Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Eva Knezicek:
Gebete für die Vermissten von Jennifer Clement
Ein ergreifendes Buch
Dieses Buch ist das ,was ich unter einem Roman für Frauen verstehe. Ergreifend und doch distanziert in der Wahl ihrer Worte, macht die Schriftstellerin Jennifer Clement die Stimmen vieler Frauen aus Mexiko hörbar. Unbarmherzig und radikal werde ich als Leserin in die Lebenswelt junger Mädchen geworfen, sodass die zumal absonderliche Abstraktion der Sprache einen notwendigen Abstand bietet.
Wirklich gelungen dieser Auszug einer weiblichen Wirklichkeit !
Rezensionen von regine egg-mitter:
Courage. Im Schatten des Nanga Parbat 1934 von Bettina Hoerlin
Ein Buch, das sicher nicht nur Bergsteiger interessiert
Die Lebensgeschichte von Hermann Hoerlin und Käthe Tietz ist eine faszinierende, berührende und auch inspirierende Geschichte.
Hermann Hoerlin war nicht nur einer der ersten großen Höhenbergsteiger, er war auch ein erfolgreicher Physiker und ein liebender Ehemann und Vater. Bettina Hoerlin, seine Tochter, beschreibt anhand der vielen Briefe ihrer Eltern die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland beeindruckend, oft fast beklemmend.
Man nimmt aus diesem Buch mehr Geschichtsunterricht aus dieser Zeit mit, als man in der Schule vermittelt bekam und auch wahrscheinlich heute nicht mehr vermittelt bekommt. Trotzdem aller Widrigkeiten und Schrecken verlief das Leben der beiden positiv, nicht zuletzt wegen ihrer Liebe zueinander und ihrem starken Willen.
Eine gut zu lesende Biographie zweier Menschen, die man gerne weiterempfiehlt - nicht nur Bergsteigern!
Rezensionen von regine egg-mitter:
Courage. Im Schatten des Nanga Parbat 1934 von Bettina Hoerlin
Ein Buch, das man ewig weiterlesen könnte
Schon nach den ersten Seiten ist man gebannt von dem, was die beiden Autoren sich vorgenommen haben. Hinzu kommt die besondere Romantik, dass dieses Abenteuer ihre Hochzeitsreise sein wird und sie sich diesen Luxus eines gemeinsamen Jahres fernab des Alltags gönnen! Die wechselweise "Berichterstattung" der beiden erhaltet bis zum Schluss den Unterhaltungsfaktor.
Man erlebt fast hautnah die Höhen und Tiefen, man spürt in vielen Momenten die Situationskomik, man erinnert sich auch noch später an die Menschen, die die beiden Autoren getroffen haben und man kann sich oft auch - dank vieler wunderbarer Fotos - die Landschaften der Reise vorstellen.
Ich habe dieses Buch sehr genossen, oft stundenlang gelesen, bis die Reise wieder weiterging auf einen anderen Kontinent, die Routen auf den Karten verfolgt und dazwischen oft vor- und zurückgeblättert! Am Ende hatte ich das Gefühl, dass die Reise noch weiter gehen könnte und hoffe deshalb, die Autoren lassen wieder von sich hören!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:
Gebete für die Vermissten von Jennifer Clement
Packend und fast unerträglich
Das ist ein Buch für eine Nacht, es ist schwer, es wegzulegen. Die Umstände und Bedingungen, unter denen die Mädchen und Frauen leben, sind fast unerträglich - und doch leben sie mit großer Intensität und fast immer mit Angst. Keimt einmal ein Hoffnungsschimmer auf, wird er enttäuscht und dennoch - die Hoffnung stirbt zuletzt.
Es ist schwer, zu akzeptieren, dass hier reale Lebensumstände geschildert werden - die Tristesse ist absolut erdrückend - und irgendwie war ich auch froh, dass das Buch zu Ende war und ich nicht weiterlesen musste.
Warum habe ich nicht die beste Bewertung gegeben? Es scheint mir spürbar, dass es ein Blick von aussen ist, die Sprache wird den betroffenen Menschen gegeben, es ist nicht ihre Sprache, es ist eine engagierte Reportage, die versucht, den Menschen gerecht zu werden, den Opfern eine Sprache zu geben.
