit, ein Dinosaurier, der in seinem Berufs- und Privatleben nicht nur Erfolge sondern auch Niederlagen zu verbuchen hat.

Verortet ist die Reihe in Norfolk, East Anglia, was der Autor aber nicht zum Anlass nimmt, die Story mit ellenlangen Landschaftsbeschreibungen aufzublähen. Ganz im Gegenteil.

Grainger legt seinen Fokus zum einen auf die akribische Ermittlungsarbeit, zum anderen auf die Beschreibung des Protagonisten, sein zwischenmenschliches Agieren und den moralischen Kompass, der Smith während seiner beruflichen Laufbahn weniger Applaus als vielmehr misstrauische Blicke der Kollegen und Vorgesetzten, samt einer beruflichen Degradierung (die ihn aber weiter nicht kratzt) eingebracht hat.

So auch im Todesfall des ertrunkenen Teenagers, mit dem er beauftragt wird. Eigentlich nur eine Überprüfung, Routine, aber dann entdeckt Smith einen ungewöhnlichen Abdruck auf der Leiche. Gemeinsam mit Watts, einem Anfänger, (Sohn eines ehemaligen von ihm sehr geschätzten Kollegen), der ihn unterstützen soll, beginnt er zu ermitteln. Eine Erkenntnis reiht sich an die nächste, und schließlich landen sie bei einem Verbrechen, das während des bosnischen Genozids begangen wurde und dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.

Ein sympathischer Protagonist mit Ecken und Kanten, ein klassischer, englischer Polizeiroman, der sich auf die Ermittlungsarbeit konzentriert, die moralischen Konsequenzen, die ein Verbrechen nach sich zieht, betrachtet und auf schmückendes Beiwerk weitestgehend verzichtet.

Kennt und schätzt ihr die Inspektor Morse Romane von Colin Dexter? Dann solltet ihr unbedingt zu Peter Graingers DC Smith Krimis greifen. Nachdrückliche Empfehlung meinerseits!

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Ein unglücklicher Tod

Rezensionen von Anno:

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National Geographic Kids - Abenteuer einer Wildtierärztin von Gabby Wild

Der Berufswunsch steht nun fest

Löwen haben weiße Flecken unter den Augen um besser sehen zu können, der Beutel eines Wombats öffnet sich genau anders herum und Tapire gehen gern im Wasser auf Toilette. Die Streifen eines Tigers bleichen mit der Zeit aus und Pandas besitzen sogar eine extra Zehe- ist das nicht alles unglaublich faszinierend?!
Nichts davon war und zuvor bekannt und so lasen wir das Buch mit immer größer werdender Begeisterung.

Mein Kind liebt Tierdokus und besonders welche, die sich um Tierärzte dreht. Dieses Buch reiht sich da sehr schön ein. Der Vibe ist ein ähnlicher und man bekommt tatsächlich einen schönen, sehr abwechslungsreichen Einblick in das Leben einer Wildtierärztin. Hierbei geht es aber weniger um mögliche Operationen, der Fokus ist vielmehr auf die Tiere selbst gerichtet, ihre Besonderheiten und ihrem Zustand als Art- auch wie Menschen deren Existenz bedrohen. Durch kleine begleitende Anekdoten oder Infos wird jedoch auch ein recht persönlicher Eindruck aufrecht erhalten und Wissen zu Behandlungen und Krankheiten weitergegeben. Gegen Ende des Buchs geht die Autorin sogar noch auf den Berufswunsch vieler Kinder „Tierarzt“ ein und nennt auch hierfür Tipps, wie sich dieser auch verwirklichen lässt.

Ob Gestaltung, Inhalt oder Herangehensweise- dieses Buch ist wirklich toll gemacht, und durch den Blick einer Tierärztin auch etwas ganz besonderes.

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National Geographic Kids - Abenteuer einer Wildtierärztin

Rezensionen von Anno:

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National Geographic Kids - Lexikon der Meere von Christina Wilsdon

Mama, wusstest du das?

Gigantisch, dieses Buch! Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man so begeistert von etwas ist, das man kaum mehr davon loskommt? Das erlebe ich gerade mit diesem Buch. Meine Tochter liest und blättert in jeder freien Minute darin. Und ja, ich kann es verstehen, denn es ist wirklich ungeheuer toll. Die Aufmachung ist klasse- farbig, sehr ansprechend und voller beeindruckenden Bilder.

