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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von La Calavera Catrina:

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The Blackgate Invitation von Sarah Henning

Magic-Locked-Room-Mystery

Die Schwestern Ruby und Wren sind nicht die, die sie behaupten zu sein, als sie in Hegemony Manor an einem Dinner teilnehmen. Für die beiden Hochstaplerinnen wird es jedoch brenzlig, als ihre Auftraggeberin die Abmachung bricht und ein Mord geschieht, in dessen Konsequenz das Anwesen durch Magie abgeriegelt wird.

Ihnen wird klar, worin sie verstrickt sind und sie mithelfen müssen, den Mord aufzuklären, um nicht für immer auf dem Gelände gefangen zu bleiben.

„Wir stecken fest in einer verdammten Gruselvilla voller Hexen, einer Leiche und wahrscheinlich mehreren namentlich bekannten Geistern.“

Düsternis und eine unheimliche Atmosphäre umgeben das Anwesen und mit Hexen, Zauberern und Geistern ist es das perfekte Grusel-Setting. Das hat mein Interesse geweckt. Gelungen fand ich den stetigen Wechsel der Ich-Erzähler. So konnte man die Handlung durch Ruby oder Auden verfolgen, was ein stimmiges Bild ergab und eine authentische Slow-Burn-Romance, die wenig Raum einnimmt und ohne Spice auskommt. Ansonsten bin ich leider etwas enttäuscht und hätte mir bei der Umsetzung mehr Originalität und Unvorhersehbarkeit gewünscht.
Die magischen Blutlinien, Familienverstrickungen und die Suche nach den Relikten war langatmig und statt zunehmender Spannung beherrschten vor allem Dialoge, Streitigkeiten und die inne Welt der Hauptfiguren die Story. Es gab Momente, das konnte ich nicht nachvollziehen, weshalb die Schwestern nicht aufgeflogen sind. Man sieht, was man sehen will? Das hat mich nicht überzeugt. Auden bemerkt zwar, dass etwas anders ist, erklärt sich das aber spekulativ mit einem Vergessenszauber. Auch das hat sich einfach zu sehr gezogen. Die Auflösung war vorhersehbar und bot wenig Spannung oder Überraschungen. Das Ende hat mich mit Grusel-Twists etwas versöhnt, aber so richtig glücklich war ich mit den fehlenden Konsequenzen und dem Ausgang nicht. Auch, wenn ich es stellenweise gern gelesen habe, finde ich es schade, da der Funke bei mir nicht übergesprungen ist.

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The Blackgate Invitation

Rezensionen von cosmea:

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Lebensbande von Mechtild Borrmann

Ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte

Im Mittelpunkt von Mechtild Borrmanns neuem Roman “Lebensbande“ stehen drei Frauen - Lene, Nora und Lotte - deren Leben über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren geschildert wird. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, den 30er Jahren bis nach Kriegsende und den 90er Jahren nach dem Mauerfall. Lene und Nora sind Kusinen, die sich erst spät kennenlernen, Nora trifft Lotte bei ihrer Arbeit als Krankenschwester und wird nach dem Krieg mit ihr für acht Jahre in einem sowjetischen Arbeitslager eingesperrt.

Es sind schwierige Zeiten mit schlimmen Ereignissen, die zu ertragen viel Mut und Kraft kostet. Lene hat einen kleinen behinderten Sohn, den man ihr wegnehmen will, weil er als Reichsausschusskind betrachtet wird. Die Freundinnen ahnen, was mit diesen Kindern in den speziellen Einrichtungen passiert, wo erstaunlich viele schon bald angeblich an Lungenentzündung sterben. Nora hilft Lene, den kleinen Leo zu retten und geht dabei ein hohes Risiko ein. Bei der Aktion gibt es einen Zwischenfall, der Noras Leben für immer prägen wird.
Lange rätselt der Leser, aus wessen Perspektive die zugleich berührende und bedrückende Geschichte erzählt wird. Eine der drei Frauen schreibt dann sozusagen als Vermächtnis auf, was damals wirklich geschehen ist und beantwortet damit offene Fragen. Mir hat Borrmanns neuer Roman wieder sehr gut gefallen, vor allem das Porträt der drei mutigen Frauen, die einander tatsächlich lebenslang verbunden bleiben und anderen helfen, selbst wenn ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht: „Es sind die Dinge, die man nicht getan hat, die einen ein Leben lang beschämen.“ (S. 158) Ein sehr lohnender Roman, den ich verschlungen habe.

