Icon Kontrast wechseln
Logo Wagnersche Buchhandlung

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Eternal-Hope:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Deutschland im Ernstfall von Ferdinand Gehringer; Johannes Steger

Gut verständlich, spannend und aktuell

Spätestens seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 ist die Illusion des für immer garantierten Friedens in Mitteleuropa verloren gegangen. Nach Jahrzehnten der Abrüstung und der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht für Männer im Jahr 2011 geht es nun wieder in die Gegenrichtung: weitere Länder sind der NATO beigetreten, um besser vor russischer Aggression geschützt zu sein.

Europaweit wird aufgerüstet und sich auf verschiedene Bedrohungsszenarien vorbereitet.

Das Buch "Deutschland im Ernstfall" spielt verschiedene dieser Bedrohungsszenarien sehr realistisch durch. Fachlich fundiert und unterhaltsam und lebensnah erzählt, werden die wahrscheinlichsten Konsequenzen, Reaktionen der Regierung sowie mögliche Einschränkungen für die Zivilbevölkerung beschrieben. Dabei geht es etwa um den Fall, dass ein NATO-Bündnispartner Deutschlands militärisch angegriffen wird und Deutschland eine Beistandspflicht hat, genauso wie um Sabotageakte oder um Desinformationskampagnen.

Es wird beschrieben, welche Gesetze für solche Fälle in der Schublade bereitliegen und auf welche Weise diese aktiviert werden könnten, bis hin zum Notstand/Kriegsrecht im äußersten Notfall. Wie zivile Bedürfnisse den militärischen im Ernstfall weichen müssen und Straßen und Schienen vorrangig für das Militär eingesetzt werden können, insbesondere auf bestimmten Routen. Wie alle Bürger und Bürgerinnen verpflichtet werden können, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten für die Landesverteidigung einzusetzen, wenngleich nach jetzigem Recht niemand zum direkten Dienst an der Waffe verpflichtet werden kann.

Es ist sehr interessant, das Buch zu lesen, um sich bewusst zu machen, auf welche Weise Deutschland auf verschiedenste Szenarien vorbereitet ist, aber auch, welche Szenarien als wahrscheinlicher oder als unwahrscheinlich angesehen werden. Ausländische Desinformationskampagnen auf den sozialen Medien sind zum Beispiel etwas, was auch heute schon stattfindet, während ein bewaffneter Angriff eines anderen Landes mit Bomben und Drohnen direkt auf bundesdeutsches Gebiet aus aktueller Sicht als unwahrscheinlich eingestuft wird.

Insgesamt ist es ein sehr interessantes und gut zugängliches, auch für Laien verständliches Sachbuch zu einem spannenden aktuellen Thema, das ich allen Interessierten nur empfehlen kann.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Eternal-Hope
Deutschland im Ernstfall

Rezensionen von clematis:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Das Flüstern der Marsch von Katja Keweritsch

Frostige Familie

Mona reist in die Marsch, da ihr Opa Karl seinen 80. Geburtstag feiert, aber, anders als sonst, steht nicht Oma Annemie in der Tür. Diese scheint spurlos verschwunden, dennoch misst Karl dieser Tatsache kaum Bedeutung bei. Die gesamte Familie bereitet die geplante Feier vor, so als wäre nichts geschehen.

Lediglich Mona begibt sich auf die Suche und dabei viele Jahre zurück.

Aus unterschiedlichen Blickwinkeln – bei Mona in der Ich-Form, bei anderen Personen aus neutraler Erzählersicht – wird diese bedrückende Geschichte erzählt. Zudem gibt es Handlungsstränge in unterschiedlichen Zeitebenen, die besonders am Anfang verwirrend sind, denn die Zusammenhänge sind hier noch unklar. Speziell Freyas Bericht lässt sich sehr lange nicht in die Abfolge der Geschehnisse einordnen und lässt mich über viele Kapitel hin unschlüssig zurück. So findet der Leser einzelne Fragmente einer verstörenden Familiengeschichte vor, die sich nur langsam zu einem Gesamtbild zusammenfügen lassen. Dies und die große Zahl an Figuren sind wohl der Grund dafür, dass man kaum einer Person richtig nahe kommt, so als würde der Roman selbst die frostige Familie und ihre mangelnde Eintracht widerspiegeln. Erst spät kommt die Wende und berührende Szenen lassen den Funken überspringen. Das fulminante Ende kann leider über den eher schwierigen Anfang nicht ganz hinwegtäuschen.

