Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit von Macmillan Gilly
Spannend, aber arg konstruiert
Der Thriller ist von kurzen Kapiteln geprägt, wobei diese aus Blickwinkel von wechselnden Figuren geschildert sind. In der Handlung wird rückwärts und vorwärts gesprungen. Das kann manchmal irritierend sein, da sich diese Handlungsstränge stilistisch nicht voneinander unterscheiden. Trotzdem liegt natürlich im Wechsel der Zeiten ein Reiz, da man als Leser so in den Rückblenden erst allmählich frühere Details erfährt.
Durch diese Form kommt man mit dem Lesen schnell voran. Außerdem sind die Erzählperspektiven komplett verschieden gehalten, so sind die Kapitel mit Zoe als Betroffene ganz anders zu lesen als die ihrer Tante Tessa oder die viel neutralere Stimme ihres Strafverteidigers Sam.
Sam war eine meiner Lieblingsstimmen, leider kommt sein Part etwas kurz.
Ein Schlüssel zum Rätsel von Marias Tod wird ein Drehbuch, das zwischen die Kapitel geschaltet ist. Das ist aber nicht gut genug geschrieben, um wirklich zu funktionieren.
Für meinen Geschmack hätten die Charaktere der Figuren schärfer geschnitten sein können. Manche bleiben profillos oder entwickeln ihr Potenzial nicht vollständig. Teile der Handlung sind mir zu arg konstruiert. Der Roman bleibt daher leicht hinter den Erwartungen zurück, aber schlecht geschrieben ist er nicht. Insbesondere der Ton und die Stimmung von Zoe ist von großer Glaubwürdigkeit. Ich war am Schluß ganz zufrieden mit dem Buch!
Rezensionen von yellowdog:
Der Jahrhunderttraum von Richard Dübell
Der Traum vom Fliegen und von der Liebe
Richard Dübell habe ich schon öfter gelesen und meistens sehr gerne.
Mit seiner Jahrundertsturm-Serie hat Richard Dübell einen ambitionierten Schritt getan. Neben dem zentralen Thema, dem Fliegen, ist es vor allen ein gelungenes Zeitportrait. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen, leider, leider.
Das bereue ich im nachhinein.
Der actionreiche Start mit dem Zugunglück ist beeindruckend geschrieben, fast als wäre man bei der Unglücksfahrt dabei.
Ein Vierteljahr danach geht es weiter. Nach dem furiosen, temporeichen Start musste ich mich erst einmal wieder einlesen, da es zunächst gemächlicher vorangeht. Ein Höhepunkt kommt dann wieder mit dem Erfinder Lilienthal und seinem Flugapparat. Auch Levin von Briest träumt vom Fliegen. Später ist das Treffen mit Graf von Zeppelin bemerkenswert. Zwischendurch plätschert es aber auch über weite Strecken so dahin. Die Figurenentwicklung geschieht erst allmählich, doch es würde schwer fallen, die Geschwister Otto, Amalia und Levin nicht zu mögen. Ein Thema, dass dem Roman noch hinzugefügt wird, ist das der schwierigen Beziehungen, dazu gehört auch die Liebe Amalias zu Emma, nicht einfach zu realisieren im 19.Jahrhundert.
Auch Ottos Liebe zu Hermine verläuft unglücklich. Aber es gibt zweite Chancen, auf die der Leser für die sympathischen Figuren so hofft.
Der Einsatz der historischen Persönlichkeiten, die im Roman eine Rolle rund um die Fliegerei spielen, hat mir gut gefallen. Das Buch ist außerdem beeindruckend detailreich.
Der Jahrhunderttraum ist ein Roman, in dem ich nicht die ganze Zeit wirklich versunken bin, der aber doch viele gute Passagen enthält und lesenswert ist. Ich gebe 4 von 5 Sternen!
