Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Julchentim:
Mörderisch verstrickt. Ein Strickclub ermittelt von Susanne Oswald
Gemütlicher Krimi an der Nordsee
Das Buch hat mich durch das Cover und das Thema sofort angesprochen. Ein Strickclub in einem kleinen Ort an der Nordseeküste, dazu ein Verbrechen, das klang nach einer guten Mischung für entspannte Lesestunden.
Der Einstieg fiel mir leicht. Die Figuren wirken lebendig und sympathisch. Mette mit ihrem Strickladen, die Pfarrerin Anne, Brunhilde und Gustavsen bilden ein interessantes und sympathisches Quartett.
Man erfährt viel über ihr Leben und ihre Freundschaften. Diese ruhigen Einblicke nehmen viel Raum ein. Der Kriminalfall entwickelt sich eher langsam und kommt erst im letzten Teil in Fahrt. Für Leser, die viel Spannung erwarten, könnte das zu wenig sein.
Mir hat die Atmosphäre in Lüttjekoog gefallen. Die Beschreibungen des Ortes und des Strickladens sind anschaulich. Die Nebenhandlungen wie kleine Liebesansätze und Dorfalltag machen das Buch warmherzig und cosy. Die Ermittlungen selbst sind überschaubar und schnell gelöst, aber für ein Cozy Crime reicht mir das.
Für Strick-Fans gibt es ein nettes Extra sind die Strickanleitungen am Ende.
Insgesamt ein angenehmes Buch für ruhige Stunden. Wer eine komplexe Krimihandlung sucht, ist hier wahrlich falsch. Wer aber eine gemütliche Geschichte mit liebenswerten Figuren mag, wird sich wohlfühlen.
Rezensionen von Morten:
Onigiri von Yuko Kuhn
Geheimfavorit des Jahres
Fünf Sterne für dieses Buch. Würde ich sagen. Ich weiß aber auch, dass vermutlich nicht alle Leser:innen meine Meinung teilen werden. Aber ich habe es gemocht, von der ersten Seite an, mehr als ich dachte und hoffte. Warum? Nun.
„Onigiri“ ist eine japanisch-deutsche Familiengeschichte. Eine Geschichte mit Familien aus zwei Gesellschaftsschichten.
Aber auch eine Geschichte über das Vergessen, über Demenz, und was das mit Familien macht.
Die Hauptfigur in Yoko Kuhns Roman ist Aki, Tochter einer Japanerin und einem Deutschen. Ihre Mutter ist in ihren 20er-Jahren nach Deutschland gekommen, hat sich in mit Anfang 30 in einen zehn Jahre jüngeren Sohn reicher Eltern verliebt und er sich in sie. Sie haben geheiratet, zwei Kinder bekommen und sich wieder getrennt. Aki ist in München erwachsen geworden, bei ihrer Mutter und immer mal wieder bei ihren reichen Großeltern, hat geheiratet und mittlerweile selbst Kinder. Ihr Vater spielt keine allzu große Rolle, lebt in Berlin, meldet sich selten. Und dann gibt es noch die Familie in Japan, weit weg, immer mal wieder besucht, aber auch schon lange nicht mehr. Als Akis Großmutter stirbt und diese Nachricht nur wenig zu ihrer an Demenz erkrankten Mutter durchdringt, fasst sie einen Entschluss. Sie möchte noch einmal mit ihrer Mutter nach Japan reisen.
Vielleicht klingt das alles gar nicht so furchtbar aufregend und vermutlich ist es das auch nicht, soll es auch gar nicht sein. Aber Yoko Kuhn schreibt so ruhig, einfühlsam und gleichzeitig nüchtern, über das Leben ihrer Eltern, über ihre Großeltern, über sich selbst, aber vor allem über die Krankheit ihrer Mutter, dass ich das Buch kaum weglegen wollte. Auch nicht nach der letzten Seite.
Ich bin unglaublich gerne mit auf diese bewegende, traurige Reise gegangen, habe die kleinen Glücksmomente des Wiedersehens und Wiedererkennens miterlebt. Aber auch den Stress und die Hilflosigkeit, wenn Akis Mutter sich unwohl fühlt, ratlos ist, durch das Hotelzimmer geistert – aber dann ihren Frieden in ihrem Elternhaus findet. Die Ambivalenz, die Aki selbst im Haus ihrer deutschen Großeltern spürt, wie die Familie mit ihr umgeht und sie mit Geschenken überhäuft – und wie sehr sie gleichzeitig ihre Mutter ablehnen, nicht standesgemäß, fremd, selbst nach all den Jahren, selbst nach der Scheidung. Und Akis Wunsch, ihrer Mutter zu helfen, machtlos gegen diese Krankheit, für die es kein Heilmittel gibt – aber kleine Glücksmomente, vor allem, aber nicht nur in der fernen Heimat.
