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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:

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Seltene Affären von Bayer Thommie

Lesenswert!

Peter Vorden, ein Mann von etwas mehr als sechzig Jahren, erfolgreich, unabhängig und führt ein Doppelleben. Als leidenschaftlicher Geschichtenerzähler schreibt er an den Wochenenden phantasievolle Kurzgeschichten für seinen Zwillingsbruder Paul, einen Romanautor. Die übrige Zeit führt er ein schickes
Restaurant in Lothringen.

Er ist ein Einzelgänger und sieht man von gelegentlichen Nächten mit Magali, der Frau seines Geschäftspartners ab , ist er ein einsamer Mann. Die Liebe seines Lebens ist Anne, die Frau seines Bruders, mit der er irgendwann eine Nacht in Florenz verbracht hat. Und da ist noch Chiara, seine imaginäre Putzfrau, die ihn nur in seinen erotischen Träumen beglückt. Dazwischen lassen die Erinnerungen an die gemeinsame Jugendzeit der Brüder ihre Verbundenheit und Nähe spüren.
Thommie Bayer ist es gelungen , die Sehnsüchte und Träume Peter Vordens auf subtile Weise lesenswert zu machen.

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Seltene Affären

Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:

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Seltene Affären von Bayer Thommie

Das Leben - ein Traum

Ein merkwuerdiges (des Merkens wuerdiges) Buch, offensichtlich das Werk eines aelteren Autors: Er laesst seinen Helden ohne jugendliche Kampfeslust und ohne territoriale Besitzansprüche agieren. Jede seiner Wohnungen bewohnt der Ich-Erzaehler nur zur Hälfte (der Woche), seine Stimme leiht er neidlos dem Bruder, der Liebe seines Lebens (mit letzterem verheiratet) stört er nicht ihre Kreise .

.. er steht draußen und schaut. Das könnte sich ändern (meint man und wünscht frau), als er nach einer Beinahe-Begegnung mit der Stellvertreterin seiner Putzfrau eine Unterhaltung in Zeichen mit der Unbekannten beginnt - aber wollen beide eine reale Beziehung oder den Traum einer solchen? Ein Ideal ohne Zusammentreffen und Berührung, körperlos? Sie verharren im Ideal, und dass das nicht langweilig sein muss, vielmehr "nur" weise sein kann, noch dazu sehr bildhaft und poetisch, führt uns Th. Bayer auf knapp 200 Seiten vor. Ein ästhetischer Blick auf das Leben, im Wortsinn: Die griechische "aisthesis" ist Wahrnehmung, Betrachtung.

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Seltene Affären

Rezensionen von HEYN Leserunde Dagmar Pfleger:

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Seltene Affären von Bayer Thommie

Einsamer, rätselhafter Mann!

Der Ich-Erzähler Peter Vordem lebt ein zweigeteiltes Leben: von Montag bis Freitag werkt er als Manager in einem Nobelrestaurant - freitags bis sonntags verbringt er einsam in einem kleinen Provinznest im Schwarzwald. Seine Kontakte zur Außenwelt sind klar geregelt, hier ausschließlich geschäftlicher Umgang mit seinen Partnern und Gästen, dort kein einziger persönlicher Kontakt außer fallweisen Telefonaten mit seinem Zwillingsbruder.

Die Wochenenden verbringt er mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, die aber unter dem Namen des Zwillingsbruders erscheinen. Armer, einsamer, rätselhafter Mann mit seltsamen Marotten! Man frägt sich beim Lesen ständig, was zu seiner selbstgewählten asketischen Lebensweise geführt hat. Die Auflösung dieser Frage erfolgt in Rückblenden - und man erfährt in reizvoller Weise, wie das Leben diesen einsamen Wolf geprägt hat. Ein geheimnisvolles Dreiecksverhältnis zwischen seinem Bruder, dessen Frau Anne und Peter Vordem ist die Ursache dafür - und das in knapp 190 Seiten herauszufinden ist interessant, hintergründig und unterhaltsam.

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Seltene Affären

Rezensionen von niknak:

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Seltene Affären von Bayer Thommie

Ein Sommer voller Tiere und Musik

Inhalt:
Anna hat gerade alles hinter sich gelassen, um im, gerade geerbte Haus ihrer Tante, ihren großen Traum zu leben. Sie möchte als Verhaltenstherapeutin für schwierige Hunde arbeiten. Der Rockstar Eddi muss eine Auszeit nehmen, da er Probleme mit seiner Stimme hat. Diese Auszeit nimmt er bei Anna.

