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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Sheilo:

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Geheimnisse des Nil, Band 2 - Where the Library Hides von Isabel Ibañez

Eine absolut spannende Geschichte trifft auf ein atemberaubendes Setting

Whit bietet Inez einen Ausweg, wie sie in Ägypten bleiben kann, doch ist sie bereit, dafür wirklich eine Ehe einzugehen? Noch dazu mit einem Mann, den sie kaum kennt und der noch dazu selbst so einige Geheimnisse verbirgt? Eine schwere Entscheidung, doch viele weitere werden noch folgen müssen.

"Where the Library Hides" ist der zweite Band der fantastischen "Geheimnisse des Nil"-Reihe von Isabel Ibañez.

Ihr lebhafter Schreibstil hat mich gefesselt und ich liebe es sehr, mich von ihr in das historische Ägypten entführen zu lassen, welches ein wundervolles Setting bietet. Die Handlung setzt direkt nach dem Ende des ersten Bandes an und die Geschichte wird wirklich nie langweilig, was auch an den fantastischen Plot-Twists liegt, die teilweise sehr unvorhersehbar waren.

Wie schon im ersten Teil dreht sich wieder viel um die Geschichte Ägyptens und die Ausgrabungen. Besonders gefallen hat mir aber die Entwicklung der Beziehung zwischen Inez und Whit mit einer Menge Auf und Abs, wobei Whit auch in der aussichtslosesten Lage nie von Inez Seite weicht. Whit ist mein absoluter Lieblingscharakter in der Geschichte, weil er so viele Seiten von sich zeigt und trotz seines Images und seiner harten Fassade ein wahnsinnig loyaler Mensch ist, den ich sehr ins Herz geschlossen habe. Wie auch schon im ersten Band, wirkt Inez teilweise sehr naiv und sie stürzt sich immer wieder in gefährliche Situationen, doch ihr Beschützer ist dabei an ihrer Seite.

"Where the Library Hides" ist eine fesselnde Liebesgeschichte mit der traumhaften Kulisse Ägyptens, einem Hauch Magie und einer wirklich spannenden Geschichte, die ich sehr empfehlen kann. Ich selbst bin auf jeden Fall begeistert.

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Geheimnisse des Nil, Band 2 - Where the Library Hides

Rezensionen von yellowdog:

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Blutbrot von Miriam Unterthiner

Theatertext

Miriam Unterthiner ist eine Dramatikerin, die aus Südtirol stammt und ihr Text behandelt den Umstand, dass über die sogenannte Rattenlinie am Ende des Kriegs vielen Kriegsverbrechern die Flucht über den Brenner ermöglicht wurde. Darunter waren u.a. Barbie, Eichmann, Mengele.
Mit der Aufarbeitung der Schuld dieser Fluchthilfe tut sich die Figur, die hier DasDorf betitelt wird, schwer.

Trotz des ernsten Themas bringt die Autorin Leichtigkeit und einen ironischen Humor mit hinein. Zu Anfang durch ein vor ihr selbst als pathetisch benanntes Vorwort und später im Stück schaltet sie sich selbst als agierende Figur ein und ironisiert die zeitgenössischen Umstände der Theaterwelt.
Der Text wirkt frisch, hat mich thematisch interessiert und mit der Ausführung überzeugt.

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Blutbrot

Rezensionen von Shilo:

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Herzlauschen von Nicole Swidler; Uli T. Swidler

Verloren im Klang, gefangen im Blick

Die Geschichte beginnt mit einem unerwarteten Treffen in Berlin: Tessa, eine Sopranistin, begegnet einem stillen Künstler, der sie heimlich skizziert. Schon dieser erste Moment hat mich neugierig gemacht, weil er zeigt, dass die Begegnung beider Figuren mehr sein könnte als nur Zufall.
Im Verlauf des Buches entwickeln sich mehrere kleine Szenen, in denen sich die beiden Figuren näherkommen.

