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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

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Ein Wiedersehen im Sommer von Julie Caplin

Dem Dorfleben entfliehen?

Beth, die sich im ersten Band der "Country Escapes"-Reihe so gut um Neuling Ella gekümmert hat, hat Herzschmerz. Jack, der jüngere Sohn des Tierarztes Geoffrey, hat Schluss gemacht. Niemand weiss davon, bis Jack urplötzlich doch in Wilsgrave aufschlägt. Nun kann sie es nicht mehr für sich behalten und das Dorf weiss schneller Bescheid, als ihr lieb ist.

Bei Beth, die eh schon kein gesundes Selbstwertgefühl hat, dreht sich nun das Gedankenkarussell pausenlos. Soll sie kündigen, wird ihr gekündigt und wer ist sie eigentlich, wenn sie nicht die beliebteste Tierarztassistentin in Wilsgrave ist?

Grund für ihre Selbstzweifel und ihr ständiges Gefühl, nur geduldet zu sein, liegt in ihrer Kindheit. Der Vater weg, die Mutter krank und egoistisch, wächst sie in keiner guten Umgebung auf. Sie denkt, sie hätte die Lehrstelle nur durch Mitleid erhalten und sei in der Praxis auch nur geduldet, so lange sie mit Jack liiert ist. Auch ihr gemeinsames Häuschen gehört eigentlich seinen Eltern, also muss sie dort wohl auch raus - und Tiggy aus dem Tierheim zu sich zu holen, geht somit auch nicht.

Was alles nicht stimmt, denn Beth ist sehr beliebt in Wilsgrave. Sie selbst kann das nicht sehen. Als ihre Wohn- und Jobsituation geklärt ist, überlegt sie sich, was sie selbst aktiv, nach ihren Wünschen, an ihrer Lebenssituation ändern könnte. "Erst mal ich", ist bald ihre neue Devise.

Damit stösst sie Jack vor den Kopf, der bald merkt, was er an Beth hatte. Aber auch er beschäftigt sich mit ähnlichen Fragen wie Beth. Beide sind eigentlich nie aus Wilsgrave rausgekommen, ausser Jack während seinem Studium. Und so fühlt sich alles gerade sehr eingefahren an, während beide, jeder für sich, überlegen, wie sie vielleicht doch noch dem Dorfleben entfliehen könnten.

Während sie dies tun und Pläne schmieden, läuft das Leben weiter und auch die jahrelangen Gefühle füreinander lassen sich nicht einfach abstellen. War ihre Beziehung vielleicht doch nicht nur eine Jugendliebe, von der man sich aus Bequemlichkeit nicht verabschieden wollte, sondern eine viel tiefere Liebe als angenommen? Doch da ist noch Jamie, ein Journalist, der gerade einen Artikel über das "Land- versus Stadtleben" schreibt, was thematisch perfekt zu dieser Reihe passt.

Beth ist eine total sympathische Frau, während Jack meine Sympathie erst noch verdienen musste. Allerdings fand ich das "Selbstmitleid" der beiden zu repetitiv. Einige Male weniger darauf aufmerksam zu machen, hätte gereicht. Dafür ist das Setting in Wilsgrave wie schon im ersten Band gut gelungen, der Zusammenhalt im Dorf ist gross. Mit bekannten Figuren aus Band 1 gibt es ein Wiedersehen und viele neue Charaktere im Umfeld von Beth machen den Roman interessant.

Der heimliche Star in "Ein Wiedersehen im Sommer" ist aber klar Tiggy, Beths Hündin, die schnell zeigt, wen sie mag und wen nicht.

Fazit: Ein kurzweiliger zweiter Band. Nur leider muss man sich nun einige Zeit gedulden, bis der nächste Band erscheint ;-)
4 Sterne.

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Ein Wiedersehen im Sommer

Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

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Ein Zuhause im Frühling von Julie Caplin

Eine Stadtpflanze entdeckt das Dorfleben

Ella soll das Cottage ihrer Patentante Magda für einige Monate hüten. Die Stadtpflanze auf dem Land. Juhui.

