Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lerchie:
Die Psychoanalytikerin von Melanie Metzenthin
Was ist damals passiert?
Hamburg 1920: Vera hat als Psychoanalytikerin die Praxis ihres Mannes übernommen. Er selbst ist im ersten Weltkrieg gefallen. Sie muss die unterschiedlichsten seelischen Nabern behandeln, meistens welche aus der Kriegsvergangenheit. Da kommt es zu mysteriösen Todesfällen und Kommissar Bender bittet Vera um Hilfe.
Sie soll in der Vergangenheit der Betroffenen bohren, denn es scheint einen Zusammenhang zu geben. Da meldet eine Frau ihren Mann als vermisst, sie ist eine Patientin Veras. Ihr wird klar, dass sich offensichtlich jemand an dem ehemaligen Regiment des Vermissten rächt…
Meine Meinung
Der Roman ließ sich sehr gut lesen, keine Unklarheiten im Text störten mich. Ich war auch schnell in der Geschichte drinnen und konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Zunächst in Vera. Die Psychoanalytikerin, die überzeugt war, dass ihre Patientin Johanna Schuster ihr etwas verschwieg. In die Polizisten, hier hauptsächlich Kommissar Bender und sein Kollege Abel die verzweifelt nach dem Mörder suchten. Und dann gibt es auch noch eine junge (Möchtegern) Reporterin die unbedingt Einzelheiten über den Fall wissen will und sich selbst in Gefahr begibt. Vera selbst hat eine Idee, die, zur damaligen Zeit, eigentlich abstrus war, aber mich hat sie eigentlich fast sofort überzeugt. Der Leser wird wissen, was ich meine, wenn er das Buch liest. Das Ende des Buches ist nicht so ganz befriedigend, auch das wird der Leser beim Lesen des Buches verstehen. Aber es ist spannend geschrieben und wurde später auch noch spannender wegen Veras Idee. Es hat mir gefallen, mich gefesselt und auch gut unterhalten. Daher von mir eine Leseempfehlung sowie vier Sterne.
Es besteht die Möglichkeit, dass die Autorin beabsichtigt (ich kommen wegen des Endes darauf) eine Fortsetzung zu schreiben, auch wenn dies nirgends geschrieben steht.
Rezensionen von Sternzauber:
Das Buch der verlorenen Stunden von Hayley Gelfuso
Geheimnisse und schwerwiegende Entscheidungen im Angesicht der Zeit
Das Cover von „Das Buch der verlorenen Stunden“ von Hayley Gelfuso gefällt mir sehr. Denn der dunkle Einband mit den goldenen Akzenten wirkt sehr wertig und wunderschön geheimnisvoll. Außerdem zeigen uns die langen Bücherregale bereits einen Einblick in die Geschichte und das mag ich immer sehr.
Die Autorin entführt uns in eine Welt, in der Zeithüter mit Hilfe von besonderen Uhren in den Raum der Zeit eintreten und in diesem die Erinnerungen der Menschheit bewahren oder vernichten können. Nur wenige Menschen wissen von dieser Möglichkeit und eines Abends ändert sich das Leben der jungen Lisavet für immer, als ihr Vater sie in den Zeitraum bringt und dort zu ihrem Schutz zurück lässt. Er kommt nicht, wie versprochen, zurück und so lebt das Mädchen fortan außerhalb der Zeit. Sie beginnt irgendwann die Erinnerungen, die die Zeithüter vernichten wollen, vor dem Verschwinden zu bewahren und stört damit die Abläufe. Viele Jahre später trifft sie dabei auf den Zeithüter Ernest und was dann geschieht, ändert nicht nur das Leben der Beiden, sondern auch den Lauf der Weltgeschichte nachhaltig…
Dieses Buch hat mir eine sehr spannende und interessante Lesezeit geschenkt, die mich in ihrer Komplexität, Vielschichtigkeit und Stimmigkeit sehr überrascht hat. Denn die Geschichte dreier zentraler Charaktere ist so gut in den Verlauf einer Rahmenhandlung und ganz existenzieller Überlegungen eingebettet, dass sich eine äußert runde Erzählung ergibt. Dabei sind die Handlung und die Zusammenhänge so komplex, dass ich als Leserin immer ganz bei der Geschichte bleiben und diese konzentriert verfolgen musste, um keine wesentliche Angabe zu verpassen. Dies habe ich jedoch keinesfalls als negativ empfunden, sondern war dadurch vielmehr sehr intensiv in der Geschichte gefangen und wollte das Buch eigentlich auch gar nicht gerne aus der Hand legen. Es war für mich eine Freude zu erlesen, wie im Laufe der Geschichte immer mehr Zusammenhänge einen Sinn ergaben und das Bild immer vollständiger wurde.