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Lebensbande

Rezensionen von La Calavera Catrina:

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Death at Morning House von Maureen Johnson

Unheilvolle Riesenvilla

Es geht um eine Riesenvilla, die den Tod anzuziehen scheint und diese zwei mörderischen Geschichten von Morning House werden hier erzählt.

Das Ehepaar Ralston verbrachte mit ihren sieben Kindern jeden Sommer auf der Insel im Morning House. Morgens strahlt die Villa, aber abends wirkt sie beunruhigend unheilvoll.

Bis 1932 zwei Todesfälle diesem Glück ein Ende setzten. Viele Jahre später ist Morning House ein Ort, der frei zugänglich ist. Marlowe verbringt den Sommer damit, Touristen durch die Villa zu führen und erfährt, dass sie den Platz eines toten Jungen eingenommen hat.

Erzählt wird die Geschichte von Marlowe, die sich in Akilah verliebt. Das erste Date endet im Chaos und ist der Grund, warum Marlowe den Ferienjob annimmt. Als zynische Ich-Erzählerin richtet sich Marlowe direkt an die Lesenden und erzählt, wie zwei Gegenstände ihr Schicksal besiegelten: eine Duftkerze und ein Lippenstift. Das tut sie humorvoll und authentisch, sodass es sich sehr gut lesen lässt. Durch die Rückblenden erfährt man, was sich 1932 in Morning House zugetragen hat. Davon hätte ich gern mehr gelesen, denn die Geschehnisse um Marlowe sind nicht so interessant, während der Vater mit seiner Visionen der Welt und der zwanghaften Tagesstruktur der Kinder mehr Potenzial aufweist. Auch wenn ich mit Marlowe nicht so richtig warm geworden bin, mochte ich die kleine Liebesgeschichte und die, vom Pech verfolgte, Hauptfigur. Die Auflösung, um die Todesfälle sind spannend inzidiert, haben mich überrascht und trösten etwas über den „langen Anlauf“ hinweg.

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Death at Morning House

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Spookily Yours von Jennifer Chipman

Hatte eine herbstliche Rom-Com erwartet und nicht das

Bei der Bezeichnung Pumpkin-Lovestory und diesem unschuldigen Cover stelle ich mir eine verhexte romantische Komödie mit Herbststimmung rund um das Halloweenfest vor. Gerade am Anfang fühlte ich mich an »Sabrina - Total verhext« erinnert.
Willow arbeitet mit ihrer Schwester Luna im Hexenbräu, der Café-Bäckerei des Dorfes Pleasant Grove.

Willow ist total Kürbisverrückt und liebt Halloween. Ein Wohlfühleinstieg, der sogar Spannung aufkommen lässt, als Willow den Kater Damien adoptiert und versucht, ihn von dem Fluch zu befreien. Danach ist leider jegliches Fünkchen von Potential verpufft. Eigentlich will der besitzergreifende Damien sich nicht auf eine Hexe einlassen, verliert aber schnell jeden Anschein von Selbstkontrolle und erhebt Anspruch auf seine kleine Hexe, wie es sie nennt. Während es immer wieder zu erotischen Tête-à-têtes kommt, bei dem nichts mehr der Fantasie überlassen wird und der Eindruck erweckt wird, ein Teenager hätte technische Anweisungen verfasst, gerät Damiens Mission oder das feierlichen Kürbis- und Halloweenfest in den Hintergrund. Alles wird schnell abgehandelt. Damit dürfte klar sein, worum es in dem Buch wirklich geht, wenn auf Atmosphäre und Spannung weniger Wert mehr gelegt wird und sogar Willow vermutet, Damien hätte sie in eine Sex-Dämonin verwandelt. Dazu passt auch die vulgäre Sprache und der flache Schreibstil, der zudem inhaltliche Fehler aufweist. „Schei***, ich liebte es, sie zu küssen. Ich glaube nicht, je müde zu werden, ihren Mund in meinen zu nehmen.“ What?

