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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Nicole Koppandi:

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Die Bombe (Paperback) von Alcante; Laurent-Frédéric Bollée

Eine sehr lehrreiche Graphic Novel

Die Graphic Novel handelt vom Bau der ersten Atombombe, dem sogenannten „Manhatten Project“, bis zum Abwurf auf Hiroshima und Nagasaki. Ein Zeitdokument, das nicht beeindruckender sein könnte mit detailreichen Tuschezeichnungen.

Zu Beginn führt uns Leser*innen das ‚Uran selbst‘ in seine Geschichte ein und meldet sich auch später immer wieder mit Kommentaren zur Entwicklung der Atombombe und seine persönliche Stärke darin zu Wort.

In den USA arbeiteten während des 2. Weltkrieges vor allem ehemalige jüdische Physiker, die vor den Nazis aus Europa geflohen waren, an einer auf einer Kettenreaktionen basierenden Waffe. Der Druck zu einem Ergebnis zu gelangen war groß, denn diese Waffe soll kriegsentscheidend sein und vor den Deutschen und den Russen entwickelt werden. Somit fand ein Wettlauf gegen die Zeit statt.

Auch Albert Einstein setzt seine Kontakte ein, um politische Unterstützung, vor allem vom US-amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt, für das Projekt zu erhalten. Im mexikanischen Los Alamos wird ein Labor unter strengster Geheimhaltung eingerichtet und so die Entwicklung der Atombombe vorangetrieben.

Als die Bombe auf Hiroshima am 6. August und ein zweites Mal am 8. August auf Nagasaki abgeworfen werden, sprechen die Zeichnungen nur für sich – keine Sprechblasen, keine Erklärungen, nur gezeichnete Eindrücke, wahnsinnig gut gemacht.

Eine äußert akribisch recherchierte und detailreich gezeichnete Graphic Novel, die die Entwicklung der Atombombe sehr verständlich darstellt, macht diese Lektüre zu einem sehr bereichernden Zeitdokument, das absolut empfohlen werden kann.

Aus dem Französischen von Ullrich Pröfrock

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Die Bombe (Paperback)

Rezensionen von Jule:

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Beste Zeiten von Jenny Mustard

Wirklich beste Zeiten?

In "Beste Zeiten" rollt Jenny Mustard das Leben der 21 und bald 22 Jahre alten Sickan auf, die zum Studieren nach Stockholm gezogen ist. Sie erzählt von Freundschaften, der Liebe, Familie und den Zweifeln, die einen durch das Leben begleiten.

Durch ihre Aufarbeitung des Lebens von Sickan mit allen Höhen und Tiefen schafft Jenny Mustard es, Sickans Leben äußerst realistisch darzustellen.

Durch die Gedanken und Emotionen, die aufgeschrieben wurden, ist es oftmals ein leichtes, die Reaktionen von Sickan nachzuvollziehen, was zudem besonders bedingt ist durch den Schreibstil. Die einfache Wortwahl und der unkomplizierte Satzbau mit einfachen Dialogen lässt es ein leichtes werden, nur so durch die Seiten zu fliegen.
Allerdings haben mich die zwischenzeitlichen Sprünge in Sickans Kindheit aus dem Konzept gebracht, da sie nie wirklich klar gekennzeichnet wurden und ich mich so beim Lesen, erstmal wieder zurechtfinden musste. Die Rückblenden tragen allerdings dazu bei, Sickan als Charakter besser zu verstehen. So bleibt sie bei weitem nicht so blass, wie die Nebencharaktere, die sie durch ihr Leben begleiten.

Durch diese Geschichte fühlt man sich nicht mehr allein, gerade wenn man sich in seinen Zwanzigern befindet. Die sollen bekanntlich die beste Zeit sein im Leben, aber das ist einfach nicht immer so. Und das zeigt Jenny Mustard mit diesem Buch auf eindringliche Weise: Es ist okay, mal nicht zu wissen wohin mit sich. Zweifel zu haben, wohin man gehen soll. Zu hinterfragen, ob Freunde wirklich Freunde sind – und was ist das eigentlich mit der Liebe? Man fühlt sich verstanden.

