Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lesemaus:
Gänsehaut in Hovenäset 2. Sternengrab von Kristina Ohlsson
Es geht genauso düster und spannend weiter
Nach dem fesselnden Auftakt konnten meine 12-jährige Mitleserin und ich den zweiten Band kaum erwarten. Dieser ist genauso spannend und unheimlich wie der erste, wenn nicht sogar noch stärker.
Wir reisen wieder per Buch in den sehr atmosphärischen schwedischen Küstenort zu Alva, deren Vater vor etwa drei Jahren unter mysteriösen Umständen gestorben ist.
Sie kann den Tod nicht verarbeiten, sammelt Hinweise und hat das Gefühl, dass nicht die ganze Wahrheit bekannt ist. Viele unheimliche Ereignisse sorgen erneut für echten Nervenkitzel. Eine aufregende Mischung aus Krimi, Thriller und Mystery mit einer sehr düsteren Atmosphäre.
Wie schon der erste Teil ist auch dieser ungewöhnlich dunkel und gruselig für ein Buch ab 11 Jahren und eher nichts für Zartbesaitete. Meine 12-jährige Mitleserin und ich sind völlig begeistert, gefesselt und sehr neugierig auf die Fortsetzung.
Rezensionen von Buster:
Blutwild von Saskia te Marveld
Super Spannend
Vor sechs Jahren wurde sie entführt und gequält und entkam. Musste aber ihren Dienst als Polizistin quitieren.
Nun bekommt sie eine SMS mit dem Wort Hilfe und GPS Daten zu einer Hütte. Beginnt der Alptraum von vorne?
Das Buch ist Klasse und super spannend. Ich habe die ganze Zeit mit Anka mitgefiebert und gezweifelt und war auch nahezu verzweifelt.
Der Schreibstil ließ mich das Buch flüssig lesen was auch wichtig war, denn ich musste ja wissen wie es ausgeht. Die ganzen Twists die es gab waren auch hervorragend ausgearbeitet. Unglaublich wie manipulativ Menschen sein können!!! Wahnsinn was Menschen aushalten können und zu was sie im Stande sind zu tun wenn es sein muss.
Ich war kaum in der Lage das Buch aus der Hand zu legen und im letzten Drittel war es mir sowieso unmöglich!!
Ich kann dieses Buch nur jedem sehr empfehlen der Psychothriller mag!!
Rezensionen von Bücherfreundin:
Die Liebe, später von Gisa Klönne
Melancholisch und lebensklug
Nachdem ich 2022 mit großer Begeisterung Gisa Klönnes Roman "Für diesen Sommer" gelesen habe, freute ich mich sehr auf ihr neues Buch "Die Liebe, später". Meine Erwartungen waren sehr hoch - und ich wurde nicht enttäuscht!
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 61-jährige Journalistin Kora von Stein, die seit 24 Jahren mit Anselm verheiratet ist.
Dieser arbeitete bis vor kurzem an den Wochentagen als Ministeriumsreferent in Berlin und pendelte zwischen der Hauptstadt und dem gemeinsamen Haus in Köln. Kora erholt sich gerade von einer schweren Herzoperation, während ihr sich nun im Ruhestand befindlicher Mann davon träumt, einen großen Schwimmteich im Garten anzulegen. Seine ständige Anwesenheit belastet Kora, die viele Jahre damit glücklich war, das Haus an den Wochentagen für sich zu haben. Sie beschließt, ihre Freundin und Mentorin Gabriella in München zu besuchen, die ihren 85. Geburtstag feiert. Auf dem Weg dorthin möchte sie ihren Bekannten Felix besuchen, der sie verzweifelt um Hilfe bei der Suche nach seiner vor kurzem spurlos verschwundenen Frau Leonie bittet.
Der Roman ist in schöner Sprache ruhig erzählt und liest sich sehr flüssig. Gisa Klönne ist es gelungen, nicht nur die beiden Hauptcharaktere, sondern auch die Nebenfiguren ganz wunderbar und authentisch zu skizzieren. Sie lässt uns tief in Koras Gefühls- und Gedankenwelt blicken, ihre Ängste und Zweifel erleben. Nach und nach blättert sich Koras Vergangenheit auf: ihr Aufwachsen beim Vater nach dem viel zu frühen Tod der Mutter, das Kennenlernen von ihr und Anselm, und die belastende Zeit, als die schwere Erkrankung sie aus dem Alltag riss und ihr Leben abrupt veränderte.