Ein leises Buch, ein sicher sehr persönliches Buch, vor allem aber: mein Geheimfavorit für die Lieblingsbücher 2025.
Rezensionen von ReiShimura:
Ein Einhorn namens Oktober von Maria Höck
Herbstzauber mit Hufspuren
Obwohl der kleine Leser bereits eine ziemlich umfangreiche Kinderbuchsammlung hat, muss ich zugeben, dass bis dato noch kein Buch über Einhörner dabei war. Dies lag vor allem daran, dass mir die meisten Einhörner zu grell und zu kitschig waren. Dieses Buch hat mich vor allem dadurch angesprochen, neben dem sehr interessanten Klappentext, dass die Farbgestaltung eher ein wenig gedeckt und zurückhaltend ist.
Und glücklicherweise hat mich der erste Eindruck nicht in die Irre geführt und das Buch konnte uns wirklich verzaubern.
Dieses Buch vermittelt für mich ein wunderbares Herbstgefühl und lässt mich in der Sommerhitze von flauschigen Decken, langen Spaziergängen im Wald und warmen Tee träumen. Die Illustrationen von Juliana Kralik sind wirklich stimmungsvoll und passen hervorragend zu der Geschichte. Die Farben hat sie mit Bedacht ausgewählt und durchwegs dominieren die Braun, Gold und Rosatöne. Natürlich darf aber auch das eine oder andere kitschig-bunte Detail nicht fehlen und auch der unvermeidliche Regenbogen findet seinen Platz.
Die Autorin Maria Höck hat mit Oktober einen wirklich entzückenden Charakter erschaffen. Der obwohl natürlich als Fantasiewesen nicht real, doch für die kleinen Leser greifbar und verständlich ist. Doch natürlich muss Oktober sein Abenteuer nicht allein bestehen und so dürfen wir noch viele weitere magische Wesen, darunter natürlich vornehmlich Einhörner, kennenlernen. Gerade Oktobers bester Freund hat mich besonders begeistert. Wobei ich hier nicht zu sehr ins Detail gehen möchte, um nicht unabsichtlich zu spoilern.
Die Geschichte ist wohldurchdacht und auf jeden Fall kindgerecht verfasst, aber auch als Erwachsene hat man Spaß am Betrachten der Bilder und am Vorlesen der Geschichte. Die Texte sind nicht in Reimform verfasst und haben durchaus eine beachtliche Länge. Wobei ich dies für das empfohlene Lesealter von 4 Jahren als angemessen empfinde. Das Buch eignet sich meiner Meinung nach aber auch für jüngere Kinder. Je nach Bucherfahrung der Kinder kann es aber eventuell vorteilhaft oder notwendig sein, dass Buch auf mehreren Etappen zu lesen. Der kleine Leser mit gut zwei Jahren und relativ viel Bucherfahrung hatte aber keine Probleme mit der Länge der Texte und viel Spaß mit dem Buch.
"Ein Einhorn namens Oktober" besticht aber nicht nur durch die Optik und einer netten Geschichte. Wie in Kinderbüchern üblich und meiner Meinung nach auch notwendig und sinnvoll, gibt es eine Moral von der Geschichte. Auch an dieser Stelle möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen, um nicht zu spoilern. Uns hat die Aussage des Buches aber sehr gut gefallen und was fast noch viel wichtiger ist, es handelt sich um eine sehr wertvolle und wichtige Lektion, die man in diesem Buch lernen kann.
Obwohl das Buch eindeutig ein Herbstbuch ist, kann es meiner Meinung nach auch unabhängig von der Jahreszeit gelesen werden. In unserem Fall wird dies auch durchaus der Fall sein, denn Oktober und die suche nach seiner Zauberkraft hat uns einfach verzaubert.
Dies ist wieder einmal ein Kinderbuch, das ich von ganzem Herzen weiterempfehlen kann. Und zwar nicht nur Fans von Einhörnern.
