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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von nanu?!:

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Septemberkinder 89 von Krisz Hardy

Spannende Flucht zweier Kinder

Die Eltern von Paul und Michi fühlen sich gezwungen, aus der DDR zu flüchten. Nur können sie schweren Herzens ihre Kinder nicht mitnehmen. Die Flucht wäre zu beschwerlich und gefährlich.
Das sieht der 13-jährige Paul aber anders und bevor die Oma die Kinder an die Polizei übergeben kann - die findet nämlich, die Kinder seien schon immer besser im Heim aufgehoben - packt Paul seinen und Michis Rucksack und zusammen machen die beiden sich leise auf, Richtung Tschechoslowakei.

Ihr Ziel: Österreich!

Die Geschichte von Paul und Michi ist zwar fiktiv, aber sie hat mich voll mitgenommen.
Erzählt wird die ganze Zeit aus Pauls Sicht und der arme Kerl kann einem die ganze Zeit nur Leid tun, bei dem was er sich und seiner kleinen Schwester aufbürdet.
Die Strapazen, die Erschöpfung und die Unsicherheit die Paul während der Reise fühlt. Und mehr als ein Mal bereut er, es überhaupt versucht zu haben mit die Flucht. Vor allem wegen seiner Schwester, für die alles ja noch mal ein Stück anstrengender ist.
Und die kleine Michi, die erst neun ist und das unerschütterliche Vertrauen, das sie in ihren Bruder hat. Egal was passiert, Paul wird es schon für sie richten.
Nicht immer trifft Paul die besten Entscheidungen, und mehr als einmal habe ich als erwachsene Leserin für mich gedacht: "Oh, tu das nicht Paul, ihr werdet noch entdeckt".
Denn die Flucht der beiden bleibt natürlich nicht lange unbemerkt und überall wird nach den Kindern gefahndet.

Sehr schön fand ich die unerwartete Hilfe, die die Kinder überall von Menschen erleben, die schon ihre eigenen Erfahrungen mit dem Staat gemacht haben.
Von Anfang an habe ich mit den beiden mitgefiebert und ihnen das beste Ende für ihr unfreiwilliges Abenteuer gewünscht. Und vielleicht habe ich auch an der einen oder anderen Stelle ein Tränchen verdrückt, weil Paul und Michi mich so sehr berührt haben.
Die beiden habe ich richtig in mein Herz geschlossen.

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Septemberkinder 89

Rezensionen von Chrissi:

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Halbwach von Sophia Como

Zoe

Nachdem „Halbwach“ von Sophia Como von so vielen herbeigesehnt wurde, hat auch mich die Vorfreude angesteckt und das Buch hat mich absolut begeistert.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Das Hörbuch ist von Josi Wismar gesprochen, ihre Stimme ist unglaublich angenehm und lebendig.
Die Charaktere sind nicht perfekt, was sie unglaublich nahbar und verständlich machen.

Zoe ist selbstbewusst, echt, freiheitsliebend, Liebesromanautorin (die selbst nicht an die Liebe glaubt) und gibt nichts auf die Meinung anderer.
Sie geht auf Partys, hat unverbindlichen Sex, glaubt nicht an die Liebe und erst recht nicht an Beziehungen, bis sie Meal trifft der ihr so ähnlich zu sein scheint, der ihre Lebensweise versteht und nicht verurteilt.
Doch eigentlich ist Zoe tief in sich drin unsicher und will geliebt werden, obwohl sie schwer Liebe zulassen kann.
Ihre Entwicklung hat mich sehr berührt.

Dieses Buch ist so erfrischend ehrlich und verstehend.
Eine ganz klare Empfehlung.
Ich freue mich auf mehr solcher Bücher von Sophia Como.

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️/5


Vielen Dank an Sophia Como und den HarperCollins Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. Die geäußerte Meinung ist meine eigene.

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Halbwach

Rezensionen von yellowdog:

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Besondere Vorkommnisse von Martha Baillie

Geheimnisvolles in der Allan Gardens Public Library

Der Wagenbach-Verlag hat oft ganz besondere Bücher, und dieses gehört auf jeden Fall dazu. Es hat eine ungewöhnliche Erzählform, da es ausschließlich aus Berichten besteht.
Die Handlung spielt sich in einer Bibliothek in Toronto ab. Die Berichte stammen von der 32jährigen Bibliothekarin und es sind ungewöhnlich viele außergewöhnliche Vorfälle, die da geschehen.

Viele der Nutzer verhalten sich auffällig. Nicht selten gibt es Konflikte. Außerdem tauchen da Briefe auf, die die Protagonistin als persönlich und bedrohlich empfindet.
Hinzu kommt ihre Beziehung zu dem Künstler Janko.
Das Buch ist trotz der Form gut lesbar und wird nie langweilig. Empfehlenswertes Buch!

