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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von MarcoL:

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Botanik des Wahnsinns von Leon Engler

Was ist Wahnsinn? - zumindest dieses Buch! - Große Empfehlung!

S.16: „Es sieht nicht gut für mich aus. Meine Großmutter ist nicht die Erste in meiner Familie, die in der Psychiatrie gelandet ist. Auch der leibliche Vater meines Vaters hat sein Leben dort verbracht. Darum stelle ich mir bald die Frage: Wann bin ich dran?“

Es sieht auch tatsächlich so aus, denn die ganze Familiengeschichte des Ich-Erzählers spielt sich in Sphären ab, die oft, aber nicht immer, irgendwo am Rande der Gesellschaft angesiedelt ist – seien es toxische Beziehung rein um einer Beziehung willens, vom suizidalen Gedanken besessene Großmutter, Schizophrenie, oder vom Alkoholkonsum zerstörte, einst erfolgreiche Existenzen am Beispiel der Mutter.

Oder sein Vater, der von einer Depression in die nächste schlittert.
Der Erzähler tingelt durch die Welt, wie auf einer panischen Flucht, kaum sesshaft, lebt mal hier, mal da, alles was er besitzt ist schnell zusammengepackt. Und um auf die oben genannte Frage einzugehen: Ja, er landet letztendlich in der Psychiatrie – als Psychologe und Beobachter. Gewissermaßen natürlich auch für sich selbst, um das Schema seiner Familie besser verstehen zu können. Ob es gelingt?
Der Bogen der möglichen Erkrankungen spannt sehr weit, manchmal hat man den Eindruck, ein gut unterhaltendes Lehrbuch zu lesen, aufgelockert mit Familienanekdoten und Erlebnissen des Erzählers. Dabei versteht es der Autor sehr gut, alles derart in einander zu verschachteln, dass sich der Text niemals ermüdet, immer wieder neue Details aus den Annalen der Familie hervorblitzen, immer mit der oben gestellten Frage im Hintergrund.
S.26: „Das Internat war keine Strafe, sondern eine Befreiung. Endlich weg von der Mutter. Eines Sommers klaute meine Mutter den Generalschlüssel der Nonnen. Ab da entschied sie selbst. Ihr Motto: Hilf dir selbst, dann muss Gott nicht helfen.“

Der Roman ist ein unglaubliches Sammelsurium, sehr unterhaltsam und literarisch hochwertig erzählt. Er versteht es wunderbar, einen in seinen besonderen Bann zu ziehen und in die Welt abseits der gesellschaftlich aufgestellter Normen eintauchen zu lassen. Denn eines ist sicher: was ist schon normal?
Große Leseempfehlung

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Botanik des Wahnsinns

Rezensionen von nessabo:

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Junge Frau mit Katze von Daniela Dröscher

Eine intensive Autofiktion, für mich etwas schwächer als der Vorgänger

Ich habe „Lügen über meine Mutter“ GELIEBT! Entsprechend enorm waren meine Erwartungen an den inhaltlich anknüpfenden Nachfolger. Erfüllt werden konnten sie nicht ganz, doch es ist keinesfalls ein schlechter Roman.

Meine Präferenz für den Vorgänger liegt einfach in meinem eigenen Leben begründet.

Während mir die Geschichte über Elas Mutter, deren Körper und seiner Abwertung durch den Vater einfach so krass nah ging (und ich unglaublich viele Parallelen gesehen habe), konnte ich mich mit Elas eigener Körpergeschichte weniger identifizieren. Ich finde das aber durchaus spannend und behaupte einfach mal, dass aufgrund der vielschichtigen Betrachtung von Körpern in beiden Werken eines von beiden irgendwie allen Lesenden zusagen dürfte.

Und obwohl meine Identifikation mit der erwachsenen Ela nicht so groß war, konnte mich Dröschers Schreiben wieder für sich einnehmen. Ich kenne kaum Autor*innen, die so intensiv über Körper schreiben wie sie. Die Fokussierung auf einen chronisch kranken Körper finde ich nicht nur politisch relevant, sondern auch literarisch spannend. Medical Gaslighting und die daraus resultierende psychische Belastung können dank der klaren, eindrücklichen Sprache lesend erfahren werden. Ich musste inhaltlich immer mal wieder an eines meiner letztjährigen Highlights denken: „Gratulieren müsst ihr mir nicht“.

