Kunden em pfehlungen
Rezensionen von melanie82:
Die Stimme unseres Körpers von Ingo Froböse
Körpersignale verstehen statt ignorieren
Die Stimme unseres Körpers ist ein überraschend zugänglicher Gesundheitsratgeber, der uns daran erinnert, dass unser Körper ständig „redet“ – wir müssen nur zuhören. Froböse kombiniert fundiertes Wissen aus Sport- und Gesundheitswissenschaft mit praktischen Erklärungen zu Körpersignalen wie Schmerzen, Müdigkeit oder Anspannung und macht daraus kein trockenes Lehrbuch, sondern eine Art Gespräch mit dem eigenen Körper.
Was mir gut gefallen hat: Der Autor erklärt auch komplizierte Zusammenhänge verständlich und ohne zu belehren, sodass man schnell erkennt, warum bestimmte Signale Warnzeichen sein könnten und wie man sie deuten kann.
Das Buch nimmt viele Barrieren, die man vor Gesundheitsthemen manchmal hat, und lädt dazu ein, den eigenen Körper wieder bewusster wahrzunehmen. Ein empfehlenswerter Begleiter für alle, die mehr über sich selbst lernen wollen.
Rezensionen von JD:
Ruf der Leere von Daniel Alvarenga
Ich bin der Tod
Da ich bereits das Buch "Hundswut" des Autors gelesen hatte, habe ich mich auch auf sein zweites Buch gefreut. Ich mag den Schreibstil des Autors und auch das Cover von "Ruf der Leere" hat etwas an sich, was in mir Neugier weckt. Der Klappentext gefiel mir auf Anhieb und auch die Leseprobe, das Buch selbst konnte mich aber dann doch nicht so ganz fesseln.
Bei mir kam erst ab Seite 150 immer wieder mal Spannung auf, im Großen und Ganzen hat es mich jedoch nicht abgeholt. Mit den Charakteren konnte ich nicht mitfühlen und es war lange unklar, worauf die Handlung zusteuert. Einen Teil des Twists habe ich zudem kommen sehen. Obwohl ich gerne offene Enden in Büchern und Geschichten mag, war mir dies hier eindeutig zu offen. Am Ende lässt mich das Buch etwas ratlos zurück- den Ansatz finde ich gut, die Umsetzung konnte zumindest mich nicht begeistern. Schade.
Rezensionen von C. P.:
To Cage a Wild Bird von Brooke Fast
Romance-Dystopie, die nicht überzeugen kann
Manchmal reicht es nicht, sich ein paar Ideen aus erfolgreichen Storys herauszupicken und diese einfach neu zu kombinieren. Hier soll sich eine vermeintlich erfolgreiche junge Kopfgeldjägerin in einem dystopischen 3-Klassen-System selbstlos in tödliche Jagdspielchen der Reichen stürzen, um ihren Bruder zu retten.
Natürlich nebst amourösen Abenteuern mit einem sexy Aufseher, der ihr gegenüber seine sensible Seite zeigt.
Das Buch startet mit nervigen Bandwurmsätzen, Infodump und zuviel unnötigem Blabla. Doch nicht nur der Schreibstil ließ mich enttäuscht zurück, auch die unkreative Aneinanderreihung von Klischees, Stereotypen, Floskeln und Logikfehlern minderten den Lesespaß erheblich. So landet eine Kopfgeldjägerin in einem Gefängnis, inmitten diverser Inhaftierter, welche wegen genau ihr dort einsitzen. Hier sollte man einiges an Rachepotential erwarten, doch bis auf eine Person reicht allen anderen Feinden das Werfen böser Blicke und vielleicht mal ein das Stellen eines Beinhakens aus. Langweilig. Dann das Gefängnis selbst: Hier wird das Recht der Privilegierten für Spaß am Quälen und Töten missbraucht, für die Jagd auf die Gefangenen bezahlt. Was für uns Minigolf und Gotcha, ist dort ein Geburtstagsevent mit tödlicher Munition für den Teenie-Nachwuchs. Rechnerisch könnten täglich so bis zu 30 Todesopfer zusammenkommen. Kopfrechnen mag in dieser Dystopie womöglich nicht mehr so ganz gängig sein, doch tatsächlich kämen so selbst bei einem Drittel Überlebender noch immer 20 Opfer pro Tag zusammen, was einen entsprechend notwendigen Nachschub benötigt von rund Sieben- bis Zehntausend Inhaftierten pro Jahr. Mal abgesehen von dem ganzen logistischen Aufwand will das wirklich niemandem auffallen, dass da für Reichenspielchen Unzählige eingekerkert werden, nur weil dem Nachbarn deren Nase nicht gefällt?
