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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Skanus:

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Ein Date mit deinem Gehirn von Damir del Monte

It's showtime

Dieses Buch ist ein populärwissenschaftlichen Buch. Deswegen hat es mich angesprochen. Mit viel Interesse an dem menschlichen Gehirn, seinen Funktionsweisen und seinem Aufbau, habe ich erwartet, diese Sachverhalte in klaren Worten erklärt zu bekommen. Gerne auch wissenschaftlich untermauert, evtl. mit Fachbegriffen.

Was ich bekommen habe, ist eine blumige Schilderung, angereichert mit bildhaften Vergleichen, die zur Verständlichkeit beitragen sollten, leider aber das Gegenteil erreicht haben: meine Gedanken schweiften ab, die Augen lasen die Buchstaben und das Gehirn verlor sich irgendwo unterwegs zum Ende des Satzes.

Einige Informationen blieben als "neu" im Gedächtnis haften. Es waren solche, die in klarer Sprache aufgeschrieben wurden. Auch die grafischen Übersichten auf den Rückseiten der Buchdeckel sind anschaulich und verständlich. Die Zusammenhänge erschließen sich.

Das umfangreiche Quellenverzeichnis am Ende des Bandes ist beeindruckend. Es finden sich neben Fachartikeln aus dem medizinischen Bereich und Universitätsveröffentlichungen erstaunlich viele Publikationen aus deutschen Publikumsverlagen. Weitere populärwissenschaftliche Werke.

Bei der medizinischen Qualifikation des Autors hätte ich mehr erwartet: mehr Fachliches, mehr Medizinisches und besonders eine straffere, sachlichere Sprache. Die Dinge mehr auf den Punkt gebracht, weniger "fabulieren".

Eine Recherche über den Autor ergab einen ansprechenden Webauftritt mit vielen positiven Äußerungen und Bewertungen. Die Biografie fällt etwas kurz aus und lässt sich nicht anderweitig online nachlesen. Es scheint nur diesen Webauftritt zu geben, ansonsten keine Referenz. Alles dreht sich um diese Buch und mediale Wirksamkeit. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass das Mediale dem Autor zu breiter Aufmerksamkeit verhelfen soll. Die Bilder seiner Life-Show lassen erkennen, wie sehr der Auftritt zu einer actiongeladenen Veranstaltung gemacht wurde.

Ich kann das Bemühen, neurowissenschaftliche Themen anschaulich für Jedermann darzustellen, nachvollziehen. Es sind spannende Fragen rund um das menschliche Gehirn, die vielen Menschen ihren Denkaparat näher bringen sollen und den Zusammenhang zum "Gesamtkonstrukt Mensch" erklären möchten.

Ich hätte mir all diese Themen weniger "show-mäßig", sondern mehr fachspezifisch gewünscht. Klare Fakten verständlich aufbereitet. Darunter muss das Zusammenspiel von Gehirn und Geist - ein zentrales Thema des Buches - nicht leiden. Auch hier geht eine klare Darstellung, die ohne weitschweifige Beispiele auskommt.

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Ein Date mit deinem Gehirn

Rezensionen von Nele33:

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The Factory – Es gibt kein Entkommen von Catherine Egan

gute Dystopie für die Altersklasse

"The Factory-Es gibt kein Entkommen" der Autorin Catherine Egan hebt sich in überraschenderweise von den üblichen Dystopien für Jugendliche ab. Das Buch wird für Jugendliche ab 12 Jahren empfohlen, diese Einschätzung unterstütze ich als Erzieherin auf jeden Fall.

Protagonist ist der 13-jährige Asher, der für ein Jahr in die Factory geht um augenscheinlich die Welt zu verbessern.

Es handelt sich um ein Experimentprogramm um die Zukunft auf der Erde für nachfolgende Generationen lebbar zu machen. Das beste für Asher daran ist allerdings die gute Bezahlung, die seiner Familie ein besseres und ein Leben außerhalb von Armut ermöglichen könnte. Doch seine anfängliche Begeisterung schlägt schnell in Misstrauen um, handelt es sich bei der Forschungsstation doch eher um ein Lager, in dem die Kinder in Containern und bewacht leben müssen.
Er und seine neuen Freunde hinterfragen das Institut und kommen einem sehr großen Skandal auf die Spur.