Wirkliche gute Unterhaltung, echte Gefühle, nur ein bisschen Charaktertiefe oder gar Einfallsreichtum, sucht man hier vergebens - Quantität vor Qualität. Vielleicht sollte man das auch so bewerben, denn ich fühle mich getäuscht.
Jennifer Chipman hat versucht ein idyllisches Dörfchen wie bei Gilmore Girl zu erschaffen. „Für Fans von »Gilmore Girls« und »Vampire Diaries«“ heißt es, aber das, was die Serien ausmacht, findet sich in dieser Story nicht ansatzweise wieder. Das ist irreführend, weil es völlig falsche Erwartungen schürt. Ich war maßlos enttäuscht und kann, aufgrund der genannten Punkte, keine Empfehlung aussprechen. Es sei denn, mann möchte genau das: cringe spice Inhalte, besitzergreifende Männerfantasien und unstimmige Klischees, gepaart mit einem Hauch von Hexe, Dämon und obsessiver Herbstsaison. Scheint ja manchen zu gefallen, aber definitiv kein „verdienter“ Bestseller, sondern nur irreführendes Marketing.

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Spookily Yours

Rezensionen von Nicole (Abby1810):

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Gottes langer Atem von Andrea Varga

Wunderbare, starke und ermutigende Botschaften

Nach "Dein Leben sein Meisterwerk" ist dies nun das zweite Buch, welches ich von Andrea Varga gelesen habe. Bereits das erste Buch von ihr hat mir besonders gut gefallen. Daher habe ich mich über dieses hier sehr gefreut.

In diesem Buch behandelt die Autorin Themen wie Leid, Schmerz und Schuld.

Andrea Varga restauriert gerne alte Bibeln, denn für sie haben diese alten, verbrauchten Bibeln einen höheren Wert als Neue. Sie denkt an die vorhandenen Notizen und die Gebrauchsspuren. Welche besondere Erlebnisse der Besitzer mit der alten Bibel wohl schon hatte. Daher haben alte Bibeln für sie einen ideellen Wert. Diese Gedanken überträgt die Autorin sehr geschickt auf Gottes Sichtweise auf uns Menschen. Denn in seinen Augen haben wir immer einen hohen Stellenwert. Egal wie zerbrochen oder schuldig wir sind.

Und selbst wenn wir nicht mehr an uns glauben und aufgeben wollen. Gott möchte uns beistehen, er gibt uns nicht auf. Wir müssen dem Herrn nur erlauben unsere Leben wiederherzustellen.

Die Autorin schreibt sehr authentisch und ehrlich. Sie offenbart auch persönliche Niederlagen und gibt Einblicke in ihre Familiengeschichte, und ihrem Umgang mit Leid und Heilung. Mir gefällt ihr Schreibstil sehr gut. Ich konnte aus dem Buch einiges für mich mitnehmen, daher fünf Sterne und eine Leseempfehlung meinerseits.

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Gottes langer Atem

Rezensionen von La Calavera Catrina:

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In der Komfortzone wächst nichts. Die schönsten Gärten blühen außerhalb. von Gitta Jacob

Tolles Konzept mit Mehrwert und schöner Aufmachung

Therapeutin und Autorin Gitta Jacob hat 52 wirkungsvolle Sätze aus der Praxis zusammengestellt, die nicht spurlos an mir vorbeigezogen sind. In kompakten Texten gibt sie psychologisches Wissen und Erfahrungswerte weiter, die nicht nur farblich zum Buch passen und sich von den Übungen abheben, sondern auch einfühlsam geschrieben und leicht verständlich sind.

Die Übungen, durch die orange Schriftfarbe leicht zu erkennen, sind aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) oder Achtsamkeitsübungen. Die schriftliche Ausarbeitung ist zwar im Buch möglich, aber der Platz dafür ist begrenzt.

Die hochwertige Gestaltung finde ich zudem gelungen. Die übersichtliche Struktur ist praktisch und durch das gleichbleibend farbliche Konzept, bleiben die Gedanken fokussiert. Wenn man Zuversicht und Inspiration sucht, lohnt es sich, das Buch immer wieder in die Hand zu nehmen. Mir gefällt die Idee, die kommenden 52 Wochen des neuen Kalenderjahres, jeder Woche einen Satz auszuwählen. Dadurch habe ich genügend Zeit für die Übungen, sofern es welche für den jeweiligen Satz gibt und kann den Impuls für die Woche nutzen.

Das Konzept spricht mich sehr an, denn manche Sätze bleiben hängen, werden zu Glaubenssätzen, können das eigenen Denken in eine positive Richtung lenken und auch anderen im richtigen Moment helfen.

