Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anjulia :
Nightweaver von R. M. Gray
Rache und Sehnsucht nach Meer
Aster ist Piratin und lebt mit ihrer Familie auf dem Meer. Für die Menschen ist es eine der letzten Möglichkeiten um der Herrschaft der übernatürlichen Nightweaver zu entgehen. Als ihr Schiff von diesen angegriffen wird, ändert sich ihr Leben schlagartig. Statt des gefürchteten Todes wird Asters Familie von adeligen Nightweavern, den Bludgraves, aufgenommen und in ein Dienstbotenverhältnis gezwungen.
Etliche Mitglieder der Familie fügen sich schnell in das neue Leben ein und genießen die vermeintliche Sicherheit. Nur Aster würde am liebsten fliehen und in ihr altes Leben zurückkehren. Doch erst will sie Rache an dem Wesen nehmen, das ihren Bruder bei dem Angriff getötet hat.
Nightweaver von R. M. Gray ist finstere Romantasy mit etwas Piraten-Feeling, Racheabsichten, gefallenen Engeln und bösartigen Dämonen, Geheimnissen, Komplotten und aristokratischer Atmosphäre. Ein Großteil der Handlung findet im und rund um das Herrenhaus der Bludgraves statt. Die Kämpfe, die ausgefochten werden sind größtenteils brutal und blutig. Ich würde das Buch daher tatsächlich als eher düster beschreiben. Geheimnisse und unerwartete Wendung machen die Geschichte interessant. Manches vermutet man allerdings schon im Vorhinein. Die Liebesgeschichte, die sich zwischen Aster und Will entwickelt, wirkt eher noch zurückhaltend und geht ein bisschen in Richtung Enemies-to-Lovers und Forbidden Love. Interessant fand ich das Auftauchen einer weiteren männlichen Nebenfigur, die sowohl charismatisch als auch unberechenbar ist. Ein potenzielles weiteres Love-Interest? Das Buch ist der erste Teil einer Reihe und nicht in sich abgeschlossen. Nach dem aufregenden Ende hätte ich am liebsten direkt weitergelesen. Von mir gibt es fünf Sterne für dieses Highlight.
Rezensionen von Lesemaus:
Belzi Ohnehorn von Gemma Brie; Vincas Richardson
Unterhaltsam, lustig und trotzdem inhaltsreich
Ich habe Belzi meiner Enkelin geschenkt, weil die Geschichte von Freundschaft, Mut und Anderssein perfekt zu ihr passt.
Im Mittelpunkt steht Belzi, ein kleiner Teufel, der viel zu lieb ist, um wirklich böse zu sein – und genau das macht ihn besonders sympathisch.
Belzi landet versehentlich in der Menschenwelt und kann ohne Hörner nicht in die Unterwelt zurück; diese wachsen jedoch nur, wenn er gemein ist.
Die Handlung ist sehr einfach und gut verständlich, sodass sich das Buch besonders für Leseanfänger oder Comic-Einsteiger eignet. Neben der schönen Botschaft, dass man auch dann geliebt wird, wenn man „anders“ ist, ist die Geschichte süß illustriert, unterhaltsam und wirklich lustig.
Das Ende ist offen gestaltet und macht neugierig auf einen möglichen zweiten Band.
Insgesamt ist Belzi Ohnehorn ein kurzweiliger, humorvoller Comic, den wir sehr gerne gelesen haben.
Rezensionen von peedee:
Belzi Ohnehorn von Gemma Brie; Vincas Richardson
Harter Tobak!
Ein Mordanschlag auf einen Staranwalt erschüttert Bern. Wer war die irre Frau, die auf Ferdinand Bouillé losgegangen ist? Primrose, Ferdinands Tochter, erhält kurz nach der Attacke mysteriöse Drohungen: „Atme, so lang du noch kannst!“. Ein Unbekannter beginnt ein grausames Spiel: es kommt zum ersten Todesfall.
Dann zum Zweiten. Als ehemalige Polizistin will Primrose den Killer stoppen, bevor es zu weiteren Verlusten kommt…
Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover mit einem Maschendrahtzaun, das nichts von dem Grauen erahnen lässt.
