Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Papierherz:
Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West) von Kasie West
Ein Date, das ich nie vergessen werde
Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß mit einer RomCom! Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an abgeholt und bis zum Schluss einfach nicht mehr losgelassen. Es war genau die Art von Geschichte, bei der man ständig denkt: "Nur noch ein Kapitel" und plötzlich sind wieder hundert Seiten vorbei.
Margot war für mich eine unglaublich liebenswerte Protagonistin. Ich habe ihre Leidenschaft für Bücher und Geschichten sofort gefühlt und besonders geliebt, wie sehr sie an die große Liebe glaubt. Ihre Gedanken waren oft herrlich chaotisch, witzig und einfach unglaublich nachvollziehbar. Gerade dadurch wirkte sie so echt.
Und dann ist da noch Oliver. Was soll ich sagen? Ich war sofort begeistert. Charmant, aufmerksam, humorvoll und einfach zum Verlieben. Für mich definitiv ein neuer Bookboyfriend. Die Dynamik zwischen ihm und Margot hat einfach perfekt funktioniert. Das Knistern war von Anfang an da und jede Begegnung der beiden hat mir ein Grinsen ins Gesicht gezaubert.
Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte zwar romantisch und süß ist, sich aber trotzdem frisch angefühlt hat. Die Dating App Thematik bringt etwas Modernes in die Handlung und sorgt für viele unterhaltsame Momente. Natürlich kann man einige Entwicklungen vorhersehen, aber das hat mich überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil. Genau dieses Wohlfühlgefühl macht für mich eine gelungene RomCom aus.
Außerdem fand ich die Einblicke in die Buchbranche richtig spannend. Als Leseratte liebe ich Geschichten über Menschen, die selbst Bücher lieben, und dieser Aspekt hat das Ganze für mich noch besonderer gemacht.
Kasie West schafft es mit ihrem lockeren und humorvollen Schreibstil, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Ich habe gelacht, mitgefiebert, geschwärmt und am Ende das Buch mit einem riesigen Lächeln zugeklappt.
Für mich ist "Worst Date Ever" die perfekte Sommerlektüre. Romantisch, charmant, humorvoll und voller liebenswerter Figuren. Wer eine süße Liebesgeschichte mit Wohlfühlgarantie sucht, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
⭐⭐⭐⭐⭐ 5 von 5 Sternen und eine absolute Herzensempfehlung!
Rezensionen von Papierherz:
Eine zu viel von Samantha Hayes
Hinter der Fassade lauert die Wahrheit
Mit diesem Buch hat mich Samantha Hayes wirklich überrascht. Schon nach den ersten Kapiteln war ich komplett in der Geschichte angekommen und wollte unbedingt wissen, welche Geheimnisse sich hinter dieser Familie verbergen. Die abgelegene Lodge in den schottischen Highlands bietet dafür die perfekte Kulisse.
Die Atmosphäre ist von Anfang an geheimnisvoll und man spürt schnell, dass unter der Oberfläche einiges verborgen liegt.
Besonders gefallen hat mir, wie geschickt die Autorin die verschiedenen Familienmitglieder zeichnet. Jeder bringt seine eigenen Sorgen, Konflikte und Geheimnisse mit, sodass man nie das Gefühl hat, die Figuren seien austauschbar. Gerade diese komplexen Beziehungen haben die Geschichte für mich so spannend gemacht. Man merkt schnell, dass in dieser Familie vieles unausgesprochen geblieben ist und dass die gemeinsame Zeit in der Lodge alte Wunden wieder aufreißt.
Was mich besonders gefesselt hat, waren die vielen überraschenden Wendungen. Immer wieder war ich überzeugt, die Zusammenhänge verstanden zu haben, nur um kurz darauf eines Besseren belehrt zu werden. Die Autorin versteht es hervorragend, Hinweise zu streuen und gleichzeitig immer wieder neue Fragen aufzuwerfen. Dadurch wollte ich ständig weiterlesen.
Auch die Rückblicke in die Vergangenheit fand ich gelungen, da sie nach und nach ein klareres Bild der Familie entstehen lassen. Viele Verhaltensweisen und Konflikte wurden dadurch nachvollziehbarer und haben der Geschichte zusätzliche Tiefe verliehen.
Vor allem im letzten Drittel nimmt die Spannung noch einmal deutlich zu. Dort überschlagen sich die Ereignisse und einige Enthüllungen haben mich wirklich überrascht. Das Ende hat für mich vieles schlüssig zusammengeführt und sorgte dafür, dass ich das Buch mit einem sehr guten Gefühl zuklappen konnte.