Rezensionen von yellowdog:
Die Geschichte eines neuen Namens - Jugendjahre (Neapolitanische Saga 2) von Elena Ferrante
Die Saga geht weiter
Der Ferrante-Boom ist anscheinend etwas abgeflaut, jedenfalls in den Medien nicht mehr ganz so im Fokus. Das ist mir als Leser ganz Recht, umso unbeeinflusster kann ich den Roman lesen. Und es liest sich weiterhin gut, sobald man in den richtigen Lesefluß gekommen ist.
?Die Geschichte eines neuen Namens? schließt an den ersten Teil an, liest sich fast als durchgängiger Roman.
Lina und Elena sind Anfangs dieses Buchs 16 Jahre alt und ich bin überrascht, wie reif sie wirken, obwohl sie heutzutage noch als Teenager gelten würden.
Die Frage, ob ich Lila oder Lenü interessanter finde, stelle ich mir nicht mehr. Die eine reflektiert sich in der anderen, wobei die Erzählperspektive aus Elenas Sicht bestimmend bleibt.
Lila muss leider schon sehr früh erkennen, dass ihre übereilte Heirat ein großer Fehler war. Stefano zeigt ein neues, brutales Verhalten. Das bleibt nicht unbemerkt, da Lila entsprechend schlimm zugerichtet ist, doch die Gesellschaft im damaligen Italien akzeptierte ein solches Verhalten. Ich bewundere Lilas Stärke, die widerspenstig bleibt und sich nicht ohne weiteres in ihre Rolle fügt.
Elena und Antonio trennen sich, dann trifft sie Nino, doch der interessiert sich mehr für Lila. Zwischen Nino und Lila kommt es zu einer Liebesbeziehung.
Es ist keine einfache Freundschaft, die Lila und Elena führen, oftmals brüchig, doch sie hat Bestand, obwohl sie sich lange nicht sehen.
Man hofft die ganze Zeit, das beide Frauen noch neue Perspektiven bekommen, um ihre Potenziale nutzen zu können. Das ist für das Hauptthema Ferrantes überhaupt!
Das Buch ist beeindruckend. Ich will aber auch nicht verschweigen, dass es teilweise nur mühsam mit der Geschichte vorwärtsgeht und es langatmige Abschnitte gibt.
Aber ich denke, die Autorin hat schließlich die Veröffentlichung eines Buches in 4 Teilen dafür gewählt, auch einmal ausführlicher zu werden, Details auszuarbeiten und in der Summe profitiert der Leser davon.
Jetzt bleibt nur noch, auf den nächsten Teil zu warten.
Rezensionen von DaniB:
Schlaflied von Börjlind Cilla; Börjlind Rolf
Nicht ganz wie erwartet
Mit "Schlaflied" dachte ich, einen Kriminalroman der Extraklasse in der Hand zu halten, denn irgendwie erwartete ich mir von zwei Autoren, die einen schwedischen Namen tragen, Hochspannung. Über große Strecken des Buches gelang es auch, mich bei Laune und vor allem bei der Stange zu halten, sodass ich es kaum wagte, das Buch aus den Händen zu legen und manchmal sogar die Uhrzeit vergaß.
Allerdings gab es leider auch diese Momente, an denen gar nichts weiterging und ich mich fragte: Was tun die da bloß in Rumänien? Warum fährt er [Stilton] jetzt alleine dorthin? Wieso müssen so viele neue Namen eingeführt und noch mehr Handlungsorte und -stränge eingebaut werden? Gegen Ende war ich dann aber wieder versöhnt und schwankte zwischen drei und vier Sternen, blieb dann aber bei der niedrigeren Bewertung, da ich teilweise eben nicht gut rein- und weiterkam.
