Kunden em pfehlungen
Rezensionen von LeserinLu :
Träume aus Feuer von Florian Illies
Wie immer
„Träume aus Feuer“ ist wieder genau das, was ich an Illies’ Büchern so schätze: eine ungewöhnliche historische Geschichte, erzählt mit großer Leichtigkeit, viel Atmosphäre und dieser ganz eigenen Mischung aus Poesie, kluger Beobachtung auf Basis umfangreicher Recherche und humorvollen Kommentaren.
Dieses Mal geht es um den Glasmacher Johannes Kunckel und seine Pfaueninsel.
Ehrlich gesagt hätte mich das Thema ohne Illies als Autoren kaum angesprochen. Glasmacherei, Alchemie, Feindschaften am brandenburgischen Hof sind eigentlich keine Stoffe, nach denen ich normalerweise greifen würde. Aber ich liebe einfach Illies Sprache, die verspielt und immer wieder herrlich kommentierend ist, ohne belehrend zu wirken. Für mich bestätigt dieses Buch wieder, dass ich vermutlich alles von Florian Illies lesen würde, selbst über Themen, die mich eigentlich überhaupt nicht interessieren. Denn wenn Geschichte so lebendig, poetisch und zugleich augenzwinkernd erzählt wird, macht die Lektüre einfach Spaß. Für Illies-Fans!
Rezensionen von Eternal-Hope:
Männer, Väter, Patriarchen. Eine Geschichte von Liebe und Macht von Augustine Sedgewick
Portraits berühmter Männer
Dieses Buch zu bewerten fällt mir schwer, weil es durchaus interessant zu lesen war, wenn auch etwas ganz anderes, als ich aufgrund des Titels und der Beschreibung erwartet hätte.
Ja, es geht auch um das Thema Vaterschaft, aber in einem sehr weiten Rahmen. Überwiegend sind es einfach aneinander gereihte, sehr ausführliche und durchaus interessante, aber bei weitem nicht nur das Thema Vaterschaft behandelnde, Porträts berühmter Männer: von Platon und Aristoteles über Augustinus, Heinrich VIII, Charles Darwin und Sigmund Freud bis zu Bob Dylan.
Die Biografien, Lebenswelten sowie die darauf basierenden Gedankenkonstrukte dieser Männer werden ausführlich dargestellt und ein Teil davon ist deren Eigenschaft als Sohn oder Vater. Gleichzeitig geht es aber auch um vieles andere, das diese Männer und ihre Zeit geprägt hat.
Wie das eigene Vater-Sein die von diesen Männern verbreiteten Ideen geprägt haben könnte und wie überhaupt Vaterschaft in ihrem Zeitkontext eingeordnet wurde, darüber erfährt man so einiges. Es geht beispielsweise um antike philosophische Ideen darüber, ob Vaterschaft überhaupt eine Bedeutung habe oder ganz verschwiegen werden könne und ob das aufgrund der manchmal sehr starken Ähnlichkeit überhaupt möglich sei. Um das Recht des römischen Vaters, über Leben und Sterben der ganzen Familie zu entscheiden. Um Augustinus, der jung Vater wurde und seinen Sohn verlor, als dieser ein Teenager war, der sehr um diesen trauerte und dann sehr religiös wurde. Um Großgrundbesitzer und Sklavenhalter in den USA, die zuließen, dass auch ihre Kinder, die sie mit versklaven Frauen hatten, wiederum unfrei geboren wurden. Und um so einiges mehr.
Wer also die Zeit und Ruhe hat, sich auf ein ausführliches Buch mit detailliertem historischem Wissen einzulassen, der kann von diesem Buch viel lernen.
Wer sich aber nur für das Thema Vaterschaft interessiert und vielleicht gerne auch modernere oder andere als nur westlich geprägte Perspektiven zu dem Thema erfahren würde und nicht bereit ist, für ein paar interessante Fakten zum Thema ausführliche Lebensgeschichten berühmter historischer Männer zu lesen, ist mit diesem Buch vielleicht nicht so gut beraten.