Die Autorin hat mit Asher einen sehr nahbaren Protagonisten geschaffen. Die Thematik als Dystopie beschrieben, könnte ich mir sehr gut als real vorstellen, besonders wenn man das momentane Weltgeschehen dabei im Auge hat.
Altersentsprechend werden ausführlich die Extraktionen erklärt und die Spannung ist für Jugendliche von der ersten Seite an durch den passenden Schreibstil vorhanden.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger der neugierig auf den nächsten Band und die Entwicklung darin machen.

Ein tolles, durchdachtes und spannendes Buch für die vorgeschlagene Altersgruppe.

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The Factory – Es gibt kein Entkommen

Rezensionen von Bücherfreundin:

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Das Tränenhaus. Roman von Gabriele Reuter

Berührender feministischer Roman

Seit 2024 legt der Reclam Verlag in seiner Reihe "Reclams Klassikerinnen" Werke bedeutender und oft vergessener Autorinnen neu auf. Diese überarbeiteten Neuauflagen sind auch optisch so schön und modern gestaltet, dass sie in jeder Buchhandlung Beachtung finden und mancher Leser sich beim Lesen des Klappentextes wundert, dass es sich um wiederentdeckte Werke handelt.

Gabriele Reuter war bekannt als Autorin realistischer und sozialkritischer Romane, ihr größter Erfolg war das 1895 erschienene Buch "Aus guter Familie". 1908 veröffentlichte sie ihren Roman "Das Tränenhaus", in dem sie die damalige Doppelmoral in der Gesellschaft beschrieb und damit einen Skandal auslöste.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Autorin Cornelie Reimann, die ledig ist und ein Kind erwartet. Sie ist von zuhause geflohen und hat sich ein Zimmer in einem einfachen Wirtshaus genommen, um dort in Ruhe ihr Buch fertigzustellen. Die Tantiemen sollen die Versorgung ihres Kindes sicherstellen, da sie damit rechnet, die Geburt nicht zu überleben. Bald zieht sie in ein Frauenheim um, das von Frau Uffenbacher, einer resoluten Hebamme, geführt wird. Sie bietet ledigen Frauen einen Zufluchtsort, um ihre unehelichen Kinder fernab von ihren Familien zur Welt zu bringen. Cornelie zieht sich zu Beginn ihres Aufenthaltes auf ihr Zimmer zurück. Als sie erkennt, dass die übrigen Bewohnerinnen des Geburtshauses von Frau Uffenbacher schlecht behandelt werden, ergreift sie Partei für die Frauen und schließt Freundschaft mit ihnen.

Die Autorin erzählt die berührende Geschichte, in der es um ungewollte Mutterschaft und die harten Lebensbedingungen der betroffenen Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts geht, in der Sprache der damaligen Zeit. Viele Dialoge sind im schwäbischen Dialekt verfasst, was meinen Lesefluss anfangs etwas bremste. Die Charakterzeichnung ist Gabriele Reuter hervorragend gelungen, ich konnte mich gut in die einzelnen Frauen hineinversetzen, die in ihrer Not und aus Angst vor der Schande Zuflucht in der Anonymität eines Geburtshauses suchten. Es war spannend, Cornelies Entwicklung und die ihrer Mitbewohnerinnen zu verfolgen, und ich habe mich darüber gefreut, dass die ungleichen Frauen ein Gemeinschaftsgefühl entwickelten und sich gegen die Schikanen der Hebamme auflehnten.

Ebenso lesenswert wie der Roman ist auch das 12-seitige Nachwort der Literaturwissenschaftlerin Annette Seemann, in dem sie viel Wissenswertes über die Autorin, die ihre eigenen Erfahrungen in ihr Buch hat einfließen lassen, erzählt. Sehr interessant fand ich auch die Zeittafel am Ende des Buches, die Gabriele Reuters Lebensstationen aufzeigt.