Ich konnte mich sehr gut in die verunsicherte Kora hineinversetzen, die ihre aus dem Gleichgewicht geratene Ehe auf den Prüfstand stellt und nicht weiß, ob sie so weiterleben kann wie bisher. Die unsichere berufliche Situation macht ihr zu schaffen, der Sender hat ihr einen Auflösungsvertrag geschickt, obwohl sie bald wieder im Radio zu hören sein möchte. Es fällt ihr noch schwer, mit den Folgen der Herzoperation umzugehen, sich an die regelmäßige Einnahme notwendig gewordener Medikamente zu gewöhnen. Trotz eigener Probleme fühlt sie sich verpflichtet, dem verzweifelten Felix bei seiner Suche nach Leonie zu helfen. Auch den sympathischen Anselm habe ich gut verstanden, er brennt für sein Teichprojekt und seine Libellen, und er wünscht sich sehnlichst, auch Kira dafür zu begeistern. Gut gefallen hat mir Koras Reise in die Vergangenheit und ihre Begegnung mit einem Freund aus Kindertagen. Zwischen den Texten hat die Autorin immer wieder 5-Punkte-Listen eingefügt, z.B. fünf Ruhestand-Hobbys, vor denen Kora sich fürchtet, fünf Dinge, die Anselm als Glück empfindet und fünf Dinge, die Kora gern früher gewusst hätte - eine ganz wunderbare Idee, durch die ich Kora und Anselm noch intensiver kennenlernte konnte.
Gisa Klönnes mit viel Sensibilität geschriebener Roman, in dem es neben persönlichen Veränderungen, Nähe und Distanz in der Ehe auch um Probleme des Älterwerdens, erlittene Verluste und deren Bewältigung geht, hat mich von Beginn an bis zum hoffnungsvollen Ende gefesselt und tief berührt.
Absolute Leseempfehlung für die melancholische und lebenskluge Geschichte, die zum Nachdenken anregt!
Rezensionen von EvaLiest:
Dein ADHS Buddy von Grace Koelma
Gelungene Mischung aus Sachbuch und Planer
Das Buch ist eine Mischung aus Sachbuch und Workbook, was grundsätzlich sehr gut umgesetzt wurde.
Zunächst wird einiges rund um die Formen, Hintergründe, Auswirkungen, etc. von ADHS erklärt (wer schon eine Diagnose hat, erfährt hier nicht unbedingt etwas Neues, aber im Verlauf des Buches wird es detaillierter, sodass auch „versierte“ ADHSler etwas mitnehmen können), wobei die Autorin sowohl wissenschaftlich fundiert als auch sehr anschaulich vorgeht (ein großes Plus des Buches!).
Nach eher allgemeineren Informationen werden dann verschiedene, teils sehr spezielle, Themen angesprochen, die Menschen mit ADHS oft beschäftigen. Hier hat mir vor allem gefallen, dass auf Intersektionalität und AuDHS eingegangen wurde und dass das Thema Elternschaft aufgegriffen wurde.
Die Illustrationen und Vorlagen sind sehr gelungen und werten das Buch definitiv auf. Über einen QR-Code kann man die Vorlagen zusätzlich herunterladen, was ich sehr praktisch finde. Leider gilt dies nicht für den Planer am Ende des Buches (evtl. ist hier geplant, ein eigenes Produkt herauszubringen?).
Kleinere sprachliche Fehler und Ungenauigkeiten sind mir zwar negativ aufgefallen (und da einigen Menschen in der Zielgruppe des Buches diese Dinge sehr wichtig sind, finde ich es durchaus nötig, dies auch zu erwähnen), haben aber den Mehrwert des Buches nicht geschmälert. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass z.B. Elternschaft zwar isoliert thematisiert wird, aber bei Handlungsvorschlägen zu anderen Themen nicht immer konsequent mitgedacht wird (ich kann mir als Mutter einfach nicht jeden Samstag 6 Stunden für meinen Hyperfokus reduzieren…). Zwar wird dann erwähnt, dass man in bestimmten Lebensphasen das nicht immer umsetzen kann, aber das hilft mir dann ja nicht, sondern sorgt eher für mehr Frust – hier wäre es einfach schön gewesen, zumindest einen konkreten Handlungsimpuls zu bekommen.
