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Rezensionen von DoraLupin:

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Das Kamelienhaus von Tabea Bach

Wohlfühlroman, der nach Japan führt

Ich liebe Bücher, die mich an andere Orte entführen, mit interessanten Figuren unterhalten und von einem Familienunternehmen erzählen. Deshalb war ich sehr gespannt auf das Buch „Das Kamelienhaus“, nachdem ich den Klappentext dazu gelesen habe. Ich habe das Buch auch sehr gerne gelesen, auch wenn ich etwas mehr Spannung erwartet hatte.

Die Geschichte dreht sich um Lucy, diese kehrt nach ihrem Studium auf die Kamelieninsel in der Bretagne zurück, wo sie in die Kosmetikfirma ihrer Mutter Sylvia einsteigen soll. Aber es ist nicht so einfach, sich wieder in den Ort ihrer Kindheit einzufinden. Als eine Reise nach Japan zu einer Kamelienölmanufaktur ansteht, ist Lucy darüber mehr als erfreut, zumal sie unterwegs den attraktiven Finn kennenlernt und mit ihm einen zauberhaften Tag in Tokio verbringt. Doch ist Finn wirklich der, den sie in ihm sieht? Und kann sie ihre Mission für die Kosmetikfirma ihrer Familie erfüllen? Denn die Manufaktur steht durch den unerwarteten Tod ihres Inhabers kurz vor dem Aus und Lucys Zeit in Japan verläuft völlig anders als geplant.

In die Handlung habe ich ohne Probleme hineingefunden, denn der Schreibstil gefällt mir wirklich gut. Er ist locker-leicht und schön bildlich. Ich habe mich die ganze Zeit inmitten des Geschehens gefühlt und es ist auch ein schöner Lesefluss gegeben, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Dennoch hätte ich ein wenig Spannung und Wendungen gut gefunden, es gab auch mal ein paar langatmigere Passagen. Wie die Landschaft und generell Japan beschrieben wurde, war einfach nur toll und ich konnte mir ein eigenes Bild von diesem interessanten Land machen.

Alles in allem wird die Geschichte unterhaltsam erzählt, einige überraschende Wendungen wären noch schön gewesen. Ich vergebe desalb 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für Leser, die sich für Japan interessieren.

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Das Kamelienhaus

Rezensionen von DoraLupin:

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Zwischen Zuversicht und Leben von Regine Kölpin

Anschauliches, historisches Leben einer Hebamme

Ich lese immer wieder gerne historische Romane, die mich in eine andere Zeit entführen und mit interessanten Charakteren unterhalten. Deshalb war ich sehr gespannt auf dieses Buch, das einen historischer Roman über das Leben einer Hebamme ihrer Zeit zeigt. Ich wurde auch wahnsinnig gut von dem Roman unterhalten und würde mich auch über weitere Bände freuen!

Das Buch führt den Lesen an die Wesermarsch 1978/1979: Egal, ob im Kreißsaal oder auf der Wochenbettstation – mit viel Feingefühl und Fachwissen versorgt die junge Hebamme Esther werdende Mütter bestmöglich und kämpft gegen überholte Ansichten.

Doch im starren Klinikalltag mit seinen strengen Abläufen wird ihr klar: Wirklicher Fortschritt braucht Mut und manchmal ungewöhnliche Wege. Einen solchen muss sie gehen, als die Schneekatastrophe 1979 das öffentliche Leben stilllegt und sie ein verzweifelter Hilferuf erreicht. Doch in dieser Nacht muss sie nicht nur dem tobenden Sturm trotzen, sondern auch um das Leben zweier Menschen ringen.

In die Handlung habe ich ohne Probleme hineingefunden. Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen, dabei bildlich und es ist ein schöner Lesefluss gegeben, so dass die Seiten nur so dahingeflogen sind. Überhaupt hat mich die Geschichte von Anfang an gefesselt, langweilige Passagen sucht man hier vergebens. Richtig ans Herz gewachsen ist mir Esther, die es zu dieser Zeit als Frau in ihrem Berufsfeld nicht ganz so einfach hat. Sie ist jedoch eine starke Persönlichkeit und ich konnte mich mit ihr deshalb auch richtig gut identifizieren. Ich habe es sehr gemocht mehr über die Arbeit als Hebamme in der Wesermarsch zu erfahren und habe die Protagonistin sehr gerne begleitet.