Der Inhalt beschäftigt sich mit einem aktuellen Thema, nämlich der Flüchtlingswelle, die Schweden auch erreicht hat. Neben freiwilligen HelferInnen, die sogar Familien aufs Hausboot holen, gibt es auch Leute, die sich über fremde Menschen, aber auch Schweden mit nicht ganz so "normalen" Berufen aufregen. Das Ermittlerteam besteht unter anderen aus Mette (Chefin), Lisa, Olivia und Tom, wobei letztere gemeinsam zum Einsatz kommen. Ganz zu Beginn des Buches ist eigentlich die spannendste und zugleich abgebrühteste Szene des Buches zu finden, welche sich erst im Schlusssatz auflöst - also bitte nicht nach hinten blättern. Und meiner Meinung nach passt die Szene weder gut zum Rest des Buches, noch zu dem Akteur, der darin vorkommt und im Endeffekt Selbstjustiz ausübt. Alles in allem würde ich sagen, dass mir der Krimi gut gefallen hat, aber manche Kapitel verstörend waren, da sie sich nicht so gut in die Szenerie eingefügt haben, wie ich mir das erwartet hätte.
Rezensionen von Lilli33:
Schattenkrone von Eleanor Herman
Mittelprächtiger Fantasy-Historien-Schinken
Inhalt:
Katerina verliebt sich in ihren Ziehbruder Jacob, gerade als der sich aufmacht, um am Blutturnier teilzunehmen und vielleicht in die königliche Garde aufgenommen zu werden. Sie folgt ihm an den Königsof, denn sie hat dort selbst etwas zu erledigen. Von Anfang an verspürt sie eine enorme Verbundenheit mit Prinz Alexander, der sich am Hof und in der Schlacht durchsetzen und bewähren muss.
Meine Meinung:
Eleanor Herman versetzt uns etwa ins Jahr 340 v.Chr., wo wir den jungen Alexander (der später den Beinamen ?der Große? bekommen soll) kennenlernen und uns mitten in einem historischen Spektakel wiederfinden samt Kriegsschlachten und Intrigen am Königshof. Wer das ausführlich mag, wird an dieser Geschichte vielleicht mehr Freude haben als ich. Mir war es einfach zu viel.
Allerdings spielen auch verschiedene Arten von Magie eine Rolle. Das fand ich wesentlich interessanter und spannender als die Schlachten, und ich hätte mir gewünscht, noch viel mehr darüber zu lesen. Nachdem Katerina nun gelernt hat, ihre Magie anzuwenden, hoffe ich, dass dies in den nächsten Bänden ausgebaut wird.
Die parallele Erzählung von vier und mehr Handlungssträngen, fand ich zu anstrengend, zumal einer die anderen nur ganz am Rande berührt und fast wie eine eigenständige Geschichte wirkt. Die übrigen Erzählstränge sind enger miteinander verflochten. Doch auch hier wird man immer wieder abrupt von einem zum anderen gezogen, mit Zeitsprüngen dazwischen, die ich manchmal schlecht nachvollziehen konnte.
Aber auch mit den Handlungsweisen der Protagonisten hatte ich zum Teil meine Probleme. Sie handeln oft sehr unüberlegt oder verhalten sich naiv bis zum Geht-nicht-mehr. Hier tanzt Cyn aus der Reihe, die intelligent ein Netz aus Intrigen spinnt. Aber ihre Bosheit war mir zuwider.
Die Autorin arbeitet viel mit dem Zaunpfahl. So kristallisiert sich Kats Geheimnis, das sie selbst noch ergründen muss, für den Leser recht früh heraus, was natürlich die Spannung etwas nimmt. Auch die Erzählung im Präsens in der 3. Person ist vielleicht nicht jedermanns Sache ? auf mich wirkte es etwas holprig.
Meiner Meinung nach hat Herman in ihrer Geschichte viel Potenzial verschenkt. Viele Beschreibungen sind zu langatmig, dafür fehlt es den Figuren an Tiefe. Romantische Gefühle werden thematisiert, kamen aber nicht bei mir an, was ich sehr schade fand.
Das Buch beinhaltet neben dem eigentlichen Roman auf den letzten 31 Seiten noch ein Dankeswort sowie Anmerkungen der Autorin und eine Leseprobe des Folgebands, sodass der eigentliche Roman nur 561 Seiten umfasst.
