Kunden em pfehlungen
Rezensionen von clematis:
Donaumelodien - Wiener Verschwörung von Bastian Zach
Kaiserparade
Während in der Metropole des k.k. Kaiserreichs alles für die bevorstehende Parade anlässlich der Silberhochzeit von Franz und Sisi vorbereitet wird, wird ein abgetrennter Menschenkopf vor der Polizeidirektion abgelegt. Wer wäre besser geeignet als Hieronymus Holstein, um die Ermittlungen aufzunehmen?
Bereits zum fünften Male begeben wir uns auf die Spuren der aufstrebenden Stadt Wien in den 1870er-Jahren, welche geprägt ist von Überbevölkerung, menschenverachtenden Arbeitsbedingungen in den Fabriken und immensen Ungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen – die 1848er-Revolution spielt hier herein.
Die bereits den meisten Lesern bekannten Figuren stehen neuen Herausforderungen gegenüber, einige werden persönlich in den Fall hineingezogen. Die Atmosphäre der Zeit und die gesellschaftspolitischen Besonderheiten fängt Bastian Zach auf gekonnte Weise ein, seine anschaulichen Bilder und Wiener Ausdrücke versetzen uns perfekt in unterschiedliche Milieus und erzählen von Griaslern und Strottern (Obdachlose und Bewohner der Kanalisation) oder erfreuen uns mit „G‘schamster Diener“ in noblem Hause. [Nicht mehr geläufige oder gar vergessene Wendungen werden mittels Fußnoten erklärt.] Der Hauptteil der Handlung spielt sich in zentralen Bezirken ab, wir begeben uns aber auch nach Floridsdorf, wo die Lokomotivfabrik viele Arbeiter beschäftigt und schon einmal eine Bombe hochgegangen ist. Viel Platz wird dem Wiener Schmäh eingeräumt, denn nur granteln tut man hier mitnichten. In etliche private Betrachtungen ist schließlich die Aufklärung um den einsamen Totenschädel eingebettet, welche der Geisterfotograf Hieronymus und der bucklige Franz wieder bestens hinbekommen.
Ein historischer Krimi aus einer überaus empfehlenswerten Reihe, welche durch den authentischen Schreibstil, aber auch durch die Charakterzeichnung und das besondere Flair der Donaumetropole besticht! Leseempfehlung!
Rezensionen von peedee:
Ein guter Blick fürs Böse von Elizabeth Arnott
Spannender Showdown
Kalifornien, 1966. Margo, Beverly und Elsie sind Freundinnen. Sehr unterschiedliche Freundinnen ohne offensichtliche Gemeinsamkeiten. Bis auf diese Parallelität: Ihre Ehemänner wurden alle als Serienmörder überführt! Nun stehen sie in der Öffentlichkeit und werden täglich aufs Neue verurteilt: Wie kann eine Ehefrau nicht erkannt haben, was ihr Mann machte? Oder steckte sie mit ihm unter einer Decke? Jahre später werden mehrere Frauen brutal ermordet und die Freundinnen setzen alles daran, den Täter dingfest zu machen.
Doch wie fängt man einen Serienmörder, wenn man nicht einmal den eigenen Ehemann als solchen erkannt hatte?
Erster Eindruck: Ein neugierig machender Buchtitel, ein dazu passendes Cover – gefällt mir.
Drei absolut unterschiedliche Frauen freunden sich an, der gemeinsame Nenner lautet „Serienmörder-Ehemann“:
- Margos wesentlich älterer Mann Stephen, ein erfolgreicher Politiker, aber auch ein Serienmörder.
- Beverlys Mann Henry, gegen aussen ein liebevoller Vater und Ehemann, aber auch ein Serienmörder.
- Elsies Mann Albert, ein Lehrer, aber auch ein Serienmörder.
Margo, Bev und Elsie wissen nur zu genau, wie die anderen sich fühlen. Diese Blicke von fremden Leuten, diese Verurteilung, die Abscheu, der Vorwurf, dass sie die Taten hätten verhindern müssen. Ihre Männer haben nicht nur das Leben zahlreicher Frauen ausgelöscht, sondern auch dasjenige ihrer eigenen Ehefrauen für immer verändert.