Da ich das Buch nur so verschlungen habe und Esther so gerne bei ihrer tollen, aufopfernden Arbeit begleitet habe, würde ich mich sehr über weitere Bände der Reihe freuen und gebe die volle Punktzahl. Eine große Leseempfehlung für alle, die gerne historische Romane lesen und die sich für die Arbeit von Hebammen interessieren.

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Zwischen Zuversicht und Leben

Rezensionen von DoraLupin:

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Felix Green – Geisterseher und Geheimagent von Rachel Morrisroe

Toller Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe

Obwohl ich nicht direkt in die Zielgruppe des Buches gehöre, war ich doch sehr gespannt auf „Felix Green“, als ich den Klappentext zu dem Buch gelesen habe. Und ich muss sagen, dass ich regelrecht durch das Buch gerauscht bin, so gefangen war ich von der Handlung.

In der Geschichte geht es um Felix, wenn dieser vor etwas warnt dann wird meistens wahr, was er vorhersagt.

Doch niemand glaubt seinen Warnungen, im Gegenteil, alle geben ihm die Schuld an den Unglücksfällen. Erst in London an der Magischen Meile, einer geheimen Schule für Traumweber und Geisterseher im Dienst der Regierung, erkennt man sein Talent. Doch ein Dunkler Geist bedroht die Schule. Ist Felix vielleicht der Einzige, der sich dem Dämon in den Weg stellen kann? Oder hat er diesmal wirklich etwas mit der Katastrophe zu tun?

Ich habe die Geschichte gemeinsam mit meinem Sohn gelesen und wir haben ohne Probleme hineingefunden. Der Schreibstil ist altersgerecht und es hat sich für uns ein schöner Lesefluss ergeben, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Die einzelnen Charaktere sind interessant beschrieben und mein Sohn konnte sich von ihnen ein wirklich gutes Bild machen. Manche Charaktere sind uns auch im Laufe der Geschichte richtig ans Herz gewachsen. Die Handlung bleibt die ganze Zeit spannend, mitreißend und mystisch. Ausserdem wird es auch hin und wieder etwas humorvoll.

Wir wurden beide von dem Buch sehr gut unterhalten. Es findet sich hinter dem wunderschönen Cover eine starke Geschichte über Freundschaft, Mut und Magie. Über weitere Bände von Felix Green würden wir uns sehr freuen und vergeben natürlich die volle Punktzahl für dieses tolle Kinderbuch.

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Felix Green – Geisterseher und Geheimagent

Rezensionen von qq:

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Mein großes Magnetbuch - Das machen wir am Abend von Aurelia Streck

süßes Mitmachbuch

süßes Mitmachbuch

„Mein großes Magnetbuch – Das machen wir am Abend“ ist ein liebevoll gestaltetes Mitmachbuch, das die ganz kleinen Kinder spielerisch durch die Abendroutine begleitet. Vom Abendessen über das Zähneputzen bis hin zum Schlafengehen können die Kleinen mithilfe der beiliegenden Magnete selbst Szenen gestalten und so ihre eigene Gute-Nacht-Geschichte zusammenstellen.

Die Texte sind kindgerecht formuliert und regen zum Sprechen und Erzählen an. Die Illustrationen sind warm und passend für die Zielgruppe.
Besonders toll ist auch, dass man zum Schluss die eigene Abendroutine mit Magnete darstellen kann.
Mit den dicken Seiten, ist das Buch sehr stabil. Auch die Magnete sind gut verarbeitet und sicher die Altersgruppe, auch gut zu Greifen für die kleinen Hände.

Ein tolles Buch, welches Bestandteil der Abendroutine wird - von uns gibt es eine Empfehlung.

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Mein großes Magnetbuch - Das machen wir am Abend

Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:

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Die tödlichste Lösung von Miriam Rademacher

Absolut lesenswert !

