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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von peppi:

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Lebensbande von Mechtild Borrmann

Drei Lebenswege

Mechthild Borrmanns Roman "Lebensbande" ist ein Stück deutscher Zeitgeschichte, die sich von den 1930er Jahren bis zum Mauerfall erstreckt. Er basiert auf wahre Begebenheiten.
Die drei Frauen Lene, Nora und Lotte sind keine Heldinnen, aber die Ereignisse in dieser Zeit haben tiefe Narben bei ihnen hinterlassen.

Lene wird von ihrer Cousine Nora unterstützt, als es gilt ihren Sohn, der als Reichausschusskind gilt, das Leben zu retten.
Nora und Lotte treffen Anfang der 1940er Jahre in Danzig aufeinander. Kurz nach Kriegsende werden beide Frauen in einen russischen Gulag verschleppt.
Die Autorin arbeitet mit wechselnden Zeitebenen, so wird man beim Lesen durch die Jahrzehnte geführt.
Den Schreibstil könnte man fast zurückhaltend nennen. Es gibt keine lauten Wendungen, aber der Leser spürt die Schuld, den Verlust und auch die Hoffnung, ohne dass es benannt wird.
Meine Leseempfehlung!

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Lebensbande

Rezensionen von Natalie:

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Juniper Hill | Die Edens 2 | von Devney Perry

Kleinstadt-Romance

Memphis zieht mit ihrem kleinen Sohn nach Montana - je weiter weg von zuhause, umso besser. Dort will sie sich ein neues Leben aufbauen, ohne ihre bisherigen Privilegien. Sie hat eine Stelle als Hausmädchen im Eloise Inn ergattert. Mit Knox begegnet sie dabei nicht nur dem Bruder ihrer Arbeitgeberin, sondern auch dem besten Koch in Qincy… und ihrem Vermieter.

Beide sind von der Situation nicht sehr angetan, bis sie sich besser kennenlernen… und merken, dass jeder ein Päckchen zu tragen hat.

Die Fortsetzung der Reihe finde ich durchaus gelungen. Durch den Perspektivenwechsel zwischen Memphis und Knox bekommt man beim Lesen viele Eindrücke, die einen die jeweiligen Situationen verständlicher machen. Das Kleinstadt-Feeling kommt dabei besonders zur Geltung, lässt einen Schmunzeln, aber auch mal die Augen verdrehen. Die beiden Hauptcharaktere durchleben eine gute Entwicklung, was ich als sehr authentisch wahrgenommen habe, auch wenn mir das Gefühlsleben zwischen ihnen manchmal etwas arg schnell vor sich ging. Wer eine feine Kleinstadt-Romance mit etwas Spannung und vielen Emotionen mag, wird mit „Juniper Hill“ das richtige Buch in Händen halten. Für mich persönlich hätte manches Drama weniger auch gereicht und vor allem der zweiten Epilog war mir zu viel des Guten. Trotzdem habe ich das Buch gern gelesen und kann es empfehlen. 3,5* von mir.

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Juniper Hill | Die Edens 2 |

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Rauhnächte - 12 Tage nur für dich von Tanja Köhler

Rauhnächte psychologisch betrachtet

Bücher und Materialien zu den Rauhnächten gibt es mittlerweile unzählige, das Thema scheint in den letzten Jahren ein richtiger Trend geworden zu sein. Deshalb fokussiere ich mich bei dieser Rezension speziell darauf, was dieses Buch von anderen zum gleichen Thema unterscheidet, denn da gibt es hier tatsächlich einiges:

Die Rauhnächte sind die Zeit "zwischen den Jahren", zwischen Weihnachten und Dreikönigstag.

Es gibt viele uralte spirituelle Traditionen, die damit verbunden sind, und auch die moderne Esoterik beschäftigt sich schon lange damit. Das ist für Menschen interessant, die zu diesen Themen eine Verbindung fühlen, kann aber für andere, die eher eine bodenständig-wissenschaftlich-rationale Weltsicht haben, abschreckend sein.