Neben dem Kampf der Protagonistin gegen ein medizinisches System, das ihre Symptome nicht ernst nimmt, thematisiert die Autorin wie gewohnt auch Klassismus. Das ständige Gefühl Elas, als erste Akademikerin ihrer Familie irgendwie immer fehl am Platz zu sein, wird ebenso eindrücklich beschrieben wie ihre fortschreitende Loslösung von der Mutter. Wir familiäre Prägung die Beziehung zu sich selbst und anderen prägt, ist für mich immer ein spannendes und auch persönliches Feld.

Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass ich mich weniger in der Geschichte wiedergefunden habe, aber der neue Roman erschien mir trotz aller sprachlicher Klarheit auch ein wenig konfus, was seine Erzählstruktur angeht. Phasenweise hing ich an den Seiten, dann gab es aber auch immer wieder Momente innerer Verwirrung. Das Autofiktionale der Geschichte hat einen ganz besonderen Charme und ich mag die kurzen Zwischenkapitel, wenngleich mir auch an der Stelle ein wenig mehr Klarheit gut gefallen hätte. Das Fiktionale verschwimmt schon enorm mit dem Realen und das kann Dröscher definitiv meisterinnenhaft schreiben. Ich denke, es ist einfach nicht immer mein Fall bzw. schien es mir im Vorgänger besser umgesetzt zu sein.

Zentral sind zudem (japanische) Literatur sowie eigenes Schreiben - nicht unbedingt Themen, die mich sonderlich mitreißen. Und doch hat es mich total fasziniert, wie sich über die Protagonistin so langsam der Werdegang Dröschers herauskristallisierte. Ihre persönliche Liebe für und ihr tiefes Wissen zu Yōko Tawadas Schaffen ist greifbar und wird durch die kurzen Zitate weiter unterstrichen. Auch, wenn es mich selbst nicht so interessiert, erkenne ich diese Detailliebe und tiefe Verbundenheit als etwas sehr besonderes an. Ein nettes Element finde ich zudem die Wahl der Kapitelüberschriften, welche hinten kurz erklärt werden.

Daniela Dröscher bleibt für mich eine Autorin, die sich durch ein unvergleichlich hohes Maß an Authentizität und Tiefgründigkeit auszeichnet. Sie liebt Literatur und das Schreiben - in jeder Zeile ist das spürbar. Auch, wenn mir der Vorgänger noch einmal deutlich besser gefallen hat, ist „Junge Frau mit Katze“ ein ergreifendes und wichtiges Werk. Ich freue mich schon auf weitere Romane!

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Junge Frau mit Katze

Rezensionen von clematis:

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Die Frau in den Fluten von Loreth Anne White

Mit dem Fernglas

Chloe Cooper arbeitet in einer Bar, führt fremde Hunde Gassi und pflegt ihre kranke Mutter. So weit, so normal, aber sie steht auch gerne an ihrem Fenster und beobachtet mit dem Fernglas, was andere Menschen so treiben, neuerdings ihre frisch zugezogenen Nachbarn. Als sie eines Tages mit dem Hund ihrer Mutter am Strand entlangspaziert, wird sie Zeugin eines Unfalls zwischen einem Jetskifahrer und einer Schwimmerin.

Aber war es tatsächlich ein Unfall? Nicht nur durch die polizeilichen Ermittlungen gerät Chloe unter Druck.

Aus verschiedenen Perspektiven und eingeblendeten Interviews in der Rückschau setzt Loreth Anne White diesen Thriller zusammen und erreicht dadurch mit spielerischer Leichtigkeit einen hohen, durchgehenden Spannungsbogen. Wenige Charaktere beherrschen das Geschehen, welches beim Leser für mannigfaltige Vorstellungen und Interpretationsmöglichkeiten sorgt, die Auflösung gestaltet sich logisch und verknüpft alle bislang losen Fäden geschickt miteinander. Zur Handlung selbst lässt sich kaum Näheres sagen, denn das würde viel von der gekonnt aufgebauten Geschichte vorwegnehmen.

