Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Shilo:
My tears will dry von Johanna Kunze
Zwischen Angst und Neuanfang
Manchmal gibt es Bücher, die nicht leicht zu lesen sind, weil die Themen schwer auf einem lasten. Hier war schnell klar, dass Lucys Geschichte keine einfache sein würde. Aus einer Beziehung, die anfangs Sicherheit verspricht, entsteht etwas ganz anderes. Gerade dieser Wandel wurde greifbar beschrieben und hat stellenweise betroffen gemacht.
Die Abschnitte auf der Ranch in Montana bringen eine andere Stimmung hinein. Zwischen all den alten Verletzungen entsteht langsam der Gedanke, dass ein anderes Leben vielleicht doch möglich ist. Sehr gut gefallen hat mir, dass nichts überstürzt wirkt. Lucy macht keine schnellen Schritte nach vorn. Vieles dauert, manches wirkt unsicher, und genau das passte für diese Geschichte.
Jess bleibt lange schwer einzuschätzen. Das hat mich neugierig gemacht, auch wenn nicht jede Entwicklung überraschte. Trotzdem mochte ich die ruhigeren Momente zwischen den Figuren oft mehr als die dramatischen.
Nicht alles hat mich vollständig erreicht. Einige Situationen hätten noch ausführlicher sein dürfen und manche Entscheidungen wirkten etwas schwer nachvollziehbar. Das hat die Geschichte für mich aber nicht kaputtgemacht.
Am stärksten blieb am Ende das Gefühl hängen, wie mühsam ein Neuanfang sein kann, wenn alte Erfahrungen immer wieder dazwischenstehen. Das Buch erzählt nicht nur von Liebe, sondern auch davon, wie lange es dauern kann, wieder Vertrauen aufzubauen.
4 Sterne für eine Geschichte mit ernsten Themen, ruhigen Momenten und Figuren, die nicht sofort alle Antworten liefern.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Strandopfer von Frank Goldammer
Hier ist wenig, wie es scheint
Dieser Krimi ist Auftakt zu einer neuen Reihe von Frank Goldammer, die uns an die polnische Ostsee führt wo vier befreundete Ehepaare sowie die Tochter eines Paares ihre Ferien verbringen. Die vermeintliche Idylle zerbricht, als einer der Urlauber, Joachim Hundt, tot am Strand aufgefunden wird. Weil Hundt ein Mitarbeiter im deutschen Innenministeriums war, wird Oberkommissarin Lena Schuldt vom BKA Berlin nach Swinemünde entsendet, um sicher zugehen, dass es sich hier um einen schnöden Badeunfall handelt.
Gleich bei ihrer ersten Begegnung stehen sich Lena Schuldt und ihr polnischer Kollege Adam Krawczyk mit ihren Vorurteilen gegenüber.
Als sich herausstellt, dass Hundt ermordet worden ist und in seinem Rachen ein großer Bernstein steckt, müssen sie zusammenarbeiten. Mehrmals weist Adam darauf hin, dass Lena in Polen nicht zu sagen hat. Zumal Lena kein polnisch spricht, während Krawczyk neben polnisch auch deutsch spricht. So muss sie immer wieder warten, bis er übersetzt hat, wobei sie den Eindruck hat, er dolmetscht nicht exakt.
Die Befragung der Urlauber ergibt zum Entsetzen der Ermittler, dass Luisa, die Tochter von Silvia Lizkow wird vermisst. Sie soll, trotz Verbotes mit Joachim Hundt zum Strand gefahren sein. Der Tote tritt in den Hintergrund und die Suche nach dem Mädchen läuft an. Gleichzeitig stellt sich heraus, dass sich die Ehepaare doch nicht so grün sind, wie sie behaupten. Außerdem torpedieren sie die Ermittlungen in dem sie mögliche relevante Beobachtungen verschweigen oder überhaupt lügen. Besonders die Mutter des Mädchens fällt durch eigenartiges Benehmen auf. Der Druck das vermisste Mädchen zu finden, wird stetig höher. Doch es gibt weitere Tote und die Ermittler leisten sich auf Grund ihrer gegenseitigen Abneigung einige Ermittlungsfehler.
