Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gletscherwoelfchen:
House of Ash and Shadow - Die goldene Stadt 1 von Leia Stone
Gute Young-Adult-Fantasy, die hier und da ein paar Seiten mehr hätte vertragen können
Bereits als Säugling wird Fallon mit einem schrecklichen Fluch belegt: Sie kann niemals angefasst werden, ohne dabei furchtbare Schmerzen zu erleiden. Während einige sich einen Spaß daraus machen, ihr Haar und ihre Arme zu berühren, leiden Fallons Liebsten mit ihr: Selbst ihr Vater kann ihr niemals eine einzige, kurze Umarmung schenken.
Und doch bedeutet dieser alles für sie. Als er eines Tages erkrankt und in Lebensgefahr schwebt, riskiert Fallon alles, um ihn zu retten und trifft dabei nicht nur auf den Heiler Ariyon, sondern auf düstere Gehemnisse, die ihr gesamtes Leben verändern werden...
"House of Ash and Shadow" beginnt mit einer emotionalen Szenerie, die den Leser sofort eine Verbindung zur Protagonistin Fallon spüren lässt und kurz darauf verdeutlicht, was für eine starke, mutige Figur sie ist. Binnen der ersten wenigen Seiten des Buches bin ich ein großer Fan von ihr geworden - und es letztendlich auch geblieben. Immer wieder wird deutlich, mit welchen Qualen Fallon tagtäglich leben muss. Und doch scheint es immer auch einen Funken Hoffnung und Zuversicht in ihrem Leben zu geben.
Ich habe mich sehr gefreut, dass in Leia Stones neuestem Roman auch andere Charaktere nicht zu kurz kommen. Ich mag es sehr, wenn Fantasy sich nicht ausschließlich auf Magie und spannende Gefechte konzentriert, sondern die menschliche und emotionale Komponente nicht außen vor lässt. Genau hier sehe ich auch die Stärke dieses Buches. Um Fallon herum gibt es zahlreiche weitere Figuren, die allesamt nicht nur als bloße Requisiten fungieren, sondern individuelle Persönlichkeiten haben und so das große Ganze hier vervollständigen. Ich bin mir sicher, dass vor allem ein unscheinbarer Begleiter Lesern genauso sehr ans Herz wachsen wird, wie mir!
Abgesehen von der Figurenentwicklung überzeugt die Autorin durch eine schnelllebige, flotte Geschichte. Es wird nie lange um den heißen Brei herumgeredet, vielmehr wird hier schnell und direkt auf den Punkt gekommen. Dazu trägt unter anderem auch der angenehme Schreibstil Stones bei, der jugendlich-locker wirkt und lebhafte Einblicke aus der Perspektive Fallons gewährt. Nichtsdestotrotz finde ich, dass einige Szenen ruhig ein paar Seiten mehr hätten vertragen können. Gerade zum Ende hin hatte ich ab und an das Gefühl, fast ein wenig zu sehr durch die Seiten geflogen zu sein. Für die eher jüngere Zielgruppe ab 14 Jahren dürfte das so wohl aber passen - typisch Young-Adult-Fantasy eben.
Ich bin mir sicher, dass dieses Buch nicht das letzte sein wird, welches ich von der Autorin lesen werde. Ich mag es sehr, wie hier Magie, starke Charaktere und ein begrenztes, aber durchdachtes Worldbuilding komprimiert werden und empfehle diese Lektüre jedem, der Lust auf einige kurzweilige, flotte und packende Lesestunden hat.
4,5/5 Sterne
Rezensionen von Claudia R.:
Die Suche nach der guten Nacht von Miriam Prätsch
kindgerechter Schlafratgeber
Klappentext / Inhalt:
Stella, Karli und die Sache mit dem Schlaf: Ein Kinderbuch mit Tipps zum Einschlafen und Durchschlafen. Eine Bilderbuchgeschichte für Kinder, ergänzt um einen umfangreichen Fachteil für Eltern und Fachkräfte.
