Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nele33:
Todesstimme von Elias Haller
Erwartungen erfüllt
"Todesstimme" des Autors Elias Haller ist der zweite Band um die Ermittler Tara Kromberg und Gabriel Schneider. Ich liebe die Thriller von Elias Haller und habe bisher alle Reihen von ihm regelrecht verschlungen.
Nach dem ersten Band war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.
Tara Kromberg und Gabriel Schneider bekommen es diesmal mit mysteriösen Selbstmorden und einem verstörenden Podcast zu tun.
Eine 16-jährige Schülerin wird tot in einem leerstehenden Fabrikgebäude aufgefunden. Auf den ersten Blick deutet alles auf Selbstmord hin, untermauert wird diese These durch kryptischen Text an der Wand. Bei weiteren Recherchen und Selbstmorden stoßen die beiden Ermittler des Sonderdezernats Signalrot jedoch auf einen Podcast "Totgeburt", dessen Betreiber sich Kadaver nennt und nicht aufzufinden ist. Es scheint, als würde er suizidgefährdete Menschen gezielt in den Selbstmord treiben. Bringt sich doch der jeweilige Interviewpartner kurz nach dem Interview mit Kadaver um.
Einzig bemängeln würde ich bei diesem Band die Ausschweifungen zur Außendiensttauglichkeit von Gabriel, auch wenn sich dies im Laufe des Buches dann doch noch einmal erklärt. Aber damit ist diese Baustelle dann hoffentlich abgeschlossen.
Es gibt zum Ende hin eine gute Auflösung und der Spannungsbogen hat mir gut gefallen. Nach den Andeutungen zu neuen Möglichkeiten in weiteren Fällen freue ich mich schon auf weitere Bände mit dem Team.
Rezensionen von S.:
Mr. Saitos reisendes Kino von Annette Bjergfeldt
Inselleben
Lita erzählt ihre Geschichte. Ihre Mutter, ein Findelkind, wächst in einem argentinischen Kloster auf, liebt Schuhe und Tanzen, bekommt mit 17 ihr Kind.
Sie müssen fliehen und landen auf einer kanadischen Insel mitten im Atlantik. Für Lita ist dort das Paradies. Sie begegnet Verständnis, Toleranz und Güte.
Trotz des harten Alltags für die Bewohner.
Klingt zwar interessant, aber zunächst nicht wirklich spektakulär. Allerdings erzählt Annette Bjergfeldt Litas Vita mitnehmend und gefühlvoll. Ein Blick auf Details, Skurriles und verschiedene Ereignisse prägen ihren Schreibstil. Andeutungen, die geschickt eingearbeitet werden, lassen lächeln.
Gern erlebt man die Entwicklung auf der abgelegenen Insel mit, wünscht dem aufgeweckten und fantasievollen Kind alles Gute. Das größte Abenteuer aber ist Mr. Saitos jährlicher Besuch. Warum, wird gut vorstellbar beschrieben, die Atmosphäre und sein Einfluss werden gekonnt eingefangen.
Litas Weg ist faszinierend, sie wird zu Jemand, den man zu kennen glaubt.
Eindeutige Leseempfehlung.
Rezensionen von ReiShimura:
Entführung im Himmelreich von Andreas Winkelmann
Krimi light mit Wortspiel-Garantie
Obwohl mich der erste Band nicht komplett überzeugt hat, konnte ich den Erscheinungstermin des neuen Buches rund um Björn Kupernikus, und Annabelle Schäfer kaum erwarten. Das ungleiche und äußerst skurrile Ermittlerduo hat sich einfach einen Platz in meinem Herzen erobert.
So mit befinden wir uns wieder auf dem idyllischen Campingplatz am Schwielowsee, treffen alte Bekannte wieder und lernen neue „Freunde“ kennen.