Unglaubliche Szenen und Figuren, welche sich deutlich entwickeln, stehen neben Loreth Anne Whites atmosphärischem Schreibstil mit Sogwirkung im Mittelpunkt und so verdient auch „Die Frau in den Fluten“ volle fünf Sterne mit einer Leseempfehlung!

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Die Frau in den Fluten

Rezensionen von Nicole Koppandi:

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Ein Tanz für mich allein von Eva Ibbotson

Ich habs in einem Tag verschlungen

England, 1912
Die 18-jährige Harriet Morton wächst in einem herzlosen, gefühlskalten Haushalt bei ihrem verwitweten Vater und dessen Schwester, die ihm den Haushalt führt, in Cambridge auf. Sie war eine sehr gute Schülerin, musste aber die Schule auf Wunsch des Vaters verlassen. Er ist zwar selbst Professor für Philologie, seiner Tochter erlaubt er jedoch aufgrund des Ansehens keine weitere Bildung.

Sie soll einen Mann heiraten, der ihr in keinster Weise zusagt, weshalb sie alles dafür geben würde, dieser Heirat zu entkommen. Einzig der Ballettunterricht ist ihr geblieben, um für ein paar Stunden dem tristen Haushalt zu entkommen.

Als ihr eines Tages angeboten wird, sich einem Ensemble von Balletttänzerinnen anzuschließen, um in Manaus, im Amazonasgebiet auf Tournee zu gehen, ist dies ein sehr willkommener Ausweg für sie. Allerdings erlaubt ihr der Vater die Teilnahme an der Tournee nicht – Harriet macht es trotzdem.

In diesem Gebiet sind Europäer mit dem Kautschukhandel zu Reichtum gekommen. Einer dieser Reichen ist der Brite Rom Verney, der nach einer enttäuschten Liebe nach Brasilien ging.

Mir hat diese Geschichte ausgesprochen gut gefallen – die Beschreibung der Ballettstücke und der Tanzproben, des Amazonsgebietes und die Freundschaft und Solidarität der Mädchen untereinander. Der Roman ist nicht hoch literarisch, meist bin ich dann schnell von einer leichten Liebesgeschichte gelangweilt – aber dieses Buch ist doch ganz anders und ich habe es so genossen, fand es unglaublich spannend, auch ein wenig kitschig (im positiven Sinn), romantisch und ja, absolut vorhersehbar und trotzdem war ich total gefesselt und habe es in einem Tag verschlungen.

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Ein Tanz für mich allein

Rezensionen von Nicole Koppandi:

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Das kurze und verschwenderische Glück der Königin Marie Antoinette von Henriette Campan

Aufstieg und Fall der Marie Antoinette

Um 1820 hat Henriette Campan ihre Aufzeichnungen über Marie Antoinette von deren Ankunft in Frankreich bis zur Französischen Revolution niedergeschrieben. Henriette Campan war die Kammerfrau von Marie Antoinette und daher immer ganz nah am Geschehen dran. Alles, was wir heute über Marie Antoinette wissen, ob in Filmen oder Literatur, geht auf ihre Memoiren zurück.

Henriette Campan erzählt, dass Marie Antoinette als Österreicherin und jüngste Tochter der österreichischen Erzherzogin Maria Theresia und künftige Ehefrau von Ludwig XVI. in Frankreich nicht willkommen war. Ihr Leben in Überfluss und Luxus, aber auch ihr Wirken als Wohltäterin sind (eher kaum bekannt).

Henriette Campan ist gegenüber Marie Antoinette natürlich loyal, sieht sie aber auch in manchen Situationen sehr kritisch. Sie fügt das Puzzle zusammen, wie aus wahren Begebenheiten in Versailles und Gerüchten, die in Paris kursierten, ein Bild der Königin entstand, das nicht mehr aus den Köpfen der Menschen zu bringen war. Zum Beispiel die Halsband-Affaire: diese schadete Marie Antoinette sehr, obwohl sie hier unschuldig in einen Betrug hineingezogen wurde, der in der Bevölkerung nicht geglaubt wurde.

