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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lilli33:

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Minnesota von Jo Nesbø

Nesbø in Hochform

Nesbø in Hochform

Der Norweger Holger Rudi reist 2022 nach Minnesota. Er recherchiert für ein Buch über eine Attentatsserie, die sich 2016 in Jordan, Minneapolis, ereignete. Holger begibt sich auf die Spuren des Polizisten Bob Oz und seines Gegenspielers.

Bob Oz macht es einem anfangs nicht leicht, ihn zu mögen.

Er ist ein guter Polizist, aber ein gebrochener Mann. Sein Leid und seine Verzweiflung lässt er an seinen Mitmenschen aus. Seine Freunde werden immer weniger, auch bei der Arbeit kriselt es. Aber Bob hat eine Mission: Er will den Attentäter stellen und setzt alles daran.

Jo Nesbøs Schreibstil ist gewohnt klasse, klar, prägnant, gut lesbar, dabei intensiv und lebendig. Meist eher kurze Kapitel mit Perspektivwechseln und Cliffhangern sorgen für Spannung und Tempo, nachdem es zu Beginn relativ ruhig losgeht. Dabei ist die Handlung komplex aufgebaut, hinter jeder Ecke wartet eine neue Wendung.

Mit jeder Seite kann man sich besser in Bob Oz hineinversetzen und ihm seine Eigenarten und Fehler verzeihen - und ebenso in den Täter. Nesbø versteht es hier super, den Lesenden die Beweggründe der Protagonisten deutlich zu machen. So kann man gut nachvollziehen, warum sie so handeln, wie sie handeln, auch wenn man es nicht gutheißen kann.

Neben einer spannenden, unterhaltsamen Story hat der Autor auch jede Menge Gesellschaftskritik in sein Werk gepackt, was mir sehr gut gefallen hat.

Fazit:
Absolute Leseempfehlung für alle Fans von intelligenten Thrillern. Bob Oz steht Harry Hole in nichts nach!

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Minnesota

Rezensionen von Natalie:

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Blutwild von Saskia te Marveld

Gelungenes Debüt

Ankas Leben hat sich vor 6 Jahren abrupt geändert, als sie entführt und gefoltert wurde und dies nur knapp überlebte. Sie beendete daraufhin ihre Karriere bei der Kriminalpolizei. Als sie nun aber eine SMS erhält, die nur das Wort „Hilfe“ und GPS-Daten enthält, kann sie nicht anders und fährt dorthin.

In der kleinen Hütte erwartet sie ihr persönlicher Albtraum, der ihre größte Angst wieder aufflackern lässt - ist ihr Peiniger zurück? Wenn ja, sitzt dann ein Unschuldiger im Gefängnis?

Auf das Thriller-Debüt der Autorin bin ich zuerst durch das Cover aufmerksam geworden, welches auffällt und gleichzeitig einen spannenden Thriller erwarten lässt. Diesen bekommt man auch definitiv geboten. Der Spannungsbogen ist allein schon durch das Tempo permanent gegeben, eine Situation jagt die nächste. Dadurch kann es teilweise auch etwas „überladen“ wirken, aber vielleicht soll genau so auch der Faktor Zeit als auch die Dringlichkeit der Gesamtsituation, in der sich Anka wiederfindet, widergespiegelt werden. Die Handlungen des Täters werden detailliert dargestellt und schaffen so ein sehr gutes Bild seiner Psyche, sind gleichzeitig aber auch sehr gewalttätig und grausam. Eine der Wendungen hat mich komplett überrascht und gibt dem Verlauf nochmal eine ganz neue Bedeutung, sie sich bis zum Schluss dann auch mit allen Fakten geschickt auflöst. Auch wenn ich mit Anka als Hauptprotagonistin nicht ganz warm wurde, ist das Buch für mich ein gelungenes Debüt, für welches ich eine Leseempfehlung ausspreche und ich für mich wieder eine neue Thriller-Autorin entdeckt habe. 4,5*

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Blutwild

Rezensionen von LeserinLu :

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Good Spirits Ghosted von B.K. Borison

Langweilig

Die Grundidee von Good Spirits fand ich großartig: eine moderne, romantische Variante von Dickens’ Weihnachtslied, erzählt aus der Perspektive eines Geistes der vergangenen Weihnacht und der Frau, die er heimsucht. Weil ich Dickens’ Original sehr mag, waren meine Erwartungen vielleicht auch entsprechend hoch.