?Schattenkrone? ist der Auftakt der Royal-Blood-Reihe. Ob ich die Reihe weiterlesen werde, kann ich noch nicht sagen. Wirklich gepackt hat mich die Geschichte nicht, aber ein wenig neugierig bin ich schon, wie es weitergeht. Aber wenn ich daran denke, dass noch mindestens drei Bände angekündigt sind, erscheint mir das wie ein fast unüberwindlicher Berg. Der 2. Band, ?Göttertochter? soll bereits am 27. April 2017 erscheinen.
Rezensionen von Weltensucher:
Schattenkrone von Eleanor Herman
Leider viel vergeudetes Potential...
?Schattenkrone ? Royal Blood? von Eleanor Herman spielt in einer Zeit, die sich an der Spätantike unserer Geschichte, insbesondere an der Epoche des Alexander der Großen, orientiert. Dabei treten die verschiedensten Personen auf, deren Geschichten sich im Verlauf des Buches miteinander verweben. Es wird aus mehreren Perspektiven und von unterschiedlichen Orten erzählt ? die Protagonisten sind hauptsächlich Jugendliche (gemäß dem Genre), darunter fiktive als auch historische Persönlichkeiten wie der junge Alexander der Große, sein treuer Freund Hephaistion oder seine Halbschwester Cynane.
Während ein jeder sein Ziel verfolgt, verbinden sich die Wege der Einzelnen im Laufe der Zeit zu einer Geschichte voller geheimnisvoller Magie, verdeckter Intrigen und politischer Machtkämpfe.
Die Welt, in der ?Schattenkrone? spielt, hat mir in ihrem Konzept sehr gut gefallen. Während die Autorin sich einerseits sehr gründlich nach der Geschichte und den damaligen Begebenheiten richtet (wohinter wohl eine Menge Recherchearbeit steckte), erweitert sie das Ganze um einige spannende und bereichernde Fantasy-Elemente wie Magie oder verschwundene Götter. Es war interessant zu lesen, wie die Griechen und Perser damals gelebt haben, wie es am Königshof als auch in der Schlacht genau ablief.
Die Charaktere hingegen fielen in ihrer Gesamtheit ? in ihrer Persönlichkeit, Entwicklung usw. ? recht bescheiden aus. Ich weiß nicht, ob es an dem häufigen Perspektiven-Wechsel lag, der einfach nicht gut umgesetzt wurde, oder an dem simplen Schreibstil, der die Gefühle nicht richtig vermitteln konnte. Jedenfalls wurde ich mit keinem der verschiedenen Personen richtig warm, allesamt waren mir zu flüchtig, zu flach und austauschbar, zu oberflächlich. Jeder zeichnete sich eigentlich nur durch seine Herkunft, seine Liebesbeziehung (die so gut wie jeder hatte) und sein Ziel aus ? jegliches Detailwissen, Charaktertiefe, Hintergründe, welche fiktive Personen sonst so lebendig erscheinen lassen, seine Individualität begründen, fehlten. Insgesamt lag der Fokus der Autorin vermutlich viel zu sehr auf der Handlung und der Welt an sich, sodass die Protagonisten quasi Handlungsträger, aber leider nicht eigentliches Thema des Buches waren. Schade, denn so wurde viel Potential vergeudet und auch ein Kriterium nicht erfüllt, das für mich persönlich sehr wesentlich ist.
Ähnliches gilt für zentrale Momente und Schlüsselszenen. Wo die Kulisse und Handlung an sich eigentlich viele Möglichkeiten zum Spannungsaufbau oder Gefühlsanregung bot, wurde die Chance dazu von der Autorin nicht ergriffen. Wieder mache ich dafür wesentlich den Schreibstil verantwortlich, der eben Emotionen kaum zu vermitteln pflegte und eigentlich immer nur die Oberfläche des ganzen beschrieb. Schade, oft wäre nämlich viel mehr herauszuholen gewesen.
