Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
The Exes von Leodora Darlington
Gewalttätige Impulse
Leodora Darlington hat in ihrem Erstlingswerk mit Natalie eine zwiespältige Protagonistin geschaffen. Ihr Leben wird von Beziehungen mit Männern bestimmt, die sie schlecht behandeln. Mehrere Exfreunde sind tot.
Jetzt lebt sie mit ihrem Mann James.
Der Romanaufbau ist ein ziemliches hin und her. Jetzt, damals, Briefe, Boyfriend 1, Boyfriend 2, früher usw.
Hinzu kommen noch Therapiesitzungen. Das ist schon viel, aber man kann sich da rein finden.
Bei Natalie stört mich, dass sie so stark von ihren Gefühlen beherrscht wird. Es gibt anscheinend eine Vorgeschichte von Gewalt in der Kindheit. Das sie immer wieder auf gewalttätige Männer trifft, kann kein Zufall sein.
Natalie tut mir leid, aber als likeable Charakter nehme ich sie nicht wahr.
Mit zunehmender Handlung kommen einige massive Wendungen.
Das Buch ist nicht ganz einfach einzuordnen. Ein konventioneller Thriller ist es nicht, aber nur als Drama sehe ich es auch nicht. Das Buch ist nicht direkt spannend, aber überwiegend packend. Mit hat es so Mittel gefallen. 3,5 Sterne!
Rezensionen von Streiflicht:
Drei kleine Buchläden am Ende der Welt von Ruth Shaw
Wie eine Freundin ...
Nachdem ich erst vor Kurzem das erste Buch von Ruth Shaw „Der Buchladen am Ende der Welt“ gelesen habe, war ich natürlich begeistert, als ich gesehen habe, dass es eine Fortsetzung gibt. Schon das erste Buch hat mich gut unterhalten, aber es ist phasenweise sehr traurig und düster, weil die Lebensgeschichte von Ruth es eben ist.
Dieses zweite Buch ist deutlich positiver und hat mir daher auch noch ein bisschen besser gefallen. Es ist, als würde eine Freundin aus ihrem Leben erzählen und immer wieder schöne Geschichten aus ihrer Vergangenheit erzählen.
Am besten haben mir immer die Geschichten gefallen, in denen es um Tiere geht, oder diejenigen, die aus dem Alltag in den Buchläden erzählen. Ich stelle mir gerne vor, ich hätte auch so einen Buchladen, das wäre sicherlich einfach schön. Zu gerne würde ich die drei Buchläden am Ende der Welt mal sehen und Ruth und ihren Mann Lance dort in Neuseeland besuchen.
Die Reise durch das Leben von Ruth und ihren Lieben, die Geschichten aus den Buchläden und ihr Kampf für die Natur und Tierwelt Neuseelands haben mich wieder bestens unterhalten. Ein warmherziges Buch über eine starke Frau, die man gerne kennenlernen würde!
Rezensionen von Eternal-Hope:
Finding My Way. Ein Memoir von Malala Yousafzai
Eine ganz normale außergewöhnliche junge Frau
Malala Yousafzai ist mittlerweile 28 Jahre alt, fast doppelt so alt als damals, als ihr die Taliban in den Kopf schossen, weil sie sich schon als Kind und Jugendliche, unterstützt von ihrem Vater, mutig für das Recht pakistanischer und afghanischer Mädchen auf Bildung einsetzte.
In diesem Memoir spricht sie in ihren eigenen Worten über die Zeit danach.
Mit dem Mordanschlag auf sie änderte sich ihr Leben komplett: sie überlebte nur knapp, wurde mit ihrer Familie nach Birmingham in Großbritannien ausgeflogen und musste über die Jahre viele Operationen über sich ergehen lassen, um ihre Gesichtsfunktionen einigermaßen wiederherzustellen. Bis heute kann sie kaum einen Schritt machen, ohne Leibwächter hinter sich zu haben, denn die Taliban haben die Drohung, sie zu ermorden, schon mehrmals wiederholt. Gleichzeitig öffneten sich ein neues Leben und neue Perspektiven für sie als Botschafterin für Mädchenbildung und Friedensnobelpreisträgerin.