Rezensionen von kurt:
Ich weiß nicht, warum ich noch lebe von Friedrich Orter
Autorenlesung in Bad Schallerbach
Ich habe heute die Lesung von Dr. Friedrich Orter in Bad Schallerbach gehört und war tief beeindruckt. Ich war erschüttert vom Tod seiner Frau in Palleativstation. da auch meine lb. Frau am 8. Sept. 2014 erst verstorben ist.
Die Erzählungen und Berichte von ihrem Mann, die Angst und das Mitfühlen, Zittern und Bangen um den stets bedrohten Gatten hat sich bestimmt nicht positiv auf ihren Gesundheitszustand ausgewirkt.
Doch zu Titel des Buches "Ich weiß nicht, warum ich noch lebe" würde ich dem Autor den Vortrag von Kurt Tepperwein auf You tube "Die herrliche Kraft der Freude" empfehlen. Vielleicht wird er sich dann fragen, wie oft er schon gestorben ist, nach dem Schriftwort: "Unser Leben wird und nicht genommen sondern nur gewandelt." In einem Büchlein mit Trostworten habe ich die Zeilen gefunden: "Wenn ein Schiff hinter dem Horizont verschwindet, setzt es seine Reise dennoch fort und es gibt Andere, die sich auf seine Ankunft freuen"
Ich danke Herrn Orter für die herzliche Widmung
Rezensionen von Heyn Leserunde Elisabeth Del Carlo:
Gebete für die Vermissten von Jennifer Clement
Mexiko real und trotzdem ein Roman
Wenn man dieses Buch anfängt zu lesen kann man es nicht mehr aus der Hand legen.
Eine Reportage aus dem heutigen Mexiko, erzählt mit den Stilmitteln eines Romans.
Die jüngsten Medienberichte über Entführung, Gewalt, Mord und Korruption in Mexiko werden mit
diesem Roman untermauert, harte Fakten werden von der Autorin brutal, ehrlich, schonungslos und gleichzeitig
sehr berührend erzählt.
Unbedingt lesen!!
Rezensionen von HEYN Leserunde Petra Gutsche:
Gebete für die Vermissten von Jennifer Clement
Empfehlenswert
Das Buch erzählt von der jungen Ladydi während ihrer Kindheit in Mexiko.Ladydi wächst in einem mexikanischen Bergdorf auf, inmitten lauter Frauen, Männer gibt es in dem Bergdorf keine. Ihre Geschichte handelt von Armut, Gefahr, Drogen- und Mädchenhandel. Ladydi und ihre Freundinnen Maria, Paula, Estefanie erleben eine Kindheit voller Schrecken, Not und Leid, sie müssen sich als häßliche Jungs verkleiden um nicht von den Drogendealern entführt zu werden.
Ladydis Leben scheint mit ihrem Beruf als Hausmädchen in Acapulco endlich friedlich und schöner zu verlaufen doch ihr Cousin, bekannt in der Drogenszene verwickelt sie in einen komplizierten Drogendeal und so landet Ladydi schließlich im Gefängnis von Mexiko.
Die Erzählerin springt in dem Buch zwischen verschiedenen Zeitepochen hin und her, sie erzählt von der Vergangenheit und der Zukunft was manchmal sehr verwirrend werden kann. Erzählungen werden wiederholt und die Sätze enden oft abrupt. Mehrere Jahre umspannt das Buch und taucht in loser Abfolge immer wieder in verschiedene Momente des Familienlebens von Ladydi, ihrer Mutter und den anderen Mitbewohnerinnen des Berges ein. Die Erzählungen sind meist tieftraurig und herzzerreissend, fesseln den Leser jedoch trotz all der Schwermütigkeit.
Rezensionen von Almut Nestelbacher, Buchhandlung HEYN, Klagenfurt:
Gebete für die Vermissten von Jennifer Clement
Traumhaft!
Die großartige deutsche Cellistin, die mit Ihrem Rosamunde Quartett berühmt wurde und mit Groeßen wie Jean-Louis Matinier oder Andy Sheppard Platten aufgenommen hat und der nicht weniger großartige franzoesische Jazz-Pianist treffen sich bereits zum fünften Mal, um gemeinsam bei Manfred Eichers legendärem Label ECM einfach schöne Musik zu machen.
Werke von Komitas Vardapet, Georges I. Gurdjieff & Frederic Mompou werden durch Eigenkompositionen von Couturier wunderbar ergaenzt, so dass die 10 interpretierten Stuecke ein abwechslungsreiches Album ergeben.