Vielerlei Gedanken zum Thema Frau flicht Katja Keweritsch in diesen Roman ein, spannt den Bogen von rechtlosen minderjährigen Müttern in den 1960er-Jahren über die Abhängigkeit vom Ehemann bis hin zur immer noch selbstverständlichen Doppelbelastung von berufstätigen Müttern in der heutigen Zeit. Auch den Einfluss früherer Generationen auf ihre Nachkommen arbeitet die Autorin geschickt heraus.

Ein ruhiger Roman wie die Marsch, in der er angesiedelt ist, der viel Hintergründiges transportiert. Die Emotionen sind anfangs kühl, ja frostig und brauchen ihre Zeit, um sich zu entfalten. Zum Nachdenken scheint das Marschland wohl bestens geeignet zu sein.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von clematis
Das Flüstern der Marsch

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Der Italiener von Arturo Pérez-Reverte

Wow, was für eine Geschichte!

Wow, was für eine spannende Geschichte über die gefährlichen Einsätze von Kampftauchern im Zweiten Weltkrieg!

Ich habe ja schon viele Sachbücher und historische Romane zum Zweiten Weltkrieg gelesen und dabei unterschiedliche (politische) Perspektiven und verschiedene Waffengattungen kennengelernt.

Doch der, auf Tatsachen beruhende historische Roman rund um secondo capo Teseo Lombardo, einem Kampftaucher der italienischen Marine Regia Marina, der gemeinsam mit sottocapo Gennaro Squarcialupo auf dem, maiale (=Schwein) genannten, bemannten Torpedo SLC geritten ist, um im Hafen von Gibraltar feindliche (also unter britischer Flagge fahrende) Schiffe zu versenken, ist wohl eine besondere Geschichte.

Die Geschichte spielt auf zwei Ebenen, jene in den Jahren 1942/43 auf der Halbinsel Gibraltar, die ja nach wie vor eine britische Enklave in Spanien ist, und Jahrzehnte später, als der Ich-Erzähler, ein Journalist auf diese Geschichte stößt und Gennaro Squarcialupo in seiner Heimat Neapel ausfindig macht und interviewt.

Gennà, wie er von Teseo genannt worden ist, erzählt, wie die beiden im Hafen von Gibraltar Sprengladungen an den Schiffen anbringen und wie der verletzte Teseo am sapnischen Strand von Algeciras von der jungen spanischen Witwe Elena Arbuès, die eine Buchhandlung führt, gefunden und gerettet worden ist. Statt ihn den Behörden auszuliefern, lässt sie ihn, ohne Rücksicht auf ihre eigene Sicherheit, von den eigenen Kameraden abholen. Eine gefährlich Aktion, denn in Gibraltar wimmelt es nur so von Spionen und Doppelagenten.

Das muss Elena wenig später am eigenen Leib erfahren, als sie für Teseo, mit dem sich, zwischen seinen gefährlichen Einsätzen, eine zarte beinahe unmögliche Liebesbeziehung entspinnt, britische Schiffe im Hafen von Gibraltar lokalisiert, denn sie darf als Spanierin die Grenze überschreiten. Denn nicht nur die britische Marine verhaftet Spione, Doppelagenten und Saboteure, sondern auch die spanische Polizei, die mit Saboteuren allerdings gleich kurzen Prozess macht.

Meine Meinung:

Dieses höchst spannende Buch wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. So erfahren wir Elenas Geschichte, deren Familie vor Franco aus Spannien geflüchtet ist und deren Ehemann von den Briten getötet worden, sowie einiges über die italienischen Kampftaucher, die 1942/43 noch an der Seite Hitler-Deutschlands gegen die Alliierten kämpften, was dann später zu einer Spaltung der ohnehin sehr kleinen Truppe geführt hat. Die einen wie Teseo schließen sich den Alliierten an, andere wie Gennaro nehmen lieber Repressalien in Kauf. „Prinzipientreue gegen unehrenhaftes Verhalten.“ (S. 206). Doch auch die Briten wie zum Beispiel Kommissar Harry Compello kommen zu Wort.