Das Verhältnis von Primrose – welch‘ ein Name! – und ihrem Vater Ferdinand ist nicht immer einfach, besonders seit er eine neue Frau an seiner Seite hat. Der Streit vom Vorabend steckt ihr noch in den Knochen, doch sie weiss, dass sich die Wogen immer wieder glätten. Bestimmt auch dieses Mal. Denn er ist ihr Fels – Primrose hat nur noch ihn. Der Mordanschlag ändert alles. Wird er durchkommen? Wer steckt dahinter? Die Arbeit in der Kanzlei Bouillé muss weitergehen, was durch die Geschwister und Geschäftspartner Helen und Joseph Strauss auch gelingt. Vorübergehend.
Wie kann man sich und sein Umfeld schützen, wenn man überhaupt keine Ahnung hat, gegen wen man sich wehren soll? Und wann er weshalb wieder zuschlagen wird? Der Hoffnungsballon, dass es sich um eine schreckliche, aber einmalige Zufallstat handelt, platzt, als wüste Drohungen erfolgen.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Die Autorin hat es (leider) geschafft, sehr bildhaft zu beschreiben, was zuweilen grausame Szenen vor meinem inneren Auge hat entstehen lassen. Die Todesfälle oder Foltermassnahmen waren brutal, für mich hart an der lesetechnischen Belastungsgrenze. Aber die Autorin hat es – trotz allem – ebenfalls geschafft, dass ich dranbleiben und unbedingt wissen musste, was denn noch alles passieren würde.
Fazit: Für mich ein brutaler Thriller (auch wenn Krimi vorne auf dem Buch steht) mit überraschender Auflösung. Die administrative Versorgung, ein sehr dunkles Kapitel der Schweiz, wird sehr plastisch thematisiert. Eine Tragödie sondergleichen! Von mir gibt es 5 Sterne und nun benötige ich dringend etwas leichte Kost zum Lesen. Puh, das war heftig!
Rezensionen von Sheilo:
Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank von Paul Maar; Anne Maar
Ein schönes Kinderbuch zum Thema Demenz
Benny besucht seinen Opa, doch der leidet an Demenz. So finden sich Gegenstände an vollkommen falschen Orten, wie die Schuhe im Kühlschrank, doch Benny tritt seinem Opa mit viel Geduld und Liebe entgegen, um den Alltag gemeinsam zu meistern.
"Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank" ist ein sehr schönes Kinderbuch zum Thema Demenz, welches den Kindern die Symptome und Auswirkungen kindgerecht vermittelt, indem alltägliche Situationen aus der Perspektive des Enkels geschildert werden.
Trotz witziger Momente, die dabei entstehen, ist es eine ernste Thematik, welche von den betroffenen, erkrankten Personen oft als solche nicht wahrgenommen wird. Man muss ihnen mit viel Verständnis und Geduld begegnen, um den Alltag zusammen zu meistern, so wie es Benny mit seinem Großvater vormacht. Dabei kann es auch zu gefährlichen Situationen kommen, was im Buch gut dargestellt wird.
Die Geschichte ist daher in meinen Augen eine wundervolle Grundlage, um mit den Kindern zum Thema Demenz ins Gespräch zu kommen. Meine Kinder haben viele Verhaltensweisen des Opas bei denen ihres eigenen Uropas wiedererkannt und nach dem Lesen gab es noch jede Menge Fragen, die ich ihnen gerne beantwortet habe.
Die Geschichte wir im Buch durch passende Illustrationen ergänzt, die einen gelungenen Rahmen für die Geschichte bilden und sie ergänzen. Ich mag dabei die gedeckten Farben sehr, da sich die Grafiken somit nicht in den Mittelpunkt drängen.
Ich kann dieses gelungene Kinderbuch ab 5 Jahren allen sehr empfehlen, die selbst eine erkrankte Person in ihrem Familien- bzw. Bekanntenkreis haben und Kinder, denen das Thema auf eine kindgerechte Weise nahe gebracht werden soll.
Rezensionen von liesmal:
Waldmann von Thomas Ziebula
Würdelos und kaum zu begreifen
Es ist erschreckend, dass es Menschen gibt, die den ersten Satz unseres Grundgesetzes einfach nicht beachten: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Daran musste ich denken, als ich von Flüchtlingen aus der Ukraine und im selben Atemzug von Menschenhandel und Zwangsprostitution gelesen habe.
Ein schweres, hochbrisantes und aktuelles Thema, das Thomas Ziebula in seinem Roman behandelt. Ein dreckiger Sumpf, in den sich Waldmann begeben muss, nachdem er in die Bonner Mordkommission Bonn zurückgekehrt ist. Dass seine Frau vor einigen Jahren auf einem Basar im nigerianischen Lagos plötzlich verschwunden war, ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen.