Rezensionen von saskia13120:
Die Känguru-Rebellion von Marc-Uwe Kling
Mir persönlich politisch zu überladen
Die Känguru Rebellion von Marc Uwe Kling ist der fünfte Teil der Känguru Reihe und zwar höchst aktuell und mit wichtigen Aussagen gespickt, mir allerdings zu politisch.
Was mir wiedermal sehr gut gefallen hat sind die falsch zugeordneten Zitate. Die sind diesmal wirklich sehr kreativ und extrem gelungen und haben mir mehrfach ein großes Schmunzeln entlockt.
Auch die Kapitelgestaltung gefällt mir immer wieder aufs Neue. Kurz, teilweise zusammenhangslos und eher als Kurzgeschichten anzusehen, aber trotzdem mit einem roten Faden. Hier geht es vor allem um den Rebellionsstammtisch und darum, ob das Känguru oder Marc-Uwe mehr Teilnehmer für ihre Rebellion überzeugen können. Dieses unterfangen wird natürlich streng auf einer Liste Dokumentiert.
Ich war immer ein großer Känguru-Fan, mochte gerade die Satirische Aufarbeitung politisch wichtiger Dinge und den unschlagbaren Humor von Marc-Uwe und seinem Känguru. So habe ich natürlich auch den fünften Teil der Reihe mit Freude erwartet und wurde nach den ersten Kapiteln leider sehr enttäuscht.
Wo in den letzten Teilen die politische und gesellschaftskritische Themen gekonnt in witzigen Situationen untergebracht wurden, wird man hier mit der Moralkeule quasi erschlagen. Eine hochpolitische Disskusion jagt die nächste. Die Lockerheit und Leichtigkeit der ersten Bücher bleiben so leider auf der Strecke.
Es gab zum Beispiel ein ganzes Kapitel (ja, ich weiss, das sind hier maximal fünf Seiten, aber allein die haben sich ewig angefühlt), in dem sich ausschließlich über die Finanztransaktionssteuer ausgelassen wurde. Das ist mir dann doch ein bisschen zu spezifisch und nichts mehr, was ich für eine lockere Unterhaltung lesen kann so wie ich es mit den Vorgängern immer gehalten habe. Und das ist hier ein Beispiel von vielen.
Auch sprachlich konnte Marc-Uwe Kling mich mit diesem Werk leider nicht überzeugen. Es wird mit ewig langen Schachtelsätzen und Fachvokabular um sich geworfen und das Lesen der kurzen Kapitel ist so leider sehr anstrengend geworden.
Ich habe das Buch deshalb leider nach den ersten 100 Seiten abgebrochen. Es war leider von allem einfach zu viel.
Letztendlich soll sich jeder gerne selbst ein Bild von diesem Buch machen, für mich war es leider nichts. Ich werde Marc-Uwe Kling trotzdem weiter auf Social-Media verfolgen und auch einem möglichen Nachfolger oder neuen Werk von ihm als Autor wieder eine Chance geben!
Rezensionen von Bibibabby:
Wieso? Weshalb? Warum? Sonderband - Mein ABC der Fahrzeuge von Patricia Mennen
Ein tolles Buch zum Vorlesen oder selbst lesen
Meine Kinder lieben die "Wieso? Weshalb? Warum?"-Reihe und waren ganz begeistert, dieses Buch zu bekommen, zumal, dass das Thema Fahrzeuge von meinen Kindern sehr beliebt ist.
Wie immer haben sie als erstes alle Klappen aufgemacht und dabei auch das große Poster entdeckt.
Die Aufmachung des Buches entspricht der "Wieso? Weshalb? Warum?"-Reihe: Seiten aus dicken Pappe mit vielen detaillierten Illustrationen und vielen Klappen.