Gleichzeitig bindet der Autor seine Recherchen zu diesem Stoff in die Geschichte ein. Wie er die kleine Buchhandlung Olterra in Venedig und damit Elena, Teseo und ihre Geschichte entdeckt hat. Und warum er aus dem Stoff lieber einen historischen Roman als einen Tatsachenbericht gemacht hat. So hat er Fakten, die er in Archiven recherchiert hat und einige Interviews mit Augenzeugen mit fiktiven Dialogen zu einem fesselnden historischen Roman verknüpft. Dennoch hätte ich diesen Teil des Romans lieber als Epilog gelesen, sowie mit der Erklärung was Fakt und was Fiktion ist, versehen.

Wie es für mich üblich ist, wenn mich ein Thema interessiert, beginne ich selbst zu recherchieren. Dabei bin ich auf den historischen Teseo, der mit Nachnamen Tesei hieß, gestoßen. Er hatte maßgeblichen Anteil an der Weiterentwicklung des SLC, das wegen seiner schweren Lenkbarkeit „maiale“, also Schwein genannt wurde. Tesei kam am 26. Juli 1941 bei einem Einsatz vor La Valetta/Malta ums Leben. Er wurde 22 Jahre alt. Zu seinem Gedenken heißt eine Spezialeinheit der italienischen Marine auch heute noch COMSUBIN Comando Raggruppamento Subacquei e Incursori Teseo Tesei. Diese Truppe besteht aus Tauchern, Kampfschwimmern und Kommandotruppen. Ihre Basis ist der Marinehafen von La Spezia.

Im Museo storico navale in Venedig sowie im Museo nazionale della scienza e della tecnologia Leonardo da Vinciin Mailand sind maiali zu sehen. Beim nächsten Aufenthalt in Venedig und/oder Mailand stehen beide Museen auf dem Programm, versprochen.

Die Charaktere überzeugen durchwegs. Die Kampftaucher sind Spezialisten, nicht ganz ohne Angst oder Zweifel.

Gut gefällt mir, dass Bücher und Buchhandlungen in dieser Geschichte eine sehr große Rolle spielen.

Fazit:

Dieser historische Roman, der auf wahren Ereignissen beruht, hat mit sehr gut gefallen. Ich konnte ihn nicht aus der Hand legen. Wer etwas über ungewöhnliche Einsätze abseits von Panzerschlachten des Zweiten Weltkriegs lesen möchte, ist hier genau richtig. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis
Der Italiener

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Wolfstal von Alexander Oetker

Schatten der Vergangenheit

In diesem 9. Fall lässt Alexander Oetker seinen Commissaire Luc Verlain zusammen mit seinem Kollegen und Freund Gilen Etxberria aus Biarritz, der ihn um Unterstützung gerufen hat, wieder in den Pyrenäen ermitteln. Was ist passiert? Jacques, ein Schäfer, der den Bewohnern des malerischen Dorfes Espelette aus dem Weg geht, liegt brutal ermordet auf der Schafsweide.

Zu beider Überraschung ist Rose Schillinger, Verlains neue Mitarbeiterin, bereits vor Ort. Die Ermittler stoßen auf eine Mauer des Schweigens. Über das Motiv kann nur gerätselt werden. Der Tote hat als Einzelgänger und Störenfried gegolten. Seine feindliche Haltung den Pilgern auf dem Jakobsweg gegenüber, inklusive Schüsse aus seiner Flinte, hat die Hoteliers erzürnt. Zudem glauben die Dorfbewohner zu wissen, dass Jacques die Wiederansiedlung von Wölfen fördert. Zwar hat bislang niemand das Raubtier gesehen, aber die Eigentümer der gerissenen Schafe und Ziegen
fordern von der Bürgermeisterin Maßnahmen gegen Wolf und Jacques.