Leider konnte der Roman diese nicht erfüllen. Ich habe Buch und Hörbuch parallel bzw. einander ergänzend gelesen bzw. gehört und ich muss sagen, dass ich das Hörbuch aufgrund der angenehmen Sprecher noch besser fand als das Hörbuch!

Nolan Callahan, Geist der vergangenen Weihnacht, und Harriet York, eine durch und durch pflichtbewusste, empathische junge Frau, sollen das Traumpaar im Zentrum des Romans spielen. Doch genau hier liegt für mich das größte Problem: Zwischen den beiden Protagonisten entsteht keinerlei glaubwürdige Chemie. Anziehung, Nähe und emotionale Verbindung wirken konstruiert statt organisch, sodass die Liebesgeschichte mich zu keinem Zeitpunkt wirklich erreicht hat.

Auch die Figurenkonstellation selbst empfand ich als sehr vorhersehbar und inzwischen ermüdend: der verschlossene, innerlich verletzte Mann mit harter Schale trifft auf die unsichere, chaotische, aber warmherzige junge Frau, die ihn „retten“ soll. Dieses Muster habe ich einfach zu oft gelesen, und hier wird es kaum variiert oder vertieft, wobei die Sprecherin im Hörbuch ihr Bestes gibt, um selbstbewusst zu klingen. Zwar entfaltet die Handlung stellenweise eine angenehme weihnachtliche Atmosphäre, und die Idee, die Vergangenheit der beiden Stück für Stück aufzudecken, hätte durchaus Potenzial gehabt. Doch weder die emotionalen Konflikte noch die romantische Entwicklung wirkten für mich überzeugend genug, um darüber hinwegzusehen. Wer klassische Weihnachtsromanzen mit vertrauten Rollenbildern mag, wird hier vielleicht fündig – mich konnte der Roman leider nicht überzeugen. Ich würde auf jeden Fall das Hörbuch im Vergleich mit dem Buch empfehlen.

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Good Spirits Ghosted

Rezensionen von LeserinLu :

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Good Spirits von B. K. Borison

Langweilig

Die Grundidee von Good Spirits fand ich großartig: eine moderne, romantische Variante von Dickens’ Weihnachtslied, erzählt aus der Perspektive eines Geistes der vergangenen Weihnacht und der Frau, die er heimsucht. Weil ich Dickens’ Original sehr mag, waren meine Erwartungen vielleicht auch entsprechend hoch.

Leider konnte der Roman diese nicht erfüllen.

Nolan Callahan, Geist der vergangenen Weihnacht, und Harriet York, eine durch und durch pflichtbewusste, empathische junge Frau, sollen das Traumpaar im Zentrum des Romans spielen. Doch genau hier liegt für mich das größte Problem: Zwischen den beiden Protagonisten entsteht keinerlei glaubwürdige Chemie. Anziehung, Nähe und emotionale Verbindung wirken konstruiert statt organisch, sodass die Liebesgeschichte mich zu keinem Zeitpunkt wirklich erreicht hat.

Auch die Figurenkonstellation selbst empfand ich als sehr vorhersehbar und inzwischen ermüdend: der verschlossene, innerlich verletzte Mann mit harter Schale trifft auf die unsichere, chaotische, aber warmherzige junge Frau, die ihn „retten“ soll. Dieses Muster habe ich einfach zu oft gelesen, und hier wird es kaum variiert oder vertieft. Zwar entfaltet die Handlung stellenweise eine angenehme weihnachtliche Atmosphäre, und die Idee, die Vergangenheit der beiden Stück für Stück aufzudecken, hätte durchaus Potenzial gehabt. Doch weder die emotionalen Konflikte noch die romantische Entwicklung wirkten für mich überzeugend genug, um darüber hinwegzusehen. Wer klassische Weihnachtsromanzen mit vertrauten Rollenbildern mag, wird hier vielleicht fündig – mich konnte der Roman leider nicht überzeugen.

