Kunden em pfehlungen
Rezensionen von begine:
Es war nicht anders möglich von Svenja Liesau
Na Ja
Es war nicht anders möglich, ist der Debütroman der Schachaluspielerin Svenja Liesau.
Das Cover ist schon düster und zeigt auch die Düsterheit der Geschichte. Der Titel gefällt mir auch nicht so, es geht immer anders, warum auch nicht. Der Klappentext hatte mich angesprochen. Die Leseprobe gab mir schon zu denken, aber ich dachte, es kann ja noch werden.
So richtig warm kann ich mit der Protagonistin Martina nicht werden.
Gut ihre Kindheit war nicht gerade ideal, aber inzwischen ist sie Mitte Dreißig, da müsste sie ihr Leben ja in den Griff bekommen haben. Aber wenn sie immer Unmengen Wodka in sich hineinschüttet klappt nichts.
Langsamfänge sie ja wirklich an zu spinnen, kein Wunder, das sie da in der Klapse landet.
Das Leben in der Anstalt hat die Autorin ganz witzig, aber auch tieftraurig passieren lassen.
Es wurde dann noch ein ganz passabler Roman.
Rezensionen von carola1475:
Splitterschreie von Roman Klementovic
Nervenaufreibende Unterhaltung
Die drei neuen Thriller spielen in aus anderen Büchern des Autors bereits bekannten Settings, die ich leider nicht kenne, aber ich habe den vierten, 2021 erschienenen BonusThriller „Wenn die Stille schreit“ bereits gelesen und sehr gut gefunden.
In allen vier Geschichten erlebe ich Menschen im Ausnahmezustand.
Da ist Bezirksinspektor Mück, körperlich beeinträchtigt durch eine Knie-OP vor einigen Wochen und nachlassende Sehkraft, obendrein beschert ihm sein Therapeut Minderwertigkeitskomplexe statt ihm zu helfen. Auf zwei Zeitebenen lerne ich Romy und Alma kennen, die eine hat jahrzehntelang eine lieblose Ehe ausgehalten und die andere hofft auf einen großen Erfolg bei ihrem True-Crime-TV-Format. Julia sieht sich mitten in der Nacht mit Fremden konfrontiert, die den Platz ihrer Eltern eingenommen haben. Und Tim findet sein Haus leer vor, obwohl er noch vor einer Viertelstunde von unterwegs aus mit seiner schwangeren Frau Nathalie telefoniert hat.
Erzählt wird aus der Perspektive des jeweiligen Protagonisten und Roman Klementovic vermittelt mir hautnah nicht nur jede Nuance der gefühlten Emotionen, den Kampf mit sich selbst, den verzweifelten und letztendlich vergeblichen Versuch, eine logische Erklärung zu finden, sondern auch die körperlichen Reaktionen der Figuren auf das Schreckliche, dem sie sich gegenüber sehen. Mit den Protagonisten halte ich die Luft an und bekomme eine Gänsehaut. Die Figurennähe, die der Autor erzeugt, ist nicht angenehm, sie ist genau so nervenaufreibend wie die Handlung. Klementovic schreibt bildhaft und eindringlich, seine Charaktere sind glaubhaft und authentisch, jede Geschichte ist intensiv und beklemmend, dazu trägt auch die atmosphärische Darstellung der Schauplätze bei. Und eine Erleichterung setzt auch nach Beenden eines der Thriller nicht ein, jeder beschäftigt mich immer noch. 'Wenn die Stille schreit' ist mein Favorit, aber auch die anderen Kurzthriller haben mir sehr gut gefallen.
Rezensionen von FogandBooks:
Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt? von Nick Brooks
Wenn ein wichtiges Thema seine Wirkung verliert
Manchmal greift man zu einem Buch, weil das Thema wichtig wirkt und genau deshalb etwas auslösen könnte. Genau dieses Gefühl hatte ich bei Up in Smoke von Nick Brooks. Umso größer war am Ende meine Ernüchterung. Obwohl das Buch mit Themen arbeitet, die gesellschaftlich unglaublich relevant sind, konnte mich die Geschichte auf keiner Ebene wirklich erreichen.
Der Schreibstil wirkt über weite Strecken sehr nüchtern und beinahe distanziert. Statt Spannung oder emotionaler Wucht entsteht beim Lesen eher das Gefühl von Stillstand. Die Handlung kommt kaum voran und verliert sich in einer Erzählweise, die überraschend langatmig wirkt. Gerade weil das Buch mit rund 200 Seiten eigentlich sehr kompakt ist, hätte ich hier deutlich mehr Dynamik erwartet. Stattdessen hatte ich schon nach der Hälfte das Gefühl, dass sich alles im Kreis dreht.