Deshalb ist dieses Buch eine Empfehlung für alle, die sich im Leben und in ihren Zwanzigern mal verloren fühlen. Es ist normal Zweifel zu haben und nicht zu wissen, was gerade eigentlich abgeht.

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Beste Zeiten

Rezensionen von Katja K.:

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Juniper Hill | Die Edens 2 | von Devney Perry

Holpriger Neuanfang mit Säugling und Smalltown-Vibes

Dieses Buch fand ich sehr leicht und unterhaltsam zu lesen. Der Schreibstil ist flüssig und locker, die Charaktere sympathisch und das kleine Städtchen sehr charmant. Das Hotel- und Restaurant-Setting hat mir gut gefallen und ebenfalls cozy Vibes ausgestrahlt. Die Geschichte wird abwechselnd aus Memphis' und Knox' Perspektive (in Ich-Form) erzählt, so dass man beiden Charakteren näher kommt.

Beide haben ihr Päckchen zu tragen, was zum einen die Annäherung zunächst erschwert und zum anderen am Ende noch zu einem richtigen Showdown führt. Besonders angesprochen hat mich die generell "erwachsene" Thematik in dem Roman, wie z.B. die Herausforderungen mit einem Säugling. Die gesamte Familie Eden wird so liebevoll dargestellt, dass man am liebsten noch ein bisschen länger in dieser Welt verweilen möchte. Die Liebesgeschichte verlief mir dann fast ein bisschen zu glatt und ich hätte mir mehr Ecken und Kanten und Konflikte bei den Charakteren gewünscht. Auch das Ende fand ich etwas kitschig. Nichtsdestotrotz habe ich dieses Buch gerne und schnell gelesen, mich nie gelangweilt und dabei einfach eine gute Zeit gehabt. Es ist ein leichter Wohlfühlroman für zwischendurch ohne allzu große Tiefe.

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Juniper Hill | Die Edens 2 |

Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:

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Yoga Town von Daniel Speck

peace of mind

Ein Familienroman, der auf zwei Zeitebenen spielt – 2019 und 1968. Ort der Handlung ist hauptsächlich Indien, genauer gesagt Rishikesh, der Ashram von Guru Maharishi. Das ist genau jener Ashram, in dem 1968 die Beatles ein paar Wochen verbrachten. Zwar sind die Fab Four in diesem Roman nur Hintergrundmusik, aber das Weiße Album, das sie nach ihrem Aufenthalt in Indien produziert haben (immerhin 48 Songs), hat mich durch die Lesestunden begleitet.

Ein Genuß!

Der Roman ist eine emotionale Reise durch Gegenwart und Vergangenheit, es geht um Liebe, Verlust, Traumata und Spiritualität. Natürlich werden auch Familiengeheimnisse gelüftet – ein klein wenig vorhersehbar, aber das stört nicht. Der Autor beschränkt sich nicht auf eine lustig-harmlose Erzählung, es wird auch dramatisch, tragisch und sehr nachdenklich.

Die einzelnen Charaktere sind gut entwickelt und vielschichtig erzählt – man lernt sie kennen mit allen Ecken und Kanten, mit den Ängsten, aber auch der Zuversicht, die sie in sich tragen.

Alles zusammen ergibt eine wirklich gute Mischung aus persönlicher Erzählung mit viel Informationen über das Leben im Ashram (Stichwort Culture Clash), Flower power und die Hippie-Kultur. Zahlreiche Anekdoten über die Beatles lockern die Erzählung noch zusätzlich auf und machen sie extrem interessant.

Fazit: eine unterhaltsame Geschichte mit Tiefgang und vielen interessanten Informationen.
Mit Beatles-Musik im Hintergrund ein ganz tolles Leseerlebnis!