Werden sie das Mädchen lebend finden?
Meine Meinung:
Ich kenne so gut wie alle Krimis von Frank Goldammer - seine Fußballkrimis, die Bruch-Reihe sowie die beiden Dresden-Reihen rund um Max Heller und dessen Großvater Gustav Heller. Daher habe ich einen guten Überblick über das Werk des Autors. Schon mit der Bruch-Reihe beschreitet Goldammer einen neue Richtung. Seine Ermittler haben private Probleme, sind ohne Beziehung und voller Voreingenommenheiten den anderen gegenüber. Sind es in der Reihe Felix Bruch innerdeutsche Vorurteile zwischen BRD und DDR, so sind es nun Ressentiments zwischen Polen und Deutschland, die für Spannungen sorgen.
Goldammer zeigt in diesem spannender Auftakt zur Grenzfall Ostsee Reihe, welche Vorurteile immer noch in den Köpfen vorherrschen und gleichzeitig, dass es manche Menschen sehr gut verstehen, ihr Umfeld zu manipulieren. Die Geschichte hat viel Potenzial, das leider in einem Strudel von Missverständnissen, Kompetenzstreitigkeiten sowie den Flashbacks von Lena aus ihrer Jugend eingebremst wird. Ich persönlich finde das wirklich schade, dass hier zwischen den Ermittlern kein gutes Arbeitsklima herrscht. Adam besorgt sich heimlich Informationen über Lenas Vorleben und bestätigt mit seinen eigenen Vorurteilen die ihren, die sich ständig zu bestätigen scheinen.
Insgesamt sind die Charaktere hier sehr gewöhnungsbedürftig. Die verschwundene Luisa wird von den Erwachsenen, sogar von ihrer Mutter, als Störenfried, verzogenes Gör beschrieben und hat wenig Liebenswertes an sich.
Die mehrmaligen Wiederholungen über Lenas Kindheit bzw. Jugend sind ein wenig zäh, denn man erfährt nichts wirklich neues.
Interessant zu lesen ist, dass die Hierarchie bei der polnischen Polizei ziemlich militärisch wirkt, was für die deutsche Ermittlerin durchaus irritierend ist. Nun ja, man wird sehen, wie es mit diesem ungleichen Paar weitergehen wird.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Reihenauftakt, der ein Ermittler-Duo zeigt, dass beide randvoll mit Vorurteilen dem jeweils anderen gegenüber sind, und trotzdem zusammenarbeiten müssen, 4 Sterne.
Rezensionen von Petra:
Schlafende Vulkane von Michael Hjorth; Bjarni Thorsson
Ein Island Krimi
Eine junge Frau wurde auf grausame Weise ermordet,ihr Kind ist verschwunden. Helga eine junge Ermittlerin wird mit d, er Leitung des Teams beauftragt, denn es ist für alle ein neues Thema in island wo es wenige verstörende Verbrechen gibt. Bjarni ein Verkehrspolizist mit sehr viel Ortskenntnis unterstützt sie erst bei der Suche nach dem Jungen und dann auch bei dem Fall der immer größere Deimensiionen bekommt.
Indasdieser neuen Serie von einem bekannten Schriftsteller mit einem neuen Partner, erfährt man mehr von den Interna hinter den Verbrechen. Es geht um Kompetenzen, Hierachien und natürlich auch ums Budget. Das Privatleben ist mehr im Hintergrund aber nicht weniger dramatisch. Da ist auffällig das die beteiligten Frauen anscheinend sehr kontrollierende oder fürsorgliche Männer haben bzw. Ex-Männer.