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Besondere Vorkommnisse

Rezensionen von Lerchie:

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Wo die Liebe ein Zuhause findet von Kerstin Sonntag

Karriere oder Schwarzwald

Karolines Karriere steht vor dem Aus. Voller Selbstzweifel fährt sie in den Schwarzwald, den Ort ihrer Kindheit. Sie findet auf Hennys Gnadenhof Wärme, Wertschätzung und neue Orientierung. Henys tiefer Glaube berührt sie, Auch der wortkarge Holzschnitzer Simon lässt sie nicht kalt. Karolina stellt sich ihren alten Verletzungen und vermutet, dass ein neuer Anfang gemacht werden kann.

Doch wird sie so mutig sein, ihrem Herzen zu folgen und auch ihren Glauben wiederentdecken?

Meine Meinung
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, da keine Unklarheiten im Text den Lesefluss störten. In die Geschichte bin ich schnell hineingekommen und konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Karolina ist als Journalistin auf ihre Karriere fixiert. Doch von ihrem Vorgesetzten wird sie bitter enttäuscht. Zudem nötigt er ihr einen längeren Urlaub auf. Und so landet sie im Schwarzwald auf Hennys Gnadenhof, und das, obwohl sie Angst vor Tieren, insbesondere vor Hunden, hat. Sie fühlt sich mit der Zeit dort so wohl. Dass sie am liebsten bleiben möchte. Doch immer noch steht ihr die Karriere im Sinn. Zurück in Köln vermisst sie jedoch ihr Leben der letzten Wochen. Was kann, was wird sie tun? Landleben oder Karriere? Das Buch ist von Anfang an spannend, denn ich habe mit Karoline gelitten, gezittert und mich auch gefreut. Es hat mir gut gefallen, mit gefesselt und auch gut unterhalten. Leseempfehlung und fünf Sterne.

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Wo die Liebe ein Zuhause findet

Rezensionen von Ameland:

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Der Prätorianer von Tobias Bukkehave

Familiäre Verwicklungen

Ein toter junger Mann, auf dessen Augenlidern jeweils eine antike Goldmünze liegt, rundherum altertümliche Gegenstände und das Ganze wird von vielen Kerzen erhellt. Das ist der Anblick, der sich der Kriminalkommissarin Sara Levin und ihrem Partner Janus West bietet. Was hat es mit dieser Szenerie auf sich? Bevor das Team eine bestimmte Richtung für die Ermittlung einschlagen kann, wird ein zweiter Leichnam gefunden.

Sara ist keine Frau, die einem auf Anhieb sympathisch ist. Sie ist eigensinnig und bestimmt gerne die Richtung. Sie ist geprägt von einem familiären Ereignis in der Vergangenheit, welches sie hier wieder einholt. Janus West ist der ausgleichende Part bei diesem Ermittlerduo.

Mich hat dieser Thriller schnell gepackt. Leider fand ich dann das, wenn auch schlüssige, Ende konstruiert und teilweise unglaubwürdig. Interessant waren für mich die historischen Artefakte und der geschichtliche Hintergrund dazu. Hier konnte ich einiges Neues lernen.

Insgesamt jedoch hat mir der Thriller von Tobias Bukkehave gut gefallen. Da sich am Ende noch eine unbeantwortete Frage ergibt, bin ich gespannt auf die Fortsetzung.

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Der Prätorianer

Rezensionen von Natalie:

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Böse Stunde: Thriller von Catherine Shepherd

Tolle Fortsetzung der Reihe

Der Thriller ist der neueste Band aus der Zons-Reihe der Autorin, in der immer auf zwei Zeitebenen ermittelt wird. Einmal in der Gegenwart, wo diesmal ein Täter seine Opfer mit einem Zahnrad ermordet zurücklässt und der zweite Strang spielt in Zons 1507, in der Stadtsoldat Bastian Mühlenberg ebenfalls mit einer rätselhaften und grausamen Mordserie kämpft.

Ich freue mich jedesmal sehr, wenn aus der Reihe wieder ein Thriller erscheint. Neben, dem für mich, immer absolut spannend und wendungsreich ausgearbeitetem Fall, tragen gerade die beiden Zeitstränge zur Spannung bei. Das hat eine ganz eigene Dynamik und das Miträtseln, wie die beiden Fälle zeitübergreifend zusammenhängen könnten, macht mir beim Lesen immer sehr viel Spaß.
Von daher von mir wieder eine absolute Leseempfehlung für den Thriller.

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Böse Stunde: Thriller

Rezensionen von Annaja:

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Die Psychiaterin - Wurde ihr der Job zum Verhängnis? von Freida McFadden

Ein neues Zuhause suchen

Das Buch der beliebten Autorin Freida McFadden wurde aus der Sicht von Tricia, die gemeinsam mit dem neuen Ehemann auf Haussuche ist und aus der Perspektive von Dr. Adrienne Hale in der Vergangenheit erzählt.

