Icon Kontrast wechseln
Logo Wagnersche Buchhandlung

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von DoraLupin:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

My Dearest Enemy. The Heygate Girls von Anna Husen

Süße, queere Liebesgeschichte

Ich lese immer wieder gerne historische Romane, die mich in eine andere Zeit führen und mich mit einer süßen Liebesgeschichte unterhalten. Ich kannte den ersten Teil der Reihe bisher leider nicht, aber es war überhaupt kein Problem auch ohne Vorwissen in das Buch einzusteigen. Dennoch interessiert mich nun auch der erste Teil, den ich sicher bald nachholen werde.

Die Geschichte führt den Leser nach England, ins Jahr 1861. Im Heygate Gate Internat in Southend-on-Sea laufen die Vorbereitungen für den Sommer-Ball auf Hochtouren. Auch Amabel müsste eigentlich überglücklich sein: Sie ist mit dem attraktiven, jungen Adligen John verlobt und freut sich auf ihre baldige Hochzeit. Doch auf dem Ball zeigt John ihr die kalte Schulter und das nicht zum ersten Mal. Er scheint einfach keinerlei romantische Gefühle für sie zu haben. Dafür gerät Amabel heftig mit Johns bester Freundin Harriett aneinander, die mehr über sein distanziertes Verhalten Amabel gegenüber zu wissen scheint. Hat er etwa eine heimliche Geliebte? Zusammen mit ihrer besten Freundin Lucie versucht Amabel hinter Johns Geheimnis zu kommen. Gleichzeitig stellt Amabel fest, dass sie in Harriets Nähe immer öfter weiche Knie bekommt und jede Menge Schmetterlinge in ihrem Bauch tanzen...

In die Geschichte habe ich ohne Probleme hineingefunden, denn der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen, dabei aber auch schön bildlich, sodass ich mir alles gut vorstellen konnte und die Story vor meinen inneren Augen hatte. Es hat sich außerdem ein toller Lesefluss ergeben, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Da die Geschichte im Wechsel aus der Sicht von Harriet, Amabel und John erzählt wird, ist sie abwechslungreich zu lesen und so kann sich der Leser noch besser mit dem Denken und Handeln der Charaktere identifizieren.

Amabel ist mir von Beginn an ziemlich sympathisch gewesen, aber noch mehr Sympathie habe ich zu Harriett gehabt und sie schnell ins Herz schließen können. Ich konnte mich richtig gut mit ihr identifizieren und ich habe sie gerne begleitet und mit ihr mitgefiebert. Natürlich ist schnell klar wer sich zu wem hingezogen fühlt und wer welches Herz erobert, deshalb gab es auch keine überraschenden Wendungen in der Handlung aber dennoch konnte mich die Geschichte immer gut unterhalten. Ausserdem hat am Ende die Spannung nochmal zugenommen und man konnte richtig gut mitfiebern und auf das ersehnte Happy- End hoffen.

Die Geschichte war wirklich süß und die queere Liebe hat gut in diesen historischen Roman gepasst. Ich habe das Buch gerne gelesen und werde auch noch nach dem ersten Ausschau halten. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von DoraLupin
My Dearest Enemy. The Heygate Girls

Rezensionen von qq:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Die Briefeschreiberin von Virginia Evans

tiefgründig

tiefgründig

Die Briefeschreiberin von Virginia Evans ist ein sehr berührendes und gefühlvolles Buch. Die Geschichte handelt von einer Frau, die Briefe für andere Menschen schreibt – für diejenigen, die selbst keine Worte finden oder nicht schreiben können. Mit viel Herz und Einfühlungsvermögen hilft sie den Menschen, ihre Gefühle auszudrücken.

