Kunden em pfehlungen
Rezensionen von milky:
WARDA von Daniel Rose
Das Gute und das Böse
Eine Frau wacht nach einem Terroranschlag mit Amnesie im Krankenhaus auf. Da sich keine Angehörigen melden, beschließt der Polizist Tamer die junge Frau bei sich und seinen Eltern aufzunehmen, solange die Unbekannte ihr Zuhause noch nicht gefunden hat. Doch die Unbekannte hat mehr mit dem Anschlg zu tun als ihr und ihrer neuen Familie lieb ist.
Das Thema des Romans ist sehr spannend und leider auch aktuell. Der Umgang der Autorin mit dem Thema ist ihr sehr gut und angemessen gelungen.
Die Mitte des Romans hat sich etwas gezogen und ich konnte vor allem in diesem Abschnitt kein richtiges Verhältnis zu den Charakteren aufbauen und mich in sie hineinfühlen. Meiner Meinung nach war es etwas zu oberflächlich beschrieben. Ab dem zweiten Drittel wurde es jedoch wieder spannend und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Die Covergestaltung sowie die Gestaltung der Überschriften im Roman treffen nicht ganz meinen Geschmack, wobei das eine persönliche Bewertung ist.
Eigentlich würde ich das Buch mit 3,5 Sternen bewerten, allerdings wurde das Buch sehr liebevoll verschickt und man merkt, wie viel Herzblut in der Führung dieses Verlags und in dem Roman stecken.
Rezensionen von Carmen19994:
Das Geschenk von Gaea Schoeters
Spannendes Gedankenexperiment
Gaea Schoeters wagt mit Das Geschenk ein ebenso originelles wie pointiertes Gedankenexperiment: Was geschieht, wenn Deutschland plötzlich 20.000 Elefanten aufnehmen muss – nicht freiwillig, sondern als politisches „Geschenk“ des botswanischen Präsidenten? Die Tiere, die bald über Straßen trampeln, Parks verwüsten und Ernten vernichten, werden zum Sinnbild für eine ungelöste politische Krise und für die Machtspiele zwischen Nord und Süd.
Die Handlung ist zugespitzt und zugleich erschreckend realistisch. Innerhalb weniger Seiten gelingt es der Autorin, die Hilflosigkeit einer Regierung zu schildern, die angesichts einer völlig neuen Situation vor allem auf kurzfristige Machterhaltung bedacht ist. Während die Elefanten das öffentliche Leben lahmlegen, schieben sich Ministerien die Verantwortung zu – und populistische Parteien nutzen das Szenario, um Stimmung zu machen. Schoeters hält uns dabei einen Spiegel vor: Koloniale Denkmuster, moralische Überheblichkeit und politische Kurzsichtigkeit sind keine fernen Relikte, sondern Teil unserer Gegenwart.
Besonders stark ist der bildhafte, präzise Stil. Szenen wie eine Massenkarambolage auf der Autobahn oder Elefantenherden vor der Siegessäule wirken so plastisch beschrieben, dass man sie fast selbst miterlebt. Humorvolle Spitzen durchziehen den Roman und machen die Lektüre trotz der ernsten Themen zu einem Vergnügen.
Auch die Charaktere sind fein gezeichnet. Im Zentrum steht der Bundeskanzler, der stellvertretend für eine überforderte Politik agiert. Er ist weniger als Held, sondern als Spiegel unserer Institutionen angelegt: schwankend, abwägend, und letztlich getrieben von der Angst um seine Position. Die Elefanten selbst sind mehr als Tiere – sie werden zu Akteuren, zu Symbolen für globale Ungleichheit und für die Folgen westlicher Entscheidungen, die ohne Rücksicht auf andere getroffen werden.
Mit nur 144 Seiten entfaltet der Roman eine enorme Dichte. Kein Wort wirkt überflüssig, jede Szene bringt die Handlung voran oder verstärkt die Kritik an Politik und Gesellschaft. Gleichzeitig gelingt es Schoeters, auch Hoffnung und Nachdenklichkeit zu wecken: Wie wollen wir in einer globalisierten Welt miteinander umgehen? Welche Verantwortung tragen wir gegenüber anderen Kulturen – und der Natur?