Autor Andreas Winkelmann macht mit diesem Buch mehr oder weniger nahtlos dort weiter wo er bei „Mord im Himmelreich“ aufgehört hat. Deswegen sollte man die Bücher unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen. Außerdem gleich einmal die Anmerkung, dass all jene die mit dem ersten Teil keine große Freude hatten, besser die Finger von dem Buch lassen sollten.
Hartgesottene Krimifans werden mit dieser Reihe von Andreas Winkelmann sicher nicht glücklich werden. Dafür ist der Spannungsanteil zu gering und der Kriminalfall an vielen Stellen zu übertrieben und konstruiert. Wer allerdings auf der Suche nach einer humorvollen und leichten Unterhaltung ist, kann hier durchaus Spaß haben.
Der Hauptschwerpunkt der Geschichte liegt eindeutig nicht auf dem Kriminalfall selbst, auch wenn er natürlich eine zentrale Rolle für die Handlung spielt, sondern auf den verschiedenen Haupt- und Nebencharakteren und deren verbaler Austausch miteinander. Hierbei habe ich den Austausch zwischen Annabelle und Kupernikus besonders genossen. Bei beiden, aber vor allem auch im Umgang miteinander merkt man, dass sie doch eine gewisse Art von Charakterentwicklung durchgemacht haben und ihre Beziehung sich ein wenig intensiviert hat.
Der Fall entwickelt sich mit einer unglaublichen Langsamkeit, so dass man an mancher Stelle das Gefühl hat, der Lösung keinen Schritt näher zu kommen. Der Erzählstil ist aber so heiter, unbeschwert und humorvoll, dass ich in den meisten Fällen ohne Probleme darüber wegsehen konnte. Abgesehen davon, dass irgendwann dann auch der Zeitpunkt kam, wo sich wieder mal die Ereignisse überschlagen haben. Ähnlich wie im ersten Band ist der Humor manchmal etwas grenzwertig. Das eine oder andere Wortspiel ist dann doch ein wenig plump, passt aber dennoch wunderbar in das Gesamtbild. Andreas Winkelmann scheint eine Vorliebe für schlechte Wortspiele, Situationskomik und seichten Humor zu haben. Solange alles davon wohldosiert ist, kann ich auch damit leben. Ich habe allerdings das Gefühl, dass es in diesem Band bereits hart an der Grenze war und bin gespannt, wie es im nächsten Teil aussehen wird.
Positiv hervorheben möchte ich noch, dass einige der Nebencharaktere aus dem ersten Teil, wie zum Beispiel Kommissar Fass, dieses Mal eine etwas größere Rolle haben und dadurch auch an Tiefe gewinnen.
Autor Andreas Winkelmann hat mir mit diesem Buch wieder einige vergnügliche Lesestunden beschert und ich freue mich auf weitere Abenteuer von Kupernikus und Annabelle. Eventuell dürfen wir ja auch hoffen, dass der Krimiaspekt im nächsten Band wieder ein wenig höher ist. Ansonsten ist dies einfach ein perfektes Buch für einen faulen Tag auf der Couch.
Rezensionen von cr:
Wintern von Kari Leibowitz
interessanter Forschungsbericht
interessanter Forschungsbericht
Das Cover ist farblich wunderschön gestaltet.
Autorin Kari Leibowitz ist eine amerikanische Forscherin. Sie hat in Norwegen gelebt und untersucht, warum die Menschen dort den Winter so positiv sehen. Viele Leute denken, der Winter ist dunkel, kalt und traurig, aber in Norwegen sehen viele Menschen den Winter als schöne Zeit.
Das Buch ist geschrieben wie eine Art Forschungsbericht, der Stil gefällt mir eigentlich recht gut.
Das wichtigste ist die Einstellung, also wie man über den Winter denkt. Wenn man denkt: „Der Winter ist gemütlich, ich kann Zeit mit Freunden verbringen, Kerzen anzünden und draußen Schnee genießen“, dann fühlt man sich glücklicher.