Leseempfehlung für dieses mutige Buch!

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Das Tränenhaus. Roman

Rezensionen von lesen=liebe:

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Ninas Monster. Falsch geliefert von Rüdiger Bertram

Herzliche Monster

Ninas größter Wunsch ist, ein Monster als Freund zu haben. Da sie in der Schule oft gehänselt und ausgelacht wird, möchte sie ein starkes Monster an ihrer Seite haben, vor dem sich alle fürchten.

Ich habe das Buch gemeinsam mit meinen Söhnen (7 und 8) gelesen. Es ist eines dieser Bücher, die einen schon auf der ersten Seite abholen.

Man kann sich gut in die Figuren hineinversetzen und ihre Gefühle und Wünsche nachvollziehen. Die Beziehung zwischen Oma und Nina berührt uns besonders. Oma nimmt Ninas Sorgen ernst und unterstützt sie mit viel Herz. Schön ist auch, dass Nina die Monster nicht verheimlichen und sich keine Ausreden ausdenken muss.

Auch Ninas Eltern sind toll. Sie haben zwar wenig Zeit für Nina, reagieren aber erstaunlich verständnisvoll und gelassen, als die Monster auftauchen. Viele Szenen haben uns zum Lachen gebracht.

Am Ende waren die Kinder sogar ein bisschen traurig, dass das Abenteuer schon vorbei war. Mein Sohn meinte: „Schade, dass wir das Buch schon fertig gelesen haben.“ Das sagt doch alles.

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Ninas Monster. Falsch geliefert

Rezensionen von Katharina Grassmugg:

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Finding My Way. Ein Memoir von Malala Yousafzai

Eine beeindruckende Frau

Malala ist für mich schon sehr lange eine Frau die mich total fasziniert. Ihr Mut sich für die Rechte der Mädchen einzusetzen, der ihr tragischerweise eine Kugel in den Kopf bescherte, ist total beeindruckend.

In diesem Memoir erzählt sie aus ihrem Leben auf eine sehr authentische und ungeschönte Art und Weise.

Immer wieder reflektiert sie über sich, ihr Leben und dem Zwiespalt zwischen ihren Wünschen und dem was die Tradition oder die Gesellschaft von ihr erwartet.

Man lernt eine junge Frau kennen die ihren Uniabschluss fast nicht schafft weil sie zu viele Fehlzeiten aufweist die sie angesammelt hat um auf Konferenzen über Mädchennildung zu sprechen, eine Mädchenschule in Afghanistan aufzubauen oder mit staatsoberhäuptern zu sprechen. Eine Frau die mit ihren Freundinnen feiern und tanzen geht und von ihren Eltern kritisiert wird weil man sie beim Rudern fotografiert und die immer wieder den Satz:"was sollen die Menschen zuhause von dir denken" zu hören bekommt. Immer wieder liest man von Malalas Zwiespalt, von ihren Schwierigkeiten über die sie oft spricht ohne zu beschönigen. Sie spricht über ihre traumatischen Erfahrungen und die Folgen ebendieser, erzählt von ihrer Therapieerfahrung ebenso wie von ihren politischen erfolgen für die Mädchenbildung.

All das hat in ihren Erzählungen gleich viel Platz was dieses Buch in meinen Augen sehr authentisch und leicht zu lesen macht. Manchmal fühlt man sich ihr so verbunden als würde sie neben einem sitzen.

Für mich war dieses Buch wirklich absolut großartig zu lesen und eine der interessantesten Memoiren die ich bisher gelesen habe. Ich finde Malala einfach großartig und habe dieses Buch mit Freuden gelesen, mit ihr mitgeliefert, mitgelitten und mitgehofft. Ein total tolles Buch einer total tollen Frau.