Was mir besonders gefallen hat, ist die sanfte Art von Gitta Jacob verständnisvoll zur Selbstreflexion anzuregen. Sie ermuntert zwanglos, sich mit Achtsamkeit und Verständnis zu begegnen und die tiefere Bedeutung hinter den Sätzen zu verstehen und zu verinnerlichen. Außerdem vermittelt sie neue Perspektiven: Gefühle allein sind kein guter Ratgeber, Therapie ist kein Allheilmittel, Sexualität verdient mehr Beachtung und Abgrenzung aus Selbstführsorge kann auch eine egoistische Fehleinschätzung sein.

Beim Lesen ist es wirklich spannend zu beobachten, was die Sätze mit einem machen. Manche Sätze, und die dahinter stehenden Prinzipien, sind bekannt oder hat man schon mal gehört. Die Sätze wirken unvermittelt und zeigen, was man schon verinnerlicht hat und wo man noch ansetzten könnte. Was bewegt mich? Was fordert mich heraus? Wo besteht noch Handlungsbedarf?

Es ist also eine psychologisch spannende Lektüre mit verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten, kompetentem Wissen und brauchbaren Ansätzen, die sich lohnt. Aufgrund der schönen Aufmachung und dem mehrmaligen Nutzen gebe ich eine Kaufempfehlung und hoffe, auf eine Fortsetzung. Ein Kalender wäre auch ein tolles Geschenk.

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In der Komfortzone wächst nichts. Die schönsten Gärten blühen außerhalb.

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Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber

Worte für all das Ungesagte

Anmerkung:

Ich möchte in dieser Rezension nicht zu viel verraten, weil es ein Erlebnis war, dieses Buch ohne viel Vorwissen zu entdecken. Daher ohne Spoiler und zu viele Details, aber für alle, die sich einen Eindruck machen wollen, bevor sie sich ein Buch kaufen:



Inhalt & Meinung:

Eine schwangere Frau namens Emma wird von ihrem Ehemann getötet.

Häusliche Gewalt, die in einem Femizid endet. Für die Hinterbliebenen von Emma ist nichts mehr wie es war. Zurück bleibt Liv, die vom Ersticken träumt, weil ihre beste Freundin erdrosselt wurde. Zurück bleiben Emmas verwaiste Eltern, die vorläufig das Sorgerecht für das traumatisierte Enkelkind haben. Und zurück bleibt die 9-jährige Maja, die nun ohne Mutter und Vater aufwachsen muss. Eine Tragödie, die unbegreiflich bleibt und von den traumatisierten Menschen erzählt, die von dem Verlust betroffen sind.

Liv ist Astrophysikerin und schafft es, ihr Patenkind für die Sterne und das Universum zu begeistern, nachdem die traumatisierte Maja an nichts mehr Interesse gezeigt hat - außer an Chloé, Livs Hündin. Diese aufblühende Beziehung spendet auch beim Lesen Trost und schaffte es, mit meinen Erwartungen zu brechen.

Durch die mehreren Perspektivenwechsel taucht man eindrücklich in die Gedanken- und Gefühlswelt der Hinterbliebenen ein, erlebt die Auswirkungen roh, authentisch und emotional. Dabei geht es auch um Schuldgefühle und die Frage, wie man über die Trauer nach einem gewaltsamen und plötzlichem Tod spricht.

Lediglich die rückblickenden Kapitel aus Emmas Perspektive zeigen, in welcher Form die häusliche Gewalt stattgefunden hat. Trotzdem lässt sich nur erahnen, wie verloren sich Emma gefühlt haben muss und warum sie sich niemandem anvertraut hat. Das ging mir sehr nahe, vor allem in Verbindung mit den alternativen Realitäten. Das sind verpasste Momente, von denen Jasmin Schreiber schreibt. Dabei geht sie der Frage nach, was gewesen wäre, wenn… Es sind schwarzen Seiten mit weißer Schrift, die Gänsehaut erzeugen und quälend auf die Figuren einwirken. Gutachten und Dokumente verleihen dem Roman eine emotionslose Authentizität. Ein Kontrast, der die schonungslose Realität abbildet, mit der sich die Familie des Opfers auseinandersetzt muss. Die Zeichnungen von Maja hingegen lassen in ihre kindliche Seele blicken und wirken wie ein Bindeglied zwischen ihren zerrissen Gefühlen und der bedrückenden Echtheit dieser traurigen Lebensrealität für die zurückbleibenden Kinder.