Besonders schade finde ich das, weil das Buch Themen wie Rassismus, Polizeigewalt und strukturelle Diskriminierung aufgreift. Das sind Realitäten, die jeden Tag stattfinden und die eigentlich eine kraftvolle, eindringliche Geschichte verdienen würden. Für mich bleibt Up in Smoke jedoch zu blass, zu langsam und letztlich auch zu wenig packend, um dieser Thematik wirklich gerecht zu werden. Das Einzige, was mir positiv aufgefallen ist, ist der Buchsatz mit den integrierten Illustrationen, die das Ganze visuell auflockern.
Nach etwa der Hälfte habe ich das Buch schließlich abgebrochen, weil mich weder Handlung noch Erzählstil halten konnten. Vielleicht funktioniert diese Geschichte für andere Leserinnen und Leser besser, für mich hat sie leider weder als Jugendthriller noch als gesellschaftlich relevante Geschichte gezündet.
Rezensionen von clematis:
Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher
Leichtfüßige Schwere
Britta, Pia und Martin erleben in ihrer Jugend einen unvergleichlichen Sommer – bis eines Tages Pia spurlos verschwindet. Ab da ist nichts mehr, wie es war und alle drei gehen ihrer eigenen Wege. Zwanzig Jahre danach treffen die ehemaligen Freunde in ihrer kleinen Heimatstadt wieder aufeinander – können sie nahtlos anknüpfen an alte Zeiten oder besteht ein tiefer Riss zwischen den Erwachsenen?
Greta Herrlicher legt ein wunderbares Romandebut vor, das auf leichtfüßige Art sehr schwere Themen behandelt: Die offen stehende Welt, welche durch das Schicksal rasch ganz anders aussehen kann, die unbeschwerten Jugendtage, welche sich zum mühlsteinartigen Alltag wandeln.
Trotz der teils bedrückenden Bilder gelingt es der Autorin, eine beschwingte und hoffnungsvolle Stimmung zu erzeugen, eine authentische und glaubhafte Geschichte zu erzählen, wie sie das wahre Leben tatsächlich spielen könnte. Eine bildhafte Sprache sorgt für Lebendigkeit, die überschaubare Zahl an Personen für klare Einblicke. Krankheiten, Generationenkonflikte, ja selbst die beginnende Corona-Pandemie tun dem fesselnden Lesevergnügen keinen Abbruch, das Begleiten der drei Hauptfiguren ist spannend bis zur letzten Seite.
Der Sommer, der uns blieb (einst veröffentlicht unter „Der Sommer unseres Lebens“!) ist ein ruhiger Roman, welcher die Schwere unterschiedlicher Themenfelder auf locker-leichte Weise dem Leser näherbringt. Empfehlung!
Rezensionen von Bücherwurm78:
Grenzfall - Ihr Grab in den Fluten von Anna Schneider
Sehr guter spannender Krimi
Dieser Kriminalroman ist der sechste Fall aus einer Buchreihe um die deutsche Oberkommissarin Alexa Jahn und ihren Vater Bernhard Krammer, der bei der LKA Tirol arbeitet. Es war für mich das erste Buch von Anna Schneider und ich denke, dass man die Bücher unabhängig voneinander lesen kann.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen.
Ich fand es von Anfang an sehr spannend und so blieb es auch bis zum Ende. Es gab hier einige Handlungspunkte, die am Ende alle zusammengeführt haben. Ich fand die Story wirklich sehr gut durchdacht und umgesetzt, vor allem noch mit zu der Zeit vorherrschenden Überflutungen und Wetterkatastrophen. Mir hat die Schreibweise sehr gut gefallen, es ist flüssig geschrieben, es gab keine langwierigen Passagen im Text und auch keine zu ausufernden Personen- oder Ortsbeschreibungen. Auch die beiden Hauptakteure Alexa und Bernhard kamen bei mir als Leser sympathisch an.
Ich werde nun auf jeden Fall auch noch die weiteren Bücher aus der Reihe lesen.
Auch das Cover des Buches finde ich sehr gut und passend zum Inhalt gestaltet.
Fazit: Sehr empfehlenswerter spannender Krimi.
Rezensionen von begine:
Unter Gästen von Caroline Roger
Brillant
Unter Gästen, ist das Debüt der Caroline Roger.
Sie lässt ihre Erzählerin zurückdenken, an ihre Kindheit. Die hat sie zwischen den Gästen des Bistros ihrer Mutter und dem Restaurant ihres Vaters erlebt.
Ihre Mutter hatte einen guten Draht zu ihren Gästen, sie lies sie sich aussprechen und war immer freundlich.