Das Geschenk ist ein kluges, witziges und zugleich tiefgründiges Buch. Wer gesellschaftskritische Romane schätzt, wird hier ebenso fündig wie Leserinnen und Leser, die einfach eine außergewöhnliche Geschichte erleben wollen. Ein Werk, das unterhält, aber auch lange nachhallt – und das mit Recht seinen Platz neben Klassikern wie Orwells Animal Farm beanspruchen darf.
Rezensionen von Anndlich:
Die Verlorene von Miriam Georg
Geschichten zwischen Generationen
Nach dem Verlust ihrer Großmutter Änne werden Lauras Fragen über Ännes Vergangenheit immer größer. Laura findet alte Erinnerungen, die sie schließlich nach Schlesien führen und Laura erkennt, dass die Geschichte ihrer Großmutter komplexer ist, als sie jemals vermutet hätte.
Die Verlorene von Miriam Georg spielt auf zwei Zeitebenen.
Wir befinden uns einerseits in Schlesien in den 1940ern und 2019 in Frankfurt und Schlesien. Während wir die 1940er aus vielen Perspektiven erleben, aber vorwiegend aus Ännes, erleben wir die 2019 primär aus Lauras Perspektive.
Der Einstieg fiel mir für ein Buch der Autorin ungewöhnlich schwer und ich habe lange gebraucht, um vor allem mit den Charakteren aus 2019 warm zu werden. Ihre Gedanken und Handlungen waren für mich nicht ganz greifbar und teilweise selbst in späteren Verlauf zu sehr auf den Zufall basiert. Dieser muss gewiss bei einer solchen Reise auch mitspielen, aber dennoch fehlte mir ein geplantes Verhalten, das zu Ergebnissen führt.
Gleichzeitig sorgte der Inhalt aus 2019 dafür, dass ich mir bereits nach 100 Seiten ziemlich sicher war, wie sich die Geschichte um Änne auflösen wird und war dementsprechend am Ende auch zu keiner Zeit überrascht. Ein Effekt der bei historischen Romanen natürlich nicht zwingend erforderlich sein muss, aber die Geschichte hätte ihn durchaus hergegeben.
Das sind dann aber auch schon die wenigen Kritikpunkte die ich habe, ansonsten mochte ich auch Die Verlorene wieder sehr gerne und dabei besonders die 1940er Jahre in Schlesien, die eindrücklich waren und die aufzeigen, was kleine Entscheidungen für Generationen bewirken können. Besonders stark empfand ich die wenigen Szenen aus der Perspektive Karls, im Zusammenhang mit dem Nachwort konnte ich mir auch erschließen warum dies so ist und kann an dieser Stelle auch nur empfehlen, dass auch das sehr starke und persönliche Nachwort gelesen werden sollte.
Miriam Georg schafft es mit Die Verlorene ein Bewusstsein für die eigenen Vorfahren und ihr Erlebtes zu erschaffen, dafür dass sie mehr als „Mutter, Vater, Großmutter, Großvater“ sind und dass sie ihre ganz eigene Geschichte besitzen, mit Träumen, Hoffnungen, aber auch Schicksalsschlägen und öffnet damit ein Ohr für genau das: Den Mensch hinter der Mutter, dem Vater, der Großmutter und dem Großvater zu sehen und beim nächsten Treffen Fragen zu stellen, an die man vor der Lektüre vielleicht nicht gedacht hat.
Rezensionen von Hennie :
Botanik des Wahnsinns von Leon Engler
Relativierung des Wahnsinns
Zuerst ist mir das verrückt schöne Cover aufgefallen. Da sind weder bestimmte Blumen noch bekannte Vögel abgebildet! Nach der Lektüre des Buches fiel mir auf, wie natürlich und unverkrampft der Titel und die Illustration bei dem Thema zusammenpassen.
Autor Leon Engler verarbeitet mit Botanik des Wahnsinns seine eigene familiäre Geschichte, ein Stammbaum des Wahnsinns.
Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: Eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. (Auszug aus dem Klappentext)
In 46 kurzen Kapiteln gelingt es ihm sehr eindrucksvoll episodische Einblicke in diese emotional komplizierte Familiengeschichte zu geben. Der Roman beginnt ungewollt komisch mit der Verwechslung des Hausrats der Mutter bei der Zwangsräumung ihrer Wohnung. Alles von Wert und damit auch die Erinnerungen landen in der Müllverbrennungsanlage. Es verbleiben die wert- und belanglosen Überreste.