Endlich gut schlafen können – das wäre zu schön! Die kleine Stella nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand.
Sie macht sich auf die Suche, begleitet von dem Koala Karli, der ebenfalls Schlafprobleme hat. Beide sind sich sicher: Irgendwo muss sie doch sein, diese gute Nacht! Auf ihrem Weg begegnen sie vielen Menschen, die alle etwas dazu sagen können. Schritt für Schritt kommen Stella und Karli den Ursachen für ihre Schlafstörungen und durchwachte Nächte immer näher.
Ein wunderschön illustriertes Bilderbuch für Kinder mit Schlafproblemen und ihre Eltern
Die Geschichte von Stella und Karli geht Schlaf- und Durchschlafstörungen auf den Grund
Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse einfühlsam aufbereitet, für Kinder ab 4 Jahren , von der Kinderpsychologin und Autorin Miriam Prätsch
Schlafhygiene hilft: Von der Änderung abendlicher Gewohnheiten bis hin zu Yoga- und Entspannungs-Übungen
Zahlreiche Mitmach-Seiten sowie Schlaftagebuch und Bastelvorlagen zum Download
Gesund schlafen: Von der richtigen Umgebung über Atemübungen bis hin zu Schlafritualen
Psychologin Miriam Prätsch und Illustratorin Maike Prosoli ist ein wahrhaft bezauberndes Kinderbuch gelungen, das nicht nur von Lerchen und Eulen erzählt. Neben dem Schlafrhythmus, der richtigen Ernährung und einer passenden Schlafumgebung hält es viele kindgerecht aufbereitete Informationen bereit, die sich direkt umsetzen lassen. Für die Eltern gibt es zusätzlich einen vertiefenden Textteil am Ende des Buches. Schöne Schlafrituale und einfache Atem- und Entspannungsübungen lassen sich gemeinsam bestimmt erfolgreich etablieren. Auf eine gute Nacht!
Cover:
Das Cover ist super niedlich umgesetzt. Auf dem Kopf eines Mädchens ist ein kleiner kuscheliger Koalabär erkennbar. Im Hintergrund ist es Nacht und die Thematik ist auch bereits auf dem Cover gut erkennbar. Optisch und farblich ist das Ganze sehr schön umgesetzt.
Meinung:
Nicht einfach eine Gute Nachtgeschichte, sondern ein Sachbuch über die verschiedenen Schlaftypen, die Schlafphasen und vieles mehr rund um einen guten Schlaf findet ihr in diesem Buch. Wer eine Einschlafgeschichte erwartet, ist hier falsch. Hier bekommt man einiges mehr. Viele Erklärungen rund um das Schlafen, was man beachten sollte und auch was man tun kann. Denn auch die Ernährung und das vorherige zur Ruhe kommen ist für einen guten Schlaf wichtig. Tipps für Einschlafrituale, Atemübungen, autogenes Training und was man beim Essen und Trinken kurz vor dem Schlafen beachten sollte, wird hier auch kindgerecht und verständlich erklärt und bildlich umgesetzt.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht allzu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und gut verständlich. Sachlich werden die Fakten und Impulse angesprochen und durch kleine Illustrationen und Bilder untermalt. Vieles ist gut verständlich wiedergegeben, so dass man hier viele hilfreiche Impulse in Sachen Schlaf erhält.
Manche Themen und Fakten sind etwas länger und ausführlicher erklärt, aber im Großen und Ganzen kann man der Thematik und den Sachverhalten gut folgen. Es ist wundervoll erklärt und man erfährt viel über den Schlaf, die Schlafphasen, Schlaftypen und was man so beachten kann und sollte. Das Ganze ist sehr schön und kindgerecht umgesetzt.