Und schließlich mein entscheidender Kritikpunkt: Die Handlungsweise und Entscheidungen der Protagonisten waren sehr häufig unlogisch und überhaupt nicht nachvollziehbar. Sie taten Dinge, ohne genau nachzudenken, ohne überhaupt irgendwelche sinnvollen, begründbaren Beweggründe zu haben. Während sich die Charaktere vollkommen naiv selbst in Schwierigkeiten brachten, konnte ich eigentlich nur frustriert den Kopf schütteln. Die Handlung kann man schließlich auch durch tiefgründigere Motive als Naivität, wenn nicht gar Dummheit, ausbauen und voranbringen ? das hätte dem Ausbau der Personen an sich auch nicht geschadet.
Fazit: Eine interessante Welt, die Geschichte und Fantasy geschickt verbindet. Flache, austauschbare Charaktere und eine oft einfach nicht nachvollziehbare Handlungsentwicklung ? frei von jeglichen logischen Beweggründen ? stellen aber deutliche Defizite dar. Potential ist jedoch durchaus da und wird vielleicht (hoffentlich) in den Folgebänden besser ausgeschöpft.
Ich vergebe 2,5 Sterne.
Rezensionen von Xirxe:
In jedem Augenblick unseres Lebens von Tom Malmquist
Schrecklich bis zur Schmerzgrenze
Obwohl dieses Buch gerade mal 300 Seiten hat, habe ich für meine Verhältnisse eine gefühlte Ewigkeit dafür gebraucht. Nichts mit 100 oder mehr Seiten am Stück weglesen. Das Thema, aber auch der Stil in dem das Buch geschrieben ist, machten es mir schlicht unmöglich, länger 'dran' zu bleiben.
Der Autor schreibt hier über den bisher wohl entsetzlichsten Abschnitt seines Lebens.
Vermutlich damit ihm das überhaupt möglich ist, fehlen im Text praktisch sämtliche Emotionen. Völlig sachlich berichtet er, als ob es gerade geschehe, wie seine schwangere Partnerin schwerkrank ins Krankenhaus eingeliefert wird. Die Diagnose ist katastrophal, man beschließt das Kind sechs Wochen vor der Zeit zu holen und Tom, der Autor, ist von einem Moment auf den anderen plötzlich Vater geworden und zugleich Sterbebegleiter seiner großen Liebe Karin.
Statt das dies nun eine vor Kitsch und Rührseligkeit überbordende Geschichte wurde, ist es eine nüchterne, fast gänzlich emotionslose Tatsachenbeschreibung, die mich dennoch völlig fassungslos zurücklässt. Was Tom hier darstellt, benötigt keine gefühligen Adjektive oder Adverbien; beispielsweise allein die Beschreibung der aufgedunsenen Karin und weshalb man ihr um die 40 Liter Flüssigkeit zugeführt hat, reicht aus, um vermutlich nur ansatzweise nachzuempfinden, was in Tom vorgehen musste.
Die beinahe schon dokumentarische Schreibweise empfand ich zeitweilig recht anstrengend, da Dialoge nur mit wenig oder keinen Personalpronomen wiedergegeben werden. Ein Satz folgt dem anderen und man muss konzentriert dabei bleiben, um das Gesagte den richtigen Personen zuzuordnen. Doch es lohnt sich, denn so wirkt es, als ob man unmittelbar an den Unterhaltungen teilhat. Kein 'Ich sagte' oder 'Er antwortete', was sich besonders bei den Behördengesprächen (nach Karins Tod) als Vorteil herausstellt. Noch nie sind mir die Abstrusitäten der Bürokratie deutlicher ins Auge gesprungen als beim Lesen dieser Zeilen. Wenn Tom beispielsweise dem Finanzamt erklären muss, über welches Vermögen bzw. Schulden seine neugeborene Tochter verfügt, kann man nur noch verständnislos den Kopf schütteln. Und da sage mir noch jemand, die Deutschen wären die Weltmeister der Bürokratie. Die Schweden hätten sicherlich mindestens ein Anrecht auf den Vizetitel.