Hayley Gelfuso schreibt in einer sehr angenehmen Art, die mich leicht in die Geschichte eintauchen lies und auch wenn die Kapitel oft sehr lang waren, hat sich ein sehr positiver Lesefluß ergeben. Die ProtagonistInnen wirkten auf mich authentisch in ihrer Charakterisierung und die Hauptpersonen waren mir sehr sympathisch. Es gab viele Szenen, in denen ich mich sehr gut in die Figuren einfühlen konnte und die mich sehr berührt haben.
Außerdem hat „Das Buch der verlorenen Stunden“ eine ganz eigene Atmosphäre, die mich sehr fasziniert hat. Es ist vom Grundton her eher düster und geheimnisvoll, es gibt immer wieder Bedrohungen und schwere Schicksalsschläge, aber auch sehr zarte Momente und innige Gefühle. Ich würde das Buch ein wenig mit Kai Meyers Geschichten aus dem grafischen Viertel („Die Bücher, der Junge und die Nacht“ etc.) in Verbindung bringen, da sie eine ähnliche Stimmung aufweisen.
Mir hat dieses Buch, das eine äußerst gelungene Mischung aus Spannung, Liebesgeschichte, Sachzusammenhängen, Mutterliebe, dem Wert von Erinnerungen und kriminalistischen Elementen ist, sehr gut gefallen. Es hat mich zum Nachdenken angeregt, aber auch einfach sehr gut unterhalten und ich habe intensiv mit den Figuren mitfühlen dürfen. Daher gibt es von mir eine herzliche Empfehlung zum Selberlesen – viel Freude dabei!
Rezensionen von brauneye29:
Der brennende Garten von V. V. Ganeshananthan
Schwere Kost
Zum Inhalt:
Die sechzehnjährige Sashi will Ärztin werden so wie ihr Großvater und K, der Nachbarjunge. Doch dann passiert alles anders, denn in Sti Lamka bricht ein Bürgerkrieg aus, der auch ihre Familie in Mitleidenschaft zieht. Zwei ihrer Brüder und auch K schließen sich den Tamil Tigers an.
Sushi kämpft auf ihre Art, muss aber am Ende flüchten, doch auch in New York kann die die Vergangenheit nicht abstreiten.
Meine Meinung:
Das Erschreckende an manchen Büchern ist, dass es Geschichten, in diesem Fall Kriege, gibt, die einem überhaupt nicht so bewusst sind bzw. waren. Umso schrecklicher zu lesen, was in diesem Bürgerkrieg so alles geschah und wie es das Leben der Menschen auf den Kopf stellt. Natürlich ist es ein Roman, aber man schon das Gefühl, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat und viel genauso geschehen sein könnte. Die Protagonistin spricht den Leser oft direkt, so dass man noch mehr in die Geschichte gezogen wurde. Auch wenn man sicherlich nicht wirklich verstehen will, warum jemand Terrorist wird, aber man kann auch nicht komplett ignorieren, dass es Umstände geben kann, die so schwerwiegend sind, dass es dazu kommt.
Fazit:
Schwere Kost
Rezensionen von Katzenmicha:
Tierisch viel los! von Evelyn Moser-Gattringer
Ein tolles Buch
Evelyn Moser-Gattringer bringt mit diesem Sachbuch frischen Wind in die Gartenliteratur und auch in unseren Garten.Statt steriler Rasenflächen und akkurat geschnittener Buchshecken plädiert sie für summende, flatternde und raschelnde Vielfalt.Es ist eine gelungene Einladung, den eigenen Garten, Balkon oder sogar städtische Ecken in kleine Lebensräume zu verwandeln .