Beim Lesen spürt man sofort, wie wichtig Worte sein können. Manchmal braucht es nur einen Brief, um einem anderen Menschen Hoffnung zu geben oder alte Wunden zu heilen. Die Hauptfigur ist stark, aber auch sehr sensibel. Man fühlt mit ihr, leidet mit ihr und freut sich über jeden kleinen Moment des Glücks. Sybil schreibt täglich mit Füller und Papier über das, was sie bewegt, stört, begeistert und betrübt – voller geistreichem Humor und manchmal etwas ruppiger Herzlichkeit.
Ein ruhiges, tiefgründiges und sehr menschliches Buch. Ideal für alle, die Geschichten mit Gefühl, Herz und echter Nähe mögen. Es lädt zum Nachdenken ein – über Worte, über Beziehungen und über das, was wirklich zählt im Leben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von qq
Die Briefeschreiberin

Rezensionen von Anndlich:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Venatrix 1: Venatrix - Dämonenjäger von nebenan von Hendrik Lambertus

Familie Venatrix auf Dämonenjagd

Als Dämonenjäger bekämpft die Familie Venatrix die Kreaturen, die aus der Dämonenwelt ‚Infernalia‘ in die Welt der Menschen eindringen und ihr Unwesen treiben. Auch die Zwillinge und jüngsten Mitglieder der Familie, Belladonna und Gero stellen sich bereits den Ungetümen und dann läuft Gero während eines Kampfes ein süßer Welpe in die Arme.

Gero steckt in der Zwickmühle, denn als ‚Professörchen‘ ist er sich schnell sicher, dass es sich bei dem wuscheligen Welpen um einen Höllenhund handelt, der Feuer spuckt und als Haustier verboten ist. Belladonna kommt Gero und dem Welpen ‚Fünkchen‘ schnell auf die Spur und zusammen wollen sie Fünkchen vor ihrer Dämonenjäger-Familie verbergen. Dafür wagen sie auch den Schritt in das finstere Reich der Dämonen.

Dämonenjäger von nebenan ist der erste Teil der Venatrix Reihe von Hendrik Lambertus. Das Kinderbuch bietet direkt mit der ersten Seite Abenteuer pur und beeindruckt mit seiner Aufmachung! Der Schreibstil des Autors eignet sich perfekt für junge Leser:innen und weist einen sehr guten Humor auf, der auch bei mir noch für einige Lacher gesorgt hat. Unglaublich gut ist auch die komplette Gestaltung des Buchs. Innerhalb der Geschichte wird das Lexikon ‚Darkstone‘ erwähnt, das eine Auflistung der Dämonen beinhaltet. Dieses Lexikon wird immer mal wieder in die Geschichte eingebracht und Steckbriefe der Dämonen gezeigt, besonders gelungen sind für mich hierbei die Anmerkungen der Familienmitgliedern, die dem Steckbrief etwas persönliches verleihen und auch eine Prise Humor besitzen. Die Zeichnungen der Illustratorin Sarah-Lisa Hleb sind zudem wunderschön und mit ganz viel Liebe zum Detail.

Besonders gut gefallen hat mir auch die Familie Venatrix, nicht nur wegen ihrer außergewöhnlichen Namen, sondern vor allem durch ihre Zusammenstellung und Vielfalt. Die Charaktere sind keine Stereotypen, Gero kann mit dem Kampf gegen Dämonen weniger anfangen als seine Schwester und das Schöne ist, dies wird nie thematisiert, weil Gero auf seine Art wichtig für die Stärke der Familie ist. Auf eine ebenso schöne Weise ist auch die Homosexualität der Schwester oder die Beeinträchtigung des Vaters in die Geschichte eingewoben worden, es ist vorhanden, aber es wird nicht in den Fokus gerückt und auf diese Weise stellt es eine Normalität dar - einfach toll!

Ebenso schön sind Werte, die das Buch vermittelt und auch hier nicht mit der Brechstange, sondern ganz nebenbei. Oma Brynhilda, deren wichtigster Titel nicht ihr Professorentitel ist und Gero, der am Ende zur wichtigen Erkenntnis kommt, dass nicht entscheidet ist wer du bist, sondern wie du dich verhältst.

Venatrix - Dämonenjäger von nebenan kann ich von Herzen weiterempfehlen. Ein Kinderbuch, das ganz viel Spaß macht, Action bietet und tolle Charaktere erschaffen hat. Hier wird sich auf jeden Fall schon sehr auf die Fortsetzung gefreut.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anndlich
Venatrix 1: Venatrix - Dämonenjäger von nebenan

Rezensionen von Lili-Marie:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Glory of Broken Dreams von Ruby Braun

Solide Ansätze, aber mit Schwächen

Nicht nur das wunderschöne Cover sondern auch die Grundidee von Glory of broken Dreams haben mich sehr neugierig gemacht. Ein Luxushotel in dem es Magie gibt und eine Protagonistin, die alles aufgibt um dort tanzen zu können.