Mir gefällt ihre Idee sehr gut. Sie zeigt, dass wir unsere Gedanken ändern können, um uns besser zu fühlen. Der Winter kann schön sein, wenn man ihn positiv sieht.
Von mir gibt es eine Empfehlung.
Rezensionen von Sternzauber:
Jetzt mal ehrlich?!: Meine Gefühle, mein Körper, meine Regeln! Ein wirksames Aufklärungsbuch für Kinder zur Prävention von sexuellem Missbrauch von Carsten Müller; Steffi Bohle
Absolut empfehlenswert – für Kinder und deren Erwachsene
„Jetzt mal ehrlich?! Meine Gefühle, Mein Körper, Meine Regeln“ ist ein Kinderbuch, das ein sehr wichtiges, aber oft tabuisiertes Thema aufgreift: Sexuelle Gewalt an Kindern und Schutz vor dieser. Alleine, weil das Buch diesem Thema Raum gibt und Kinder eine Stimme in diesem Bereich erhalten, finde ich es absolut großartig und lesenswert! Aber auch der Inhalt an sich hat mich wirklich überzeugt.
Schon die Vorworte – eines für Erwachsene und eines für Kinder – fand ich wunderbar gelungen, denn sie haben die LeserInnen genau da abgeholt, wo sie stehen und gleich ein paar Dinge ganz offen und klar angesprochen, die zum Umgang mit diesem Buch wichtig sind. Zum Beispiel fand ich es super, dass im Vorwort für Kinder erklärt wird, dass auch Erwachsene oft viele Fragen haben und es deshalb auch extra Textkästchen für sie gibt, dass diese aber keine Geheimnisse enthalten und die Kinder ruhig fragen sollen, wenn sie wissen möchten, was da steht. Generell werden Kinder von Anfang an dazu ermutigt Fragen zu stellen und von eigenen Empfindungen, Erfahrungen und Sorgen zu berichten, was ich sehr gut finde und was gleich eine Atmosphäre der Kommunikation (im Umgang mit dem Buch) schafft.
Die Texte für die Kinder sind auf Augenhöhe dieser und in angemessener Weise verfasst. Sie sprechen die Kinder sogar ganz gezielt an und beziehen deren Erleben konkret in die Lektüre mit ein. Ich finde das sehr gut gelungen und es weicht die Hemmschwelle dahingehend, sich einem so belastenden Thema zu widmen und darüber zu sprechen, auch bestimmt bei allen Beteiligten auf. Die Texte für Erwachsene sind meiner Meinung nach ebenfalls sehr gut gelungen, denn sie geben Sachinformationen und Anregungen zum eigenen Verhalten, sowie zum Umgang mit den Kindern. Zudem ist es meiner Empfindung nach so, dass die Texte zwar Dinge und Sachverhalte konkret benennen, aber keine Ängste geschürt werden und der Ton der Erklärungen grundlegend positiv-sachlich gehalten wird.
Die Bilder ergänzen die Texte auf wunderbare und moderne Weise, die bestimmt viele LeserInnen sehr anspricht. Die Gefühle der dargestellten Menschen sind gut und deutlich zu erkennen und besonders positiv finde ich es, dass eine sehr große Vielfalt an Menschen und deren Merkmalen, Besonderheiten, Diversitäten und Gemeinsamkeiten gezeigt wird. Bilder und Text bilden zudem auf jeder Seite eine homogene Mischung, die immer wieder anders und einzigartig, aber stimmig ist und ein angenehmes Gesamtbild erzeugt. Es ist viel los auf den Seiten, so dass es viel zu entdecken gibt, sie sind jedoch nicht zu überladen und noch ausreichend übersichtlich.