Rezensionen von brauneye29:
Zeit ihres Lebens von Dirk Gieselmann
Gut lesbar
Zum Inhalt:
Wie ist es, wenn du deiner großen Liebe erst begegnest, wenn dein Leben schon in geordneten Bahnen läuft? So erlebt es Georg mit Frieda. Sie begegnen sich während eine Handelsreise von Georg und sind gleich von einander fasziniert. Sie beschließen schließlich eine Beziehung zu führen, die nur im hier und jetzt spielt und beide dennoch ihr Leben weiterführen-
Meine Meinung:
Ich habe die Geschichte genossen, Man fragt sich während der Geschichte zwar oft, wie man selbst damit wohl umgehen würde.
Ist es nicht ein völliger Betrug an der eigenen Frau oder müsste man nicht für die Liebe des Lebens alles beenden und neue Wege beschreiten. Hier beschließen Georg und Frieda es anders. Die Geschichte liest sich gut und flüssig. Etwas traurig fand ich das Ende, aber dennoch irgendwie ein guter Abschluss.
Fazit:
Gut lesbar
Rezensionen von S.:
Ein Einhorn namens Oktober von Maria Höck
Im Zauberwald
Im Zauberwald kommt ein kleines Einhorn zur Welt. Oktober, so heißt es nach seinem Geburtsmonat, ist fröhlich, temperamentvoll und ziemlich verkuschelt. Auf den ersten Geburtstag freut er sich ganz besonders, da bekommen nämlich Einhörner Zauberkräfte. Jedes Einhornkind erhält eine andere. Einige werden aufgezählt, sogar in farbiger Schrift.
Alle sind supertoll. Aber Oktober wartet vergeblich. Er macht sich auf die Suche. Was er erlebt, wird liebevoll geschildert.
Schöne Gesprächsanlässe ergeben sich : Was würdest du gern können? Das fördert Phantasie, motiviert zum Erzählen. Wichtige Eigenschaften werden thematisiert, eine lesenswerte Story mit gelungenen Illustrationen.
Eine bezaubernde und kindgerechte Mutmach- und Wohlfühl- Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt, für Kinder ab 4 Jahren.
Rezensionen von mrsbaby2:
Spookily Yours von Jennifer Chipman
Das Buchcover ist leider schöner als der Inhalt
Als ich das Buch gesehen habe, wusste ich, ich möchte das unbedingt als Exemplar in meinem Bücherregal haben und im Herbst oder im Spätsommer lesen. Ich liebe nämlich den Herbst sowie Halloween und war selten so hin und Weg vom Buchcover wie bei Spookily Yours. Als es dann bei mir zu Hause ankam, habe ich mich gefreut, war aber überrascht, wie klein es ist.
Also ihr könnt euch darauf einstellen, dass es kleiner ist wie die meisten Bücher auch im Bücherregal und auch ein bisschen dünner. Aber das tut ja rein theoretisch nichts zur Geschichte und dem Inhalt, oder? Kurz zum Inhalt der Geschichte. Die Hauptprotagonistin ist eine Hexe namens Willow. Sie wohnt in einem Städtchen namens Pleasant Grove und sie ist dort nicht die einzige Hexe bzw. nicht die einzige Person, die Magie besitzt. Dort ist das nämlich was ganz Normales. Sie arbeitet nebenbei in einem kleinen Café ihrer Schwester. Es gefällt ihr dort, aber irgendwie fehlt ihr etwas in ihrem Alltag. Sie fühlt sich ein bisschen einsam. Eines Tages läuft ihr ein sprechender ein schwarzer Kater über den Weg und dieser gibt ihr sehr schnell wieder ein bisschen einen Hoffnungsschimmer und Lichtblick in ihrem Alltagstrott. Schnell erfährt sie dann auch, dass dieser schwarze Kater nicht nur eine Katze ist, sondern ein verfluchter Dämon namens Damien, mit dem sie fortan viel Kontakt hat und den Alltag beschreitet. Nun zum Cover und Farbschnitt: Wie gesagt, das Cover ist wunderschön. Also das hat wirklich nicht enttäuscht. Ich bin immer noch froh, dass ich das Buch jetzt in meinem Bücherregal stehen habe. Die Geschichte an sich hat inhaltlich ganz nett begonnen. Der Anfang ist locker geschrieben und man bekommt einen seichten Überblick über Pleasant Grove. Leider sind mir die Charaktere ein bisschen oberflächlich beschrieben geblieben. Mir hat da diesbezüglich ein bisschen der Tiefgang gefehlt und auch das gewisse Etwas, es war einfach