Insgesamt ein toller Ratgeber mit echtem Mehrwert, der auch noch wirklich ansprechend gestaltet ist. Sehr gelungen!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Therapie einer Mörderin: Psychothriller | Je tiefer du in ihre Seele blickst, desto mehr verlierst du deine eigene von H.M. Connally
Nichts für Zartbesaitete!
Dieser Thriller, der in Irland spielt, ist nichts für Zartbesaitete. Die Triggerwarnung zu Beginn ist daher gerechtfertigt und sollte beachtet werden.
Dr. Ava Murphy leitet die neu gegründete Abteilung am Dubliner Central Mental Hospital. Sie ist forensische Psychiaterin und kümmert sich um jene Mädchen und Frauen, die nach jahrelangem Martyrium zur Selbsthilfe gegriffen und ihre Peiniger getötet haben.
Während für Polizei und Gericht die Vorgeschichten, die zu solch einer Tat geführt haben, nur Nebensache sind, versucht Dr. Murphy, die Hintergründe zu beleuchten, um eine geeignete Therapie für die Frauen zu erarbeiten.
Als dann die junge Grace in ihre Abteilung verlegt wird, löst sie bei Ava Murphy eine Rückblende in ihre eigen Kindheit aus, denn auch Ava wurde als Kind in einem Kinderheim missbraucht ....
Meine Meinung:
Dass es in Kinderheimen zu sexuellen Missbrauch und Gewalt durch das Personal gekommen ist, kann nicht geleugnet werden. Zum einem sprechen die Baby-Gräber in den Gärten irischer Klöster Bände und zum anderen wurde erst kürzlich ein Missbrauchsskandal in einigen SOS-Kinderdörfern, an denen auch der Gründer. dieser Einrichtung, Hermann Gmeiner (1919-1986) beteiligt gewesen sein soll, aufgedeckt. Sich an der vulnerabelsten Gruppe zu vergreifen, ist wohl das schlimmste Verbrechen.
Daher können die in diesem Buch beschrieben Frauen durchaus mit Sympathie und Verständnis der Leserschaft rechnen. Doch Recht ist nicht gleich Gerechtigkeit, weshalb ein Happy End selten in Frage kommt.
Für mich sind zwar nicht alle Fragen um Ava Murphy beantwortet worden, dennoch ist sie die Heldin dieser Geschichte.
Dieses Buch macht die Grenzen unseres Rechtssystem sichtbar, weil die Grenzen zwischen Täter und Opfer in solchen Fällen verschwimmen lässt.
Wie im Nachwort zu lesen ist, ist hier wenig erfunden.
Fazit:
Dieser Psychothriller ist schwere Kost und sollte mit entsprechender Vorsicht gelesen werden. Gerne gebe ich diesem aufwühlenden Buch 5 Sterne.
Rezensionen von Piet1990:
National Geographic Kids - Die tollsten Tierbabys aus aller Welt von Maya Myers
Süß, spannend und lehrreich zugleich
„Die tollsten Tierbabys aus aller Welt“ ist ein rundum gelungenes "Sachbuch" für Kinder. Schon beim ersten Durchblättern war ich begeistert von den vielen beeindruckenden Fotos. Die Tierbabys sind nicht nur unglaublich niedlich, sondern werden auch sehr lebendig und abwechslungsreich präsentiert.
Besonders gut gefällt mir die Mischung aus kurzen, leicht verständlichen Texten und spannenden Fakten. Kinder lernen hier spielerisch Neues über verschiedene Tierarten aus aller Welt. Die Informationen sind kindgerecht aufbereitet und wecken ganz automatisch Neugier und Interesse an der Tierwelt.
Die Gestaltung ist typisch National Geographic Kids: farbenfroh, übersichtlich und hochwertig. Jede Seite lädt zum Entdecken ein, und man kann das Buch sowohl gemeinsam anschauen als auch allein darin stöbern. Auch das Cover ist ein echter Hingucker und macht sofort Lust, das Buch aufzuschlagen.