Ich war eigentlich positiv überrascht, dass es so viele Klappen und Texte gibt: Irgendwie dachte ich, es würde ein Beispiel pro Buchstabe geben. In der Tat ist das Buch im Grunde ein Sachbuch im WWW-Stil über Fahrzeugen, nur alphabetisch geordnet.
Das Buch enthält wirklich sehr viel Inhalt und Sachwissen. Mit 24 Seiten ist es auch länger als die üblichen Wieso? Weshalb? Warum? Sachbücher. Bei praktisch allen Buchstaben gibt es mehrere Fahrzeuge. Beim "F" gibt es sogar eine Doppelseite mit allem, was mit Flugzeugen und Flughafen zu tun haben. Auch ungewöhnliche "Fahrzeuge" sind vertreten, zum Beispiel: der Marsrover, oder Inlineskates.
Fazit: Ein tolles Buch zum Vorlesen oder selbst lesen.
Rezensionen von Meli:
Dire Bound von Sable Sorensen
Viele Klischees, aber trotzdem spannend und unterhaltsam
Als Meryns Schwester Saela entführt wird, wie so viele Kinder zuvor, schließt Meryn sich der Armee an, um so über die Grenzen des Königreiches nach Saela suchen zu können. Doch dann müssen die jungen Rekruten sich dem Auswahlverfahren der Schattenwölfe stellen, und nur die besten unter ihnen werden für eine Verbindung auserwählt.
Meryn möchte nur ihre Schwester retten und die ganze Angelegenheit mit den Schattenwölfen ist ihr da ein riesiger Klotz am Bein, denn die Prüfungen sind tödlich, und als sich dann tatsächlich ein Wolf an sie bindet, muss Meryn zur Ausbildung bleiben, was die Rettung ihrer Schwester weiter verzögert. Ihr Widerwillen macht auch die Verbindung zu der Wölfin Anassa komplizierter, dabei ist Meryn als Bürgerliche schon eine Außenseiterin unter den Anwärtern, was sie noch mehr zur Zielscheibe macht.
Während sie schmollt und wütet, ist sie aber auch nervtötend erfolgreich, obwohl sie noch gar nicht alles versteht und wegen ihrer Einstellung noch andere Probleme hat. Sie hat dicke Plot Armor und einige Entwicklungen um sie herum sind wirklich zu viel des Guten, da musste ich schon einige Male die Augen verdrehen und über die Klischees lachen. Trotzdem fand ich die Geschichte unterhaltsam und auch spannend, auch wenn ich einige Wendungen schon lange habe kommen sehen. Es wird auch nie wirklich langweilig, obwohl sich einiges schon ein bisschen zieht und wiederholt, weil Meryn sich dem Charakterfortschritt lieber widersetzt und Fehler macht.
Also auch wenn mich einiges ein wenig genervt hat, hatte ich insgesamt schon Spaß an diesem Romantasy-Abenteuer und freue mich auch auf die Fortsetzung.
Rezensionen von Petra:
Dem Himmel entgegen von Katja Maybach
Drei Frauen
Isabelle will Pilotin werden,, aber im Jahr 1963 haben Frauen im Cockpit nichts zu suchen, sie dürfen maximal gut aussehend und nett lächend als Stewardess arbeiten. Durch Zufall lernt sie Julian Kröger kennen,, der eine andere Einstellung hat und ihr helfen will.
Es geht in diesem Roman nicht allein um Isabelle und ihre beruflichen Träume, ihre Schwester Emanuelle die in Paris als Modeschöpferin arbeitet und um ihre Mutter Heloise.
Dazu kommt ein brisantes Familiengeheimnis.
Ich konnte mit keiner der Frauen warm werden, es stand bei jeder sehr viel Ich im Vordergrund.. Ehrgeiz ist was natürliches und richtig aber hier wurden Entscheidungen getroffen die nicht für eine Frau allein von großer Tragweite war, aber auf die anderen wurde wenig Rücksicht genommen. Es ist nur zu deinem Besten. Eine fragwürdige Aussage. Der Roman hatte auch Bezüge zurück in die dreißiger Jahre. Das Klima wurde gut beschrieben, auch die Entscheidungen und Folgen passten. Für mich war das der beste Teil des Buchs. Die Jahre danach waren für mich überfrachtet, es geschah bei allen Frauen eine Menge und das gleichzeitig. Die Männer in dieser Geschichte blieben blass, sie waren allerdings ein sehr guter Hintergrund für die Frauen.