Als die erste tote Frau gefunden wird, ist das Interesse der drei Frauen gleich geweckt. Sie wollen weitere Morde verhindern. Doch wie können sie das? Dies ist schliesslich der Job der Polizei. Es ist kein Versuch einer vergeblichen Wiedergutmachung, denn sie tragen keine Schuld an den Taten ihrer Männer. Sie wollen anderen Familien Leid ersparen.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Bei den Ermittlungen musste ich immer wieder daran denken, dass die Geschichte Mitte der 1960er Jahre spielt, wo wir noch weit von Smartphones oder Internet entfernt waren. Das waren ermittlungstechnisch ganz andere Anforderungen… Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, aber die Frauen blieben für mich etwas blass. Der Autorin ist es gelungen, unterschiedliche Fährten zu legen. Ich hatte über längere Strecken einen Verdacht, der sich jedoch nicht erhärtete. Ein spannender Showdown – gut gemacht! Von mir gibt es 4 Sterne.
Rezensionen von morlin:
Mirabellentage von Martina Bogdahn
Ein Wohlfühlbuch, da geht aber noch mehr
Martina Bogdahn konnte mich mit ihrem Debütroman Mühlensommer letztes Jahr absolut begeistern. Es war eines meiner Jahreshighlights. Da war klar, dass ich auch Mirabellentage lesen muss.
Um es schon vorweg zu sagen, ein tolles 4,5 Sternebuch, ein Jahreshighlight ist es dieses Mal aber nicht geworden.
Ich hätte dafür mehr Inhalt gebraucht. Die Geschichte in der heutigen Zeit plätscherte für mich so dahin, es passierte einfach zu wenig. Umso interessanter waren die zeitlichen Rückblenden, da war ich voll dabei.
Aber egal, was die Autorin beschrieben hat, ich konnte es immer bildlich vor mir sehen. Es fühlte sich so an, als wäre ich direkt dabei. Wenn ich das Buch im Zug zur Hand nahm, war ich manchmal so vertieft gewesen, dass ich fast meine Haltestelle verpasst hätte. Schreiben kann Martina Bogdahn wirklich großartig. Ich freue mich auf jeden Fall auf ihr nächstes Werk.
Rezensionen von Sophie H.:
FREI - Bester Anfang (FREI 3) von Sarah Welk
Wurzeln
Koray hat vor wenigen Wochen noch mit seiner Mutter, einer sehr bekannten Influencerin, in Dubai gelebt. Seine Mutter konnte ihm alles bieten, was er haben wollte. Doch nun ist es aus mit ihr als Influencerin und beide wurde in ihr Heimatdorf katapultiert. Dort leben sie bei Korays Großmutter. Koray findet dieses öde Leben gar nicht so schlimm.
Endlich hat er eine nette Freundesgruppe gefunden, die immer zu ihm hält. Leider kennt Koray seinen Vater nicht. Er weiß nur, dass der ebenfalls aus diesem Dorf stammt. Lebt er dort womöglich noch immer? Seine Mutter will nicht mit der Sprache herausrücken. So macht sich Koray zusammen mit seinen Freunden Nico, Nasrin, Nina und Josh auf die Suche. Und dann ist da auch noch Marc, der Korays Herz dazu bringt, ein wenig schneller zu schlagen.
Sarah Welk ist mit diesem Buch eine tolle Geschichte über Zusammenhalt, Freundschaft und das Erwachsenwerden gelungen. Sie schreibt auf Augenhöhe der Jugendlichen und holt sie mit einem lockeren, umgangssprachlichen Schreibstil ab. Da das Buch als Ich-Erzählung geschrieben ist, ist man als Leser ganz nah an Koray dran und kann die ganze Zeit mit ihm mitfiebern und auch mitleiden. Humor und ernsthafte Themen sind hier in einer guten Balance. Alle Figuren sind nicht platt, sondern haben Tiefe. Besonders gut hat mir das Gegenüber von Nico und Koray gefallen. Das Buch liest sich schnell und flüssig und man kann es kaum aus der Hand legen. Eine ganz große Empfehlung!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Irmgard Mandl-Mair:
Die Namen von Florence Knapp
Drei Namen - drei Lebensentwürfe
Welchen Einfluss hat der Namen auf unser Leben? Beziehungsweise welche Folgen hat die Namensgebung für die Mutter des Sohnes? Anhand von drei Szenarien werden die Auswirkungen der Namensgebung sehr einfühlsam, spannend und auch beklemmend geschildert. Das Thema der häuslichen Gewalt und der mögliche oder nicht mögliche Ausstieg aus der Gewaltspirale stehen im Vordergrund, ebenso die Auswirkungen auf die Kinder und das soziale Umfeld.