Der Fall ist spannend und grausam, der Täter ist zwar immer Sekunden schneller als die Ermittler aber die sind ihm erstaunlich schnell auf der Spur. Viel Instinkt und Beobachtungsgabe sind die Hilfsmittel dafür.
Fehler verzeiht der Fall nicht, das bekommt Helga am eigenen Leib zu spüren. Damit ist gut dargestellt das manche Vorschriften ihren Sinn und Verstand haben und auf eigene Faust zu arbeiten nicht immer ideal ist.
Ein gelungener Serienauftakt.
Rezensionen von Buchseelensammlerin:
Die Meerglas-Schwestern von Eleanor Buchanan
Familiengeheimnisse
Ich liebe Bücher in denen langgehütete Familiengeheimnisse ans Licht kommen und die Welt der Protagonistin von jetzt auf gleich auf den Kopf stellt. Daher war ich nach der Leseprobe von "Die Meerglas-Schwestern" auch schon ganz gespannt auf Band 1 der "Die Töchter von Skara" Reihe.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und detailreich, wodurch ich von Anfang an gleich in die Geschichte eintauchen konnte.
Besonders gefallen hat mir dabei, dass wir nicht nur Roz auf ihrem Weg begleiten, sondern auch Iris in der Vergangenheit. Die dabei einfließenden historischen Einblicke machen die Geschichte dadurch noch etwas interessanter. Die Protagonistinnen Roz und Iris mochte ich beide sehr.
Das Setting von Australien zu Anfang, dann England und Schottland mochte ich ebenfalls sehr. Gerade die raue und oft mystische Landschaft Schottlands passt ja auch perfekt zu Familiengeheimnissen.
Erwähnen möchte ich noch, dass mir das Cover sehr gut gefällt. Es passt von der Bildgestaltung perfekt zur Geschichte.
Ich habe "Die Meerglas-Schwestern" regelrecht verschlungen. Es hat so viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen, dass ich Band 2 kaum erwarten kann.
Rezensionen von Katja K.:
Fever Dream von Elsie Silver
Gefühlvolle spicy Romance zwischen Bullenreiten und Datingshow
Dies war mein zweites Buch der Autorin und ich war einmal mehr angetan von dem wirklich tollen Schreibstil, der anschaulich und humorvoll-spritzig ist und gleichzeitig irgendwie klug und reif wirkt.
Die Charaktere hatten überraschend viel Tiefgang, was mich begeistert hat. Sowohl Emmett als auch Julia haben mir sehr gut gefallen.
Sie waren für mich in ihren Emotionen und ihrer Persönlichkeit richtig gut spürbar und die Päckchen, die sie zu tragen hatten, haben mich ebenso wie die gefühlvolle Dynamik zwischen ihnen sehr berührt. Dadurch konnte ich richtig gut mitfiebern.
Slow Burn und Pacing fand ich hervorragend umgesetzt. Die Spannung zwischen den beiden wurde richtig schön aufgebaut und die Geschichte erschien zu keiner Zeit gehetzt oder langatmig, sondern war für mich vom Tempo her rundum stimmig.
Auch das Setting auf der Ranch mit der überaus liebenswerten und lustigen Familie von Emmett und der Datingshow, die für viel Spannung und Drama gesorgt hat, fand ich toll. Es wurde ein Blick hinter die Kulissen einer solchen Show gegeben, was zusätzlich interessant war und zum Nachdenken angeregt hat.
Meine einzigen kleinen Kritikpunkte beziehen sich zum einen darauf, dass im ersten Drittel sehr viele sexuelle Anspielungen durch Emmett gefallen sind, die ich schon grenzwertig übergriffig fand. Auch die Spice-Szenen waren mir zu häufig und lang (weniger ist mehr!). Wenn so viele ausführliche Sexszenen geschildert werden, empfinde ich das mit der Zeit immer als etwas langweilig, weil es dann nicht mehr zum Plot und zur emotionalen Annäherung der Charaktere beiträgt. Aber es gehört auch irgendwie zu den Büchern der Autorin dazu. Zum anderen wäre das Buch für mich auch ohne die letzten zwei Kapitel stimmig gewesen. Die fand ich fast ein bisschen zu viel des Guten, ohne jetzt spoilern zu wollen.