Fragmentarisch springt er zwischen den Generationen seiner Familie hin und her. In die Biografie seiner Mutter gibt er tiefere episodenhafte Einblicke. Auch mit dem Vater setzt er sich intensiver auseinander. Dabei gefällt mir, wie der Ich-Erzähler es versteht, nicht zu urteilen oder zu verurteilen. Die Authentizität berührt mich. Es wird berichtet mit einer Wahrhaftigkeit, mit einer Klarheit, mit wunderbarer Echtheit, die mich tief beeindruckt. Seine Gedanken, die er ohne Anklage gegen irgendwen niederschreibt, sind wohlformuliert, mit Zitaten durchsetzt und durch seine Arbeit als Psychologe sehr professionell. Es gibt höchstens mal klitzekleine Anklänge von Wut, die hervorblitzen, aber wer will ihm das bei solch einer Häufung von psychischen Erkrankungen in einer, nämlich seiner Familie verdenken!? Ganz stark auch, wie er das mitteilt, wie heute in der Psychiatrie die Menschen gegenüber früheren Zeiten behandelt werden. Jede Person in der Klinik ist ein Individuum, nicht die Diagnose.
"Die Psychiatrie ist alles mögliche, aber kein Ort für einfache Antworten... Die Psychiatrie ist kein Ort für gesellschaftliche Fragen.“ S. 96
Leon Engler hat mir mit dieser Erzählung den Wahnsinn relativiert. Was und wer ist schon normal?
Ich vergebe meine Lese- und Kaufempfehlung mit der Höchstbewertung!
Rezensionen von brauneye29:
Dämmernachtstraum von Anne Ameling
Hat mir gut gefallen
Zum Inhalt:
Lilimott will nur eins, nicht auffallen. Stammt so doch als Einzige nicht aus dem Nobelviertel, in dem ihre Schule liegt. Sie stammt aus der Hochhaussiedlung am Rande der Stadt, wo wenig nobel ist. Als ein kleines, funkensprüchendes Wesen den Weg von Lilimott kreuzt, ist es vorbei mit dem bisherigen Leben, denn sie soll die große Retterin sein und ein Abenteuer beginnt.
Meine Meinung:
Schon das Cover hat mich magisch angezogen und ich wurde nicht enttäuscht, denn die Geschichte ist richtig klasse. Lilimott, die es zunächst schafft, einfach nicht aufzufallen, fällt plötzlich auf und zunächst nicht so wirklich positiv bei den anderen Kindern. Dann aber beginnt das große Abenteuer, bei dem sich nach und nach auch immer selbstbewusster wird. Gerade diese Botschaft hat mir in dem Jugendbuch gut gefallen, aber natürlich auch das Abendteuer an sich. Ich denke, dass man die Zielgruppe vielleicht ein wenig höher hätte ansetzen sollen, ab 10 Jahren ist vielleicht noch ein bisschen zu jung für die Geschichte. Das Buch ist gut geschrieben und es hat Spaß gemacht es zu lesen.
Fazit:
Hat mir gut gefallen
Rezensionen von jori1020:
Hundesohn von Ozan Zakariya Keskinkiliç
Ein Roman wie ein Gedicht
Mit Hundesohn legt Ozan Zakariya Keskinkılıç ein beeindruckendes Romandebüt vor, das weit über die Grenzen des Genres hinausgeht. Wer bereits seinen Gedichtband Prinzenbad kennt, wird auch hier sofort das lyrische Talent des Autors wiederfinden. Denn dieser Roman ist nicht nur Erzählung, er ist zugleich Gedicht: Ganze Sätze kehren wie Refrains zurück, werden variiert, verschoben, neu gewichtet.
Die Bilder und Metaphern verraten einen Dichter, der seine Sprache meisterhaft beherrscht.
Im Mittelpunkt steht Zakariya, ein junger Deutscher mit türkischen Wurzeln, gefangen in der Sehnsucht und im Begehren nach Hassan, seinem Freund aus Kindertagen, der weit weg von ihm in der Türkei lebt. Diese Sehnsucht lässt ihn Hassan in immer neuen Gestalten wiederfinden: in Männern, die ihm in Berlin und anderswo begegnen. Zwischen Grindr-Chats, Gesprächen mit seiner besten Freundin Pari, Schweigen in der Therapie und dem Lesen von Kafka bewegt sich Zakariya in einem Schwebezustand zwischen Nähe und Ferne, zwischen Begehren und Verlust.