Der Schreibstil ist schlicht und locker, es lässt sich einfach und schnell lesen.

Allerdings wirken viele Szenen etwas langgezogen und ich hatte das Gefühl, die Geschichte kommt nicht richtig voran. Zwischendurch hat sie mich auch etwas verloren. Die Nebenfiguren bleiben leider recht blass – man erfährt wenig über ihre Motivationen oder Entwicklungen, was es schwer macht, wirklich mit ihnen mitzufühlen. Auch mit der Protagonistin wurde ich nicht warm. Ihren Traum vom Tanzen kann sie nun nachgehen aber ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass sie das Tanzen wirklich so sehr liebt wie sie sich einredet. Auch die Magie konnte ich nicht richtig greifen und verstehen. Es wirkte an einigen Stellen willkürlich auf mich.

Insgesamt ist es kein schlechtes Buch, aber es hat meiner Meinung nach Potential verschenkt. Ob ich den zweiten Band der Dilogie lesen werde, weiß ich allerdings noch nicht. Es konnte mich nicht genug packen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lili-Marie
Glory of Broken Dreams

Rezensionen von begine:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Spät am Tag von Kristin Vego

Liebesroman



Kristin Vego hat mit dem Roman,
Spät am Tag, ein melancholisches Werk geschaffen.
Sie lässt ihre Protagonistin Johanne ihre Erinnerungen erzählen.
Johanne ist Schriftstellerin und mietet ein Zimmer in dem Haus von Mikael.
Jetzt erinnert sie sich an die Zeit nach Mikael.
Es sind fantasievolle Erinnerungen.

Am besten gefallen mir die frühen Zeiten, als Johanne sich viel mit Rachel der Tochter Mikaels befasst. Deren Mutter ist Malerin und etwas anders.
Mikael und Sofie sind geschieden. Sie malt allerdings in der Scheune neben dem Wohnhaus. So ist sie immer präsent.
Durch die Erinnerungen springen die verschiedenen Zeiten oft hin und her. Da musste ich manchmal überlegen, wo ich gerade bin. Manchmal hatte ich das Gefühl, es fehle etwas.
Dieser Liebesroman liest sich gut.
Die Autorin hat einen einfühlsamen Stil, der mich fesseln konnte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von begine
Spät am Tag

Rezensionen von clematis:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Spät am Tag von Kristin Vego

Melancholie der Erinnerung

Johanne blickt zurück. Zurück auf punktuelle Momente im Leben, die zu einer Erinnerung voller Melancholie verschmelzen. In einem großen weißen Haus lässt sie die Zeit hier Revue passieren und den Leser daran teilhaben, indem sie ihre Gedanken zu Papier bringt.

In zwei größere Teile gliedert Kristin Vego ihren Roman, der einerseits Johannes Flucht aus der Stadt skizziert, den Umzug aufs Land, wo sich sprichwörtlich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen und Johanne und Mikael sich näher kommen und andererseits siebzehn Jahre später in Form eines Rückblicks diese Zeit beleuchtet.

Ist Mikael vorerst nur Vermieter, entwickelt er sich zum Liebhaber und später Ehemann von Johanne, dennoch spielen auch Mikaels Ex-Frau und Tochter eine große Rolle im gemeinsamen Alltag. Irgendwie passiert kaum etwas, das Leben zieht vorüber, die einzige Konstante scheint Johannes Menstruation zu sein, die oftmals thematisiert wird, eine Metapher über Regelmäßigkeit und Vergänglichkeit gleichermaßen.

Die Autorin schreibt fließend, fast stimmungsvoll lyrisch, ein trauriger Unterton schwingt dennoch stets leise mit, sodass man der Schönheit der Landschaft kaum die positive Stimmung und Ruhe abgewinnen kann, welche Johanne hier einstmals gesucht hat. Einige Zitate aus literarischen Werken werden ins Geschehen eingebunden, am Ende des Buches gibt es Quellen und weiterführende Hinweise dazu.