Dabei gibt es jedoch zwei Probleme. Eddi ist Annas Lieblingssänger und dieser scheint nicht so zu sein, wie man ihn aus dem Fernseher kennt. Wie wird wohl das Zusammenleben der beiden sein?

Mein Kommentar:
Dies ist ein Sammelband zu allen vier Teilen der "Rockstar Sommer" Reihe von Sandra Helinski. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen, dass ich alle Bücher gleich hinter einander lesen konnte. Dadurch blieben mir die fiesen Cliffhänger erspart. :)

Der Schreibstil der Autorin ist sehr locker und flüssig zu lesen. Ich kann sehr schnell durch das Buch und konnte es gar nicht mehr zur Seite legen. Die Zeit flog während dem Lesen nur so dahin.

Die Charaktere waren sehr schön ausgearbeitet. Ich konnte mich während dem Lesen in sie hineinversetzen. Beide Hauptcharaktere (Anna und Eddi) machen im Laufe des Buches eine Wandlung durch, die eine ist größer und schwerwiegender, die andere jedoch ist nicht so auffällig.

Die Bücher haben eine wunderschöne, teilweise leicht kitschige Handlung, sie ist zum dahinschmelzen schön. Sie schneiden auserdem auch die Themen Burn - Out, Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden, und noch einige mehr, an.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Bücher länger sind, da ich noch mehr über Eddi und Anna erfahren wollte.

Mein Fazit:
Ein wirklich sehr schönes Buch, das ich jedem empfehlen kann.

Ganz liebe Grüße,
Niknak

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Seltene Affären

Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer:

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Seltene Affären von Bayer Thommie

Ein sanftes, stilles und flüchtiges Buch

Dieser Roman ist eine stille Geschichte, sanft, ruhig, einfühlsam und phantasievoll. Flüchtig wie das intensive Traumerleben des Protagonisten, blieb letztendlich vom Inhalt wenig in Erinnerung.

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Seltene Affären

Rezensionen von scarlett_ohara:

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DIE WAHRHEIT von Raabe Melanie

Die Erwartungen bei weitem nicht erfüllt

Zum Inhalt:
Seit Sarahs Mann Philipp vor 7 Jahren auf einer Geschäftsreise nach Kolumbien verschwand, wartet sie auf ein Lebenszeichen von ihm. Vieles deutet auf eine Entführung hin, aber niemand weiß, ob er noch am Leben ist. Mit den Jahren arrangiert sich Sarah mit der Situation und lebt ihr eigenes Leben.

Sie ist finanziell unabhängig und zieht den gemeinsamen Sohn groß. Auch scheint es wieder Platz für einen neuen Mann in ihrem Leben zu geben. Doch dann geschieht plötzlich das Unfassbare: Sarah erhält einen Anruf vom Auswärtigen Amt, in dem man ihr mitteilt, dass Philipp lebt und er nach langer Geiselhaft endlich wieder nach Hause kommt. Mit gemischten Gefühlen steht sie am Flughafen, um ihn abzuholen, und traut ihren Augen nicht: ein Fremder steigt aus dem Flugzeug. Und zu allem Überfluss droht er ihr damit, ihr Leben zu zerstören, wenn sie nicht mitspielen werde und ihn bloßstelle. Also lässt sie den fremden Mann in ihr Leben und versucht herauszufinden, was da vor sich geht.

Meine Meinung:
Der Debütroman ?Die Falle? von der Autorin hatte mich seinerzeit restlos überzeugt. Und so war ich gewaltig gespannt auf ihr neues Werk und habe mich sehr auf's Lesen gefreut, zumal der Klappentext auf eine spannende Geschichte hoffen ließ. Doch leider wurde ich zutiefst enttäuscht.
Allein der Anfang zieht sich sooooo unglaublich mit Beschreibungen über Nebensächlichkeiten in die Länge, ohne dass wirklich etwas passiert. Dazu kommt mit Sarah eine Protagonistin, mit der ich nichts, aber auch rein gar nichts anfangen konnte. Sie legt ein nahezu neurotisches Verhalten an den Tag. Dabei ist sie komplett unglaubwürdig und ihr Verhalten nicht nachvollziehbar. Dadurch konnte ich keinerlei Sympathie zu ihr aufbauen; im Gegenteil: sie hat mich nachher einfach nur genervt. Besonders schlimm fand ich ihre Schwindel-, Kotz-, oder Kälteanfälle trotz Hochsommers. Besonders gefehlt haben mir auch spannende und interessante Dialoge, die den Fluss des Buches voranbringen.