Aber ein Highlight ist eben auch das vielfältige Wissen, das hier den jungen Lesern vermittelt wird. Man lernt enorm viel über den Ozean- nicht nur Grundlagen, sondern auch einiges über die Besonderheiten und Unterschiede der einzelnen Meere und was in ihnen zu finden ist. Man trifft hier auf die verschiedensten Lebewesen, aber man erfährt auch wie es zu Gezeiten kommt, wie Inseln entstehen und noch vieles mehr. Selbst die Forschung und wie Menschen das Bild des Ozeans beeinflussen ist Teil dieses Buchs.
Wie ihr seht, ist das alles ganz schön umfangreich, was sich auch auf das physische Gewicht niederschlägt. Aber mit abgelegtem Buch liest es sich sowieso viel besser…
Als Texte gibt es längere, einleitende, sowie ganz kurze, die oft von einem Bild begleitet werden. Je nach Interesse und Leseausdauer findet somit jeder etwas in diesem Werk, das ihn zum Staunen bringt. Und einmal rein geschnuppert gibts dann eh bald darauf kein Halten mehr.

Meine Tochter nutzt dieses Buch ausschließlich zum Vergnügen und dem Wissensaufbau aus eigenem Antrieb. Besonders aber in Sachen Grundlagen sehe ich hier aber auch Potential als Nachschlagewerk und Ergänzung zu schulischen Inhalten.

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National Geographic Kids - Lexikon der Meere

Rezensionen von Anno:

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Frühstücksliebe von Sofia Kostner; Birgit Mair am Tinkhof

Von Tristesse zu mehr Vielfalt

Mit der Zeit schlich sich bei uns etwasTristesse auf den Frühstückstisch. Es gab irgendwann nur noch eine Handvoll Gerichte, es musste schnell gehen und ja, irgendwie war es auch lieblos. Mich hat es irgendwann selbst genervt, kam aber nicht aus diesem Trott. Dass ich dann dieses Buch in die Hände bekam, war wirklich ein Glücksfall.

Es hat mir so viele neue Anregungen gebracht- besonders in Sachen Granola, Overnight Oats und Porridge. Das Buch enthält aber auch Brot und Brötchenrezepte und auch herzhafte Gerichte. Und das Beste daran: Es ist alles glutenfrei, ohne Verzicht üben zu müssen. Denn alle Gerichte basieren auf Grundlage von Hafer, Buchweizen, Mohn und Nüssen, was einerseits gut sättigt, aber auch deutlich gesünder ist als ein Frühstück aus hochverarbeiteten Mehlen.

Als Hilfsmittel im Buch ist der Thermomix zwar allgegenwärtig, besonders für die Herstellung von Nussmuse, trotzdem ist dieser für die Gerichte nicht zwingend notwendig. So wurde z.B. für jedes Gericht immer zweierlei Herstellungsverfahren angegeben- einmal mit TM und einmal klassisch ohne.

Generell bedarf es für die Gerichte zwar mehr Vorbereitung und Organisation, doch das ist es mir definitiv wert. Alles was ich bisher getestet hab, kam super in meiner Familie an. Ich bekam sogar Zucchini in meine Kinder und ich habe auch das Gefühl, dass wir uns mit diesem Buch deutlich ausgewogener und abwechslungsreicher ernähren. Unser Frühstück hat sich seither jedenfalls deutlich geändert.

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Frühstücksliebe

Rezensionen von bine525:

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Die Weisheit der Esel von Andy Merrifield

EINE PHILOSOPHISCHE WANDERUNG MIT EINEM ESEL – ATMOSPHÄRISCH, ABER NICHT FÜR JEDEN LESER

Andy Merrifield nimmt seine Leser mit auf eine besondere Reise durch die friedvolle Landschaft der Auvergne – begleitet von seinem geliebten Esel Gribouille. In ruhigem Tempo schildert er die gemeinsame Wanderung, beschreibt die Natur eindrucksvoll und führt immer wieder gedankliche Gespräche mit seinem tierischen Begleiter.