Die bunten Zeichnungen und Illustrationen runden das Ganze sehr schön ab und man kann sich auch selbst sehr gut mit einbringen, in dem man sich am Schlaftagebuch bzw. den Seiten zum Ausfüllen beteiligt, denn hier wird genügend Raum für eigene Eintragungen und Erfahrungen geboten. Neben Impulsen bekommt man hier nämlich auch tolle Anweisungen und Raum für eigene Ideen und Platz für Eintragungen von eigenen Erfahrungen. Mitmach Aktionen und Impulse geben dem Ganzen eine eigene Note.
Ein tolles Buch um das Einschlafen zu vereinfachen und den guten Schlaf zu verbessern. Neben Sachinformationen und unterschiedlichen Impulsen, werden auch Mitmachaktionen und einiges mehr geboten.
Fazit:
Tolles Sachbuch, Ratgeber und Mitmachbuch rund um das Thema guter und gesunder Schlaf.
Rezensionen von Daggy:
Ein Hochhaus ist auch nur ein Dorf von Elfi Sinn
Kleine, feine Krimis
Nach der Vorstellung der Personen, die uns in diesem Büchlein begegnen, lernen wir die pensionierte Lehrerin Nora kennen. Sie ist vom Dorf in eine Hochhaus gezogen und tut sich zunächst schwer Bekanntschaften zu schließen. Aber dann macht sie einen Plan vom Haus und in der Bar unten im Haus erfährt sie von ihrer Nachbarin Lilly, die schnell ihre Freundin wird.
Im Fahrstuhl trifft sie auf den 10-jährigen Tom, der sich mit Computern auskennt, der sich aber mit dem Lesen schwertut. So findet Noro schnell einen Weg, wie die beiden sich unterstützen können. Zusammen mit Lilly und zwei älteren Herren versucht Nora eine Diebesbande, die in einigen Wohnungen eingebrochen hatten zu stellen.
Zusammen mit Lilly besucht Nora ein Speed-Dating und erfährt dort von einer Blondine, dass ihr Schwester böse reingelegt wurde. Da macht die Hochhaus-Gang, wie die vier Freunde sich nennen, gleich einen Plan, wie man diesen Betrüger überführen kann. Dazu verwandelt sich der ehemailge Bänker Alfred in eine verführerische Blondine.
Als Nora mit ihrer kleinen Urenkelin am Spielplatz sitzt, wird die von einer Frau um Hilfe gebeten, sie hat einen Mann angezeigt, der sie bestohlen hat. Er wollte sich ihre Wertgegenstände anschauen und nach seinem Besuch fehlte ein wertvolles Stück. Natürlich können Nora und ihre Freunde der Frau helfen.
Bei ihrem Spaziergang durch die Gartenstadt fällen Nora herausgerissene blaue Blumen auf. So erfährt sie von einem Mordfall und kann der Witwe helfen, die der Polizei verdächtig erscheint.
In einem Seniorenheim lernt Nora den Mentor von Alfred kennen, einen sehr attraktiven und aktiven 90jährigen.
In Lillys Bootshaus organisiert Nora mit ihrem neuen Freund ein Krimidinner, doch dann landen sie plötzlich selbst in einem spannenden Fall.
Um Prävention geht es im letzten Kapitel, aber auch um eine ältere Damen, die nicht auf den Trick hereinfällt, sondern zusammen mit der Hochhaus-Gang dem Betrüger eine Falle stellt.
Kleine, feine Geschichten, Cosykrimis mit Seniorenbeteiligung, klar strukturiert und logisch nachvollziehbar, gut zu lesen und mit sympathischen Protagonisten. Wieder eine gelungene Mischung!
Rezensionen von Flaminelli:
Zehn Eis an einem Tag von Bettina Gundermann
Eisträume und Feenstaub
Die widerborstige Fee Huberta Moloch-Meyer will vieles, nur keine Wünsche erfüllen. Erst recht nicht von kleinen Kindern. Sie hat eher Unsinn im Kopf. Und als Linn sich mit ihrem Vorhaben, zehn Eis zu verputzen, auf das Kühlfach stürzt, stibitzt die Fee in Windeseile das gesamte Himbeereis.