Ungewöhnlich lange tappen Verlain und Etxberria im Dunkeln, zumal Rose Schillinger ein höchst seltsames Betragen an den Tag legt. Sie ist unhöflich, gleichzeitig wichtigtuerisch und verschwindet für Stunden, ohne sich abzumelden. Teamarbeit sieht anders aus. Insgeheim sind Verlain und Etxberria nicht unglücklich, die eigenbrötlerische Kollegin, die ihre eigene Suppe zu kochen scheint, nicht ständig um sich zu wissen.

Als dann die Einvernahme eines Zeugen eskaliert und Luc Verlain einen Blick in ihre Personalakte wirft, eröffnet sich ein neue Spur.

Meine Meinung:

Diesmal dauert es für meinen Geschmack ein wenig länger bis der Kriminalfall so richtig in Gang kommt. Zunächst werden einmal Land und Leute vorgestellt. Zugegeben, die Pyrenäen sind ein spannender Schauplatz. Immerhin haben sie in der Vergangenheit immer wieder eine große Rolle gespielt und die rauen wie kargen Berge haben einen ebensolchen Menschentyp geformt, die sich gerne gegen die Obrigkeit, egal ob Frankreich oder Spanien, auflehnt.

Geschickt drapiert Alexander Oetker seinen Krimi rund um das Thema Wolf, das jede Menge Konflikte birgt, weshalb man einige Zeit auf der buchstäblich falschen Fährte ist.

Das ungewöhnlich ruppige Auftreten von Rose Schillinger, einer Elsässerin, die wie ein Wanderpokal durch Polizeidienststellen in mehreren Départements weiter gereicht worden ist, hat recht schnell eine Hypothese bei mir aufkommen lassen.

Gut gefallen hat mir der für mich viel zu kurze Exkurs in die Vergangenheit des Baskenlandes. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Infos erhofft, zumal mit Gilen Etxberria ein Betroffener im Spiel ist. Nun, immerhin hat Alexander Oetker im Nachwort einiges erklärt.

Wie immer ist auch dieser 9. Fall eine gelungene Mischung zwischen Krimi, kulinarischer Reise und Tourismusführer. Der Autor stellt die kommerziell ausgereizte Pilgerreise des Jakobswegs ein wenig an den Pranger. Haben im Jahr 1970 ganze 68 Pilger die Reise zu Fuß zurückgelegt, so sind es im Jahr 2024 knapp 500.000 Personen, die weniger zu Fuß gehen, sondern sich der üblichen Verkehrsmittel bedienen. Statt einfacher Herbergen und Speisen müssen es nun Wellnesstempel und Gourmetrestaurants sein. Zwar klingeln die Kassen der Gemeinden entlang des Pilgerwegs, der ursprüngliche Zweck, innere Einkehr zu halten, ist im Laufe der Jahre verloren gegangen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem komplexen Krimi, der die Vergangenheit des Baskenlandes aufgreift, 5 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis
Wolfstal

Rezensionen von clematis:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Wolfstal von Alexander Oetker

Der Schäfer

Ein einsamer, zurückgezogen lebender Schäfer wird im Baskenland tot aufgefunden, Mord steht zweifelsfrei fest. Nach kurzer Zeit der Ermittlungen wissen Luc Verlain und sein Kollege Gilen Etxeberria, dass der Einzelgänger viele Feinde gehabt hat.

Wunderschöne Ausschnitte aus dem Jakobsweg, verführerisch duftende Speisen und ein verwirrender Mordfall, aus diesen Zutaten zaubert Alexander Oetker einen atmosphärischen, spannenden Kriminalfall, den neunten für unseren souveränen Kommissar Verlain.

Auch diesmal wird man beim Lesen belohnt mit einem großartigen Potpourri an regionalen Eindrücken, spürt die Leidenschaft des Autors für Land und Leute, welche auch in diesen Band wieder auf überaus gelungene Weise einfließt. Ein Schafhirte, der mit seinem Gewehr die Pilger einschüchtert und eine sonderbare Kollegin an Lucs Seite wecken sofort meine Neugierde an den Ermittlungen zum Tathergang, welche sich als viel komplizierter herausstellen als anfangs angenommen. Es bleibt also durchgehend hochspannend, das Ende ist exzellent und lässt auf eine baldige Fortsetzung hoffen.