Rezensionen von Stern567:
Faye Fableheart, Band 1 - Das magische Schloss von Ryan Graudin
Eine Geschichte voller Magie!
„Faye Fableheart – Das magische Schloss“ ist ein zauberhafter Auftakt voller Fantasie, Humor und Abenteuer. Besonders beeindruckend ist das Cover, das mit seiner detailreichen Gestaltung sofort ins Auge fällt und eine geheimnisvolle, magische Stimmung ausstrahlt. Der kunstvolle Farbschnitt und die glänzenden Elemente machen das Buch zu einem echten Hingucker und beinahe zu einem kleinen Kunstwerk im Regal.
Inhaltlich überzeugt die Geschichte mit originellen Ideen, liebenswerten Figuren und einer starken Heldin, die sich gegen Vorurteile behauptet.
Darüber hinaus gelingt es der Autorin, wichtige Themen wie Mut, Freundschaft und Selbstvertrauen auf eine einfühlsame und zugleich unterhaltsame Weise zu vermitteln. Faye wächst im Laufe der Geschichte über sich hinaus, was ihre Entwicklung besonders glaubwürdig und inspirierend macht. Auch die Nebenfiguren sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet und tragen dazu bei, dass die Handlung nie an Spannung verliert. Die Dialoge wirken lebendig und authentisch, wodurch man sich schnell mitten im Geschehen wiederfindet. Besonders schön ist, wie Humor und Spannung ausbalanciert werden, sodass sowohl leichtere als auch aufregende Momente ihren Platz finden.
Die magische Welt ist lebendig beschrieben und lädt zum Träumen ein – ein rundum gelungenes Leseerlebnis für junge Fantasy-Fans.
Rezensionen von Tyrolia-Testleser:
Wenn unsere Welt kippt von Jandy Nelson
Testleserin HANNAH, Tyrolia-Filiale Innsbruck (13 Jahre, Götzis)
Testleserin HANNAH, Tyrolia-Filiale Innsbruck (13 Jahre, Götzis)
In diesem Buch geht es um die Geschichte der Familie Fall, die in Paradise Springs spielt. Im Mittelpunkt stehen die drei Fall-Geschwister, Miles (der von allen für vollkommen gehalten wird, und seinen Traummann sucht), Wynton (der ein brillanter Geigenspieler ist und drogenabhängig ) und Dizzy (die Geister sieht und deren bester Freund ihr die Freundschaft gekündigt hat).
Alle drei Geschwister haben ihre eigenen Probleme und zudem auch ihren Vater verloren, der sie verlassen hat.
Als alle drei zufällig jeweils eine seltsame Begegnung mit einem Mädchen mit regenbogenfarbigem Haar haben, passiert Wynton ein großes Unglück und nur sie kann helfen.
„Wenn unsere Welt kippt“ ist ein toller „Coming-of-Age“ Roman, der viele Themen wie Rivalität, Roadtrips, Geheimnisse und Liebe beinhaltet.
Das Buch ist aus vielen verschiedenen Perspektiven geschrieben, was das Ganze zwischendurch etwas chaotisch gemacht hat, aber dadurch konnte man auch echt mit den Charakteren mitfühlen. Es waren sehr viele Erzählungen aus der Vergangenheit dabei, aber das hat mich eigentlich nicht gestört. Ich fand das Buch echt gut, denn ich habe so eine Art Buch zuvor noch nie gelesen. Ich vergebe 4,25 von 5 Sternen. Ich empfehle es erfahrenen Lesern ab 13 Jahren.
Rezensionen von Paul Kretzschmar:
Noch fünf Tage von Helena Falke
Mördersuche
Als die milliardenreichen Harmans und ihre Kinder bei einem Silvesterfestmahl einem Giftanschlag zum Opfer fallen, überlebt vorerst nur die Spitzenköchin Liz, die einzige Zeugin. Aber ihr bleiben nur fünf Tage, um den Mord aufzuklären und ihre Tochter Cosima zu schützen.
Ein außergewöhnliches Setting, dessen Leseprobe bereits neugierig machte, versprach ein interessantes Leseerlebnis.