Insgesamt hat mich diese Romance vor allem durch die intensiven Emotionen und das tolle Setting überzeugt und ich kann es kaum erwarten, nach Emerald Lake zurückzukehren für die weiteren Bände. Eine große Empfehlung für Romance-Fans, die kein Problem mit Spice haben!
Rezensionen von Shilo:
Orangentraum und Wellenschaum von Astrid Töpfner
Ein stimmiger Sommerroman
Dieses Mal hat sich Astrid Töpfner, die mir aus ihren historischen Romanen bestens bekannt ist, an ein neues Genre gewagt: einen Liebesroman, der den Leser nach Mallorca führt.
Charlotte ist frisch von ihrem Lebenspartner Leon getrennt, der sie nach zehn Jahren für eine Jüngere verlassen hat. Auf einem Flohmarkt fällt ihr ein alter Liebesbrief aus den siebziger Jahren in die Hände.
Ohne lange zu überlegen, reist sie gemeinsam mit ihrer Freundin Ronja auf die Insel, um die Empfängerin zu finden. Und dort begegnet sie einem Mann, der mehr in ihr auslöst, als ihr lieb ist.
Die Geschichte entwickelt sich ruhig und ohne große Dramatik. Charlotte wirkt zu Beginn vorsichtig und etwas zurückgezogen. Die Enttäuschung sitzt zu tief, und genau das macht ihre Figur greifbar.
Der alte Brief bringt eine zweite Ebene in die Handlung. Die Suche nach seiner Geschichte zieht sich leise durch das Buch und sorgt immer wieder für kleine Spannungsmomente. Es sind keine großen Wendungen, sondern eher feine Hinweise, die nach und nach ein Bild ergeben.
Die Insel selbst ist dabei mehr als nur Kulisse. Orangenhaine, kleine Wege und das Meer im Hintergrund werden in einfachen Bildern beschrieben, die sofort wirken. Beim Lesen entsteht schnell das Gefühl, für eine Weile an einem anderen Ort zu sein.
Auch die Begegnung mit Toni bleibt angenehm bodenständig. Die Wette zwischen den beiden lockert die Geschichte auf, ohne übertrieben zu wirken. Die Gespräche sind klar und wirken nah am Alltag. Gerade das passt gut zur gesamten Stimmung.
Im Laufe der Handlung wird deutlich, wie Charlotte langsam wieder Vertrauen fasst. Nicht plötzlich, sondern Schritt für Schritt. Dieser leise Wandel gehört zu den stärkeren Seiten des Buches.
Am Ende bleibt ein ruhiger Eindruck zurück. Es geht um neue Wege, um alte Geschichten und darum, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren.
Eine stimmige, ruhige Geschichte mit viel Atmosphäre, die ohne große Worte auskommt und gerade deshalb lange nachwirkt. 5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die ruhige Liebesgeschichten mögen, die ohne große Dramatik auskommen, dafür aber mit Gefühl, Atmosphäre und einem glaubwürdigen Neuanfang überzeugen. Besonders geeignet für Leserinnen und Leser, die Geschichten über zweite Chancen, leise Entwicklungen und stimmige Schauplätze schätzen.
Rezensionen von Gavroche:
Die Queen von Mayfair von Alex Hay
Gaunerei
Schon "Mayfair House" hatte mir gut gefallen und darum war ich neugierig, wie mir dieses Buch gefallen wird.
Und wieder geht es um eine wahnwitzige Geschichte, ein spektakuläres Spiel mit einem hohen Vermögen.