Doch Ella ist so verzweifelt, dass sie sich das freiwillig antut. Damit ihr nicht langweilig wird und sie nicht nur mit Nachdenken beschäftigt ist, wurde sie von Magda mit diversen Aufgaben bedacht.

Ebenso kümmern sich einige Nachbarn und Dorfbewohner mehr um Ella, als ihr lieb ist. Mit Tierarztassistentin Beth freundet sie sich auf den gemeinsamen Spaziergängen mit den Hunden an. Beth ist auch diejenige, die Ella das Dorfleben in Wilsgrave erklärt.

Ella ist lebensunfähig. Das denkt man sich auf jeden Fall beim Lesen der ersten Seiten, in denen erzählt wird, wie sie mit dem Haushalt überfordert ist. Ganz zu schweigen vom Hund, den sie betreuen soll. So kommt Ella zu Beginn sehr unsympathisch rüber, was wohl die volle Absicht der Autorin war. Doch je mehr man Ella kennenlernt und sie die Dorfbewohner, je besser versteht man sie. Das Landleben ist doch nicht so schlimm, wie sie es erwartet hat und so macht Ella im Laufe der Geschichte eine grosse und glaubhafte Wandlung durch.

Der Kontrast zwischen der quirligen und aufgeblähten Kunstwelt in London und dem behäbigen Dorfleben in Wilsgrave könnte nicht grösser sein. Hier kommt Ella endlich zum Luft holen und entdeckt, was in London alles falsch gelaufen ist.

Auch der junge Tierarzt Devon, der für seinen Vater in dessen Praxis einspringt und sich überlegt, wieder nach Wilsgrave zu ziehen, hat in London ähnliche Erfahrungen machen müssen wie Ella. Als die beiden sich kennenlernen, zoffen sich beide an. Erst langsam bröckeln bei beiden die Mauern, die sie um ihr Inneres gezogen haben, dann unterstützen sie sich gegenseitig in ihrem Bemühen um faire finanzielle Belange. Doch erst müssen die beiden lernen, Hilfe anzunehmen.

Im Laufe des Romans lernt man auch andere Dorfbewohner*innen kennen: Nachbar George, der gerne bei Ella Kaffee trinkt - oder eher trinken möchte; die ehemalige Tänzerin Doris; die Organisatorin Aubrey, die die Fäden des Dorfes zusammenhält; Greta vom Pub und viele weitere Figuren, die wir sicher auch in den kommenden Bänden begleiten werden. Für die meisten Schmunzler und Eskapaden im Roman sorgen aber nicht die Zweibeiner, sondern deren vierbeinige Mitbewohner. Es sind die Hunde der beiden Protagonisten: Tess und Dexter, ohne die der Roman nur halb so gut wäre ;-)

Diesen ersten Band der "Country Escapes"-Reihe hab ich, abgesehen vom Anfang, als Ella sich schwierig verhielt, sehr gerne gelesen. Julie Caplins Schreibstil ist wie immer flüssig und die Geschichte mit viel Humor, aber dennoch auch ernsteren Themen versehen, wie aus dem realen Leben gegriffen.

Spätestens am Ende von "Ein Zuhause im Frühling" fühlt man sich heimisch in Wilsgrave und freut sich, dass noch weitere Bände geplant sind, damit man wieder "nach Hause kommen kann" und miterleben, welche anderen Wilsgraver und Wilsgraverinnen ihre Probleme angehen werden.

Fazit: Ein unterhaltsamer Auftakt zur neuen Reihe "Country Escapes" von Julie Caplin.
4 Sterne.

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Ein Zuhause im Frühling

Rezensionen von Tara:

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Insel der Ratten von Jo Nesbø

Sehr düster & brutal

„Insel der Ratten“ ist eine düstere Dystopie des in Oslo lebenden Autors Jo Nesbø.