Für mich war dies eine packende Mischung aus Familiengeheimnissen, emotionalen Konflikten und psychologischer Spannung. Wer Thriller mag, die nicht nur auf Action setzen, sondern auch von ihren Figuren und deren Beziehungen leben, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben. Nach dieser Lektüre habe ich auf jeden Fall Lust bekommen, weitere Bücher von Samantha Hayes zu lesen.
Rezensionen von Anjulia :
Red Star Rebels von Amie Kaufman
Mars explosiv
Der Mars im Jahre 2067: Als die UN- Marsstation Pax evakuiert wird, bleiben Cleo, eine illegale Einwanderin, und Hunter Graves, Sprössling des Milliarden-Mega-Konzerns, der für die Besiedelung des Mars verantwortlich ist, alleine zurück. Schnell zeigt sich, dass die Evakuierung nur eine Ablenkung war.
Eine kleine Gruppe von Terroristen stürmt die Station, mit dabei eine Bombe, die innerhalb von weniger Stunden detonieren wird. Cleo und Hunter müssen zusammenarbeiten, um zu überleben und zwischen beiden sprühen dabei nur so die Funken.
Red Star Rebels von Amie Kaufman ist ein leichtes Science-Fiction-Abenteuer, das mir in der Kombination aus Spannung, Action, Humor und Lovestory sehr gut gefallen hat. Die Geschichte spielt in einem relativ kurzen Zeitraum von knapp 8 Stunden, was den Spannungsbogen sehr hoch hält und wenig Zeit für Verschnaufpausen lässt. Die Geschichte wird dabei abwechselnd aus der Sichtweise von Cleo und Hunter erzählt, die ich beide sehr mochte und die letztendlich mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick vermutet. Ich fand die Fast Burn Romance zwischen beiden sehr schön. Klar nach den wenigen Stunden keine vollständige Liebesgeschichte, aber immerhin ein süßer Anfang davon. Gerade die Situationen, in denen die zwei versuchen, ihre Gegner auszuschalten (ohne sie umzubringen) sind humorvoll. Dazu gibt es noch Weltraum-Feeling.Technische Details bleiben glücklicherweise eher im Hintergrund, außerdem gibt es etwas Gesellschaftskritik. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig lesbar. Hier könnte ich mir sogar eine Verfilmung vorstellen. Insgesamt hat mich dieses Buch begeistert, fünf Sterne von mir!
Rezensionen von Odina:
Die Toten von morgen - Thriller (Berliner Schattenwelt 2) von Kim Koplin
Schwierig
„Die Toten von morgen“ von Kim Koplin handelt von Kommissarin Nihal Khigarian, die nach Berlin zurückkehrt und sofort in einen Mordfall verwickelt wird. Gleichzeitig holen sie ihre Vergangenheit und ihre Familie ein. Als Saad mit der kleinen Leila wieder auftaucht, gerät Nihal außerdem in einen gefährlichen Bandenkrieg.
Das düstere Cover passt gut zur Atmosphäre der Geschichte. Der Schreibstil war leider gar nicht meins, weshalb ich mich eher durch die Handlung gequält habe. Positiv fand ich die angenehm kurzen Kapitel. Die Spannung war für mich durchwachsen und konnte mich nicht richtig fesseln. Da ich den Vorgänger nicht kenne, fehlte mir wichtiges Hintergrundwissen, wodurch viele Zusammenhänge für mich schwer verständlich waren. Auch mit den Protagonisten wurde ich deshalb nicht warm, sie blieben für mich eher oberflächlich. Insgesamt hatte ich mir mehr erhofft. Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen.
Rezensionen von clematis:
Der Bonbon-Mord zu Köln von Eva-Maria Silber; Kirsten Wilczek
Teuflischer Veilchendienstag
Teuflische, weil vergiftete Bonbons, sind in Köln im Umlauf, die Manhardt´sche Konditorei & Süßwarenladen gerät ins Visier der Ermittler, nachdem am Veilchendienstag ein Kind zu Tode gekommen ist. Alsbald schwören sich Zeugen auf eine elegante Dame ein, sich verdächtig gemacht zu haben, weshalb sich ebendiese Person nun vor Gericht befindet.