In einigen Kapiteln kommt der ?Fremde? selbst zu Wort, aber auch das trägt nur zur Verwirrung des Lesers bei.

Leider gab es auch inhaltliche Fehler in dem Buch. Gegen Ende der Geschichte legt Sarah ihren Ehering in eine Schublade, obwohl sie ihn 200 Seiten zuvor im Garten vergraben hat. So etwas dürfte bei einem vernünftigen Lektorat einfach nicht passieren.
Das Cover wiederum hat mir gut gefallen. Es löst so eine perfide Beklemmung bei mir aus: die blanken Schultern einer Frau, deren Gesicht man nicht sieht und auf denen eine abgeschnittene Strähne ihre Haares liegt. Das ist gut gemacht und passt eigentlich prima zu dem verheißungsvollen Klappentext; vorausgesetzt, das wäre hier wirklich ein spannender Thriller. Der Verlag hat sich wirklich größte Mühe gegeben, einem an sich langweiligen Buch den Anstrich eines Psychothrillers zu geben. Leider führt das in diesem Fall aber, wie bereits gesagt, total in die Irre.

Fazit: ACHTUNG SPOILER!!!
Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich um eine völlig absurde Geschichte handelt. Selbst wenn ein Mensch sich in sieben Jahren äußerlich sehr verändern kann, hätte Sarah ihren Mann doch an der Stimme erkennen müssen ? die bleibt nämlich gleich. Es ist mir ein Rätsel, warum dieser Roman als ?Thriller? angepriesen wurde. Leider kann ich keine Leseempfehlung für dieses Buch abgeben.

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DIE WAHRHEIT

Rezensionen von StefanieFreigericht:

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Stiefkind von Tremayne S. K.

Versandet leider als Schmonzette ? bis dahin durchaus spannend-gruselig, dabei eher Gothic Novel

Ich habe das Buch in einem Abend durchgehabt ? die Handlung vermochte mich zu fesseln, ist spannend und mitreißend geschrieben. Allerdings lässt mich die Auflösung unzufrieden zurück - das muss man erst einmal hinbekommen, mich als Leser so spät im Buch, aber so nachhaltig zu verprellen. Jetzt kommt die Schwierigkeit, darüber etwas zu sagen - ohne zu viel zu verraten?das beginnt schon mit der Grundhandlung:

Großbritannien, London und vor allem Cornwall: Eine junge Frau aus ärmlichem Hintergrund verliebt sich in einen etwas älteren wohlhabenden Mann, dessen erste Frau unter mysteriösen Umständen starb, und zieht mit ihm in sein historisches altes Gemäuer, in dem die erste Frau bereits einen deutlichen Eindruck hinterlassen hat.

Das darf als Grundhandlung durchaus bekannt vorkommen? Gestern Nacht träumte ich, ich sei wieder in?Carnhallow. Man kann das hier kaum spoilern, spielt doch Autor S.K. Tremayne sehr eindeutig damit, plus vielleicht einem kleinen Hauch von "Wenn die Gondeln Trauer tragen", was Grusel und Mystik angeht (daher auch die Einordnung eher zu Gothic Novel ? wobei das aktuelle "Loney" mystischer ist). Es gibt auch keine gruselige Mrs. Danvers, dafür eine nette Schwiegermutter, die aufgrund von Alzheimer im Frühstadium gewisse Aussetzer hat - und gruselige frühere Minenanlagen in der Nähe und unterhalb des Hauses.