Ethan und Tricia finden ein tolles, alleinstehendes Anwesen, das sie besichtigen möchten, doch die Immobilienmaklerin taucht dort gar nicht auf, weil offenbar ein Schneesturm die Anfahrt verhinderte.

Die beiden Frischvermählten dringen aber in ihrer Not in das leerstehende Haus ein und richten sich notdürftig ein. Während Tricia große Bedenken hat, weil seltsame Geräusche und Anzeichen sie hier beunruhigen, kommt Ethan immer mehr in Fahrt. Alles gefällt ihm hier und er versucht, das kalte Haus behaglicher zu machen und mit Wärme für Tricia zu versorgen. Sie ist noch immer frisch verliebt in ihren Gatten, von dem sie bisher sehr wenig aus seiner Vergangenheit erfahren konnte und sie genießt seine Fürsorge. Während ihrer Hauskontrolle findet Tricia einen geheimen Raum, in dem die ehemalige Besitzerin und Psychiaterin Dr.Adrienne Hale ihre Aufzeichnungen und Kassetten der psychisch kranken Patienten aufbewahrt hat. Neugierig sieht sie sich um und erfährt hier, dass Adrienne von einem ihrer schwierigsten und unangenehmen Patienten erpresst und bedroht wurde.

Die Atmosphäre im Haus ist mehr als gespenstisch und man spürt sofort, dass hier mehr passiert ist, als dass die ehemalige Hausbesitzerin einfach verschwunden ist. Die Suche nach ihr, ihrer Leiche oder nach ihrem vermeintlichen Mörder werden im Buch zum Beispiel gar nicht thematisiert.

Der Autorin ist auch mit diesem Thriller trotz allem wieder eine perfekte, überraschende Drehung gelungen. Alle lügen in gewisser Weise und ein Mord aus Notwendigkeit heraus, kommt da auch nicht unerwartet. Das Ende wirkt dabei fast schon kitschig.

Man kann ein Buch von McFadden auf jeden Fall schwer aus der Hand legen, es bleibt wie immer, spannend bis zum Schluss.

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Die Psychiaterin - Wurde ihr der Job zum Verhängnis?

Rezensionen von Natalie:

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Deine Zeit wird kommen von Carl-Johan Vallgren

Düster, vielschichtig, spannend

Schweden, 1993. In einem abgelegenen Waldstück wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, was für diese eigentlich sehr beschauliche Gegend sehr ungewöhnlich ist. Kommissar Björling und seine Kollegin Johanna aus Stockholm beginnen zu ermitteln, ohne zu ahnen, welche Ausmaße dieser Fall noch annimmt.

Und dann verschwindet auch Björlings Tochter noch spurlos…

Der Thriller punktet vor allem durch das stimmige, auch düstere Setting sowie den toll ausgearbeiteten Charakteren. Genau davon lebt die Handlung, wird die Spannung aufgebaut. Dabei „passiert“ nicht permanent etwas, sondern es liegt ein unterschwelliges Gefühl vor, dass hinter dem Fall mehr steckt als auf den ersten Blick sichtbar wird. Das zeigt sich auch durch die privaten Geschichten der beiden Ermittler. Die wechselnden Perspektiven bringen dabei zusätzliche Spannung rein und der Thriller bleibt bis zum Schluss fesselnd. Ein absolut gelungener Thriller - Leseempfehlung von mir.

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Deine Zeit wird kommen

Rezensionen von Schlafmurmel:

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Blauäugig von Beate Winter

Blauäugig – ein spannender Krimi mit bitterem Familiendrama

Schon allein das Cover mit dem dunklen Himmel und der Windmühle ist ein echter Hingucker und hat mich neugierig gemacht. Und auch der Krimi selbst konnte mich schnell packen. „Blauäugig“ von Beate Winter war für mich ein richtig spannender und zugleich anspruchsvoller Krimi, der sich im Laufe der Geschichte allerdings immer mehr zu einem halben Familiendrama entwickelt – mit einem wirklich schlimmen Ende.