Eine Pandemie hat dafür gesorgt, dass das Leben der Menschen außer Kontrolle geraten ist. Auf den Straßen gilt das Gesetz des Stärkeren. Während die Wohlhabenden versuchen sich per Helikopter auf die "Insel der Ratten" abzusetzen, herrscht auf dem Festland Chaos.

Auch Colin Lowe - ein reicher Unternehmer - flieht mit seiner Familie. Lediglich sein Sohn Brad, zu dem er schon immer ein schwieriges Verhältnis hatte, bleibt auf dem Festland zurück. Während der größte Teil der Bevölkerung aus der Not heraus plündert, sämtliche gesellschaftlichen und sozialen Normen sprengt, scheint Brad daran gefallen zu finden.

Die Stimmung ist bedrückend und düster. Jo Nesbø gelingt es ausgezeichnet darzustellen, wie die moralischen Dämme in einer Ausnahmesituation zusammenbrechen. Dabei stellt er ein sehr realistisches Zukunftsszenario dar, das bei mir für Gänsehaut gesorgt hat.

Neben den dystopischen Zuständen in der Bevölkerung steht die Beziehung zwischen Colin und Brad im Mittelpunkt der Handlung. Diese ist komplex und ausgesprochen schwierig.

Mit gerade einmal 208 Seiten in 17 Kapiteln ist das Buch schnell gelesen und obwohl ich es ausgesprochen spannend fand, hat mir das vollkommen ausgereicht. Noch mehr Gewalt, Brutalität, soziale Unruhen, Angst und menschliche Abgründe auf so engen Raum hätte ich kaum ertragen.

Es ist kein typischer Krimi von Jo Nesbø, sondern eine gesellschaftskritische Dystopie, die mich so schnell nicht mehr loslassen wird, da sie einfach zu realistisch ist, um sie direkt wieder zu vergessen.

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Insel der Ratten

Rezensionen von nessabo:

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Ultramarin von Ann-Christin Kumm

Die anstrengende, aber glaubhafte Geschichte einer toxischen Beziehung

Die Grundidee des Romans hat mir gut gefallen und erst recht die queere Perspektive. Ann-Christin Kumm hat auch auf jeden Fall ein Händchen für die beklemmende, irgendwie gefährliche Atmosphäre ihres Debüts. Und doch hatte ich zunehmende Schwierigkeiten mit dieser Geschichte.

Diese begannen für mich schon bei der sprachlichen Gestaltung.

Kumm verzichtet auf direkte Rede mit den entsprechenden Satzzeichen, sodass Gespräche nicht direkt erkennbar sind. So etwas irritiert mich sehr, sodass das Lesen immer anstrengender ist als bei Werken mit direkter Rede. Ich kann mich dadurch eher schlecht in die Geschichte fallen lassen.

Und auch die Figuren haben es mir nicht so leicht gemacht. Raf ist natürlich ein absolutes Ekel, getragen wird die Geschichte aber von Lous Gedanken. Ich würde seine Figurenzeichnung durchaus als authentisch bezeichnen, aber so wirklich greifen konnte ich ihn nicht. Er blieb mir trotz seiner Erzählperspektive emotional zu distanziert.

Gleichzeitig hilft diese Distanzierung sicherlich beim Aushalten der absolut schrecklichen Beziehung zwischen den beiden jungen Männern. Ich finde es fast fatal, wie harmlos sich Lous Schilderungen anhören. Raf ist manipulativ und gewaltvoll, ihre Beziehung strotzt nur so vor Gaslighting und Herabwürdigung, der sich auch Rafs Schwester Sophie durch ihre fehlende Intervention meiner Meinung nach irgendwie anschließt. Ich war wütend beim Lesen und habe Raf von ganzem Herzen verabscheut.

Hier steht eine Beziehung im Mittelpunkt, die Lou immer wieder als Freundschaft bezeichnet, die mich aber wirklich angestrengt hat. Zumal Lou auch älter ist in den Gegenwartskapiteln des Buches und ich nicht so recht verstehen konnte, warum er in dieser emotionalen Abhängigkeit verbleibt. Aber andererseits scheint er auch keine Freund*innen zu haben und Raf ist so hart besitzergreifend, dass das auch leichter gesagt als getan ist.