In diesem Buch erhalten Kinder ganz viele sachliche Informationen zu Gefühlen, der Einzigartigkeit jedes Menschen, dem menschlichen Körper und Sex, Gewalt und sexualisierter Gewalt, zur Prävention dieser und auch ganz gezielt zu häufigen Vorgehensweisen der Täter. Besonders wichtig finde ich es, dass ganz klar deutlich gemacht wird, dass nie die Kinder Schuld an sexueller Gewalt haben sondern immer die Erwachsenen und das es immer ratsam ist sich Hilfe zu holen, wenn sich etwas nicht gut anfühlt. Im Rahmen dieses Buches packen sich die Kinder einen ganz eigenen „Rucksack an Superkräften“, der sie durch gute, aber auch schlechte Zeiten begleiten kann und der Hilfe anbietet, hauptsächlich werden die Kinder aber auch darin bestärkt an sich selbst zu glauben und für sich und ihre Gefühle einzustehen – die wichtigste Superkraft!
Empfohlen wird das Buch für Kinder ab 5 Jahren, ich würde an diesem Punkt jedoch sehr individuell schauen, da die (emotionale) Entwicklung von Kindern nun einmal sehr unterschiedlich ist und Bezugspersonen ganz sensibel entscheiden sollten, ob ihr Kind den Inhalten des Buches gewachsen ist und sie bestmöglich gerade auch zu dessen Interesse passen.
Meiner Meinung nach ist dieses Buch eine wunderbare Möglichkeit und ein gelungener Einstieg um mit Kindern dieses wichtige Thema zu besprechen, ihnen Sachwissen und Handlungsstrategien an die Hand geben zu können und sie zu stärken. Denn Kinder, die selbstbewusst und mit einem guten Team im Rücken das Leben entdecken, sind deutlich weniger gefährdet Opfer von (sexualisierter) Gewalt zu werden. Ich empfehle dieses Buch mit einer aufmerksamen und emphatischen Begleitung von ganzem Herzen und hoffe, dass viele Kinder und Familien von diesem profitieren!
Rezensionen von Streiflicht:
Tegernsee-Verhängnis von Jürgen Ahrens
Weniger wäre mehr
Vor langer Zeit habe ich die beiden Vorgängerbücher gelesen und war natürlich neugierig, wie es weitergeht am Tegernsee. Beide Bücher fand ich spannend, aber leider war es hier nicht ganz so packend. Ich hatte einfach den Eindruck, dass in dem doch recht kurzen Buch zu viele Themen behandelt werden sollen und da kommt einfach keine rechte Spannung auf.
Auch die Tiefe hat mir gefehlt. Leider gab es zudem viele Rechtschreibfehler und auch die Logik fehlte manchmal. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass tote Taucher vor Ort einfach mal so aus ihren Anzügen gepellt werden und man das nicht in einem geschützen Raum in der Gerichtsmedizin macht, um nichts zu verunreinigen oder Spuren zu verlieren ... und sich dann auch noch von einem Laien helfen lässt. Wie die Polizei so schnell auf Suizid kam, war mir leider auch nicht ganz klar.
Das Buch ist schon spannend und auch interessant, aber so richtig gepackt hat es mich leider nicht - im Gegensatz zu den Vorgängern. Die Stimmung am See bleibt ein bisschen leer, auch wenn es sehr viele Protagonisten gibt und ein bisschen Lokalkolorit. Schade, da haben mir die anderen beiden Bücher besser gefallen, nun hoffe ich auf das nächste. Vielleicht wäre dann etwas weniger mehr. Ein bisschen weniger Personal und weniger Geschichten drumherum, dafür mehr Tiefe und Spannung.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Zeitlose Wiedersehen von Mahina Rei
So ein wundervolles Buch
Kennt Ihr das Gefühl, ein Buch beendet zu haben und eigentlich in die Welt hinausrufen wollt, wie toll es ist und dass es viel mehr Aufmerksamkeit verdient ? Genauso ging es mir hier, bei dieser wundervollen Geschichte.
Mahina Rei schreibt bildlich und flüssig und versteht es, den Leser / die Leserin in den Bann ihrer Geschichte einzubeziehen.