Ebenso erstaunlich ist, dass die Ich-Erzählerin wirklich sehr oft sehen kann, dass sie rot oder blass im Gesicht wird. Wie soll das gehen? Wenn die Autorin verdeutlichen will, dass eine Erzählerin aufgeregt oder ängstlich ist, sollte sie sich etwas anderes einfallen lassen statt die Person sich ihr eigenes Gesicht sehen zu lassen. Und über übermenschliche Heilkräfte scheint sie ebenfalls zu verfügen, wenn sie mit einer frisch genähten Wunden an der Hand umgehend duschen gehen kann nebst weiterer Aktivitäten, welche ich aus Spoilergründen hier nicht nenne.
Der Romance-Anteil wirkt wie deplatziert, den Kosename des Love Interests für unsere Kopfgeldjägerin empfand ich als regelrecht abtörnend. Die paar erotischen Momente im Buch liefen dann auch jedesmal nach stets demselben Schema ab: Eine Situation, in die gleich jemand hereinplatzen könnte. Er knurrt. Sie wimmert. Unkreativer geht es kaum noch.
Der Love Interest ist natürlich ein auffallend sexy Typ aus der Oberschicht, der hinter seiner Aufseher-Fassade ein sensibles Alter Ego verbirgt. Aus irgendwelchen Gründen kann unsere Kopfgeldjägerin seine auffallend goldenen (!) Augen sogar im Dunkeln farblich erkennen. Wenn ich an gelbe Augen denke, dann denke ich an Gelbsucht oder Werwölfe. Gut, letzteres könnte sein häufiges Knurren zumindest erklären.
Alle weiteren Charaktere bleiben langweilig zweidimensional, nicht, dass die beiden Hauptcharaktere wirklich ausgearbeiteter wären. Selbst die dystopische Gesellschaftsform bleibt größtenteils unreflektiert. Skrupel, auf Menschen zu schießen, wurden nicht eingearbeitet. Hier wurden Berge an Potential verschenkt. In meinen Augen wird hier nichts Neues präsentiert, stattdessen nur Altbekanntes unprofessionell und lieblos kombiniert.
Rezensionen von buch4ever:
Before I met Supergirl von Rea Garvey
Authentischer Rückblick mit Längen
Worum geht es?
In "Before I Met Supergirl" beschreibt Rea Garvey die rauen Küsten Irlands. Es ist ein Buch über seine Identität, Heimat und den Mut, den eigenen Weg zu gehen, auch wenn dieser sich oft holprig gestaltet. Garvey schreibt über die Reibung mit seinem Vater und jene ersten Akkorde, die sein Leben für immer verändern sollten.
Meine Meinung
Erfrischend ehrlich und mit viel Humor schildert Garvey seine Kindheit und Jugend, die ersten musikalischen Gehversuche, abenteuerliche Touren und das Wechselspiel aus Erfolg und Misserfolg. Durch die lockere, spontane Erzählart wird der junge, impulsive Mann richtig greifbar.
Da die Kapitel eher wie Anekdoten wirken, kann das Buch gut zwischendurch gelesen werden, ohne den Faden zu verlieren. Ein tolles Extra ist die Playlist, die die Stimmung beim Lesen perfekt einfängt.
Jedoch war es inhaltlich für mich leider nicht so spannend wie erhofft. Die Schilderungen sind zwar nicht uninteressant, aber auch nicht fesselnd. Mir fehlte bei vielen Dingen der inhaltliche Mehrwert. Deshalb gibt es 2 Sterne Abzug.