Ganz anders im Haus nebenan.
Henri freut sich gerade über das Geschenk der Zahnfee. Denn Zahnfee Tusnelda liebt Kinder. Und vielleicht hat Henri Eis ... So begibt sich Linn auf die Suche nach ausreichend Eiscreme und gerät dabei in einen witzigen Wettstreit zwischen Fee Huberta Moloch-Meyer und der Zahnfee Tusnelda Wimperklimper. Denn an seinen Wünschen festzuhalten, ist immer eine gute Sache.
Das Buch ist selbst für kleine Kinder gut verständlich und weckt natürlich das Interesse der kleinen Schleckermäuler. Nebenbei erfahren die kleinen Leser auch einiges aus dem Feen-Alltag. Ein gutes Sommerbuch, das etwas episodenhaft wirkt.
Rezensionen von Daggy:
Cosmic Bullshit von Chris Ferrie
Wissenschaftliche Themen erklären
„Jugendliche begegnen pseudowissenschaftlichen Behauptungen heute täglich in ihren Feeds. Umso wichtiger ist es, Werkzeuge zur Einordnung an die Hand zu geben, die nicht nur aufklären, sondern auch Spaß machen.“ So lautete der Text, der mich auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Der Autor ist Quantenphysiker und er fängt mit dem Text wörtlich bei Adam und Eva an, denn das erste Kapitel befasst sich mit den unterschiedlichsten Mythen rund um die Schöpfung.
Dann geht es um die Sterne und was die Astrologie alles in ihnen liest. Weiter geht es mit Aliens und den verschiedensten literarischen und filmischen Werken, in denen sie vorkommen. Ufo-Sichtungen wurden von Wissenschaftlern ernst genommen und entsprechend untersucht. Nicht nur wegen der Kultfilme „Zurück in die Zukunft“ sind Zeitreisen immer wieder ein Thema, dass fasziniert. Selbst In Kinderbüchern wird eine Reise durch Zeit und Raum zum tollen Abenteuer, bei dem die Lesenden in andere Zeiten abtauchen können.
Ich muss leider zugeben so spannend sich die Themen anhören, so sehr habe ich mich durch den Text gekämpft. Über 200 Seiten voller Informationen und ein Humor, der nicht meiner ist. Die Leser*innen des Buches wurden gesiezt, was mich sehr erstaunt hat. Ich weiß auch nicht, warum es immer Wissenschaftlerinnen hieß, während Skeptiker männlich waren.
„Wir machen alle Fehler. Ich habe zum Beispiel eingewilligt, 10.000 Wörter zu schreiben, wodurch ich gezwungen war, totlangweiligen Schrott im Internet zu recherchieren.“ Ist ein Zitat aus dem Buch, das mir zu denken gibt. Dazu kommt der Titelbegriff „Bullshit“ sehr inflationär im Text vor, für mich nicht unbedingt eine wissenschaftliche Aussage.
Rezensionen von Flaminelli:
Die Suche nach der guten Nacht von Miriam Prätsch
Schlaffaktoren kinderleicht vermittelt
Psychologin Miriam Prätsch und Illustratorin Maike Prosoli haben hier einen kleinen Helfer für Kinder und Erwachsene zu Papier gebracht.
Das Buch beginnt mit der Geschichte, wie Stella und der Koala Karli sich auf die Suche nach der „Guten Nacht“ machen. Denn Stella fällt das Einschlafen oft schwer, wodurch sie morgens häufig müde ist und nicht aufstehen will.