Sphaerisch, tragend, manchmal sehr lebendig, meist aber ruhig, doch nie zu ruhig, zeigen die beiden ihr Koennen und arbeiten sich durch Chants, Hymns und Dances, dass einem der Atmen stockt (Was auch gut ist, denn so übertoent das eigene Atmen nicht die filigransten Stellen)
Es erstaunt doch, wie intensiv ein Cello/Piano Duo wirken kann: auch durchaus traurige Passagen verlieren nicht an Reiz und schwungvolle Taenze werden zart und praezise gespielt.
Keine CD, mit der man eine muntere Party beschallen sollte (außer man möchte selbige beenden), aber ein Hoervergnuegen der Sonderklasse für den aufmerksamen Genuss alleine oder zu zweit.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Gebete für die Vermissten von Jennifer Clement
Versteckt in einem Erdloch - nur so kann ein Mädchen überleben
In Mexiko ist es das Beste, ein hässliches Mädchen zu sein- das ist einer der ersten Sätze in dem Buch, die unter die Haut gehen.
Ladydi lebt mit ihrer Mutter in einem Dorf in den Bergen, geht in die Schule, lacht mit ihren Freundinnen, träumt von der Zukunft, und hat gelernt, immer auf der Hut zu sein.
Wenn schwarze Geländewägen wie Untiere am Horizont auftauchen, verstecken sich die Mädchen in einem Erdloch. Denn die Autos bringen Gewalt und Schrecken ins Dorf. Bewaffnete Männer suchen nach hübschen Mädchen, die sie im Auftrag der Drogenbosse und Menschenhändler verschleppen, und wer sich ihnen in den Weg stellt, wird getötet.
In schlichten, deshalb vielleicht besonders einprägsamen Worten beschreibt Jennifer Clement das Leben in diesen Dörfern. Familie heißt hier: Mütter mit ihren Töchtern, vielleicht noch ein heranwachsender Sohn, bis auch der wegzieht wie die Männer, die auf der Suche nach Arbeit über die Grenze gegangen, in der Stadt verschwunden, oder tot sind. Die Frauen sind auf sich allein gestellt, es gibt niemanden, der ihnen hilft, keine Öffentlichkeit, die sich für sie interessiert. Es gibt den Zusammenhalt und den unerschütterlichen Überlebenswillen dieser Frauen, und es gibt immerhin das Fernsehen als Fenster zur Welt. Ladydi trägt daher auch keinen mexikanischen Namen, sie ist benannt nach Lady Diana, der englischen Prinzessin.
Es ist ein Buch, das berührt und traurig macht, weil es genau recherchiert und sehr real ist. Es ist aber auch eine Geschichte über die Kraft von Träumen und Hoffnungen, über die geheimnisvolle Stärke, die Wünsche und Gebete verleihen können. Und es ist bei aller Tragik ein Buch voller Humor, das man unbedingt lesen sollte!
Rezensionen von kathiduck:
Gebete für die Vermissten von Jennifer Clement
Unterhaltsamer Schmöker
Tony Jarman vererbt seiner ehemaligen Lebensgefährtin Audrey Kepler und ihrer gemeinsamen Tochter Bronwyn ein altes Herrenhaus in Queensland. Die beiden entschließen sich von Melbourne nach Thornwood House umzuziehen. Dort erfährt Audrey, dass der Vorbesitzer des Hauses, Tony's Großvater, in einen bisher ungeklärten Mordfall verwickelt war.
Sie beschließt dieser Geschichte auf den Grund zu gehen. Doch je weiter sie in die vergangenen Ereignisse eintaucht, desto mehr gerät sie selbst in Gefahr.
Der Debütroman "Das Rosenholzzimmer" von Anna Romer besticht durch seinen flüssigen Schreibstil und seine spannende Handlung. Die Autorin schafft es von
Beginn an den Leser in ihren Bann zu ziehen. Das gelingt ihr auch deshalb so gut, weil sie neue Erzählperspektiven anhand von Tagebuchauszügen und Briefen einbringt. Die Charaktere sind sehr anschaulich dargestellt. Sehr schön fand ich die Landschaftsbeschreibungen, die den Leser mitten ins australische Buschland
führte, ohne langatmig zu werden.
Fazit: Ein unterhaltsamer, gut geschriebener "Schmöker".