Doch Hundesohn ist keine klassische Liebesgeschichte. Keskinkılıç verhandelt darin zentrale Fragen unserer Gegenwart: Wo liegt Heimat? Was bedeutet Zugehörigkeit? Wie prägen Rassismus, Homophobie und Religion das eigene Leben? Welche Rolle spielen Familie und Freundschaft?
Mit analytischer Schärfe und poetischer Sprachgewalt verbindet Keskinkılıç Intellekt und Emotion und erinnert dabei an Autoren wie Ocean Vuong oder André Aciman.
Hundesohn ist ein außergewöhnlicher Roman, eine Liebesgeschichte von großer sprachlicher Schönheit und ein Buch, auf das man sich unbedingt einlassen sollte.
Rezensionen von Carmen19994:
Zwischen zwei Leben von Minna Rytisalo
Dazwischen
Minna Rytisalo ist mit Zwischen zwei Leben ein ebenso poetischer wie kraftvoller Roman gelungen, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Im Zentrum steht Jenni Mäki, die – als ihre Kinder erwachsen sind – den Mut fasst, ihre unglückliche Ehe zu beenden und unter dem neuen Namen Jenny Hill einen Neuanfang zu wagen.
Dieser Schritt markiert nicht nur eine äußerliche Veränderung, sondern eine tiefgreifende Suche nach Freiheit, Identität und Selbstbestimmung.
Besonders faszinierend fand ich die Art, wie Jenny auf ihrer Reise von verschiedenen Stimmen begleitet wird: von ihrer Schwester, von ihrer Therapeutin, aber vor allem von den Ajatarras – weiblichen Märchenfiguren, die bekannte Geschichten aus einer ungewohnten Perspektive neu erzählen. Sie kommentieren scharfsinnig die Ansprüche, Rollenbilder und Erwartungen, denen Frauen noch immer ausgesetzt sind. Dadurch gewinnt der Roman eine Mehrstimmigkeit, die ihn besonders lebendig und facettenreich macht.
Jenny ist eine starke, gleichzeitig verletzliche Protagonistin, deren Gedankengänge und Entwicklung ich mit großer Anteilnahme verfolgt habe. Ihre Zweifel, ihr Zögern, aber auch ihre Entschlossenheit machen sie zu einer Figur, in der sich viele Leserinnen wiederfinden können. Die Ajatarras sind hingegen wie Spiegelbilder und Widersacherinnen zugleich – manchmal ironisch, manchmal bitter, aber immer klug.
Rytisalo erzählt in einer klaren, feinfühligen Sprache, die zugleich zum Nachdenken anregt und berührt. Der Roman verlangt Ruhe und Aufmerksamkeit, denn er ist voller Gedanken, Beobachtungen und leiser Zwischentöne. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer vielschichtigen und tiefgründigen Geschichte belohnt, die lange nachklingt.
Für mich ist Zwischen zwei Leben ein starker Roman über das Älterwerden, den Mut zum Neuanfang und die Kraft, sich selbst treu zu werden – getragen von wunderbarer Prosa und außergewöhnlichen Figuren. Ein Buch, das inspiriert und noch lange im Kopf bleibt.
Rezensionen von Franziska Fiske:
Bestie von Joana June
Authentisch, aktuell und nachdenklich
Ich war total gespannt auf dieses Debüt und wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte von Anouk und Delia (bzw. Lilly) hat mich echt schnell reingezogen. Gerade dieser Gegensatz – die selbstsichere Influencerin und die schüchterne Mitbewohnerin, die eigentlich jemand ganz anderes sein will – fand ich super spannend.
Besonders mochte ich, wie sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelt hat. Am Anfang dachte ich noch: „Oh je, das geht bestimmt schief.“ Aber dann merkt man, dass hinter beiden Figuren viel mehr steckt, als man zuerst glaubt. Das hat mich echt zum Nachdenken gebracht, auch über Themen wie Freundschaft, Selbstbewusstsein und wie sehr Social Media uns eigentlich beeinflusst.
Der Schreibstil ist angenehm, man fliegt schnell durch die Seiten. Klar, manches war etwas vorhersehbar, aber trotzdem wollte ich immer weiterlesen, weil ich wissen wollte, wie es mit Anouk und Lilly weitergeht.