Diese Sichtweise mitzuerleben und Maja zu begleiten, war für mich, neben einer weiteren tränenreichen Situation, sehr hart. Die emphatische Erzählweise ist von kurzen Kapiteln geprägt, szenenhaft, was die Sogkraft entschärft und dafür sorgt, dass man sich von den Geschehnissen distanzieren kann.

Trotz der heftigen Thematik und dem intensiven Schreibstil, liest sich das Buch sehr gut weg und es gibt hoffnungsvolle Momente und auflockernde Situationen, die zu Herzen gehen. Wer Jasmin Schreiber vor allem für ihren Humor schätzt, wird ahnen, dass es hier wortwörtlich nichts zu lachen gibt. Der Autorin war es aus aktuellem Anlass ein Anliegen, den Schmerz der Hinterbliebenen ein Stück sichtbar zu machen. Dabei gibt sie dem Mörder keine Bühne, verzichtet bewusst auf eine verstärkende Wirkung, die bei True-Crime und Thrillern gern zum Einsatz kommt und im Roman zurecht moralisch hinterfragt wird.

Es ist ein geradlinig erzähltes Buch mit hoher Intensität, für das man kaum bereit sein kann. Man fühlt mit den Angehörigen mit. Es treibt einem die Tränen in die Augen, erschüttert und beschreibt ehrlich und lebensnah von Trauernden, die echt und greifbar sind. Mich haben die eindrücklichen Einblicke beeindruckt, weil sie auch Tabus beschreiben, nichts beschönigen und eine breite Sicht darstellen, welche weitreichenden Auswirkungen ein Femizid hat. Nichtsdestotrotz hätte ich mir einen gleichbleibend emotionalen Schreibstil gewünscht, weil dieser manchmal in Oberflächlichkeit abdriftet und zu viel auf einmal unterzubringen versucht. Ich hoffe, dass das Buch viele lesen werden und kann es nur empfehlen. Es ist nicht perfekt, aber ein Erlebnis.

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Da, wo ich dich sehen kann

Rezensionen von Gute_Laune:

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Holy von Gina Sandrin

Ginas zweites Buch mit zweitem Namen

Gina Sandrin hatte mich in bzw. mit ihrem ersten Buch, damals noch unter Gina Kaas, ein wenig vergräzt. Sie hatte in meinen Augen schlicht und ergreifend mit ihrem Leben geprahlt. Diesmal, eilige sieben Monate nach dem ersten Buch, hält sie sich zwar auch nicht ganz zurück damit, ist aber weniger auf Fotos präsent, zumindest nach dem ersten Teil, also nach den Kapiteln Meine Gäste; Mein Genuss; Mein Stil; Meine Basics; Meine Challenge.

Ein bisschen viel MEIN. Den Titel HOLY finde ich nebenbei ein bisschen unheilig!

Noch schöner ist, dass ich die Rezepte in diesem Buch weniger abgehoben und mehr alltagstauglich finde. Allerdings finde ich es doch etwas sehr selbstgefällig, bei den vorgestellten Rezepten zu sagen, es seien neu kreierte kulinarische Erlebnisse, eigene Rezepte. Nun ja!

Die Rezepte sind dann in die Kapitel All in one; Family and Friends; Salalte; Suppen und Eintöpfe; Snacks und Drinks; Süßes unterteilt. Und tatsächlich sprechen mich überall einige Rezepte an. Besonders mag ich die one-pots. Der Aufbau der Rezepte ist exakt wie im Vorgängerbuch. Auch hier sind neben den Angaben für die Zubereitungszeit und der Zutatenliste keine Nährwertangaben zu finden. Wenn zutreffend, ist am unteren Seitenrand angegeben, ob ein Gericht vegetarisch ist, frei von raffiniertem Zucker, laktosefrei, glutenfrei o.ä. Die Zubereitungsschritte sind im Fließtext gehalten, wobei die zu verwendenden Zutaten aus der Liste fett gedruckt sind.