Das Cover gefällt mir sehr gut und passt wunderbar zum Inhalt des Buches.
Fazit
Ein gut erzählter, leicht zu lesender Rückblick auf prägende Momente, der aber weniger ein lückenloser Lebensbericht als vielmehr eine selektive Auswahl an Anekdoten ist. Unterhaltsam für zwischendurch, aber der letzte Funke ist bei mir einfach nicht übergesprungen.
Rezensionen von MariasBooks:
Kingdom of crystal Hearts von Sina Brings
Nette Idee, aber Luft nach oben.
Zum Buch
Kingdom of Crystal Hearts ist ein Fantasy Buch aus der Feder von Sina Brings. Das Buch ist im Piper Verlag erschienen.
Achtung, leichte inhaltliche Spoiler möglich.
Gestaltung
Ich habe das Buch als eBook gelesen.
Das Cover ist in meinen Augen wunderschön gestaltet. Ich mag die Farbkombination und wie gewisse Inhalte des Buchs auf dem Cover verarbeitet wurden, ohne zu viel zu verraten.
Die Kapitelformatierung ist schlicht gestaltet. Es gibt keine Zierden bei den Kapitelüberschriften sondern einfach nur die Kapitel und Nummer dazu.
Die Kapitel sind generell eher kurz gehalten und erzählen das Buch aus der Ich Perspektive der Protagonistin.
Charactere
Wenn wir schon dabei sind, gehts gleich mit den Characteren im Buch weiter. Unsere Protagonistin ist Elodie. Aufgewachsen im Armenviertel und Teil einer Revolution wird ihr die Aufgabe zu Teil die Königin und ihren Sohn zu töten.
Und bereits bei diesem Einstieg in die Geschichte begann ich mit der Protagonistin zu hadern und das zog sich dann durch das ganze Buch. Sie sagte im einem Moment das eine und tat dann aber das andere. Sie sagte das, was gerade zum Plot passte, und nicht was eine Person in den verschiedenen Situationen gesagt hätte.
Auf der anderen Hand haben wir Rafe. Mir hat gefallen, dass er Stumm war und somit etwas Ecken und Schichten in die bisher eher klischeehaften Charactere gebracht hat. doch leider blieb das eine der wenigen spannenden Seiten. Rafe blieb flach und mir kam vor, dass ihnen zwar einige Zeit im Buch gegeben wurde, in dieser Zeit aber hätte viel mehr Inhalt rübergebracht werden müssen. Oder sogar ein paar weitere Szenen ergänzen.
Dann haben wir noch die Antragonistin des Buches, die Königin. Und ja, sie ist böse. Aber manchmal hatte ich einfach nur das Gefühl, dass die Autorin sie ständig abscheuliche Dinge tun ließ, einfach nur damit man sieht, wie böse sie doch ist, aber irgendwie nie so wirklich Tiefe in das Ganze bringt.
Was mir besonders gut gefallen hat war das Magiesystem und die Welt. Ich mochte die Idee mit den verschiedenen Gebieten und den jeweiligen Steinen und Farben.
Zudem mochte ich den flüssigen Schreibstil der Autorin. Die Kapitel waren kurz und man flog sehr durch die Seiten.
Generell war das Buch sehr kompakt und hatte kaum Längen.
Was mir hingegen nicht so gut gefallen hat, war mehr der Inhalt des Buches. Normalerweise bin ich ja nicht so der Plothole-Sherlock, aber in diesem Buch wurde man gefühlt in jedem Kapitel mit Plotholes konfrontiert. Dinge werden ohne Grund in verkehrter Reihenfolge gemacht, offensichtliche äußerliche Dinge fallen anscheinend niemanden auf und warum soll der Prinz zum König gekrönt werden, wenn doch die ganze Zeit die Königin böse Dinge tut, um ihre Macht zu stärken. Ihre komplette Characterbeschreibung ist Machtgier, warum sollte sie diese dann abgeben?