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Yoga Town

Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:

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Kunst in Sicht von Otto Waalkes

"Brave Künstler kopieren - das Genie klaut" (Picasso)

Wenn Otto Waalkes Kunst bzw Leonardo da Vincis „Traktat über die Malerei“ erklärt… dann ist das witzig, respektvoll und äußerst informativ. Malerei ist eine Lebensliebe des bekannten Komikers. Er hat einige Semester Malerei und Kunstpädagogik studiert und beweist auch in diesem Buch, dass er ein sehr talentierter Maler ist.

Für dieses Buch hat er wieder bekannte Werke neu gemalt und dabei ein klein wenig parodiert – Ottifanten bereichern jedes seiner Bilder. Schließlich ist für Otto Waalkes die Parodie die aufrichtigste Form der Verehrung. Und diese liebevolle, aber komplett ehrfurchtslose Verehrung spürt man tatsächlich in jedem einzelnen Bild.
Ergänzt werden sie durch fiktive Interviews und Gedichte, die die Maler und ihre Epochen erklären. Texte, voll schrägen Humors und viel Wissenswertem, denn der Autor beweist, dass Kunst und Komik perfekt zusammenpassen.

Unbedingt lesen – es macht wirklich Spaß!

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Kunst in Sicht

Rezensionen von stina23:

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Drei Tage im Schnee von Ina Bhatter

Ein leises Buch mit wichtiger Botschaft

Hannah braucht eine Auszeit. Sie hat zwar oberflächlich gesehen das perfekte Leben, einen gutbezahlten Job, den sie gut macht, sehr gute Freunde, Eltern, mit denen sie sich versteht, eine schmucke Wohnung, doch das alles fühlt sich nicht so perfekt für Hannah an. Also mietet sie sich für ein Wochenende ein kleines Häuschen an einem See.

Dort will sie abschalten und, wie sie es nennt, ihre Batterien neu aufladen. Schon bald macht sie die Bekanntschaft von Sophie, einem kleinen Mädchen, das in der Nähe des Häuschens wohnt. Durch die Gespräche und Unternehmungen mit Sophie, aber besonders durch die lebensfrohe Art des Kindes, wird in Hannah viel ausgelöst, das sie aus alten Denkmustern ausbrechen und für sich neue Ziele finden lässt.
Ina Bhatter schreibt vom Leben und das macht sie in einer unaufgeregten und vor allem einnehmenden Weise. Ihr Text ist sehr angenehm zu lesen und es wird viel Wert auf die vermeintlich kleinen Dinge und leisen Töne gelegt. Dieses Buch wird von der Hannahs emotionaler Reise und ihren Beobachtungen und Erlebnissen mit und ohne Sophie getragen. Dabei konnte ich mich des Öfteren wiederfinden und der Autorin zustimmen. In der Geschichte sind so viele kleine Weisheiten versteckt, die zwar meist nicht neu sind, aber an ich gerne erinnert wurde. In Sophie hat Hannah eine Lehrmeisterin gefunden. Mit ihr durfte sie sich daran erinnern, wie es ist, das Leben noch als großes Abenteuer und Wunder zu sehen. Dem gegenüber steht die Stimme von Hannahs „innerer Kritikerin“ und ich fand es sehr interessant, wie die sich im Laufe des Buches entwickelt.
Beim Lesen hatte ich das Gefühl mit Hannah in dem kleinen Haus am See zu sitzen und mit ihr die Gedanken zu teilen, ihre Trauer zu fühlen und gemeinsam mit ihr, neuen Tatendrang zu verspüren. Danke für dieses kleine Juwel!

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Drei Tage im Schnee

Rezensionen von Petra Sch.:

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Fernwehland von Kati Naumann

Kreuzfahrtschiff Völkerfreundschaft - Astoria

In diesem emotionalen Familienroman steht das reale Kreuzfahrtschiff Astoria im Mittelpunkt, das früher zu DDR-Zeiten Völkerfreundschaft hieß, und das Personen, die mit diesem Schiff in Verbindung standen, zusammengeführt hat und diesen nie aus dem Kopf gegangen ist bzw. deren Leben geprägt hat.