Offen und persönlich erzählt Malala in diesem Buch von ihren Hoffnungen und Träumen, von ihren Erfolgen und Rückschlägen, und von dem großen Spagat, den es erfordert, einerseits eine weltberühmte Bildungsbotschafterin und Friedensnobelpreisträgerin zu sein, ständig in dieser Mission um die Welt zu fliegen, dabei Geld für ihre Familie und Verwandtschaft zu verdienen und gleichzeitig zu versuchen, eine ganz normale junge Frau zu sein, zur High School zu gehen und dann in Oxford zu studieren, Freundschaften zu knüpfen, tanzen zu gehen, und sich vor einem nach wie vor kulturell sehr konservativen Hintergrund zu verlieben, mit einer tiefgehenden Skepsis gegenüber der Institution Ehe und allem, was damit einhergehen kann.
Wir begleiten Malala durch eine einsame Zeit im britischen Schulsystem, erst einmal ohne Freundinnen. Wir erleben ihre Schwierigkeiten damit, in diesem neuen Schulsystem und auch auf der Uni, wo Verständnis viel wichtiger ist als in Pakistan, wo es nur um Auswendiglernen, ging, zurechtzukommen, selbständig ihre Defizite zu beheben und überhaupt neben all ihren anderen Aufgaben genug Zeit für akademische Belange zu finden.
In Malalas Herkunftskultur ist das Konzept, auf die eigene psychische Gesundheit zu achten, ein noch nicht sehr verbreitetes und so dauert es einige Zeit, bis ihr bewusst wird, dass sie unter Panikattacken und einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet, doch dann nimmt sie mutig Psychotherapie in Anspruch. Eine von ihr gegründete Mädchenschule im ländlichen Pakistan wird auch eine der ersten sein, in der es zusätzlich das Angebot einer psychosozialen Beratung gibt, die von den Mädchen begeistert angenommen wird.
Doch es gibt auch herbe Rückschläge: wie bekannt ist, haben die Taliban Afghanistan nach dem Rückzug der amerikanischen Truppen wieder für sich eingenommen und seitdem werden Mädchen und Frauen dort wieder stark unterdrückt und aus dem Berufsleben, der Öffentlichkeit und von Bildung ausgeschlossen. Sehr traurig für die Welt und auch für Malala und ihren Einsatz für Mädchenbildung!
Sie erzählt auch, wie sehr diese Entwicklungen sie getroffen haben und wie desillusionierend es für sie war, wie wenig es auf der Welt um Information und wie viel es um Macht zu gehen scheint und wie viel Online-Hass sie immer wieder für ihre Auftritte erntet, doch ist sie entschlossen, ihren tapferen Kampf für eine bessere Welt weiterzuführen.
Das Buch ist in eher einfacher Sprache verfasst, doch gerade das macht es sehr authentisch und für viele Menschen überall auf der Welt zugänglich. Es braucht keine akademische Bildung, um Malalas Geschichte zu verstehen und sich von ihr berührt zu fühlen. Besonders berührt hat mich, wie diese mutige junge Frau gleichzeitig in so vielen anderen Bereichen einfach ein ganz normales Mädchen und eine ganz normale heranwachsende Frau ist: eine, die Freude am Leben hat, mit Freundinnen lacht, gerne tanzt und sich verliebt. Auch ihre Familie lernen wir ein bisschen kennen, genauso wie ihre tiefe Liebe zur Heimat, die sie nach einigen Jahren unter strengen Auflagen und gut geschützt kurz wieder besuchen kann.
Insgesamt ist es ein sehr berührendes Werk, das ich einer breiten Leserschaft wärmstens empfehlen kann.
Rezensionen von Ameland:
Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross
Folgenschweres Nein
Bewertet mit 3,5 Sternen
Die Familie Blum ist noch neu in dem beschaulichen Städtchen Riverburg. Das ändert sich jedoch schlagartig als an die Öffentlichkeit dringt, dass der Direktor der achtzehnjährigen Hazel ein unmoralisches Angebot macht. Er hat sie in diesem Jahr auserkoren mit ihm Sex zu haben.
Hazel ist stark genug, nein zu sagen. Aber die Lawine ist ins Rollen geraten.
Hazel ist eine sehr starke Person, die sich selbst treu bleibt. Sie weiß was sie will und ganz besonders was sie nicht will. Auch ihre Eltern und ihr Bruder sind gut ausgearbeitete Charaktere, von denen jeder auch ohne diesen Vorfall mit eigenen Problemen zu kämpfen hat. Besonders Hazels Bruder Will ist mir ans Herz gewachsen.