nicht sehr innovativ oder spannend wenn ich das so sagen darf. Man muss auch dazu sagen, dass es eine kürzere Geschichte ist und daher eventuell einfach nicht der Raum dafür war. Im Buch gibt es dann immer wieder ganz pötzliche Wendungen was die Dynamik zwischen Willow und Damien betrifft .Also es gibt dann schon Szenen, die sehr obszön sind, sehr intim. Aber auf eine fast schon schockierende Art und Weise. (Teilweise unangenehm zu lesen). Es gibt eine 180 Grad Wendung zwischen Ihnen und irgendwie passt es leider nicht ganz zusammen. Mir hätte ein bisschen mehr Feingefühl und einfach eine lieblichere Romantik gefallen. Vor allem hätte das besser zu der herbstlichen Stimmung gepasst. Einen "Dark Romance" Roman habe ich nicht erwartet. Mein Fazit schlussendlich: Das Buch war nett zu lesen und man ist auch sehr schnell über die Seiten geflogen. Mir hat das Setting gut gefallen und auch grundsätzlich die Geschichte mit dem Kater, der sich in einen Menschen verwandelt. Da jedoch die Tiefe und auch inhaltlich etwas gefehlt hat, war es jetzt nicht so komplett überzeugend für mich. Ebenfalls muss ich sagen, dass mir die heißeren Szenen nicht gefallen haben. Die haben einfach nicht zu dem restlichen Schreibstil gepasst. Daher gebe ich dem Buch eher so eine 3 Sterne von 5.
Rezensionen von Natalie:
Der Trailer von Linus Geschke
Guter Auftakt
Eine vor 15 Jahren verschwundene Studentin. Ein Campingplatz in den Wäldern der Ardennen. Eine Kommissarin, die im selben Ort wie die verschwundene Lisa aufgewachsen ist. Ein Zeuge aus jener Nacht, der mehr weiß als er zugibt. Und ein True-Crime-Podcast, der den Fall wieder in Erinnerung ruft.
Das sind die Zutaten von Linus Geschkes neuem Thriller und gleichzeitig der Auftakt der Donkerbloem-Trilogie.
Der Thriller liest sich flüssig, für mich war der Spannungsbogen von Beginn an gegeben. Nicht nur der Fall an sich lässt viel Spannung zu, sondern auch das Setting - ein abgelegener Campingplatz mitten in den Wäldern tut einiges für den Thriller. Die Hauptfiguren sind alle total unterschiedlich, nicht alle sind sympathisch, aber die Mischung der Charaktere ist spannend zu verfolgen. Mit diversen Rückblenden erfährt man immer wieder kleine Teile, was Lisa damals geschah, aber nie genug, dass man konkrete Verdachtsmomente hätte. Die Auflösung kam überraschend. Ein lesenswerter Thriller. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt.
Rezensionen von LeserinLu :
Perlen von Siân Hughes
Leise und reflektiert
In Perlen erzählt Siân Hughes eine leise, melancholische Geschichte über Verlust, Erinnerungen und die Schatten, die ein Trauma über Generationen werfen kann. Die Protagonistin verliert früh ihre Mutter unter ungeklärten Umständen, was ihr restliches Leben prägt. Als sie selbst Mutter wird, beginnt sie, sich mit diesem Schmerz auseinanderzusetzen und der eigenen Familiengeschichte nachzuspüren.
Der Roman ist ruhig erzählt, beinahe zart, und genau darin liegt seine Stärke – wobei ich das erst im Laufe des Romans erkannt habe. Gerade zu Beginn habe ich mich schwergetan, weil doch eher langsam erzählt wird und die Themen direkt sehr schwer sind: Verlust, psychische Erkrankungen, Magersucht, Selbstverletzung – all das wird ohne Dramatik, aber eindringlich behandelt.
Mich hat das Buch auf Abstand gehalten: Die Atmosphäre ist von Grund auf melancholisch, und als Leserin fühlte ich mich oft eher wie eine stille Beobachterin, die von außen auf das Leben der Protagonistin schaut. Dieses Gefühl der Distanz ist Teil der Wirkung, auch wenn es mir stellenweise den Zugang erschwert hat. Besonders schön fand ich schließlich das Ende. Perlen ist kein lautes Buch, sondern eines, das viele Reflektionen der Erzählerin enthält und diese auch bei den Leser:innen hervorrufen möchte. Dafür muss man sicher in der richtigen Stimmung sein, um es zu lesen.