Die Geschichte erstreckt sich über mehrere Zeitebenen, und nach und nach klärt sich auf, wie die Schicksale der Personen durch dieses Schiff verwoben sind.
Man lernt ab dem Jahr 1938 Erwin kennen, der schon von Klein an von der Seefahrt geträumt hat.
Sein Sohn Henri hat es dann geschafft - er wird Matrose auf der "Völkerfreundschaft", dem ersten Kreuzfahrtschiff der DDR, die sich das Schiff nur leisten konnte, da das ursprünglich schwedische Kreuzfahrtschiff "Stockholm" nach einer Kollision und schwerer ..verwundung.. 1960 günstig an die DDR verkauft wurde und weil durch die Steckenpferd-Bewegung der Arbeiter der DDR Mittel dafür erwirtschaftet wurden.
Und im Jahr 2019 macht dieses Kreuzfahrtschiff, das nun Astoria heißt und das älteste, noch fahrende Passagierschiff ist, seine letzte Fahrt - auf ihr sind Henri dabei und seine Frau Simone, die damals als Stewardess auf der Völkerfreundschaft gearbeitet hat, wo die beiden sich vor über 40 Jahren kennen- und lieben gelernt hatten.
Und auch die Schwedin Frida ist dabei, die als Kind bei der Schiffstaufe dabei war.

Die Autorin hat wieder eine gefühlvolle und bewegende Geschichte um eine Familie (und ein Passagierschiff) kreiert, die so interessant und spannend verwebt ist, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen kann.
Auch die vielen Infos über die Binnenschifffahrt (auf dem Personendampfer Diesbar hatte Erwins Mutter Dora sowie später er selbst auch gearbeitet) und Seeschifffahrt sind total interessant in der Geschichte verarbeitet, ebenso wie die geschichtlichen Hintergründe - zB über die Steckenpferd-Bewegung, ohne die der Ankauf eines Passagierschiffs niemals möglich gewesen wäre.
Die Recherche der Autorin hat ergeben, dass es die Astoria, die nach der Zeit in der DDR unter mehreren Eignern und Namen lief, zwar noch gibt, diese aber seit Jahren ungenutzt im Hafen von Rotterdam liegt. (Und laut meiner Internetrecherche aufgrund einer schweren Beschädigung nur mehr verschrottet werden kann, was mich sehr traurig macht, nachdem ich nun die Geschichte dieses Schiffes kennenlernen durfte.)


Fazit:
Eine wunderbar berührende Familiengeschichte, die über mehrere Jahrzehnte und Generationen erzählt wird; gespickt mit vielen historischen Details und interessanten Infos zur Binnen- und Seeschifffahrt sowie im speziellen zum Kreuzfahrtschiff Astoria (Völkerfreundschaft). Wieder ein emotionaler, bewegender und unterhaltsamer Roman von Kati Naumann!

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Fernwehland

Rezensionen von liesmal:

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Nachtschattengewächse von Jill Johnson

Ganz schön giftig!

Eustacia Rose, Professorin der Botanik, Spezialgebiet Pflanzentoxologie, sammelt Giftpflanzen aus aller Welt. Sie lebt allein mit ihren exotischen Pflanzen, die sie in ihrem Dachgarten hegt und pflegt. Einzige Ablenkung in ihrem Tagesablauf ist ein Teleskop, mit dem sie durch das Glasdach ihres Gartens den Sternenhimmel betrachten kann.

Zu ihrem Vater hatte sie immer eine sehr enge Verbindung. Das ändert sich auch nicht nach dessen Tod, sondern weitet sich sogar dahingehend aus, dass sie die Anzüge ihres Vaters trägt, wenn sie mal aus dem Haus geht. Aber Eustacia Rose hat noch weitere gewöhnungsbedürftige Eigenheiten, die ihr etwas sehr Spezielles verleihen. Mit ihrem Teleskop beobachtet sie nicht nur den Nachthimmel, sondern auch ihre schöne Nachbarin Simone, von der sie sich auf besondere Weise angezogen fühlt. Die Geschichte nimmt Fahrt auf, als Eustacia beobachtet, wie Simone entführt wird.