Mangels eines klaren Motivs tut sich Generalprocurator Grandjean mit seiner Anklage genauso schwer wie der gewiefte Rechtsanwalt Dr. Venedey und sein erst kürzlich zum Advokaten ernannte Kollege Bas Sello mit ihrer Verteidigung, da einfach vieles auf die Schuldhaftigkeit ihrer Mandantin hindeutet.
Großartige Recherche und etliche historisch verbürgte Personen als Vorbilder für die Figuren im Roman lassen auch diesen zweiten Band der vorliegenden Krimireihe zu einem wahren Lesevergnügen werden. Die Zeit der 1848er-Revolution in Köln wird so lebendig dargestellt, dass man nicht anders kann, als sich von Sog mitreißen zu lassen, die Charaktere tun ihr Übriges, um den Leser in Atem zu halten, egal, ob es sich um deren beruflichen Alltag als Ermittler oder Verteidiger handelt oder um ihre privaten Angelegenheiten. Als besondere Dreingabe basiert auch dieser Fall auf einem True Crime, welchen die beiden Autorinnen, ihres Zeichens Anwältinnen, bestens in Szene gesetzt haben. Besonders die authentische Darstellung der Verhandlung, aber auch die Vorgeschichte, ist fesselnd in eloquente Worte gefasst, das breite Kölsch, welches natürlich häufig gesprochen wird, wird weitgehend im Handlungsverlauf ins Hochdeutsche übersetzt, sodass man auch als ortsfremder Leser recht gut zurechtkommt und dennoch die vorherrschende Atmosphäre durch und durch spüren kann. Wie die Geschworenen über die kecke Inculpatin (Angeklagte) Christine Edmund wohl urteilen werden?
Vor dem politischen Hintergrund mit Demonstrationen für Freiheit, Wahlrecht und soziale Absicherung, der detaillierten Betrachtung der apothekerlichen Arbeit mit winzigen Maßeinheiten wie Gran und Lot und der anschaulichen Darstellung eines damaligen Gerichtsprozesses lässt auch Band zwei dieser meisterlichen Krimiserie keine Wünsche offen – außer vielleicht, dass es in Bälde eine Fortsetzung geben wird.
Rezensionen von DoraLupin:
Die Welt in Meran - Schattenflamme von Angela Marina Reinhardt
Gelungene Fortsetzung der Reihe
Ich kenne bereits den ersten Teil von "Die Welt in Meran" und dieser hat mir so gut gefallen, dass ich unbedingt wissen wollte wie es mit den Personen weitergeht. Auch dieses Buch hat mir wieder sehr gut gefallen und hat mir das Leben in Meran Ende des 19.Jahrhunderts lebendig gemacht.
Diesmal geht es für den Leser nach Meran ins Jahr 1874: Während sich die Stadt vom Wiener Börsenkrach erholt und für die nächste Kursaison rüstet, kreuzen sich erneut die Schicksalswege dreier Menschen: Den Korsen Jean führt die Sorge um das Wohl seiner kleinen Tochter zurück in die Passerstadt.
Dort trifft er auf seinen einstigen Freund und Rivalen Max. Und auf die Frau, die beide Männer lieben: Helen, die mit ihrem Bruder, einem preußischen Kriegshelden, angereist ist. Auf dem prächtigsten Ball der Saison kommt es zur schicksalhaften Konfrontation, und es droht die Enthüllung einer Glut, die für immer verborgen bleiben sollte. Doch auch für andere birgt das Leben unverhoffte Entwicklungen: Sigmund Hirsch hat geheiratet und zweifelt bald an seiner Wahl. Und bei den Hallers gibt es ein Wiedersehen mit jemandem, den sie längst verloren glaubten.
Der Schreibstil war wieder, wie auch schon beim ersten Band genau mein Fall, es liest sich alles locker-leicht und auch schön bildlich und es hat sich dadurch ein sehr schöner Lesefluss ergeben, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Somit hatte ich das Buch in nur zwei Tagen regelrecht verschlungen. Die Stadt Meran wird sehr anschaulich und lebendig beschrieben und man bekommt als Leser richtig Lust selbst einmal dorthin zu reisen und an der Promenade entlang zu spazieren. Aber auch das Leben der Menschen wird eindrücklich beschrieben und besonders die Geschichte von Jean und Helen rückt in diesem Teil in den Vordergrund, aber auch Johann Haller, der von einer Polarexpedition zurückkehrt wird Raum in diesem Buch gegeben. Wen ich diesmal ein wenig vermisst habe ist das Mädchen Rosa, sie findet nur sehr kurz Erwähnung im Buch, das soll sich allerdings im dritten Teil der Reihe wieder ändern.