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Good Spirits

Rezensionen von clematis:

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Die Magnolientochter von Tessa Collins

Im Land der Kiwis

Extrem engagiert in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit lebt Magnolia mitunter ein recht engstirniges Leben in London. Als am Familienanwesen Blooming Hall in Cornwall eine mysteriöse Rechnung und ein Flugticket nach Neuseeland auftauchen, ist die Neugierde der Mittdreißigerin geweckt – was will ihr Granny nach deren Tod mitteilen? Kurzerhand bucht Magnolia selbst einen Flug ans andere Ende der Welt und wandelt im Land der Kiwis auf den Spuren ihrer Vorfahren.

Ein weiterer emotionaler Band aus der Reihe der Blumentöchter entführt uns auf die beiden Inseln Neuseelands und lässt auch diesmal keine Wünsche offen, wenn es um ferne Länder, althergebrachte Traditionen und Herzschmerz geht. Berührende Momente auf der Suche nach Familiengeheimnissen bleiben natürlich nicht aus und stimmige Rückblicke um einige Jahrzehnte bereichern auch diesmal das aktuelle Geschehen. Stimmungsvolle Naturbilder gleichen traurige Nachrichten aus, eine anstrengende Reise quer durchs Land der Maori wird belohnt durch das Kennenlernen der freundlichen und zuvorkommenden Einwohner. Weite und Raum geben einer engen Seele Platz zum Entfalten, sodass auch Magnolia ihre bisweilen oberlehrerhaftes Gehabe überdenken und Toleranz üben kann. Knapp 500 Seiten sind bei Tessa Collins wie gewohnt extrem kurzweilig und berühren das Herz. Jetzt fehlt noch die fünfte im Bunde, Nara, auf deren Geschichte ich schon sehr gespannt bin.

Wunderbare Lesestunden mit sympathischen Charakteren, die gewillt sind, ihr Leben aktiv zu gestalten – die Reise mit Magnolia nach Neuseeland ist überaus gelungen!

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Die Magnolientochter

Rezensionen von Katzenmicha:

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Die verlassene Tochter von Soraya Lane

Was für eine bewegende Geschichte

Mit Valentina 1939 in Argentinien beginnt die Geschichte.Ihrem Vater gehört eine Menge Land, und wertvolle Polopferde -dazu eine Firma für die Verarbeitung von Oliven.Der Vater bereitet Valentina auf ihre zukünftigen Aufgaben vor.Vater und Tochter führen eine sehr innige Beziehung,zu dem Sohn des Freundes ihres Vaters Felipe fühlt sie sich schon sehr jung hingezogen.

Plötzlich und unerwartet verstirbt ihr geliebter Vater.Und die Mutter verheiratet Valenentina schnell-den sie ist noch nicht volljährig.Valentinas Liebe zu Felipe geht in die Brüche als sie nach London flüchtet.Dort bringt sie eine Tochter zur Welt-als sie zurück kommt kann sie das Erbe ihres Vaters retten,aber Felipe ist verheiratet…..

Im zweiten Erzählstrang geht es um Rose,die erst ihre Großmutter und dann ihre Mutter kurz hinter einander verliert.In tiefer Trauer weiß sie nicht was sie machen soll. Beim Aufräumen fällt ihr ein Brief aus Buenos Aires in die Hände, der sie über eine große Erbschaft informiert.Eigendlich ihre Mutter,aber nun erbt sie.Wie es scheint hat dieses Erbe etwas mit der geheimnisvollen Schachtel zu tun, die sie vor ein paar Monaten aus einem alten Frauenhaus bekommen hat.Ihre Freundin Jessica überzeugt sie,die Erbschaft sich an Ort und Stelle anzusehen.Rose kommt einem Familiengeheimnis auf die Spur und erfährt, das sie Nachfahrin von Valentina Santiago ist, einer Förderin des Polosports und Besitzerin einer Ranch…….