Mal ist es ein flüchtiger Blick, dann wieder eine gemeinsam betrachtete Zeichnung oder ein stiller Austausch, der mehr andeutet, als er ausspricht. Diese Momente sind zurückhaltend gestaltet, tragen die Handlung und machen die Figuren greifbar.
Besonders gefallen hat mir, dass die Autorinnen die Figuren nicht überdramatisieren. Tessa ist sympathisch, ihre Entscheidungen wirken nachvollziehbar, und der Bildhauer bleibt geheimnisvoll, ohne unglaubwürdig zu erscheinen. Dennoch bleibt die emotionale Tiefe an manchen Stellen begrenzt, weshalb ich mich beim Lesen teilweise etwas distanziert gefühlt habe.
Die Handlung entwickelt sich in kleinen Schritten, ruhig und sachlich. Es gibt wenige große Wendungen, stattdessen konzentriert sich das Buch auf die feinen Zwischentöne in den Begegnungen der beiden Hauptfiguren. Manche Szenen überraschen, andere lassen Fragen offen – das passt zum Ton der Geschichte, erzeugt aber auch ein Gefühl von Zurückhaltung.
Gefühlsmäßig habe ich die Lektüre als ruhig und bedacht erlebt. Es sind vor allem die kleinen Hinweise auf die wachsende Verbindung, die den Lesefluss interessant machen. Die Geschichte entfaltet ihre Wirkung mehr in den Beobachtungen der Figuren als in dramatischen Ereignissen.
Am Ende bleibt ein gemischter Eindruck: Das Buch bietet ein leises, zurückhaltendes Leseerlebnis, das mich interessierte, aber nicht vollständig fesseln konnte. Für meine persönliche Einschätzung liegt es damit im mittleren Bereich und somit bei 3 Sternen.

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Herzlauschen

Rezensionen von nessabo:

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Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei von Lee Onhwa

Freundlichkeit, Lebensweisheiten und eine gute Portion Spiritualität

Ich habe bereits einige vergleichbare Bücher aus Japan gelesen und erkenne bei diesem koreanischen Roman viele Elemente wieder. Bei dieser Art Literatur geht es weniger um vielschichtige, tiefgründige Protagonist*innen und vielmehr um Weisheiten für das eigene Leben, die selbst interpretiert werden können.

Das hat immer etwas Philosophisches, in diesem Fall spielt auch Spiritualität eine größere Rolle. Das muss mensch sich vorher schon bewusst machen, um nicht mit den falschen Erwartungen in die Lektüre zu starten.

Ab und zu finde ich solche Romane wirklich sehr nett. „Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei“ ist meiner Meinung nach eines der besseren Werke dieser speziellen Sparte. Zum einen finde ich es originell, die Geschichten der Verstorbenen ausgehend von einem Gebäck kennenzulernen und damit auch gleich einen Exkurs in die koreanische Küche zu haben. Außerdem mochte ich den Ansatz der Autorin, verschiedenen Formen von Liebe Raum zu geben. Diese lässt sich eben nicht nur in romantischen Beziehungen finden, sondern auch zwischen Geschwistern oder Freund*innen. Nach dem Verlust eines gebliebten Menschen tut es immer gleich weh - ganz egal, um welche Beziehung es sich nun genau gehandelt hat.

Gut zu wissen ist sicherlich auch, dass wir hier vielmehr eine Sammlung in sich abgeschlossener Lebensgeschichten haben, die über das Setting und die Protagonistin Yeonhwa sacht miteinander verbunden sind. Ich fand das sehr in Ordnung, aber es lässt sich darüber natürlich auch keine tiefe Verbundenheit zu den Figuren herstellen. Die Kapitel sind kurzweilig und da wir alle wissen, dass es auf eine noch zu identifizierende Art nicht gut ausgeht, entsteht eine angenehme, nicht angespannte Spannung beim Lesen. Ein wiederkehrendes Problem ist auf jeden Fall mangelnde Kommunikation.