Der Koala Karli hingegen wacht immer wieder auf und das, obwohl er eigentlich wie seine Freunde 20 Stunden am Tag schlafen müsste. Also begeben sich die beiden auf Entdeckungsreise und erfahren viel Nützliches von der Kinderärztin Frau Bachmann, dem Koch Pierre, einer Forscherin, einem Sportler, einer alten Dame und einem buddhistischen Mönch. All diese Personen vermitteln ihr Wissen und gute Übungen, sodass Stella (und die mitlesenden Kinder) ihren eigenen kleinen Schlaf-Notizzettel erstellen können. Denn zwischen dieser Vorlesegeschichte finden sich immer wieder Reflexionsfragen, welche die Kinder ermutigen, über ihre eigenen Schlafgewohnheiten nachzudenken.
Ab Seite 59 beginnt dann der Abschnitt mit wissenswerten Informationen für die mitlesenden Eltern. Hier geht die Psychologin Miriam Prätsch näher auf unterschiedliche Schwerpunkte ein. Von den Schlafphasen über allgemeine Informationen wie: Wie lange Kinder im Bett der Eltern schlafen „dürfen“, wie viel Schlafbedarf Kinder in einem gewissen Alter durchschnittlich haben oder das Zusammenspiel zwischen Schlaf und Gesundheit wird in einem Rundumblick vermittelt. Hier findet sich zudem viel Wissenswertes. So zum Beispiel, dass Jugendliche sich zu Eulen entwickeln und die Frühaufstehermentalität sich daher (wie für alle Eulen) schädlich auswirkt und keine optimale Leistung ermöglicht. (Näheres auch unter:quarks).
Die Autorin liefert so auf 30 Seiten vielseitiges Hintergrundwissen, gibt kindgerechte Atemübungen sowie Anleitungen zu Kinderyoga-Übungen, Körperreise und autogenem Training an die Hand. Die Psychologin verschafft zudem einen gekonnten Überblick über alle Schlafstörungen (mit weiteren Tipps) und sogar ein Alptraum-Ratgeber ist mit dabei. Auf den letzten Seiten findet sich außerdem die Vorlage für ein Schlaftagebuch, welches ein besseres Monitoring ermöglicht. Die Literaturliste und Empfehlungen befinden sich auf der Seite 88.
Als zusätzlichen Bonus gibt es reichlich Zusatzmaterial (wie das Schlaftagebuch und Bastelvorlagen) zum Download auf der Verlags-Seite sowie weitere Informationen unter den Social-Media-Profilen.
So ist „Die Suche nach der guten Nacht“ ein hilfreiches Vorlesebuch mit vielfältigem Hintergrundwissen und Zusatzinformationen, welche einen gesunden Schlaf schon von klein auf fördern.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
The Blackgate Invitation von Sarah Henning
Magic-Locked-Room-Mystery
Die Schwestern Ruby und Wren sind nicht die, die sie behaupten zu sein, als sie in Hegemony Manor an einem Dinner teilnehmen. Für die beiden Hochstaplerinnen wird es jedoch brenzlig, als ihre Auftraggeberin die Abmachung bricht und ein Mord geschieht, in dessen Konsequenz das Anwesen durch Magie abgeriegelt wird.
Ihnen wird klar, worin sie verstrickt sind und sie mithelfen müssen, den Mord aufzuklären, um nicht für immer auf dem Gelände gefangen zu bleiben.
„Wir stecken fest in einer verdammten Gruselvilla voller Hexen, einer Leiche und wahrscheinlich mehreren namentlich bekannten Geistern.“
Düsternis und eine unheimliche Atmosphäre umgeben das Anwesen und mit Hexen, Zauberern und Geistern ist es das perfekte Grusel-Setting. Das hat mein Interesse geweckt. Gelungen fand ich den stetigen Wechsel der Ich-Erzähler. So konnte man die Handlung durch Ruby oder Auden verfolgen, was ein stimmiges Bild ergab und eine authentische Slow-Burn-Romance, die wenig Raum einnimmt und ohne Spice auskommt. Ansonsten bin ich leider etwas enttäuscht und hätte mir bei der Umsetzung mehr Originalität und Unvorhersehbarkeit gewünscht.