Die Variation des Themas beginnt damit, dass Rachel nicht nur David heiratet, sondern auch noch Stiefmutter des achtjährigen Jamie wird, der sehr unter dem Tod der Mutter vor rund zwei Jahren leidet. Und von da an spannt der Autor sein recht geschicktes Spinnennetz von Andeutungen und Ereignissen auf, in dessen Falle ich als Leser durchaus tappte: Jamie macht Andeutungen zu Vergangenheit und Zukunft - David will bestimmte Geheimnisse nicht ans Licht kommen lassen - Rachels Heranwachsen scheint traumatische Erinnerungen zu bergen?und dabei zählen die Kapitel tageweise die Zeit bis zum nahenden Weihnachten wie ein Countdown herunter, man lernt bald, welches Ereignis da droht. Jamie und Rachel sind viel allein, da David die Woche über als erfolgreicher Anwalt in London arbeitet - sein vorrangigstes Ziel ist der Erhalt des kostenintensiven Familienbesitzes. Was ahnt Jamie? Verliert Rachel den Verstand - oder will man sie das nur glauben machen? Was geschah mit Davids erster Frau? Und welche Geheimnisse hat David? Die ersten 40 Seiten sind dabei aus der Sicht von Rachel als Ich-Erzählerin geschrieben, ab dann lässt der Autor auch Davids Sicht in der dritten Person ans Licht treten - solidarisiert man sich zuerst leicht mit der den meisten wohl gesellschaftlich (zunächst) näher stehenden Rachel, wird danach geschickt mit den Sympathien des Lesers jongliert. Soweit zu den positiven Teilen.

Was dem Autor für die Auflösung einfiel, lässt das Niveau stark abfallen:

Im Buch spielt eine LANGE Botschaft eine Rolle, die an ein beschlagenes Autofenster geschrieben wird ? ich vermute, es muss sich wohl um einen Bus handeln und ein wirklich SEHR geduldiges Kind, dass diesen Text schreibt (S. 124).
Ich habe schon in Leserunden erlebt, wie (besonders weibliche) Leser große Ablehnung äußerten, wenn (besonders weibliche) Hauptpersonen berufsbedingt wenig Zeit für ihre Kinder hatten ? David hat kaum Zeit, daher wohl lässt ihn der Autor das sehr episch bedauern. "Das war es, woran man sich auf dem Sterbebett erinnern würde." S. 108. Das ist schön rosarot, aber der Mann HATTE einen abwesenden Vater mit Alkoholproblemen und trinkt nun selbst mehr als gelegentlich und schuftet sich selbst kaputt für - natürlich, den Erhalt eines alten Gemäuers, irgendwie in vollem Bewusstsein.
Das ach so geliebte Kind leidet, darf aber nach Wunsch des liebenden Vaters mit niemandem darüber reden, nicht einmal mit diesem - wegen etwas, bei dem der Geheimnisbedarf doch sehr fragwürdig erscheint - vor allem, da zumindest David zu Jamie doch ein-eindeutig steht, wie auch immer seine Handlungen in der Vergangenheit waren.
David sieht in Rachel immer noch die Erlösung, als parallel seine Pläne doch inzwischen recht anders laufen. Ach ja, und der verstorbene Freund von David war schon ein spezieller Spaßvogel, der ausgerechnet diese beiden als Paar zusammenbrachte.
Und Nina - da liebt eine Frau so sehr, dass sie zu illegalen Handlungen bereit ist - und lebt dann dieses Dilemma: suggeriert das Bindungsunfähigkeit oder doch unerwiderte Liebe? Ja, was denn nun?
Und zuletzt halte ich einige der Grundkonzepte zu Vererbung und Elternbindung für etwas?märchenhaft.

Fazit: Stark geschrieben und richtig gut auf dem Weg zum Höhepunkt (5 Sterne) - dann aber komplett verpuffend, da nicht nachvollziehbar abgesackt auf das konstruiert wirkende Niveau einer Vorabend-Privat-TV-Schmonzette. Schade.

Spoilergefahr: zum Geheimnis in der Vergangenheit: juristisch ist die vertragliche Handlung in Großbritannien sehr wohl erlaubt - allerdings darf keine Bezahlung erfolgen. Wozu also nach so vielen Jahren noch diese Geheimhaltung betrieben wird, wenn es doch einerseits kaum Quittungen geben dürfte, andererseits aus Behördensicht keine einleuchtende Gefährdung des Wohls des Betroffenen (zumindest vor dem ganzen Drama im Buch), leuchtet mir nicht ein.