Die Geschichte beginnt mit kurzen prägnanten Sätzen, die sehr eindringlich wirken und Hazels Gedanken und Gefühle sehr gut ausdrücken. Auch die Auswirkungen auf die einzelnen Familienmitglieder und die Bewohner der Kleinstadt werden gut aufgezeigt. Leider verschiebt sich der Fokus im weiteren Verlauf und die Geschichte gleitet ab ins Märchenhafte. Die Übergriffigkeit des Direktors wird mehr und mehr zur Nebensache. Dieser Verlauf steht im krassen Gegensatz zu dem, was Mädchen und Frauen im wirklichen Leben nach Belästigungen, Übergriffigkeit oder sogar Vergewaltigung durchmachen.
Auch wenn ich das Ende wieder etwas positiver fand, hatte ich mehr erwartet. Das Potential wurde nicht voll ausgeschöpft, daher gibt es von mir nur 3,5 Sterne.
Rezensionen von Anndlich:
This Story Might Save Your Life von Tiffany Crum
fonzierichiepotsie
Benny und Joy sind beste Freunde und betreiben zusammen einen Podcast, in dem sie über mögliche Überlebensstrategien philosophieren. Das Band ihrer Freundschaft ist tief, doch dann verschwindet Joy plötzlich und auch Xander, ihr Ehemann, ist nicht auffindbar. Benny gerät in Panik und alarmiert die Polizei, doch für diese steht bald Benny im Fokus.
Als er Joys Manuskript mit ihren Memoiren findet, eröffnet sich ein neuer Blick auf seine Freundin und auf das Geschehen. Sind Joy und Xander noch am Leben, hat Benny wirklich nichts mit dem Verschwinden der beiden zutun oder wird ihr Podcast zur Lebensrealität Joys?
This Story Might Save Your Life von Tiffany Crum ist ein starker Debütroman der Autorin. Ich würde ihn eher als Spannungsroman einordnen und weniger als Thriller, auch den Vergleich mit Freida McFadden kann ich nicht unterschreiben, was das Buch aber nicht weniger gut macht. Tiffany Crum hat ihre ganz eigenen Stärken. Ich konnte mich unglaublich gut in Joy und Benny hineinversetzen und habe die beiden schnell ins Herz geschlossen, weswegen ich von der Geschichte sehr gepackt wurde. Die Story lief wie ein Film vor mir ab, was u.a. an der angesprochenen Nähe zu den Protagonisten liegt, aber auch an einem hervorragenden Schreibstil, der an den richtigen Stelle in die Tiefe geht und anderes nur oberflächlich behandelt.
Einige Auflösungen sind recht offensichtlich, andere hingegen können überraschen und auch das Ende hat mir sehr gut gefallen. This Story Might Save Your Life hat mir viel Spaß gemacht, mich mitleiden und -hoffen lassen und konnte mich komplett überzeugen. Wer auf der Suche nach einem blutrünstigen, actionreichen Thriller ist, ist hier an der falschen Adresse. Wer jedoch auch gerne tiefgründigere Geschichten mit ruhiger Atmosphäre und dennoch einer guten Packung (An)Spannung liest, dem kann ich das Buch nur empfehlen!
Rezensionen von clematis:
Good Spirits von B.K. Borison
Geisterhafte Weihnachten
Nolan ist seit seinem Tod vor etwa hundert Jahren gefangen in der Welt der Geister. Alljährlich kommt er im Dezember auf die Erde zurück, um schlechte Menschen heimzusuchen und auf den rechten Weg zu bringen. Dieses Jahr wird er zu Harriet gesandt, aber die junge Frau ist doch ein durch und durch guter Mensch? Gemeinsam tauchen die beiden wie ein Wirbelwind in ihre Vergangenheit ein, um diese Mission zu verstehen.