Vom ersten Moment an hatte ich das Gefühl, das Buch nicht mehr zur Seite legen zu können.
Die Figuren sind authentisch und sehr realistisch dargestellt, so dass man auch jederzeit das Gefühl hat, man ist mitten im Geschehen drin. Das mag ich sehr, denn dann fällt es so leicht, in das Buch einzutauchen und es zu genießen und auch die ganzen Emotionen werden so viel besser transportiert.
Luna und Pascal nehmen uns mit auf eine Reise in ihre Gefühlswelt und ich habe mich beim Lesen gefühlt, als dürfte ich ganz nah dabei sein – Mahina Rei versteht es unheimlich gut, Emotionen und Gefühle ins schriftliche zu verfassen und so zu beschreiben, dass man alles sehr gut nachempfinden kann.
Ich hatte so wundervolle Lesestunden mit dem Buch von Mahina Rei, dass ich mich frage, wie es sein kann, dass diese tolle Autorin nicht mehr Aufmerksamkeit bekommt. Es ist so ein wunderschönes Buch und hat alles, was einem eine wunderschöne Lese-Zeit beschert.
Also möchte ich es hinaus rufen : Bitte, schaut euch dieses Buch an – es ist wundervoll, berührend und hat alles, was sich ein Leser / eine Leserin wünscht.
Von mir bekommt Ihr eine klare Lese-Empfehlung von ganzem Herzen !!!!
Rezensionen von Julchentim:
Das Buch der verlorenen Stunden von Hayley Gelfuso
Ein unvergessliches Debüt voller Gefühl und Tiefe
Fünf Sterne für ein Buch, das mich noch lange begleiten wird. Das Buch der verlorenen Stunden von Hayley Gelfuso ist weit mehr als eine Geschichte über Zeit. Es ist ein Roman über Erinnerung, Verantwortung und die Frage, wer über Wahrheit entscheiden darf.
Ich war sofort in Lisavets Welt gefangen.
Ein verborgenes Archiv voller Bücher, die jede Erinnerung der Menschheit bewahren, ist für mich ein faszinierender Gedanke. Die Autorin beschreibt diesen Ort so bildhaft, dass man fast den Staub alter Seiten riechen kann. Die Zeitsprünge zwischen 1938 und 1965 fügen sich nahtlos zusammen und zeigen, wie stark Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden sind.
Amelia und Lisavet haben beide Ecken und Kanten, was sie umso echter wirken lässt. Ihre Entscheidungen schmerzen, ihre Verluste treffen. Besonders beeindruckt hat mich, wie das Buch zeigt, dass Erinnerungen nicht nur Trost spenden, sondern auch Verantwortung bedeuten. Man kann die Vergangenheit nicht löschen, ohne sich selbst dabei zu verlieren.
Der Schreibstil ist poetisch, aber klar. Die Handlung baut sich langsam auf, dann zieht sie einen unwiderstehlich hinein. Am Ende hatte ich wirklich Tränen in den Augen und das Gefühl, etwas Bedeutendes gelesen zu haben.
Ein außergewöhnlich starker erster Roman, der Fragen stellt, die lange nachhallen. Für Leserinnen und Leser, die Geschichten über Zeit, Erinnerung und Menschlichkeit lieben.
Rezensionen von Piet1990:
Mr. Saitos reisendes Kino von Annette Bjergfeldt
Ein Buch voller Herz, Magie und Melancholie
„Mr. Saitos reisendes Kino“ ist eines dieser Bücher, das man liest und am liebsten gleich noch einmal beginnen möchte. Annette Bjergfeldt erzählt eine Familiengeschichte, die sich über Generationen spannt: von Buenos Aires bis nach Island, und dabei so voller Leben, Verlust, Liebe und Hoffnung steckt, dass man völlig eintaucht.