Deshalb sei schon an dieser Stelle gesagt: auch diejenigen, die von Esoterik absolut nichts halten und an nichts Übersinnliches glauben, können mit diesem Buch einen wertvollen psychologischen Begleiter zur Reflexion des eigenen Lebens finden und sind hier in bester Gesellschaft: die Autorin ist Psychologin, ebenfalls skeptisch gegenüber dem Esoterikbereich und hat damit auch ein psychologisches Rauhnächtebuch verfasst. Hier muss man an nichts glauben, man muss nichts als Orakel oder Wahrsagemethode sehen - es geht einfach um eine Gelegenheit zur tiefgehenden Reflexion des eigenen Lebens: einmal im Jahr zu den Rauhnächten tiefgehender und einmal im Monat überblicksmäßig.

Das wunderschön und einladend gestaltende Buch geht zuerst kurz auf die historischen Hintergründe und Traditionen der Rauhnächte ein, um dann Reflexionsfragen und Rituale für jede Rauhnacht und den damit verbundenen Monat vorzustellen. Jeder Tag/Monat ist dabei einem psychologischen Thema gewidmet, zu dem es inspirierende Texte und Fragen gibt, beispielsweise geht es am 25.12., der für den Januar steht, um Klarheit, am 1. Januar (August) um Entscheidungen oder am 4. Januar (November) um Wandlung.

Hier ein Buchzitat aus dem Kapitel Wandlung: "Die Energie der elften Rauhnacht ist dem November zugeordnet. Wie kein anderer Monat steht er für das Abschiednehmen. Wobei in jedem Abschied auch immer ein Neubeginn steckt. So weit denken wir aber leider nicht. Das Bewusstwerden der Vergänglichkeit gibt uns die Möglichkeit, uns eine wesentliche Frage zu stellen: Was ist es, was mein Leben ausmacht und sinnstiftend ist?" (S. 111)

Passende Handlungsideen dazu sind dann etwa eine Dankbarkeitsliste oder auch eine Laudatio über das eigene Leben und die eigenen Fähigkeiten und ein Rückblick vor dem Hintergrund der Frage "Wozu war etwas gut", um darauffolgend loslassen und in eine gute Zukunft gehen zu können. Auch systemische Themen werden mit einbezogen, z.B. mit folgender Reflexionsfrage: "Welche Eigenschaften deiner Familie und früherer Generationen helfen dir, dich auf dich selbst zu besinnen und deinen ganz persönlichen Lebensweg zu gehen?" (S. 113)

Besonders wertvoll finde ich auch, dass es im letzten Teil des Buches - anschließend an die Übungen für die Rauhnächte selbst - für jeden tatsächlichen Monat im neuen Jahr eine Rückschauanleitung gibt, mittels der man sich nochmal an die während den Rauhnächten behandelten Themen erinnern kann, die eigenen Notizen dazu durchschauen kann und überprüfen kann, wie sehr man noch dem Weg, den man für sich für dieses Jahr gewünscht hat, folgt, und wo man Anpassungen vornehmen möchte.

Insgesamt ist es ein wertvolles Buch zu den Rauhnächten, das eine erfrischende neue, humorvolle und persönliche Perspektive einer Psychologin auf das Thema bietet, und, wie erwähnt, auch für Menschen abseits der traditionellen Zielgruppe spiritueller Bücher wertvolle Inspirationen bieten kann.

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Rauhnächte - 12 Tage nur für dich

Rezensionen von Rinoa:

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Schattengrünes Tal von Kristina Hauff

Spannende Beziehungsgeflechte

Ich hatte durchaus gewisse Erwartungen an das Buch, nachdem mir zuletzt „In blaukalter Tiefe“ von der Autorin wirklich sehr gut gefallen hat. Am Anfang war ich daher etwas enttäuscht oder besser gesagt ernüchtert, weil diesmal der Funke nicht so recht überspringen wollte.

Gerade Lisas Perspektive war eher eine Aneinanderreihung von Aktivitäten, was mich nicht direkt gelangweilt hat, aber auch nicht unbedingt total unterhaltsam war.

Erst mit der Zeit kam dann diese subtile Spannung auf, die mir beim letzten Buch so gefallen hatte und dann war ich auch richtig gefesselt.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, das mag ich sowieso gerne, weil es einen besseren Überblick über die Geschehnisse, aber auch das Innenleben der Personen gibt und man Situationen dadurch umfassender einschätzen kann.