Vor allem die präzise gezeichnete Stimmung ist es, die den Roman über die Liebe auszeichnet und deren Fortbestand in der Erinnerung sucht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von clematis
Spät am Tag

Rezensionen von clematis:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Der Barmann des Ritz von Philippe Collin

Meier an der Bar

Nach einem Aufenthalt in Amerika tritt der Österreicher Frank Meier während des Ersten Weltkriegs in die Fremdenlegion ein, überlebt die Kriegswirren und übernimmt im Jahre 1921 als französischer Staatsbürger die Bar des legendären Hotel Ritz in Paris. Im Jahre 1940 besetzen die Deutschen die Hauptstadt und lassen sich gerne von Meier dessen großartige Kreationen servieren.

Dabei muss er höllisch aufpassen, dass er seine jüdische Identität nicht preisgibt.

In eher sachlich-nüchterner Weise beschreibt Philippe Collin das Leben von Frank Meier während der deutschen Besatzung. Der getaufte Jude mit französischen Papieren verschmilzt gleichsam mit seinem Interieur an der Bar, fügt sich so unauffällig ins Geschehen, dass kaum jemand auf die Idee kommt, dass er gar nicht hier sein dürfte. Verschwiegen und loyal mixt er für jeden Wunsch den passenden Cocktail, hört aufmerksam zu und behält in allen möglichen Szenarien sein Pokerface bei. Nach bekannten Größen wie Coco Chanel und Ernest Hemingway sind es nun die Nationalsozialisten rund um Goebbels, welche hier diskutieren und feiern und im Luxus frönen als würde niemand Hunger leiden. Was mir ein wenig fehlt, sind mehr persönliche, emotionale Szenen, die den Roman noch authentischer hätten erscheinen lassen, denn auch die (fiktiven) Tagebuchauszüge von Meier sind eher informativ als gefühlsbetont. So werden beispielsweise die Ängste, die der Barmann mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgestanden hat, kaum spürbar, ebenso seine Zuneigung zu Blanche Auzello, was ich ein wenig schade finde, denn dadurch wäre das Buch doch viel lebendiger geworden.

Nichtsdestotrotz ein interessantes Portrait von Frank Meier, der von 1884 bis 1947 gelebt hat und mehr als 25 Jahre lang für die Bar des Ritz verantwortlich war.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von clematis
Der Barmann des Ritz

Rezensionen von Eternal-Hope:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Junge Frau mit Katze von Daniela Dröscher

Eine junge Frau kreist um sich selbst

Von Daniela Dröscher habe ich schon die autofiktionalen Werke "Lügen über meine Mutter" sowie "Zeige deine Klasse" gelesen, die mir beide auf ihre Art sehr gut gefallen haben. So war ich sehr neugierig auf ihr neuestes Buch "Junge Frau mit Katze", in dem das Kind Ela aus dem Mutter-Buch nun eine erwachsene Frau ist.

Die Lektüre des Buches lässt mich mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Worum geht es? Ela plagt sich seit fünf Jahren mit ihrer Promotion in Literaturwissenschaften herum. Ansonsten lebt sie ein sehr vergeistigtes, stressiges und von ihrem Körper abgespaltenes Leben alleine in einer kleinen Wohnung mit ihrem Kater. Eine weitere wichtige Rolle in ihrem Leben spielt ihre gute Freundin Leo, für deren 5-jährige Tochter Ela immer wieder mal die Babysitterin spielt.

Ansonsten gibt es noch, in deutlicherer Distanz, den im Ausland lebenden schwulen Bruder, der seine Hochzeit plant, einige entferntere Freunde und Bekannte, einen wissenschaftlichen Kollegen, mit dem sie ihr kleines Zimmer am Institut teilt, den Doktorvater und die Zweitprüferin, eine Psychotherapeutin sowie, nochmal weiter weg, die Schatten aus der Vergangenheit: die Mutter Elas, mit der sie regelmäßig telefoniert, die sie aber kaum sieht, und den Vater, zu dem nur mehr wenige Male im Jahr Kontakt besteht. So weit zu Elas sozialer Einbettung.

Ansonsten konzentriert sich Ela auf den Abschluss ihrer Promotion. Unbedingt will sie dabei die Bestnote erzielen, denn sie ist sehr ehrgeizig und außerdem fürchtet sie, sich nur so eine der wenigen begehrten Postdoc-Stellen sichern zu können. Eine solche hat ihr der Doktorvater schon in Aussicht gestellt und lange sieht Ela die Fortführung der wissenschaftlichen Karriere hin zur ersehnten Professur als einzige erstrebenswerte berufliche Möglichkeit für sich. Das macht natürlich enorm Druck.