Dies ist mein erstes Buch der Autorin und der Klappentext hat mich so neugierig gemacht, dass ich voller Vorfeude gestartet bin :
Der Einstieg in das Buch gelingt gut, Miriam Rademacher hat einen flüssigen und klaren Schreibstil, so dass man sehr gut in das Geschehen eintaucht.
Die Figur Hedi gefällt mir sehr und obwohl es um einen Fall geht, der tragisch ist, lässt ihre Figur auch mal ein schmunzeln zu.

Eine sehr individuelle Figur, die die Autorin sehr bildhaft ins Leben ruft.
Perspektiven- und Zeitwechsel machen das Buch spannend und obwohl ich zwischendurch immer Verdächtige und auch Vermutungen hatte, hat Miriam Rademacher mich immer eines besseren gelehrt : die Autorin versteht es, den Leser an der Nase herum zu führen und auf falsche Fährten zu schicken. Das hat immens Spaß gemacht und so blieb der Spannungsbogen über das gesamte Buch hinweg aufrecht.
Eine tolle Lesezeit hatte ich mit dem Buch „die tödlichste Lösung“ und dies war ganz sicher nicht das letzte Buch, das ich von der Autorin gelesen habe. Eine klare Leseempfehlung für diese tolle Unterhaltung !

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Die tödlichste Lösung

Rezensionen von Alo:

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Tierschutzhund Lieblingshund von Ursula Löckenhoff; Simone Sombecki

Dieses Buch hätten wir wirklich früher gebraucht


Wir haben seit wenigen Monaten einen Hund aus dem Tierschutz, und ich wünschte, ich hätte „Tierschutz Hund Lieblingshund“ schon vor der Adoption gelesen. In dem Buch werden wirklich alle Fragen, die im Vorfeld relevant sind, ausführlich und verständlich beantwortet. Besonders hilfreich fand ich die Hinweise, woran man einen seriösen Tierschutzverein erkennt, sowie den Vergleich zwischen Hunden aus dem deutschen und dem Auslandstierschutz.

Auch die Entscheidungshilfe, welcher Hund überhaupt zu einem passt, ist sehr gelungen. Hier wird nichts beschönigt. Es wird ehrlich und sensibel auf traumatisierte Hunde eingegangen und auch die Frage behandelt, ob wirklich jeder Hund resozialisierbar ist. Das finde ich super.

Ganz besonders wertvoll ist für uns auch das Kapitel zur Eingewöhnung und Erziehung. Gerade in den ersten Wochen treten viele Unsicherheiten und Probleme auf, und das Buch hilft, diese richtig einzuordnen und zu verstehen. Natürlich ersetzt es keine individuelle Begleitung durch einen Hundetrainer, aber es bietet eine tolle Grundlage und viele praktische Tipps.

Sogar ein kleines Erste-Hilfe-Kapitel ist enthalten. Hier wurde wirklich an alles gedacht.

Insgesamt ein rundum empfehlenswertes Buch für alle, die über die Adoption eines Tierschutzhundes nachdenken oder bereits einen Hund aus dem Tierschutz aufgenommen haben. Verständlich, ehrlich und unglaublich hilfreich.

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Tierschutzhund Lieblingshund

Rezensionen von Alo:

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Lázár von Nelio Biedermann

Gutes Buch mit teilweise fragwürdigem Frauenbild

„Lázár“ ist ein spannender und atmosphärisch dichter Roman, der vor allem durch seine Sprache und die psychologische Tiefe überzeugt. Die Geschichte zieht einen schnell hinein, sie ist geheimnisvoll, düster und gleichzeitig fein beobachtet. Der Autor hat ein gutes Gespür für Stimmungen und dafür, wie widersprüchlich Menschen sein können.

Trotz all dieser Stärken hat mich beim Lesen etwas gestört: das Frauenbild in dem Buch. Manche Szenen wirken überholt oder einfach unreflektiert. Besonders schwierig fand ich, dass ein Mann fälschlicherweise einer Vergewaltigung beschuldigt wird. So etwas ist ein heikles Thema, das hier ohne wirkliche Notwendigkeit eingebaut wurde und leicht falsche Vorstellungen bestärken kann. Für die Handlung wäre das gar nicht nötig gewesen.