Fazit:
Ein wunderschönes Kinderbuch, das Wissen, Spaß und Staunen perfekt verbindet. Ideal für kleine Tierfans, zum Vorlesen, gemeinsamen Anschauen oder selbst Entdecken. Für mich ein absolutes Highlight im Kinderbuchregal und eine klare Empfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Kann KI die Natur retten? von Frauke Fischer; Hilke Oberhansberg
Eine Leseempfehlung
„KI ist wahrscheinlich das Beste oder das Schlimmste, was der Menschheit passieren kann.“ (Stephen Hawking)
In drei Abschnitten, die wiederum in insgesamt in neun Kapiteln unterteilt sind, legen die Autorinnen dar, was KI in Bezug auf die Rettung der Natur kann oder eben nicht kann:
Teil I - Eine kurze Geschichte der Intelligenz
Kap.
1: Wissensvorsprung?
Kap. 2: Natürlich genial
Kap. 3: Künstlich intelligent
Teil II - Technischer Support für die Natur
Kap. 4: Wo liegt das Problem?
Kap. 5: Was kann KI?
Kap. 6: Schöne neue Welt
Teil III - Der Haken an der Sache
Kap. 7: Der Blick auf die Stromrechnung
Kap. 8: Früher war mehr
Kap. 9: Schwierige Datenlage
Ein Plädoyer zum Schluss fasst das Wichtigste noch einmal zusammen.
Das KI Texte schreiben und Bilder generieren sowie selbständig lernen kann, hat sich schon herumgesprochen. Dass sie Supercomputer Unmengen an Energie, Rohstoffen und Wasser zur Kühlung (!) benötigt, haben noch nicht alle verinnerlicht.
Das ist erstaunlich, lehrreich und enthält eine gute Portion Humor. Damit können sowohl alle jene, die die Natur lieben, als auch jene die von Technik fasziniert sind, Fragen beantwortet bekommen und neue Ideen gefunden werden
Die wichtigste Erkenntnis und Essenz dieses wichtigen und durchaus auch humorvoll geschriebenen Buches (sonst würde es niemand lesen) ist folgendes:
„KI kann die Natur nicht retten. Das müssen wir schon selbst tun. Aber KI kann eine der mächtigsten Helferinnen sein, die wir haben werden. Wir sollten sie mit Intelligenz nutzen.“
Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.
Fazit:
Diesem Buch, mit dem uns Biologin Frauke Fischer und Wirtschaftswissenschaftlerin Hilke Oberhansberg auf eine unterhaltsame Weise in jene Welt entführen, die Hightech und Natur verbindet, gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Mrs Potts' Mordclub und der Tote in der Themse von Robert Thorogood
Very British!
Die Marlower Schauspieltruppe sowie der Gast, Hollywoodschauspielerin Lizzie Jenkins, amüsieren sich zunächst bei Prosecco und Büffet, auf der Bootsfahrt auf der Themse, die Regisseur Oliver Beresfeld organisiert hat. Dass Oliver beim Ausschiffen nicht mehr dabei ist, fällt weiter nicht auf. Erst als er nicht nach Hause kommt, macht sich Ehefrau Verity Sorgen.
Nachdem Verity bei der Polizei abgeblitzt ist, bittet sie Judith Potts um Hilfe. Wenig später findet man Oliver tot Ufer: augenscheinlich erschossen. Jetzt übernimmt die Polizei doch noch.
Doch wer könnte der Täter oder die Täterin sein? Alle an Bord scheinen ein Alibi zu haben. Obwohl sie der ermittelnden Kriminalbeamtin hoch und heilig versprechen, nicht zu „ermitteln“, steckt das wackere Trio seine Nasen nicht nur in die Theatergruppe sondern auch in das Privatleben des Toten.
Dabei fördern sie sowohl da wie dort neu Erkenntnisse zu Tage, die blöderweise mehr Fragen aufwerfen, als beantworten. Nach und nach lüften Judith, Becks und Suzie die größeren und kleineren Geheimnisse, die jedes Mitglied der Theatergruppe, der Schiffseigner und sogar der Schleusenwärter verbergen. Was sie dabei alles entdecken, verrate ich natürlich nicht ...
Meine Meinung:
Dieser Fall ist der 4. Fall für Mrs. Potts und ihre Damenrunde, Band 2 und 3 habe ich irgendwie verpasst. Nun, kann ja nachgeholt werden.