Zusammengefasst würde ich die meisten Probleme auf ein zu schwaches Lektorat schieben. Denn viele dieser Dinge wären mit einem ordentlichen Lektorat vermeidbar oder verbesserbar gewesen. Das scheint aber schon länger ein Problem der großen Publikumsverlage zu sein und möchte das deshalb nicht nur dieser Autorin allein zur Last legen.
Zudem fand ich das letzte Kapitel und den Epilog sehr verwirrend. Es ging plötzlich alles viel zu schnell und kaum war die letzte Klinge gezückt war das Buch zu Ende. Und der Epilog schien komplett losgelöst zu sein. Es las sich nicht wie ein Teil vom Buch und der Inhalt war verwirrend, unzureichend ausformuliert und teils zu schnell abgehandelt.
Fazit:
Generell, Kingdom of Crystal Hearts ist ganz gut. Es ist wenig überraschend, hat auch nicht viele neue Ideen, aber es ist das, was man sich unter aktueller, deutscher, Romatasy vorstellt.
Das Buch nennt sich selbst Dark Fantasy, aber ich selbst verstehe unter dem Genre etwas anderes. Es liest sich wie ein 0815 Romantasybuch mit einer etwas stärkeren Ausprägung für Gewalt (mehr als vielleicht notwendig)
Wenn man das Genre Romantasy mag und einfach mal den Kopf ausschalten will, ist das Buch dafür ganz gut geeignet. Es ist kein herausragendes Werk, aber schön durchschnittlich.
Rezensionen von C. P.:
This Story Might Save Your Life von Tiffany Crum
Was dich nicht tötet macht dich stärker
Mit ihrem gemeinsamen Podcast haben Joy und Benny einen Volltreffer gelandet. Für ihre Fans spielen sie auf unterhaltsame Art lebensgefährliche Situationen durch, angelehnt an wahre Begebenheiten. Finanziell haben die beiden besten Freunde somit ausgesorgt. Mit Joys spurlosem Verschwinden wird jedoch klar, dass privat irgendwas gewaltig im Argen gelegen haben muss.
Mit ihrem Debüt-Thriller ist Tiffany Crum ein überzeugender Pageturner gelungen. Ausgefallene Ideen, gut ausgearbeitete Charaktere in übersichtlicher Anzahl, Plottwists und zwei sich ergänzende Erzählperspektiven in Kombination mit einem kniffligen Fall haben mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen. Die primäre Erzählperspektiven ist aus Bennys Sicht in chrononologischer Gestaltung, während Joys Perspektive nach ihrem Verschwinden zu Auszügen aus ihrem Manuskript wechselt, welches so eine Art Fan-Memoiren der Podcasterin darstellen soll. Grob gesagt konnte ich den Roman in zwei Fragen einteilen: Wer ist der Böse und was geschah mit Joy? Und obwohl sich relativ schnell für mich herauskristallisierte, welchem Charakter ich die Red Flag anpinnen würde, blieb das Rätsel um Joys Verbleib sowie das ganze Drumherum überzeugend lange geheimnisvoll.
Vielleicht mag die Handlung einzelner Charaktere an einigen Stellen etwas übertrieben wirken, doch insgesamt ist alles in sich stimmig und nachvollziehbar. Ebenfalls konnte mich der Schreibstil der Autorin überzeugen, das Buch ist unterhaltsam, ohne unnötige Längen und mit subtil eingestreuten Hinweisen und unerwarteten Twists.
Rezensionen von Danislesestube:
Die Grenze der Dunkelheit von Michael Hirtzy
Spannend, gruselig, verstörend und brutal^^
Heute habe ich wieder ein ganz besonders düsteres und spannendes Buch für euch. Ich lese Bücher aus dem Science-Fiction-Genre sehr gerne. Das kommt unter anderem von meiner Vorliebe für Filme zustande. Daher freute ich mich sehr, dass ich dieses Buch auf der Vienna Comic Con beim Stand von Michael Hirtzy, den ich bereits von einer anderen Buchmesse kannte, entdeckt habe.