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Stiefkind

Rezensionen von StefanieFreigericht:

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Der Angstmann von Goldammer Frank

Empfehlenswerter historischer Krimi mit dem bedrückenden Hintergrund in Dresden 1944-45

Kriminalinspektor Max Heller ist ein Ermittler vom alten Schlag - routiniert, oft knurrig, wenig zu beeindrucken. Doch der Frauenmord, zu dem er gerufen wird, ist so grausam, dass er kaum an einen üblichen Täter glauben mag. Sein Vorgesetzter ist eher aus politischen Gründen im Amt und scheint eine einfache Lösung zu bevorzugen - aber das passt kaum mit der zweiten Frauenleiche zusammen, die für Heller zu viele Parallelen zum ersten Fall aufweist.

Schon fängt die Bevölkerung an, in Furcht vor dem geheimnisvollen und furchtbaren "Angstmann" zu leben, wilde Gerüchte machen die Runde. Wir sind in Dresden - und es tobt der Zweite Weltkrieg in seinen letzten Monaten. Was bedeutet da der Verlust eines weiteren Menschenlebens? Und wie einfach schiebt man etwas "den üblichen Verdächtigen" unter, in jener Zeit sind das ein jüdischer Exmann oder Osteuropäer.

Aber welche Bedeutung haben die seltsamen Geräusche, von denen berichtet wird? Und soll Heller hier von etwas abgelenkt werden, was nicht ins offizielle Bild passt? Auch die Wege, auf denen hier einige Fahrräder unterwegs sind, sorgen für Verwirrung. Und "einfach Max Heller" zu sein, ist nicht immer leicht, wenn man sich mit seiner Meinung und seinem Handeln jederzeit zuerst vor den Nationalsozialisten in Acht nehmen muss und dann vor der Sowjetarmee.

Frank Goldmanns "Der Angstmann" ist nicht nur Krimi, sondern schildert auch in eindringlicher Weise die bedrückende Situation in Dresden kurz vor und kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges. "Jeden Abend verließ er diese Welt, um zurückzukehren in ein warmes Heim, mit einer warmen Mahlzeit. Tag für Tag mit einem schlimmeren Gefühl der Hoffnungslosigkeit, denn der Strom der Menschen riss nicht ab. Waren ein paar hundert abgefertigt und zu ihrem neuen Bestimmungsort losgeschickt, so kamen hunderte, tausende neue Flüchtlinge nach. Ihre Sprache wurde fremder und der Wille der Einheimischen, sie aufzunehmen, sie als Landsleute anzuerkennen, wurde schwächer und schwächer, denn sie waren Konkurrenten um die wenigen Lebensmittel, um den Wohnraum, um die Kleidung. Die Angst, selbst nicht genug zu bekommen, wurde dafür stärker?" S. 50 Das bedeutet in diesem Falle nicht nur, die eine Verknappung und die eine Ideologie zu tauschen gegen eine andere ? die für Dresden verheerenden Bombenangriffe kurz vor Kriegsende findet in der beschriebenen Zeit statt. Der Autor ist Dresdner und wie alle auch jüngeren Dresdner ist er in diesem Bewusstsein, mit den Erzählungen in den Familien, aber auch mit den bis ins Heute reichenden Spuren in der Stadt aufgewachsen (ja, das gilt auch für andere Städte wie z.B. Hamburg mit dessen Feuersturm; aber hier geht es eben um Dresden). Meiner Ansicht nach gelingt ihm damit, Ereignisse, die viele Jüngere sich kaum noch vorstellen können, mit aller Not, den vielen Flüchtlingen, der Angst, dem Hunger, dem gegenseitigen Misstrauen eindringlich, eingängig und bildhaft darzustellen, während zunehmend weniger Zeitzeugen noch am Leben sind, um zu berichten von Ereignissen, die heute anderen Menschen an anderen Orten widerfahren.

Ich habe die Erzählung zuerst als Hörbuch genießen dürfen gelesen vom auch als Schauspieler arbeitenden Heikko Deutschmann, den ich wieder einmal als gute Wahl empfand. Bei Krimis als Hörbuch habe ich sonst häufig Probleme, da ich recht schnell lese und damit bei steigender Spannung häufig etwas ungeduldig werde ? das war hier kein Problem: Die Handlung ist zwar oft spannend, aber weniger von der nervenzerfetzenden Art (eben ein Krimi, kein Thriller), und besticht vielmehr durch die allgemein düstere Atmosphäre der Taten und der Zeit. Das Vorlesen passt gut zu dieser Situation. Danach habe ich mir das "normale" Buch noch besorgt,
unter anderem, weil ich so die Strecken in Dresden besser nachverfolgen konnte - ohne "Abwertung" des Hörbuchs, für mich passen einfach die unterschiedlichen Medien zu unterschiedlichen Situationen.