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Finding My Way. Ein Memoir

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Das schönste aller Leben von Betty Boras

Vom Wert und vom Preis der Schönheit

"Das schönste aller Leben" ist das Romandebüt der Autorin Betty Boras. Schöne Menschen haben in vielen Lebensbereichen, ob privat oder beruflich, Vorteile, so sagt es die Volksweisheit, und das ist auch das Ergebnis so einiger Studien. Und wünschen sich nicht die meisten Eltern insgeheim, wenn auch oft unausgesprochen, ein hübsches Kind, oder zumindest kein hässliches? Wenn wir unseren Kindern das bestmögliche Leben wünschen, ist Schönheit ein wichtiger Bestandteil davon? Was passiert mit ihren Lebensperspektiven, wenn die Schönheit auf einmal beeinträchtigt wird? Doch ist Schönheit nur ein Vorteil, oder gibt es auch einen Preis, der damit einhergehen kann?

Dieses unterhaltsame und gleichzeitig tiefgründige Buch verhandelt das Thema Schönheit und ob und wie sie zu einem guten Leben beiträgt, eine Voraussetzung dafür ist oder es sogar verhindern könnte, aus vielfältigen Perspektiven, eingebettet in eine Mehrgenerationengeschichte einer rumäniendeutschen Familie.

Es gibt vier Erzählperspektiven:

1) Vio, das ist die kindliche und später jugendliche Viola, die gemeinsam mit ihren rumäniendeutschen Eltern aus dem Banat nach Deutschland auswandert. Die sich dort wünscht, nicht aufzufallen, sich anpassen und genauso wie ihre deutschen Mitschülerinnen sein möchte. Die als Jugendliche wegen Skoliose ein Korsett tragen muss und unter dem Schmerz und der Einschränkung der Bewegungsfreiheit sehr leidet. Und die auch spürt, wie sehr die Erwartungen der Eltern, aus ihrer Chance auf ein gutes Leben in Deutschland etwas zu machen, auf ihr lasten.

2) Ich, das ist die erwachsene Viola, Mutter einer kleinen Tochter, die als sehr hübsches Mädchen auf die Welt gekommen ist, aber durch einen tragischen Unfall, der von Viola unbeabsichtigt verursacht wurde, Narben im Gesicht davongetragen hat. Viola aus der Ich-Perspektive hadert sehr mit diesem Schicksal, macht sich dafür verantwortlich und entwickelt dadurch psychische Probleme.

3) Theresia, eine entfernte Vorfahrin dieser Familie, die vor Jahrhunderten zur Zeit Kaiserin Maria Theresias als Ziehtochter einer wohlhabenden Familie in Wien aufwuchs, doch aufgrund von einem aufgeflogenen außerehelichen Sexualkontakt mit einem Priester von der unbarmherzigen Keuschheitskommission in ein Straflager in das rumänische Banat verschleppt wurde. Auch Theresia galt als sehr hübsch, und das wurde ihr zum Verhängnis.

4) Die Banater Erde, die auf die Menschen blickt, von denen sie bearbeitet und geprägt wurde, die auf ihr geboren und in ihr gestorben sind, und die sie verlassen haben: "Die Letzten von euch sind 1990 gegangen, nur ein spärlicher Rest ist übrig geblieben. Wie Ratten habt ihr das sinkende Schiff verlassen, sobald sich eine Gelegenheit bot. Der Diktator war tot, und ihr wähntet eure Zeit gekommen. Wie sehr ihr euch getäuscht habt! Ja, das Leben in der Diktatur war kein Zuckerschlecken, aber ist die Regierung eines Landes das Einzige, was zählt? Sind es nicht auch seine Menschen, seine Traditionen, die Erde, aus der man gewachsen ist? Hier wart ihr jemand, ihr wart Deutsche." (S. 213)