Vielleicht liegt das daran, dass der Autor noch sehr jung ist und manche Dinge unbewusst übernimmt. Dabei merkt man eigentlich, wie klug und sprachlich stark er ist. „Lázár“ zeigt viel Talent und Tiefe, aber auch, dass zu einem wirklich reifen Roman mehr gehört als eine gute Sprache, nämlich auch Verantwortung für das, was man erzählt. 3,5/5 Sterne

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Lázár

Rezensionen von DoraLupin:

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In einem Zug von Daniel Glattauer

Ungewöhnlich

Ich kenne schon einige Krimis des Autors und ich wurde immer gut davon unterhalten. Dieses Hörbuch ist anders, es ist fast wie "aus dem Alltag" erzählt, hat auch mal kleine Längen aber insgesamt wurde ich gut unterhalten.

Eduard Brünhofer, ehemals gefeierter Autor von Liebesromanen, sitzt im Zug von Wien nach München.

Nicht unbedingt in der Absicht, sich mit der Frau frühen mittleren Alters im Abteil zu unterhalten. Schon gar nicht in der Absicht, mit ihr über seine Bücher zu sinnieren. Erst recht nicht in der Absicht, über seine Ehejahre mit Gina zu reflektieren. Aber Therapeutin Catrin Meyr, die Langzeitbeziehungen absurd findet, ist unerbittlich. Sie will mit ihm über die Liebe reden. Dabei gerät der Schriftsteller gehörig in Zugzwang.

Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und fand es spannend in die Gedankenwelt des Autors einzutauchen. Mal war dies ein wenig langatmig, aber oft ist er auf ungewöhnliche Ideen und ungewöhnliche Gedanken gekommen und es hat mir Spaß gemacht das Gespräch zwischen ihm und der Frau im Zugabteil mitzubekommen. Catrin Meyr fand ich teils etwas übergriffig und deshalb nicht immer sympathisch, aber es war spannend das Gespräch der beiden zu verfolgen.

Das Ende hatte dann noch eine kleine Überraschung in Petto und es war auf jeden Fall ein Hörspaß für mich auch wenn es jetzt nicht die allerbeste Geschichte des Autors war. Für zwischendurch auf jeden Fall gelungen!

Der Sprecher hat das Hörbuch gut vorgelesen und hat gut zu dieser Geschichte gepasst.

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In einem Zug

Rezensionen von DoraLupin:

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Was du siehst von Laura Maaß

Leise erzählt- schönes Hörbuch

Ich höre immer wieder gerne Hörbücher die in etwas leiseren Tönen erzählt werden aber dennoch schön und authentisch geschrieben wurden, dieses Hörbuch war genauso.

1967: Als der Mann, den sie liebt, spurlos verschwindet, verlässt die schwangere Ruth Ost-Berlin und macht sich auf in eine ungewisse Zukunft.

Schnell fühlt sie sich zu Hause an einem Ort, an dem das Leben schon immer hart war, die Herzen der Menschen dafür umso größer. In dem kleinen Dorf in Mecklenburg, nahe der Elbe, trifft sie auf Hannah. Ihre Kinder Jule und Andi wachsen gemeinsam auf, sitzen am Ufer des Bracks, laufen durch die Kiefernwälder und träumen von der Zukunft. Als sie sich endlich ihre Liebe gestehen, scheint ihr Leben perfekt. Bis ein lang gehütetes Geheimnis Jule nach dem Mauerfall in die Welt zieht, während Andi auf seine große Liebe wartet.

Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und habe mit den verschiedenen Personen mitgefiebert, zunächst mit Ruth und ihrer Geschichte als Alleinerziehende Frau, später dann auch mit Jule und Andi. Die Geschichte ist schön erzählt und hat Tiefe, ohne zu schwer zu sein, mit den Charakteren habe ich mich verbunden gefühlt, wobei ich Jule manchmal etwas forsch fande, gerade Andi gegenüber. Das Ende hat sich schön eingefügt und, obwohl es keine großen Wendungen gab, hab ich die Geschichte gerne angehört.