Die Journalistin Pia Luninger wendet sich an Waldmann. Sie arbeitet an einer Reportage über Menschenhandel und Zwangsprostitution mit dem Titel „Spurlos“. Dann ist da noch Susanne, eine angebliche Sozialarbeiterin, die versucht, von Zwangsprostitution betroffenen Frauen zu helfen.
Das Buch ist nicht einfach zu lesen. Ziebula erzählt aus mehreren Perspektiven. Mit den recht kurzen Kapiteln wechseln Orte, Zeit und Personen. Lange hatte ich Probleme damit, dass Protagonisten zu Beginn eines Kapitels nicht namentlich benannt, sondern nur mit "er" oder "sie" beschrieben wurden. Das hat mich in meinem Lesefluss behindert und auch keine echte Spannung aufkommen lassen.
Nachdem ich allerdings etwa die Hälfte des Buches gelesen hatte, mochte ich es nicht mehr beiseitelegen. Zu groß waren die Angst und die Vorstellung, was geschehen sein könnte und doch hoffentlich nicht geschehen sein mag. Zu nah an der Wirklichkeit ist die Geschichte, als dass mich das Erzählte hätte kalt lassen können. Dass es über Länder und Grenzen hinweg so menschenverachtende Verbindungen gibt, ist einfach furchtbar und kaum zu begreifen.
Rezensionen von v_im_wunderland:
Tage des Lichts von Megan Hunter
interessant geschrieben
In diesem Buch geht es um das Leben von Ivy. Das Buch beginnt als Ivy Neunzehn Jahre alt ist und es ist Ostern. Zu diesem Osterfest Treffen sich wie immer alle aus der Familie. Doch das Fest wird dieses Jahr von einem tragischen Ereignis überschattet. Dieses Ereignis lenkt ihr Leben in eine komplett andere Bahn.
Nicht mehr so freigeistig sondern eher konventionell. Doch auch aus dieser normalen Bahn geriet die Protagonistin wieder heraus. Man begleitet die Figur bis ans Ende ihres Lebens. Es bleibt konstant interessant und spannen und die Schreibweise ist sehr lyrisch und angenehm zu lesen. Es ist eher ein ruhiges Buch welches uns auf eine Lebensreise mitnimmt. Doch genau das gefällt mir an diesem Buch. Es ist nicht schnell und auch nicht laut. Es zeigte eine Geschichte eines Lebens ganz intensiv und berührend. Ich kann das Buch sehr empfehlen.
Rezensionen von v_im_wunderland:
Niemands Töchter von Judith Hoersch
Sehr gelungen
Das Cover hatte direkt meiner Aufmerksamkeit gepackt und ich wollte wissen, was dieses Buch enthält. Dieses Buch handelt von den Leben und den Schicksalen 4 Frauen. Die miteinander verwebt sind.
Es ist ein möglichst sehr gut geschriebenes Buch und man kann sich super in die Geschichte einlesen. Man fühlt sich in die Leben der verschiedenen Frauen ein und ist sehr einfühlsam geschrieben.
Jede Frau hat ihr eigenes Päckchen zu tragen und es wird sehr gut auf die verschiedenen Lebenssituationen von diesen 4 Frauen eingegangen.
Für mich war das Buch eine absolut positive Entdeckung und ich bin sehr gespannt auf die nächsten Bücher der Autorin. Denn sie hat Mit einer sehr großen Feinfühligkeit und Eleganz dieses Buch geschrieben und mich absolut überzeugt. Denn ich bin immer ein großer Fan von Büchern, in denen verschiedene Schicksale von Menschen miteinander verwoben sind.
Rezensionen von verhei:
Arsen und Butterplätzchen von Christine Rechl
Weihnachtsgeschichten mit schwarzem Humor
Eine Sammlung von 17 Kurzgeschichten, die in der Winter- bzw. Weihnachtszeit spielen. Doch dem nicht genug, beschäftigen sie sich, wie der Titel schon vermuten lässt mit Tod, Mord und/oder schwarzem Humor.
Jede Geschichte wurde von einem anderen Autor verfasst und greift das grobe Thema auch etwas anders auf.
Natürlich ist damit auch der Erzählstil etwas anders. Man findet bekannte Namen unter den Autoren und bekommt bei unbekannten wirklich oft auch Lust sich deren andere Werke anzusehen.