Das Buch ist voll von tiefgründigen, ehrlichen Aussagen und in einer eindringlichen, besonderen Sprache verfasst. Es hat mich damit sofort in seinen Bann gezogen, schon ganz am Anfang, als etwa Viola ihren Wunsch nach einer schönen Tochter äußert: "Ich schäme mich, dass ich eine schöne Tochter möchte. Ich würde lieber sagen, sie soll glücklich sein. Das will ich auch, aber ich bin mir sicher, mit der Schönheit kommt ein Teil des Glücks von selbst. (...) Ich wünsche meiner Tochter Resilienz, möchte ihr ein gutes Selbstbewusstsein mit auf den Weg geben, möchte, dass sie Zufriedenheit unabhängig vom Urteil anderer empfindet. Ich bin aber überzeugt davon, dass es von alledem mehr braucht, wenn sie weniger schön ist. Einen schönen Menschen resilient zu machen ist einfacher." (S. 9)

Neben physischer Schönheit ist auch die Frage nach einem schönen, guten Leben eine prägende, die sich durch das Buch zieht, und auch hier geht es wieder um den Preis: der Preis, die eigene Heimat zu verlassen und in ein Land zu ziehen, in dem man sich erst einmal fremd fühlt, genauso wie der Preis, physische Einschränkungen und Schmerzen, wie ein Korsett oder eine Zahnspange, auf sich zu nehmen, um die eigene Schönheit zu verbessern. Auch Themen wie Klasse, Identität und der dazugehörige Habitus sowie der Wunsch nach sozialem Aufstieg finden Raum in dem Buch: "Vio hatte schnell verstanden, dass das Gymnasium nur für die Besten war. Sie wollte unbedingt dazugehören, aber musste sie dafür nicht mehr wie Nina sein?" (S. 66)

Insgesamt ist es eine berührende Familiengeschichte, die ich äußerst gerne gelesen habe, die genauso unterhaltsam wie tiefgründig ist und mir neue Denkanregungen über die Verknüpfung von Schönheit, Identität, Migration und Chancen gebracht hat. Mein einziger Kritikpunkt ist der Handlungsstrang um die Ahnin Theresia: dafür, dass dieser vor mehreren Jahrhunderten spielt, hat er sich für mich nicht ganz genug in dieser historischen Zeitepoche verortet angefühlt und die Figuren in diesem Teil haben für mich in Bezug auf Sprache und Handeln zu modern und damit nicht vollständig authentisch gewirkt.

Dieser Kritikpunkt gilt nicht für alle anderen Teile, in denen ich die Charaktere als sehr authentisch konstruiert und passend in Zeit und Raum verortet wahrgenommen habe (vermutlich ist dieser Teil auch näher an der eigenen Biografie der Autorin dran).

In Summe vergebe ich gute 4 Sterne für ein empfehlenswertes Buch, das ich einer breiten Leserinnenschaft, aber insbesondere jenen, die sich für Familiengeschichten in Verbindung mit Identität, Migration und Schönheit interessieren, sehr empfehlen kann. Auf weitere Bücher dieser Autorin bin ich sehr gespannt!

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Das schönste aller Leben

Rezensionen von flyingmouse88:

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Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher

Sommer

„Der Sommer, der uns blieb“ von Greta Herrlicher ist für mich ein Roman, der viel leiser und nachdenklicher ist, als es Titel und Gestaltung zunächst vermuten lassen. Schon optisch macht das Buch einiges her – vom verträumten Cover über die liebevollen Details im Inneren bis hin zu den kleinen Zitaten vor jedem Kapitel.