Dem Autor gelingt es unglaublich gut, meist zu Beginn der Kapitel, erklärend die jeweiligen Situationen, eingebettet in ihre Zeit, zu beschreiben und zu erklären, dabei überlässt er Henriette Campan das Wort. Relevante Hinweise finden sich in den Fußnoten.

Ganz einfach war es nicht immer, die einzelnen Protagonist*innen und ihre Ämter sowie Stellungen innerhalb der Gesellschaft in Versailles auseinander zu halten. Das hat jedoch der Geschichte insgesamt keinen Abbruch getan.

Schritt für Schritt erleben wir als Leser*innen mit, wie die französische Monarchin auf ihr Unglück bzw die Guillotine zusteuert. Während des Lesens hofft man, trotz besseren Wissens, dass sich das noch anders ausgeht, so fesselnd beschrieben sind die gesamten Aufzeichnungen.

Ganz große Empfehlung!

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Das kurze und verschwenderische Glück der Königin Marie Antoinette

Rezensionen von Lese:

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KI und du von Diana Knodel; Hannah Lesch

Weiterbildung für Groß und Klein

Ich möchte, dass meine Enkelinnen Medienkompetenz entwickeln, und dieses Buch ist dafür ein idealer Einstieg.
Es erklärt kindgerecht, was Künstliche Intelligenz ist, wie sie funktioniert und wo sie uns im Alltag begegnet. Mit vielen Beispielen, Videos und interaktiven Übungen können die Leserinnen und Leser selbst KI-Anwendungen ausprobieren und lernen, kritisch sowie sicher damit umzugehen.

Über QR-Codes gelangt man zu zusätzlichen Inhalten, die ohne Registrierung nutzbar sind.
Das Buch ist verständlich, spannend, praxisnah und zudem farbenfroh und ansprechend illustriert.
Es umfasst Kapitel wie: Was ist Künstliche Intelligenz?, Wo begegnet uns KI?, Wie hat sich KI entwickelt?, Wie funktioniert KI?, Was darf KI?, Mit KI sprechen, KI in der Schule, Gibt es künstliche Kreativität?, Wer arbeitet mit KI?, Ein Blick in die Zukunft sowie am Ende ein Glossar mit Fachbegriffen.
Es ist nicht nur für meine Enkelinnen, sondern auch für mich eine spannende Weiterbildung.

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KI und du

Rezensionen von Lies_ein_Buch:

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Die Bibliothek meines Großvaters von Masateru Konishi

Richtig coole Kombination aus Roman und Krimi-Elementen

Bei dem Titel hab ich eher an einen cozy Familienroman gedacht und auch die Beschreibung lässt nicht mal ansatzweise erahnen wie überraschend anders dieses Buch ist. Für mich ein unerwartet grandioser Mix aus berührender Familiengeschichte und durchaus einnehmend kleinen Rätseln und mysteriösen Fällen.

Die Kapitel setzen sich wie kleine Einzelgeschichten über seltsame Vorfälle und mysteriöse Umstände zusammen, die von der Rahmen der Familiengeschichte von Kaedo und ihrem Großvater eingefasst werden. Sind die beiden anfangs eher außenstehende Beobachter, die die vorliegenden Fälle und Rätsel gemeinsam lösen, so werden die Figuren zunehmend selbst zum zentralen Gegenstand der einzelnen Vorfälle. Diese Entwicklung hat mir richtig gut gefallen.

Und auch das buchige Thema wurde hier toll umgesetzt, es gibt ein bisschen Name-Dropping, ein paar kleinere Buchbesprechungen und die Liebe zur Literatur vereint die Figuren.

Dieses Buch ist für mich wie eine Geschichte der Gegensätze: Neben den gewieften kleinen Gedankenspielen rund um Krimi/Mystery, in den Figuren eher distanziert sind, haben mir vor allem auch die beinahe zärtlichen Erzählsequenzen rund um das Verhältnis zwischen Kaedo und ihrem Großvater gefallen. Hier wird auf sanfte Art auf eine neurodegenrative Erkrankung, ihre Folgen und das Leben von und mir Betroffenen aufmerksam gemacht.