Dabei wird deutlich, wie tief seine Verbundenheit zu Eseln ist und wie sehr er deren Sanftmut, Gelassenheit und Klugheit schätzt. Das Buch ist jedoch weit mehr als eine Reiseerzählung. Es ist stark philosophisch geprägt und enthält zahlreiche historische, literarische und kulturelle Bezüge rund um den Esel. Merrifield hinterfragt dabei auch seine eigene Weltanschauung und gelangt zu der Erkenntnis, dass Esel keineswegs störrisch sind, sondern besonnene, intelligente Tiere, von denen wir Menschen durchaus mehr lernen könnten – etwa Geduld, Achtsamkeit und Entschleunigung. Genau dieser philosophische Ansatz konnte mich allerdings nicht überzeugen. Nach den ersten Seiten war ich noch voller Hoffnung, dass mich die Geschichte in ihren Bann ziehen würde. Ich hatte eine warmherzige, lebensnahe Erzählung erwartet – vielleicht vergleichbar mit der poetischen Leichtigkeit von Der kleine Prinz. Stattdessen entwickelt sich das Buch zunehmend zu einer essayistischen Betrachtung mit vielen literarischen Verweisen und philosophischen Exkursen. Dadurch wirkte die Handlung auf mich stellenweise langatmig und zu ausufernd. Anstatt selbst zur Ruhe zu kommen und die entschleunigende Wirkung der Wanderung mitzuerleben, empfand ich die vielen gedanklichen Abschweifungen eher als ermüdend. Dennoch bleibt die große Liebe des Autors zu seinem Esel auf jeder Seite spürbar und verleiht dem Buch eine besondere Authentizität. Wer Freude an philosophischen Betrachtungen, literarischen Bezügen und einer sehr ruhigen Erzählweise hat, dürfte hier viel entdecken. Wer hingegen – so wie ich – eher eine erzählerische Geschichte mit emotionalem Fokus erwartet, könnte sich schwerer damit tun. Fazit: Ein ungewöhnliches Buch über Mensch, Tier und die Kunst der Entschleunigung, das mit seiner tiefen Wertschätzung für Esel beeindruckt. Für philosophisch interessierte Leser sicherlich bereichernd – für mich jedoch insgesamt zu theoretisch und ausschweifend, sodass die eigentliche Reise leider an Wirkung verlor.

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Die Weisheit der Esel

Rezensionen von Island :

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Pina fällt aus von Vera Zischke

Bis nichts mehr geht

Das Cover dieses Romans zeigt eine Frau, die stark wirkt, aber zugleich auch irgendwie erschöpft. Das trifft auch auf die Protagonistin Pina zu. Sie ist alleinerziehende Mutter des 20-jährigen Leos, der auf dem Papier erwachsen ist, aber wohl nie ein eigenständiges Leben führen können wird. Pina hat deshalb ihr ganzes Leben nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet, geht nie mit den Arbeitskolleginnen aus und findet kein Zeitfenster für Arzttermine, wenn es ihr schlecht geht.

Lediglich einmal pro Woche passt die über 80-jährige Nachbarin Inge kurz auf Leo auf, damit Pina für Inge und ihren eigenen kleinen Haushalt einkaufen gehen kann. Nach einem dieser Wocheneinkäufe bricht Pina dann zusammen und landet auf der Intensivstation. Ihre Nachbarn, Inge, die sechszehnjährige Tochter des Vermieters Zola und der Eigenbrötler Wojtek müssen sich nun notgedrungen um Leo kümmern, was kein einfaches Unterfangen ist.

Der Autorin ist es in diesem Roman sehr gut gelungen, zu zeigen, wie fordernd Care-Arbeit ist, dass Eltern und vor allem alleinerziehende Mütter von beeinträchtigten Kindern quasi ihr komplettes restliches Leben wenig Zeit haben, auch mal auf sich und ihre Gesundheit zu achten. Wie die Hausgemeinschaft, die eigentlich gar keine Gemeinschaft ist, sich in dieser Notsituation dann doch zusammenrauft, hat mir auch gut gefallen. Natürlich ist das nicht vollkommen realistisch, dass man sie mit dem Jungen vollkommen allein lässt, aber so kann man gut den Wandel miterleben, den Leo bei diesen drei sehr unterschiedlichen Charakteren, die alle auch ihr Päckchen zu tragen haben, bewirkt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr anschaulich und angenehm zu lesen. Ich konnte mich gut in die Situation im Haus und die verschiedenen Personen hineinversetzen. Gerne würde ich noch weitere Romane von Vera Zischke lesen.