Die Autorin Soraya Lane hat einen fließenden und bildhaften Schreibstil.Es ist bereits der 6.Band der Reihe-einige habe ich schon gelesen.Jeder Band ist in sich abgeschlossen und man kann sie unhabhänig von einander lesen.Die Autorin nimmt einen mit nach Argentinien und läßt einen an der Seite von Rose die Gegenwart erleben.Aber auch die Vergangenheit mit Valentina ist sehr spannend.Sehr gerne 5 Sterne und ich bin mega gespannt auf den7.Band der Reihe.

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Die verlassene Tochter

Rezensionen von Kwinsu:

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Luft zum Leben von Helga Schubert

Nüchtern persönlich

In Helga Schuberts "Luft zum Leben - Geschichten vom Übergang" lesen wir 38 verschiedene Texte der renommierten Autorin, manche wurden bereits andernorts veröffentlicht, viele finden in diesem Erzählband ihre erste Publikation.

Die Texte sind unterschiedlich was ihre Länge und ihre Themenwahl betrifft, aber allesamt sind sie sehr persönlich.

Wir lesen über ihre Familie, ihr Schriftstellerinnen-Dasein, Schicksalsschläge, das Leben in der DDR, erahnen politische Haltung und emotionale Achterbahnfahrten, auch wenn diese nur äußerst nüchtern betrachtet werden.

Um ehrlich zu sein: mit vielen der Texte konnte ich nichts anfangen, mir fehlte zu vielen Themen der Bezug, beispielsweise wenn sie über ihr Schriftstellerinnentum berichtet. Und auch wenn manche Themen interessant waren, fand ich den Schreibstil zu nüchtern, fand keinen Zugang. Lediglich wenn Schubert über das Fremde schreibt, die Beobachtungen, die sie hatte, wenn sie in den Westen reisen durfte, empfand ich sowas wie Emotionalität und es entstanden entsprechende Bilder in meinem Kopf. Dies geschah auch bei zwei Erzählungen, von denen ich einigermaßen begeistert war: Einerseits "Knoten" - ein Text über familiäre und persönliche Krebserkrankungen, der hinter der nüchternen Fassade Emotionalität hervorschauen, die Krankheit und den Umgang damit reflektieren ließ, verknüpft mit Sinnbildern, die der Geschichte abstrakten Raum geben. Der zweite Text: "Die Diktatur ist die Täterin. Oder?!". Hier verarbeitet Schubert ihr Verhältnis zum Regime der DDR, setzt ihre eigene Akte ein, die über sie geführt wurde und hält ihre Standpunkte fest, ihre Gedanken zur Partei. Hier ist sie explizit politisch, zeigt, wie unmöglich es war, der Partei genüge zu tun. Zwar ist die Sprache auch hier nüchtern und kaum emotional, aber sie gibt Einblick in ein Stück Zeitgeschichte, dessen Miterleben eng korsettiert war. In dem namengebenden "Luft zu Leben" berichtet die Autorin über ihr Muttersein, ein für mich eher verstörender Text, der "das Kind" mehr als Sache als ein Spross aus eigenem Fleisch und Blut erscheinen lässt.

Zweifelsohne ist Helga Schubert eine literarische Erzählerin, sie konnte mich im Gesamten aber nicht abholen, auch wenn einzelne Texte in Erinnerung bleiben werden. Wer sich schon intensiver mit der Autorin beschäftigt hat und den nüchternen Erzählstil mag, könnte von "Luft zum Leben" begeistert sein.

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Luft zum Leben

Rezensionen von Kwinsu:

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Vaim von Jon Fosse

In den Gedanken der willenlosen Männer

Eline nimmt sich die Männer, wie sie sie braucht. Erst Jatgeir, dann Olav, den sie aber immer nur Frank nennt, dann wieder Jatgeir und genau: sie landet wieder bei ihrem Frank. Aber so genau wissen wir das alles nicht, wird die punktlose Geschichte doch rein aus der Innenschau von Männern erzählt wird: Kapitel 1 folgt Jatgeir, Kapitel 2 Elias - ein Freund des erstgenannten, dem Eline mutmaßlich einen Keil in die Freundschaft mit Jatgeir getrieben hat, Kapitel 3 aus Olavs Sicht.

Sie alle scheinen wehrlos gegen die dominante Frau, nur: Abwehrhaltung sieht anders aus.