Der Tote scheint ein ziemliches Ekelpaket gewesen zu sein. Zumindest berichten alle einstimmig über sein überdimensioniertes Ego. Er glaubt von sich, der Nabel der Welt zu sein. Nein, falsch, er ist der Überzeugung, selbst die Sonne müsse sich um ihn drehen. Oliver ist ein Mann, der über Leichen geht, selbst wenn es seine eigen ist.
Das Cover passt gut zur Reihe, weshalb es einen hohen Wiedererkennungswert hat. Der Schreibstil ist flüssig. Wie es sich für einen englischen Krimi gehört, sind zahlreiche schrullige Personen im sprichwörtlichen Spiel. Schmunzeln musste ich über Judiths Auftritt im Garricks Club, in dem Frauen ja keinen Zutritt hat. Sie überrumpelt den Türsteher und erfährt von Rob Hooker einiges, was die Reihung der Verdächtigen wieder durcheinander würfelt.
Die Charaktere sind sympathisch, charmant, teils etwas schrullig, was die Geschichte sehr amüsant macht. Der Autor schafft es zudem, eine durchgängige Spannung aufzubauen – jeder scheint ein Motiv zu haben und somit verdächtig zu sein.
Das Finale, ist gelungen. Ich hatte eine etwas andere Möglichkeit ins Auge gefasst. Gemein ist der fiese Cliffhanger!
Fazit:
Ein gelungener Krimi, der very british daherkommt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Am Hang des Todes von Lenz Koppelstätter
Abfahrt in den Tod
Commissario Grauner hat es wirklich getan: Um seine Ehe zu retten, hat er mit seiner Frau Alba eine mehrmonatige Weltreise unternommen, die seine Sicht auf die Welt im allgemeinen und auf jene hier in der Heimat Südtirol verändert hat. Noch völlig unter den Reiseeindrücken will er es bis zu seiner Pensionierung etwas ruhiger angehen, zudem muss er sich wieder erst wieder zurechtfinden, hat doch seine Tochter die Calm Alm in ein besonderes Urlaubsdomizil umbauen lassen.
Allerdings wird s nichts mit dem langsamen Wiedereinstieg in den Beruf, denn der Schiweltcup gastiert in Gröden und der junge Lokalmatador Philipp Ungerer stürzt bei seiner Fahrt über die knapp 3,5 Kilometer lange Saslongpiste. Dass auch arrivierte Rennläufer bei ihrem wilden Ritt über die Kamelbuckel stürzen, ist nicht ungewöhnlich. Außergewöhnlich ist diesmal, dass Ungerer nicht mehr aufsteht, weil er in voller Fahrt erschossen worden ist. Erste Spuren führen zu einem Hochstand und zu einem ungewöhnlichen Kaliber der Schusswaffe, die wegen der großen Distanz zwischen Opfer und Schützen eine Präzisionswaffe sein muss.
Recht bald entdecken Ispettore Claudio Saltapepe und Silvia Tappeiner, dass der Tote Teil eines lange schwärenden Streit zwischen seiner Familie und jener seines besten Freundes Armin Waldsteiner, war. Und just dieser Armin ist seit Monaten verschwunden. Zufall? Doch was hat es mit den 250.000 Euro, die neben einem begonnenen Kündigungsschreiben im Hotelzimmer des Toten liegen, auf sich?
„Jetzt hat er ihn also umgebracht!“
Tappeiner schaute überrascht: „Er? Wer er? Wer hat ihn umgebracht?“
„Na, der Rummel. Dieser Zirkus. Das ist doch alles viel zu viel für so einen Jungen aus den Bergen. Glauben Sie mir das! Das alles, das Chaos, das ist zu viel für uns.“
Das Team um Grauner hat es nicht ganz leicht mit ihm, der ja schon seit je her als eigenbrötlerisch gilt. Es scheint, die Weltreise hat ihn in andere Sphären katapultiert, denn er zitiert regelmäßig den Philosophen Sophokles. Doch dann scheint er wieder ganz der Alte zu sein und ermittelt auf den steilen eisigen Pisten, um diesen komplexen Fall zu lösen, der noch einen dramatischen Schwenk in die Vergangenheit birgt.
Und wie schon in den letzten beiden Krimis, liebäugelt Grauner mit dem Ruhestand, trifft eine Entscheidung und ...