Alexander Oetker bleibt seiner Linie treu und verknüpft Lucs Ermittlungen mit so viel Flair, dass die Beschreibungen in schillernden Farben jeden Reiseführer in den Schatten stellen. Auch den neunten Fall mit Verlain habe ich mit großem Vergnügen genossen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von clematis
Wolfstal

Rezensionen von Lilli33:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Man sieht nur mit der Schnauze gut von Bernhard Aichner

Ganz amüsant, wenn man Hunde mag

Ganz amüsant, wenn man Hunde mag

Inhalt:
Aspro liebt es zu apportieren. Doch einmal geht es so richtig granatenmäßig schief und sein Herrchen ist nicht mehr …

Eine nette Polizistin nimmt sich des Mischlingshundes an und ihn in ihre Familie auf, die bald um ein Baby erweitert wird. Auch ohne Abschluss der Polizeihundeschule mausert sich Aspro zum besten Polizeihund aller Zeiten.

Meine Meinung:
Mit einem Augenzwinkern beschreibt Bernhard Aichner, der durch viele Thriller berühmt ist, den Alltag des gewitzten Hundes. In kurzen Kapiteln gelingt es Aspro immer wieder, Diebe zu entlarven, Drogen aufzuspüren oder einen Menschen vor dem Tod zu retten. Es gibt praktisch nichts, was der verfressene und immer müde Aspro (typisch Hund eben ;-)) nicht kann.

Es macht viel Spaß, von seinen Abenteuern zu lesen und die Welt aus der Sicht eines Hundes zu erleben. Das Büchlein kann gut unterhalten und gerade als Hundehalter*in wird man viele von Aspros Eigenarten auch bei dem eigenen Hund wiederfinden. Vielleicht kann man dadurch so manches Ärgernis zukünftig mit einem Schmunzeln betrachten. ;-)

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33
Man sieht nur mit der Schnauze gut

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Das Flüstern der Marsch von Katja Keweritsch

Schwarze Schatten der Vergangenheit

Dieser Roman über eine höchst seltsame Familie ist fesselnd bis zur letzten Seite!

Wenige Tage vor der Feier zum 80. Geburtstag ihres Großvaters Karl trifft Mona in der Marsch ein und muss feststellen, dass Großmutter Annemie verschwunden ist. Karl scheint das Verschwinden seiner Frau nicht wesentlich zu tangieren.

Wortkarg wie eh und je, maßregelt er Mona, die sich sowohl um ihn als auch um Annemie sorgt. Nur mit Widerwillen lässt er Mona in sein Haus, in dem sie ihre Sommerferien verbracht hat, einziehen. Auch der Rest der Familie, also Monas Mutter Sabine, die nur sehr selten in Deutschland ist, oder Sabines Zwillingsbrüder Sven und Stefan, wollen dem Verschwinden ihre Mutter nachgehen. Ja, man schaltet halbherzig die Polizei ein, ruft Krankenhäuser und die eine oder andere Bekannte, denn wirkliche Freundinnen von Annemie sind nicht bekannt, an. Irgendwie ist allen das Schicksal Annemies egal.

Nur Mona stochert weiter in Omas Leben. Ein vergilbtes Säuglingsfoto in Omas Geldbörse, das weder Sabine oder einen der Zwillige zeigt, gibt einen ersten Hinweis auf ein unbekanntes Familiengeheimnis, zumal es plötzlich wieder verschwunden ist.

Erst als Mona gemeinsam mit Jon, dem Freund aus Kindheitstagen aufmacht, Annemie zu suchen, kommt Bewegung in die Sache. Dabei hat Mona eigentlich mit sich selbst genug zu tun.

Bei der Geburtstagsfeier, die trotz des Fehlens von Annemie stattfindet, kommt es dann zum Eklat.