Die Autorin schafft es immer besonders gut, das Zwischenmenschliche darzustellen, mit behutsamem Blick auf die Gefühle ihrer Protagonisten. Und über allem liegt eine feinsinnige Spannung mit verschiedenen Beziehungsgeflechten auch und insbesondere toxischer Art, das fand ich wirklich sehr packend zu lesen und auch die Entwicklung der Figuren mitzuverfolgen.

Nach kurzen Startschwierigkeiten hat mir „Schattengrünes Tal“ am Ende wirklich gut gefallen und ich kann es jedem empfehlen, der oder die leise Spannung und psychologischen Tiefgang mag.

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Schattengrünes Tal

Rezensionen von Ameland:

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Bella Karamella - Achtung, zauberhafte Freundin! von Gundi Herget

Zuckersüße Naschhexe

Elfie teilt sich ihre Süßigkeiten sehr genau ein, weil ihre Mama nicht über viel Geld verfügt und es deswegen nur wenig Naschkram gibt. Aber plötzlich bedient sich jemand an ihrer Schokolade. Wer kann das bloß sein?

Elfie ist ein liebenswertes Mädchen. Ich mochte sie sofort, auch weil sie ihr Glück nicht über Geld, teure Kleider oder das neuste Smartphone definiert.

Aber auch die kleine quirlige Naschhexe muss man einfach gerne haben. Auch wenn der Start zwischen Elfie und Bella nicht so gut verläuft, werden sie noch beste Freundinnen.

Ein zauberhaft geschriebenes Kinderbuch von Gundi Herget voller Abenteuer und einer guten Prise Humor, bei dem man sehr gut mitfiebern kann. Es geht dabei nicht nur um Freundschaft, sondern auch um Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Zusammenhalt und auch Neid. Mindestens genauso bezaubernd sind auch die vielen Illustrationen von Barbara Korthues.

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Bella Karamella - Achtung, zauberhafte Freundin!

Rezensionen von Rinoa:

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Die Geschichte des Klangs von Ben Shattuck

Habe mir mehr erwartet

Das Buch hat mich am Ende so ein wenig ratlos zurückgelassen. Auf der einen Seite fand ich die Geschichte von Lionel und David wirklich schön und auch poetisch geschrieben. Auf der anderen Seite sind knapp über 100 Seiten nicht gerade viel und für meinen Geschmack vielleicht sogar zu wenig, um alles in seiner Gänze zu erfassen.

Ich würde nicht so weit gehen, so sagen, dass ich die Erzählung oberflächlich fand, aber es gibt doch einige Lücken, die Interpretationsspielraum lassen und die gerne etwas mehr hätten gefüllt werden dürfen.
Auch waren mir die zeitlichen Abläufe bzw. wie viel Zeit insgesamt vergangen ist trotz mehrmaligen Lesens nicht ganz klar, was mich schon auch gestört hat und einen kleinen unbefriedigenden Beigeschmack hinterlassen hat.

Der zweite Teil erschien mir zwar etwas konstruiert, aber trotzdem berührend, dass der Fund der Wachswalzen und die Auseinandersetzung mit deren Geschichte auch etwas in Annie und ihrem Leben bewegt.

Alles in allem fand ich „Die Geschichte des Klangs“ nicht schlecht, habe mir aber durchaus mehr erwartet.

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Die Geschichte des Klangs

Rezensionen von bedard:

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Das Geschenk von Gaea Schoeters

Erschreckend realistische Politsatire

Nach dem großen Erfolg ihres Romans Trophäe hat Gaea Schroeter mit ihrem neuen, nur 138 Seiten umfassenden Buch eine Politsatire veröffentlicht, die angelehnt ist an eine wahre Begebenheit:

Als Reaktion auf die europäische Kritik an Botswanas Regulierung der Elefantenbestände durch Abschuss forderte der damalige Präsident Mokgweetsi Masisi im Jahr 2024 die Bundesregierung auf, 20.