Alles in allem keine leichte Kost, sowohl im Hinblick auf das Thema wie auf den Schreibstil. Dennoch ist es lesenswert, wenn auch besser an Schönwettertagen ;-)
Rezensionen von LadyIceTea:
Schattenkrone von Eleanor Herman
Ein sehr interessantes Buch mit viel Potenzial, welches nicht ganz genutzt wurde
Stell dir eine Zeit vor, in der die Menschen den Göttern gleichgültig sind, und das Böse an den Rändern der Welt erwacht ...
Alex ist kurz davor, für immer aus dem Schatten seines mächtigen Vaters zu treten und der größte Heerführer aller Zeiten zu werden.
Seine Verbündete Kat hat einen Plan, von dem Alex niemals erfahren darf.
Die beiden verbindet weit mehr als sie ahnen.
Schattenkrone ist ein Buch, welches mich ein bisschen unschlüssig zurücklässt. Ich finde die ganze Geschichte in diesem Buch sehr interessant. Zwischendurch war sie auch spannend und hat mich schnell weiterlesen lassen. Doch es bleibt ein leicht schaler Geschmack zurück, denn so richtig umhauen konnte mich das Buch nicht.
Irgendwie fehlte mir das letzte bisschen Power. Es fehlte das Klicken, das einen dazu bewegt ?wow? zu denken.
Trotzdem machen die Geschichtsstruktur, die Fantasie gemischt mit antiker Geschichte und die Figuren dieses Buch zu einem guten Buch, bei dem ich es nicht bereue es gelesen zu haben.
Die Autorin verwebt in ihrem Buch viele verschiedene Erzählstränge zu einem großen Bild und lässt uns die Personen in verschiedenen Situationen und mit ihren verschiedenen Hintergründen kennen lernen. Dabei lässt sie uns während eines Erzählstranges immer erahnen, wie dieser die anderen berühren wird. Das kann man mögen oder auch nicht. Mir hat es gefallen.
Leider sind ein paar Figuren etwas blass geblieben und manchmal fehlte mir auch die emotionale Ebene der Personen. Ich hätte mir mehr Details über den Charakter oder die Gefühlswelt der Figuren gewünscht. Doch alles in allem wurden hier taffe und besondere Charaktere geschaffen. Ich hoffe, dass die Blassen im zweiten Band noch etwas mehr Farbe bekommen.
Die Geschichte ist gemischt mit Magie und antiker Geschichte. Figuren, geschaffen wie die Römer und Griechen treffen auf Magier und solche, die die Magie ausrotten wollen. Mir hat diese Mischung sehr gut gefallen und grade zum Ende hin gab es viele Details, die sich die Autorin wohl überlegt hat. Ich hoffe auch hier, im zweiten Band noch viel mehr zu erfahren.
Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich dieses Buch ruhigen Gewissens weiterempfehlen werde, auch wenn ich es nicht als Überflieger anpreise.
Ich freue mich auf den zweiten Band.
Rezensionen von yellowdog:
Wenn ich jetzt nicht gehe von María Dueñas
Abenteuerroman auf hohen Niveau
Maria Duenas Roman ist passend in dritter Person erzählt und gut gestaltet, sie baut mit den interessanten Figuren und den vielen Beschreibungen über Mexiko-Stadt und später Havana und Jerez in Spanien Atmosphäre auf. Das verführt zum googeln von Fotos der Schauplätze, da der Text neugierig macht.
Ich bin begeistert, einen Roman zu lesen, der an interessanten Schauplätzen handelt.
Dabei war es für mich zuerst wie ein Bruch, als die Handlung von Mexiko verlegt wurde. Der Roman fällt dann für kurze Zeit etwas ab.