Fazit: Für mich ein wirklich gelungenes Debüt mit wichtigen Themen, die sehr in unsere Zeit passen. Ich gebe 4 von 5 Sternen.
Rezensionen von Franziska Fiske:
Das Beste sind die Augen von Monika Kim
Intensive Emotionen und gesellschaftliche Themen
Ich bin begeistert von Monika Kims Debütroman „Das Beste sind die Augen“. Besonders beeindruckend sind die intensiven und eindrucksvollen Beschreibungen der Augen von Monika Kim – sie verleihen der Geschichte eine besondere Tiefe und machen das Buch zu einem echten Highlight.
Der Roman erzählt die Geschichte von Ji-Won, die mit ihrer jüngeren Schwester und ihrer Mutter in einer kleinen, finanziell angespannten Wohnung lebt.
Der Vater hat die Familie kürzlich verlassen, was alle tief getroffen hat. Die Geschichte entfaltet sich in einer Atmosphäre voller unterdrückter Gefühle, Stress und emotionaler Belastung. Besonders spannend ist, wie die Grenzen zwischen Realität und Wahnsinn verschwimmen, als Ji-Won eine krankhafte Obsession mit blauen Augen entwickelt. Dabei werden auch gesellschaftliche Themen wie Rassismus und Sexismus auf eine eindringliche Weise thematisiert.
Monika Kim schafft es, einen fesselnden feministischen Horrorroman zu schreiben, der Wut, Obsession und moralische Grenzen auf eine schockierende und zugleich tiefgründige Weise verbindet. Die Geschichte enthält eine weibliche Rache, die brutal und unvergesslich ist, und zeigt die dunkle Geburt einer Serienmörderin. Das Buch ist nicht nur spannend, sondern regt auch zum Nachdenken an.
Für Fans von Body Horror und Female Rage ist dieses Buch ein absolutes Muss. Es ist großartig, brutal und tiefgründig – ein Debüt, das Grenzen sprengt und gesellschaftliche Themen mit Gänsehaut-Horror verbindet.
Ich kann es nur empfehlen und freue mich schon auf weitere Werke von Monika Kim!
Rezensionen von buchina:
Das Geschenk von Gaea Schoeters
Eine wunderbare Satire
Als 2024 der botswanische Präsident gedroht hatte Elefanten nach Deutschland zu schicken, als Revanche, weil Deutschland die Einfuhr von Jagdtrophäen verboten hatte, dachte ich das geschieht der scheinheiligen westlichen Welt gerade recht. Ich bin kein Freund von Jagen als Sport, aber ich kann verstehen, dass ein afrikanischer Präsident es anmaßend findet, dass hier in Deutschland entschieden wird, mit getöteten Elefanten darf kein Geld verdient werden.
Denn hier in Deutschland muss man sich auch nicht mit den Auswirkungen von Großtieren auseinandersetzen. Hier ist das Geschrei schon groß, wenn ein Wolf auftaucht, wie wäre es erst, wenn hier wieder Bisons und Großbären rumliefen.
Umso erfreuter war ich, dass sich Gaea Schoeter diesem Thema angenommen hat und das in wunderbarer satirischer Form. In ihrem Roman macht der botswanische Präsident ernst und schickt die Elefanten wirklich nach Deutschland. Erst nach und nach wird den Regierenden und der Bevölkerung bewusst, was das bedeutet. Der fiktive Bundeskanzler Hans Christian Winkler manövriert sich in der Folge durch medienwirksame PR-Auftritte und politische Floskeln. Dabei offenbart sich eine Gesellschaft, die zwischen Sensationslust, Mitgefühl, Fremdenfeindlichkeit und ökologischem Wunschdenken hin- und hergerissen ist. Wie so oft werden Elefantenbabys wegen ihrer Niedlichkeit bejubelt, aber ein Elefant, der den Vorgarten zertrampelt, verdammt.
Mir hat besonders gefallen, wie die Autorin gekonnt den Finger auf die Selbstgerechtigkeit der westlichen Welt zeigt. Dabei bleibt das Buch leicht und locker mit viel trockenem Humor. Es macht Freude es zu lesen. Ein schmales, humorvolles Buch für zwischendurch, welches aber auch zum Nachdenken anregt und vielleicht dafür sorgt, die Probleme der Welt nicht immer vom westlichen Von-oben-herab-Blick zu betrachten.