Das sorgt direkt für eine besondere Atmosphäre beim Lesen.
Inhaltlich geht es um die drei ehemaligen Nachbarskinder Martin, Britta und Pia, die in ihrer Kindheit eng miteinander verbunden waren – allerdings nicht so unbeschwert, wie es auf den ersten Blick scheint. Jeder von ihnen bringt seine eigene Geschichte und familiäre Belastung mit, was der Freundschaft von Anfang an eine gewisse Tiefe gibt. Als Pia nach dem Abitur plötzlich verschwindet, bricht der Kontakt komplett ab. Erst viele Jahre später kreuzen sich ihre Wege wieder.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven der drei Hauptfiguren, wobei die Kapitel angenehm kurz gehalten sind. Dadurch entsteht ein gutes Lesetempo, und man bleibt leicht am Ball, auch wenn zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und hergesprungen wird. Besonders spannend fand ich, wie sich nach und nach zeigt, dass die vermeintlich schöne Kindheit doch von vielen unausgesprochenen Dingen geprägt war.
Was ich allerdings etwas schade fand: Gerade bei Britta und Martin hätte ich mir stellenweise mehr Einblick in ihre Gedanken und Gefühle gewünscht. Manche Entwicklungen wirken dadurch ein wenig angerissen, ohne ganz ausgeschöpft zu werden.
Emotional hat mich das Buch trotzdem erreicht. Es ist keine klassische leichte Sommerlektüre, sondern behandelt durchaus ernstere Themen und kann auch nachdenklich oder traurig stimmen. Wer also eine tiefgründigere Geschichte über Freundschaft und Vergangenheit sucht, wird hier eher fündig als bei einem typischen Wohlfühlroman.

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Der Sommer, der uns blieb

Rezensionen von Herwig Oberlerchner:

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Amphibium von Tyler Wetherall

Zwei Teenager auf der Suche nach ihrer Identität


Sissy ist 12, hat eine psychisch kranke Mutter, die Eltern sind getrennt, andere Bezugspersonen gibt es nicht. Ihr Leben besteht aus Beziehungsabbrüchen, Sorge um die Mutter und diffusen Sehnsüchten, viel Einsamkeit und dem besorgten Beobachten der körperlichen Veränderungen. Sie lernt in der Schule die 13-jährige Tegan kennen, deren Bruder sich kürzlich suizidiert hat und deren Bezugspersonen ebenso blind für ihre Bedürfnisse sind wie selbstbezogen.

Es entsteht eine tiefe Freundschaft. Tegan beschützt Sissy zwar vor schmerzhaftem Bullying, ist aber so manipulativ und egozentrisch, dass Sissy in seelische Not gerät und sich in ein Amphibium zu verwandeln meint.
Die zart keimende Weiblichkeit wird obendrein bedroht von einer geilen und rücksichtslosen Männerwelt.
Intensive Bilder, manches klischeehaft, ein tiefer Einblick in das Unbewusste keimender Weiblichkeit und in die Nöte vernachlässigter Heranwachsender.

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Amphibium

Rezensionen von nil_liest:

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Ultramarin von Ann-Christin Kumm

Die toxische Sogkraft von Ultramarin

Manchmal beginnt ein Buch aus reiner Neugier – und endet damit, dass man es kaum noch aus der Hand legen kann. Genau so ging es mir mit dem Debüt Ultramarin von Ann-Christin Kumm. Was zunächst wie ein sommerlicher Roman über Freundschaft und Urlaub wirkt, entpuppt sich schnell als psychologisch aufgeladenes Kammerspiel über Macht, Abhängigkeit und die dunklen Seiten von Nähe.