Optisch ist es wirklich schön. Passt auch super zur Handlung.
Diese ist recht einfach erklärt. Der Jungfernflug des Forschungskreuzers Koukishin scheitert und das Schiff geht verloren. Jahre später, auf der Suche nach einem Hinweis, dass das Schiff noch existiert, bricht eine kleine Crew auf, dieses zu bergen. Die Hoffnung auf Überlebende ist gering. Nach 40 Jahren ist das ja auch kein Wunder. Viel spannender ist die Frage, was die Mannschaft des Rettungsschiffes vorfinden wird? Ein verwaistes, nahezu verfallenes Schiff mit ein paar Skeletten an Bord?
Der erste Teil der Frage ist fast korrekt. Beim zweiten Teil reicht nicht einmal die Fantasie eines größenwahnsinnigen Wissenschaftlers aus, um die Gefahr zu beschreiben, die dort auf unser Bergungsteam wartet. Spätestens bei der ersten Begegnung mit der Bedrohung musste ich direkt an einen alten Film namens „Virus – Schiff ohne Wiederkehr“ denken. Natürlich könnte man auch Filme wie Alien, Event Horizon und Das Ding aus einer anderen Welt als Beispiel für diese Handlung nehmen. Fakt ist, euch erwartet eine rasante, gruselige, klaustrophobische, verstörende, hoffnungslose und extrem spannende Handlung. Dennoch habe ich mir sehr viel Zeit mit dem Buch gelassen (mein einziger Vorsatz für 2026), um es vollends genießen zu können und nichts zu verpassen oder zu überlesen. Die Charakterentwicklung können wir recht schnell abhaken. Jedes Mitglied der Crew dachte, die Lage unter Kontrolle zu haben, bis sich diese recht schnell in Luft auflöste, bzw. in dem Wesen, welches sie auf dem verschollenen Schiff traf. Wenn ihr Probleme mit Blut, Verstümmelung, psychische Leiden und Verlust habt, könnte das Buch zu viel für euch sein. Jedoch ist es genau das, was ich bei diesem Buch erwartet habe. Eine Bedrohung aus dem Weltraum, aus einer anderen Dimension (scheinbar) geht meistens nicht lächelnd mit ausgestreckter Hand auf euch zu, um Hallo zu sagen. Diese reißt euch selbigen ab und verprügelt euch damit.
Und sonst so? Natürlich könnte ich mich fragen, warum man nur eine Handvoll Experten auf diese Mission geschickt hat, obwohl es sehr verdächtig ist, dass Jahre später ein einst verschollenes Schiff wieder auftaucht und brav darauf wartet, besucht zu werden. Warum wurde ein anderes Rettungsteam nicht stutzig, als es kein Signal mehr von diesem Team bekam und dementsprechend sofort aufbrach, anstatt zu warten? Alles wichtige Fragen. ABER hier geht es nicht darum, eine unfassbar realistische Geschichte zu erzählen und mit Fakten um sich zu werfen. Ich wurde gut unterhalten und würde gerne mehr Bücher aus diesem Universum lesen.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Eisnebel von Kate Alice Marshall
möderische Familienzusammenkunft
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und mochte die ruhige, ausgeglichene Erzählstimme der Sprecherin, die für mein Empfinden gut zur Protagonistin Theo gepasst hat.
Die Spannung ist vor allem anfangs eher subtil, getrieben davon, dass Theo in Connors Familie nicht willkommen zu sein scheint und eigentlich auch nicht wirklich dazugehören will.
Es blitzt immer wieder durch, dass sie Connor braucht, er ihr gleichzeitig aber nicht egaler sein könnte. Sie ist einfach stets bemüht ihn zufrieden zu stellen.
Es scheint in der Familie viele Geheimnisse zu geben, aber auch Theo hütet einige und nicht zuletzt stellt ihre eigene Herkunft eine zentrale Frage in dieser Geschichte dar. Das erzeugt durchweg eine Atmosphäre des Misstrauen und unterschwelliger Feindseligkeit, die ist sehr gelungen fand. Vor allem weil auch innerhalb der Familie selbst nicht alles eitel Sonnenschein ist und unterschwellige Konflikte schwelen.
Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse ja dann völlig und da war es mir dann auch etwas zu viel des Zufalls/Schicksals. Das wirkte dann doch recht an den Haaren herbeigezogen. Bis dahin wirklich gut, aber das war dann ein Schuss über das Ziel hinaus.
Insgesamt war das Buch sehr kurzweilig und unterhaltsam. Es gibt viele Überraschungen und Wendungen, sodass ich für einen Thriller übermäßig viele Emotionen durchlebt habe- von Mitleid für Theos Kindheit, über Entsetzen bezüglich des extravagant privilegierten Lebens von Connors Familie, bis zu schierer Wut über all die Lügen. Kann man machen, hat was.
Rezensionen von Murksy:
Wings von Paul McCartney
Zeitreise
Meine große Liebe zur Musik begann mit den Beatles. Als ich meinen ersten Kassettenrekorder von meinen Eltern bekam, saß ich dauernd vor dem Radio und habe auf Songs gewartet. Frank Laufenberg hatte damals im Radio eine Oldies-Sendung, immer Sonntags von 8 – 12 Uhr. Eines Tages war eine Sendung nur mit den Beatles angekündigt.
Ich nahm alle Lieder, die innerhalb der vier Stunden gespielt wurden auf, führte akribisch Buch und legte später ein Karteikartensystem an, das ich über Jahre führte und alles notierte, was ich auf unzähligen Kassetten aufgenommen hatte. Die Sendung mit den Beatles war der Startschuss für meine anhaltende Musikbegeisterung. Das vorliegende Buch ist somit für mich so etwas wie eine Zeitreise. Die oral history, also eine Sammlung von Interviews kann eine Biographie nicht ersetzen, will sie auch gar nicht. Das Buch ist eine hervorragende Ergänzung für alle Paul McCartney-Fans und solche, die es werden wollen. Viele Musiker und Zeitgenossen kommen zu Wort und schildern ihre Sicht auf die einzigartige Karriere des Musikers und berichten von teilweise kuriosen Erlebnissen. Der Weg vom Ex-Beatle zum Solokünstler, der auch mit über 80 Jahren noch Stadien füllt, wird über die Wings-Ära begleitet. Es ist ein Genuss, zu beobachten, wie McCartney seine Musik erschafft und welche Einflüsse in inspirieren und prägen. Ein großer Teil der Erzählung dreht sich natürlich um Linda und die Familie, ohne die vermutlich die Geschichte eine andere gewesen wäre. Ergänzt werden die Interviewausschnitte durch tolle Fotos und Zeitdokumente. Außerdem werden zu den Zeitabschnitten einige der meistverkauften Alben erwähnt und mit timelines bedeutende Ereignisse der Jahre aufgelistet. Die Auswahl hier erscheint manchmal etwas willkürlich, aber ich sehe dies als nette Beigabe. Da ich zwar ein McCartney-Fan bin, ihn auch schon live erlebt habe, kenne ich aber nicht alle Details seiner Karriere. Dafür bin ich zu breit an der Musikkultur interessiert. Ich habe also viele Neuigkeiten für mich entdeckt und so manche Anekdote gefunden. Eingefleischte Fans, die schon viele Bücher über die Beatles und co. gelesen haben, werden vielleicht weniger Neues erfahren. Trotzdem kann ich das Buch jedem Interessierten von Herzen empfehlen. Selbstverständlich wiederholen sich bei der Vielzahl der Interviews und Gesprächspartner manche Aussagen oder Stellungnahmen, doch das rundet das Bild eher ab und unterstreicht die Bedeutung mancher Geschehnisse, die sonst möglicherweise nebensächlich erscheinen mögen. Für mich als Musikbegeisterter und Sammler sind vor allem immer die einzelnen Musiker und ihre Verknüpfungen zu anderen Künstlern oder Bands interessant. Wer spielte mit wem? Wer produzierte welche Platte? So etwas macht mich neugierig. Und auch über dieses großartige Buch habe ich wieder neue Hörtipps erhalten, die das Buch wunderbar ergänzen. Wer Musik liebt, die Wings und McCartney kennt und schätzt, kann und wird mit diesem Buch nichts falsch machen.