Melancholische Familiengeschichte trifft auf coole private Fallbesprechungen. Fand ich einfach super interessant und einnehmend. Für mich ein rundum gelungenes Buch

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Die Bibliothek meines Großvaters

Rezensionen von Lies_ein_Buch:

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Dunkle Sühne von Karin Slaughter

Richtig starker Auftakt, perfider Fall

Karin Slaughter ist für mich eine der besten Thrillerautorinnen und ihre Bücher sind ein Garant für bitterböse Unterhaltung, die thematisch aber gerne mal an die Nieren geht. So auch hier: thematisch absolut grausig und beängstigend. Es raubt einem den Schlaf.

Das Setting ist mal wieder erstklassig: ein kleiner Ort, perspekivlose Trostlosigkeit und Bewohner, die einiges zu verbergen haben.

Vor diesem Hintergrund verschwinden zwei Mädchen und die Ermittlungen lassen keinen Stein auf dem anderen. Ich glaube thematisch beschreibt dieses Buch den Albtraum vieler Eltern: die eigenen Kinder kaum zu kennen, machtlos zu sein und sie Menschen anzuvertrauen, die es nicht gut mit ihnen meinen. Absolut beängstigend und aufwühlend. Und was hier an Geheimnissen offenbart wird, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren.

Emmy ist eine coole Protagonistin, die selbst keinen leichten Stand hat und auch ihre Familiengeschichte lässt einiges an Schmerz und Leid erahnen. Trotzdem ist sie tough unf lässt nicht locker. Ungefähr in der Mitte der Buches gab es aber eine Entwicklung rund um Emmy und ihre Familie, die mich irgendwie ein bisschen aus der Handlung rausgerissen hat. Plötzlich wurde da eine völlig neue Baustelle eröffnet, die ich absolut nicht gebraucht hätte.

Spannungstechnisch wär sicherlich mehr möglich gewesen und vor allem der Zeitsprung von über einem Jahrzehnt ist nicht so ganz nach meinem Geschmack. Da der Plot aber insgesamt stimmig konstruiert und die Geschichte dadurch sehr rund ist, hats mir trotzdem gut gefallen. Und ich könnte mir das perfekt verfilmt vorstellen, weil die Geschichte sehr szenisch und bildhaft geschrieben ist

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Dunkle Sühne

Rezensionen von Lies_ein_Buch:

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Junge Frau mit Katze von Daniela Dröscher

Verfall

Betrogen vom eigenen Körper, im Zustand stetiger Ungewissheit, weitergereicht innerhalb des Gesundheitssystems- das ist vermutlich ein Zustand in dem sich der eine oder andere wiedererkennt. Wir leben immer länger, aber auch besser? Ich mochte den Schreibstil dieses Buches richtig gern und der Erzählstil- das Rätsel eines Körpers, die Geschichte einer jungen Frau, ihrer Mutter und den Beziehungen zueinander und zum weiblichen Körper- hat mir ziemlich gut gefallen.

Die Protagonistin bewegt sich in einem Zustand zwischen Panik und Resignation was ihr körperliches und seelisches Befinden angeht. Als gebe es nur genau diese zwei Zustände- nichts tun oder von einem Arzt zum nächsten Hetzen wie ein Teil einer medizinischen Schnitzeljagd. Thematisch eher nicht so leicht, aber verständlich und nahbar rübergebracht. Denn was kann es schlimmeres geben, als dem eigenen Körper beim Verfall und sich selbst beim Sterben zu beobachten?!

Die Geschichte beleuchtet wie Elas Gesundheitszustand nicht nur ihr eigenes Leben belastet und beeinträchtigt, sondern auch das ihres Umfeldes, der Menschen die für sie da sind und die ihrerseits auf Ela zählen. Es wird immer die Frage aufgeworfen, ob es bei Elas Symptomen einen kausalen Zusammenhang gibt. Bestimmt der Körper die Psyche oder die Psyche den Körper? Oder bedingen sie sich gegenseitig in einem riesigen Teufelskreis, der droht Elas Leben entgleiten zu lassen und sie in einen Strudel aus Angst, Verzweiflung, Schuld und Wut zu reißen.