Im Zentrum steht Lou, der schon seit Jugendtagen eng mit den wohlhabenden Geschwistern Raf und Sophie verbunden ist. Besonders Raf übt eine fast magnetische Anziehung auf ihn aus – charismatisch, dominant, unberechenbar. Lou kreist um ihn wie ein Satellit um einen Planeten. Er wartet auf Aufmerksamkeit, erträgt Zurückweisung und kehrt doch immer wieder zurück. Als schließlich nicht Sophie, sondern ihre Freundin Nora mit an die dänische Küste reist, verschiebt sich das fragile Gleichgewicht. Was zunächst nach einem trägen Sommer voller Meer, Zigarettenrauch und improvisierter Mahlzeiten aussieht, wird nach und nach zu einem emotionalen Minenfeld.
Die Dynamik zwischen den Figuren ist dabei das eigentliche Zentrum des Romans. Raf zieht Menschen an und stößt sie gleichzeitig von sich – er verletzt, verspottet, demütigt, nur um im nächsten Moment wieder Nähe zu erzeugen. Gerade diese Wechsel aus Anziehung und Abweisung machen seine Beziehung zu Lou so verstörend. Lou wiederum wirkt lange wie jemand, der sich selbst klein macht, der immer wieder in dieselbe Beziehungsschleife gerät, obwohl er ihre zerstörerische Kraft längst erkannt haben müsste.
Die Figuren sind dabei weniger klassische Identifikationsfiguren als vielmehr Projektionsflächen komplexer emotionaler Abhängigkeiten. Gerade diese Unschärfe verstärkt das Gefühl einer latenten Bedrohung, die über allem schwebt.
Sprachlich wählt Ann-Christin Kumm einen eher ruhigen, fließenden Stil, der gut zu dieser unterschwelligen Spannung passt. Dialoge tauchen ohne typische Markierungen im Text auf, Gedanken und Wahrnehmungen gehen ineinander über. Besonders auffällig ist, wie viele Passagen von Fragen geprägt sind – Gedanken, die Lou durch den Kopf gehen, ohne dass er wirklich Antworten findet. Dadurch entsteht das Gefühl eines permanenten inneren Suchens.
„Das Wasser tief unter uns, ein dunkles Blau, ultramarin. Vielleicht war das schon zu viel gewesen für meine Nerven.“
Diese Bildsprache zieht sich durch den ganzen Roman – sinnlich, flirrend, manchmal beinahe hypnotisch. Die sommerliche Küstenlandschaft bildet dabei einen starken Kontrast zu den emotionalen Abgründen, die sich zwischen den Figuren auftun.
Auch strukturell arbeitet der Roman mit interessanten Mitteln. Rückblenden öffnen immer wieder Fenster in die Vergangenheit und werfen neues Licht auf die Beziehungen der Figuren.
Fazit: Ultramarin erzählt nicht von einfachen Auflösungen, sondern von der Komplexität toxischer Beziehungen, die sich selten klar ordnen lassen. Ultramarin ist damit ein Roman, der weniger durch spektakuläre Handlung als durch seine Atmosphäre wirkt.

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Ultramarin

Rezensionen von brauneye29:

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Der Gesang der See,1 Audio-CD, 1 MP3 von Trude Teige

Hat mir gut gefallen

Zum Inhalt:
Das Leben ist hart und entbehrungsreich auf der kleinen Fischerinsel an der norwegischen Westküste. Die junge Kristiane verspricht ihrem Vater, dass sie die Tradition der Familie aufrechterhalten wird und Lotsenposten in der Familie hält. Als jedoch ihr Mann bei einem Sturm ums Leben kommt, wird es schwer das Versprechen zu halten, denn als Frau darf sie keine Schiffe begleiten.

Auf der Suche nach einem Ausweg, gerät sie in einen Konflikt zwischen Pflicht und Leidenschaft.
Meine Meinung:
Ich mag die Bücher der Autorin, umso mehr habe ich mich gefreut, dass es jetzt ein weiteres Buch gibt. Erstaunlicherweise eins, dass vor den schon bekannten Bücher bereits erschienen ist. Diesmal geht es um eine sehr starke, emanzipierte Frau, die allerdings in einer Gesellschaft lebt, in der ihre modernen Ansichten nur schwer ankommen. Gerade auch in der sehr konservativen Fischergesellschaft hat sie nur wenig Chancen mit ihren Ideen. Zudem ist sie hin und her gerissen zwischen ihren Gefühlen und die Leidenschaft, die sie empfindet und dem Pflichtgefühl. Dazu kommt, dass das Leben auf der Insel sehr gut erzählt wird und auch die Landschaft war für mich sehr gut vorstellbar. Der Schreibstil ist sehr angenehm, man fliegt förmlich durch das Buch. Ich hatte auch Gelegenheit, das Hörbuch zu genießen und auch das war wirklich ein Genuss und sehr gut gelesen.
Fazit:
Hat mir gut gefallen

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Der Gesang der See,1 Audio-CD, 1 MP3