Rezensionen von Claudia R.:
Dreiland III von Jana Jeworreck
Finale einer Fantasy-Trilogie
Klappentext / Inhalt:
„Alles wird sich so ereignen, wie es vorherbestimmt ist.“
Die Schlacht gegen die Chimäre Senestera und ihre magische Armee scheint verloren. Die Verbündeten sind in alle Richtungen verstreut oder tot. Der prophezeite Schmetterling konnte die Bestie nicht bezwingen. Arvid und Signe fliehen mit Hilfe der Boten des ewigen Schweigens an das Ende der Welt, wo sie überraschende Dinge erfahren.
Wird es den beiden gelingen, noch einmal den Kampf mit Senestera aufzunehmen?
Trotz des Sieges über die Rebellen muss der König von Velcor mit seinem Volk das eigene Land endgültig verlassen. Die Erdwärme schwindet und die Ländereien Velcors erstarren in Frost. Zudem hat Norwin die Liebe seines Lebens verloren. Kann der Regent seine Bürger in eine neue Heimat führen oder war der Preis für seinen Sieg zu hoch?
In dem einst unter Nebel verborgenen Metacor sammeln sich schließlich alle streitenden Kräfte zu einem letzten entscheidenden Kampf. Die Zukunft aller drei Länder steht auf dem Spiel.
Cover:
Das Cover greift die Symbolik und den Charakter der bisherigen Cover der Reihe auf und ein Wiedererkennungseffekt ist daher unübersehbar. Der Hintergrund bzw. die Farbgebung ist diesmal in einem orange rot gehalten und hat so einen warmen, aber auch durchaus düsteren Unterton an sich. Mir gefällt das Cover gut und die Zusammenhänge zur Reihe sind erkennbar.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um den dritten Band der Reihe und da die Ereignisse aneinander anknüpfen sollten die vorherigen Bände bekannt sein, da Vorkenntnisse hier auf jeden Fall erforderlich sind, um den Ereignissen folgen zu können und sich in der Welt und den Charakteren zurecht zu finden.
Die Zusammenfassung am Beginn ist toll, um wieder hineinzukommen, alleinstehend reicht diese aber für einen Quereinstieg nicht aus, da es sich hier, wie bereits erwähnt, um den dritten und finalen Band der Reihe handelt.
Inhaltlich möchte ich hier nicht zu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist wortgewandt und bildlich. Man findet sich gut und schnell in alles hinein. Eine tolle Welt mit wundervollen und auch sehr facettenreichen Charakteren wird hier erschaffen und weitergeführt. Auch die Spannung wird wieder aufgebaut und aufrecht erhalten. Die Erzählung ist atmosphärisch und unterhaltsam umgesetzt.
Die einzelnen Abschnitte und Kapitel haben eine gute und angenehme Länge. Die Anfänge sind dabei gut erkennbar und auch Gliederung und Gestaltung haben mir hier sehr gut gefallen. Die Überschriften sind passend, ohne zu viel dabei zu verraten. Die Karte zu Beginn und auch das Glossar mit dem Namenregister und den Begriffserklärungen am Ende ist toll umgesetzt und zugleich auch hilfreich.
Die Geschichte ist spannend und teils auch sehr überraschend fortgesetzt und sorgt so für gute Unterhaltung. Ein tolles und gelungenes Ende der Trilogie, welches mir sehr gut gefallen hat. Auch wenn ich nun Dreiland verlassen muss, so muss ich sagen, dass mir diese Trilogie sehr gut gefallen hat und ich diese sehr gern weiterempfehle.
Fazit:
Ein wundervolles komplexes und fantastisches Werk, mit spannender und detailreicher Unterhaltung.