Die Handlung ist wieder sehr abwechslungsreich und ich habe die Geschichten sehr gerne gelesen, sowohl von altbekannten Personen, aber auch neue Nebencharaktere wie Clementine Kerr, eine schottische Alpinistin machen Spaß. Besonders berührend und eindrücklich habe ich am Ende des Romans den Brand des Wiener Ringtheaters empfunden, der tatsächlich auch historisch passiert ist.
Fazit: Eine gelungene Fortsetzung des ersten Teils und ich freue mich schon besonders auf den dritten Teil der Reihe, in der Rosa wieder eine größere Rolle spielt und man gespannt sein kann was die Charaktere noch erleben und wie es mit Helen, Jean und den anderen weitergeht. Gerne empfehle ich das Buch weiter, besonders natürlich Lesern, denen der erste Band gefallen hat. Man könnte das Buch auch eigenständig lesen, aber in der richtigen Reihenfolge ist es noch viel schöner.
Rezensionen von Immenhof:
00-Laschet von David Safier
Etwas zu viel
Nachdem mir bereits einige andere Bücher des Autors wie „Mieses Karma“, „Mieses Karma 2“ und „Muh!“ gut gefallen haben, war ich sehr gespannt auf „00 Laschet“. Der gewohnt lockere Schreibstil mit den kurzen Kapiteln sorgt dafür, dass sich das Buch angenehm und schnell lesen lässt.
Besonders der Einstieg hat mir sehr gut gefallen.
Die Idee, dass sich tief unter Schloss Bellevue die Zentrale eines geheimen Geheimdienstes befindet und der Bundespräsident dabei eine ganz andere Rolle spielt als allgemein angenommen, fand ich originell und amüsant. Gerade die Verbindung von Politik und Agentenparodie hat bei mir zunächst viele Schmunzler ausgelöst.
Im weiteren Verlauf wurde die Handlung für meinen Geschmack jedoch zunehmend abgedrehter. Die Geschichte entfernte sich immer weiter von jeder realistischen Grundlage und setzte immer stärker auf spektakuläre Einfälle, geheime Technologien und Wunderwaffen. Hier war für mich irgendwann der Punkt erreicht, an dem des Guten etwas zu viel war.
Dennoch gibt es einige gelungene Elemente. Die tierliebenden Protagonisten waren sympathisch, die Szenen mit Maus und Hasen sorgten immer wieder für unterhaltsame Momente und auch die politischen Anspielungen haben mir gut gefallen. Insgesamt konnte mich der Humor aber nicht durchgehend tragen, da die Handlung für meinen Geschmack zu stark auf immer größere und außergewöhnlichere Bedrohungen ausgerichtet war.
So bleibt für mich ein kurzweiliger, stellenweise sehr lustiger Roman mit einer starken Ausgangsidee, der mich in der zweiten Hälfte jedoch nicht mehr ganz so überzeugen konnte wie andere Bücher des Autors.
Rezensionen von Shilo:
Bruder Enno und das Herz des Störtebeker von Maike Salhofen
Mehr als nur eine Störtebeker Geschichte
Die Geschichte führt in eine Zeit, in der Angst und Hoffnung oft nah beieinanderliegen. An der Küste sorgen rätselhafte Todesfälle für Unruhe, und schnell wird klar, wie sehr Aberglaube den Alltag der Menschen bestimmt. Diese Unsicherheit begleitet die Handlung über weite Strecken und verleiht ihr eine besondere Spannung.
Bruder Enno gerät dabei immer tiefer in Vorgänge hinein, die weit über seine eigentliche Aufgabe hinausgehen. Seine Suche nach Antworten sorgt dafür, dass sich nach und nach immer neue Fragen auftun. Gleichzeitig stehen nicht nur die geheimnisvollen Ereignisse im Mittelpunkt. Auch persönliche Entscheidungen und alte Verpflichtungen beeinflussen den Verlauf der Geschichte.
Interessant ist auch, wie selbstverständlich historische Persönlichkeiten in die Handlung eingebunden werden. Klaus Störtebeker erscheint nicht als ferne Legende, sondern als Mensch mit eigenen Wünschen und Konflikten. Dadurch wirkt vieles näher und greifbarer.
Die Handlung nimmt sich Zeit für ihre Figuren. Manche Entwicklungen kommen leise daher und entfalten ihre Wirkung erst nach und nach. Gerade das hat gut zur Geschichte gepasst. Vieles entsteht aus den Menschen selbst und nicht nur aus den Ereignissen um sie herum.