Der Vater ging immer wieder fremd. Als es dann darauf ankommt zieht die Erzählerin auf die Seite der Mutter.
Die Autorin versteht es gut, diesem Roman einen besonderen Flair einzuhauchen. Solche Wirtinnen wie die Mutter habe ich auch noch erlebt. Für uns Gäste war es immer sehr heimelig. Für die Kinder eher nicht, für die war nicht viel Zeit. Die Erzählerin war mir sehr sympathisch. Ich konnte ihre Eindrücke sehr gut nachempfinden.
Das hat die Autorin sehr gut dargestellt und ich habe den Roman genossen.
Da hätte ich immer weiter lesen mögen.
Rezensionen von readpassion9:
EDEN - Wenn das Sterben beginnt von Marc Elsberg
erschreckend realistisch
Marc Elsberg thematisiert in seinem neuesten Thriller "EDEN - Wenn das Sterben beginnt" das Kippen von Ökosystemen. Was als einzelnes isoliertes Ereignis beginnt, zieht eine Kettenreaktion und das Kollabieren von verschiedenen Ökosystemen und der Nahrungskette nach sich.
Piero Manzano, den wir schon aus "Blackout" kennen, hat das Programm Vysyon entwickelt, das mittels KI drohende ökologische Katastrophen mit hoher Wahrscheinlichkeit vorausberechnen kann.
Problematisch ist nur, dass er mit seinen Prognosen die Politik nicht erreicht. Allerdings sind Personen aus der Finanzwelt auf sein Programm aufmerksam geworden, die es für ihre eigenen Zwecke nutzen wollen.
Im Fokus der Handlung stehen die Meeresbiologin Sarah und Influencer Linus, zwei unterschiedliche Persönlichkeiten, die zufällig zusammentreffen. Während Linus anfangs sehr oberflächlich erscheint und nur auf Content für seine Kanäle aus ist, ist sich Sarah der Gefährdung der Umwelt nur zu bewusst. Doch ein Erlebnis ändert alles und Linus realisiert, dass er mit seiner Reichweite auch auf Umweltprobleme aufmerksam machen kann.
Was für ein spannender Thriller! Marc Elsberg hat es geschafft, mich mit seiner Handlung völlig in den Bann zu ziehen. Ultrakurze, schnell wechselnde Kapitel und Schauplätze sorgen für eine ganz eigene Dynamik und viel Spannung. Das Szenario, das er entwirft, wirkt leider allzu realistisch und könnte so ähnlich tatsächlich eintreten. Ebenso betroffen macht das Agieren der Politiker, die die Katastrophe nicht sehen wollen, nur ihren eigenen Vorteil und Machterhalt sehen. Untätig bleiben, bis es zu spät ist. Und es gibt Gruppen, die an Katastrophen noch verdienen und auf Krisen Wetten abschließen.
Von den Protagonisten hat mir Linus am besten gefallen, da er die Figur ist, die die größte Entwicklung durchmacht. Vom recht oberflächlichen Influencer schafft er es, mit seiner Comicfigur "Hippo", auf die ökologischen Probleme hinzuweisen. Bei seinen Followern entwickelt sich ein Bewusstsein für die herannahenden Katastrophen, er schafft sich dadurch aber auch Feinde.
Die Handlung ist fesselnd, vermittelt nebenbei wichtige Infos zu verschiedenen ökologischen Themen und ist dabei super spannend.
Fazit: Das Buch schreit nach einer Verfilmung, verdiente 5 Sterne.
Rezensionen von Claudia H.:
Eine tödliche Partie von KJ Charles
Charmante Jagdgesellschaft alla Jane Austen
Worum es geht:
Patricia Merton ist eine außergewöhnlich gute Schützin und wird dafür auch von einigen Herren sehr geschätzt, andere finden es eher undamenhaft. Doch die Meinung interessiert Pat wenig, da sie sich eh nicht als eine feine Dame sieht. Umso mehr freut sie sich darauf, zusammen mit ihrem Bruder an einer Jagdgesellschaft bei ihrem gemeinsamen Freund und Lord Jimmy Witton teilnehmen zu dürfen.
Hier lernt sie Jimmys Verlobte Fenella Carruth kennen, die schönste Frau, die Pat je gesehen hat. Bedauerlicherweise für Pat tabu. Leider scheint Jimmy so gar nicht dem Charme von Fenella verfallen zu sein, was doch sehr merkwürdig ist. Schnell stellt sich heraus, dass so einiges an Merkwürdigkeiten auf dem Anwesen abgehen.