Am Anfang war ich durch die wechselnden Perspektiven noch etwas verwirrt und musste die eine oder andere Stelle noch einmal nachlesen. Danach war ich aber mitten in der Geschichte. Besonders gut hat mir die Polizeiarbeit gefallen. Die Ermittlungen wirkten für mich sehr realistisch: Das Team um Kommissar Frommelt bespricht die Vorgehensweise, wertet neue Erkenntnisse aus und ermittelt in alle Richtungen. Hier wird nicht einfach schnell irgendeine Lösung präsentiert, sondern mit viel harter Arbeit und Logik Stück für Stück der Fall gelöst.
Besonders interessant fand ich Richard Wehmeier. Er saß bereits acht Jahre wegen des Mordes an einem Kind im Gefängnis und beteuerte immer wieder seine Unschuld. Nun wird erneut ein Mädchen ermordet – und plötzlich gerät ausgerechnet er wieder unter Verdacht. Da fragt man sich natürlich sofort: Was haben die beiden Morde miteinander zu tun?
Kommissar Frommelt und Richard Wehmeier sind für mich die beiden Hauptfiguren. Beide wirken sympathisch und lebensnah. Vor allem mit dem freundlichen, gutherzigen und manchmal etwas gutgläubigen Wehmeier konnte ich richtig mitfühlen. Es muss schrecklich sein, alles zu verlieren und dann erleben zu müssen, dass sich dieses Drama möglicherweise wiederholt und einem niemand glaubt.
Diesmal hatte ich allerdings schon relativ früh eine Ahnung, wer der wahre Täter sein könnte – und tatsächlich lag ich richtig. ???? Trotzdem hat das der Spannung keinen Abbruch getan. Das Ermittlerteam um Frommelt hat den Fall für mich überzeugend und logisch gelöst.
Ein spannender, anspruchsvoller Krimi mit realistischen Ermittlungen, sympathischen Charakteren und einem bitteren Familiendrama. Ich freue mich jetzt schon auf Band 2!

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Blauäugig

Rezensionen von clematis:

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Der Totengräber und der Orden des Teufels von Oliver Pötzsch

Novemberjagd

„Der November war der perfekte Monat für die Jagd, …“ [kindle, Pos. 2557] und tatsächlich ereignen sich im November 1896 bizarre Mordfälle, welche von Inspektor Leopold von Herzfeldt aufgeklärt werden sollen. Die Hauptstadt der Monarchie ist in Aufruhr, denn Zeitungsmeldungen zufolge geht es um satanische Messen und Tote mit durchtrennter Kehle und herausgeschnittenen Zungen und Herzen.

Wer, wenn nicht das illustre Dreigespann Inspektor Leopold von Herzfeldt, seine Verlobte, Reporterin Julia Wolf und August Rothmayer, seines Zeichens Totengräber am legendären Wiener Zentralfriedhof, kann hier für Klarheit im Herbstnebel sorgen?

Die Atmosphäre in der königlich und kaiserlichen Monarchie ist auf grandiose Weise eingefangen, die Kluft zwischen Arm und Reich so groß wie nie. Hervorragend sind die einzelnen Figuren herausgearbeitet, egal, ob „Haupt-“ oder „Neben-“Rolle, jeder Auftritt ist meisterlich in Szene gesetzt und so realistisch, als hätte sich das alles tatsächlich vor Pötzschs Augen abgespielt, um nur noch von ihm niedergeschrieben zu werden. Als besondere Raffinesse begegnen wir sogar dem Psychoanalytiker Sigmund Freud. Von den Schauplätzen her verschlägt es uns diesmal in die noble Wieden und nach Favoriten, wo sich zwischen Ziegelböhm und Sandlern angeblich der Teufel umtreibt, ja, sogar nach Pressburg führt die Reise, welche 1896 eine der wichtigsten Städte in Ungarn war. Eine Reihe von historisch interessanten Details verpackt der brillant formulierende Schriftsteller wie zufällig ins Geschehen, die zunehmende Ausländerfeindlichkeit, der Judenhass, die in Österreich verbotenen Freimaurer, Satanismus, Anarchie und vieles mehr begründen die besondere Stimmung, welche noch verstärkt wird durch den tristen November mit „leisem Regen und Nebel, der in Schwaden an den schäbigen Mietskasernen vorbeizieht“ [kindle, Pos. 2557]. Ob die dargestellten Lebensumstände auf Parallelen zur heutigen Zeit hinweisen wollen? Die damaligen Krisenherde sind jedenfalls augenscheinlich, die politische Stimmung sogar - oder vielmehr gerade - in Kreisen der Polizei aufgeheizt und offen antisemitisch. Wie passen da die Logen der Freimaurer ins Bild? Große Geheimnisse, Teufel mit Pferdefüßen und allerlei Persönliches rund um Leopold und Julia bieten fulminante Unterhaltung bei diesem fünften Fall für Herzfeldt.

Die herausragende Atmosphäre des ausklingenden 19. Jahrhunderts, die Brisanz der Bluttaten, die logische Handlungsabfolge und nicht zuletzt die gekonnte schriftstellerische Umsetzung ist auch diesmal mehr als überzeugend. Ohne Übertreibung ist „Der Totengräber und der Orden des Teufels“ der beste Krimi, den ich bislang in diesem Jahr gelesen habe. Dafür kann es nur eine Leseempfehlung geben, für höchsten Genuss selbstverständlich nach den vier Vorgängerbänden!

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Der Totengräber und der Orden des Teufels