Das Ostfriesland des ausgehenden 14. Jahrhunderts wirkt lebendig, ohne dass lange Erklärungen nötig sind. Die Zeit wird beim Lesen spürbar, weil viele Einzelheiten ganz natürlich in die Handlung eingebunden sind.
Bis zum Schluss bleibt offen, wem zu trauen ist und welche Zusammenhänge sich hinter den Todesfällen verbergen. Genau diese Mischung aus Geheimnissen, Machtkämpfen und persönlichen Schicksalen hat das Buch so besonders gemacht.
Diese Lektüre hat mich bis zur letzten Seite bestens unterhalten und erhält daher von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Rezensionen von Island :
Chaos von Andréa Ager-Hanssen
In der Krise
Das Cover, der Titel, der Klappentext und auch der Schauplatz des Romans haben mich direkt angesprochen.
Hedda, die Protagonistin, hat eigentlich ein gutes Leben, sie steht kurz vor dem Abschluss ihrer Doktorarbeit und sie und ihr Freund erwarten ein Baby. Doch dann läuft alles plötzlich nicht mehr wie geplant und Heddas Leben gerät ziemlich aus dem Gleichgewicht.
Da hilft es auch wenig, dass ihr Vater plötzlich wieder in ihrem Leben auftaucht, der gerne große Pläne schmiedet, ohne, dass viel dahintersteckt.
Grundsätzlich hat mir diese Konstellation gut gefallen und auch den modernen Erzählstil, mit den oft recht verwirrenden Wechseln zwischen der Gegenwart und Heddas Kindheit fand ich interessant und das Chaos in Heddas Leben wiederspiegelnd. Es wird auch sehr gut deutlich, wie dysfunktional Heddas Familie ist und, wie sie das seit ihrer Kindheit geprägt hat. Das traumatische Ereignis, das Hedda so aus der Bahn wirft, wird authentisch und ohne zu beschönigen geschildert, sodass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Ansonsten bleiben die verschiedenen Charaktere im Roman für meinen Geschmack aber zu blass, ich hätte gerne etwas mehr über sie erfahren, insbesondere den Vater, was er so genau getrieben hat, bevor und während er weg von seiner Familie war.
Rezensionen von Ruth:
Die Liebeshungrigen von Karine Tuil
Unterhaltsamer und schonungsloser Gesellschaftsroman
Karine Tuil ist bekannt für ihre gesellschaftskritischen Gegenwartsromane, in denen sie schonungslos Missstände und Ungerechtigkeiten in der französischen Gesellschaft aufzeigt. Das ist nicht anders in ihrem elften Roman „Die Liebeshungrigen“.
Im Zentrum steht Dan Lehman, bis vor einem Jahr noch Präsident von Frankreich.
Einst als Hoffnungsträger für soziale Gerechtigkeit angetreten, hat er seine Wählerschaft während seiner Regierungszeit enttäuscht. Die sehen in ihm einen Verräter der Arbeiterschaft und erteilen ihm nun bei seiner erneuten Kandidatur eine Abfuhr. Diese Niederlage stürzt Lehman in eine tiefe existenzielle Krise. Es fällt ihm schwer, sich mit seinem Machtverlust abzufinden und er kämpft dagegen an, in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen.
Ein Versuch, als Schriftsteller wieder Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen, scheitert allerdings grandios.
Danach versinkt er in Selbstmitleid und sucht Zuflucht im Alkohol.
Darunter leidet auch seine Ehe mit der um zwanzig Jahre jüngeren Hilda, einer deutschen Schauspielerin. Für sie hatte er vor ein paar Jahren seine Frau Marianne, eine Schriftstellerin, verlassen, mit der er drei mittlerweile erwachsene Kinder hat.
Während seiner Amtszeit galten Hilda und er als „Power-Paar“, sie die erfolgreiche Schauspielerin, er der charismatische Politiker. Doch nun, wo die schöne Fassade gefallen ist, bröckelt auch das Bild vom glücklichen Paar. Einzig die Liebe zur taub geborenen Tochter Anna verbindet sie noch miteinander.
Auch Hilda fühlt sich ins Abseits gedrängt. Als Präsidentengattin blieben die Rollenangebote aus und nun ist sie mit Anfang Vierzig zu alt für das Filmgeschäft. Doch dann bietet ihr der anerkannte Regisseur Nizon die Hauptrolle in seinem nächsten Film an. Pikanterweise stammt die Buchvorlage von Marianne.