Ich mag die Autorin aber in diesem Fall, wäre weniger mehr gewesen.
Rezensionen von Brombeere:
Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir
spannend und nachdenklich
Worum geht es?
Stina, eine Jugendliche, verschwindet 1967. Ausgerechnet an dem Ort und dem Tag, an dem sich ihre kleine Schwester Marsibil mit ihrem Brieffreund treffen wollte. Bei dem sie sich als ihre große Schwester Stina ausgegeben hat.
Worum geht es wirklich?
Erwachsenwerden, Einsamkeit und Freundschaft
Lesenswert?
Ja, hat mir gut gefallen.
Die CHARAKTERE sind vielschichtige Jugendliche, die in einer Freundesgruppe in Island aufwachsen. Innerhalb verschiedener Familienkonstellationen und -schicksale werden sie groß und hadern mit dem Aufwachsen und der ersten Liebe. Für mich waren die Gedankengänge nachvollziehbar und die Figuren nicht nur schwarz-weiß dargestellt, sondern mit Ecken und Kanten. Zeitgleich sind einige Persönlichkeiten anders als man zuerst denkt/befürchtet.
Die ATMOSPHÄRE des Erwachsenwerdens und die Situationen in den Familien und Freundesgruppen werden gut eingefangen, ebenso einige isländische und historische Besonderheiten. Das Buch behandelt wenig die Landschaft, aber viel das gesellschaftliche Miteinander und den Zeitvertreib.
Hinsichtlich SCHREIBSTIL (Übersetzung von Freyja Melsted) ist mir nichts besonderes aufgefallen, das Buch lässt sich sehr gut lesen. Hier möchte ich hinzufügen, dass sich auch das Hörbuch wirklich lohnt, da es ganz wunderbar eingesprochen ist!
Die HANDLUNG gibt nur Schritt für Schritt Dinge Preis und gerade zu Beginn scheinen alle Menschen verdächtig. Dabei zieht man immer wieder Irrschlüsse und wird von Wendungen überrascht. Auch das Ende hat mich sehr gut gefallen!
Die SPANNUNG war durchgängig hoch, ich wollte dauernd wissen wie es weiter geht. In zwei Handlungssträngen erfährt man die Geschichte von Marsibil zehn Jahre nach dem Verschwinden und Stina vor ihrem Verschwinden.
Hinsichtlich LOGIK wirkt für mich alles soweit nachvollziehbar und in sich schlüssig, auch wenn man natürlich manche Reaktionen nicht nachvollziehen kann.
SPASS beim Lesen hatte ich definitiv und habe mich super unterhalten gefühlt.
Meine Bewertung ist nach der CAWPILE-Methode aufgebaut und ergibt bei 7,14 Bewertungspunkten somit 4 Sterne für dieses Buch.
Ich kann das Buch empfehlen und würde vor allem gerne weitere Einzelbände der Autorin lesen.
Rezensionen von Brombeere:
Vier Minuten Stille - Und dann kam der Sturm von Chris Warnat
teilweise leider verwirrend
Worum geht es?
Eine Leiche, bedeckt von Schnee, wirft Rätsel auf. Kommissar Wase ermittelt und kommt dem Fall näher als er beabsichtig hatte.
Worum geht es wirklich?
Aufmerksamkeit, Verlust und Überleben.
Lesenswert?
Ja, auch wenn mich ein paar Dinge gestört haben.
Es handelt sich bei diesem Buch um den zweiten Band einer Reihe, was eventuell auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist.
Wenn man Band 1 nicht kennt (oder es wie bei mir länger her ist) können Handlungsstränge unklar und verwirrend sein.