Von daher will ich gar nicht so von oben herab über Lous Situation urteilen - ich halte die Dynamik für erschreckend authentisch geschrieben. Es ist lediglich meiner Präferenz geschuldet, dass ich sie als zu anstrengend empfunden habe. Die zunehmende Entwicklung des Buches war mir dann aber auch zu derb und hatte für meinen Geschmack zu viele Psychovibes, die mich besonders am Ende ziemlich verloren haben.

Dahingehend nicht mein Buch, aber eine Empfehlung für Menschen mit Interesse an toxischen Beziehungskonstellationen und düsteren Vibes.

2,5 Sterne

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Ultramarin

Rezensionen von Tara:

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FamilienFIRE und andere Triggertage - Wie du weich landest, wenn du in alte Beziehungsmuster zurückfällst. von Elisabeth Mestekämper

Familie kann kompliziert sein, muss aber nicht

„FamilienFIRE und andere Triggertage“ ist ein hilfreicher Ratgeber der Autorin und Psychologin Elisabeth Mestekämper.

Es ist die Familie, die uns prägt, in der wir vieles zum ersten Mal erleben und Erfahrungen sammeln – gute und schlechte. Auch wenn wir längst unser eigenes Leben haben, holen uns die Emotionen und Erinnerungen unserer Kindheit bei Familientreffen immer wieder ein.

Oft ist es schwer zu verstehen, welche unausgetragenen Konflikte und zurückliegenden Verhaltensmuster, die bereits über Generationen weitergegeben wurden, für das unangenehme Gefühl bei Familientreffen sorgen.

Elisabeth Mestekämper hat hier in einer leicht verständlichen Sprache und entsprechenden Beispielen erklärt, warum bei Familienfeiern längst verdrängte Konflikte immer wieder mit Wucht an die Oberfläche befördert werden.

Während es im ersten Teil um die „Psychologischen Grundlagen“ geht, in denen fundiertes Grundlagenwissen über unbewusste Familiendynamiken, Bindungsstile, Loyalitätskonflikte und transgenerationales Trauma vermittelt werden, enthält der zweite Teil „Praktische Tools“, die für einen hilfreichen Umgang in den entsprechenden Situationen sorgen.

Da das gesamte Buch sehr abwechslungsreich mit kleinen Illustrationen, Kästchen die Wichtiges zusammenfassen und farblichen Akzenten gestaltet ist, liest es sich leicht und abwechslungsreich. Es birgt viel Wissen, ist aber ein lebensnaher Ratgeber, den ich sicherlich noch des Öfteren zur Hand nehmen werde.

Insgesamt ist es eine gelungene Mischung aus psychologischem Hintergrundwissen und praktischer Soforthilfe.

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FamilienFIRE und andere Triggertage - Wie du weich landest, wenn du in alte Beziehungsmuster zurückfällst.

Rezensionen von Tara:

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Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr von Florian Aigner

Komplexes Wissen einfach vermittelt

Mit seinem Buch „Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr“ gelingt es dem Autor und Physiker Florian Aigner komplizierte Sachverhalte aus der Physik für jeden verständlich zu vermitteln. Vorwissen ist unnötig.

Bisher habe ich mich im Großen und Ganzen auf meine Sinneseindrücke verlassen und das, was ich sehe, höre, rieche, fühle oder schmecke als gegeben hingenommen.

Damit habe ich es mir wohl ein wenig zu einfach gemacht. Alle unsere Sinneseindrücke beruhen auf physikalischen Vorgängen, die wir in unserem Gehirn unterschiedlich einordnen.

Florian Aigner schafft es durch seinen humorvollen Schreibstil komplexes Wissen so zu vermitteln, dass man es nicht nur versteht, sondern dass es Spaß macht Neues zu erfahren. Seine Beispiele und Vergleiche sind sehr eingängig, dadurch bleiben sie direkt im Gedächtnis.