Die Protagonistin Quinn ist eine Gaunerin und sie und ihre Gruppe schlawinern sich regelrecht durchs Leben, immer auf der Suche nach dem nächsten Coup und dem nächsten Opfer.
Das ist nun der Duke of Kendall und in gekonnter Verkleidung und einem ausgetüfteltem Plan, der alles andere als gradlinig ist, geht es los. Allerdings bleiben Quinn nur fünf Tage, um ihr Ziel zu erreichen. Aber natürlich läuft nicht alles glatt, Quinn bekommt zwischendrin Gewissensbisse und dann wird sie auf einmal zum Opfer.
Eine rasante Lektüre, eine tolle Gaunerkomödie. Wunderbar geschrieben, sehr unterhaltsam und die Charaktere passen mal so gar nicht in eine Schublade. Und vor meinem Auge entstand sehr anschaulich diese Geschichte aufgrund der detaillierten Beschreibungen.
Auch das zweite Buch von Alex Hay hat mir sehr gut gefallen.
Rezensionen von Leser:
Schule mit Juli von Petra Eimer
tierische Projekttage
"Schule mit Juli" ist der sechste Band der Kinderbuchreihe rund um das Pferd, das plötzlich im Garten von Pauls Familie stand und seitdem bei ihnen lebt.
In der Schule stehen Projekttage an, und alle dürfen ihre Haustiere mitbringen. Bis auf das Pferd natürlich...
Die Kinder geben sich alle Mühe, um die Präsentation der Tiere zu einem kleinen Highlight zu machen.
Dazu tragen die Vierbeiner natürlich ihren Teil bei, was für Staunen und Lachfalten sorgt.
Es wird turbulent, aufregend und lustig. Eine Geschichte, die sehr unterhaltsam für die Zielgruppe ist, aber auch lehrreich mit kleinen Botschaften.
Die Gestaltung des Buches gefällt uns sehr gut. Neben dem einladendem Buchcover gibt es ein Inhaltsverzeichnis, ein Personenverzeichnis, viele farbige Illustrationen und natürlich eine unterhaltsame Geschichte!
Rezensionen von Eternal-Hope:
Ich erzähle von meinen Beinen von Cornelia Travnicek
Neurodivergenz von innen betrachtet
Walburga, genannt "Wally", lebt zusammen mit ihrem Mann Matthias und der gemeinsamen 11-jährigen Tochter Valerie, "genannt Vallie", und hat ihr Leben fast so einigermaßen im Griff. Bis auf all das, was sie vergisst und verlegt und durcheinander bringt, den Staub auf den Regalen und all die Projekte, die sie in Angriff nimmt und dann wieder vergisst oder verliert, weil das nächste aufregende Thema ihren Verstand okkupiert: "Warum immer alles verschwinden musste! Gäbe es einen Weltrekord in Dinge am schnellsten unwiederbringlich verlieren innerhalb eines Radius von weniger als drei Metern, ich würde diese Tabelle für immer anführen.
" (S. 47)
Bis jetzt wusste Wally nur über sich, dass sie etwas chaotisch zu sein scheint und die Dinge nicht so leicht geregelt zu kriegen scheint wie manche andere, weshalb sie sich auch ein zweites Kind nicht zugetraut hat, auch wenn sie ihre Tochter sehr liebt. Doch die kleine Vallie scheint ihr in vielem zu ähneln und bei ihr wurde sowohl eine Hochbegabung als auch ADHS diagnostiziert, also eine Abweichung vom Durchschnitt in zwei Bereichen, "twice exceptional", wie das heute in der Fachliteratur genannt wird.