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Pina fällt aus

Rezensionen von Ruth:

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Fünf, sechs, sieben, acht von Ewald Arenz

Älterwerden ohne Bedauern

Ewald Arenz arbeitet nach wie vor als Lehrer an einem Gymnasium in Nürnberg. Und das, obwohl seine Romane regelmäßig die Bestsellerlisten stürmen.
Nun ist ein neues Buch von ihm erschienen, in dessen Zentrum der knapp sechzigjährige Anton steht. Er ist Stepptänzer am Theater seiner Heimatstadt und feiert nun gerade Premiere mit einer ausgefeilten Choreografie.

Sicher, er mag nicht mehr so flink sein wie früher, dafür kann er auf jahrelanger Erfahrung aufbauen. Anton ist zufrieden mit sich. Da trifft es ihn besonders hart, dass die neue Intendantin auf ihn verzichten möchte und lieber einen Neustart mit jemand Jüngerem plant. Seinen Job soll ausgerechnet Tochter Emma, die in seine Fußstapfen getreten ist, bekommen. Eigentlich dürfte er als Vater stolz sein. Doch Anton ist zutiefst gekränkt. Keiner hatte ihn vorgewarnt, weder seine Exfrau Katja, der er noch immer freundschaftlich verbunden ist, noch die Tochter. Auf diese Verletzung reagiert Anton beleidigt, ist taub für jegliche Erklärung.
Gleichzeitig wird ihm seine eigene Endlichkeit bewusst. In seinem Beruf ist er auf einen fitten Körper angewiesen. Wenn die eigene Kraft nachlässt, gehört man schnell zum alten Eisen. Aber Anton fühlt sich doch noch garnicht alt.
Diese Überlegungen lassen ihn Bilanz ziehen und die Frage aufkommen, ob er das richtige Leben gelebt hat. Hintergrund dafür ist eine Leerstelle aus seiner Jugend, die ihn noch immer beschäftigt. Damals hat ihn seine große Liebe Jo von einem Tag auf den andern verlassen, ohne Gründe zu nennen, ja, ohne sich zu verabschieden, und blieb danach verschwunden.
Und obwohl er später mit Katja eine Familie gegründet hat, nagt dieses Erlebnis bis heute an ihm. Wäre sein Leben anders verlaufen, besser vielleicht, gemeinsam mit Jo?
Mit Hilfe von Emma finden sich Hinweise auf Jos Verbleib. Anton und Emma reisen zusammen nach Irland auf der Suche nach der verschollenen Geliebten, und auch in der Hoffnung, die Gräben zwischen Vater und Tochter zu schließen. Doch die erwünschte Annäherung zwischen den beiden bleibt aus. Alte Konflikte brechen auf und so muss sich Anton allein seiner Vergangenheit und seinen eigenen Fehlern stellen.
Anton ist kein Sympathieträger. Dazu ist er zu eitel und zu selbstverliebt. Es fällt ihm schwer, Verständnis für die Wünsche und Bedürfnisse anderer zu entwickeln. Zu sehr kreist sein Denken nur um sich und seine Befindlichkeiten. Ganz anders ist Katja, seine Ex-Frau. Sie ist klug und empathisch und versucht zwischen Vater und Tochter zu vermitteln. Im Grunde verstehen sich Anton und Katja immer noch und man fragt sich, warum es zur Trennung kam. Der Schatten von Jo stand immer zwischen ihnen. Wie hätte Katja gegen eine solche Phantomfrau ankämpfen sollen?
Es dauert lange, bis Anton erkennt, dass er einen Trugbild nachgejagt hat und dass man auf der Suche nach dem anderen, dem „richtigen“ Leben das wahre Leben verpasst.
Es sind universelle Themen und Fragen, die Ewald Arenz hier aufgreift, so das Älterwerden und seine Herausforderungen, Konflikte zwischen Eltern und Kinder und ganz zentral die Frage nach den verpassten Chancen und ungelebten Träumen.
Allerdings hat er wenig Zutrauen in seine Leserschaft. Zu viel wird vorgegeben, ausformuliert, so bleibt wenig Raum für eigene Interpretationen. Außerdem stellt sich der Grund für Jos einstiges Verschwinden als sehr abwegig und konstruiert heraus.
Daneben liefert der Roman aber auch schöne Lesemomente, so z.B. wenn Anton die Geräusche seiner Umwelt immer wieder in Rhythmus umsetzt. Und Ewald Arenz mag seine Charaktere, beschreibt ihre Macken und Fehler mit Empathie und leisem Humor.
Obwohl sein neuer Roman „Fünf, sechs, sieben, acht“ leider nicht an die literarische Qualität von „Alte Sorten“ oder „Der große Sommer“ herankommt, werden die Fans von Ewald Arenz ihn lieben und kaufen. Denn sie bekommen damit gute Unterhaltung und einiges zum Nachdenken.