Ich war sofort vom Cover begeistert: der kleine Papageientaucher mit der Filmrolle im Schnabel, die Farben, die Leichtigkeit, und genau das findet man auch im Inneren wieder. Die Sprache ist bildhaft, fast musikalisch, und man spürt auf jeder Seite die Liebe der Autorin zu ihren Figuren. Besonders berührt hat mich, wie feinfühlig Themen wie Schicksal, Zufall und Neuanfang miteinander verwoben sind.
Die Charaktere wirken lebendig, echt, manchmal wunderbar skurril. Genau das macht den Zauber dieses Romans aus. Trotz der vielen Zeitebenen verliert man nie den Überblick, weil alles elegant miteinander verbunden ist. Die Mischung aus Magie, Melancholie und Wärme hat mich tief berührt.
Fazit:
Ein außergewöhnlich schönes Buch voller Herz und Poesie. Wer Geschichten liebt, die Generationen verbinden, und sich gern in eine Welt zwischen Realität und Traum entführen lässt, wird „Mr. Saitos reisendes Kino“ lieben. Für mich eines der berührendsten Bücher des Jahres!
Rezensionen von Shilo:
Bärenzähne von Callan Wink
Zwei Brüder zwischen Pflicht und Abenteuer
In der Weite Montanas versuchen zwei Brüder, ihr Leben nach dem Tod des Vaters in den Griff zu bekommen. Thad erzählt die Geschichte in einer ruhigen, klaren Sprache. Er bemüht sich, die Farm zu halten, während sein Bruder Hazen immer weiter in seine eigene Welt abgleitet. Ihre Verbindung wirkt eng und gleichzeitig brüchig, getragen von Pflichtgefühl und einem unausgesprochenen Bedürfnis nach Nähe.
Als die Brüder ein lukratives Geschäft mit einem Mann im Kilt abschließen, scheint sich plötzlich eine Lösung für ihre Geldprobleme zu bieten. Der sogenannte Schotte schlägt vor, im Nationalpark verbotenerweise Geweihstangen zu sammeln und auf dem Fluss herauszuschaffen. Was als Rettung gedacht ist, wird zum Wagnis. Hazen blüht dabei auf, Thad lässt sich von seinem Elan anstecken, weil er weiß, dass ihnen sonst Land und Haus verloren gehen. Doch der Plan ist riskant. Sie unterschätzen, wie leicht im härtesten Winter seit Jahrzehnten Spuren im Schnee bleiben – und wie schnell ein Fehltritt alles zerstören kann.
Das Geschäft mit dem Schotten bringt Spannung in die Geschichte, fast wie in einem stillen Krimi. Zugleich zeigt es, wie wenig die Brüder von der Welt außerhalb des Waldes verstehen. Ihr Vater hat ihnen beigebracht, in der Natur zu bestehen, nicht aber, mit Behörden oder Regeln umzugehen. In dieser Hilflosigkeit liegt viel Tragik.
Besonders stark ist die Szene, als ihre Mutter plötzlich wieder auftaucht. Ihre Perspektive ergänzt Thads Erzählung und macht deutlich, was den beiden gefehlt hat: ein emotionaler Halt, den weder Arbeit noch Pflicht ersetzen können. Erst im Verhör, als Thad gefragt wird, was sein Bruder eigentlich für ein Mensch sei, erkennt er, wie wenig er über Hazen weiß – und wie groß die Einsamkeit in beider Leben geworden ist.
Der Roman erzählt das alles ohne Dramatik, aber mit leiser Intensität. Die Sprache bleibt schlicht, die Natur stets präsent. Es geht um Überleben, Verantwortung und das, was Familie ausmacht, wenn die Worte fehlen.
Dieses Buch hat mich berührt und wird im Gedächtnis bleiben. Eine klare Leseempfehlung für alle, die ruhige, eindringliche Geschichten mögen. 4 Sterne.