So hat es mich als Leserin nicht verwundert, dass Ela - die bisher ihrem Körper wenig Beachtung geschenkt hat und sich in Abgrenzung zu ihrer Mutter und den abwertenden Blick des Vaters auf diese mit übernehmend als attraktiv und dünn und damit vermutlich automatisch auch als gesund angesehen hat - diverse scheinbar unzusammenhängende körperliche Symptome entwickelt: beginnend mit einer anhaltenden Entzündung im Hals ohne klar erkennbare Ursache über Herzrhythmusprobleme bis hin zu heftigen allergischen Hautreaktionen.

So beginnt eine Odyssee zu Ärzten und Ärztinnen, Heilpraktikerinnen und Energetikern, die meiste Zeit im Hintergrund begleitet von einer Psychotherapie sowie von ihren Ängsten und Neurosen. Ela muss sich damit konfrontieren, möglicherweise den geplanten Promotionstermin nicht einhalten zu können und nicht mehr so leistungsfähig zu sein wie bisher, was ihr anfangs sehr schwer fällt. Immer noch ist sie extrem darauf bedacht, ein gewisses Bild nach außen zu wahren, so versucht sie etwa, innerhalb von sechs Wochen Japanisch von null auf Konversationsniveau zu lernen, nachdem aufgrund eines Missverständnisses, das sie nicht den Mut hat aufzuklären, am Institut vermutet wird, sie beherrsche diese Sprache.

Es zeigt sich das Bild einer enorm getriebenen, kopflastigen und leistungsorientierten jungen Frau, die immer noch sehr mit ihrem Herkunftsmilieu kämpft und dessen Schatten nicht loswird.

Sprachlich ist es ein unterhaltsam und gut geschriebenes Buch, Daniela Dröscher beherrscht ihr Handwerk, wie sie ja auch schon in ihren vorigen Büchern gezeigt hat. Inhaltlich hat mich das Buch aber eher enttäuscht: die vielen Arztbesuche nehmen einen enormen Anteil des Buches ein, bei dem sich für mich erst spät eine Weiterentwicklung und ein relevanter Erkenntnisgewinn gezeigt hat.

Das alleine hätte mich aber noch nicht so sehr gestört wie etwas anderes: der weitgehend unreflektiert negative Blick der Tochter und des Sohnes auf die Mutter allein aufgrund von deren Figur sowie für mich kleinlich anmutende Schuldzuweisungen an diese aufgrund vermeintlicher Fehler. Es ist ein sehr ungnädiger Blick der erwachsenen Kinder auf die Mutter, der sich hier offenbart.

Die Tochter meint, ihr Bruder würde die Mutter am liebsten von seiner eigenen Hochzeit ausladen, weil er so ein Faible für Schönes hätte und sich für deren Übergewicht schämen würde. Sie selbst definiert sich in Abgrenzung zur Mutter: "So ungefähr, dachte ich immer, verhält es sich mit uns. Meine Mutter ist dort, ich bin hier, sie ist die sehr Dicke, ich bin die Dünne. Oder in den Worten meines Vaters: Ich bin die Schöne, sie ist die Hässliche." (S. 9)

Als die Mutter nach der Trennung von ihrem abwertenden Ehemann neu ihr Glück findet, einen liebevollen und freundlichen neuen Partner an ihrer Seite hat, unternehmungslustig mit diesem durch die Welt reist, fitter wird und abnimmt, kann ihr die Tochter dieses Glück auch kaum gönnen, sondern beklagt, dass sie als junge Frau mit ihren Krankheiten kämpfe, während die Mutter herumreise, obwohl es nach ihrem Gerechtigkeitsempfinden eher umgekehrt sein solle.

Ein autofiktionaler Roman ist keine Biographie und somit soll und kann man Ela sicher nicht komplett mit Daniela Dröscher gleichsetzen, zum Glück. Denn die Ela aus diesem Roman empfinde ich als ziemlich undankbar, abwertend, um sich selbst kreisend und wenig reflektiert. Aus einem grundsätzlich sehr privilegierten Leben mit vielseitiger Unterstützung in eine temporäre, aber am Ende lösbare, gesundheitliche Krise geworfen, bemitleidet sie sich selbst und hat wenig Mitgefühl für andere.