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Fünf, sechs, sieben, acht

Rezensionen von rosetheline :

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Pina fällt aus von Vera Zischke

Schön, aber unrealistisch

In Vera Zischkes zweitem Roman "Pina fällt aus" geht es um die alleinerziehende Mutter Pina, die mit ihrem zwanzigjährigen Sohn in der Hansastraße 20 in Wuppertal in einem Mehrparteienhaus lebt. Man könnte meinen, dass Pina ein ganz normales Leben führt, doch Leo ist autistisch und lebt in seiner eigenen Welt mit seinem ganz eigenen Rhythmus, die ihm Sicherheit geben.

Der wöchentliche Einkauf, den Pina für ihre Nachbarin Inge, die nicht mehr rausgeht, erledigt, ist die einzige Zeit, in der sie kurz Ruhe findet, da Leo dann bei Inge ist und ein bisschen fernsehen darf.
Eines Tages jedoch bricht Pina bei einem dieser Einkäufe zusammen und auf einmal ändert sich alles.

Vera Zischke hat mit dieser Geschichte ein Buch geschrieben, dass sich sprachlich sehr gut lesen lässt und den Lesenden ein optimistisch-wohliges Gefühl gibt. Aber hier liegt auch einer meiner Kritikpunkte. So schön die Geschichte auch wirkt, so unrealistisch ist sie leider. Dabei möchte ich nicht abstreiten, dass Nachbar*innen sich gar nicht einbringen würden. Aber in der Gänze wäre das schier unmöglich.
Auch die fehlende Hilfe der Behörden und der Behindertenwerkstatt, in der Leo arbeitet, waren unrealistisch.

Ich hätte das Buch gerne mehr gemocht, weil es definitiv Potential hatte, doch leider ist mir eine gewisse Glaubwürdigkeit in Romanen wichtiger als Friede Freude Eierkuchen.

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Pina fällt aus

Rezensionen von PMelittaM:

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The Boys: Gnadenlos-Edition von Garth Ennis; Darick Robertson; Russ Braun; Keith Burns; John McCera; Richard P. Clark

Etwas ruhigerer vierter Band

Butcher entdeckt, dass Hughie ein Verhältnis mit Starlight hat, und wird sofort misstrauisch. Ist Hugie etwa ein Spion von Vought? Das führt letztlich dazu, dass Hughie und Annie, von der Hughie bisher nicht wusste, dass sie Starlight ist, sich trennen und Hughis in seine schottische Heimat flüchtet.

Ob er jemals in die USA zurückkommen wird, weiß er nicht.

Der vierte Band der Reihe ist weniger blutig als die Vorgängerbände, wir erfahren hier nicht nur mehr über Hughie, sondern auch über Annie. Wir lernen Hughies Heimat, seine Eltern und seine Freunde kennen, und erfahren einiges über den kleinen Hughie. Wen wundert es, dass es auch hier einige Geheimnisse gibt, und Hughies beste Freunde etwas skurril sind?

Ich habe diesen ruhigeren Band, sehr gerne gelesen. Er kommt nicht ganz ohne Supermenschen aus, doch man lernt hier auch einmal ein paar richtig nette kennen. Natürlich gibt es trotzdem auch Spannung und man erfährt weitere Hintergründe über Vought und den Wirkstoff V.

Der vierte Band ist etwas ruhiger und weniger blutig, ich habe ihn sehr gerne gelesen, auch, weil man wieder einige Hintergrundinformationen bekommt. Ich bin nun gespannt, wie es weitergehen wird.

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The Boys: Gnadenlos-Edition