Die Geschichte ist ungewöhnlich. Sie wirkt sogar recht geheimnisvoll, auch durch einzelne Giftpflanzen, die die Autorin Jill Johnson an vielen Stellen in den Vordergrund rückt und den Lesern durch Eustacia auch deren Wirkungskraft und ihre Giftigkeit näherbringt.

Für mich ist die Geschichte vor allem aber deswegen ungewöhnlich, weil ich manchmal das Gefühl habe, selbst eine Beobachterin zu sein, die nur von außen zuschaut, aber selbst nicht bemerkt werden darf.

Sehr gern empfehle ich dieses besondere Buch, das einen nicht außerordentlich spannenden, aber dennoch fesselnden Krimi beinhaltet, in den Professorin Rose immer tiefer verwickelt wird, aber auf der anderen Seite am Versuch der Aufklärung maßgeblich beteiligt ist. Wer sich wie ich von dem Wissen über Giftpflanzen begeistern kann und faszinieren lassen will, hat hier einen tollen Schatz gefunden.

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Nachtschattengewächse

Rezensionen von Lilli33:

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Ungezügelt von Susanne Fröhlich

Wie immer recht unterhaltsam

Wie immer recht unterhaltsam

Inhalt:
Nachdem Andrea mit Ü60 ihre Stelle verloren hat, muss sie sich beruflich neu orientieren. Warum es nicht mal als Autorin probieren? Wieder Erwarten findet sich schnell ein Verlag, der von ihrem Exposé eines Old Romance-Romans angetan ist, allerdings unter der Voraussetzung, dass Andrea ein bisschen mehr Spice einarbeitet - erotische Würze.

Nebenbei steht Andrea ihrem geliebten 90-jährigen Schwiegervater Rudi zur Seite, der sich vorgenommen hat, sein Leben mit gesunder Ernährung, Sport und kalten Duschen zu verlängern. Schließlich verlangen auch die beiden Enkelsöhne nach Andreas Aufmerksamkeit. Der Umgang mit ihnen ist gar nicht so einfach, müssen doch Claudias strikte Anweisungen genau beachtet werden und Andrea und Tamara konkurrieren um den Titel „beste Oma“.

Meine Meinung:
Ich liebe diese Reihe, was sicher auch daran liegt, dass ich so ziemlich in Andreas Alter bin und mich in Vielem mit ihr identifizieren kann. Etliche ihrer Probleme habe ich selbst oder in meinem Bekanntenkreis erfahren. Und es ist doch einfach schön zu sehen, dass man damit nicht alleine steht.

Allerdings empfand ich diesen Band als etwas schwächer als manch anderen. Zum einen war mir das Gerede um den Spice zu ausufernd und oft nur mäßig witzig. Zudem empfand ich keinen wirklichen Höhepunkt in der Geschichte. Es läuft alles irgendwie nebeneinander her, hier ein Problem, da ein Problem.

Überflüssigerweise werden auch etliche Anekdoten aus den vorherigen Bänden erwähnt, was für die Handlung nicht notwendig gewesen wäre. Als treue Leserin der Reihe hat mir das natürlich nichts Neues gebracht.

Trotz allem habe ich mich wieder gut amüsiert, am meisten über den liebenswerten Rudi, der in breitestem Hessisch daherbabbelt und oft die besten Lebensweisheiten auf Lager hat.