000 afrikanische Elefanten aufzunehmen. Zugleich wehrte er sich gegen die neokoloniale Bevormundung.

Im Roman tauchen eines Morgens aus heiterem Himmel Elefanten vor dem Bundeskanzleramt in Berlin auf. Erst nur einzelne, dann werden immer mehr gesichtet. Zunächst weiß niemand, woher sie kommen. Der fiktive Bundeskanzler Winkler erfährt aber bald, dass es sich um ein Geschenk der botswanischen Regierung handelt. Sollten Tiere getötet werden, wird sofort Ersatz geliefert. Zunächst fallen die Reaktionen der Bevölkerung eher positiv aus. Doch bald kommt es zu ersten Konflikten und Unfällen, die Elefanten fressen nicht nur viel, sie scheiden auch entsprechend viel aus.
Das Problem beschäftigt schließlich das gesamte Bundeskabinett, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten werden hin- und hergeschoben. Alles vor dem Hintergrund, dass sich die rechte Opposition das Versagen der Regierung zu Nutze macht. Schließlich wird eine Elefantenbeauftragte eingesetzt, die das Problem entweder lösen soll oder im Falle des Scheiterns die Verantwortung tragen muss.

Die erste Hälfte dieses Romans unterhält mit vielen Seitenhieben auf den Politikbetrieb und auf unschwer zu identifizierende Bundesländer und deren Regierende, die Sonderrechte für sich beanspruchen, wenn es um die Verteilung von Lasten geht. Sehr nah an der Realität ist auch der Umgang mit Frauen und deren Rolle im politischen Machtzentrum.
In der zweiten Hälfte sind die Auswirkungen politischer Entscheidungen deutlicher spürbar. Entscheidungen, die wider besseren Wissens getroffen werden und nur auf kurzfristige nationale Lösungen ohne Rücksicht auf Nachbarn oder globale Konsequenzen zielen. Am Ende steht der fiktive Kanzler vor der Entscheidung, ob er die moralisch richtige Entscheidung trifft, dafür aber seine Wiederwahl gefährdet.

Stilistisch und inhaltlich hat mir der Roman sehr gefallen. Die treffenden Beobachtungen zum Regierungshandeln und die fundierten Kenntnisse über afrikanische Elefanten sind beeindruckend.

Klare Leseempfehlung!

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Das Geschenk

Rezensionen von Eternal-Hope:

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UNIversal gescheitert? von Lisa Niendorf

Dieses Buch spricht mir aus der Seele

Vor kurzem habe ich "UNIversal gescheitert?" von Lisa Niendorf fertig gelesen und ich bin voll der Bewunderung für dieses großartige Buch einer mutigen Frau, die so vieles von dem, was ich und viele meiner Kolleginnen und Kollegen im Laufe der Jahre als Studierende und Mitarbeitende auf unterschiedlichen Universitäten erlebt haben, offen ausspricht.

Wie die Autorin das am Anfang ihres Buches anspricht, gibt es in den Köpfen vieler Menschen immer noch ein überhöhtes, idealistisches Bild von Universitäten und Wissenschaft, als ob das ein heiliger Raum wäre, in dem keine Missstände herrschen würden.

Wer aber näher mit diesem System in Berührung kommt, ob als Studierende oder später vielleicht als hoffnungsvolle Doktorandin oder wissenschaftlicher Projektmitarbeiter, wird oft bitter desillusioniert von all den Missständen, die es da gibt und gegen die man sich oft so machtlos fühlt. Denn kaum jemand unterhalb der ordentlichen Professuren - die nur von ganz wenigen privilegierten Menschen und wenn überhaupt, meist erst frühestens im mittleren Erwachsenenalter erreicht werden - hat kaum jemand eine gut abgesicherte Position auf einer Universität, die es erlaubt, offen Kritik zu üben, ohne die eigene Vertragsverlängerung zu gefährden.

Ich schätze die Ehrlichkeit der Autorin, mit der sie zugibt, selbst eine der wenigen zu sein, die im akademischen Mittelbau einen unbefristeten Vertrag erhalten haben, und wie das ihr dabei hilft, sich zu trauen, so ein mutiges Buch zu schreiben, das viele Widerstände so deutlich offen legt.