Buddhismus und damit Spiritualität spielen schon eine wirklich große Rolle und ich bin davon ehrlicherweise gar kein großer Fan. Irgendwie war es hier aber sympathisch umgesetzt und ich kann es als einen Teil der Lebensrealität vieler Menschen so hinnehmen. Yeonhwa bleibt beim Lesen wie erwartet eher distanziert - das mag auch einfach an kulturellen Unterschieden liegen. Am Ende bekommen wir aber immerhin einen genaueren Einblick in ihr Schicksal, das hat mir gut gefallen, wenn es auch alles etwas arg schnell ging. Ein paar mehr Seiten und ein wenig mehr Tiefe hätten hier nicht geschadet.

Enttäuscht war ich von der Rolle der Katze - hier habe ich mir einfach mehr erhofft. Und so komplett rund war die Erzählung für mich am Ende auch nicht, obwohl die Autorin überraschend viele Stränge noch zusammengeführt hat.

Alles in allem ein wirklich kurzweiliger und netter Read, aus dem sich sicherlich einige Menschen etwas mitnehmen können. Gerade für Trauernde kann das Buch vielleicht auch eine heilsame Erfahrung sein. Literarisch ist es nun wahrlich kein Meisterinnenwerk, aber das muss ja auch nicht immer der Fall sein. Mit meinen aus Erfahrung stammenden angepassten Erwartungen habe ich das Buch recht gern gelesen.

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Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei

Rezensionen von clematis:

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All Better Now von Neal Shusterman

Viren fürs Glück

Nach Corona breitet sich eine neue Pandemie aus, das Crown Royale Virus greift um sich. Verblüfft sind die Genesenen, welche plötzlich erfüllt sind von Glück und Empathie. Ein erstrebenswerter Zustand, oder doch nicht? Die Wirtschaft braucht Kunden auf der Suche nach Neuem, die Politik braucht Wähler, die man leicht beeinflussen und aufwiegeln kann.

Was liegt da näher, als nach einem Mittel zu forschen, das diese Glückspandemie beendet?

Im Mittelpunkt dieser utopischen (?) Geschichte stehen Mariel, die mit ihrer Mutter in einem alten Ford Fiesta haust und Ron, der Sohn eines der reichsten Männer der Welt. Wie es der Zufall will, treffen die beiden während der neuartigen Pandemie aufeinander und verspüren eine besondere Zusammengehörigkeit trotz ihrer so unterschiedlichen Herkunft. Zu diesen beiden Perspektiven gesellt sich noch jene einer skrupellosen jungen Frau, die im Auftrag handelt, Wege zu finden, welche Crown Royale eindämmen, um Macht und Gefüge der „alten“ Welt zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Wer braucht schließlich lauter Zufriedene, die nichts kaufen und weder auf wirtschaftliche noch auf politische Werbung hören? Zudem ist das Virus nicht ungefährlich, für etliche Kranke sogar tödlich.

Interessante Themenkomplexe, Ethik und Moral, Medizin und Geld, fließen in diesen fast 600 Seiten umfassenden Jugendroman ein, dennoch kann mich die Geschichte nicht so richtig fesseln. Einerseits sind es die Figuren, denen ich nicht wirklich nahe komme, andererseits vermisse ich über weite Strecken Dynamik und Spannung. Möglicherweise kommen diese so spät auf, weil die Pandemie hier nicht auserzählt wird, sondern ein zweiter Band folgen wird?

Eine lesenswerte Grundidee, welche aus meiner Sicht leider nicht ganz optimal umgesetzt wird. Hoffentlich kann sich jüngeres Publikum besser mit den Hauptfiguren identifizieren und mitfiebern. Gerade das letzte Drittel mit einigen offenen Fragen erfüllt diese Erwartungen und weckt Neugierde auf Band 2.