Mich spricht dieser Stil nicht wirklich an, auch wenn der Text gut verständlich und nachvollziehbar ist. Für mich ist es nicht übersichtlich genug und ich bevorzuge Absätze zwischen den Angaben anstelle der fettgedruckten Punkte. Die Zutaten sind okay. Hin und wieder werden Fertigprodukte mit eingearbeitet. Das mag ich weniger. Beim Hähnchen Stroganoff wundere ich mich über die fehlenden Essiggurken. Aber ich freue mich sehr über das Zutaten- und Rezeptregister.

Die Rezepte eignen sich gut dafür, nicht allein in der Küche zu stehen, während die Gäste schon da sind, aber auch, um Zeit mit den Kindern zu verbringen, während es quasi fast von selbst kocht. Anfänger schaffen die Gerichte problemlos und alte Hasen in der Küche bekommen neue Impulse. Viel besser als ihr erstes Buch. Dieses erreicht knapp den vierten Stern! Mit ein bisschen weniger Selbstdarstellung, weniger Nobelmarkenshow, mehr Natürlichkeit und wirklich selbst entwickelten Rezepten besteht die Chance auf das Erreichen der vollen Sterne beim nächsten Buch, das sicher kommen wird.

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Holy

Rezensionen von Julia:

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Der Nachbar von Sebastian Fitzek

Wenn Sicherheit zur Illusion wird


Ich habe schon eine ganze Weile kein Buch von Fitzek mehr gelesen – und kann mir nur eine Frage stellen: Warum eigentlich? Ich liebe Fitzeks Thriller, und auch dieser hat mich wieder absolut überzeugt. Eine spannende Handlung, ein psychologisches Spiel und ein unerwarteter Plottwist – alles, was ich an seinen Büchern so mag.

Zu Fitzeks Schreibstil muss man wohl nicht mehr viel sagen: Er fesselt einfach von der ersten Seite an, und ich habe das Buch in Nullkommanichts durchgelesen. Sarah wird von einem Stalker verfolgt, doch die Polizei nimmt ihre Sorgen nicht ernst. Und mal ehrlich: Ein Stalker, der helfen will? Eine Art Schutzengel, der Sarah nichts Böses tut? Kein Wunder, dass die Polizei skeptisch ist.

Manche Szenen sind recht blutig und durch Fitzeks bildhaften Schreibstil definitiv nichts für schwache Nerven. Kaum glaubt man, eine Figur oder ihre Absichten durchschaut zu haben, wendet sich alles wieder völlig anders.

Ich habe das Buch auf jeden Fall verschlungen und kann es allen Thriller-Fans absolut empfehlen!

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Der Nachbar

Rezensionen von Julia:

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Manche Schuld vergeht nie von Elly Griffiths

Spuren durch die Zeit

Ali gehört zu einem Team von Kriminalbeamten, die in die Vergangenheit reisen können. Dieses Mal erhält sie den Auftrag, einen Mord aus dem Jahr 1850 genauer zu untersuchen, um die Unschuld des Tatverdächtigen zu beweisen. Also reist Ali – eine selbstbewusste, unabhängige Frau – in die viktorianische Zeit, in der Emanzipation noch kein Begriff war.

Während in der Vergangenheit einiges schiefgeht, geraten auch in der Gegenwart einige Dinge aus dem Ruder.

Ich mochte dieses Buch wirklich gerne. Es war herrlich locker zu lesen, und Ali war für mich eine sehr spannende Figur, die man gerne dabei begleitet, sich im 19. Jahrhundert zurechtzufinden.

Man sollte im Hinterkopf behalten, dass es sich bei diesem Buch um den Auftakt einer Reihe handelt. Die Geschichte wirft einige Fragen auf, die am Ende nur zum Teil beantwortet werden. Einerseits bleibt dadurch Spannung für den nächsten Band, andererseits waren es mir etwas zu viele offene Punkte. Ich hatte aufgrund des Klappentextes wohl einfach eine etwas andere Geschichte erwartet.

Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen, fand es sehr unterhaltsam und mochte das Gedankenspiel rund um das Thema Zeitreisen, dass sich in verschiedenen Aspekten durch die gesamte Geschichte gezogen hat. Mit einem anderen Klappentext und anderen Erwartungen wäre ich vielleicht zufriedener mit der Entwicklung gewesen. So lässt es mich ein klein wenig enttäuscht zurück – aber trotzdem mit großer Lust, auch den nächsten Band zu lesen und wieder auf einige liebgewonnene Charaktere zu treffen.

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Manche Schuld vergeht nie