Meine Meinung:
Commissario Grauner, Saltapepe und Tappeiner tauchen gemeinsam mit dem Team der Kriminaltechnik in das Milliardengeschäft des alpinen Schisports ein, in dem skrupellose Sportfunktionäre junge Talente rücksichtslos verheizen und Sponsoren, Hoteliers. Liftbetreiber und andere Geschäftsleute viel Geld daran verdienen. Nicht zu vergessen die Sensationsgier der Zuschauer vor Ort oder jener Millionen Fans an den Bildschirmen, die ihre Favoriten anfeuern und jubeln, wenn ein Fahrer einer anderen Nation stürzt.
Autor Lenz Koppelsteiner spricht hier mehrere heiße Eisen an: zum einen die Geldmaschine Schiweltcup, die wenig Rücksicht auf die Natur, die Einheimischen und die Sportler nimmt, und zum anderen das omnipräsente Thema Doping im Sport sowie Alkohol auf Schipisten, der jede Saison Tote und Schwerverletzte fordert.
Ob wir noch einen Band mit Commissario Grauner lesen werden? Ein letzten, 12. um das Dutzend voll zu machen? Und wird Ispettore Claudio Saltapepe, der fanatische Fußballfan aus Neapel, der der Liebe zu Silvia Tappeiner wegen nun auch Schi fahren und klettern geht, Grauners Nachfolge antreten?
Er wäre nicht der erste Ermittler, der sich aus eine bestehenden Reihe emanzipiert. Elisabeth Florin hat aus ihrer Meran-Krimi-Reihe, Ispettore Emenegger, den jungen Kollegen von Commissario Pavarotti als dessen Nachfolger entwickelt.
Ich schätze in der Vorschau 2027 werden wir Fans von Commissario Grauner wissen, wie es weiter geht. Bis dahin heißt es, sich in Geduld üben und die Monate mit dem neuen Fall für Gianna Pitti überbrücken.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem komplexen Krimi, der im Umfeld des Schiweltcups spielt, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ich kämpfe für die Wahrheit von Caroline Darian
Schwere Kost
In ihrem zweiten Buch, das wie ein Tagebuch aufgebaut ist, berichtet Caroline Darian, Tochter des Vergewaltigungsopfers Gisèle und des Täters Dominique Pelicot, wie sie und ihre Familie den Prozess gegen ihren Vater erlebt hat.
Dabei muss sie erleben, dass es Lücken im Ermittlungsverfahren gegeben hat, denn es stellt sich heraus, dass auch sie, Caroline, und ein Neffe von Dominique Pelicot wahrscheinlich missbraucht worden sind.
Es gibt von Caroline ähnliche Fotos wie von ihrer Mutter. Dass ihr Vater zu den Vorwürfen schweigt, erscheint nur logisch, denn er gibt nur das zu, was man ihm eindeutig nachweisen kann. Das Schweigen der Mutter, das mitunter böswillig als „wegschauen“ interpretiert werden könnte, hat vermutlich andere Gründe.
Caroline spricht ihrer Mutter ausdrücklich Hochachtung aus, diesen Prozess durchgestanden zu haben, gleichzeitig ist sie wütend, dass sie selbst keine Unterstützung durch Gisèle erfährt, denn sowohl Mutter als auch Vater schweigen. Ich kann sowohl Mutter als auch Tochter verstehen. Die eine, Gisèle braucht ihre ganze Kraft, um den eigenen Prozess durchzustehen und Caroline fühlt sich von der Mutter in Stich gelassen.
Caroline Darian erzählt in diesem Buch über ihren Kampf, gegen die sogenannte chemische Unterwerfung fort, damit all die Opfer ohne Beweise oder Erinnerungen nicht vergessen werden.
Doch das Kapitel Dominique Pelicot ist noch nicht abgeschlossen. In zwei, schon länger zurück liegendenen Mordfällen an jungen Frauen haben sich DNA-Spuren von Pelicot gefunden. Eine dritte Frau hat dessen Überfall überlebt. Nun müssen zahlreiche ungeklärte Frauenmorde neu aufgerollt werden.
Fazit:
Diesem Buch, das den weiteren Kampf von Caroline Darian gegen die chemische Unterwerfung schildert, gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung, auch wenn das Buch schwere Kost ist.