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich von Kaska Bryla
Außergewöhlich und vielschichtig, großartig!
Kaśka Bryla konzipiert und schreibt diesen Roman als ein Selbstgespräch, nachdem sie die Tonbandaufzeichnungen ihres bereits 2011 verstorbenen Vaters anhört. Sie hatte ihm ja versprochen, seine Geschichte niederzuschreiben. Erst zu Beginn der Pandemie 2020 löst sie dieses Versprechen ein.
Auch zu Beginn der Pandemie 2020 infiziert sie sich mit Corona, erleidet eine Herzmuskelentzündung und fühlt sich geschwächt.
Sie spürt die Erkrankung in der Lunge, hat zwischenzeitlich Atemprobleme und auch Angst daran zu sterben. Zu dieser Zeit lebt sie in Leipzig in einem LKW-Anhänger. Sie kränkelt und verbringt den Großteil der Zeit in einem Liegestuhl vor ihrem Wagen.
Der Vater erzählt in den Tonbandaufnahmen von seiner Zeit im polnischen Widerstand, im Untergrund gegen Hitler und Stalin, wie er den 2. Weltkrieg als Jugendlicher erlebt hatte und von den Deportationen in die Gulags. Ihm ging es um den Kampf für die Demokratie in Polen, um Flucht, Folter, Hunger, Gefangenschaft und Kälte zu ertragen.
Genau in dieser Zeit findet sie am Wagenplatz eine Baby-Krähe, die sie Karl nennt und die sie aufgepäppelt. Karl ist an einem Flügel verletzt und kann nicht fliegen. Es stellt sich die Frage, ob er jemals das Fliegen erlernen wird.
Karl ist mit seiner Verletzung ein Außenseiter wie sie, die trotz eines negativen Corona-Tests gemieden wird, weil die Angst besteht, sich doch an ihr anzustecken. So ist Karl ihr Engel und der Einzige, den sie zwischen seine Flügeln streichelt – das Berührtwerden vermisst auch sie. Beide sind sie Fremde, die sich gegenseitig brauchen.
Kaska Bryla schreibt auch über ihren eigenen Kampf für eine bessere Welt: für die LGBTQ-Menschen und für die Umwelt.
Heute tut es ihr leid, wie sie manchmal zu ihrem Vater war, als sie die Kommunisten in Polen gewählt hatte, jene die ihn folterten und quälten, ihn hungern und frieren ließen. Er bleibt ihr gegenüber trotzdem ruhig und nett, tat immer so, als hätte sie ihm nicht böse Worte an den Kopf geschleudert.
Was für ein Buch, so emotional, persönlich und ergreifend auf ganz vielen Ebenen – eines der ganz besonderen Neuerscheinungen in diesem Jahr. Dieser Roman ist so einzigartig, dass meine Rezension dem nicht gerecht werden kann - schon gar nicht dem, was in dieser Geschichte alles steckt, daher ganz große Empfehlung.
Rezensionen von Natalie:
Schwüre, die wir brechen von Roman Voosen; Kerstin Signe Danielsson
Toller zweiter Band
Im zweiten Fall bekommen es Kommissar Jon Nordh und seine Kollegin Svea Karhuu mit einem besonders aufseheregenden
Fall zu tun - sie werden zu einer Leiche gerufen, auf der ein Krokodilskopf angenäht wurde. Der nächste Tote lässt nicht lange auf sich warten, auch hier wieder mit einem Tierkopf.
Die Spuren sind trotzdem nicht eindeutig. Als dann auch noch eine Jugendliche verschwindet und gleichzeitig eine True-Crime-Podcasterin scheinbar mehr weiß, als Jon und Svea, läuft die Zeit…
Jon und Svea haben mir schon im ersten Band als Ermittlerduo sehr gut gefallen und das bestätigt sich auch in diesem Krimi wieder. Interessante, nicht immer angepasste Charaktere machen für mich ein Buch gleich nochmal lesenswerter. Im Gesamten hat mit der zweite Band um einiges besser gefallen, da der Fall an sich ungewöhnlich und spannend bis zum Schluss bleibt. Auch das schwedische Setting gefällt mir und die Einblicke ins Private der Ermittler runden es ab. Eine Leseempfehlung von mir für diesen Krimi und ich freue mich auf die Fortsetzung.