Die CHARAKTERE haben mich auf jeden Fall überzeugt. Mir gefällt, wie vielschichtig sie sind, wie gut ihre Erfahrungen und Schicksale einfließen und wie die Figuren im Kommissariat ohne nähere Bemerkung dazu diverser wirken als in vielen anderen Thrillern. Wase als Hauptfigur hat mir sehr gefallen.
Ich konnte mir die ATMOSPHÄRE sehr gut vorstellen. Es wirkt alles lebendig und real. Man hat direkt Bilder im Kopf.
Dies liegt auch an dem angenehmen SCHREIBSTIL der Autorin. Manche Sätze sind kurz, andere ausschweifender. Trotzdem wirkt es manchmal etwas poetisch ohne je zu viel oder zu wenig zu sagen. Störend habe ich das starke Denglisch wahrgenommen. Nun habe ich dies durchaus auch in meiner eigenen Sprache und einige Begrifflichkeiten konnte ich sehr nachvollziehen, aber an anderen Stellen war es einfach zu viel. Schränkt eventuell die Zielgruppe ein wenig ein.
Der HANDLUNG zu folgen, wenn man Band 1 gar nicht kennt, stelle ich mir schwer vor. So viele Andeutungen und Themen, die auch für den weiteren Verlauf wichtig sind. Zwar wird man im Laufe der Handlung etwas einführend mitgenommen, habe ich jedoch als zu wenig empfunden. Das Ende bzw. die Auflösung ist für mich nicht befriedigend, hier hätte ich mir etwas anderes gewünscht. Manche Figuren werden einfach zu sehr in Leid versenkt,
Mit SPANNUNG konnte das Buch hingegen wieder punkten bei mir. Die angenehm kurzen Kapitel, die besonderen Absätze, die Zitate und die Cliffhanger haben die Spannung stets aufrecht gehalten.
Ich habe das Gefühl, dass die LOGIK durchaus gegeben ist, aber mehrere Stellen und Situationen wirkten schon sehr konstruiert und erzwungen.
LESESPASS hatte ich bei der Lektüre und der Verlauf von diesem zweiten Band lässt mich neugierig auf Band 3 werden, da dieser vielleicht mehr neue Themen wagen kann.
Meine Bewertung ist nach der CAWPILE-Methode aufgebaut und ergibt bei 6,29 Bewertungspunkten somit gute 3 Sterne für dieses Buch.
Ich kann Band 1 und 2 in Kombination definitiv empfehlen und werde weitere Bücher der Autorin lesen (wollen)!
Rezensionen von Katja K.:
The French Escape - Love & Lavender, Band 1 von Sarah Fleury
Ganz süß, konnte mich aber nicht richtig fesseln
Dieses Buch ist auf jeden Fall eine nette und leichte Urlaubslektüre für zwischendurch. Das Setting an der Côte d'Azur ist herrlich, die Gerüche und die typische Atmosphäre in der Provence werden gut transportiert. Dadurch hat es für mich eine angenehme Leichtigkeit verströmt und mich an meine Urlaube in der Provence erinnert.
Auch die Charaktere fand ich sehr liebevoll gezeichnet und die Ausgangsidee der Geschichte ganz spannend. Allerdings hatte ich zum einen ein bisschen Probleme mit dem Schreibstil, da mir in den Dialogen und auch in den Grübeleien der Charaktere zu viele Fragen hintereinander vorkamen, die mir unnatürlich erschienen und mich aus dem Lesefluss gerissen haben. Auch waren die Rückblicke zwar interessant, aber wirkten immer etwas willkürlich eingestreut. Zum anderen konnte ich die Emotionen bei den ernsten Themen irgendwie nicht richtig spüren, so dass es zum Ende hin für mich auch etwas langatmig wurde.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass zu viele Themen in diese Story gepackt werden sollten: die Berufe und Leidenschaften der Charaktere, ihre Persönlichkeitseigenschaften, ihre Vergangenheit und ihre Kämpfe damit, ein wenig Spannung um ein Familiengeheimnis und dann natürlich noch das Setting in der Provence,... Dadurch konnte nichts so richtig tief bearbeitet werden.