Abwechselnd blicken wir aus Harriets und Nolans Sicht auf die ziemlich surreale Handlung, welche aufdecken soll, warum ausgerechnet diese zwei hier aufeinandertreffen. Harrietts vollgestopfter Antiquitätenladen und die stürmischen Zeitreisen bieten dafür einen gelungenen Rahmen, auch den Bezug zu Weihnachten betreffend. Die Botschaft hinter der Geschichte gefällt mir ebenfalls gut, sowohl Harriet als auch Nolan lernen wesentliche Dinge über sich selbst und dürfen sich weiterentwickeln. Man merkt schon, jetzt kommt ein „aber“: die beiden Figuren konnten mich im Laufe der Kapitel nicht wirklich fesseln in ihrem Tun oder besondere Gefühle in mir auslösen. Die Szenen – besonders im Mittelteil – wirken auf mich wie aufgefädelte Perlen, wiederholen sich, und liefern nicht ganz die humorvolle Unterhaltung, welche ich mir aufgrund anderer Leserstimmen auf der Buchrückseite erwartet habe. Die heißen Liebesmomente hingegen haben mich überrascht, das Ende wiederum gefällt mir ausgesprochen gut.
Ein ungewöhnlicher Weihnachtsroman mit einer süßen Katze, die verbindet.
Rezensionen von Leseliebee:
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand von Baek Seungyeon
Geschenk für Menschen, die die Magie von Briefen und Papier schätzen.
In dem Roman „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ von Baek Seungyeon geht es um einen Buchladen in Seoul, in dem Menschen einander handgeschriebene Briefe schicken und Briefpapier kaufen können. Das Buch ist in einem ruhigem Erzähltempo geschrieben und zeigt wie Worte auf Papier das Leben der Protagonisten in neue Bahnen lenken kann.
Die Protagonisten werden zu Beginn vorgestellt, das hilft ungemein, da es nicht einfach ist, die koreanischen Namen auseinander zu halten.
Besonders gelungen ist, dass der Roman immer wieder authentische Briefe aus dem real existierenden Briefladen einstreut, was die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen lässt.
Insgesamt ist es eine sehr liebevoll umgesetzte Buchidee und ein warmherziger Roman für alle, die handgeschriebene Worte, leise Töne, entschleunigtes Erzählen und Geschichten über unerwartete Begegnungen lieben – ideal auch als Geschenk für Menschen, die die Magie von Briefen und Papier schätzen.
In dem Roman „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ von Baek Seungyeon geht es um einen Buchladen in Seoul, in dem Menschen einander handgeschriebene Briefe schicken und Briefpapier kaufen können. Das Buch ist in einem ruhigem Erzähltempo geschrieben und zeigt wie Worte auf Papier das Leben der Protagonisten in neue Bahnen lenken kann.
Die Protagonisten werden zu Beginn vorgestellt, das hilft ungemein, da es nicht einfach ist, die koreanischen Namen auseinander zu halten.
Besonders gelungen ist, dass der Roman immer wieder authentische Briefe aus dem real existierenden Briefladen einstreut, was die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen lässt.
Insgesamt ist es eine sehr liebevoll umgesetzte Buchidee und ein warmherziger Roman für alle, die handgeschriebene Worte, leise Töne, entschleunigtes Erzählen und Geschichten über unerwartete Begegnungen lieben – ideal auch als Geschenk für Menschen, die die Magie von Briefen und Papier schätzen.
Rezensionen von Kwinsu:
Eisnebel von Kate Alice Marshall
Gruselige Stimmung, klischeehafte Figuren und Denglisch
Theo ist frisch verliebt und schon verlobt: sie ist sich sicher, dass Connor der Richtige ist. Zweifel kommen allerdings auf, als sie seiner Familie vorgestellt wird: die stinkreichen Angehörigen sind ihr gar nicht geheuer. Als sie schließlich Warnungen erhält, sie solle sich von Connor fern halten, ist die Verunsicherung perfekt.
Auch das seltsame Verhalten der meisten Familienangehörigen Connors mit Anspielungen auf Theos Vergangenheit lassen sie schaudern, dazu kommt das unheimliche, abgelegene Bergdomizil, das sie zusätzliche Bedrohung fühlen lässt. Schnell stellt sich hieraus, dass ihr Bauchgefühl auf der richtigen Fährte ist...
Grundsätzlich ist der Spannungsaufbau der Geschichte gut. Von Anfang an spürt man eine Unwohlsein und das Gefühl, das irgend etwas nicht stimmt mit diesem Winterdomizil und Connors Familie. Lange war ich mir auch nicht sicher, ob nicht Connor selbst ein falsches Spiel spielt, was noch dadurch verstärkt wird, dass Theo gewisse Geheimnisse entdeckt. Ein großes Rätselraten beginnt auch damit, als Theo die Fernhalte-Warnungen bekommt. Es gibt viele Verstrickungen, die anfänglich noch gar nicht erahnt werden können, weder von Theo selbst, noch von den Leser*innen, was zusätzliche Spannungsmomente schafft.