Kleine Illustrationen sorgen für Abwechslung und verbildlichen das Gelesene.

Ich habe schon oft festgestellt, dass einfache Vermittlung von Wissen für den Vermittelnden eine ebenso große Herausforderung ist, wie für den Laien dieses aufzunehmen und zu verstehen. Zu viele Fachbegriffe und komplizierte Vorgänge sorgen bei mir dafür, dass ich abschalte und mir die Lust auf neues Wissen vergeht.
Florian Aigner versteht es wirklich großartig Unterhaltung und interessante Fakten zu kombinieren.
Ich kann das Buch jedem, der sich für Wissenschaft, Physik und unterschiedliche Wahrnehmungen interessiert, nur empfehlen.

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Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr

Rezensionen von Katyleh:

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Counting Days von Steffi Kuhlmann

Lesenswert, aber kein Highlight

Counting Days von Steffi Kuhlmann konnte mich leider nicht vollständig überzeugen, auch wenn die Geschichte durchaus ihre starken Momente hat.
Der Einstieg fiel mir zunächst recht schwer. Es werden viele Charaktere eingeführt, sodass ich anfangs häufiger den Überblick verloren habe. Einige Seiten musste ich sogar mehrmals lesen, um wieder richtig in die Handlung hineinzufinden.

Dadurch wirkte der Beginn auf mich etwas holprig und erschwerte den Zugang zur Geschichte.
Dennoch steckt hinter dem Buch eine sehr bewegende und emotionale Handlung, die zum Nachdenken anregt. Besonders die Charaktere haben mir gut gefallen. Sie sind sympathisch, authentisch und wurden von der Autorin liebevoll ausgearbeitet, sodass man ihre Gefühle und Entscheidungen gut nachvollziehen kann.
Leider gab es zwischendurch auch einige langatmige Passagen, die meinen Lesefluss etwas gebremst haben. Dadurch konnte mich die Geschichte nicht durchgehend fesseln.
Insgesamt hat mir Counting Days dennoch einige schöne Lesestunden beschert und mich emotional berührt. Das Buch hat definitiv seine Stärken, auch wenn für mich noch Luft nach oben geblieben ist. Deshalb vergebe ich 3 von 5 Sternen

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Counting Days

Rezensionen von Daggy:

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Kindheit in aller Welt von Yvonne Hergane

Jede kleine Geschichte geht ans Herz

Auf dem Cover sind viele unterschiedliche Kinder unter dem Regebogen zu sehen und im Buch finden wir 18 Geschichten aus ganz verschiedenen Ländern. Auf der großen Weltkarte zu Beginn des Buches sehen wir wo diese Länder liegen und es geht los mit den Malediven. Auf der ersten Seite sehen wir die Fahne, die Lage und die Hauptstadt.

Es geht um Fußball und Manik ist ein sehr guter Torwart, doch nach dem Training hat der Junge immer einen Riesenhunger, deshalb hat er alle Chapati weggegessen und für seine Geschwister bleibt nicht genug. Weil er sich schämt, will er auf das Hunger machende Fußball spielen verzichten. Da sein Trainer aber nicht auf ihn verzichten möchte, zahlt er der Mutter Geld, damit sie mehr Lebensmittel kaufen kann. Nach der kleinen Geschichte, ist ein Chapati-Rezept abgeduckt und in kleinen Textfeldern erfahren wir mehr über die Malediven.
Die restlichen Geschichten haben den gleichen Aufbau, der uns auf eine sehr schöne Art andere Länder näherbringt. Da feiern wir das Zuckerfest, Ostern und Santa Lucia, da geht`s zum Fuß- und Baseball, zum Picknick und zu Verwandten. Neugierig war ich auf die Märzchen, die Yvonne Hergane im Dank an ihre Mutter erwähnt und die in ihrer Geschichte über Rumänien erklärt werden.
Hinten im Buch konnte ich dann erfahren, was aus den Protagonisten der Geschichten wurde. Ein wundervolles Buch mit liebevoll erzählten kleinen Geschichten und mit Informationen zum Land. Die vielen bunten Illustrationen machen die Abschnitte zu kleinen Kunstwerken, lediglich die Figuren fand ich etwas statisch.