Für Bienen, Vögel, Igel und all die anderen oft übersehenen Mitbewohner,die uns auch nützlich sind.Es gibt an einigen Stellen bei uns schon einige Räume für verschiedene Tiere,zum Bespiel ein Teich mit Seerosen.Mit der Hilfe des Buches und der vielen Tips werden wir mit unseren Enkelkinder als nächstes ein Igelhaus bauen.Aber auch ein Vogelhochhaus, eine Wildbienen-WG stehen auf dem Plan.Es gibt unendlich viele tolle Ideen die umgesetzt werden wollen und das das ganze Jahr durch.Ein rundum gelungenes Buch, denn es ist informativ, praxisnah und inspirierend ist-sehr gerne 5 Sterne.
Rezensionen von Streiflicht:
Thea Magica, Band 1 - Das Geheimnis von Port Mint von Vivien Verley
Geheimnisvoller Tee
Da ich sehr gerne Tee trinke, vor allem in der kalten Jahreszeit, aber eigentlich auch immer, war ich natürlich total neugierig auf dieses Buch. Wie faszinierend wäre es, wenn man wirklich einen magischen Tee trinken könnte und dann besondere Kräfte entwickeln würde. Eine tolle Idee, die in diesem Buch gekonnt weiterentwickelt und erzählt wird.
Robins Leben steht Kopf, nicht nur weil sie gerade erst umziehen musste und ihr gewohntes Leben verloren hat, sondern weil sie auch noch eine ganz besondere magischen Kraft hat, die die Verantwortlichen nicht gerne sehen. Zum Glück findet sie ganz schnell Anschluss, weil sie Mai quasi in ihr Leben drängelt. Gut, dass sie mit ihr und deren Freund Cornelius zwei Mitstreiter hat, denn ihre eigene Familie ist nicht immer so hilfreich und auch sehr geheimniskrämerisch.
Das Buch hat mich gut unterhalten, ich fand die Idee mit dem Thea Magica und dessen Entdeckung und Geschichte in Port Mint super spannend. Hier hätte ich gerne noch viel mehr erfahren. Zum Beispiel wie der Tee angebaut wird, welche Sorten es gibt, was ihn magisch macht ... aber vielleicht sind das auch Fragen, die sich die junge Zielgruppe gar nicht stellt.
Die Erzählung liest sich gut und das Buch ist sehr hübsch illustriert, vor allem auch mit dem kunstvollen Farbschnitt. Ein bisschen gestört hat mich die Tatsache, dass man mindestens den nächsten Band lesen muss, um alles zu erfahren. Aber das ist bei Kinder- und Jugendbüchern leider inzwischen ja normal. Dennoch ein sehr schönes Buch, das ich gerne gelesen habe.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Mama & Sam von Sarah Kuttner
Liebe um jeden Preis... Oder: Love hurts
Um ehrlich zu sein: wann immer ich von Betrugsfällen im Internet hörte, wo Frauen um ihr Geld gebracht wurden, dachte ich völlig verständnislos „Wie naiv kann man denn sein?“ und eigentlich war mir überhaupt nicht klar, was „Love-Scamming“ bedeutet und wie häufig es vorkommt.
Die Mutter der Autorin, die sicher weder naiv noch dumm war, wurde vor ihrem Tod, Opfer eines Love Scammers.
Sarah Kuttner versuchte anhand der Chats, die letzten Monate im Leben ihrer Mutter zu rekonstruieren um zu verstehen. Es ist folglich eine nicht nur fiktive Geschichte einer komplexen Mutter-Tochter-Beziehung, sondern auch die Geschichte einer Frau, die nach Liebe gesucht hat und auf ein Fake-Profil von Sam Heughan (Outlander) hereingefallen ist. Es mag nicht logisch sein, dass ein Promi per Internet nach einer Partnerin sucht und dringend Geld benötigt…. aber es funktioniert. Es sind Betrüger, die ihr Geschäft verstehen und Love Scamming ist ein Geschäft – knallhart und gnadenlos.
Die Opfer bleiben irgendwann gebrochen zurück mit ihrem Bedürfnis nach Liebe, meist völlig pleite und ohne Selbstrespekt und Selbstvertrauen.