Nun das Aber: die Figurenzeichnung empfinde ich als sehr oberflächlich. So richtig konnte mir nicht vermittelt werden, was Theo so toll an Connor findet und was die beiden tatsächlich verbindet. Die Familienangehörigen und sonstigen Figuren empfinde ich als ziemlich (US-amerikanisch) klischeehaft und platt. Das Thema der extrareichen Familie, die keine zukünftige Ehefrau Connors dulden mag, die aus der unteren "Schicht" stammt, weil sie ohnehin nur auf das Geld aus ist, zieht sich von Anfang bis Ende durch und wirkt für mich nicht sonderlich glaubwürdig und ehrlich gesagt auch ziemlich unkreativ. Obwohl Theo schon einiges durchgemacht hat in ihrem Leben, ist sie erstaunlich naiv. Das hat mich teilweise so geärgert, dass es mich komplett aus der Spannung herauskatapultiert hat. Ebenso die einseitige Darstellung der Charaktere - es scheint nur Gut und Böse zu geben, Zwischenschattierungen sind rar gesät. Leider wird auch nur aus der Sicht der Protagonistin erzählt, ein Perspektivenwechsel zwischendurch hätte der Geschichte bestimmt mehr Tiefe und zusätzliche Spannung gegeben.
Zur Hörbuchumsetzung: ich mag die Stimme der Sprecherin wirklich sehr gerne, sie ist tief und rau, was besonders gut passt um die unheimliche Stimmung im Winterdomizil wiederzugeben und die Spannung aufrecht zu erhalten. Wozu sie aber m.E. nicht passt, ist Theo: die Protagonistin ist 24 Jahre alt, die Stimme klingt aber viel älter, das war für mich leider nicht stimmig und hat mich bis zum Schluss irritiert. Was ich aber wirklich nicht gut und teilweise unerträglich fand, war die Aussprache der US-amerikanischen Namen: während einige Namen, wie Theo oder Connor noch absolut erträglich ausgesprochen wurden, tat es bei Alexis (Aläksis) und Paloma (Palouma) schon dezent weh, bei dem zahlreich vorkommenden Sebastian (Sebesstschn) trieb es mir aber ziemliche Aversionen auf, was dazu führte, dass ich die Geschichte regelmäßig unterbrechen musste und ich teilweise schon gar nicht mehr weiterhören wollte. Auf so etwas reagiere ich aber extrem, das geht anderen bestimmt anders, ich weiß ob meiner Monkischheit. Ich habe mich trotzdem gefragt, ob es nicht besser gewesen wäre, die Namen mit dieser Sprecherin deutsch auszusprechen (wovon ich eigentlich auch kein Fan bin).
Mein Fazit: wer einen spannenden Thriller sucht, dem es nicht stört, dass die Figuren klischeehaft us-amerikanisch und ohne Tiefgang sind, wird hier sicher gut unterhalten. Beim Hörbuch ist die Stimme toll, auch wenn sie nach meinem Dafürhalten nicht zur jungen Hauptfigur passt und die Aussprache der US-amerikanischen Namen einem klaren Denglisch zugeordnet werden kann.
Rezensionen von Kwinsu:
Hilf den Tierkindern von Nico Sternbaum
Entzückendes Mitmachbuch mit großartigen Illustrationen!
Katze, Schaf, Huhn, Hase und Hund bekommen in diesem entzückenden Mitmachbuch für Kinder ab 1,5 Jahren ihren großen Auftritt - ob mitmiauen, Kopfwackeln, Farben erkennen oder Streicheln, das Büchlein regt die Kleinsten an, mit verschiedenen Sinnen mitzumachen. Die Illustrationen sind sehr süß und kindgerecht, wobei ich sagen muss, dass sie mir persönlich auch sehr, sehr gut gefallen und sehr lustig sind - hier in Österreich würde man liebevoll sagen, dass die Tiere teilweise "schaßaugat" dreinschauen ;)
Ich habe das Buch mit meinem kleinen zweijährigen Neffen durchgeblättert, vorgelesen und nachgemacht - und er hat begeistert mitgemacht und viel dabei gelacht.