Generell wird geschickt mit den oft sehr hohen Erwartungen um Weihnachten gespielt, aber schon einen Absatz weiter ist alles gleich vollkommen anders als gedacht. Ich staune ob der Talente auch in wenigen Seiten einer Kurzgeschichte so geschickt eine wandelbare Geschichte zu transportieren.
Auch die Gestaltung des kleinen Büchleins darf nicht unerwähnt bleiben, greift doch auch die weihnachtliche Einleitung der Kapitel das Thema Mord kunstvoll auf.
Definitiv empfehlenswert, wenn man nicht die klassischen Weihnachtsromane möchte und vielleicht auch etwas sucht, dass man auch leicht zwischendurch lesen kann. Vielleicht darf man sich noch auf eine Variante zu einer anderen Jahreszeit freuen.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Some People Need Killing von Patricia Evangelista
Wohin Populismus und Schwarz-Weiß-Denken führen können
Rodrigo Duterte war von 2016 bis 2022 Präsident der Philippinen. Davor war er viele Jahrzehnte - offiziell mit Unterbrechungen - Bürgermeister der Millionenstadt Davao City. In diesem Buch widmet sich die engagierte und mutige philippinische Journalistin Patricia Evangelista der Aufarbeitung dieser Zeit, in der der Präsident einen erbarmungslosen Kampf gegen Drogen, Drogendealer und Drogensüchtige anordnete, im Rahmen dessen viele Menschen, denen zu Recht oder zu Unrecht unterstellt wurde, damit etwas zu tun zu haben, von Polizisten auf der Straße oder in ihrem Zuhause ermordet wurden, ohne jegliches Gerichtsverfahren.
In dem Buch erzählt die Journalistin ein bisschen von ihrem persönlichen Werdegang, doch den Hauptteil nehmen naturgemäß die Geschichten der Ermordeten und ihrer Familien ein. Oft war sie schon kurz nach den Morden am Tatort, um mit den Hinterbliebenen zu sprechen. In einem Fall gibt es auch ein Video von der Ermordung.
Dargestellt wird auch, wie es überhaupt dazu kam, dass Duterte so lange Bürgermeister und schließlich Präsident werden konnte, auf demokratischem Wege. Es gab einen regelrechten Hype um ihn und er hatten Massen an Unterstützerinnen und Unterstützern, die stolz auf diese Tatsache waren und versuchten, möglichst viele andere zu überzeugen, ebenfalls für ihn zu stimmen, sodass er schließlich die Präsidentschaftswahl mit überwältigender Mehrheit gewann. Denn die Versprechen des Populisten waren verführerisch: er würde wieder für Recht und Ordnung auf den Straßen sorgen, er werde die Kriminalität und die Kriminellen vernichten und dafür sorgen, dass alle Frauen und Mädchen auch nachts wieder unbesorgt auf den Straßen der Großstadt spazieren könnten. Die Drogensüchtigen warne er, von ihrem Übel abzuschwören, dann würde ihnen nichts geschehen, ansonsten werde er sie erbarmungslos verfolgen. Er setze sich für ein friedliches Land ein, frei von Kriminalität.
Mit diesem Narrativ konnte er viele Bürger und Bürgerinnen überzeugen, dass er sich für das Gute einsetzen und die Bösen bekämpfen würde. Sie selbst würde es schon nicht treffen, sie würden ja zu den Guten gehören.
Schlussendlich kam es aber zu einer erbarmungslosen Verfolgung von Menschen. Es reichte, dass Nachbarn jemanden als mit dem Drogenmilieu verbunden meldeten, um auf eine der Todeslisten zu kommen. Polizisten nutzten ihre Macht schamlos aus, da Duterte ihnen in jedem Fall Straffreiheit zugesichert hatte: beispielsweise entführten sie Menschen, um hohe Lösegelder zu erpressen, andernfalls würden diese ermordet werden. Menschen wurden vor den Augen ihrer Kinder ermordet, und gelegentlich wurden sogar Kinder und öfters auch Jugendliche erschossen. Alles ohne Beweise, ohne Gerichtsverfahren, einfach so, weil es sich angeblich um Menschen aus dem Drogenmilieu handeln würde.