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Der Angstmann

Rezensionen von HEYN Leserunde, Harald Schellander :

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Seltene Affären von Bayer Thommie

Schnell vergessen

Gelesen, weggelegt und vergessen. Selten hat mich ein Buch so wenig beeindruckt wie ?Seltene Affären? von Thommie Bayer. Das Leben des Ich-Erzählers Peter ist in Ritualen erstickt und findet hauptsächlich in seiner Phantasie statt. Muss es trotzdem so monoton geschildert werden? Der runing gag ? Peter gleicht seinem Zwillingsbruder auf Haar ? führt zu mehreren Verwechslungen, darunter eine ebenso pikante wie folgenschwere, die Höhe- und Angelpunkt des Romans ist.

Wäre das Werk doch nur wie jene Zeichnung , die Peters Traum-Putzfrau für ihn hinterlässt und wofür der Autor folgende Beschreibung findet: sehr gekonnt mit wenigen Strichen ausgeführt, mit Blick für die Komposition der kleinen Dinge.

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Seltene Affären

Rezensionen von AngiF:

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Anders geht immer von Mirjam Müntefering

Jung und alt geht immer

Da ihre Schwester gerade Drillinge bekommen hat und damit haltlos überfordert ist, muss Lottas Mutter Petra für mindestens ein halbes Jahr zu ihrer älteren Tochter ziehen um sie zu unterstützen. Für Lotta bedeutet das, dass sie in dieser Zeit zu ihrer Großtante Charlotte ziehen muss, denn auch Lottas Vater ist beruflich so eingespannt, dass er sich nicht ausreichend um die jüngere Tochter kümmern könnte.

Lotta sieht langweilige Zeiten auf sich zukommen und glaubt nicht daran, dass ihre Tante und sie genügend Gesprächsstoff haben werden. Charlotte wiederum hilft ihrer Nichte Petra zwar gerne aus mit der Betreuung Lottas, doch ist sie gerade eingespannt, in ihrer neuen Tätigkeit als Vorsitzende des Tierschutzvereines. Schnell bemerkt sie dann auch, dass es alles andere als einfach ist, von jetzt auf gleich mit einem Teenager zusammen zu leben. Werden die beiden zueinander finden?

Der Autorin ist ein wunderbarer Roman geglückt, der eine Mischung beinhaltet aus einer Coming of Age Geschichte und einer sich im Herbst ihres Lebens Stehenden, die endlich aufkeimende Frühlingsgefühle zulässt und beginnt, sich selbst zu fühlen und lieben zu lassen. Die beiden Protagonistinnen Lotta, 17 Jahre alt, und Charlotte, 70 Jahre alt, müssen sich erst zusammenraufen und erkennen, dass sie voneinander und miteinander lernen können, dabei gilt es so manches Abenteuer zu bestehen. Es ist schön zu sehen, wie die beiden in der Geschichte wachsen und sich öffnen. Mirjam Müntefering schreibt in einem lockeren und ansprechenden Stil. Ihre Charaktere sind allesamt hervorragend angelegt und gerade die Hauptpersonen sind allesamt liebenswert, so dass ich bereits nach den ersten Zeilen mit ihnen mitfiebere. Die Sprache, die die Autorin verwendet ist mal jugendlich modern und dann wieder edler und gesetzter, wie es für ihre Figuren passt. Mirjam Müntefering hat ihre Geschichte in zwei Erzählsträngen angelegt, so dass wir Leser einmal in Lottas und dann wieder in Charlottes Kopf hineinschauen können, das macht das Lesen noch einmal mehr abwechslungsreich.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es unbedingt und uneingeschränkt weiter. Leser bekommen eine unterhaltende Lesezeit geschenkt, mit vielen Momenten zum Schmunzeln, werden aber auch hin und wieder zum Nachdenken angeregt.

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Anders geht immer