Literaturpreisträger Jon Fosse liefert mit "Vaim" den ersten Teil einer Trilogie, der einen sofort vereinnahmt, sei es durch die atemlose Erzählweise ohne einen einzigen Punkt oder durch die rätselhafte Erscheinung einer Frau, der sich Männer schier ungefragt unterordnen. Rätselhaft ist in "Vaim" vieles, so ganz durchschaut man nicht, was an Eline so besonders ist. Aber wahrscheinlich ist nicht sie die Besondere, sondern die Männer selbst - sie erscheinen über weite Strecken willenlos, schaffen es nicht, ihre Zweifel ordentlich zu artikulieren. Sie wirken gefangen in sich selbst und gefangen in gesellschaftlichen Werten und Normen, die es um jeden Preis zu erfüllen gilt. Da lässt sich Mann schon einmal - oder besser gesagt zweimal - einen benötigten Garn samt Nadel zu einem Wucherpreis aufschwatzen und obwohl der offensichtliche Betrug an ihm nagt, kann er doch sein Gesicht nicht verlieren und als Knauserer dastehen. Wenn einer so wissentlich übers Ohr gehauen wird, kann er sich dem mutmaßlichen Begehr einer Frau folglich keinesfalls entziehen.

Auf den ersten Blick könnte es so wirken, als wär die Frau das dominierende Feindbild, ein pechbehaftetes Schicksal, dem sich Mann nicht entziehen kann. Doch die Männer sind sich selbst Feind, lassen geschehen, lassen sich fremdbestimmen, zumindest mutet es so an. Denn wie eingangs erwähnt lernen wir das Zentrum der Männerwelt nur aus der männlichen Innenschau kennen und darin sind selbsterklärend viel patriarchal geprägte Weltbilder vorhanden. Das ist natürlich nur die eigene Interpretation, möglich und wahrscheinlich, dass es hierzu andere Sichtweisen gibt. Aber das ist das Schöne an diesem literarischen Text: er lässt viel Raum zur Interpretation, aber nicht zu viel, um auszuufern und dadurch unbefriedigt zu hinterbleiben. Vielmehr weiß man, dass es zwei weitere Teile geben wird, die eventuell weitere Andeutungen und Interpretationen liefern, um das Gesamtbild des bislang recht konturlosen, fiktiven Dorfes "Vaim" zu schärfen.

Es war mein erstes Buch (und sicher nicht das letzte), das ich von Literaturnobelpreisträger Fosse gelesen habe und ich liebe den punktlosen Stil, auch wenn es mir am Anfang schwer gefallen ist, nicht auf das Atmen zu vergessen, so rasant wirken die Gedankenströme des Erzählten, die eben nicht durch Punktsetzen begrenzt sind. Fosse hat es für mich vorzüglich geschafft, mich direkt in die Köpfe der Männer zu versetzen, direkt heimisch habe ich mich darin gefühlt ob der Intensität und Ausschweifungen ihrer Gedanken. Geschüttelt hätte ich sie gerne des Öfteren, hätte gerne nachgefragt, warum sie so schwach sind, warum es kein Aufbegehren gibt, wo denn überhaupt die Emotionen bleiben, den diese sind rar gesät. Fasziniert hat mich auch die Tatsache, dass der Text so zeitlos ist: Zeit spielt kaum eine Rolle, nur im Vergänglichen ist sie andeutungsweise zu finden, doch deren Bedeutung ist nicht wesentlich. Symbolik hingegen scheint für Fosse wichtig zu sein, es gibt wiederkehrende Motive wie einen Koffer, Gedankenkreisel, das Meer, Schiffe, Namen, denen man eine tiefere Bedeutung zuweisen könnte und anderes. Ich als Unfähige der Symboldeutung enthalte mich diesbezüglich einer Interpretation, kann mir aber vorstellen, dass diese für viele ein zusätzliches Schmankerl in dieser Lektüre sein könnte.

Mein Fazit: "Vaim" ist ein rasantes, mitreißendes Gedankenspiel eines Literaturnobelpreisgewinners, das den perfekten Raum zur Interpretation zulässt, ohne darin auszuufern. Die Geschichte ist trotz ihrer Rauheit und Einseitigkeit mitreißend und hinterlässt ein angenehmes Maß an Fragezeichen. Durch Vaim wurde ich Fosse-Fan und kann es kaum abwarten, die beiden Folgeteile zu lesen! Absolute Leseempfehlung und ein Highlight des Jahres 2025!