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All Better Now

Rezensionen von PMelittaM:

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Die Sprache der Drachen von S. F. Williamson

Leider wurde das Potential nicht ausgeschöpft

Britannia, 1923: Die 17jährige Vivien Featherswallow möchte nichts lieber, als an der Akademie für Drachenlinguistik aufgenommen zu werden, dafür tut sie wirklich alles. Als die Kanzlerin der Akademie, Rita Hollingsworth, zu ihrer Familie zu Besuch kommt, hofft sie, diese von sich überzeugen zu können, doch dann kommt alles ganz anders, denn ihre Eltern werden als Rebellen verhaftet, und Vivien und ihrer kleinen Schwester Ursa droht der Absturz in die unterste Gesellschaftsklasse.

Der Roman spielt in einer Parallelwelt zu unserer, neben Menschen bevölkern Drachen die Erde, erst vor nicht allzu langer Zeit endete in Britannia, unserem Großbritannien, ein Krieg zwischen diesen beiden Völkern, nun gibt es ein Friedensabkommen, das allerdings für beide Seiten auch Nachteile mit sich bringt, weswegen sich Rebellen etabliert haben.

Menschen und Drachen sprechen zwar unterschiedliche Sprachen, doch es gibt in beiden Völkern welche, die die jeweils andere Sprache sprechen. Vivien ist darin besonders begabt. Sie bekommt daher noch eine Chance. Mit mehreren anderen jungen Menschen soll sie bestimmte Drachenfähigkeiten näher erforschen, sie selbst soll eine besondere Drachensprache nutzbar machen.

Der Plot klingt sehr interessant, Drachen und die Besonderheiten von Sprachen finde ich interessant, ich mag auch Welten, die nah an unserer eigenen sind. Und in diesen Bereichen konnte der Roman mich auch abholen. Die Drachen sind so unterschiedlich wie Menschen, jedes Individuum ist anders. Es gibt ein paar, die man ein bisschen näher, aber leider nur eine Drachin, die man relativ gut kennenlernt. Die Autorin ist selbst Dolmetscherin, sie weiß, dass es nicht damit getan ist, Sprachen wörtlich zu übersetzen, das fließt auch sehr gelungen in die Geschichte ein. Die besondere Sprache der Drachen, wird nach und nach aufgedeckt, ihre Besonderheiten gefallen mir gut. Auch die Welt ist der Autorin gut gelungen, selbst wollte ich aber nicht in ihr leben, vor allem nicht in diesem Britannia.

Weniger abholen konnte mich der Roman mit seiner Protagonistin. Diese ist in meinen Augen sehr unsympathisch, unglaublich, was sie aus Selbstbezogenheit bereit ist, zu tun. Die Autorin lässt sie selbst in Ich-Form erzählen, dadurch war es für noch schwieriger, ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehen zu können. Durch und durch indoktriniert konnte sie sich kaum anderen Meinungen und Gedankengängen öffnen, und wenn doch, war das Warum für mich wenig nachvollziehbar, wirkte zu aufgesetzt. Leider kamen mir auch die anderen Charaktere nicht nahe, nur bei ein, zwei gelang das ein Stück weit. Das sorgte leider dafür, dass ich emotional kaum angesprochen wurde. Die Liebesgeschichte zwischen Vivien und einem der anderen Jugendlichen konnte ich weder nachvollziehen noch nachfühlen. Schwierig finde ich auch die doch sehr explizite Gewalt, auf die man hier in vielfacher Form trifft. Schon das Gesellschaftssystem an sich mit seinem ungerechten Klassensystem gehört dazu, es wird aber noch deutlich unangenehmer.

Im Anschluss an den Roman enthält das Buch noch ein Bonuskapitel, in dem die erste Begegnung mit Vivien aus Sicht des anderen Parts der Liebesgeschichte berichtet wird. Das Ende des Romans ist leider noch nicht das Ende der Geschichte. Ob ich weiterlesen möchte, weiß ich noch.