Sarah Kuttner erzählt in der Ich-Form aus der Sicht der Tochter. Das Lesen dieses Buches war seltsam: ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass eine Freundin vor mir sitzt und mir ihre Geschichte und die Geschichte ihrer Mutter erzählt. Es war mitreißend, ich war recht schnell völlig ohne innere Distanz: ich habe mitgelitten, mich mitgeärgert, war traurig, wütend und fassungslos. Und ich habe mich ein bißchen geschämt, weil ich Frauen, die Opfer von Liebesbetrug waren, als dumm und naiv verurteilt habe, ohne zu verstehen, dass es Menschen sind, die nur nach Liebe suchen.
Ein unglaublich intensives Leseerlebnis!
Rezensionen von yellowdog:
Schattennummer von Thomas Pynchon
Hicks
Der neue Roman des ewigen Literaturnobelpreisanwärters Thomas Pynchon führt uns in die dreißiger Jahre der USA, die Zeit der Prohibition und der privatdetektive. Einer dieser Schnüffler ist Hicks, ein harter Typ und irgendwie angelehnt an Raymond Chandlers Marlow-Figur, allerdings weniger idealistisch.
Hicks McTaggart ist ein harter Typ.
Die Dialoge sind geradezu brillant und haben viel Wortwitz. Dass das auch in Deutsch so gut funktioniert, lässt mich vermuten, dass die deutsche Übersetzung von Nikolas Stingl und Dirk van Gunsteren sehr gelungen ist.
Zu den besten Stellen gehören die mit Hicks und seiner Fruendin April. Wie schon der NDR erwähnte wirken sie in nihren Wortgefechten ein wenig wie Humprey Bogart und Lauren Bacall.
Ein weiteres Markenzeichen von Thomas Pynchon ist seine Genauigkeit und Detailverssessenheit in den Beschreibungen. Hier ist das auch zu finden, aber doch sehr gelassen und unverkrampft eingesetzt.
Der Plot wird schnell recht wild. Was da alles hineinspielt, wenn z.B. Hicks sogar nach Europa kommt. Da kann ich teilweise nicht mehr so ganz folgen. Aber amüsant ist das ganze.
Rezensionen von csac:
Mei liabste Speis von Eva Kamper-Grachegg
Ein Kochbuch mit „ganz normalen Rezepten für ganz normale Tage“
Wer kennt es nicht – Familie, Job und Haushalt unter einen Hut zu bekommen, ist oft ziemlich schwierig und auch stressig. Zumal sich täglich – zumindest bei mir – die Frage stellt, was ich der Familie Schmackhaftes auf den Tisch stellen soll. Gesund soll es sein, hochwertig, regional, saisonal und natürlich schnell und einfach gehen…Die Ansprüche sind oft hoch, die Umsetzung manchmal eher „suboptimal“.
Dieses vorliegende Kochbuch arbeitet nun aber mit vielen einfachen Zutaten, die sich ohnehin bereits im Vorratsschrank befinden: Reis, Nudeln, Kartoffeln, Polenta und co. Aufbauend auf diese Grundzutaten beschreibt die Autorin Eva Kamper-Grachegg nach dem Motto „Nimm´s leicht, mach´s einfach“ Rezepte für alle Tage, leicht verständlich und vor allem leicht nachkochbar. Neben Salaten, Nudeln, Mürbeteig und Strudelteig dürfen dabei u.a. auch Reis, Knödel, Spätzle und Griess nicht fehlen. Das sind die Basics, darauf aufbauend finden sich Tipps für kreative Variationen, unterteilt in die vier Jahreszeiten und deren spezielle saisonale Besonderheiten. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Neben der genauen Beschreibung der Zutaten findet sich immer eine detaillierte Anleitung, Infos zur Gesamtdauer, der Zubereitungszeit, Portion und Schwierigkeitsgrad. Der Fokus liegt auf hochwertigen Zutaten, Einfachheit und pragmatischer Zubereitung. Untermalt werden die Rezepte von wunderbaren Aufnahmen, die allein schon dazu motivieren, zum Kochlöffel zu greifen und nachzukochen.
Fazit: Eines meiner neuen Lieblingskochbücher für den oft schnellen Alltag. Für alle, die gut, unkompliziert und dennoch gehaltvoll kochen möchten.