Mein Fazit:
Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen. Die Charaktere sind mit viel Liebe beschrieben worden und auch die der Nebendarsteller sind klasse. Ich fühlte mich wie in einer Gesellschaft alla Jane Austen, wofür sicherlich auch die gute Übersetzung mitverantwortlich sein dürfte. Die Story ist sehr zart, dabei interessant und spannend. Es gibt auch ein paar ansprechende spicy Szenen. Die Sprecherin hat mir auch sehr gut gefallen. Sie hat gekonnt ihre Stimme für die unterschiedlichen Charaktere verändert, ohne das es komisch geklungen hat. Zwischendurch fragte ich mich, ob das wirklich nur eine Sprecherin ist. Die Stimme passt hervorragend zu der Story. Ich bin von dem Buch, sowie von dem Hörbuch echt beeindruckt, obwohl die Regency Zeit gar nicht unbedingt so mein Ding ist. Eine tolle historische Cosy Crime Story.
Von mir gibt es eine uneingeschränkte Lese- und Hörempfehlung und ich vergebe sehr gerne volle 5 Sterne.
Rezensionen von carola1475:
Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo
Kurzweilig und unterhaltsam
Marlene Buchholz soll Vorstandsvorsitzende eines Konzerns werden, sie ist beruflich mit ihrer Effizienz und Kompetenz bestens geeignet, zeigt jedoch anderen Menschen gegenüber keine Empathie, sie ist unsensibel und sieht andere einfach nicht. Deshalb schickt ihr Chef sie zu einem Achtsamkeitsseminar bei Alex Grow, der sich nach vielen erfolgreichen Jahren eingestehen muss, dass er fast ausgebrannt ist, sogar Panikattacken kennt und sich des drohenden finanziellen Aus' seines Unternehmens bewusst ist.
Maxim Leo ist seinen Protagonisten sehr zugewandt und nimmt sie ernst, er analysiert Marlene und Alex umfassend, so dass ich nachvollziehen kann, wie beide zu der Persönlichkeit geworden sind, die sie heute sind, auch Erfahrungen in Kindheit und Jugend waren prägend und werden nicht ausgespart.
Es macht Spaß, Marlenes langsame Veränderung mitzuerleben, ihr zunehmendes Interesse am Gegenüber, wobei es berührende Szenen gibt wie auch humorvoll beschriebene und überraschende Situationen. Auch Alex beeindruckt als engagierter Coach, nicht zuletzt mit seiner Selbstanalyse und bedauerlichen Unfähigkeit, über seinen eigenen Schatten zu springen. Selbst auf Sinnsuche, unterstützt er erfolgreich andere Menschen auf ihrer Suche nach dem richtigen Weg.
Erzählt wird abwechselnd aus Marlenes und Alex' Perspektive, Maxim Leo schreibt angenehm zu lesen, bildhaft und humorvoll, fein beobachtet werden seine Protagonisten wie auch Nebencharaktere lebendig und zu glaubhaften und authentischen Figuren.
Leos neues Buch mit dem passenden Titel und dem schönen Cover hat mir gut gefallen, 'Einatmen. Ausatmen' hat mich kurzweilig unterhalten, mich berührt und am Ende optimistisch gestimmt meinen eigenen Weg fortsetzen lassen.
Rezensionen von robertp:
Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl von Fabio Nola
Napoli
Napoli
Unfall-Selbstmord-Mord? Der Leichnam eines Mannes im alten Hafen von Neapel wirft die gesamte Osterwoche und das geplante Familenwochenende des Commissarios Gaetano über den Haufen. Nachdem die Identität des Opfers festgestellt wird, verwickelt sich der Kommissar mit seiner Assistentin Beppa Bellucci in mehrfacher Hinsicht im Theorienlabyrinth der Indizien.
Da der Tote in einer, gerade den Börsengang anstrebenden, ökoneutralen Algenfabrik arbeitet, übt auch der Chef der Truppe Einfluss auf die Ermittlungen aus. Nach zahlreichen Sackgassen, die die Ermittlungen befahren, findet sich hier eine Lösung, die anfangs niemand auf dem Radar hatte.
Ich muss gestehen, dass ich mich durch diesen Krimi gekämpft habe. Die unzähligen Spuren, der unsympathische Commissario, die langatmigen Geschichten zu Neapels Osterbräuchen und Geschichte verlangsamen den Lesefluss. Zahlreiche Nebenstränge füllen die Seiten, tragen aber letztlich nichts zur Aufklärung des Falles bei. Um LeserIn bei der Stange zu halten wird im letzten Drittel auch die neapolitanische Mafia ins Geschehen einbezogen, mit gar seltsamer Begründung.
Für alle, die sich über neapolitanische Osterbräuche und Essensrituale informieren und nebenbei einen verzwickten Todesfall lösen wollen.