Damit wechselt der Fokus vom Politikbetrieb hin zum Filmgeschäft, wobei sich viele Gemeinsamkeiten zeigen. Beide Welten leben von der Inszenierung und davon, dass die Personen ihre Rollen überzeugend rüberbringen. Eitelkeit, Konkurrenzdenken und Machtmissbrauch sind weitere Parallelen. Und Politiker wie Filmschaffende stehen im Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung, müssen mit den Begleiterscheinungen davon leben.
Auch die Medienlandschaft wird kritisch seziert. Der geht es nicht mehr um objektive sachliche Berichterstattung, vielmehr bedient sie den Voyerismus ihrer Gefolgschaft. Und wen sie heute noch euphorisch feiert, der wird morgen schon gnadenlos demontiert.
Das große Finale findet dann bei den Filmfestspielen in Cannes statt, wo alle Figuren des Romans aufeinandertreffen.
Eine unrühmliche Rolle dabei kommt dem Regisseur Nizon zu. Mit seinem Film über eine Arbeiterin, die sich gegen männliche Gewalt zur Wehr setzt, lässt er sich als überzeugter Feminist feiern. Dabei ist er der Prototyp eines Narzissten, der aufs Übelste Frauen manipuliert und demütigt.
Hier entlarvt die Autorin die Kulturbranche, die sich gerne als Vorreiter sieht für Freiheit und Selbstbestimmung und vorgibt, besonders gesellschaftskritisch zu sein, tatsächlich aber Teil des Systems ist, das sie an den Pranger stellt.
Karine Tuil hat ihren Roman mehrstimmig angelegt, wobei Dan Lehman gerade im Anfangsteil viel Platz eingeräumt wird. Von ihm erzählt sie nicht nur in personaler Form, sondern lässt ihn auch selbst zu Wort kommen. In einem Audio-Tagebuch spricht er über Politik und Privates, erzählt von seiner Kindheit und Jugend. Dazu kommen kursiv gesetzte Textstellen, in denen wir seine Alkoholexzesse mitverfolgen dürfen.
Kapitelweise wechselt Karine Tuil die Erzählperspektive und beleuchtet so näher die wichtigsten Protagonisten.
Dass ansonsten nur Marianne eine Ich-Perspektive zugestanden wird, ist klug gewählt, ist sie doch eine der wenigen positiv gezeichneten Figuren und die Einzige, die zur Identifikation einlädt. Und mit ihr, der Schriftstellerin, zeigt die Autorin, welche Rolle sie der Literatur zumisst: Als Gegenpol zur oberflächlichen, nur auf Schein bedachten Welt ist die Literatur zuständig für Wahrheit und Moral.
Überhaupt kommen die Frauenfiguren bei Karine Tuil besser weg als die Männer, die durchgängig Narzissten oder prinzipienlose Ehrgeizlinge sind.
Mit Marianne, Hilde und Léonie, Dans Tochter aus erster Ehe, porträtiert die Autorin drei Frauengenerationen, die unterschiedliche Haltungen einnehmen.
Marianne ist zwar gekränkt, weil ihr Mann sie wegen einer jüngeren Frau verlassen hat. Trotzdem wirkt sie gefestigt und findet in ihrer Arbeit Erfüllung.
Hilda ist ehrgeizig und lässt sich ausnutzen und erniedrigen um des Erfolges willen.
Léonie dagegen steht für eine junge Generation von Frauen, die vehement für ihre Rechte einsteht. Allerdings ist auch sie nicht ohne Widersprüche. So lässt sie sich anfangs noch von Nizons Charme blenden.
Überhaupt zeichnet Karine Tuil all ihre Figuren nicht eindimensional, sondern gibt ihnen Tiefe und Ambivalenz.
Karine Tuil hat sicher keinen Schlüsselroman geschrieben, auch wenn sich Parallelen zu lebenden Personen finden lassen. Ihr ging es darum, Strukturen aufzuzeigen, die sich nicht auf Frankreich beschränken.
Im Original lautet der Titel „La guerre par d’autres moyen“ - Krieg mit anderen Mitteln“, was mir passender erscheint, denn bekämpfen tun sich hier viele.
Karine Tuil hat mit „Die Liebeshungrigen“ einen so unterhaltsamen wie schonungslosen Gesellschaftsroman geschrieben, der viel Stoff zum Diskutieren bietet.