Meine Meinung:

Autorin Katja Keweritsch zeichnet hier ein Bild einer dysfunktionalen Familie, die man nicht einmal seinem schlimmsten Feind wünschen würde, aber immer wieder doch vorkommt. Alles dreht sich um die Doppelmoral und um die Angst vor Gerede im kleinen Dorf in der Marsch, wo man sich ganz genau beobachtet und zu kennen glaubt. Doch kennt man seine Nachbarn wirklich? Oder sieht man nur das, was man sehen will? Das, was in das eigene Weltbild passt?

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. So kommen neben Mona und ihre Tante Janne, auch Großmutter Annemie zu Wort. Einen weiteren Handlungsstrang mit Freya und Ayko, kann man zunächst nicht ganz einordnen.

Von Kapitel zu Kapitel steigert sich mein Zorn auf Karl und Stefan, die beide ihre Frauen misshandeln, der ein physisch und der andere psychisch. Während Janne, Stefans Frau, sich mit drei Kindern und dem Haushalt (beides will sie perfekt hinkriegen) abstrudelt, geht Stefan zur Herrenrunde, ins Fitness-Studio oder zu Feuerwehrübungen. Es ist ja sein gutes Recht - er bringt das Geld nach Hause, oder?. Kindergeschrei gehört in die Hemisphäre der Frau, weshalb er mit Ohrstöpseln schläft, um von der zahnenden Jüngsten nicht geweckt zu werden. Nicht einmal als Janne völlig zusammenbricht und in die Klinik muss, kümmert er sich um den Nachwuchs. Da springen Jannes Eltern ein.

Die Auflösung ist so tragisch wie komplex. Erst als Sabine ihr Schweigen bricht, scheint es die Möglichkeit zu geben, diese Familientraumata, die von Tochter zu Tochter weitergegeben worden sind, zu durchbrechen.

Unheimlich sind die Zitate aus Johanna Haares Buch der Kindererziehung aus der NS-Zeit. Dass dieses Buch bis 1987 (!) im Buchhandel erhältlich war, erschüttert noch einmal extra.

Fazit:

Schon lange keinen Roman über so eine dysfunktionale Familie gelesen, der mich so berührt und gleichzeitig wütend gemacht hat. Gerne bewerte ich dieses Buch mit 5 Sternen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis
Das Flüstern der Marsch

Rezensionen von Cellissima:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Thea Magica, Band 1 - Das Geheimnis von Port Mint von Vivien Verley

Magischer Tee

"Thea Magica - Das Geheimnis von Port Mint" ist der erste Band einer Dilogie aus der Feder von Vivien Verley. Die Illustrationen stammen von Caroline Garcia.
Es ist schon optisch ein wunderschönes Buch, und das Innere steht dem in nichts nach - wirklich jede einzelne Seite ist schön eingerahmt und illustriert.

So viel Liebe zum Detail habe ich, soweit ich mich erinnern kann, noch bei keinem anderen Buch gesehen. Doch zum Inhalt:

Robin muss mit ihrer Mutter zu ihrer Großmutter nach Port Mint ziehen. Sie möchte das nicht und kann es auch zunächst nicht verstehen, doch es dient ihrem Schutz, denn Robin verfügt wie andere Familienmitglieder über eine besondere Kraft. -In Robins Fall darf jedoch niemand davon erfahren, da es sich um eine sehr mächtige und gefährliche Kraft handelt, die man bekämpfen will.
Ausgerechnet ihr größter Feind weiß schnell um Robins Kraft und setzt alles daran, Robin diese Kraft zu nehmen. Werden Robin und ihre Freunde ihrem Feind zuvorkommen und ihn besiegen können?