Rezensionen von froschman:
Asa von Zoran Drvenkar
Grausame Familiengeschichte
Vor den Augen von Asa Kolbert wurde ihr Vater ermordet. Von ihrer Großmutter wird sie in ein Erziehungscamp nach Afrika geschickt. Sechs Jahre ist sie dort nur mit dem einen Ziel, ihren Vater zu rächen. Und das geht nur durch Disziplin, die so weit geht, dass bei einer Prüfung nur der Beste durchkommt, alle anderen werden gejagt und wer erwischt wird, verliert das Leben.
Dieses traditionelle Camp wird seit Jahrzehnten durchgeführt und nur die Besten kommen durch und werden dann im Privatleben in Spitzenpositionen gehievt. Nach sechs Jahren kehrt Asa zurück und bekämpft dieses System mit den mörderischen Camps. Und eines wird klar: ihre eigene Familie ist ihr größter und mächtigster Feind!
Drvenkar hat mit diesem Thriller eine Familiengeschichte geschrieben, die über mehrere Generationen reicht, eine Überschreitung der moralischen Grenzen darstellt. Und Asa will dieses menschenverachtende System zu Fall bringen! Ein fesselndes Gesamtwerk.
Rezensionen von Shilo:
Die Psychoanalytikerin von Melanie Metzenthin
Geschichte, Schicksal und ein Hauch von Krimi
Ich habe schon einige Bücher von Melanie Metzenthin mit Begeisterung gelesen und war gespannt, was mich diesmal erwartet. Und auch dieses Buch hat mich wieder überzeugt.
Die Geschichte spielt im Hamburg der 1920er Jahre. Vera, eine junge Psychoanalytikerin, hat nach dem Tod ihres Mannes dessen Praxis übernommen und behandelt dort Menschen, die unter den seelischen Folgen des Krieges leiden.
Als mehrere ihrer Patienten auf rätselhafte Weise sterben, wird Kommissar Bender auf sie aufmerksam und bittet sie um Hilfe.
Von Anfang an hat mich die Geschichte gepackt. Ich war schnell in dieser Zeit und konnte mir die Stadt und das Leben der Menschen lebhaft vorstellen: die Nachwirkungen des Krieges, die Unsicherheit und den Versuch, wieder nach vorn zu blicken. Melanie Metzenthin erzählt das alles eindringlich und glaubwürdig, ohne je zu übertreiben. Besonders stark fand ich, wie fein sie die Gefühle und Gedanken ihrer Figuren beschreibt, sodass man wirklich versteht, was sie antreibt.
Vera ist mir im Laufe des Buches sehr ans Herz gewachsen. Sie ist klug, mutig und bleibt auch dann ruhig, wenn andere längst den Mut verlieren würden. Ich habe großen Respekt davor, wie sie sich in einer Zeit behauptet, in der Frauen in ihrem Beruf noch wenig Anerkennung fanden. Auch Kommissar Bender ist eine sympathische Figur, bodenständig, loyal und mit Sinn für Gerechtigkeit. Die Zusammenarbeit der beiden wirkt natürlich und fügt sich stimmig in die Geschichte ein.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und bildhaft, die Sprache klar und ohne Schnörkel. Ich bin mühelos durch die Kapitel geflogen, weil Spannung, Emotion und historische Eindrücke sich wunderbar abwechseln. Es gibt keine Längen, und trotzdem wirkt alles ausgewogen, mit Momenten, die der Geschichte Tiefe verleihen, ohne aufgesetzt zu sein.
Was ich besonders schätze, ist, dass Melanie Metzenthin historische Themen so lebendig werden lässt. Sie verbindet Fakten, Atmosphäre und persönliche Schicksale so geschickt, dass man das Gefühl hat, direkt dabei zu sein. Man erfährt viel über die Nachkriegszeit, über die Arbeit der Polizei und über die seelischen Wunden, die der Krieg hinterlassen hat.
Für mich ist das Buch ein gelungener Mix aus historischem Roman und Kriminalgeschichte. Es ist spannend, bewegend und sehr menschlich erzählt. Ich habe es mit großem Interesse gelesen und das Buch am Ende mit einem zufriedenen Gefühl zugeschlagen.
Ein starkes Werk mit Atmosphäre, Herz und Tiefe. Von mir gibt es fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.