Sogar seine fünfjährige Schwester hat sich aktiv beteiligt und ihm vorgezeigt was zu tun ist, wenn er nicht schnell genug reagiert hat :D
Die Texte sind auch angenehm kurz und sprechen die Kleinen direkt an, in einer adäquaten Sprache. Mir gefällt auch gut, dass immer nett erklärt wird, was passiert, nachdem man den Tieren "geholfen" hat. Hier wird auch untereschwellig vermittelt, dass gemeinsames Tun etwas schönes ist und Positives bewirkt. Die Seiten sind wie bei solchen Büchlein für die ganz kleinen Kinder aus dickem Karton und fühlen sich sehr wertig und langlebig an.
Ich kann "Hilf den Tierkindern" von Nico Sternbaum nur wärmstens für die kleinsten Mitmachkinder empfehlen!
Rezensionen von Peter Burk:
Alpenvereinsjahrbuch BERG 2026 von Deutscher und österreichischer Alpenverein; Axel Klemmer
Eine gelungene Jubilläumsausgabe
BERG 2026 markiert die bereits 150. Ausgabe des Alpenvereinsjahrbuchs in 160 Jahren und so verwundert es nicht, dass sich der thematische Leitfaden von BergFokus dem „Wandel“ widmet. Kaum ein anderes Stichwort könnte die Situation der Alpen im Jahr 2026 treffender einfangen: vom Rückzug der Gletscher über veränderte Wahrnehmungen der Natur bis hin zu den großen und kleinen menschlichen Eingriffen, die die Landschaft prägen.
Dass auch die Sprache selbst im Umbruch ist, zeigt das Projekt „Alpenwort“, das den alpinen Wortschatz seit 1869 unter die Lupe nimmt.
Im Kapitel BergWelten wird der Großvenediger in den Mittelpunkt gerückt – und damit jener Berg, der bereits die Erstausgabe von 1865 zierte. Warum ein vermeintlich „langweiliger“ Berg dennoch so faszinierend ist, welche Rolle die sogenannten Alpen-Sherpas spielen, und wie kaum bekannte historische Ereignisse wie die „Krimmler Judenflucht“ bis heute nachwirken, wird kurzweilig beleuchtet.
BergMenschen rückt wie immer besondere Persönlichkeiten in den Mittelpunkt. Ob Hüttenwirtin Heidi Wettstein, Verleger und Alpenvereinspionier Felix Liebeskind oder Wanderbuchautor Walter Mair: Es sind Lebenswege, die zeigen, wie eng Biografien und die Bergwelt miteinander verwoben sein können.
In BergSteigen geht es dann um die kleinen und großen Herausforderungen des modernen Alpinismus. Sei es der richtige Umgang mit Free Solo, das Problem von Sexismus in den Bergen, die Frage nach der Eigenverantwortung oder wie man den Skitourenboom naturverträglich lenken kann. Und natürlich kommt man 2026 nicht am E Bike vorbei – der „Uphill Flow“ polarisiert, fasziniert und spaltet gleichermaßen. Aufschlussreich ist auch der Beitrag über den Bergstock („Zeitgemäß unzeitmäßig und einfach praktisch“).
Das Kapitel BergWissen schlägt den Bogen zurück zum Naturschutz und zur Naturwissenschaft. Besonders spannend ist der Beitrag über die Gams und die Frage, ob sich die Art durch den Klimawandel verändern könnte. Dazu kommen Sternenfotografie in den Bergen, Klimastrategien der Alpenvereine und weitere Forschungsansätze, die den Band mit fundiertem Wissen abrunden.
Zum Schluss präsentiert die BergKultur einen abwechslungsreichen Mix: einen literarischen Beitrag des Büchner Preisträgers Clemens J. Setz, komplett von ChatGPT verfasste Schauergeschichten und eine pointierte Auseinandersetzung mit dem Streitthema „Wolf“ (und seiner Ähnlichkeit mit dem Menschen).
Fazit: BERG 2026 ist ein Jahrbuch, das den Wandel in der alpinen Welt umfassend darstellt und in seine unterschiedlichen Facetten einordnet. Für alle, die sich für Bergthemen und alpine Entwicklungen interessieren, eine empfehlenswerte Lektüre.