Mein Fazit: Eine nette Lektüre für zwischendurch, die das Provence-Feeling wunderbar vermittelt und auch liebenswerte Charaktere bietet, mich aber emotional nicht richtig fesseln konnte.
Rezensionen von peedee:
Bachelorette Party von Camilla Sten
Die Spannung hat lange auf sich warten lassen
Anneliese hat zu einem Junggesellinnenabschied auf eine abgelegene Schäreninsel eingeladen: ein Wellness-Wochenende unter Freundinnen. Alles könnte so schön sein, doch für Podcasterin Tessa ist es ein Auf und Ab der Gefühle, da dort vor zehn Jahren vier Frauen spurlos verschwanden. Sie möchte gerne herausfinden, was aus den Frauen geworden ist.
Ob ihr das gelingt? Die einzige Verbindung zum Festland ist ein Festnetztelefon und ein Boot an der Anlegestelle. Als letzteres im offenen Meer treibt und eine Teilnehmerin tot aufgefunden wird, fängt der Alptraum erst an…
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir gut; es passt sehr gut zum Buchtitel. Ich mag es jedoch nicht, dass deutsche Bücher englische Titel haben; immerhin ist noch ein deutscher Untertitel dabei.
Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt, beginnend mit dem Prolog im Jahr 2012: Vier Frauen, die sich Freundinnen nennen, treffen sich einmal jährlich, haben aber eigentlich wenig bis gar nichts miteinander gemein. Und bei jenem letzten Treffen kommt es zur Tragödie…
Zehn Jahre später, 2022: Tessa muss/soll auf die Junggesellinnenabschiedsparty mit. Sie geht nur aus einem Grund mit: Die Party findet auf Isle Blind statt, wo sie seit Jahren schon hinwollte, aber nicht konnte, da sie im Privatbesitz ist. Ihre Faszination für True Crime ist interessant. Sie meint, wenn sie mehr über den alten Fall der „Verschwundenen von Nacka“ wüsste, könnte sie sich davor schützen, selbst in eine solche Lage zu kommen. Ach ja? Die Frauen rund um Anneliese nennen sich ebenfalls Freundinnen, aber haben sich eigentlich auch nicht viel zu sagen. Rasch drängten sich bei mir sehr viele Fragen auf, die aber erst sehr spät und dann auch nur teilweise beantwortet wurden.
„Ich möchte mich zusammenrollen, die Augen schliessen und weinen. Ich möchte hier sitzen, im Schatten der Bäume, bis jemand kommt, um mich zu holen. Jemand, der alles in Ordnung bringt. Ein richtiger Erwachsener. Jemand, der weiss, was zu tun ist.“
Ich bin im wahren Leben kein Fan von grossen Partys und/oder Junggesellinnenabschieden. Aber eine schöne Location mit Blick auf das Meer ist grundsätzlich schon schön, dazu gute Gespräche, delikates Essen, bitte keine Partyspiele und Alkohol auch nur in kleinen Dosen. Tja, wie gesagt, ich bin kein Fan von solchen häufig ausufernden Festivitäten. Aber lesetechnisch bin ich auf jeden Fall dabei. Ich fühlte mich weder in dieser Frauengruppe noch auf der Insel wohl. Ich fand es übrigens nicht passend, einerseits ein Yoga-Retreat zu machen, aufs vertiefte Atmen zu achten, vegan zu essen, Digital Detox etc., aber andererseits Alkohol in Strömen zu konsumieren.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, doch bis zur Hälfte fehlte mir die Spannung (es gab wohl unterschwellig eine unangenehme Stimmung), dann kam sie endlich. Aufgrund der für mich besseren zweiten Hälfte vergebe ich 4 Sterne.