Der Plot ist fast ein klassischer Abenteuerroman mit einem draufgängerischen Protagonisten. Der Spanier Mauro hat viel erreicht. Einst war er Bergarbeiter, schaffte es zum Unternehmer. Als sein Ruin droht, ist er bereit einige Risiken einzugehen.
Mauro ist kein Mann, der alleine steht. Er hat zwei inzwischen erwachsene Kinder. Die Tochter Mariana verheiratet, der 20jährige Sohn noch ziellos.
Mauro ist ein eindrucksvoller Protagonist. Auch manche der Nebenfiguren, wie Andrande oder Mariana und Nicola sind sehr gelungen.
Die im Klappentext angekündigte Frau, die für Mauro wohl die Frau seines Lebens wird, taucht erst nach fast 300 Seiten in Jerez de la Frontera auf. Sie ist eine ihm ebenwürdige Persönlichkeit. Ihre erste Begegnung ist ein bemerkenswertes Kapitel! Mit ihr erlebt der Roman wieder einen Aufschwung.
Wie ich bei Wikipedia gelesen habe, soll dieser erfolgreiche Roman als Fernsehserie verfilmt werden. Das kann ich mir bei der bildhaften Sprache der Autorin gut vorstellen. Insbesondere beeindruckt mich der sorgfältige Stil der Autorin, der Beschreibungen der Umgebung deutlich umfasst und das passende Tempo, nicht zu schnell, nicht zu langsam.
Ausgewogenheit ist überhaupt eine Stärke des Buches.
Für mich ist Maria Duenas eine großartige Neuentdeckung und ich werde bei Gelegenheit auch künftige Romane von ihr lesen.
Rezensionen von Schlaflos:
Schlaflied von Börjlind Cilla; Börjlind Rolf
Erschreckend aktuelle Problematik wirksam umgesetzt
Zum Inhalt
Die Handlung beginnt mit der Schilderung der, von Flüchtlingsströmen überrollten, Bahnhöfen. Eine Situation, in der die Existenzangst der Flüchtlinge, Hilfsbereitschaft von Freiwilligen und die Unverfrorenheit, diese schutzlosen Menschen zu benutzen, aufeinander treffen. Während die Ermittlerin Olivia die Nächte damit verbringt, warme Decken und Essen zu verteilen, gibt es ein paar schwarze Schafe unter den ?freiwilligen Helfern?.
Schutzlose Kinder verschwinden und tauchen verstümmelt und verscharrt wieder auf.
Die Ermittler setzen alles daran, dem toten Jungen, der im Wald gefunden wurde, ein Gesicht zu geben. Die Spur führt zu Pädophilen und in die dunkelsten Ecken Rumäniens.
Währenddessen kümmert sich die Obdachlose Muriel um ein junges Mädchen, das sie völlig aufgelöst auf der Straße aufgelesen hat. Was hat das Mädchen so verstört ? und wo besteht die Verbindung zu den anderen Kindern?
Zur Leseerfahrung
Ich konnte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Spannung packt den Leser ab der ersten Seite und lässt bis zum Schluss nicht mehr los. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass die Thematik alles andere als aus der Luft gerissen ist. Diese Realitätsnähe wurde von den beiden Autoren wirklich gut umgesetzt. Das Buch legt man nach dem Lesen nicht einfach wieder aus der Hand und vergisst es ? nein, das nagt noch länger an einem.
Die ersten drei Bücher habe ich nicht vorher gelesen, das hat beim Lesen allerdings nicht groß gestört, weil auch so alles schlüssig geschrieben war. Da mir die Protagonisten aber sehr ans Herz gewachsen sind und ich neugierig geworden bin, folgen die ersten drei Bände nun anschließend.
Zum Fazit
Nichts für zart besaitete Leser, aber ein Pageturner für alle, die absolut spannende Thriller mit Realitätsnähe schätzen.
Zu den Eckdaten
Titel: Schlaflied
Autor: Cilla & Rolf Börjlind
Verlag: btb
ISBN: 978-3442757169
Seiten: 576
Preis: 15,00 ?