Die Andrea Schnidt-Reihe:
1. Frisch gepresst
2. Frisch gemacht!
3. Familienpackung
4. Treuepunkte
5. Lieblingsstücke
6. Lackschaden
7. Aufgebügelt
8. Wundertüte
9. Feuerprobe
10. Verzogen
11. Abgetaucht
12. Getraut
13. Ungezügelt

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Ungezügelt

Rezensionen von bedard:

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Durch das Raue zu den Sternen von Christopher Kloeble

Liebenswert unangepasstes Mädchen rebelliert gegen die Realität


Die dreizehnjährige Arkadia Fink wird von allen Moll genannt und weiß sehr genau, was sie will. Sie möchte berühmt werden, auf einer Bühne stehen und singen. Und sie weiß auch, wie sie das schaffen kann. Sie muss in den berühmten Knabenchor aufgenommen werden, für den neue Talente in ihrer Dorfschule gesucht werden.

Es stört sie nicht, dass sie bei aller Begabung die Grundvoraussetzung nicht erfüllen kann. Ein großer öffentlicher Auftritt wird ihre Mutter zurückholen, die vor fast neun Monaten nur kurz weggegangen ist, das weiß Arkadia sicher.
Denn die Liebe zur Musik hat Mutter und Tochter seit jeher verbunden. Schon als kleines Kind war Arkadia dabei, wenn ihre Mutter komponierte. Von ihr hat sie die Überzeugung übernommen, dass Beethoven eine Frau war, eine große Tondichterin. In dem bayrischen Dorf stießen diese Ideen nur auf Unverständnis. Auch Arkadias Vater, der die Familie kaum mit seinem Verdienst als Schreiner ernähren kann, hatte damit Probleme. Hinzu kamen die ungewöhnlichen und nicht immer ungefährlichen Unternehmungen, die die Mutter mit Arkadia durchgeführt hat.

Der Roman wird konsequent aus der Sicht von Arkadia erzählt. Sie ist eigensinnig, widerspenstig, geht über eigene und fremde Grenzen, aber sie hat auch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Für ihr Ziel arbeitet sie verbissen, sie stiehlt und betrügt. Wenn es sein muss, haut sie auch zu. Respekt vor Autoritäten hat sie nicht, den muss man sich bei ihr verdienen. Arkadia ist ein bisschen anarchisch, eine Grenzgängerin. Aber hinter der Fassade ist sie ein Mädchen, das sehr verletzlich ist. Sie lässt niemanden so richtig an sich heran, seit ihre Mutter kurz weggegangen ist. Ihr Vater ist auch keine Hilfe, er arbeitet nicht mehr und weint nur noch in der Werkstatt.

Arkadia schafft es tatsächlich, zu den Chorproben zugelassen zu werden. Aber der Weg auf die große Bühne ist nicht so leicht, wie sie ihn sich vorgestellt hat. Sehr anschaulich wird der Druck beschrieben, dem schon Kinder hinter den Kulissen ausgesetzt sind. Die Proben sind hart, der Ton gegenüber den Kindern ist zumindest Anfang der 1990er verächtlich. Mit der Aussicht auf den großen Auftritt wächst der Konkurrenzdruck unter den Kindern und die Anforderungen und destruktive Kritik des Chorleiters steigen über ein akzeptables Maß hinaus. Außerdem erfüllt Arkadia das entscheidende Kriterium natürlich immer noch nicht. Sie ist und bleibt ein Mädchen.

Mich hat dieser Roman um dieses unangepasste, verletzliche Mädchen sehr beeindruckt. Die Sichtweise einer Dreizehnjährigen ist auch sprachlich absolut glaubwürdig umgesetzt, ohne für ältere Erwachsene zu kindisch zu klingen. Neben der Entwicklungsgeschichte des Mädchens steht die Musik im Vordergrund, insbesondere der Chorgesang. Es ist deutlich zu spüren, dass der Autor über ein sehr profundes Wissen verfügt. Die Benachteiligung von Frauen wird sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Ohne persönliche Erfahrung mit Chorgesang habe ich viel dazu gelernt.

Ein humorvolles, unterhaltsames und tiefgründiges Buch, mit einer liebenswerten Hauptfigur, die ich nicht so schnell vergessen werde.

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Durch das Raue zu den Sternen