Um welche Missstände geht es in dem Buch? Um stark unterfinanzierte Universitäten, marode Gebäude, überfüllte Studiengänge. Um ein extrem hierarchisches System, in dem, wie oben beschrieben, alle unterhalb der allerhöchsten Positionen auch bei exzellenten Leistungen und noch so viel Fleiß und Anstrengung ständig um ihre Stelle zittern müssen, und das strukturell zu Machtmissbrauch regelrecht einlädt.

Denn es handelt sich bei näherer Betrachtung um ein System, das Ausbeutung und Missbrauch nicht nur verleugnet, sondern teilweise regelrecht fördert: denn Karriere macht etwa, wer die meisten Publikationen aufweisen kann. Und wer dafür abhängige wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausnützt, ihnen viele unbezahlte Überstunden aufbrummt, sie fast die ganze Arbeit alleine machen lässt und dann aber ausschließlich den eigenen Namen auf die Publikationen schreibt, der hat auf dem Papier eine längere und eindrucksvollere Publikationsliste vorzuweisen. Ehrlichkeit, Redlichkeit und insbesondere die Qualität der eigenen Lehre oder gar besonderes Engagement für Studierende zählen hingegen kaum etwas für das Vorankommen im akademischen Bereich, können sogar hinderlich sein.

Der Autorin gelingt es, überzeugend und anhand von vielen Beispielen und einer fundierten Analyse des Aufbaus des wissenschaftlichen Systems, zu zeigen, dass die vielen Missstände in diesem Bereich eben keine Ausnahmefälle sind, sondern mit der Struktur dieses Systems zusammenhängen, welche zum Teil aktiv und bewusst aufgebaut wurde und geschützt wird, um die Interessen der Mächtigen zu vertreten. Da ist es auch kein Wunder, dass mit jeder Hierarchieebene auf den Universitäten mehr weiße heterosexuelle Männer aus sozioökonomisch privilegierten Milieus vertreten sind und alle, die in einer oder mehreren Kategorien davon abweichen, weil sie etwa Frauen, queer, migrantisch, mit Betreuungspflichten oder aus Arbeiterfamilien sind, sich schwer tun, hier ihren Platz zu finden und ihn zu behalten. Denn Menschen fördern meist die, die ihnen ähnlich sind, und auch Themen wie Rassismus, Diskriminierung, Ausbeutung und sexualisierte Gewalt sind nicht nur in der Gesamtgesellschaft, sondern auch auf Universitäten weit verbreitet, wie die Autorin eindrucksvoll anhand von aktuellen Zahlen und Beispielen belegt.

Sprachlich ist das Buch sehr zugänglich und gut verständlich geschrieben und die Autorin hat sich große Mühe gegeben, sich nicht hinter akademischer Sprache zu verschanzen, sondern das Buch für eine breite Menge an Interessierten lesbar zu machen und alle nicht allgemein bekannten Konzepte zu erklären.

Ich wünsche diesem Buch von Herzen, dass es viele Leserinnen und Leser findet, in der allgemeinen Bevölkerung, aber auch unter jenen in Machtpositionen, bei denen es vielleicht ein Umdenken bewegen möge, um eine wissenschaftliche Landschaft zu gestalten, die gerade die engagiertesten und klügsten Köpfe aus der gesamten Bevölkerung nicht frustriert und vertreibt, sondern wertschätzt und ihnen einen Raum gibt, sich einigermaßen abgesichert zu entfalten und damit zum Wohle aller zur Vielfalt der Perspektiven im wissenschaftlichen Bereich beizutragen. Das würde den aktuellen und zukünftigen Studierenden, der Forschung und der Gesamtgesellschaft sehr zugute kommen. Danke für dieses mutige Buch!

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UNIversal gescheitert?

Rezensionen von Shilo:

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Das mutige Mädchen von Lotte Römer

Mutig zwischen Herz und Freiheit

Schon der Anfang der Geschichte hat mich direkt gepackt, weil alles so anschaulich beschrieben ist. Die Schilderungen lassen Innsbruck mit seinen engen Gassen, Stoffläden und dem geschäftigen Treiben deutlich vor dem inneren Auge entstehen. Lotte Römer beschreibt die Stadt so lebendig, dass ich mich sofort mitten im Geschehen gefühlt habe.