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Kindheit in aller Welt

Rezensionen von Daggy:

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Der Ballkönig von Chris Becker

Herrlich witziges Märchen

Auf dem Cover sehen wir zwei Fußballspieler, einer mit Krone, das ist Prinz Ollie. Das andere ist Leo, der Junge, der wie Aschenputtel, die ganze Hausarbeit machen muss, während seine beiden Brüder Fußball spielen. Auch Leo möchte gerne Fußball spielen und er ist erfindungsreich genug, sein Training in die Hausarbeit zu integrieren.

Dann bekommt er eine Einladung zu einem Fußballspiel. Aber seine gemeinen Brüder lachen nur über ihn und lassen ihn mit dem dreckigen Geschirr zu Hause. Aber dann kommt die Magie und Leo kann am Spiel teilnehmen und schließt das entscheidende Tor. Dabei verliert er überraschenderweise seinen silbernen Fußballschuh. So sucht am nächsten Tag Prinz Ollie nach dem Träger dieses verlorenen Schuhs. Dieses Märchen erzählt König Leo seinem Sohn, den er gemeinsam mit König Ollie ins Bett bringt.
Eine witzige neue Geschichte um das Aschenputtel-Thema. Das Thema Fußball wird dabei in den Mittelpunkt gestellt und so ganz nebenbei und selbstverständlich gibt es noch ein queeres Elternpaar. Die Illustrationen sind sehr großformatig und bunt. Ein zauberhaftes Märchen, das wohl auch Jungen gefallen wird.

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Der Ballkönig

Rezensionen von Anonym:

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Ein Ort, der bleibt von Sandra Lüpkes

Emotionale Achterbahnfahrt

Das Buch wird hauptsächlich aus der Sicht von Imke im Heute und Mehpare und Magda ab den 1930er Jahren erzählt. Imke ist die Einzige, die aus der Ich-Perspektive berichtet, sodass man sich ihr etwas näher fühlt und ein bisschen Abstand zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschaffen wird.

Es ist eine gute Mischung aus Realität und Fiktion.

Fast alle Personen der Vergangenheitsebene haben real existiert und waren interessante Persönlichkeiten, über die man hinten im Buch noch eine Kurzbiographie erhält. Die Istanbul-Karte vorne hat auf jeden Fall geholfen, den Überblick zu behalten und Wege nachzuvollziehen.

Die Botanik zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte. Die Autorin schafft immer wieder Analogien zwischen Pflanzen und Menschen, z. B. was das Wachsen und Verwurzeln angeht. Das ist auch die Kernthematik des Buches: Neuanfänge in der Fremde, sich verwurzeln und seine Identität finden. Auch wenn man wie ich nicht viel Ahnung von Pflanzen hat, ist die Begeisterung der Protagonisten dafür ansteckend.

Man konnte generell sehr gut mit ihnen mitfühlen. Es war ein Auf und Ab aus Verzweiflung und Hoffnung, aus Erfolgen und Rückschlägen. Sowohl persönliche als auch gesamtgesellschaftliche Probleme haben ihren Platz gefunden. Ich fand es sehr interessant, am Rande etwas über die Ausrufung der Republik in der Türkei und die damit einhergehenden Veränderungen der Gesellschaft zu erfahren. Auch die kulturellen und sprachlichen Unterschiede waren spannend zu entdecken.

An manchen Stellen war mir der Schreibstil ein bisschen zu blumig. Auch das Ende ging mir irgendwie etwas zu schnell, hätte aber wohl sonst den Rahmen gesprengt.

Das Buch ist eher ruhig und unaufgeregt, trotzdem hat die Autorin es geschafft, mich zu fesseln und ich kann es nur jedem empfehlen, der sich für botanische Gärten und Pflanzen, aber auch historische Ereignisse interessiert.

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Ein Ort, der bleibt