Der tagebuchartige Schreibstil, in dem die Uhrzeitangabe jedem Kapitel vorangestellt wird, und deren Verrinnen Liz dem Tod ständig näher bringt, ist ein geschickter Schachzug zur Spannungssteigerung.
Die Suche nach dem Täter ist kompliziert, da es, wie meist, eine Anzahl möglicher Verdächtiger gibt, und die Zeit unerbittlich drängt.
Leider lässt der Spannungsbogen zwischendrin ziemlich nach, da viele Nebensächlichkeiten in Bezug auf Kochkünste, Mode und das Leben der Superreichen einfließen, die die Handlung unnötig verlängern. Erst zum Ende zu offenbart sich immer deutlicher ein perfider Plan, der jedoch glücklicherweise in einem versöhnlichen Showdown endet.
Der herzzerreißende Abschied, der sterbenden Mutter von ihrer Tochter, ist hohe Schreibkunst und großes Kino.
Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt und gebe gern eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bücherwurm78:
The Night We Met von Abby Jimenez
Schöner berührender Roman
Larissa hatte in einer Nacht die Entscheidung, entweder sie fährt bei Mike oder Chris mit. Sie hat sich für Mike entschieden und kommt mit ihm zusammen. Dann merkt sie aber, dass sie mit Chris sehr viel gemeinsam hat. Hatte sie die falsche Entscheidung getroffen?
Die Inhaltsbeschreibung zu diesem Buch hat mich neugierig gemacht und war sehr vielversprechend.
Und genau das hat der Roman auch gehalten. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Es geht um richtige oder falsche Entscheidungen und vor allem auch um die Frage, ob man Gefühle für die Freundin seines besten Freundes haben kann. Es war von Anfang sehr spannend und auch sehr gut beschrieben. Die Empfindungen und Gefühle von Chris und Larissa kann man nachempfinden und als Leser fühlt man mit beiden mit. Die Story war gut aufgebaut und umgesetzt und auch das Ende hat mir sehr gut gefallen. Die Schreibweise war sehr flüssig, es gab keine langwierigen Passagen im Text. Mir hat auch gefallen, dass die einzelnen Kapitel mit den Namen überschrieben war aus wessen Sicht erzählt wird. Außerdem war jedes neue Kapitel bildlich hinterlegt, sehr schön gestaltet, wie auch das Cover des Buches.
Fazit: Ein sehr empfehlenswerter Roman fürs Herz.
Rezensionen von Havers:
Yesteryear von Caro Claire Burke
Der blanke Horror
Wir kennen es aus den Sozialen Medien: Das Bild eines weitläufigen, irgendwo im Nirgendwo gelegenen Bauernhofs, der aussieht, als wäre er das Top-Objekt aus dem Verkaufsprospekt des Immobilienmaklers. Die heimelige Küche auf dem Land, deren Einrichtung blitzt und blinkt, in der die junge, bildhübsche Hausfrau mit Rüschenschürze Brote backt und/oder Mahlzeiten aus dem selbstangebauten Gemüse für ihre Großfamilie zubereitet.
Um sie herum eine vielköpfige Kinderschar und der gutaussehende „Pater familias“. Eine harmonische Familie, die die „alten“ Werte lebt und in der alle glücklich und zufrieden sind. Aber ist das wirklich so?
Zeigen die Reels der „Tradwives“ deren Realität oder lediglich ihr gefaktes Leben für die Millionen Follower, das sich in klingender Münze auszahlen soll? Und was macht das auf lange Sicht mit den Beteiligten, insbesondere mit den Kindern? Wie wirkt sich dieses permanente „Vorführen“ auf deren Entwicklung aus?
Und was sagt der Erfolg eines solchen nach rückwärts gerichteten Formats, das traditionelle und religiös geprägte Werte, vor allem im Hinblick auf Geschlechterrollen und Mutterschaft, ohne kritisches Hinterfragen in die Welt schickt, über den Zustand der jeweiligen Gesellschaft aus?
Das sind einige der Fragen, die mir bei der Lektüre von Caro Claire Burkes „Yesteryear“ in den Sinn kamen. Mich hat dieser Roman nicht unterhalten. Er hat mich gefordert, war anstrengend zu lesen, hat zum Nachdenken genötigt. Und nein, das war weder eine Satire noch ein Thriller, sondern in erster Linie der blanke Horror.