Dazu sagt die Psychiaterin in dem Buch zu Vallies Eltern: "Viele Eltern glauben, dass durch eine Hochbegabung ADHS quasi ausgeglichen wird - so ist es eben nicht. Oder eben nur beschränkt, zu einem gewissen Grad. Dazu kommt der Frust, den ein solcher Mensch spürt, wenn ihm bewusst ist: Ich hätte mehr Potenzial, aber kann es nicht umsetzen. Vielleicht können wir uns das so vorstellen: Wie ein starkes Auto, das nicht genug Grip hat, um diese Kraft auf die Straße zu bringen." (S. 87)
Funktioniert Wallys Gehirn auf eine ähnliche Weise wie das ihrer Tochter und es wurde nur damals nicht erkannt? Und was bedeutet das für sie, für ihr Leben und für die Mutter-Tochter-Beziehung?
In diesem sehr unterhaltsam geschriebenen, tiefgründig recherchierten und empathischen Buch befinden wir uns direkt in Wallys Kopf. Wir erleben aus der Innenperspektive ihre Bemühungen mit, eine gute Mutter, Partnerin, Freundin, Arbeitnehmerin usw. zu sein und können ihren sprunghaft-wechselnden Aufmerksamkeitsfokus, die schnell ansteigende und dann aber wieder ins Vergessen fallende Begeisterung für immer neue Themen, aber auch Selbstkritik und - verurteilungen live mitbekommen, genauso wie die große Liebe zu Partner und Tochter.
Es ist eine sehr sympathische Familie, die hier porträtiert wird und wie nebenbei unterhält man sich nicht nur gut, sondern lernt eine ganze Menge über Neurodivergenz, insbesondere über ADHS und Hochbegabung. Mir ist noch kein anderes Buch untergekommen, das ADHS so authentisch nachfühlbar macht wie dieses.
Ein bisschen schräg fand ich manche Entwicklungen gegen Ende des Buches, aber diese sind vermutlich Geschmackssache und dienen letztlich auch dazu, manche Herausforderungen, die mit einem Gehirn, das abweichend vom Durchschnitt funktioniert, einhergehen können, noch einmal deutlicher zu illustrieren.
Insgesamt jedenfalls 5 Sterne für ein sehr gelungenes Werk von einer Autorin, die Themen gleichzeitig unterhaltsam und tiefgründig vermitteln kann und von der ich jetzt auf jeden Fall noch mehr lesen möchte!
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Der kleine Funke und das große Leuchten von Tobias Rudolf
Wundervoll berührend
Mein Fazit
Vorab möchte ich sagen, dass mich das Cover des Buches direkt angesprochen hat : Wunderschön farblich gestaltet mit so wunderschöner Illustration – das ist wirklich ein optisches Highlight.
So geht es dann auch im Innenleben des Buches weiter : Jede Doppelseite ist versehen mit Illustrationen, die perfekt zum Text passen und das Buch lebendig wirken lassen.
Durch die wunderschönen Farben entsteht eine ganz besondere Atmosphäre beim Lesen.
Das Thema ist sehr emotional und hat mich in vielerlei Hinsicht sehr berührt und auch zum nachdenken gebracht. Ein Vater, der eine ihm nahestehende Person verloren hat, entdeck in Gesprächen mit seiner Tochter, das Gefühle ihre Berechtigung haben, auch gelebt werden dürfen – auch als Mann. Denn, das ist in ganz vielen Teilen unserer Gesellschaft so, für Männer ist es manchmal sehr schwer, Gefühle zuzulassen und sie auch zu zeigen.
Der Autor hat ganz viel Gefühl beim Schreiben mit einfließen lassen, das merkt man dem Buch sehr an und das überträgt sich auch auf den Leser / die Leserin.
Der kleine Funke ist überall – das bleibt im Kopf und auch im Herz, wenn man das Buch beendet hat.
Für mich ein wunderschönes und wundervolles Buch, das nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene ist und hoffentlich jedem Leser / jeder Leserin das Leuchten zurückbringt. Eine ganz große Herzensempfehlung gebe ich dafür !
Das Buch „Der kleine Funken und das große Leuchten“ ist am 18. April 2026 beim GRÄFE UND UNZER Verlag erschienen.