Das Ende fand ich zwar etwas ungelenk, weil die finale Erklärung etwas weit hergeholt fand, aber insgesamt war das ein super starker Roman darüber, was es bedeutet krank zu sein und über die Suche nach Antworten.

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Junge Frau mit Katze

Rezensionen von Anndlich:

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All Better Now von Neal Shusterman

Pures Glück oder großer Verlust?

Die Welt wird von einem neuen Virus eingenommen, die Todeszahlen steigen, aber wer die Crown Royal überlebt, der kennt nur noch eine Gefühlslage: Glück. Doch nicht jeder möchte, dass die Krankheit sich verbreitet und die Menschen glücklich macht, denn Glück sorgt nicht für Umsatz und so machen sich einige auf die Suche nach dem Impfstoff.

Mariel lebt mit ihrer Mutter in einem Ford Fiesta, ihr Leben ist geprägt von Ängsten und auch Rón kennt die negativen Gefühle, obwohl sein Vater zu den reichsten Menschen gehört, fühlt Rón sich nicht glücklich und ausgerechnet er gehört zur Risikogruppe des neuen Virus’.

All better now von Neal Shusterman ist der erste Teil einer Dilogie für Jugendliche, welcher aus hauptsächlich drei Perspektiven erlebt wird. (1) Mariel lebt mit ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen und hat die Schattenseiten des Lebens bereits früh kennengelernt. (2) Rón muss sich finanziell wenig sorgen machen, gilt sein Vater als einer der reichsten Männer der Welt und doch ist auch Rón nicht glücklich. (3) Morgan hat sich bereits in jungen Jahren viel erarbeitet und plötzlich bekommt sie ein sagenhaftes Angebot, das sie in eine hohe Position bringen könnte. Alle drei Protagonist:innen sind jung und damit ein erstes Indiz für ein Jugendbuch, dennoch sind die Figuren nicht eindimensional, haben Ecken und Kanten und sind nicht nur schwarz/weiß gezeichnet. Besonders zu Beginn mochte ich die Facetten der Charaktere und dass ihr Handeln nicht nur als böse oder gut betrachtet werden konnten.

Crown Royal klang bereits im Klappentext sehr spannend und ich habe mich vor allem darauf gefreut, zu erfahren, was das Virus mit den Erkrankten bzw. Genesenen anstellt und an dieser Stelle kommt für mich leider das sehr große Manko des Buchs, denn diese Frage blieb für mich bis zum Ende offen. Es wird zwar gesagt, dass die Menschen glücklich sind, aber das kam für mich an keiner Stelle rüber. Ich habe nicht mitbekommen, was Crown Royal mit den Genesenen auf der Gefühlsebene anstellt und wie dieses Gefühl die Menschen verändert. Dementsprechend wirkten die Handlungen der Genesenen weitestgehend nicht greifbar und streckenweise willkürlich. Aus diesem Grund kam ich auch nur sehr langsam durch die Geschichte und dort auch nie so richtig an.

Da ich zu Beginn dachte, dass es ein Einzelteil ist und mich das Buch inhaltlich auch nicht komplett überzeugen konnte, war ich gespannt auf das Ende. Dies hat mich insofern positiv gestimmt, weil ich nach Abschluss nicht zwingend das Gefühl habe, dass ich unbedingt weiterlesen muss. Ja, es bleiben viele Fragen offen und doch ist es ein Abschluss, den man auch nur als ziemlich offen betrachten und durch eigene Gedanken beenden kann. Gleichzeitig ist das Ende wiederum eine weitere geniale Idee, die Shusterman aufbaut und die einen interessanten Fortgang verspricht, aufgrund der für mich fehlenden Tiefe bin ich mir jedoch nicht sicher, ob ich diesen Teil auch lesen werde/möchte.

Insgesamt ist All better now für mich eine wirklich geniale Idee, die sehr viel Potenzial hat und sehr interessante Charaktere (auch Nebenfiguren) beinhaltet. Doch am Ende hat es mir an Tiefe gefehlt, um richtig in die Geschichte eintauchen zu können.

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All Better Now