Die magischen Blutlinien, Familienverstrickungen und die Suche nach den Relikten war langatmig und statt zunehmender Spannung beherrschten vor allem Dialoge, Streitigkeiten und die inne Welt der Hauptfiguren die Story. Es gab Momente, das konnte ich nicht nachvollziehen, weshalb die Schwestern nicht aufgeflogen sind. Man sieht, was man sehen will? Das hat mich nicht überzeugt. Auden bemerkt zwar, dass etwas anders ist, erklärt sich das aber spekulativ mit einem Vergessenszauber. Auch das hat sich einfach zu sehr gezogen. Die Auflösung war vorhersehbar und bot wenig Spannung oder Überraschungen. Das Ende hat mich mit Grusel-Twists etwas versöhnt, aber so richtig glücklich war ich mit den fehlenden Konsequenzen und dem Ausgang nicht. Auch, wenn ich es stellenweise gern gelesen habe, finde ich es schade, da der Funke bei mir nicht übergesprungen ist.
Rezensionen von cosmea:
Lebensbande von Mechtild Borrmann
Ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte
Im Mittelpunkt von Mechtild Borrmanns neuem Roman “Lebensbande“ stehen drei Frauen - Lene, Nora und Lotte - deren Leben über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren geschildert wird. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, den 30er Jahren bis nach Kriegsende und den 90er Jahren nach dem Mauerfall. Lene und Nora sind Kusinen, die sich erst spät kennenlernen, Nora trifft Lotte bei ihrer Arbeit als Krankenschwester und wird nach dem Krieg mit ihr für acht Jahre in einem sowjetischen Arbeitslager eingesperrt.
Es sind schwierige Zeiten mit schlimmen Ereignissen, die zu ertragen viel Mut und Kraft kostet. Lene hat einen kleinen behinderten Sohn, den man ihr wegnehmen will, weil er als Reichsausschusskind betrachtet wird. Die Freundinnen ahnen, was mit diesen Kindern in den speziellen Einrichtungen passiert, wo erstaunlich viele schon bald angeblich an Lungenentzündung sterben. Nora hilft Lene, den kleinen Leo zu retten und geht dabei ein hohes Risiko ein. Bei der Aktion gibt es einen Zwischenfall, der Noras Leben für immer prägen wird.
Lange rätselt der Leser, aus wessen Perspektive die zugleich berührende und bedrückende Geschichte erzählt wird. Eine der drei Frauen schreibt dann sozusagen als Vermächtnis auf, was damals wirklich geschehen ist und beantwortet damit offene Fragen. Mir hat Borrmanns neuer Roman wieder sehr gut gefallen, vor allem das Porträt der drei mutigen Frauen, die einander tatsächlich lebenslang verbunden bleiben und anderen helfen, selbst wenn ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht: „Es sind die Dinge, die man nicht getan hat, die einen ein Leben lang beschämen.“ (S. 158) Ein sehr lohnender Roman, den ich verschlungen habe.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Death at Morning House von Maureen Johnson
Unheilvolle Riesenvilla
Es geht um eine Riesenvilla, die den Tod anzuziehen scheint und diese zwei mörderischen Geschichten von Morning House werden hier erzählt.
Das Ehepaar Ralston verbrachte mit ihren sieben Kindern jeden Sommer auf der Insel im Morning House. Morgens strahlt die Villa, aber abends wirkt sie beunruhigend unheilvoll.
Bis 1932 zwei Todesfälle diesem Glück ein Ende setzten. Viele Jahre später ist Morning House ein Ort, der frei zugänglich ist. Marlowe verbringt den Sommer damit, Touristen durch die Villa zu führen und erfährt, dass sie den Platz eines toten Jungen eingenommen hat.