Elsa ist mir schnell ans Herz gewachsen. Ihre Leidenschaft für das Nähen, ihre stille Entschlossenheit und ihr Wunsch, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, wirken glaubhaft und berührend. Ich konnte gut nachvollziehen, wie sie zwischen Pflicht und Freiheit, zwischen Gefühl und Vernunft ihren eigenen Weg sucht. Besonders mochte ich, dass sie dabei nicht als makellose Heldin erscheint, sondern als junge Frau, die trotz Rückschlägen an sich glaubt.
Der Kontrast zwischen dem charmanten Richard und dem bodenständigen Clemens sorgt für Spannung, ohne ins Klischee abzurutschen. Ich war neugierig, wem Elsa am Ende wirklich vertrauen kann, und ob ihr Traum von der eigenen Schneiderei wahr wird. Die Szenen, in denen sie an ihren Entwürfen arbeitet, haben mir besonders gut gefallen.
Beeindruckt hat mich auch, wie feinfühlig die Autorin die gesellschaftlichen Grenzen der damaligen Zeit beschreibt. Frauen, die mehr wollten als Heirat und Häuslichkeit, mussten Mut beweisen. Genau das macht Elsa deutlich. Und es war schön, alte Bekannte aus dem ersten Band wiederzutreffen.
Frau Römer erzählt warm und detailreich. Ihre Sprache ist flüssig und ungekünstelt, sie schafft es, die Geschichte lebendig werden zu lassen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und war bis zum Schluss ganz bei Elsa. Ihre Entwicklung hat mich bewegt, ihr Mut hat mich beeindruckt.
Für mich ist dieser Band sogar noch runder und gefühlvoller als der erste. Die Balance zwischen Romantik, Zeitgeschichte und persönlicher Stärke stimmt einfach. Ich habe das Buch mit einem Lächeln beendet und freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung, die Josefas Geschichte erzählen wird.
Fazit: Ein warmherziger historischer Roman über Mut, Selbstvertrauen und die Suche nach dem eigenen Weg. Voller Gefühl, aber ohne Kitsch. Lotte Römer hat mich erneut mitgenommen in eine vergangene Zeit, die sich ganz nah anfühlt.
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung

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Das mutige Mädchen

Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:

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Salute - Das letzte Gebet von Friedrich Kalpenstein

Auf geht’s zum dritten Mal an den Gardasee

Zum dritten Mal nimmt uns Friedrich Kalpenstein mit an den Gardasee und lässt uns dort mit Lanza und Zeitler ermitteln :
Toll konstruierter Fall, der den Leser / die Leserin völlig in ihren Bann zieht. Man rätselt und ermittelt mit und trifft natürlich auf alte Bekannte, aber auch auf neue Figuren.

Und genau das mag ich so sehr an den Büchern von Friedrich Kalpenstein : er hat die wundervolle Gabe, die Figuren seiner Bücher so bildlich und authentisch darzustellen, dass man zu jeder Figur ein klares Bild vor Augen hat. Wer die beiden vorherigen Bände kennt ( was nicht zwingend notwendig ist, weil die Büber in sich abgeschlossen sind ), der erlebt mit, wie die Figuren wachsen und von Buch zu Buch fühlt es sich immer mehr an, als würde man auf gute Freunde treffen.
Der Schreibstil von Friedrich Kalpenstein ist flüssig und leicht, so dass man von Anfang an gut in das Buch hineinkommen und in der Geschichte landet. Die Kulisse des Gardasees ist da das Tüpfelchen auf dem I – wunderschön dargestellt und beschrieben, so dass man ganz in das Buch eintauchen kann.
Für mich ist der dritte Tel der Salute-Reihe absolut gelungen und Friedrich Kalpenstein lässt definitiv nur einen Wunsch offen : möge das nächste Buch ganz schnell erscheinen !
Eine absolute Leseempfehlung von mir !!!!

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Salute - Das letzte Gebet