„Die Sprache der Drachen“ lässt mich zwiegespalten zurück. Der Plot ist interessant, ebenso die Welt sowie die Drachen und ihre Sprachen. Mit der Protagonistin wurde ich dagegen gar nicht warm, und auch die anderen Charaktere blieben mir zu oberflächlich und berührten mich bis auf wenige Ausnahmen kaum. Es fällt mir schwer, den Roman abschließend zu beurteilen, aber ich fürchte mehr als gute 3 Sterne bleiben nicht übrig. Das Potential der Geschichte wurde nicht ausgeschöpft.

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Die Sprache der Drachen

Rezensionen von nessabo:

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Das erstaunliche Leben des A.J. Fikry von Gabrielle Zevin

Gabrielle Zevin ist für mich ein literarisches Genie

„Morgen, morgen und wieder morgen“ ist ein unantastbares Highlight für mich, sodass ich mich EXTREM auf diesen Roman von Gabrielle Zevin gefreut habe, um es mal vorsichtig auszudrücken. Wie ich dann gemerkt habe, handelt es sich um die Neuauflage eines bereits 2014 erschienenen Romans und damit um ein frühes Werk der Autorin.

Umso begeisterter bleibe ich zurück. Ja, die Geschichte kann als sprunghaft bezeichnet werden und sie geht auf Figurenebene nicht annähernd so tief wie andere Bücher. Doch es muss meiner Meinung nach einfach anerkannt werden, wie Zevin mit präzisen und wenigen Worten eine maximal dichte, emotionale Geschichte schrieben kann.

Zum Inhalt kann ich kaum etwas sagen, ohne zu spoilern. Deshalb beschränke ich mich auf meine Lobpreisung von Sprache und Stil. Zevin kann einfach Figuren schreiben! Ob nun super tiefgründig oder eher oberflächlich - trotz meiner üblichen Ansprüche an Figurenzeichnungen bin ich hier vollends zufrieden. Die Figuren vereinen Liebenswürdigkeit mit trockenem Humor und klaren Kanten. Sie sind auf ihre Art besonders und herzensgut, erinnern schemenhaft an die Figuren Mariana Lekys, treffen meinen persönlichen Geschmack aber deutlich besser.

Die Geschichte verdient ein aufmerksames Lesen, wenngleich sie so gut geschrieben ist, dass mensch schlicht durchrauscht. Denn Zevin bindet die Details am laufenden Band ein und bedient sich über Kurzrezensionen des Protagonisten A.J. zu Beginn jedes Kapitels wiederholt eines Foreshadowings, das sie einfach auf beeindruckende Art zu meistern weiß. Alle Hints werden zuverlässig verwendet und ergänzen die Geschichte im Voraus oder Rückblick.

Es kann sicherlich kritisiert werden, dass viele Handlungselemente nicht ausgedehnt untersucht werden und bestimmte Umstände einfach so zu entstehen scheinen. Gleichzeitig erkenne ich hier aber die Liebe A.J.s zu Kurzgeschichten wieder. Auch, wenn Zevins Roman natürlich keine ist, greift sie stilistisch auf bestimmte Elemente zurück und schreibt so eine detailbepackte Geschichte auf 250 Seiten, die mich lachend und weinend zurückgelassen haben.

Zevin bleibt für mich eine literarische Queen. Sie hat mit dieser Geschichte gezeigt, dass sie sowohl bündige als auch umfangreiche Bücher mit äquivalenter Emotions- und Detailsdichte versehen kann. „Das erstaunliche Leben des A.J. Fikry“ ist inspirierend auf eine völlig pathoslose Art und neben einer Liebeserklärung an Literatur sowie Buchläden für mich einfach eine ganz, ganz feste Umarmung.

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Das erstaunliche Leben des A.J. Fikry

Rezensionen von Lesemama:

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Marnie Mitternacht. Das Geheimnis der Mondmagie (Band 1) von Laura Ellen Anderson

Aufregung in der Minitier-Akademie

Zum Buch:

Große Aufregung für Marnie Mitternacht. Für die junge Motte beginnt ein neuer Lebensabschnitt in der Minitier-Akademie. Marnie freut sich so sehr endlich mehr über die Mondmagie zu lernen und mehr von ihrem großen Idol zu erfahren. Aber auf der Akademie ist der Mond und seine Magie ein riesen Tabuthema.