Erzählt wird die Geschichte von Marlowe, die sich in Akilah verliebt. Das erste Date endet im Chaos und ist der Grund, warum Marlowe den Ferienjob annimmt. Als zynische Ich-Erzählerin richtet sich Marlowe direkt an die Lesenden und erzählt, wie zwei Gegenstände ihr Schicksal besiegelten: eine Duftkerze und ein Lippenstift. Das tut sie humorvoll und authentisch, sodass es sich sehr gut lesen lässt. Durch die Rückblenden erfährt man, was sich 1932 in Morning House zugetragen hat. Davon hätte ich gern mehr gelesen, denn die Geschehnisse um Marlowe sind nicht so interessant, während der Vater mit seiner Visionen der Welt und der zwanghaften Tagesstruktur der Kinder mehr Potenzial aufweist. Auch wenn ich mit Marlowe nicht so richtig warm geworden bin, mochte ich die kleine Liebesgeschichte und die, vom Pech verfolgte, Hauptfigur. Die Auflösung, um die Todesfälle sind spannend inzidiert, haben mich überrascht und trösten etwas über den „langen Anlauf“ hinweg.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Spookily Yours von Jennifer Chipman
Hatte eine herbstliche Rom-Com erwartet und nicht das
Bei der Bezeichnung Pumpkin-Lovestory und diesem unschuldigen Cover stelle ich mir eine verhexte romantische Komödie mit Herbststimmung rund um das Halloweenfest vor. Gerade am Anfang fühlte ich mich an »Sabrina - Total verhext« erinnert.
Willow arbeitet mit ihrer Schwester Luna im Hexenbräu, der Café-Bäckerei des Dorfes Pleasant Grove.
Willow ist total Kürbisverrückt und liebt Halloween. Ein Wohlfühleinstieg, der sogar Spannung aufkommen lässt, als Willow den Kater Damien adoptiert und versucht, ihn von dem Fluch zu befreien. Danach ist leider jegliches Fünkchen von Potential verpufft. Eigentlich will der besitzergreifende Damien sich nicht auf eine Hexe einlassen, verliert aber schnell jeden Anschein von Selbstkontrolle und erhebt Anspruch auf seine kleine Hexe, wie es sie nennt. Während es immer wieder zu erotischen Tête-à-têtes kommt, bei dem nichts mehr der Fantasie überlassen wird und der Eindruck erweckt wird, ein Teenager hätte technische Anweisungen verfasst, gerät Damiens Mission oder das feierlichen Kürbis- und Halloweenfest in den Hintergrund. Alles wird schnell abgehandelt. Damit dürfte klar sein, worum es in dem Buch wirklich geht, wenn auf Atmosphäre und Spannung weniger Wert mehr gelegt wird und sogar Willow vermutet, Damien hätte sie in eine Sex-Dämonin verwandelt. Dazu passt auch die vulgäre Sprache und der flache Schreibstil, der zudem inhaltliche Fehler aufweist. „Schei***, ich liebte es, sie zu küssen. Ich glaube nicht, je müde zu werden, ihren Mund in meinen zu nehmen.“ What?
Wirkliche gute Unterhaltung, echte Gefühle, nur ein bisschen Charaktertiefe oder gar Einfallsreichtum, sucht man hier vergebens - Quantität vor Qualität. Vielleicht sollte man das auch so bewerben, denn ich fühle mich getäuscht.
Jennifer Chipman hat versucht ein idyllisches Dörfchen wie bei Gilmore Girl zu erschaffen. „Für Fans von »Gilmore Girls« und »Vampire Diaries«“ heißt es, aber das, was die Serien ausmacht, findet sich in dieser Story nicht ansatzweise wieder. Das ist irreführend, weil es völlig falsche Erwartungen schürt. Ich war maßlos enttäuscht und kann, aufgrund der genannten Punkte, keine Empfehlung aussprechen. Es sei denn, mann möchte genau das: cringe spice Inhalte, besitzergreifende Männerfantasien und unstimmige Klischees, gepaart mit einem Hauch von Hexe, Dämon und obsessiver Herbstsaison. Scheint ja manchen zu gefallen, aber definitiv kein „verdienter“ Bestseller, sondern nur irreführendes Marketing.