Das Buch eignet sich sowohl zum Vorlesen als auch zum Selbstlesen, die einzelnen Kapitel sind nicht zu lang, so dass die Kinder sie auch abends vor dem Schlafengehen lesen können, was uns sehr gut gefallen hat.
Vivien Verleys Stil lässt sich angenehm und flüssig lesen. Die Geschichte überzeugt sowohl durch die Figuren als auch durch die Handlung, es gibt keinerlei Längen, dafür viel Atmosphäre, Freundschaft, Familie, Magie, Spannung und Gefahr. Empfohlen wird das Buch für LeserInnen ab 10 Jahren. Vivien Verley schafft es sehr gut, den Geschmack der Zielgruppe zu treffen.
Vor allem der Cliffhanger am Ende macht viel Lust auf den zweiten Band, der im Februar 2026 erscheinen wird. Eine Leseprobe zu der Fortsetzung ist ebenfalls enthalten.
Uns hat vor allem die Teemagie gefallen und dieses Buch so lesenswert gemacht, da die Geschichte ihre Atmosphäre und Magie und Sogwirkung größtenteils dieser Idee verdankt. Es ist eine neue, erfrischend andere Idee, durch die sich diese Dilogie von zahlreichen anderen Büchern in diesem Bereich abheben kann.
Definitiv ein schönes und lesenswertes Kinderbuch!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Cellissima
Thea Magica, Band 1 - Das Geheimnis von Port Mint

Rezensionen von Lydia_Te:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Die Tage im Café Torunka von Satoshi Yagisawa

Entschleunigend

Wer die Bücher "Die Tage in der Buchhandlung Morisaki" und "Die Abende in der Buchhandlung Morisaki" bereits kennt, wird von "Die Tage im Café Torunka" nicht enttäuscht sein.
Der Autor Satoshi Yagisawa hat es erneut geschafft, die japanische Lebenseinstellung und -kultur in einem Buch zu verpacken.

Achtsames miteinander umgehen ist ein großer Teil davon. Die einzelnen Protagonisten im Buch sind erneut Menschen, die oberflächlich betrachtet nichts besonderes sind, aber bei näherer Betrachtung, wird einem klar, dass es sehr bedachte Menschen sind die nur das beste für seine bzw. ihre Mitmenschen möchte. Oft geht das dann auf die Kosten von einem selbst.
Das Buch wird in drei Geschichten unterteilt. Jedes Mal dreht es sich um Menschen die einen wichtigen Teil im Café Torunka einnehmen. Ich finde es sehr schön, die einzelnen Protagonisten in den anderen Geschichten wiederzufinden. Dadurch kann man sich ein besseres Bild von den Hauptdarstellern machen und lernt sie immer besser kennen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lydia_Te
Die Tage im Café Torunka

Rezensionen von clematis:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Verschworen von Eva Björg Ægisdóttir

Rache?

Elma kehrt aus der Babypause zurück und erwartet einen ruhigen Winter im Polizeidienst. Weit gefehlt, in einem Urlaubshäuschen liegt ein Toter, mit sieben Hieben brutal erstochen. Die Ermittlungen führen zu einem Feriencamp mehr als zwanzig Jahre zuvor. Kann es sich um einen Racheakt handeln?

Zum wiederholten Male nimmt Elma aufwendige Morduntersuchungen auf, teils unterstützt von ihrem Kollegen und Lebenspartner Sævar, der sie in der Elternzeit abgelöst hat und von ihrem Vorgesetzen Hörður, der jedoch durch einen Fahrradunfall mehr eingeschränkt ist als ihm lieb ist.

Die besondere Kulisse Islands passt wieder wunderbar zur ruhigen, aber stets packenden Stimmung, viele Gedankengänge müssen überprüft, etliche Personen befragt werden. Zeitsprünge in die Vergangenheit sorgen für Abwechslung und lebhafte Hintergrundinformationen, ein wenig Privates lockert die Ermittlungen bestens auf, ohne zum Störfaktor zu werden. So wird auch der fünfte Fall für Elma zu einem kurzweiligen Abenteuer in Akranes, einem kleinen Hafenstädtchen, wo ja angeblich nichts passiert.

Wenig Blut, dafür umso spannendere Verstrickungen unter den zahlreichen Figuren, eine brillante Fallanalyse und ein frappierendes Ende – beste Voraussetzungen für einen großartigen Kriminalroman. Jetzt steigt natürlich die Spannung, wie es mit Elma und Sævar weitergeht. Uneingeschränkte Empfehlung für Krimibegeisterte, die die Kraft in der Ruhe sehen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von clematis
Verschworen