Marnie und ihre neuen Freunde versuchen herauszufinden was der Grund dafür ist.

Meine Meinung:

Das Cover ist mir sofort aufgefallen, der Klappentext klang spannend, kurzum, ich wollte es lesen. Und ich habe es nicht bereut, eine kurzweilige, spannende Geschxohte über Minitiere, auch als Insekten bekannt, und ihr Schulalltag in der Minitier-Akademie.
Kurze Kapitel, abundzu noch eine Zeichnung, die das Gelesene gut unterstützt und neugierig macht.
Die Minitiere sind wie Kinder, verschiedene Charaktere, mal mutig, mal ängstlich, aber am Ende halten sie zusammen und ihre Freundschaft löst ein langes Geheimnis. Einfacher Schreibstil, dem Lesealter entsprechende, dazu eine ansteigende Spannung, so das man immer weiterlesen möchte.
Bei Marnie Mitternacht - Das Geheimnis der Mondmagie ist der Auftakt einer Reihe, von der ich gerne noch viele Bände lesen möchte. Ich hatte jedenfalls großes Lesevergnügen und viel Spaß beim Lesen.

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Marnie Mitternacht. Das Geheimnis der Mondmagie (Band 1)

Rezensionen von Marvin:

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Sturmtänzer von Matthias Daxer

Tiroler Mythen in einem neuartigen Fantasysetting

Schon die ersten Seiten haben mich richtig mitgezogen. Mitten in der realen Kleinstadt Innsbruck begleitet man Leon in der heutigen Zeit. Sofort nimmt einen die Geschichte mit, als der Tod seines Großvaters einige dubiose Fragen aufwirft und Geheimnisse sowie neue Erkenntnisse der bestehenden Welt aufdeckt.

Gemeinsam mit seinen Freunden stößt Leon auf einen Dämon - den Avergeist-, und im Laufe der Handlung erfährt man, dass die Menschenwelt nicht die einzige ist.

Die unverbrauchte Aufteilung in sieben Welten, die enormes Potenzial für nicht nur einen zweiten Teil, sondern auch für Spin-Offs bietet, zeugt von erzählerischer Originalität. Dieser Mix aus Alpenmythen, Fantasy und Abenteuer hat mir richtig Spaß gemacht.

Besonders stark fand ich die Wendung in der Mitte des Buches. Sie ist zwar nicht vollkommen neu, wird aber geschickt aufgebaut und funktioniert hervorragend. Ich war durchweg bestens unterhalten, da die Charaktere glaubwürdig agieren und emotional greifbar sind. Einzig das Machterhältnis der gegeneinander kämpfenden Fraktionen gegen Ende erschien mir etwas unausgeglichen, und trotz stimmiger Erklärungen hatte ich zeitweise ein leichtes Gefühl von „Plot-Armor“. Das war nicht wirklich störend, ließ aber auf den letzten Seiten ein wenig die Dramaturgie vermissen.

Was ich mir zusätzlich gewünscht hätte: Die offene Prämisse, die in der Mitte so stark eingeführt wird, hätte für mich auch am Ende des Buches ihren Platz haben sollen. Dort wirkt es, als wäre sie in den zweiten Teil verschoben worden – und so ging für mich etwas von ihrer Wirkung aber vor allem der Wichtigkeit verloren. Das schmälert den Lesespaß zwar nicht, macht die Fortsetzung aber umso notwendiger.

Das Buch lässt sich leicht lesen. Trotz seiner über 420 Seiten verschlingt man jede Zeile, die dank der angenehm entzerrten Gestaltung und der großen, schreibmaschinähnlichen Schrift wohl auch auf 350 Seiten Platz gefunden hätten.