Das wird auch nicht ganz kompensiert durch die kurzen Minikapitel zwischendurch, bei denen es um die Mutter und deren in den Augen der Tochter ungelebtes Leben geht. Am interessantesten am Buch war für mich noch der Aspekt, ob und auf welche Weise es durch die langwierige Krankheitsgeschichte zu einem Perspektivenwechsel Elas auch in Bezug auf ihre beruflichen Möglichkeiten und ihre Prioritäten kommt.

Insgesamt ist es für mich das bisher schwächste mir bekannte Buch dieser sonst von mir durchaus geschätzten Autorin. Dass die Autorin viele Themen sehr wohl vielseitiger und kritischer reflektieren kann, hat sie in ihren anderen Büchern bewiesen, hier zeigt es sich mir zu wenig. Deshalb empfehle ich dieses Buch eher nur Fans der Autorin, die sich für einen weiteren Aspekt der bekannten Geschichte interessieren. Wer die Autorin hingegen noch nicht kennt und sie neu entdecken möchte, dem rate ich eher zu einem ihrer anderen Werke.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Eternal-Hope
Junge Frau mit Katze

Rezensionen von clematis:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Erebos 3 von Ursula Poznanski

Die Suche

Kaum ist Spiel Nummer 2 zu Ende, schon wird Nick wieder von Erebos rekrutiert. Diesmal werden die Spieler auf die Suche geschickt, aber niemand weiß, wer oder was gesucht werden soll. Dabei läuft die Zeit gnadenlos, denn es geht ums Überleben.

Raffiniert und mit einer gewissen selbstgefälligen Art agiert Erebos auch diesmal wieder, wobei die Überwachung nach wie vor lückenlos stattfindet und Nick sich dem Ganzen praktisch nicht entziehen kann.

Die Abwechslung zwischen realem Leben und dem Computerspiel ist bestens gelungen, der wechselseitige Einfluss aufeinander großartig dargestellt. Selbst wenn einige Ähnlichkeiten zu den Vorgängerbänden auffallen, so ist doch auch hier wieder Nervenkitzel spürbar und das Mitfiebern mit den Hordenmitgliedern, welche Nick/Sarius rekrutieren und anführen muss, stellt sich automatisch ein. Die Spannung wird stetig weiter nach oben getrieben und gipfelt in einer äußert schwierigen Situation, vor der die Suchenden schlussendlich landen.

Packend in Worte gefasst, erliegt der Leser nun zum dritten Mal einem großartigen Sog, welcher dieses Spiel und damit auch dieses Buch auslöst. Ich hatte großen Spaß und empfehle Erebos 3 daher alle jenen weiter, die Spannung suchen rund ums Thema Computerspiel und Abhängigkeit.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von clematis
Erebos 3

Rezensionen von S.:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Red Flags von Sophie Jo

Poppy mit den bunten Haaren

Mit 11 Jahren beschließt Poppy, nur ihren absoluten Traummann zu akzeptieren. Mit weniger als aufgelisteten Eigenschaften wird sie sich nicht zufrieden geben. Nie.
Nur: ihre Ansprüche sind sehr, sehr hoch. Die Chance, ihrem Traumprinzen zu begegnen, ist gering. Sehen ihre Freundinnen auch so, wollen aber, dass sie einen Freund findet und sich bindet.

Sie wetten: Poppy soll es zwei Monate mit einen Date aushalten, dann wird man sehen. Wenn sie das nicht schafft, darf sie weiter an allen herummäkeln.
Bus-Boy Cam hält es auch nicht lange mit Mädchen aus. Mit seiner Kumpel- Freundin macht er aus, dass seine nächste „Freundin“ die Beziehung beendet, nicht er. Dafür nimmt er so Einiges in Kauf. Cam hat viele Gedanken, die ich eher Teeniemädchen zuschreiben würde.
Es läuft erwartungsgemäß. Poppy legt ein übertrieben feministisches Verhalten an den Tag. Cam mutiert zu einem Ekel, … . Na gut, ist eben eine Romcom für Teenies. Den Kerlen wird es hier mal richtig gezeigt!
Die Idee der Zwangsdates ist nicht schlecht, hat Potenzial. Sophie Jos Schreibstil ist locker, liest sich luftig- leicht. Nicht originell ausgebaut, aber das Richtige als Sommer- Sonne- Strand Lektüre.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von S.
Red Flags