Die Sprecherin hat gut zum Hörbuch und zum Genre gepasst und hat die Geschichte lebendig vorgelesen. Ihre Stimme war angenehm und ich hatte ein paar tolle Hörstunden.

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Was du siehst

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Die Welt in Meran - Walzerblut von Angela Marina Reinhardt

Ein gelungener Reihenauftakt

Dieser historische Roman, der im Jahr 1872 im Luftkurort Meran spielt, ist der der erste Band einer Reihe von Angela Marina Reinhardt. Meran ist nicht ganz so mondän wie Davos, dennoch geben sich reich und schön, und vor allem Adelige aus aller Welt hier ein Stell-dich-ein.

Zahlreiche Kurgäste werden von ihren heiratsfähigen Töchtern begleitet, um für sie eine vorteilhafte Ehe zu arrangieren, weshalb man mit großem Gepäck reist, um bestens gekleidet an den diversen Tanzveranstaltungen teilzunehmen.

Sollte das eine oder andere Kleidungsstück doch nicht genügen, so kann man sich innerhalb weniger Wochen eines in den örtlichen Werkstätten eines anfertigen lassen. Womit der Bogen zu den elenden Arbeits- und Lebensbedingungen der örtlichen Bevölkerung gespannt ist, die in den Seiden- und Baumwollspinnereien ihr Dasein fristen müssen. Deren Tuberkulose wird nicht mit Trinkkuren und Spaziergängen behandelt.

Die wenigsten Kurgäste interessieren sich für die jungen Mädchen und Frauen im Gastgewerbe, in den Fabriken oder deren Lebensumstände. Eine Ausnahme ist unkonventionelle Helen, eine englisch-deutsche Adelige, die, wenn es nach der Mutter geht, hier in Meran einen Ehemann finden soll. Sie stolpert unversehens in das kurze Leben der jungen Anna, die im Hotel als Dienstmädchen schuftet und ein streng gehütete Geheimnis hütet. Damit ist Anna nicht die einzige. Auch der leicht aufbrausende Korse Jean de Benedetti, der auf Grund einer Kriegsverletzung mophinsüchtig ist und versucht, die Droge vom neuen Kurarzt aus Wien, dem Witwer Simon Hirsch, zu erhalten, ist bemüht seine Vergangenheit verbergen. Und dann haben wir noch den Erbgrafen Maximilian von Montalban um dessen Vermögen es doch nicht ganz so gut bestellt zu sein scheint, weshalb er selbst eine finanzkräftige Braut sucht.

Meine Meinung:

Die Autorin Angela Marina Reinhardt war mir bislang unbekannt.
Dieser historische Roman, der sehr gut recherchiert ist, hat mich nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist flüssig, die Charaktere sind gut gezeichnet. Manchmal wird das eine oder andere Klischee bemüht. So wird der Korse als feurig, aufbrausend beschrieben und Helen als spleenig, wie man sich damals (?) Engländer eben vorstellt. Trotzdem wirken diese Zuschreibungen stimmig.

Auch die Beschreibung des Elends der Arbeiter und Arbeiterinnen in den Spinnereien sind ziemlich authentisch. Gut gefallen hat mir der Exkurs in die Seidenmanufaktur. Kaum jemand kann sich (bis heute) vorstellen, wie viel Arbeit in der Produktion der Seidenfäden für die wertvollen Stoffe steckt. Das milde Klima in Meran begünstigt die Zucht des Maulbeerspinners vulgo Seidenraupe, der sich ausschließlich von den Blätter des Maulbeerbaumes (Morus Alba) ernährt.

Und natürlich dürfen die Stadt an der Passer sowie das (damalige) Lokalkolorit nicht fehlen. Damit sich die Leserinnen und Leser in der Stadt zurecht finden, ist ein Stadtplan von Meran abgedruckt.

Um in dieser illustren Gesellschaft den Überblick zu bewahren, gibt es im Anhang ein Personenverzeichnis.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Reihenauftakt, der auf eine Fortsetzung neugierig macht, 4 Sterne.

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Die Welt in Meran - Walzerblut