Der Schreibstil ist locker und unverschachtelt, zieht einen in den schnellen Szenen mühelos mit, wirkt durch kurze Sätze an den richtigen Stellen bedrückend und entfaltet in idyllischen Momenten durch die fein beschriebenen Szenographien zusätzliche Wirkung.

Alles in allem ein packender Auftakt, der mich neugierig auf mehr gemacht hat – ich freue mich schon sehr darauf, mit Teil II wieder in diese Welt einzutauchen und zu sehen, wie die offenen Punkte aufgelöst werden.

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Sturmtänzer

Rezensionen von nessabo:

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Die andern sind das weite Meer von Julie von Kessel

Ein unglaubliches Werk voller Sensibilität und Figurentiefe

Diesen Roman habe ich mal sowas von gebraucht! Ich habe in letzter Zeit viele durchaus gute Bücher gelesen, aber es war nicht so richtig eins dabei, das mich komplett vom Hocker gerissen hat. Das war bei diesem aber nun absolut der Fall!

Ich liebe Familiendramen für ihre Komplexität und Vielschichtigkeit - „Die andern sind das weite Meer“ reiht sich ganz klar in meine Highlights dieses Subgenres ein.

Und es ist nicht nur die Form des Romans, die mich mit ihren vier verschiedenen Perspektiven gefesselt hat. Julie von Kessel bespricht mit einer unvergleichlichen Sensibilität so viele ernste Themen, dass sie mich von der ersten Seite an für sich eingenommen hat. Ich habe es selten, dass ich jede Seite eines Buches genieße und nicht von Beginn an schon das Ende im Blick habe.

Die Autorin behandelt über ihre Figuren die Themen Demenz, psychische Erkrankungen inkl. Su!zidalität und Krebserkrankung mit einer sanften Ehrlichkeit, die mich extrem berührt hat. Der Krieg in der Ukraine wird ebenso thematisiert wie die sexistische Welt des Journalismus. Und während mir ausnahmslos alle Figuren greifbar und sympathisch waren (was schon eher eine Seltenheit ist), ging mir Hans’ Perspektive besonders nah. Ich glaube, ich habe noch nie eine so authentische und einfühlsame Schilderung einer Demenzerkrankung gelesen. Hans nimmt uns mit in seinen Alltag, wodurch wir ein eindrückliches Bild davon bekommen, wie frustrierend, schlagartig wechselnd und verloren sich das Leben mit zunehmender Demenz anfühlen kann. Es hat mich sehr mitgenommen, ohne mich herunterzuziehen.

Auch seine drei Kinder sind unglaublich gut geschriebene Figuren. Alle in ihren Leben verhaftet haben sie nur begrenzt Kontakt zueinander. Verschiedene Blickwinkel auf die eigene Rolle innerhalb der Familie sorgen für Reibung und Distanz. Ganz lange begleiten wir die drei separiert voneinander, bis sie am Ende in einem langen Kapitel zusammenfließen. Ein sehr passend gewähltes Stilmittel, geht es doch auch inhaltlich um Gemeinschaft und Fürsorge.

Der Roman hat eine ganz eigene Art der Spannung. Ich habe viele Entwicklungen kommen sehen und war doch wie gebannt beim Lesen. Julie von Kessel versteht sich darauf, die Spannung der Handlung auf dem Verhalten der Figuren fußen zu lassen. Ebenso fasziniert bin ich davon, wie sie es schafft, dass die Abschnitte der Figuren in sich einen parallelen Spannungsbogen haben und das Gesamte handlungstechnisch trotzdem noch Sinn macht. Ein ganz zentrales Thema, das sich besonders bei den drei Kindern auf verschiedene Arten finden lässt, ist Schuld. Unglaublich gut gewählt, fantastisch dargestellt, an keiner Stelle langweilig!

Ich bin so glücklich, dieses Buch von der Backlist des tollen Eisele-Verlags gelesen zu haben. Ein Jahreshighlight, das keine Seite zu viel hat.

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Die andern sind das weite Meer