Dabei zeigt die Journalistin auch die perfide Logik auf, mit der Duterte die angeordneten Ermordungen meist unbewaffneter Menschen, die oft in einem verletzlichen Moment zwischen Frau und Kindern in ihrem Zuhause überrascht wurden, gerechtfertigt wurde: er ordnete an, die Polizeiberichte alle nach dem folgenden Muster zu schreiben: die Polizisten hätten versucht, den Täter festzunehmen, dieser habe sie als Polizisten erkannt und eine Waffe gezückt, daraufhin wäre ihnen nichts anderes übrig geblieben, als ihn in Notwehr zu erschießen. Auffällig ist, dass es bei all diesen Berichten so gut wie keine verletzten Polizisten gibt, was die Unglaubwürdigkeit dieser Argumentation unterstreicht.
In der Denk- und Sprechlogik von Duterte würde es aber dabei keine Unschuldigen treffen, denn in dem von ihm vermittelten Schwarz-Weiß-Denken kommen keine solchen vor:
"Deine Pflicht ist es, den Süchtigen festzunehmen, und wenn er sich widersetzt, ist es deine Pflicht, ihn zu überwältigen. Wenn er die Hand in die Tasche steckt, musst du zur Waffe greifen. Wenn der Süchtige eine tödliche Waffe hat - und natürlich hat er die, denn der Kriminelle ist ein Süchtiger, und alle Süchtigen sind bewaffnet - dann ist es deine Pflicht, ihn zu erschießen.
Ist es Mord?
Ist es Totschlag?
Trägst du Verantwortung für die Tötung?" (S. 153)
Erschreckend, dass jemand mit solchen Argumenten so lange weite Teile der Bevölkerung hinter sich hatte. Doch wie Beispiele aus vielen anderen Regionen der Welt zeigen, ist das keine Besonderheit der Philippinen.
In einem späteren Teil des Buches beschäftigt sich die Journalistin mit dem Gesinnungswandel einiger ehemaliger Duterte-Anhängerinnen und -anhänger: nach einigen Jahren der Ermordungen waren einiger von diesen desillusioniert: hatte es doch auch Menschen in ihrem Umfeld getroffen, von denen sie es nicht gedacht hatten, an denen ihnen etwas lag oder die sie für unschuldig hielten. Der Hype um den angeblichen Kämpfer gegen das Böse ist abgeflaut. Seit 2025 muss sich Duterte vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Das verhinderte aber nicht, dass er trotz der Abwesenheit von den Philippinen im Mai wieder zum Bürgermeister von Davao City gewählt wurde.
Im Anhang legt die mutige Journalistin offen, dass sie alles dafür getan hat, alle Seiten miteinzubeziehen und auch Duterte selbst zu einer Stellungnahme aufgefordert hatte. Die Beantwortung ihrer Fragen wurde von seinem Büro aber abgelehnt.
Danke an die Journalistin Patricia Evangelista für ihren mutigen Einsatz für die Wahrheit, unter Risiko ihres Lebens, da schon einige kritische Journalistinnen und Journalisten auf den Philippinen ermordet wurden und auch sie immer wieder Drohungen erhält.
Es ist ein empfehlenswertes, umfangreiches und gut recherchiertes Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte, das aber sehr empfehlenswert ist - nicht nur für alle, die sich für die Philippinen interessieren, sondern auch als Warnung für alle Menschen, was passieren kann, wenn radikale Populisten in Machtpositionen gewählt werden.
Rezensionen von Lesemaus:
Gänsehaut in Hovenäset 2. Sternengrab von Kristina Ohlsson
Es geht genauso düster und spannend weiter
Nach dem fesselnden Auftakt konnten meine 12-jährige Mitleserin und ich den zweiten Band kaum erwarten. Dieser ist genauso spannend und unheimlich wie der erste, wenn nicht sogar noch stärker.
Wir reisen wieder per Buch in den sehr atmosphärischen schwedischen Küstenort zu Alva, deren Vater vor etwa drei Jahren unter mysteriösen Umständen gestorben ist.
Sie kann den Tod nicht verarbeiten, sammelt Hinweise und hat das Gefühl, dass nicht die ganze Wahrheit bekannt ist. Viele unheimliche Ereignisse sorgen erneut für echten Nervenkitzel. Eine aufregende Mischung aus Krimi, Thriller und Mystery mit einer sehr düsteren Atmosphäre.
Wie schon der erste Teil ist auch dieser ungewöhnlich dunkel und gruselig für ein Buch ab 11 Jahren und eher nichts für Zartbesaitete. Meine 12-jährige Mitleserin und ich sind völlig begeistert, gefesselt und sehr neugierig auf die Fortsetzung.