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Vaim

Rezensionen von Katzenmicha:

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Aufbruch ins Paradies von Tara Haigh

Aufbruch und Neuanfang

1884in Karlsruhe,nach einem schlimmen Unglück in ihrer Möbelfabrik wo sie hochwertige Möbel herstellten, verlieren die Familie Berger Werkstatt und Haus.Mit dem Geld der Versicherung beschließt die Familie, auf Drängen des Onkels, nach Neuguinea auszuwandern. Hedwig, die ältere Tochter des Möbelfabrikanten Gustav Berger, führt die Geschäfte, ist aber unglücklich in ihrer kinderlosen Ehe, die arrangiert wurde.

Anna, ihre jüngere Schwester, arbeitet im Kolonialwarenimport -sie träumt davon, eines Tages ein eigenes Geschäft zu haben.Clara ist die Frau von Bergers Sohn Ludwig, einem Priester.Bei der Überfahrt brechen lange schwelende Konflikte auf.Hedwig , beginnt zu ahnen-was echte Leidenschaft ist.Clara kämpft immer mehr mit ihrer wachsenden Einsamkeit,und nach mehr Nähe zu ihrem Mann Ludwig.Und Annas Herz schlägt für den charmanten Engländer David.Das Ankommen in Neuguinea ist erst einmal ein Schock, denn dort ist vieles anders, als der Onkel versprochen hat.Die drei Frauen geben nicht auf-egal was kommt,den es gibt kein Zurück mehr…

Die Autorin Tara Haigh hat einen fließendenund bildhaften Schreibstil.Die Autorin nimmt einen mit der Erzählung auf eine Reise ins Ungewisse, nach Neuguinea.Man hat das Gefühl als wäre man selber dabei.Die Charaktere mit ihrenWünschenund Sorgen werden super rüber gebracht-sehr gerne 5 Sterne.Ich bin schon sehr gespannt wie es im zweiten Teil weitergeht.

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Aufbruch ins Paradies

Rezensionen von Gute_Laune:

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LONELY PLANET Bildband Bücherschätze von LONELY PLANET Deutschland

Hier gerät man automatisch ins Schwärmen

Wie könnte man dieses Buch nicht lieben? Es zeigt die ungewöhnlichsten Bücherorte, die man als Bibliotheken bezeichnen kann. Mir fällt es schwer, meinen liebsten Ort davon zu nennen, denn auf jeder neuen Seite denke ich, das ist er! Nur, um auf der nächsten Seite wieder zu finden, dass dies nun alles übertrifft!

Bezaubert hat mich aber schon die zweite Bücherei im Buch, das Traveler Restaurant in Connecticut, USA.

Jeder Gast darf drei Bücher kostenlos mitnehmen! Wenn das nicht genial ist! Und noch dazu befindet sich im Untergeschoss noch zusätzlich ein Antiquariat.

Die Motivationen für die unterschiedlichen Arten von Bücherorten sind bunt und vielfältig. Es geht nicht nur um den Durchschnittsleser, sondern auch Kids, politische Demonstrationen, Obdachlose. Auch unveröffentlichte Manuskripte sind in einer Bibliothek zu finden. Esel, Pferde und Kamele befördern Bücher als mobile Bibliotheken. Und selbst die Maya und Azteken hatten Bibliotheken. Bücher verbinden einfach alle und alles und bewirken mehr, als man sich vorstellen kann.

Die Fotos sind geradezu verführerisch! Man möchte sofort losfahren und die Orte besuchen. Dazu die Texte, die mit so viel Liebe geschrieben sind und zeigen, dass sich mit den Büchereien wirklich auseinander gesetzt wurde. Man lernt enorm viel dazu.

Eine Bücherei muss nicht riesengroß sein, um glücklich zu machen. Von winzig bis unbeschreiblich groß findet sich hier alles. Ein Bücherschatz schöner als der andere! Fünf Sterne von mir!

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LONELY PLANET Bildband Bücherschätze